Sie ausländischen Militärattaches bei den (Srotzmanö- n hx; Bozen. Den gewaltigen italienischen Manövern in Kidtirol wohnen, wie üblich, auch die in Rom beglaubigten Mslö irdischen Militärattaches vollzählig bei. — Unser Bild â die ausländischen Offiziere während einer Manöver- paufe Im Hintergrund erkennt man die Vertreter der
Wovon man spricht.
Worin auch die ordentlichen Leute manchmal unordentlich sind. — Landbriefträger und Flugpost. — Höchste Bezahlung ist nicht höchster Lo^n.
Sind Sie ordentlich? — Bitte machen Sie keine erstaunten Augen. Natürlich liegt bei Ihnen zu kaufe oder in der Amtsstube alles fein säuberlich an seinem Platze, in Ihrem Kleider- oder Bücherschrank könnte sich selbst ein Blinder zurechtfinden und in Ihrer Küche sind die Töpfe, Krüge und Pfannen ausgerichtet wie die Grenadiere. Sie sind nach gewissenhafter Selbstprüfung der felsenfesten Überzeugung, daß Ihnen niemand den Vorwurf der Unordentlichkeit machen könne. Wie steht es aber mit der Sp r a ch p f l e g e? Sie haben doch wohl von der G r ü n= bog des Sprachpflegeamtes gelesen. Es ist merkwürdig, wieviel Menschen, die sonst auf Ordnung und Genauigkeit das größte Gewicht legen, die Sprachpflege vernachlässigen. Ein verlegter Kragenknopf, ein schlecht gespitzter Bleistift, ein unsauberes Kochgeschirr würde sie in Raserei versetzen .aber bei einem noch so groben Sprachschnitzer lassen sie fünf gerade sein. Dabei ist die S p r a ch p s l e g e im wahren Sinne des Wortes • eine sittliche und nationale Pflicht. Gelingt es dem Sprachpflegeami, das Bewußtsein hierfür in weiten Kreisen zu wecken oder zu schürfen, so hat es damit seinen Zweck erfüllt. Nachlässigkeit, Gedankenlosigkeit, Unordnung auf sprachlichem Gebiete führen letzten Endes zu schweren Schäden für das Leben der Nation. Unkraut im Garten oder auf dem Felde kann man verhältnismäßig leicht ausjälen, einen verwahrlosten Haushalt oder eine unaufgeräumte Amtsstube schnell in Ordnung bringen, — sprachlicher Verwilderung ein Ende zu bereiten, ist dagegen ungleich schwerer. Man braucht nicht etwa zu glauben, daß sich nun jedermann, wenn er zu Bett geht, den Großen Duden unter das Kopfkissen stecken soll. Das Gebot der Sprachpflege bedeutet auch keineswegs ein Berbot der verschiedenen Mundarten oder gar die Pflicht, Papierdeutsch zu reden und zu schreiben, im Gegenteil: alles, was wirklich im lebendigen Volkstum und Volks- gciühl wurzelt, soll auch in der Sprache zur Geltung kommen. Verlangt wird in Wort und Schrift ein klares, sauberes, richtiges, ein wirkliches deutsches Deutsch.
Die Lufthansa konnte in diesen Tagen, wie wir lasen, me ^ e i e r des 1 0 0. planmäßigen Postfluges den Atlantischen Ozean begehen. Vier âlllvnen Briefe sind in anderthalb Jahren über den ^Mn geflogen. Da kann unser Landbrieftrüger natürlich nc;t nütfommen. Und doch verdient er es, daß man auch suner einmal, anerkennend gedenkt. Wir bewundern die »ecymiche Leistung, die darin liegt, daß dank der Zu- ,"^?^rbeit und Einsatzbereitschaft vieler Flugzeuge w .Mutterschiffe bei der Ozeanpost alles klappt. Verdient llvcr auch , dickst die Tatsache Bewunderung, daß beim J? V riefträger alles klappt? Ob im Sommer bei nh Hitze oder im Winter bei Schnee und Kälte, Laubiger Landstraße in der Ebene oder auf felsigen tn den Bergen — der gewissenhafte Postbote m mit dem Glockenschlage ein. Wieviel tausend Briefe in den vielen Jahren in seiner Mappe ge- haben, unb kein einziger ging verloren! Gewiß m es schon so manches Jubiläum feiern können, bc'Tntr ^ $abl der Briefe auch nicht an die Million oft 'n ^ebt sie gewiß in die Hunderttausende. Wie
1 noe dec Wackere unterwegs von einem bösen Un
Aus .. Einmarsch italienischer Infanterie in d«e Stadt Asmara in Eritrea.
