Gömbös' Berliner Besuche.
Der ungarische Ministerpräsident Gömbös stattete am Montag dem Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, einen längeren Besuch ab. An der Unterredung nahm der Außerordentliche Bevollmächtigte des Deutschen Reiches, b. Ribbentrop, in seiner Eigenschaft als Mitglied des Stabes des Stellvertreters des Führers teil. Vorher hatte der ungarische Ministerpräsident Botschafter von Ribbentrop aufgesucht.
Dann besuchte Ministerpräsident Gömbös den Beauftragten Reichswirtschaftsminister, Reichsbankpräudent Dr. S ch a ch t. Anschließend stattete er dem Reichsminister Dr. Goebbels einen längeren Besuch ab.
Ministerpräsident Gömbös gab dem Berliner Vertreter des „Az-Est"-Konzerns eine Erklärung über seinen Berliner Besuch ab, in der er zunächst aus den herzlichen Empfang hinweist, der ihm bereitet worden sei.
Ein besonderes Erlebnis sei für ihn das Zusammentreffen mit dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler gewesen. In Erinnerung an seinen Berliner Besuch vor zwei Jahren könne er nur sagen, er freue sich, Adolf Hitler schon damals gesehen und rennen« gelernt zu haben.
Die Ver m u t u n g c n, die in einer gewissen Presse an seine Berliner Reise geknüpft würden, seien nicht weiter ernst zu nehmen und seien zweifellos bewußt böswillig ausgestreut worden. Ein Berliner Blatt habe bereits treffend f e st g e st e l l t, daß Auslandsreisen der Minister der Kleinen Entente stets als durchaus natürlich angesehen würden, jedoch über eine jede Reise eines Staatsmannes der im Weltkriege unterlegenen Staaten sofort Alarm geschlagen würde. Ministerpräsident Gömbös erklärte zum Schluß der Unterredung: „In Wirklichkeit aber kann nichts natürlicher sein als meine Deutschlandsreise, weil die Freundschaft zwischen Ungarn und Deutschland nicht heutigen Datums ist."
Aus aller Welt.
Schwere Auiozusammenstöße.
Das herrliche Sonntagswetter hatte nach den regenschweren Tagen der letzten Woche zahlreiche Ausflügler mit und ohne Auto hinausgelockt. Leider wurde auch diesmal wieder eine Reihe Autounglücke verzeichnet, die Todesfälle verursachten.
Auf dem Nürburgring ging ein Personenwagen aus Hamburg beim Befahren der Rennstrecke mit zu großer Geschwindigkeit in die Betonkurve. Hierbei geriet der Wagen ins Schleudern und überschlug sich. Der Wagenlenker erlitt einen tödlichen Schädelbruch und starb nach der Einlieserung im Krankenhaus Ahrweiler.
In R a h l st e d t bei Hamburg geriet ein Personenkraftwagen aus der Meiendorfer Straße infolge Reifenschadens ins Schleudern, fuhr auf den Radfahrweg und überrannte die Hamburger Eheleute Wehnert und ihre beiden Kinder. Die fünfjährige Tochter, die vom Vater auf dem Rade mitgeführt worden war, wurde sofort getötet. Wehnert selbst und sein zehnjähriger Sohn erlitten schwere Perletzungen, während die Ehefrau Wehnert unverletzt davonkam. Sie erlitt jedoch einen Nervenzusammenbruch. Am Montagmorgen ist auch Wehnert in einem Hamburger Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.
Auf der neuen Landstraße zwischen Singen bei D u r la ch und Wilferdingen (Baden) stieß ein Fernlastzug mit einem Lastauto zusammen, auf dem sich acht Notstandsarbeiter befanden. Die Insassen des Lastautos wurden herausgeschleudert. Zwei blieben tot am Platze, fünf Männer wurden schwer, ein anderer leicht verletzt. Der Fernlastzug ist davongefahren.
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Straßenbahnzüge auseinander gefahren.
Auf der Strecke Burg — Krahenhöhe der Solinger Straßenbahn in Burg an der Wupper ereignete sich ein schweres Straßenbahnunglück. Dem fahrplanmäßigen Straßenbahnzug von Solingen-Krahen- Höhe nach Burg folgte in kurzem Abstand ein Sonderzug, bestehend aus einem Motorwagen und zwei Anhängern. In diesem Sonderzug wurden etwa 1 6 0 Solinger Sänger befördert, die an den Darbietungen der Burgmusik teilnehmen sollten. In einer scharfen Kurve löste sich plötzlich die Kupplung zwischen Motorwagen und Anhängern. Während die beiden Anhänger noch rechtzeitig genug zum Halten gebracht werden konnten, fuhr der Motorwagen auf der abschüssigen Strecke mit erhöhter Geschwindigkeit auf den vor ihm fahrenden fahrplanmäßigen Wagenzug auf. Der Zusammenstoß war so wuchtig, daß drei Straßenbahnwagen erheblich beschädigt wurden. Ein Fahrgast wurde bei dem Zusammenstoß sofort zu Tode gequetscht. Acht weitere Fahrgäste des Unglückswagens kamen mit leichten Perletzungen davon, die meist durch umherfliegende Glassplitter verursacht worden waren.
