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Möaer Anzeiger

Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

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$utoa= und Haunetal $utoaet Rretoblae

Luvtschriftleiter Friedrich Ehren- Z V

Rulba Königstr. 42, Fernsprecher 2989.

Stu? für den Inhalt: Bernd Heim, Fulda.

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A? VH. 35. 910. - Zur Zeit ist Preis- liste Nummer 3 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

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* 230 - 12. Jahrgang

Stätte der ewigen Ruhe

Die Gruft für den verewigten Generalfeldmarschall und Reichs­präsidenten von Hindenburg im TannenZerg-Nationaldenkmal.

Bor der feierlichen, endgültigen Beisetzung der sterb- <1^ Überreste des G e n e r a l f e l d m a r s ch a l l s

1 vo n B e n e ck e u d o r f f u n d Hindenburg dem vom Führer bestimmten Hindenburgturm des ^iwettberg-Nationaldenkmals wurde alles auf das LWefte vorbereitet, um der Feier einen würdigen fernen zu geben. Die ostpreußischen Regimenter, die M «i Trauerparade teilnahmen, waren bereits am Wage eingetroffen, um den Aufmarsch der Fahnen- Wanten einzuübcn. Auch waren die notwendigen Wmitungen für die Rundfunkübertragung der Feier getroffen worden.

Etwa zwanzig Stufen führen jetzt nach der baulichen Ausgestaltung des Denkmalraumes von dem Umgang, der an den acht Türmen vorbeigeht, hinab zu einem

Thingraum, der vollständig mit Granitplattcn ausgelegt ist.

In der Nähe dieses Thingraumes öffnet sich die Gruft, in welcher die Särge mit den sterblichen Überresten des Generalfeldmarschalls des Weltkrieges und seiner im Jahre 1921 in Hannover verstorbenen Gemahlin ihre letzte Ruhestätte finden. Der Turm über der Gruft wird später zu einer Gedenkhalle für Hindenburg ausgestaltet und mit einem großen Denkmal versehen werden. Die Gruft wird durch schwere bronzene Türen abgeschlossen. Den Gruftturm schmücken bunte Glasfenster m t t Bildern und Texten aus alten Soldaten­liedern. Die beiden bronzenen Türen tragen die Wahlsprüche Hindenburgs. Zu beiden Seiten der Gruft stehen zwei einfache steinerne Kreuze mit der Aufschrift: Zehn deutsche Soldaten." Dort haben in unterirdischen Säumen 20 Särge unbekannter deutscher Soldaten des Weltkrieges von der Schlachtfeldern Ostpreußens ihre endgültige Ausstellung gefunden.

% Särge Hindenburgs und seiner Gemahlin tragen Nchts weiter als die Daten des Geburts- und Todes­

tages, und sie stehen in Erde aus Neudeck,

ta es der Wunsch des Verstorbenen war, in der Heimat­me bestattet zu sein. Hinter dem Hindenburgturm wird °>e, Anlage eines kleinen Gartens vor- iereitet, in dem später Bäume aus Neudeck Platz finden sollen.

Ztveiwuchtige FigurendeutscherSoldaten wachen den Eingang zur Gruft. An dem großen F i n d - üto der Gruft liegt, und der nun den Namen trägt, wurde noch bis zur letzten Minute ge= sämtliche in das Mauerwerk zwischen den acht L ne ^"gefügten Gedenksteine hatten den Schmuck ct ''^"nze erhalten. Die Türme waren mit langen

H Werdet

Beginn des italienischen Vormarsches

Emmarsch von Eritrea und iSomaMand. Abeginren beschleunigt Mobilmachung.

itaiw-i^^ si"d Nachrichten ein getroffen, nach denen mil che Kuppen bei A s s a b (Eritrea) und gleichzeitig

!'k.»'sch- Soma H! anb aus die Grenzen n und den Vormarsch b e -

minist'." ^ten, Der Sprecher des italienischen Außen- Itbin h»t die Nachricht nicht widerrufen, sondern Eomüii. erJlätt- daß die abessinischen Grenzen gegen >u ^ gar nicht festgetegt seien.

