gründen. Es gebe für militärisches Vorgehen keine andere Rechtfertigung als Notwehr.
Der Ratspräsident schloß darauf die Sitzung mit der Ankündigung, daß er in der nächsten Sitzung, deren Zeitpunkt offen gelassen wurde, dem Rat Vorschläge über das weitere Verfahren machen werde.
Italiens weiteres Verhalten
Rom, 6. September.
In politischen Kreisen Roms wird erklärt, die Geste Des italienischen Vertreters in der Ratssitzung am Donnerstag könne im Hinblick auf die Erklärungen Alorsis kaum überraschen. Der Führer der italienischen Abord- nung habe bereits am Mittwoch mit aller Deutlichkeit der Welt zu verstehen gegeben, daß für Italien eine Erörterung seines Streitfalles unter gleichberechtigter Teilnahme Abessiniens nicht möglich sei. Nach diesen Erklärungen könne das Verlassen des Ratstisches weder als ein Theater- coup noch etwa gar bereits als ein endgültiger Bruch Italiens mit dem Völkerbund betrachtet werden. Der italienische Ratsvertreter, der am Donnerstag der Sitzung als Beobachter beigewohnt habe, werde auch weiterhin an den Ratssitzungen teilnehmen, sogar in Anwesenheit eines abessinischen Vertreters, werde aber jedesmal wieder den Ratstisch verlassen, wenn der abessinische Vertreter sich an der Aussprache beteilige.
Abessinien verweigert Italien die Verstärkung seiner Gesandtschaftswache.
Paris, 6. September.
Die Agentur Havas berichtet aus Addis Abeba, die abessinische Regierung habe der italienischen Gesandtschaft nicht erlaubt, eine Verstärkung der Gesandtschaftswache durch eine Askari-Kompagnie vorzunehmen.
Der Negus habe allen Ausländern empfohlen, sich in einem bestimmten Bezirk zu sammeln. Einige Pflanzer hätten sich jedoch geweigert, die Stätte ihrer Arbeit zu verlassen. Den Missionsstationen hat der Negus weitgehenden polizeilichen Schutz zugesagt.
Sowieilob für Frankreichs Ostöefestigungen.
Der französische Gencralstab zeigte einer russischen Militär- abordnung die befestigte Grenze gegen Deutschland.
Seinen Freunden zeigt man bekanntlich immer die starke Seite. So denkt auch der französische Generalstab. Er ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, der sowjetrussischen Militärabordnung, die den französischen Herbstmanövern beiwohnt, das Besestigungsgebiet vorzuführcn, das Frankreich unter Milliardenaufwand an der Grenze gegen Deutschland errichtet hat.
In einer in dem Sowjetblatt „Jswestija" groß aufgemachten Unterredung, die der Pariser Berichterstatter des Blattes mit dem Leiter der Sowjetmilitärabordnung, dem stellvertretenden Generalstabsches der Roten Armee, Ssedjakin, hatte, erklärte der Sowjetgencral, das System der Befestigungsanlagen an der französischen Ostgrenze hätte auf sie einen gewaltigen Eindruck gemacht. Die „Verteidigung des Rheins", insbesondere im Abschnitt zwischen den nördlichenVogesen und dem Strom, sei außerordentlich gut organisiert und sehr solide angelegt. „In diesem ganzen Gebiet", so betonte General Ssedjakin, „haben wir die A n w e n d u n g der neuzeitlich- stenundder aller mächtigsten Kriegsmittel beobachten können, die die größtmöglichen Ergebnisse zeitigen müssen nicht nur bei der Verteidigung dieses Gebietes, sondern auch bei ihrer Umwandlung in eine Angriffsbasis, einen Stützpunkt für Gegenangriffe als Repressivmaßnahmen gegen einen eventuellen Angreifer."
Nachdem sich der Sowjetgeneral sehr lobend über „das wunderbar durchdachte und verwirklichte System der sran- zösischen Fortifikationsarbeiten" geäußert hatte, gab er noch der Meinung Ausdruck, daß die Bedeutung dieser gewaltigen künstlichen Befestigungsanlagen noch größer sei in Verbindung mit dem eindrucksvollen Straßennetz, das eine bedeutende Elastizität und Mannigfaltigkeit der Bewegung innerhalb der Befestigungszone ermögliche.
Im gleichen Schritt mit dem Nationalsoztansmus.
Der Reichssportführer vor dem Führerrat des Rcichs- bundes für Leibesübungen.