Kurze Nachrichten.
Berlin. Am 1. Oktober d. I. tritt das Reichsgesetz über die Untersuchung von Seeunfällen in Kraft, das im Reichsgesetzblatt Teil I Nr. 105 vom 30. September 1935 veröffentlicht worden ist. Es wird das alte Gesetz vom 27. Juli 1877 ersetzen. Wie bei dem alten Gesetz ist auch bei dem neuen der Zweck der Bestimmungen die Feststellung der Ursachen eines Unfalls im Betriebe der Seeschiffahrt.
Berlin. Die Bergungsmannschaften von der Unfall stelle am Brandenburger Tor sandten von ihrer Norwegenfahrt folgendes T e l e - grammandenFührer: „Angesichts der Fjorde Norwegens gedenken 883 der am Rettungswerk der Unfallstelle vom Brandenburger Tor eingesetzten Arbeiter und Soldaten ihres Führers und geloben aller Zeit treueste Gefolgschaft."
Berlin. Die Schweinezählung vom 5. September 1935 ergab einen Gesamtbestand von 2 2% Millionen Schweinen gegenüber noch nicht 20 Millionen im Juni 1935. Der Gesamtbestand an Schweinen hat demnach seit Anfang Juni d. J. um 2,6 Millionen Stück zugenommen.
London. Die internationaleHandelskon- f e r e n z tritt am 1. Oktober in der englischen Hauptstadt zusammen. Sie wird von 30 verschiedenen Staaten beschickt.
Der ungarische Ministerpräsident beim Führer.
Der Führer empfing in Gegenwart des preußischen Ministerpräsidenten Göring den Ministerpräsidenten von Ungarn, Gömbös. (Presse-Illustrationen Hoffmann — M.)
Aus offener Straße erdolcht.
Eine merkwürdige Bluttat in dem Schweizer Kurort Davos.
Am Sonntagabend wurde auf der Promenade in Davos-Platz (Schweiz) der 46jährige Erich H ö l k e u ans Wuppertal von dem 37jährigen Walter Böthke aus Hannover durch sechs Dolchstiche getötet. Böthke, der seit kurzer Zeit in einem Davoser Sanatorium als Volontärarzt tätig ist, gibt an, früher in der Pension von Höllen gewohnt zu haben.
Der Täter behauptet, der Getötete sei unberechtigterweise aus ihn eifersüchtig gewesen und habe sich auf ihn gestürzt, als er ihm am Sonntag auf der Straße begegnete. Er, Böthke, habe sich in Notwehr befunden, als er den Angriff Hölkens mit dem Stilett abwehrte. Er habe das Stilett schon feit einiger Zeit mit sich geführt, da er sich bedroht gefühlt habe. Der Täter stellte sich sofort der Polizei.
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Schreckenstat einer Ehefrau.
Mann und Kind erschlagen. — Das Haus in Brand gesteckt.
Unweit von K o p enh agen hat sich in einer Villa ein furchtbares Familiendrama abgespielt. Eine 30jährige Ehefrau hat mit einem Hammer i h r dreijähriges Söhnchen und ihren Mann erschlagen. Danach steckte die Wahnsinnige das Haus in Brand und entfloh, nur notdürftig bekleidet, in den nahegelegenen Wald. Die von den Nachbarn herbeigerufene Feuerwehr schlug die Türen ein und sah im Vorzimmer ein furchtbares Bild vor sich: das Gesicht des Mannes war so entstellt, daß es nicht mehr zu erkennen war. Die Frau, die noch nicht aufgesunden wurde, soll aus Eifersucht gehandelt haben. Sie hat wahrscheinlich Selbstmord begangen.
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Schwere Sturmschäden auf einer Vahama-Insel.
Nach einer Meldung aus Miami hat der tropische Sturm Südflorida nicht berührt, sondern ist in Richtung der Bahamainseln weitergezogen. Er richtete auf d e r I n s e l B i m i n i, wo er mit etwa 180 Stundenkilometer Geschwindigkeit hauste, große Schäden an. Zwei Drittel aller Wohnhäuser wurden zerstört. Menschen sind aber nicht zu Schaden gekommen. Wie aus Havanna berichtet wird, hat der Orkan, der über Kuba hinwegging, nach halbamtlichen Mitteilungen 35 Tote gefordert.
