Einzelbild herunterladen
 

Zul-aer Anzeiger

ä: E Tagebla« für Rhön und Vogelsberg

SSS^ Julia.uni Haunetal. Julia« «reisbla«

Friedrich Ehren- â Königstr. 42, Fernsprecher 2989. - Antw für den Inhalt: BerndHeim, Fulda.

Schristleitung und Geschäftsstelle: Könkgstraße 42 Fernsprecher Nr. 2989

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei Kon­kurs erlischt jeder Anspruch auf Nachlaß. D.A." Vli. 35. 910. - Zur Zeit ist Preis­liste Nummer 3 gültig. Verantwortlich für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 192 12. Jahrgang

Fulda, Montag, 19. August 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Wiedergeburt des deutschen Volkes

Grohe kulturpolitische Rede Alfred Rosenbergs.

gim Sonntag nachmittag sprach der Beauftragte des rrdürers für die gesamte weltanschauliche Erziehung der NSDAP. in H c i l i g e n st « d t ans dem Eichsscld. Rcichs- leitcr Alfred Rosenberg führte u. a. aus:

Nach dem Siege von 1933 hätten alle Nationalsozia­list gxn früheren Gegnern gegenüber ein ritterliches Ge- Ml' empfunden. Der Nationalsozialismus wolle die Be- nicht weiter schlagen, sondern sich mit allen Kräften tot Neuaufbau des Reiches widmen. Selbst den Juden aeMÜber hätte die deutsche Revolution anders verfahren, es sonst in der Geschichte üblich gewesen wäre und hätte sich mit den allernötigsten Maßnahmen begnügt. Das

sei aber mißverstanden worden und in zunehmendem Maße könne heute beobachtet werden, daß sich die G e g n e r von früher wieder fänden und bemüht wären, die ge­meinsame Front, in der sie uns 14 Jahre lang bekämpft hätten im geheimen erneut aufzurichten.

Reichsleiter Rosenberg fuhr weiter fort: Planmäßig sei seit dieser Zeit erneut ein Weltkampf gegen Deutsch­land entfesselt worden

Die jüdische Boykottbemegung habe wieder zuge­nommen, die Lügen über Deutschland würden in ver­stärktem Maße von der jüdischen Presse in der Welt verbreitet.

Das ehemalige Zentrum bemühe sich, die kirch­lichen Einflüsse aller Konfessionen im Bündnis mit dem Judentum gegen Deutschland einzusetzen und zum Schluß habe sich der W e l t b o I s ch e w i s m u s in Moskau in diese Tätigkeit eingereiht.

Die nationalsozialistische Bewegung fuße auf drei Grundsätzen:

1. setze sie die nationale Ehre als Höchstwert aller ihrer Handlungen,

2. verträte sie die G e w i s s e n s f r e t h c 11 für alle Deutschen,

3. habe sie die Verpflichtung übernommen, das gesunde Blut in Deutschland zu schützen.

Gegen diese drei Grundsätze habe die Novemberrepublik schwer gesündigt und wir könnten heute angesichts des neuen Kampfes gegen uns nicht mehr vergessen, was da­mals gegen Deutschlands Vergangenheit getan worden wäre, und wie man alles Große beschmutzt habe, um eine Wiedererweckung Deutschlands für die Zukunft zu ver­hindern. Nur gegen sie sei es möglich gewesen, die deutsche Gleichberechtigung in der Welt wieder zu er­kämpfen und die Voraussetzung für eine deutsche Freiheit nach innen und außen überhaupt zu schaffen. Angesichts dieser Tatsache sei es bezeichnend, wenn

neben den Juden und Bolschewisten die Zentrums­emigranten einen konzentrischen Kampf auch heute

noch gegen Deutschland führten.

