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Aus aller Welt.

Mubüberfall'auf einen Kassenboien.

Lohngelder in Höhe von 2000 Mark geraubt.

Ä« Krefeld wurden der Kassenbote und .Lehrling der Krefelder Papiergroß- ..«dlung Finkh u. Co., die auf der Deutschen Bank onfitmclbcr in Höhe von 2000 Mark abgehoben hatten, von ,»ei Männern hinterrücks überfallen ;inh Boden geschlagen. In dem entstandenen Ringen ihnen die Tasche mit den L o h n g e l d e rn sowie ein Scheckbuch der Deutschen Bank entrissen.

° Hu gleicher Zeit fuhr ein kleiner blauer, mit zwei weiteren Männern besetzter Wagen mit einer Aachener grkcnnungsnummer auf der Straße heran. Die beiden Täter sprangen in den Wagen, zertrümmerten die Scheiben und hielten ihre Verfolger durch einen Revolver ab. Die Räuber sind in Richtung Düsseldorf entkommen.

Fabrik- und Waldbrände im Westen.

Innerhalb weniger Stunden brachen in der Um­gebung von Düsseldorf drei große Brände gus, die erheblichen Schaden anrichteten. Im Spul- und Binderaum einer großen Weberei in Langenfeld entstand ein Brand, der an den dort lagernden großen Garnvorräten reiche Nahrung fand und mit rasender Schnelligkeit um sich griff. Nur durch den schnellen Ein­satz der Feuerwehren der benachbarten Ortschasten und der Berufsfeuerwehr der I. G. Farben aus Leverkusen konnte der Band auf seinen Herd beschränkt werden. In dem Spul- und Binderaum, der vollständig ausbrannte, wurden sämtliche Maschinenwernichtet. Die 175 Webstühle, die sich in dem Raum befanden, fielen fast restlos dem Brand zum Opfer. Die dort beschäftigte Be­legschaft wird in anderen Abteilungen des Werkes unter­gebracht werden.

Während die Feuerwehr noch mit der Löschung dieses Fabrikbrandes beschäftigt war, brach in einem in dèr Nähe gelegenen S p e i s e h a u s ein Großfeuer aus, das das Micinhalbstöckige Gebäude restlos vernichtete.

Der dritte Brand ereignete sich in einem Fabrik- betneb in L e i ch i n g e n. Die ganzen Lagerbestände an Mciallrohmaterial und Packmaterial wurden vernichtet.

An dem IrMfirter Gerilhtssaill.

Nächstenliebe, die ins Gefängnis führt.

Frankfurt a. M., 9. Aug. Im Hause des 55jährigen Oswald L. wohnte eine geschiedene Frau mit ihren beiden Kindern, die ein sorgenerfülltes Leben führten. Bei den Leuten soll Schmalhans Küchenmeister gewesen sein, und es dauerte L., wenn die Kinder, denen er öfters Brot gab, nichts zu essen hatten. Eines Tages war die Lage wieder sehr bedenklich, und der Alte soll von der Mutter ersucht worden sein, sich zu ihrem geschiedenen Mann zu begeben, um eine Unterstützung zu erhalten.Ich komme nicht leer zurück", sagte der' jetzt Angeklagte und begab sich zu dem Ehemann. Dort gab er sich als Beauftragter des Wohl- fehrtsamtes aus, erklärte, es sei traurig, daß die Kinder Mts,zu essen hätten. Der Nater, selbst nicht auf Rosen gebettet, gab zwei- Mark gegen Quittung. L. brachte das Mld der Mutter und erhielt davon 50 Pfennige für Fahrt- auslagen. Der Vater erfuhr jedoch, daß es sich um keinen ^Abgesandten des Wohlfahrtsamtes handeln konnte und zeigte L. an.

I Im Verlaufe der Gerichtsverhandlung stellte sich her­aus, daß der Angeklagte die als Zeugin geladene Mutter der Kinder angehalten hatte, für ihn in der Verhandlung günstig auszusagen. Der Fall nahm daraufhin eine tragi­sche Wendung. Man vertagte die Betrugssache, weil sich die Notwendigkeit ergab, den Angeklagten auf seinen Gei- steszuftand zu untersuchen. Gleichzeitig wurde gegen ihn Haftbefehl erlassen, weil er verdächtig sei, die Zeugin zur Ableistung eines Falscheides verleitet zu haben und weil auch Verdunklungsgefahr in Betracht komme.

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Derstille Teilhaber" in der Falle.

