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Pfiffi und die Leckerbissen.

Kleine heitere Hundegeschichte von Jens Jensen.

Margarete war von ihrer Tante zum Essen eingeladen. Entchen zeigte sich zwar immer riesig nett und ließ der Nichte ? mögliche zukommen, aber wie unsere jungen Nichten al sind; Margarete wollte gar nicht soviel zugesteckt Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Tante Lene tischte âut auf. Margarete schauderte, wenn sie daran dachte.

1 ö c\utlge Mädchen wollen schlank bleiben, und Margarete -invfing die Einladung mit gemischten Gefühlen.

Am Mittagstisch hatte sich eine bunte Gesellschaft ein- Kunden. Margarete saß neben einem weißhaarigen Herrn, ucr vor dreißig Jahren einmal Schiffswerftdirektor gewesen ^QI Unb immer wieder ihr duftiges, grünes Seidenkleid be- wunderte.Wissen Sie, gnädiges Fräulein", sagte er, indem er ibr Rheinwein eingoß,Sie erinnern mich an eine Geschichte, die ich 1887 erlebt habe. Oder war es etwa schon 1885? Mög- lich, ich glaube aber, daß es erst 1887 war---"

' Margarete wurde nicht ganz klar darüber, was das eigent­lich war, auf das er sich nicht besinnen konnte, und außerdem kam in diesem Augenblick der Diener, der ein großes Tablett mit einer merkwürdig riechenden Schüssel in den Saal trug.

Um Himmelswillen doch nicht Kwo Champignons? Margarte haßte alle Pilze, obwohl Pilze doch so gut wie gar keine Kalorien haben. Aber wie dem nun auch war Cham­pignons kamen nicht in Frage, und Margarte überlegte fieber­haft, wie sie sich vom Pilzessen drücken konnte.

Sie sah sich im Saal um--nein, an ein unbemerktes Entkommen war nicht zu denken.

Plötzlich fühlte Margarete etwas an ihrem Fuß schnup­pern. Verstohlen blickte sie unter den Tisch--und wer hockte da wie ein Häufchen Elend und blickte zu ihr hoch mit dem Ausdruck tiefster Gekräuktheit, weil er sich ganz vergessen suhlte? Es war P f i f f i, Tante Lenes kleiner Hund.' Das heißt, eigentlich war da noch eine alte Rechnung mit Pfiffi zu begleichen, der Margarete in den Kind^rjahren einmal böse ins Bein gebissen hatte, aber heute wollte sie nicht nachtragend sein. So beugte sie sich lächelnd zu ihrem unentwegt plaudern­den Nachbarn hinüber und ließ dabei unbemerkt einen Cham­pignon nach dem anderen seelenruhig unter dem Tisch ver­schwinden.

Wie das aber mit Hunden so ist wenn es ihnen allzu gut schmeckt, fangen sie an zu schmatzen. So auch unser Pfiffi. Tante Lene hob plötzlich den Kopf und blickte unter den Tisch. Luzie", rief sie ihr Mädchen herbei,gehen Sie mit Pfiffi sofort eine Viertelstunde in den Park! Wir können den Hund hier im Speisezimmer nicht gebrauchen."

Luzie verschwand auf der Stelle mit Pfiffichen, und Mar­garete seufzte glückstrahlend aus, weil alles gut abgegangen war.

Nach zwanzig Minuten (man war gerade bei der Eis­bombe) stürzte plötzlich aufgeregt Luzie ins Zimmer:Gnädige Rrau!" stammelte sie.Ein Unglück unser Pfiffi er ist tot ganz tot..."

Tante Lene fuhr vom Stuhl hoch:Pfiffi ist tot? Gehen Sie jetzt in die Küche, Luzie wir reden morgen darüber! Bitte lassen Sic sich 'n Ihrer Gemütlichkeit nicht stören!" setzte sie dann, zu ihren Gästen gewandt, fort. Luzie verschwand heulend.

Nein, Tante!" schrie Margarete jetzt und schob ihren Stuhl beiseite.Ich muß Dir die Wahrheit sagen: Ich bin Schuld daran! Du weißt vielleicht nicht, daß ich Champignons nicht leiden mag, deshalb habe ich sie Pfiffi heimlich unter den Tisch geschoben."

