Scharfer Vorstoß der arèechischen
Monarchisten.
Ausruf des Ministerpräsidenten Tsaldaris an das Volk.
Der griechische Ministerpräsident T s a l d a r i s fordert in einer Proklamation das Volk auf, für die Wiederherstellung der Monarchie zu stimmen, sobald die Volksabstimmung darüber erfolgen wird
Die Gegensätze zwischen Monarchisten und Republikanern innerhalb Regierung und Armee haben sich in einem blutigen nächtlichen Zusammenstoß entladen. Der Kommandant des 1. Armeekorps, Panajoiakos der durch die Entlassung königötreuer Offiziere den ersten Anlaß zu den Auseinandersetzungen gegeben hatte wurde vor der Tür des Kabinettssitzungsraumes von Gardisten monarchistischer Einstellung angehalte» und durch einen Bajonettstich in die Wange verletzt. Sein Bruder, ein Abgeordneter, erhielt einen Handschuß
Nach weiteren Meldungen aus Athen kam cs bei einer mitternächtlichen Sitzung dec- Kabinette auch zu heftigen Allseinandeksetzungen zwischen den Kabinetts- Mitgliedern und 30 königstpeucn Abgeordneten, die in das Regierimgsgebände und die Kabiueilssihuug ein- drangen und die sofortige Wiederherstellung der Monarchie verlangten. Die Abgeordneten würben schließlich von der Wache mit Gewalt ans dem Gebäude gedrängt.
Teilvereinbarung über den deutsch- schivetzerischen Aeiseverlehr.
Zwischen der deutschen Regierung und dem schweizc- rischen Bundesrat ist in der Frage des Reiseverkehrs eine Vereittbaruug dahingehend getroffen worben, daß für den A ufcnthalt in s ch iv e i z e r i f ch e n E r - z i e h u n g s i n st i 1 n t e n sowie für den Aufenthalt in Sanatorien auf Grund amtsärztlichen Zeugnisses und für Atudienzwecke Zahlungsmittel im bisherigen Rahmen über Rciscverkchrskonw wieder zur Verfügung gestellt werden. Ihre Auszahlung erfolgt jedoch lediglich über die schweizerische Verrechnungsstelle. Reise- zahlungsmittel (Reiseschecks, Kreditbriefe usw.) für die genannten Zwecke werden in Zukunft nicht mehr ausgestellt.
Ausschmückung der Schaufenster
zum Erntedankfest 1935.
Zum Tag des Erntedankfestes ruft die Rcichs- propagandaleitung der NSDAP., Hauptstelle Agrar- Propaganda, auch in diesem Jahre wiederum zur A u s - f ch m u d u n g der Schaufenster auf. Für die Deko- ration ist vor allem an den Außenfronten frischer Grün- schmuck, wie Fichte, Tanne oder Eiche, zu verwenden. Dieser frische Grünschmuck ist jedoch frühestens erst am Sonnabend, dem 5. Oktober, abends, anzubringen. Die Dekoration der Schaufenster ist am Dienölag, dem 8. Oktober, wieder zu entfernen. Der Leitgedanke für die Schaufeusterdekorationen soll die Verbundenheit von Stadt und Land sein. Insbesondere soll an diesem Tage der Dank des Städters an den landschaffenden Volksgenossen zum Ausdruck gelangen. Besonderer Wert ist auf die Ausschmückung der Geschäfte zu legen, die in den Anmarschstraßen für die Festzüge liegen. In den Dekorationen sollen frische Blumen, Kornähren, Erntedanl- bänder u. dgl. Verwendung finden. Unbedingt a b z u - sehen ist von d e r A n b r i n g u n g v o n Bildern und Büsten nationalsozialistischer F ü h - rer und von allen dekorativen Hilfsmitteln, die. das Gebiet des nationalen Kitsches streifen.
Die Kasseler Fleischvergistungen.
72 Menschen erkrankt — Der Fleischer schuldlos.
T .' aus Kassel gemeldeten M a s s e n v e r g i f tun- gen nach dem Genuß von rohem Hackfleisch haben noch erheblich größeren Umfang angenommen, als zunächst angenommen wurde. Hatte man zuuächfl von nur 2» Betroffenen gesprochen, so ist jetzt festgestellt worden, daß insgesamt 7 2 Personen erkrankt sind; Lebensgefahr besteht jedoch nicht. Der Fleifchermeister, der das Fleisch verkauft hatte, wurde vorübergehend in Schutzhaft genommen, seine beiden Ladengeschäfte vorübergehend geschlossen. Nach der bakteriologischen Unter-
des Fleisches ist dem
e r m e i st e r
ein Verschulden nicht z u z u s ch r e i b e n. Auch seine beiden Kinder hatten von dem Fleisch gegessen unb sind selbst an Vergistungserscheinungen erkrankt.