"W7 itaSnuJ? ^Lft Exklusivausnahme von den italienischen Vorbereitungen eingetroffen. Man änlicher Infanteristen in Asmara, wo sie in besonderen Lagern , mit der Eigenart des Klimas vertraut gemacht werden. (Scherl Bilderdienst — M.)
deutschen Wehrmacht, ganz links Unterstaatssekretär int italienischen Kriegsministerium, Baistrocci, auf dessen Anregung hin zahlreiche militärische Neuerungen in Liesen Manövern erstmalig erprobt werden. (Weltbild — M.) Bild rechts: Verstärkungen für den britischen Mittelmeerstützpunkt Malta. In diesen Tagen ist der Flottenstütz
wetter überrascht, ohne sich durch Sturm und Regen av- halten zu lassen! Wenn im Sommer alljährlich die Großstädter in den Urlaub oder die Ferien fahren, so ist die Mappe des Braven oft bis zum Bersten gefüllt, aber ganz gleich, ob sich in ihr nur eine einzige Ansichtskarte befindet oder ob sie Dutzende von schweren Päckchen ent- hält — er legt den kilometerlangen Weg Tag für Tag ohne Murren pünktlich zurück. Man sage nicht, daß nur der Großstädter oder gar nur der Geschäftsmann Wert auf pünktliche Postzustellung legt. In der Kleinstadt und erst recht im Dorf, wo der Empfang eines Briefes — es braucht nicht gleich ein Geldbries zu sein — mitunter ein kleines Ereignis ist, würde das Ausbleiben des Postboten nicht weniger Aufsehen erregen, als wenn man dem Großkausmann Juan Urguiza in Buenos Aires sagen wollte: „Das Junkersflugzeug der Deutschen Lufthansa ist überfällig."
Gewöhnlich glaubt man, einem Menschen, der so bekannt ist, daß die ganze Welt von ihm spricht, könne es nicht an Geld fehlen. Dabei sind aber in Wirklichkeit viele berühmte Menschen buchstäblich Hungers gestorben, und so mancher Erfinder, durch dessen Erfindungen andere zu unermeßlichen Reichtümern gelangten, ist im Elend verkommen. Kürzlich stürzten die Amerikaner Wiley P o st und W i l l R o g e r s tödlich ab. Post ist durch seine Weltflüge wohl auch in der ganzen Welt bekannt geworden. Er hinterläßt keinen Cent. Von Rogers werden außerhalb Amerikas wohl die wenigsten etwas gewußt haben. Er war Filmschauspieler, Humorist und Schriftsteller. Seine Erben können sich in ein Millionenvermögen teilen. Die Forderung, daß jedermann nach seinen Leistungen bezahlt werde, ist für uns eine sittliche Selbstverständlichkeit. Aber was ist eine Leistung oder — in diesem Zusammenhang genauer ausgedrückt — welche Leistungen erscheinen der Mehrzahl der Menschen am begehrenswertesten und werden am höchsten bezahlt? Ein Erfinder setzt vielleicht sein Leben ein, um die Menschheit zu beglücken. Niemand hat ihn aber gebeten, sich an die Erfindung zu wagen; er handelt aus innerstem Antriebe und geht womöglich leer aus. Ein Spaßmacher dagegen verdient vielleicht schweres Geld, weil man sich nach des Tages Last und Mühe einmal herzlich auslachen möchte. Den einen lobt man über den grünen Klee, und den anderen bezahlt man über Gebühr. Letzten Endes wird aber die innere Befriedigung dem Menschen stets mehr geben, als die höchste Bezahlung.
Hilfeleistung aus Gegenseitigkeit.
8500 Kinder werden durch die Erntekindergärten der pommerschen NSV. betreut.
Ein ganz besonderes Verdienst hat sich die NSV. erworben mit der Betreuung der während der Erntearbeit aufsichtslosen L a n d k i u d e r in den vielen kleinen pommerschen Dörfern. Es blieb tatsächlich erst der NSV. Vorbehalten, zu erkennen, daß diese unbeaufsichtigten Kinder nichts anderes als die Bekräftigung eines uralten Volkswortes waren: Niemand kann zween Herren dienen! Der vommerscbe Kleinbauer, der vom-
sieht Len Ein- ostafrikynischen
punkt Englands im Mittelmeer, die Insel Malta, durch beträchtliche Schiffseinheiten und auch durch Landtruppen, Artillerie und Pioniere, erheblich verstärkt worden. Auf unserem Bilde sieht man den Hafen der Insel Malta, La Valetta, mit mehreren Kriegsschiffen. (Scherl Bilderdienst — M.)
mersche Landarbeiter, Mann und Frau und alles, was nur ein paar kräftige Arme hat, ist zur Hochsommerzeit, zur Erntezeit, auf dem Felde beschäftigt, vom frühesten Morgen bis zur späten Abendstunde.