Frankurt a. M., 9. Aug. Der Inhaber eines Frankfur- Lebensmittelgeschäfts bemerkte in den letzten zwei Jah- daß ihm Waren in bedeutendem Umfange abhanden kamen und daß aus der Kasse Geldbeträge gestohlen wur- R. Es fiel auf, daß der unbekannte stille Teilhaber sich skveils immer nur die Hälfte des Kassenbestandes nahm. Geschäftsinhaber suchte nun auf alle erdenkliche Art Mter das Geheimnis zu kommen, aber vielerlei Bemühun- M gingen fehl. Als er nun im Juli wahrnahm, daß er âkht für Nacht bestohlen wurde, legte er sich nachts in fei- Een auf die Lauer und band an eine Tür eine An- Stühle, die unfehlbar umstürzen mußten, wenn ein ' "Gerufener sich einfinden würde.

tri ?ln â Juli wachte der Geschäftsmann bis in den uyen Morgen hinein. Es war schon taghell geworden Er hatte die Absicht, seinen Posten zu verlassen, als er ein Geräusch hörte. Gleich darauf stürzten die b knit lautem Gepolter um und in der Tür stand sein a Angestellter Franz P. Der Geschäftsmann über- sMEEN Ginbrecher nun sofort der Polizei. Wie sich dort c,^"Estellte, hatte er noch von früher her Schlüssel zum ' °te er nun bei seinen Diebstählen benutzte.

Gericht verurteilte P. wegen fortgesetzten Dieb- 5 zu fünf Monaten Gefängnis.

Schwerer Kraftwagenunfall bei Ober-Ems.

9- Aug. Auf der Landstraße von Königstein 'Oberen Ereignete sich zwischen den Abzweigungen nach ein 's und Nieder-Oberrod am Donnerstagnachmittag stein <E"lchweres Autounglück. Ein aus Richtung König- u^Ender Personenkraftwagen fuhr mit angeblich Kurve E^chlndigkeit in die an der Unfall stelle befindliche Versuch n 5 wm ein Lastkraftwagen entgegenkam. Beim Aöschuvch Eluszuweichen, kam der Personenkraftwagen der Telenrn»^ uahe, geriet ins Schleudern, sauste gegen einen uberulilin, und dann gegen einen Baum. Dabei »ar Sofort i dEr Wagen mehrmals. Der Wagenführer in ben ^t ot, während er Beifahrer in weitem Bogen uunü^-T' sUßengraben geschleudert wurde, wo er besin- MiUngert "Egenblieb. Auch er erlag bald seinen Ver-

In Ahrweiler vernichtete ein Mischwaldbrand fünf Morgen Kulturen. Um Gmünd, Bleibuir und Her­garten im Kreise Schleiden vernichtete ein Brand 25 Morgen 15jährige Kiefern- und Fichtenwaldungen.

Ganzer Petroleumzug in Flammen.

Der rumänische König beteiligte sich an den Löscharbeitcn.

Aus K r o n st a d t (Rumänien) wird ein großer Petrole um brand gemeldet, an dessen Löscharbeiten König Carol sich persönlich beteiligte.

In der Nähe des Kronstädter Bahnhofs stieß eine Rangierlokomotive, an die sechs Wagen angekoppelt waren, mit einem Petroleumtankzug zusammen. Die Wagen gerieten durch den Zusammenstoß sofort in Brand und bald stand der ganze Petroleumzug in Flammen. Die Eisenbahner, die sich auf dem Zuge befanden, konnten sich noch rechtzeitig durch Abspringen retten. Die sofort herbeigerufene Feuerwehr konnte indes keinen Wagen mehr trotz größter Anstrengungen sichern. Der Brand war so stark, daß auch die B a h n s ch w e l l e n verbrannten und die Eisenbahnschienensich verbogen. Zufällig kam König Carol in seinem Auto bei der Brandstelle vorbei. Er hielt sofort an, ver­ließ seinen Kraftwagen und leitete die Löscharbeiten per­sönlich mit viel Umsicht. Der Schaden ist beträchtlich.

Güterzug fährt Personenzug in die Seite.

Großes Eisenbahnunglück in der Sowjetunion.

28 Verletzte.

Trotz strengster Maßnahmen will die Kette der säuernden Eisenbahnunglücke in der Sowjetunion nicht abreißen. Wie die Moskauer ZeitungP r a w d a" be­richtet, ereignete sich neuerdings auf der N o r d k a u k a - fischen Eisenbahnlinie wieder ein schwerer Z u g z u s a m m e n st o ß. Auf dem Bahnhof Georgijewsk liefen aus entgegengesetzten Richtungen gleichzeitig ein Personen- und ein Güterzug ein. Infolge falscher Wei­chenstellung fuhr der Güterzug mit voller Wucht dem Personenzug in die Seite und zertrümmerte vier Wagen. Nach vorläufigen Angaben wurden 2 8 Personen verletzt, darunter acht lebensgefährlich.