Im Mittelpunkt der Konferenz steht das Problem ver W ä h r u n g s st a b i l i s i e r u n g.
Warschau. Unter Führung von Generaldirektor Dr. Dorpmüller halten sich mehrere höhere Beamte und Direktoren der Deutschen Reichsbahn in Warschau auf. Auf dem Bahnhof wurden sie von Direktoren und höheren Beamten des polnischen Verkehrsministeriums begrüßt.
Frühere Mischehen mii Luden.
Eine Mitteilung des Reichsministers des Innern.
Der Reichs- und preußische Mini st er des Innern teilt mit: „Im Zusammenhang mit dem in Nürnberg vom Reichstag beschlossenen Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre vom 15- September 1935, das Mischehen zwischen Juden und Staatsangehörigen deutschen oder artverwandten Blutes verbietet, ist vielfach die Vermutung ausgesprochen worden, daß auch bereits bestehende Mischehen durch das Gesetz ersaßt werden.
Diese Annahme ist unzutreffend; der Bestand solcher Mischehen, soweit sie v o r d e m 17. September, dem Tage des Inkrafttretens des Gesetzes geschlossen sind, wird durch das Gesetz nicht berührt."
Das Gericht im Mondschein.
Frankfurt, 30. Sept. Die Zweite Strafammer in furt a. M. hat sich in die Lage versetzt gesehen ein besichtigung vornehmen zu müssen, diè aber nur qm wenn Vollmond ist. Das Gericht verhandelte qP, M Angeklagten, der der Erregung öffentlichen ^n im Ostparkgelände angeschuldigt ist. Er war in erst stanz freigesprochen worden, wo der Staatsanwale P Strafe von 6 Monaten Gefängnis beantragt hatte den Freispruch legte der Staatsanwalt Berufuna ein a ” Rachprüung der Angaben des Angeklagten und de,? ^it hielt das Gericht einen Lokaltermin für erforderte Tat sollte an einem Abend geschehen sein, an dem her mond ant Himmel stand. Das Gericht beschloß ton o. termin beim nächsten Vollmond abzuhalten und best; ^ daß man sich am 12. November abends %8 Uhr stets» nun aber Frau Luna streift? ' '
Von den Erzeugnissen des edlen Küferhandlverks
Das Küferhandwerk ist eines der ältesten Handwerke':» Deutschland. Es ist entstanden aus den praktischen m? Wendigkeiten des Haushalts und hat sich entwickelt m den Erfahrungen, welche die Hausfrau mit einem Teil h hölzernen Gebrauchsgegenstände ihres Haushaltes
Seit undenklichen Zeiten war es die Aufgabe der frau, die Lebensmittel für die Familie zu sammeln M für eine längere Aufbewahrung herzurichten. Sogenannte fabrikmäßige Konserven von Fleisch, Fischen, Gemüse d f u. s. f. gibt es erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit' 2 seit dem Beginn der modernen Uebersee-Schiffahrt' Aufbewahrung der Lebensmittel benutzte die Hausse hölzerne Gefäße. Dies bekunden Gegenstände, die nm an den ältesten Wohnstätten der Menschen gefunden ha, So wurden im Norden Holzgefäße ausgegraben, etwaaus dem zweiten Jahrhundert vor Christus, die noch Reste getrocknetem oder gedörrtem Fleisch enthielten. Set §atts- frau, zumal der deutschen, oblag auch die Zubereitung der Bieres und Weines, sowie deren Lagerung. Es geht aus den ganzen Lebensbedingungen der damaligen Menscher hervor, daß die benötigten Gefäße von den ' SamilienmV gliedern selbst angefertigt wurden. Erst mit der Erreiche einer höheren Kulturstufe und damit einer besseren Leb» Haltung ging die Herstellung auf Fachleute über; hier i«. i gen also die Anfänge des Küferhandwerks. Bei dich- Brauch der Benutzung von Holzgefäßen für LebensM blieb es jahrhundertelang, bis die Einführung von MeL gefäßen zum Teil eine Aenderung brachte. Diese werteten dann nicht nur die Holzgefäße als Aufbewahrum behälter für Lebensmittel, sondern machten auch dem alten ehrwürdigen hölzernen Waschzuber seinen angestammt« Platz streitig. Auch in der Lebensmittel oerarheitenien Industrie, sowie in Färbereien, Wäschereien und ähnlichen Betrieben, werden mehr und mehr Metallgefäße ans Kupfer Zink, Eisen usw. benutzt.