Wieder 48 000 Arbeitslose weniger
Trotz Rückgangs der Aufnahmefähigkeit der Autzenberufe.
Obwohl im August die Äufnahmefähigkeit der Außenberufe für Arbeitskräfte geringer zu werden pflegt und schon mit Entlassungen aus einigen Zweigen gerechnet werden muß, ist — dank der starken Auftriebstendenzen der deutscheu Wirtschaft — die Arbeitslos e n z a h l im diesjährigen August wieder erfreulich iurüdgegangen. Rund 48 000 arbeitslose Volksgenossen konnten auch in diesem Monat w ie b e r in Arbeit und Brot gebracht werden. Der Bestand an Arbeitslosen betrug nach den Zählungen der Arbeitsämter am 31. August 1 706 000, die Arbeitslosigkeit ist damit seit dem diesjährigen Höchststand um fast 1,3 Millionen zurückgegangen.
In erster Linie hatten die mit Großstädten stark durchsetzten und dichtbevölkerten Gebiete Brandenburg und Rheinland und der Bezirk Hamburg verhältnismäßig starke Entlastungen auszuweisen.
Die Landhelfervermittlung war noch rege, doch dürfte mit annähernd rund 140 000 die Höchstzähl des diesjährigen Landhelfereinsatzes erreicht sein.
Von den Autzenberufen konnte das Baugewerbe noch weitere Fachkräfte und Bauhilfsarbeiter beschäftigen. Die lebhafte Bautätigkeit wirkte sich auch auf die dem Baugewerbe verbundenen Gewerbezweige der Industrie der Steine und Erden sehr günstig aus. In der P o r z e l l a n i n d u st r i e hat sich unter dem Einfluß der Leipziger Herbstmesse eine leichte Belebung angebahnt. Der Bergbau zeigte infolge der geringeren Abrufe an Hausbrandkohle noch keine durchgreifende Besserung der Beschäftigungslaae. Die Eisen-
England hat das Wort.
Vor progratnniuti, en Erklärungen Sir Samuel Hoares in Genf.
~ I London, 11. September.
Voll gespannter Erwartung sieht die englische Oeffent- lichkeit der Rede entgegen, die Außenminister Sir Samus! Hoare heute vor der Völkcrbuudsversammluug in Genf halten wird. In unterrichteten Kreisen verlautet, daß der
Minister im Auftrage seiner Regierung eine programma- tische Erklärung von großer Bedeutung abgeben wird. Daß Sir Samuel Hoare nicht frei, sondern nach einem ausgearbeiteten Text sprechen wird, geht aus der Tatsache hervor, daß die Rede unter Umständen vom Foreign Office in schon im voraus an die englische Presse gegeben
London wird.
Laval
Doch Mnkmchnaltmen?
Genf, 11. September, und Sir Samuel Hoare haben ihren Meinungs
austausch Dienstag abend wieder ausgenommen. Der englische Außenminister hat den Versauf der Vormittagsbe- sprechuugcn vor der Presse als äußerst befriedigend bezeichnet. Laval erklärte gestern abend ironisch: „Wir wer- den nicht über Abessinien sprechen."
Ueber die zweite Unterredung zwischen dem englischen Außenminister Sir Samuel Hoare und Lava, am Dienst tag abend wird amlacb mitgetcUt, daß sie gleichfalls in frenndschaftUcher Weise und vo.Ikomme cm Einvernehmen verlausen sei. Wie verlaut«, sei die gesamte Lage, wie sie sich im Zusammen bang mit dem itaiieuisch-abessinische» Streitfall darstellt, unter allen Gesichtspunkten geprüft worden. Beschlüsse seien noch nicht gefaßt worden. Eine weitere Besprechung soll heute vormittag nach der Rede des euglsicheu Außenministers in der Vöckerbundsver- sammlung statt stoben.
I« französischen Kreisen ist das Gerücht verbreitet, daß die englische Regierung entschlossen sei, gegebenen« falls auch den Artikel 16 der Bölkerbnudssahung, der die Verhängung von Gühuema^nahmen vorsieht, anzuwenden. Auf englischer Seite wird hierzu im Augenblick nickst Stellung genommen Man hätt dort jedoch die Verhandlungen mit der Italien sieheu Abordnung noch nicht für abgeschlossen.
Mdariagas BermMlunyrMon geschettert?