Du Jesuitenpater Muckermann habe in seiner hollän- d'chen Emigrantenzeitung erklärt, das Buch des Führers ---mn Kampf" müsse von allen Christen abgelehnt wer­den! Dann habe er für die Kirche nicht nur das Recht, Iw Moral und Religion zu urteilen, beansprucht, sondern W am 4. August 1935 erklärt, daß auch die Bestim­mungen über dieFundamente des Staates" der Beuttei- ung der Kirche unterworfen seien. Wie die Fundamente mes Staates aussähen, für den die Zentrums- M 1 e n kämpften, das hätten wir in der Tätigkeit des Erzberger wie im Wirken der Novemberrepublik ,* xNhre lang gesehen, die nichts unversucht gelassen habe, ""Eche Grundlage eines deutschen Staates zu zer- q/Mgen und für immer das Erwachen der deutschen Nation zu verhindern.

dieser Hetze", so fuhr Reichsleiter Rofjen- stellen wir Nationalsozialisten mit Stolz fest, wrr der tiefen Überzeugung sind.

s'I"dem Siege über die Novemberrepublik einen ent- nyeldenden Schlag gegen die internationale politisch

bolschewistische Unterwelt geführt

aus haben damit nicht nur das deutsche Volk Sushi A tödlichen Umklammerung gerettet, sondern die wir Europas vor dem Verderben bewahrt. Und heute weiter erklären: ganz gleich von welcher Seite Adolt -tupf gegen den Staat und die Bewegung der m?",s gerichtet wird, diese Kräfte immer zugunsten wirken des jetzigen Moskauer Kongresses sich aus- revubtit- , n' Deutschland in eine bolschewistische Räte- kämpft Wer heute gegen Deutschland wir von VH* kur den Weltbolschewismus. Nur so können die ab die Gegner, sei es das Zentrilm, sei es werden " °n' krachten und nur so dürfen sie behandel:

VrimhHL ®H Neichsleiter Rosenberg dann auf das klärte daß Gewissensfreiheit ein und er-

krre Generativ» nid)t schuld an der konfessionellen sei. Er bt Spaltung

in Erfurt einmal unter Hinweis auf seine Rede ^iner reli^i^i ?"$ wie vor die NSDAP, keine Partei dicht an p?len Konfession darstelle, daß sie als Bewegung nehmen aed-n»" religiösen dogmatischen Kampf teilzu- drogrammoti^' sie j e d e echte religiöse Überzeugung der einen ^^te, deshalb in dieser Frage aber nicht könne. V?ni3ere.n Konfession ein Monopol zubilligen 6 d'e nationalsozialistische Bewegung fordert,

ist", so erklärte Rosenberg,nur das seelische Selbst­bestimmungsrech: eines jeden Deutschen. Das ist zu sichern gegen alle Angriffe. Die Ausgabe des Nationalsozialismus ist aber vor allen Dingen, die Lebensgrundlagen der gesamten Nation zu erkennen und diese zu festigen, auszu­bauen und für alle Zeiten zu schützen. Der neue Staat habe die Gottlosenverbände aufgelöst, er habe die Frei­maurerei überwunden und für immer ausgeschaltei, er habe also das vollbracht, was alle Kirchen und kirchlichen Parteien zusammen genommen nirgends zustande gebracht hätten. Darüber hinaus

habe der Nationalsozialismus die Freiheit der Seel­sorge sichergesteM und den Kirchen seinen Schutz an­gedeihen lassen.

Aber diese Tai habe offenbar zu dem Glauben geführt, daß man den Nationalsozialismus nicht zu fürchten brauche, sondern daß er gleichsam die Arbeit gegen die Kirchenfeinde besorge, um nun, alles vergessend, was Deutschland zugefügi worden sei, geduldig auf die neuen Befehle der Zentrumsprälaten zu warten. Anstatt Dank liege aber eine ungeheure Hetztäligkeit vor, die heute im Jahre 1935 sogar dazu geführt habe, daß römische Seelsorger katholischen Nationalsozialisten das christliche Begräbnis verweigerten, während sie es einem Mörder zubilligten.

Die Kirche sehe in Karl dem Großen einen ihrer größ­ten Beschützer.

Aber auch Karl habe in der Staatspolitik eine Stellung eingenommen, die gleichfalls für die Kirche als seine Schutzbefohlene vorbildlich sein müßte. Karl der Große habe an den Papst geschrieben, er, Karl, habe die Auf­gabe, in der Welt der Ungläubigen zu kämpfen und Krieg zu führen, die Aufgabe des Papstes sei aber, wie Moses mit erhobenen Händen zum Himmel zu beten. So glauben die Nationalsozialisten auch heute, daß die Aufgabe der Kivckie die S e e l s o r a e sei.