Wenn eine Bombe in die Gesellschaft geplatzt wäre, hätte es nicht toller zugehen können.Was?" schrie der alte Herr mit dem Spitzbart,vergiftete Champignons? Um Himmels- willen schnell den Arzt holen!" Das war aber nicht nötig, denn es befand sich vor dem Zaun des Nachbargarten ein Arzt, der durch den plötzlichen Spektakel im Hause Tante Lenes on- gelockt worden war.Ach, Herr Dr. Müller!" jammerte Tante LeneGut, daß.Sie keinen Mittagsschlaf halten, helfen Sie uns doch bitte!"

0r. Müller, Tante Lenes freundlicher Nachbar, ließ sich

En Margarete beichten. Dann sagte er:Keine Sorge, helfe ^hnen, meine Herrschaften! Pilzvergiftung ist zwar eine sehr ernste, Sache, aber da der Vorfall noch nicht lange her m, babe ich ein durchgreifendes Mittel." Damit brrtomanh er

Hinter den Wäldern

Roman von Fritz Enskat.

Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.

34) (Nachdruck verboten.)

Im Nu waren alle Gefährten zur Stelle. Verwirrt sprachen sie durcheinander.Verfolgen!" schrie Sergius.

Lansky muß benachrichtigt werden!" schrillte Mitja. gab zwei Schüsse in die Luft ab.

Esel!" fuhr Gregor dazwischen.Nun sind sie ge­tarnt."

Wer?" fragte Niki dumm und verständnislos.

Gregor sah ihn kopfschüttelnd an.

.Vorwärts, Leute! Schnell! Hin zu Bessins Lager!" leuerte Sergius an.

^Als ungeordnete Rotte stürmten die Leute Sergius

Nach zwei Stunden saßen sie wieder am Feuer am »euer in Bessins Lager, das sie verlassen vorgefunden -iatten. Mutlos ließen sie die Köpfe hängen.

Beim großen Iwan!" ächzte Mitja.Was soll nun werden? Kare befreit. Lansky verschwunden. Uno me Bessin-Leute wie vom Erdboden verschlungen. Da sich ein anderer zurecht!"

Gregor nahm schließlich das Wort:An eine Verfolgung ^tzns ist nicht zu denken. Wir besitzen keine Pferde. Und wenn schon . . . Im Pruska-Tal würde man uns einen hwmmen Empfang bereiten. Kare sind wir los. Lansky m sicherlich gefangen worden. Ich meine, die Geschichte ist

/ènn wir klug sind, versuchen wir, schleunigst dieses ^«tul zu erreichen, von dem Lansky sprach. Abgemacht?"

Es erhob sich keine Widerrede.--

Pferde der Deutschen galoppierten. Nur selten pursten sie in einen weniger schnellen Trab znrUckfallen,

Bodenwellen das Vorwärtskommen, er-

n > Man war nicht redselig aufgelegt. Jeder beschäftigte Klagen ^ ^" Erlebnissen, die glücklicherweise weit zu-

,llf$ie Männer beeilten sich, schnell ins Pruska-Tal heim- Michel Bessin spornte seine Freunde mächtig an.

?ji,^, ^wa, daß er eine Verfolgung durch Lanskys Leute erg Aber eine innere Stimme sagte ihm, daß alles Eun restlos gut und in Ordnung sei, wenn sie das haben wurden.

nwn ^7. sellschaft ritt müde dahin. Seit zwei Tagen saß Nast ahne Unterbrechung in den Sätteln. Die kurzen

1 pausen, die eingelegt wurden, zählten kaum.

in seinem Hause nebenan, um wenige Minuten später mit einer großen Flasche zurückzukehren.

Wie nennt man diese Medizin, Herr Doktor?" stammelte der alte Herr mit dem Spitzbart.

, "Rizinusöl!" antwortete der Arzt.So, nun machen Sie mal alle schon den Mund auf und nehmen Sie jeder zwei- ü .wurden da aber für Grimassen geschnitten!

Muller ließ nicht locker, erbarmungslos mußten alle um Medizin schlucken. Still und stumm schlich einer nach dem andern aus der Tür...

. "So und jetzt möchte ich den Hund einmal sehen", sagte der Arzt zu wante Lene,ich muß ihn obduzieren."

Taute Lene klingelte aufgeregt nach Luzie. Schluchzend lind zitternd trat das Mädchen, das solange in der Kellerküche gewesen war, ins Zimmer.

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An die Natur.

Hoch über mir, von Angesicht zu Angesicht, Im Wunder seines Bluts, in einem Meer von Licht Kreist eines Bussards schweres Flügellied, Das selig durch des Himmels Wölbung zieht

Ich liege unten in der Sonnenflur.