Zu der Sitzung des Fünfer-Ausschusses verlautet noch, daß der Vorsitzende Madariagas über seine bisherigen Besprechungen mit Aloisi berichtet habe und dieser Bericht negativ ausgefallen sei. Der Ausschuß wolle am Doiuiers- tag mit der Ausarbeitung eines Berichtes beginnen, der dem Völkerbundsrat unterbreitet werden soll. Allgemein besteht der Eindruck, daß, weiln nicht die Mission des Fün- ser-Ausschusses. so doch die seinem Dorsihenden Madaria- ga gestellte Bermittlungsaufgabe zwischen der italienischen Abordnung und den anderen Mächten gescheitert ist. Von dieser Sachlage wird der Ausschuß voraussichtlich in seinem angekündigten Bericht den Diät in Kenntnis setzen.
24. September: Einmarsch der Italiener?
Erstes Ziel: Adua. — Abessiniens Vorbereitung zum Schutze der Hauptstadt.
Wie bn# Londoner Blatt „News Ehronicle" in einem Sondcrbertcht aus Addis Abeba mitteilt, fei von den Abessiniern ein italienischer Funkspruch ausgefangen morden, demzufolge der Einmarsch aus den 2 4. Sep- tember endgültig s e st g e s c st t morden sei. Auch dieser Berichterstatter bestätigt, daß größere Truppen- massen mit Artillerie und Tanks bereits aus dem Vor- marsch südlich Asmaras, der Hauptstadt Eritreas, in Rich- tung Adua begriffen seien. Abessinien habe dem- gegenüber die M v b i l m a ch u n g a l l c r I a h r g ä n g c vom 15. b i ö z u m 4 0. L e b e n s j a h r angeordnet.
Wie der Sonderberichterstatter der „Morning Post" mitteilt, denken die Italiener A d u a innerhalb von drei Tagen nach dem Beginn des Einmarsches zu besehen. Eine Armee von Arbeitern werbe die Etappe sichern und Straften und Brücken bauen. Nach Meldungen anderer Blätter werden die Abessinier nicht bei Adua, sondern weiter westlich im Hochland der Provinz Tigre sich zur Schlacht stellen.
In Addis Abeba ist überall ein kaiserlicher Erlaß angeschlagen, der das Verhalten der Bevölkerung im Fall v o n L u s 1 a n g r i s f e n betrifft. Mes, was nicht Waffen tragen kann, sott die Hauptstadt innerhalb einer Woche nach Kriegsausbruch räumen.
u n b S t a h l i n d u st r i e ist nach wte vor gut ve- schäsiigl. Die Textilindustrie konnte den hohen Beschäftigungsstand zwar ungefähr halten, doch nahm die Zahl der Kurzarbeiter besonders in der Baum- W o 11 i n bn ft rie zu. Das Holz - und Schnitzstoffgewerbe ist gut beschäftigt. In den Konfektionsbetrieben unb in der Schuhindustrie setzte sich eine Aufwärtsbewegung durch.
Die stete Besserung der Unterbringungsmöglichkeiten für die kaufmännischen A n g e st e l l t e n hat angehalten.
Unterbringung der im Herbst ausscheidenden Goldaien.
Im Einvernehmen mit dem Reichskriegsministerium hat die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung die Besetzung der durch Eintritt in die Wehrmacht und in den Arbeitsdienst freiwerdenden Arbeitsplätze übernommen. Für die Besetzung dieser Arbeitsplätze sind in erster Linie die im Herbst aus der Wehrmacht ausfcheidenden geeigneten Soldaten in Aussicht genommen. Um die unerläßliche Einheitlichkeit dieser Maßnahme sicherzustellen, ist die Durchführung der Aktion ausschließlich der allein für den Arbeitseinsatz verantwortlichen Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversichernng und den ihr unterstehenden Arbeitsämtern übertragen worden.
Litwinow nnchträgliitl eiagelode,.
Das Präsidium der Völ'kerbundsversammlnnq (L., Dienstag abend nach längerer Anssprache, den der Sowjetunion nachträglich zur Teilnahme «„ beiten des Präsidiums einzulaveu. " N
Litwinow hatte bei der Wahl der Vizepräsidenten Montag nur 29 Stimmen erhalten, so daß außer den? europäischen Großmächten noch Belgien und Mexiko aber die Sowjetunion in das Präsidium gewählt Hierüber war bei der russische» Abordnung eine Ut ” Verstimmung entstauben, die sich in einer Beschwerde' Präsidenten der Versammlung äußerte. Benesch ^ das Präsidium davon zu überzeugen verstanden, dar, angebracht fei, eine Großmacht wie Sowjetrußland Beteiligung aufzufordern. "
Der den Völkerbund beherrschende demokratische ®tllnh. I th der i-cien und geheimen Wahl für die beschließend- L l iaue ist somit aus Gründen der bolitifdjen Btoe&u.“ leit, ' ie « llerdingS in diesem Falle dem tschechoslowatisl. Auw niJniftev besonders nahe lag, durchbrochen worden
*
Auf dem toten Punkt.