Bei den Verunglückten handelt es sich um einen etwa

23 Jahre alten Reisevertreter aus Bad Homburg und den 31 Jahre alten Einwohner Bering aus Camberg

Das achtlos weggeworfene Streichholz.

Groß feuer bei Bad Kreuznach.

Bad Kreuznach, 9. Aug. In dem bei T^d Kreuznach gelegenen Dorfe Rüdesheim brach abends gegen 7 Uhr in dem Anwesen eines Landwirts Feuer aus. Der 10jährige Junge des Ehepaares hatte einem anwesenden Mann aus seine Bitte hin ein Streichholz zum Zigarrenanzünden ge­reicht. Der Junge lief mit dem brennenden Streichholz über den Hof und war es achtlos an die Scheune, wo Stroh aufgestapelt war, das sich sofort entzündete. In kurzer Zeit war die dicht mit Frucht und Stroh gefüllte Scheune in Flammen aufgegangen. Ein angebauter Schuppen wurde gleichfalls neben zahlreichen landwirtschaftlichen Maschinen vollständig zerstört. Das abseits von den beiden Gebäuden stehende Haus und der Stall wurden ebenfalls von den Flammen ergriffen. Es gelang jedoch der Feuerwehr, die beiden Gebäude zu retten, nur der Dachstuhl des Hauses wurde beschädigt. Das Vieh konnte zum größten Teil in Sicherheit gebracht werden.

Noch eine folgenschwere Fahrlässigkeit.

Oberursel, 9. August. Durch eine kaum verständliche Fahrlässigkeit wurde am Donnerstag im Stadtteil Bom- mersheim ein schwerer Feldbrand verursacht. Ein Landwirt hatte die beim Dreschen der Ernte angefallene Spreu auf das Feld gefahren. Hier warf er sie auf einen Haufen, steckte diesen an und begab sich nach Hause. Durch die außerordentliche Trockenheit begünstigt, fraß sich das Feuer weiter und griff auf ein benachbartes Haferfeld über. Die gesamte Ernte einige hundert Garben wurden dabei völlig vernichtet.

Gegen den fahrlässigen Landwirt wurde sofort Anzeige erstattet.

Hedenkiafel für Fkiegsrhaupimann Berthold.

An der Hauptmann- Berthold-Schule in Harburg in der Nähe der neuen Kaserne ist eine Ge­tz e n k t'afel für den vor 15 Jahren von verhetzten Volks­genossen hier e r m o r tz e t e u F l i e g e r h a u p t m a n n Berthold und seine mit ihm im Kampf für die Ehre Deutschlands gefallenen zehn Kameraden feierlich enthüllt worden.

Seines Amtes enthoben.

Der Sonderbeauftragte des Reichsministers Dr. Goeb­bels, Hinkel, hat im Einvernehmen mit der Reichs­theaterkammer mit sofortiger Wirkung den Bezirks- obmanu für den Bezirksverband n Berlin Brandenburg der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehörigen, Franz Eckardt, seines Amtes enthoben.

Glückwünsche an dieEuropa".

Nach Vollendung der 100. Amerikareise.

SchnelldampferE u r o p a" kehrte am Freitag von seiner 100. Rundreise Bremen New YorkBremen zu­rück. Schon auf See erhielt die Schiffsleitung viele funk­telegraphischen Glückwünsche. In Cherbourg wurde dem Kapitän Schars eine B r o n z e m e d a i l l e überreicht. Nach dem Festmachen des Schiffes an der Kolumbuskaje in Vre m e r' h a v e n ging als erster der Vertreter des Reichsverkehrsministerinms, Konteradmiral a. D. H e r - m a n n au Bord, um dem Führer des Schiffes aus Anlaß der Vollendung der 100. Reise seine Glückwünsche auszu- sprechen.

Nachdem die Fahrgäste von Bord gegangen waren, versammelten sich sämtliche Offiziere und Mann­schaften in der Gesellschaftshalle ber. ersten Klasse, wo der Vorsitzende des Vorstandes beé Norddeutschen Lloyds,

Dr. F i r l e, im Namen der Gesellschaft, der Besatzung sämtlicher Lloydschiffe und der Belegschaft der Land­betriebe den Kameraden von derEuropa" herzliche Glück­wünsche aussprach.Jedes Schiss", führte der Redner aus,ist ein Träger und Vertreter des Reiches und Volkes. Ein Volk, das solche Schiffe über die Meere sendet, hat Gleichberechtigung verdient. Tragen Sie die Farben des Reiches, des Deutschlands der Stärke, der Ehre und der Freiheit stolz in alle Welt." Dr. Firle gedachte des Mannes, der Deutschland die Ehre wiedergegeben hat, indem er seine Ansprache mit einem dreifachen Siegheil auf den Führer und Reichskanzler beschloß.