Dr. Schacht über den Aufbau

der deutschen Wirtschaft

Grohe wirtschaftspolitische Rede bei der Eröffnung der Deutschen Ostmesse.

Die 2 3. Deutsche O b st m e s s e wurde im Großen Saal der Stadthallc Königsberg am Sonntagvormtitag feierlich eröffnet. Oberbürgermeister D r. W i l l - Königs­berg begrüßte als Vertreter der Reichsregierung den Reichsfinanzminister Gras Schwerin-Krosigk sowie den be­auftragten Reichswirtschaftsminister, Reichsbankpräsiden­ten Dr. Schacht, ferner die erschienenen diplomatischen Ver­treter des Auslandes und die Vertreter der Partei und ihrer Gliederungen, der Wehrmacht, der Behörden usw. Dann sprach Reichsbankprösident Dr. Schacht. Er führte unter anderem aus:

Die Mitglieder der Reichsregierung ergreifen stets besonders gern die Gelegenheit, nach O st Preußen zu kommen. Wie es in dem ostpreußifchen Annchen-von- Tharau-Liede heißt:Mein Leben schließ' ich um deines herum". so soll Ihnen. meine ostpreußischen Freunde.

Ms DrLLsâNMsnz veriagi.

Der französische Ministerpräsident und Alchenminister Laval hat am Sonntagabend der Presse folgende amt­liche Mitteilung zugehen lassen:

Laval als Vertreter Frankreichs, Eden als Ver­treter Großbritanniens und Baron A l o i s i als Vertreter Italiens waren in Paris zusammengetreten, um nach einer Möglichkeit für die friedliche Regelung des abessi­nisch-italienischen Streitfalles zu suchen. Wir haben noch nicht eine Verhandlungsgrundlage finden können, welche die Lösung des Konflikts erlauben würde. Die Schwierigkeiten, auf die man bei der Prüfung der im Laufe der Erörterungen gemachten Anregungen gestoßen ist, lassen eine Vertagung der eingeleiteten Prüfung notwendig werden. Diese wird a u f diplomatischem Wege fortgesetzt werden.

jeher unserer Besuche zeigen, daß Deutschland sein Leben um dieses Ostpreußen ewig und unwandelbar herum­schließt. Aus diesem Gefühl und aus diesem Bewußtsein bringe ich Ihnen die Grüße unseres Führers, in dessen Namen und Geiste unser deutsches Einheits­gefühl immer stärkere Wurzeln schlägt, und überbringe Ihnen auch die Grüße der Reichsregierung, deren, Sorge und Fürsorge um Ostpreußen stets wachbleiben wird, so­wie der preußischen Regierung und des preußischen Ministerpräsidenten, der die Schirmherrschaft über die Ost­messe übernommen hat.

Dr. Schacht gab dann seiner Genugttlung Ausdruck über die Beteiligung des Auslandes an der Königsberger

Neichsleiter Ros"enberg ging dann auf den Schutz des gesunden Blutes ein und erklärte, wenn die Natur auch nach kirchlicher Lehre von Gott ge­schaffen sei, so sei es eben Pflicht, diese gesunde starke Natur auch in uns Menschen zu schirmen. Wenn die Men­schen durch die Errichtung der Weltstädte eine ungesunde Gegenauslese verursacht hätten, dann sei es heute ihre Pflicht, diese Schäden wieder gutzumachen. Hier gebe es für den Nationalsozialismus nur ein Entweder- Oder. Entweder lasse er die Bewegung wie bisher wei­terlaufen, und die Deutschen würden nie mehr ein starkes Volk oder man trete mutig dieser ganzen Schuld der Ver­gangenheit entgegen. Dann werde Deutschland wieder ge­sund inmitten der übrigen Völker dastehen.

In der Erhaltung des Gesetzes zur Verhütung des erbkranken Nachwuchses gebe es keine Kompromisse, und die alten Mächte würden sich damit abfinden müssen. Sie hätten einst den großen Albertus Magnus auf den Index gesetzt, später aber heilig gesprochen und so würden sie auch dieses Gesetz einmal anerkennen. Im übrigen habe der heilige Thomas von Aquino in seinem Hauptwerk ja selbst erklärt, es sei manchmal er­laubt, jemand an seinen Gliedern zu verstümmeln. Er schreibt:Weil nun ferner der Mensch wie zu seinem Zwecke zum Gemeinwesen Beziehungen hat, so kann das Abschneiden eines besonderen Gliedes wohl dem Körper des einzelnen zum Nachteil gereichen, jedoch dem Besten des Gemeinwesens nützen". Diese weit über die Sterilisierung hinausgehende Stelle sei offenbar der Kirche entgangen.