Mr,n/, ddis Abeba haben die Nachrichten über- sG iN^rvorgerufen. Man hat die Mobilmachung be- b abessinischen militärischen Kreisen

1"""" '»an, daß die Italiener gleichzeitig aus drei lint) Fronten angreifen werden,

Asmara und Assad in Eritrea aus und von H her. Der Negus wird wahrschein- in Ogaden und im Osten von Dessie gegen- " ' persönlich befehligen, während er an der leid), Asmara dem nächst dem Kaiser viel» den Ulrin^en Mann von Abessinien, Ras Kassa, Safia betnhr nf1en Oberbefehl anvertrauen dürfte. Ras Hute; "" d" Nordfrom etwa 250 lmü Mann, bar» auf ti Amharabäuptlinge. Er hat sich

lU ^üsg von zwei bis drei Jahren Dauer ein- 5111 üCricli gerichtet.

'M *Än Orlen in der Nähe seines Hauptquac- a 9 er o \ '^al, sind unterirdische Proviant- . Der ° g ! worden.

sich "alsekrelär des Völkerbundes, A v e n o l, Nachricht vom Vormarsch der Italiener Nn bst Ratsmächte in Verbindung, um mit ^Morsch in eMflc ?u besprechen. Sollte der italienische kinber»-, Abessinien bestätigt werden, dann wird die Mnglich '1 ug desPölkerbundsrates , der ur- uMtbe$1i(Lgm ^. Oktober wieder tagen sollte,, zu einer 'chen Sitzung sofort erfolgen.

Fulda, Mittwoch, 2, Oktober 1935

Heute,. Mittwoch, findet die

Ueberführung der Särge des verewigten Reichspräsidenten von Hindenburg und feiner

Gattin in den Hindenburg- turm des Tannenberg denk- mals statt. Auch der Führer und Reichskanzler wird an dieser Feier teilnehmen.

(Scherl Bildarchiv M.)

grünen Girlanden geschmückt

worden. Der Hindenburg-

Turm trägt ferner jetzt außen das Wappen der Familie Beneckendorff-Hindenburg mit den beiden Büffelköpfen und den zwei Hindinnen, und eingefügt in das Mauerwerk das große Kreuz, das früher inmitten des Denkmals stand.

Alle übrigen Türme des Tannenbergdenkmals haben neue prächtige Türen erhalten und sind auch in ihrem inneren Schmuck ausgestaltet worden, besonders der Fahnenturm, der Turm der Feldherren und der Turm der feldgrauen Soldaten.

*

Tagesbefehl des Reichsjugendföhrers an die SZ.

Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach erläßt an die Einheiten der Hitler-Jugend nachstehenden Tagesbefehl:

Die deutsche Jugend gedenkt am 2. Oktober in Treue und Dankbarkeit des großen Generalfeldmarschalls. AK allen Standorten der Hitler-Jugend legen daher im Laufe des Mittwoch Abordnungen der Hitler-Jugend, des BTM. und des Deutschen Jungvolks Blumensträuße oder Kränze zum Gedächtnis Paul von Hindenburgs am Ehrenmal der Gefallenen des Weltkrieges nieder.

England fordert zrmkreW tluterflWmg im Mittelmeer

Die englischen Zeitungen teilen übereinstimmend mit, daß die englische Regierung von Frankreich Zusicherungen für eine praktische Unterstützung der englischen Flotte im Mittelmeer verlangt bat, und zwar für den Fall, daß aus Völkerbundssanktionen gegen Italien kriegerische Verwicklungen entstellen sollten. Die Morningpost" will wissen, daß die Franzosen ihre Flottenstützpunkte im Mittelmeer der britischen Flotte zur Verfügung stellen und zusichern sollen, daß sich Englands Kriegsschiffe nötigenfalls auch auf die aktive Unterstützung der französischen Seestreitkräfte im Mittelmeer verlassen können.

Der italienische Botschafter Grandi batte eine längere Besprechung mit dem englischen AußenminisKr Sir Samuel Hoare. Der britische Außenminister hat noch­mals den englischen Standpunkt klargelegt, daß Eng- land imAugenblick nichtinderLagesei, Sonder­verbandlungen mit Italien zu führen.

Reuter Bestätigt «râânmâ MWW <->n- Smz-laM-n au6«balb des Völkerbundes.

London, 2. Oktober.