Zwei neue Kiesenffandale

in der Gowjeiunron.

Sowjetstaatsanwalt Führer einer Räuberbande Massen- diebstähle und Hehlergeschüfte.

Die sowjetamtliche Telegraphenagentur meldet zwei neue Riesenskandale, die auf die Beamten- moral in der Sowjetunion ein bezeichnendes Licht werfen.

Die Komnlission für die Staatskontrolle hat die so­fortige Amtsenthebung und Verhaftung tzes General staatsanwalts vom Nord­kaukasus verfügt, dem nachgewiesen wurde, daß er sich an derSpitze einerwohlorganisierten Räuberbantzean Schiebungen und Massendiebstählen beteiligt hat. Insbesondere sind ihm riesige Diebstähle von Silber und anderen Edelmetallen nachgewiesen wor­den. Seine dienstliche Stellung benutzte er jahrelang zu einträglichen Privatgeschäften und zu Geschäften auch mit anderen Diebesbanden und Hehlern. Der Skandal zieht so weite Kreise, daß ein besonderer Ausschuß der Staats­kontrolle an Ort und Stelle entsandt wurde. Es wird mit weiteren Verhaftungen gerechnet.

Ein zweiter großer Skandal wird ebenfalls aus dem Süden der Sowjetunion gemeldet. Im Dnjepr- Gebiet trat seit langem eine Bande von Räubern auf, zu denen auch Po st- und Eisenbahnbeamte ge­hörten. Die Banditen stahlen alles, was ihnen an staat­lichem Eigentum unter die Hände kam. Auch hier war der Hehlerdicnst aufs genaueste organisiert. Wie weit verzweigt ihre Tätigkeit war, geht daraus hervor, daß nicht weniger als 6 2 A »geklagten dem - nächst der Prozeß gemacht werden soll.

Der Rat der Volkskommissare hat, wie aus Moskau amt­lich mitgeteilt wird, den Präsidenten des volkswirtschaft­lichen Planausschusses, O s s i n s k i, seines Postens ent­hoben. Da Ossinski bisher in der Planwirtschaft der Sowjetunion eine führende Rolle spielte, hat seine Maß­regelung großes Aufsehen erregt.

Der Bogelmensch und der Moiorschwimmer.

Aufsehen erregte kürzlich in Frankfurt a. M. ein V o g e l m e n s ch , der mit einem selbstkonstruierten Flügelpaar des Nachts von der Brücke zum Fluß nieder­schwebte und ganz wohlbehalten auf dem Wasser landete. Der Frankfurter Ikarus wird seine Versuche fortsetzen. Heiterkeit dagegen weckte ein anderer Bastler, der das Büttenfahren auf dem Main motorisieren wollte. Er erschien mit einer Waschbütte, an ber, ein kleiner Außenbordmotor befestigt war, und begann seine Seefahrt". Die Bütte begann sich auf dem Wasser wie rasend im Kreis zu drehen, so tzaß dem kühnen Wasser­menschen rasch schwindlig wurde. Der Dritte im Bunde dieser Erfinder ist einer, der einen Motorschwimmer erfunden haben will. Er trägt eine Korkschwimmweste auf der Brust und auf dem Rücken ein Drahtgestell, das einen kleinen Tank für Treibstoffe enthält. Außerdem hat er noch einen kleinen Motor an sich befestigt. Wie er es nun macht, ist bei den geheimnisvollen nächtlichen Ver­suchen nicht zu enträtseln. Jedenfalls geht er ins Wasser, der Motor springt an, und der Schwimmer beschreiht Kreise und Kurven wie ein Delphin.

Abessinien kaust in Polen Uniformen.

In Lodz ist eine Abordnung abessinischer Kaufleute cingetroffen, die größere Mengen fertiger Uniformen zur Ausstattung der abessinischen Armee an­gekauft haben. Weitere Abschlüsse sollen demnächst in Aus­sicht genommen sein.

DieEuropa" in New Sjorl.

Trotz der Drohung amerikanscher Kommunisten, jedes deutsche Schiff am Ein- und Auslaufen amerikanischer Häfen zu verhindern, tut die amerikanische Polizei ihre Pflicht und sorgt dafür, daß sich derartig entwürdigende Vorfälle, wie der kürzliche Flaggenzwischenfall auf der Bremen" nicht wiederyolen können. Unser Bild jeigt die Europa" im Hafen von New Park im Schutze amerrkani-

1 scher Polizisten. (Scherl MZ.