Abschließend betonte Neichsleiter Rosenberg:Über die Proteste der Vergangenheit wird unser Jahrhundert zur Sicherung der Lebensgrundlagen des deutschen Volkes zur Tagesordnung übergehen. Wir sagen das aber alles

nicht, um

zu entfesseln, sondern nur, um

nach der Feststellung der Unerschütterlichkeit unserer An­schauung allen Gutwilligen nach wie vor die Handzureichen. Sie werden einmal erkennen müssen, daß auch sie als ehemalige Gegner mit ihren Nachkommen die Vorteile aus dieser nationalsozialistischen Haltung ziehen müssen. Die Wiedergeburtdes deutschen Volkes einzuleiten, das ist die Aufgabe unserer großen Zeit, die einmal Ernst Moritz Arndt verkündete: Ein Volk zu sein, das ist die Religion unserer Zeit."

Ostmesse, insbesondere, daß in diesem Jahre einige neue Länder da seien, die auf den früheren Messen noch nicht vertreten waren und fuhr fort: In einer Zeit, in der man sich in manchen Auslandskreisen darin gefällt, jede in Deutschland eingeworfene Fensterscheibe zu einer Kultur- schande zu stempeln, ohne zu bedenken, daß diese Kreise selbst mehr Fensterscheiben eingeworfen haben, als jemals die politischen Leiter der Welt mit ihren Friedens­bemühungen bezahlen können, in einer solchen Zeit lege ich Wert "darauf, uamens der Regierung festzustellen, daß wir den lebhaftesten Wunsch haben, tpH allen Völkern und Ländern der Welt friedlichen wirtschaftlichen und kulturellen Austausch zu treiben.

In einer Zeit, wo Kredit und Vertrauen fast aus der Welt verschwunden sind, wollen wir zum Ausdruck brin­gen, daß Selbstachtung die Achtung anderer bedingt, daß Behauptung unserer Eigenart nicht die Herabsetzung der Eigenart anderer bedeutet, daß die An­erkennung fremder Leistung unsere eigene Leistung nur heraufsetzen kann, und daß ein wirtschaftlicher Konkurrenz­kampf auf die Dauer nur durch vorbildliche Leistung, nicht aber durch Methoden der Gewalt oder der Verschlagercheit gewonnen werden kann.

Reichsbankpräsident Dr. Schacht wandte sich gegen die Leute, die die Phrase an die Stelle der praktischen Arbeit setzten und erklärte: Die ganze Welt rings um uns herum befindet sich in Not, Sorgen und Schwierig­keiten, und es wäre geradezu lächerlich anzunehmen, daß wir davon eine Ausnahme machten. Im Gegenteil, unsere Aufgabe ist noch wesentlich schwieriger als die des Auslandes.

Deutschland, das den größten Krieg aller Zeiten mit ungeheurem Aufwand an Blut und materiellen Opfern verloren hat, aus dem nach dem Krieg durch das törichste Friedensdiktat aller Zeiten Tribute bis zum Weißbluten erpreßt wurden, das in der Inflation um die letzten Ersparnisse seiner fleißigsten Arbeiter betrogen wurde, und dem schließlich die nun schon sechs Jahre dauernde Weltwirtschaftskrise die schlimmsten Wunden schlug, Deutschland, dieses viel geprüfte Land, reißt sich zu einer riesenhaften Anspannung seiner ihm verbliebenen Kräfte empor, um die politische Freiheit der Nation zurückzu­gewinnen. Es tut dies, weil ihm ein Führer erstanden ist, der in Millionen die Überzeugung hinein­hämmert, daß kein Volk seine materielle Sicherheit ohne diese politische Freiheit gewinnen und bewahren kann.

Wer in die Wirtschafts- und Finanzpolitik unbefugt und störend cingrcift, ist ein Schädling. Die Politik unseres Führers kann nur gelingen, wenn das Volk