Am Donnerstag hatte der R e i ch s s p o r t f ü h r e r, wie der PPD. berichtet, den Führerrat desReichs- bundes für Leibesübungen und seine Beauftragten aus den einzelnen Gauen zu einer Besprechung versammelt. Der Reichssportführer führte u. a. aus, daß es vornehmste Pflicht des Reichsbundes und aller in ihm arbeitenden Männer sei, die große Erziehungsaufgabe der Partei und des nationalsozialistischen Staates mit allen Kräften zn unterstützen. Aus dieser einfachen Tatsache ergebe sich für die Leibesübungen treibenden deutschen Menschen die konsequente Einstellung, unterstützender Faktor im Ausbau des Dritten Reichs zu sein. Über die Organisation des Reichsbundes selbst sagte der Reichssportführer, es sei notwendig, ihr ruhig und nüchtern die Aufgabe zu setzen, i m g l e i ch e n Schritt mit der Entwicklung des nationalsozialistischen Staates die innige Vereinigung aller Leibesübungen treibenden deutschen Menschen zu vollziehen.
Eine gemeinsame Besichtigung des Reichssportfeldes und des Olympischen Dorfes bildete den Abschluß der Tagung.
Ereuelvropagandarentrale ausgedeüt
Dortmund, 6. September. Vor dem Dortmunder Son- dergericht haben sich in dreitägiger Verhandlung der 53- lähnge Eberhardt Wiese, seine 50jährige Schwester Dorothea Wieie aus Essen-Werden und die 38jâhrige Jüdin Silva Oppenheimer aus Köln wegen Verbreitung falscher Behauptungen ins Ausland zu verantworten. Die beiden Angeklagten Wiese hatten sich aus dem Auslande Hetzschriften gegen Deutschland besorgt und sie in Deutschland verbreitet. Außerdem hatten sie selbst Fälschungen von Briefen und Broschüren vorgenommen und He nach Holland, die Schweiz und Kanada geschickt. Die Oppenheimer war den Angeklagten Wiese bei deren Hand" lungen behilflich. Das Sondergericht verurteilte Eberhardt Wiese zu einem Jahr acht Monaten, Dorothea ^iese zu zwei Jahren Gefängnis. Die Oppenheimer wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt.
Und nun auch
Memels Oberbürgermeister,
Neuer Willkürakt Litauens.
Auch der Oberbürgermeister von Memel entrechtet.
Nachdem dem Spitzenkandidaten der Memelländischen Einheitsliste, Dr. Schreiber, rechtswidrig die litauische Staatsbürgerschaft und die Wählbarkeit durch den litauischen Gouverneur entzogen worden ist, hat man nun auch dem Memeler Oberbürgermeister Dr. Brinb. linger, der an vierter Stelle aus der Memelländischen Einheitsliste steht, durch rechtswidrige Ent- Ziehung der Staatsbürgerschaft das aklwe und passive Wahlrecht genommen. Auch bei Dr. Brind- linger ist die Staatsangehörigkeit in Zweifel gezogen worden. Er ist ebenso wie Dr. Schreiber 1922 ins Memelgebiet gekommen und hat sich dort als Rechtsanwalt und Notar niedergelassen. Als Notar hat er B e a m t e n e i g e n s ch a f t. Er hat deshalb aus Grund des § 10 Abs. 1 des Deutsch-Litauischen Options- vertrages vom 10. Februar 1925 für Litauen optiert. Er gehörte dem dritten Memelländischen Landtag als Abgeordneter an und wurde im Mai 1931 mit großer Mehrheit von der Stadtverordnetenversammlung zum Oberbürgermeister der Stadt Memel gewählt und von dem rechtmäßigen Direktorium Schreiber bestätigt.
Das statutwidrige litauische Direktorium Reisgys hat ihn dann am 8. Juli 1934 widerrechtlich seines Amtes enthoben. Gegen seine Amtsenthebung hatte er bei den ordentlichen Gerichten des Memel- gebietes Klage erhoben. Der Magistrat der Stadtgemeinde
Am Nervenstrang des britischen Weltreich«.
Warum eigentlich ist die ganze Welt in Aufregung geraten wegen des Abessinienabenteuers des Duce? Man wird es vielleicht nicht begreifen, daß das alte Europa so aufgescheucht werden kann durch die Absichten Italiens auf das schwarze Kaiserreich. Klar wird einem die Erregung erst, wenn man Abessinien in Zusammenhang bringt mit den großen Linien der Weltpolitik. Dann wird auch gleichfalls offenbar, weshalb England sein ganzes Gewicht in die Waagschale wirft, um den Krieg gegen Abessinien zu vermeiden und Italien von diesem Abenteuer abzubringen. England sieht klar und deutlich, daß der Marsch Mussolinis in das Land des Negus schwere Gefahren für das Weltreich heraufbeschwört. Denn Abessinien ist weit mehr als irgendein Staat im schwarzen Erdteil. Seine Bedeutung liegt für die Weltpolitik gar nicht etwa in den Bodenschätzen oder irgendeinem anderen Wert. Seine Bedeutung liegt vielmehr darin, daß sich in dem schwarzen Kaiserreich zwei Lebensadern des britischen Weltreichs schneiden. Wer auch immer Abessinien angreist. der trifft diese Schlagadern.