Die Arbeit des Aünser-Aurschusses. - Pessimistische (r)(llj(: Meldungen der englischen Blätter. (
London, N- Sept. (Funkmeldung.) Die Raâ. der Presse aus Genf lauten sehr pessimistisch. Dj» M glauben seststellen zu können, daß die Arbeit de, Ausschusses infolge der Haltung Italiens auf bem Punkt angclangt sei. Angeblich wünsche die frans Negierung, daß der Fünser-Ausschuß die Abstattum Berichtes ausschiebe, um noch eine letzte Bemüh,,' u m eine friedliche Lösung zu ermögliche», j, scheinend wolle Laval die Pariser Vorschläge an noch etwas erweitern.
Ferner berichten die Blätter, daß der gestrige MüM.,, auvtausch zwischen Sir Samuel Hoare und Laval sich «, die Frage etwaiger Sühne in a ß n a h m e n bezogen habt Hoare habe eine sehr entschlossene Haltung cingenon,^ und Laval dringend ausgesordert, das Gleiche zu hin.
Von der heutigen Rede Hoares in der Völkerbunds sammlung wird erwartet, daß sie versöhnlich im Ton, ok sehr entschlossen im Inhalt sein werde. Wahlscheins werde and) Laval das 2vort ergreifen. In der Lonb« Presse wird nicht bezweifelt, daß England und Franlrch grunbfätilid) einer Meinung seien.
Mehrere Blätter melden, daß eine Reihe von Staaten wie Norwegen, Schweden, Dänemark und Holland trilift hätten, sie würden aus dem Völkerbund austri t e n , wenn die Großmächte zeigten, daß sie nicht bereit seien, die Völkerbundofatzung zur Anwendung zu bringen. Auch mehrere fiidamerikansiche Staaten hätten eine sehr cnerMi Haltung eingenommen.
Wenn ein bevorstehender Flngzeugnngrisf in Addi« Abeba gemeldet wirb, werden im Kaiserschloß drei Kanonenschüsse abgeseuert werben, die Simic» werden ertönen und die Kirchenglocken werden lânteii.
Auf dieses Signal hat sich die Zivilbevölkerung in die dickstbewaldeten Hügel in der Umgebung Addis Abebas zu flüchten. Die besten Schützen und moderne Flak- g e schütze werden, in dem Enkalhptnswald, der die Hauptstadt umgibt, nach strategischen Gesichtspunkten der teilt, die Abwehr anfnehmen, um die feindlichen Flugzeuge zum Abschuß zu bringen. Immer wieder wird die Bevölkerung auf die Gefahr aufmerksam gemacht, daß du italienischen Flieger Brandbomben und Giftgas abwerfen, doch macht man sich unter den Eingeborenen keine Vorstellung von der furchtbaren Wirkung diel« modernen Kriegswaffen.
Generalappell sämtlicher faschistischer Gliederungen.
Mussolini hat angeordnet, daß dieser Tage in M Italien sowie in den Kolonien ein Generalapf" sämtlicher G l i e d e r u n g e n der FaschiM Partei stattfindet. An dem festgesetzten Tage wem überall Kirchenglocken oder Sirenensignale das ZE- zum Aufmarsch geben. Sämtliche Parteimitglieder w sammeln sich darauf mit Schwarzhemden vor e Gebäude der örtlichen Parteileitung. Die Parteisor» tionen werden bis Mitternacht versammelt bleibe», . Ausnahme der Jugendorganisationen, die um entlassen werden.
Planmäßige Untersuchung der Martims
Der Reichs- und Preußische Innenminister einem Erlaß an die Regierungspräsidenten un» Landesbauernschaften die Notwendigkeit eines M Ausbaues der Galtbekämpfung (Cruterfeud)c) unb r in diesem Zusammenhang Maßnahmen für die der hygienischen Beschaffenheit der Marktmi $ ^ Danach werden demnächst Bestimmtlngen über e ^ liche Untersuchung von Lebensinitteln ergehen, 1 ^ eine planmäßige Probeentnahme und Untersuch ' Marktmilch zur Folge haben werden.
Schon Schnee auf der SchneekE
Kältewelle soll abebben. — Der erste F*"st
Niesengebirge. , ^
Die plötzlich über Mitteleuropa htrelN!i Kältewelle scheint langsam abebben nächst aber werden wir die entmotteten Riefen noch tragen müssen. Ganz schlimm sieht es . da« gebirge aus. Ju der Nacht zum Dienstag i @ rai1 Thermometer auf der S ch n e e k o p p e bis a> i Kälte. Ju den letzten Tagen gingen an> ^pcn gebirge mehrfach Schneefälle nieder. jcd^f regel trägt bereits eine dünne Schneedecke, ^^ im nicht lange liegenbleiben dürfte. Dienstag I Gebirge R a u h r e i f b i l d u n g.