Erst die NSV. erkannte, daß ihr in ihrem weiten Arbeitsfeld hier noch ein Gebiet offenstand, in das sie helfend und vorbeugend einspringen mußte: die Betreuung der Kinder in den pommerschen Dörfern während der Wochen der Erntezeit. Die Bauern und Landarbeiter griffen diesen Gedanken, der ihnen eine schwere Sorge abnahm, mit Freuden auf:
Erntekindergärten einzurichten, in denen eine Kindergärtnerin oder Hortnerin die Stelle der Mutter übernahm.
Wie freudig diese Hilfeleistung der NSV. in den Kreisen der Landbevölkerung ausgenommen wurde, beweist das Schreiben, das der Reichsnährstand an das Hauptamt für Volkswohlfahrt richtete:
„Der Reichsnährstand begrüßt die Einrichtung von Erntekindergärten auf dem Lande sehr. Er sieht darin ein Mittel der Entlastung der Bäuerin und Landarbeiterfrau, zur Schulung der Mutter für die Kinderaufzucht. Der Reichsnährstand sichert der Vermehrung und dem Ausbau der Erntekindergärten sachlich und moralisch seine Unterstützung zu und hat seinen zuständigen Stellen eine entsprechende Weisung gegeben."
Schon aus diesem Schreiben geht eine beachtenswerte Tatsache hervor: der Gedanke der H i l f e l e i st u n g auf Gegenseitigkeit. Ein Kindergarten läßt sich nicht aus dem Nichts hervorzaubern,
ein Kindergarten braucht Räume, braucht Tische, Stühle und Bänke,
braucht Kocheinrichtungen und Naturalien, wenn die Kinder auch dort verpflegt werden sollen. Und die Sorge um die sachliche Einrichtung nahmen die Bauern und Landarbeiter, soweit es eben möglich war, der NSV. gern ab. Da stellte der eine auf seinem Hof einen Raum zur Verfügung, der andere gab einen Tisch und jener eine Bank, und schließlich betrachtete es die Mutter als eine Selbstverständlichkeit, daß sie, wenn ihr Kind im Kindergarten auch essen sollte, die notwendigen Lebensmittel gab.
So entstand der erste Erntekindergarten in Pommern — im vergangenen Jahre —, heute sind es schon 130, in denen rund 3500 Kinder, die sonst auf der Dorfstraße liegen würden, körperlich und seelisch betreut und erzogen werden. Und in diesen Wochen, in denen die Kartoffelernte beginnt, werden noch weitere Erntekindergärten eingerichtet.
Wie es in so einem Kindergarten auf dem Dorfe zugeht? Nun, halt wie in jedem anderen Kindergarten auch. Fröhlich lärmende Kinder beim Spiel oder auch mit kleinen Arbeiten beschäftigt, und mitten darunter die „Tante", die staatlich geprüfte Kindergärtnerin, die ihren Ehrgeiz darin sieht, der Mutter abends einen sauberen Wicht oder das Mädel mit gekämmten Haaren abzuliefern. In einem aber unterscheidet sich der Erntekindergarten vom städtischen Kindergarten doch:
Hier sind Bauernkinder, die auch Bauernkiuder bleiben sollen!
Hier werden bäuerliche Art und bäuerliche Sitte bewahrt, bei den größeren weiterentwickelt und den kleineren erst eingeprägt. Das bedeutet natürlich eine besonders verantwortungsvolle Pflicht für die Kindergärtnerinnen, die darum auch in Wochenend- s ch u l u n g s k u r s e n in Lagern auf diese Aufgabe vorbereitet werden.
Manche Bäuerin aber und manche Landarbeiterfrau ist der Meinung gewesen, daß der Segen dieser Erntekindergärten sich nicht auf die Zeit der Ernte zu beschränken braucht — und so sind aus 25 pommerschen Erntekindergärten schon Dauerkindergärten geworden! Gibt es einen besseren Beweis für die freudige Dankbarkeit, mit der dieses Eingreifen der NSV. n ^cr pommerschen Landbevölkerung ausgenommen ü
Alfred Hülsenbeck.
Zwei Schädlinge der Menschheit hingerichtet.
Im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee wurde die 24 Jahre alte Charlotte Jünemann hingerichtet, die wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Die Verurteilte hatte ihre drei k l e i n e n K i n d e r, die ihr bei einem ausschweifenden Lebenswandel und ihren Beziehungen zu einem Mann im Wege waren, in einem abgelegenen Zimmer eingeschlossen und verhungern und v e r d u r st e n lassen.
Ferner wurde der 1911 geborene Willi Gehrke hingerichtet, der ebenfalls wegen Mordes zum Tode verurteilt worden war. Der bereits vorbestrafte Verurteilte hatte die ledige Anna Kabus, die in der Gollnowstraße in Berlin eine Schankwirtschaft betrieb, nach vorbedachtem Plan in ihrem Schankraum erdrosselt, um iidi den Inhalt der Ladenkasse aneignen zu können.