Dilrch Nord-Ostafrika geht einmal die Lebensader Englands, die das Mutterland mit Indien verbindet. Immer wieder tauchen in diesen Tagen dieselben Namen auf: Gibraltar, Malta, Suez, Aden. Wer diese Linie berührt oder durchschneidet, dringt in den Lebensraum des britischen Imperiums und ist der Feind Englands. Dann aber liegt Abessinien auf einer zweiten englischen Lebensader, die durch die beiden Punkte Kairo-Kapstadt bestimmt ist. Zwischen beiden Städten geht der ununterbrochene Landweg durch den Osten Afrikas, — ununterbrochen seit dem Tage, da England das Mandat über Deutsch-Ostafrika zufiel. So ist A b e s s i n t e n gleichsam das Lebenszentrum des englischen Weltreichs geworden, das verteidigt werden wird gegen jeden, der sich ihm nähert.
Bisher gab es keinen Staat, der den Schlüsselpunkt des britischen Weltreichs irgendwie in Gefahr brachte. Da Mussolini mit seinem Abessiuienfeldzug es wagt, die englischen Kreise zu stören, bekommt er die ganze brutale Härte des englischen Machtstandpunktes zu spüren. Zwar sollte auch Frankreich merken, daß der Abessinienkonflikt seine Kolonialpolitik berührt, aber es nimmt dies, Gefahr, die für die Franzosen nicht sehr groß ist, da ihre Interessen nicht in Ostafrika liegen, in Kauf, weil es Italien als Bundesgenossen für seine Europapolitik braucht.
Als im Jahre 1906 die Großmächte England, Frankreich und Italien in einem Vertrage die Unabhängigkeit Abessiniens garantierten, da wußten sie sehr wohl, was sie taten. Das kommt z. B. in der Äußerung eines bekannten kolonialpolitischen Vorkämpfers Frankreichs zum Ausdruck, der vor einer Unterwerfung Abessiniens unter eine der drei Großmächte dringend warnte und erklärte, daß dies „Rivalitäten schaffen und Konflikte vor- bereiten hieße, die, aus dem schtvarzeu Kontinent entstanden. sehr bald auf die euroväiscbe Front übertraaen würden". Mussolini erhält von England bereits die Bestätigung dieses Satzes.
Für England stellt sich das Abessinienabenteuer Mussolinis folgendermaßen dar: Italien hat den Hauptteil seiner Heeresmacht gegen Abessinien in Massaua, dem Hasen seiner Kolonie Eritrea, ausgeladen und wird damit — einen anderen Weg gibt es gar nicht — über Asmara auf abessinisches Gebiet vorstoßen. Sein Ziel ist ohne Frage A d u a. Schon deshalb, weil Mussolini die Niederlage, die Italien vor 40 Jahren durch die Abessinier an diesem Orte erlitt, wiedergutmachen will. Auf der Marschroute Asmara—Adua geht es weiter zum Tanasee. Und hier liegt ein empfindlicher Punkt.des
wurde verurteilt, ihm das Gehalt zu len. Man will ihn für das Meinelgebiet jetzt vollkn ' men beseitigen und l)at ihm deshalb die Staatsln^. schaft entzogen. ut^
Polen löst fünf deutsche Minderheiten, schulen auf.
Die zuständigen polnischen Kreisschulinspektionen in Bromberg und Hohensalza haben die deutsch- M i n d e r h e i 1 e n s ch u l e n in Spital, Kakulin, Streln» Dombie und Krossen geschlossen und aufgelöst. In dieser Schulen wurden rund 40 deutsche Kinder unter richtet, die nunmehr polnischen Schulen überwiesen den sind.
Die in Frage kommenden deutschen Schulen Tiaren nach der Zahl ihrer Schüler durchaus lebenè f ä h i g , so daß die deutsche Minderheit den Maßnahme« der polnischen Schulbehörde verständnislos gegenüber steht, zumal die deutsche Volksgruppe eben erst ihr« Positive Einstellung zu den bevorstehenden Wahlen bet' kündet hat. Mit den betreffenden Eltern hofft die deutsche Volksgemeinschaft in Polen, daß die sofort D ein, polnischen Unterrichts mini st er einax reichte Beschwerde im Geiste der guten Beziehe gen zwischen den beiden Nationalitäten berücksichtigt miij
britischen Kolonialreiches. Aus dem Tanasee entspring der Blaue Nil. Und der Nil bedeutet Aegypten. Aegypten ist aber der Stützpunkt Englands auf dem Wege Indien. Dden durch Aegypten geht der Suezkanal. Co- mit stößt Italien auf seinem Vordringen in der Richtung auf den Tanasee auf den Lebensnerv des britischen Weltreichs.