Gegen diese Entwicklung wurde auf der diesjährigen Reichstagung des Böttcher- und Küferhandwerks ernstlich Stellung genommen, indem mit Recht hervorgehoben wurde, daß sie in mancherlei Beziehungen weder dem Interesse des Handwerks noch auch dem der Hausfrauen entspricht. Denn nachdem schon durch den jahrhundertealten Brauch der Benutzung von Holzgefäßen deren vorzügliche Eignung für den Hausbedarf erwiesen ist, haben auch'die Erfâhrun-' gen und die besonders angestellten Versuche in den letzten Jahren ergeben, daß Metallgefäße für Hausbedarfszw,ecke mitunter von höchst zweifelhaftem Wert sind. So wurde z. B. sestgestellt, daß Wüsche, die in Zinkgefäßen behandelt wird, leicht blaue Flecken bekommt, die nie mehr zu entfernen sind. Ferner ist ein unwiderleglicher Beweis für die Güte der Holzgefäße die Tatsache, daß unser edelstes Getränk, der Wein, ausschließ sich in Holzbottichen behandelt und in Holzfässern gelagert wird.
Im Zeichen des Wiederaufbaues des deutschen Handwerks, dem im vergangenen Jahrhundert viele Arbeitsgebiete verloren gegangen sind, darf daher an die Haussrauen folgender Mahnruf gerichtet werden:
Verwenden Sie in Ihrem eigenen Interesse in Hren Haushaltungen grundsätzlich nur Holzgefäße und oerlangen Sie, daß diejenigen Geschäfte, denen Sie Ihre Wäsche an- vertrauen, Holzgefäße benutzen. Das schwer um feint” Bestand ringende Handwerk der Küfer und Böttcher wm den Hausfrauen hierfür Dank wissen!
Nah und Fern.
Sittlichkeitsverbrechen an einer Sechsjährigen, dem 25. September war die sechsjährige Maria ckergra aus Erkelenz vermißt worden. Nachdem alles Suchen Einwohnerschaft und der Gendarmerie vergeblich «e» war, fand man das Kind in der Nähe eines benachva Gehöfts verscharrt unter Laub tot auf. Die Polizei I fest, daß an dem Kind ein Sittlichkeitsverbrechen begn 9 und ihm dann die rechte Seite der Schadeldcae geschlagen worden war. Der Täter ist noch nicht gesu
Synagoge für 900 Mark zu verlaufen. Das aus Sickingerhöhe gelegene Dors Höheinöd (P f u lange als Mittelpunkt der jüdischen Ansammlung ganzen Gebiet. Die Juden unterhielten hier «»a i Synagoge. In den letzten Jahren war die Aviva» aber so stark, daß nunmehr die Synagoge, bte auei ^ zum Teil schon baufällig ist, zum Preise von M W» ^ kauft wurde. Der Bau soll zu einem Wobny gestaltet werden. .
Ein „Regenmacher" will den Abesstnienttleg .^ hindern. Der holländische Wissenschafter ^^Eitteil»^ Amsterdam hat die Öffentlichkeit mit der: ^ überrascht, daß es ihm gelungen sei, ein ’ jt ,„ „Regenerzeugung" mit Hilfe von Flugzeugen I M vervollkommnen, daß es praktisch verwende« i^^ Aart plant angeblich, dem Völkerbund ein Wl J^ffini" breiten, wonach dieses „Regenmachverfahren JMlM durchgeführt werden soll, um die Regenzeit zu und den italienischen Einmarsch unmöglich zr ■
Die vereitelte Devisenschiebung von ..^^, italienischen Fußballspieler bildet m der Sportwelt das Tagesgespräch. Die drei p' $ IW) Guaita, Scopetti und Stagnaro des qfitütärpf*'6 sind nach Frankreich geflüchtet, um zu? und der allfälligen Einberufung nach Ob O^ita ih^ ziehen. Als die Frauen von Scopetti Mv ^N das in Italien erworbene ansehnliche ^crn $ 3 Millionen Lire bzw. 600 000 Mark, nachvE , „„ c wurden sie an der italienisch-französische» ^ be^) sucht. Das Geld wurde beschlagnahmt, wegen Frauen wurden festgenommen. Sie Haven botenen Lireschmuggels zu verantworten. jöj)t P
Diesmal stellte Ägypten die Schönheit w yrii|d dem internationalen Schönheitswettbewe MxMi
wurde von 28 Bewerberinnen bte a Mß M (Ägypten) stammende Charlotte Masses 3 " fum" gewählt.