Reuter bestätigt in einer Späiausgabe die Berichte, dah die britische Regierung bei der französischen Jegre- rung eine Anfrage bezüglich ihrer Haltung rm Falle eines plötzlichen Angriffes der italienischen Flotte auf die bri= X?eTÄ& Mitarbeiter teilt hierzu mit: Rei dieser Anfrage handelt es sich nicht um ein Hande«» .aeschäft. Die aufgeworfene Frage ergab sich daraus, daß in ArtiM 16 der Völkerbundslatzuna eine Lucke fettgettelsi

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

wurde. 3m Unterabsatz 3 verpflichten sich alle Mitglieder, im Falle eines isolierten Angriffes zusammenzustehen, so­bald der Völkerbund ein gemeinschaftliches Vorgehen be­schlossen hat. Es wird jedoch hierbei keinerlei Richtlinie für die Zwischenzeit gegeben, nämlich für die Zeit, be­vor die Entscheidung gefällt worden ist. Ls wird angenom­men, daß die französische Regierung mit der britischen Auslegung übereinstimmt, wonach Völkerbundsmitglieder im Falle eines solchen Angriffs einander Beistand leisten sollten.

* Der Reuterbericht sagt weiter, in England sehe man die Lage nach wie vor als â u ß e r st e r n st an. M a n k ö n n e n i ch t h o f f e n, d a ß d e r A u s b r u ch e i n e s K r i e g e s verhindert werde, könne aber sicher sein, daß die bri­tische Regierung alles in ihrer Macht Befindliche tun werde, um mit Hilfe der Völkerbundsmaschinerie den Krieg sobald wie möglich zu beenden. Großbritannien beabsich­tige aber nicht, irgend eine Einzelakrion außerhalb des Völkerbundes zu unternehmen. Wenn der Völkerbund Sühne maßnahmen beschließe, würden diese auf zwei Grundsätzen beruhen: 1. Jedes wichtige Land müsse teil» nehmen; 2. die Sühnemaßnahmen dürfen nicht durch die Handlung von Nichtmitgliedsstaaren wie z. B. die Ver­einigten Staaten und Deutschland zunichte gemacht werden. Dies letztere würde insbesondere wichtig sein, sobald wirtschaftliche Druckmaßnahmen beschlossen würden. Man wisse, daß die Haltung der Vereinigten Staaten sich nicht gegen eine Völkerbundsaktion wenden werde. Bezüg­lich Deutschland sei es unwahrscheinlich, daß es sich in den Streit verwickeln lasse.

Btalienilite U-Boote im Boten Meer?

London, 2. Oktober.

Wie Reuter aus Addis Abeba berichtet, kreuzen 16 ita- lrenische U-Boote im Roten Meer, die anscheinend die Aufgabe hätten, Munition und anderes Kriegsmaterial abzufangen, das für Abefsinien bestimmt sei. Es stimme, daß in Abessinien Kriegsmaterial erwartet werde. Es stamme aus Japan oder Amerika und solle über Bri- tisch-Somaliland nach Abefsinien befördert werden. So­malistämme seien damit beauftragt worden, diese Wassen abzusangen, wenn sie etwa von dem britischen Gebiet aus nach Abefsinien geschafft werden sollten.

Gescheiterter Umsturzversuch in Bulgarien.

Der Ausnahmezustand verhängt.

Sofia, 2. Okt. (Funkmeldung.) Die Regierung hat, wie der Ministerpräsident vor der Presse erklärte, den Aus­nahmezustand über das ganze Land verhängt. Die für morgen, den 3. Oktober, anläßlich des Jahrestages der Thronbesteigung und der Unabhängigkeltsertlärung Bul­gariens angesetzte Parade und Feierlichkeiten sind verschoben worden.

Die Verhängung des Ausnahmezustandes erfolgte in Verbindung mit der Aufdeckung eines gefähr­lichen Umsturzversuches, zu dem bereits sämtliche Vorbereitungen getrosten waren. Der Umsturz ging in der Hauptsache von Anhängern des S w e n o - K r e i s e s aus, der sich bereits an dem vorjährigen Staatsstreich vom 19. Mai 1934 beteiligt hatte. Der Organisator dieses Staats­streiches, der Neserve-Oberft Damian Weltschefs, der im Auslande in der Verbannung lebte, traf heute uner­wartet im Automobil in Sofia ein. Er wurde verhaftet. Im Laufe des heutigen Morgens wurden zahlreiche wertere Personen, darunter auch der frühere Finanzmtnister Peter Todoroff, festgenommen. Die Verhaftung der Verschwörer, die dem Sweno-Kreise wie auch der linksradtkalen Gruppe, dem sogenannten Pladenenzi angehöreu, dauert noch zur Stunde an.