Bisher war der Weg nach Indien gesichert. Britische Besitzungen, Militärstützpunkte, und englische Einflch gebiete sicherten ihn. Seitdem es England gelungen ist, durch Übernahme eines großen Aktienpostens sich das Bestimmungsrecht an den Unternehmungen des Suezkanals zu sichern, hat es diese Stützpunkte stark befestigt und zu drohenden Festungen ausgebaut, die ihre Geschütze aus den richten, der es wagt, Englands Interessen am Suezkanal zu stören. Das würde Italien tun, wenn es sich Abessinien unterwirft. Somit betrachtet England den Vorstoß Mussolinis gegen Abessinien als einen Angriff aufdie englische Kontrolle über den Suez° k a n a l. Deshalb die starken Truppenverlegungen nach Gibraltar, Haifa, Malta und Aden, deshalb die Zia sammenziehnng starker Seestreitkräfte im Mittelmeer, deshalb die scharfen Drohungen gegen Italien.
Sammlungen für das Mnlerhilfmrl 1935/36.
Ein Erlaß des Reichsministers des Innern.
In einem Erlaß des Reichs - und preußt« schen Ministeriums des Innern heißt es unter anderem: Sammlungen für das Winterst i l f s w e r k bedürfen zu ihrer Durchführung keiner besonderen Genehmigung. Mit der Sammlung kann scho" während der Sammlungspanse (1. Juli bis 30. September 1935) begonnen werden. Berechtigt zur Veranstaltung dieser Sammlungen während der Samm' lungspause und während des Winterhilfswerkes (1. tober 1935 bis 31. März 1936) sind nur der Reichsbeau- tragte für das Winterhilfswerk oder die von ihm bcaui' tragten Stellen. Anderen Verbänden, Vereinen usw. s die selbständige Sammlung von Lebensmitteln w gestattet.
Während der Dauer des Winterhilfswerks Veranstaltungen zu gemeinnützigen oder tätigen Zwecken und der damit verbundene Kartenverw genehmigt werden, wenn m i n d e st e n s 40 Prozent Roheinnahmen an das Winterhilfswerk abgeführt weM Bei künstlerischen und kulturellen Veranstaltungen la« diese Abgabe eventuell bis auf 20 Prozent ermM werden. ...
Verbände, Vereine u s w., die einem anerkannten Spitzenverbände der freien WohlfahrtspM angeschlossen sind, kann die Genehmigung zu $cran tungen und zum Kartenvertrieb während des Wmtcro Werks erteilt werden, ohne daß ein Teil der Einnab dem Winterhilfswerk zugeführt wird, to e n n Reinertrag ihrer Veranstaltungen zur ®yal notwendiger Einrichtungen der freien Wohlfahrtspi verwendet wird oder die Insassen solcher Herme s Wendungen ays dem Reinertrag erhalten. Solajc - anstaltungen dürfen natürlich nicht unter Hinwei» das Winterhilfswerk angekündigt werden.
20 Prämien zu 1000 Mark.
Bei der Ziehung der Arbeitsbeschaffungslottcric
in München. |(
Bei der Prämienziehung der 5. Neichslo < > ^ . für Arbeitsbeschaffung, die in München I B gefunden hat, sind 20 P r ä m t e n z u 1 0 00
380 Prämien zu 500 Mark gezogen worden. De Mark-Prämien entfielen auf die folgenden mern: 1240 516 und 1 451 044 in Reihe A. 84 q 716 545 in Reihe B, 472 261 und 1 265 379 in 490 614 und I 677 616 in Reihe I), 1 345 106 und in Reihe E, 512 731 und 609 159 in Reihe F, 757 7 899113 in Reihe G, 879 775 und 1 198 007 in 11 997 und 1 374 132 in Reihe I, 1 297 549 und । in Reihe K. -u bei
Die Gewinnliste ist rum Preise von ■ den Dienststellen der NSDAP-, Neichsleitnng - Lotterie, in München, Berlin, Breslau. DiisseldoN, furt a. M., Hamburg und Leipzig zu haben, auch die Auszahlung der Prämien. Ab '„„sic" 1935 sind sämtliche nichtabgeholten Pränuen 3 der NSDAP, verfallen.