Es geigt und singt um mich die Kreatur.

Es rauscht um mich der Aehren volles Korn. Hoch in der Bläue steht des Mondes Horn.

Die Käfer schwirren durch das grüne Gras. Ich schaue in das hohe Weltenglas Und atme tief des Weltalls große Lust, Natur, Natur, gewiegt an deiner Brust.

Adolf v. Hatzfeld.

Wo ist Pfiffi?" fragte Tante Lene.

Der ist doch tot!" heulte das Mädchen wieder los , ">sG.das ist mir bekannt", sagte Dr. Müller,eben des­halb will ich rhn obduzieren. Wo ist er also?"

Der liegt unten in der Garage!" schluchzte das Mädchen x 'Uhr Nch mit dem Taschentuch über die tränenden Augen, dort hatte td) ihn gleich hingelegt, nachdem er überfahren morden war!"

U e b e r f a h r e n worden war???"

Ja ", sagte Luzie,was hatte er denn auch mitten auf )er Straße zu suchen, als der Autobus zum Bahnhof dabei, jesaust kam?---" * 1

VorbsresiuKgeL? für die Giudenien- Welisyiele.

Im Einvernehmen mit dem Reichserziehungs- minifterium hat die Deutsche Studentenschaft die besten unserer Hochschulsportler zur Zeit in Neu­strelitz zusammengerufen, um die Auswahl für die Studentenwellspiele in Budapest 311 treffen.

Dabei wird bewußt von dem Gedanken ausgegaugen, in den 23 Wochen eine einheitliche Ausrichtung unb geschlossene Kameradschaft und Mannschaft zu schaffen, die den zielbewußten Kampfgeist gleichmäßig in sich trägt. Nicht der einzelne steht ja im Wettstreit mit den besten Kameraden ans den anderen Nationen, sondern er ist Vertreter seines Volkes und hat sich deshalb dessen bewußt zu sein.

Die Kameradschaft der Studentensportler ist immer berühmt gewesen, und so war auch in wenigen Tagen ein ausgezeichnetes Verhältnis zwischen allen bergestellt, trotzdem hier die geballten Kräfte aus allen Gebieten Zu­sammenkommen. Nicht die Jagd nach zehntel Sekunden

*S*Ä**^^

Den Gäulen sah man die Leistung an. Ihre Felle lagen nicht mehr so glatt wie vor Tagen. Die Köpfe fünfen mit jeder Stunde tiefer. Und schon längst hatten sie aufgehört, freudig mit den Hälsen zu schlenkern und mutvoll zu schnoppern.

Zuweilen klippte ein Huß auf einen Stein. Dann nahm der Reiter die Zügel höher.

Der alte Bessin sprengte an der Spitze. Er spürte am wenigsten die Strapazen des Rittes. In seinem Inneren barg er eine große Freude: Kare war den Händen Lanskys glücklich entrissen! KM Opfer war zu beklagen. Dem Russen hatte man das Handwerk für immer gelegt. Mit seiner heuchlerischen und zersetzenden Rolle war es vorbei. Nun sah man wieder klar. Die Verhältnisse, die sich in der letzten Zeit im Pruska-Tal bedrückend zugespitzt hatten, klärten sich. Die Zukunft, der man entgegenging, würde wieder lichtvoll, rein und übersichtlich sein.

Hal Lörne und Peter beschlossen den Trupp. Zwischen ihnen ritt Kare. Auch hier hinten fiel kein Wort.

In Peter schwang die brüderliche Freude, die Schwester f)eiC an seiner Seite zu wissen. Dieses Freuen überwog jeden anderen Gedanken.

Hal blickte ernst geradeaus. Sein Mund preßte sich fest zusammen. Tie Lippen standen wie ein schmaler Strich in seinem Gesicht. Wohl ritt er mit den anderen heimwärts; aber er wußte, daß er als einziger von allen kein Zuhause im Pruska-Tal finden würde. Dieser Traum war aus­geträumt. Einer solchen Annahme standen die früheren Vorfälle, die sich auf ihn bezogen, entgegen. Daran konnte auch die Tatsache nichts ändern, daß Peter Bessin beinahe brüderlich an ihn glaubte.

Zur Stunde war er sich noch nicht klar, wie er das Morgen gestalten und meistern sollte. Vorläufig über­schattete noch das Gestern sein Denken. Aber daß er im Kreise der Bessin-Leute keinen Grund 311 Frohsinn und Heiterkeit hatte, das glaubte er durch das Verhalten Kares bestätigt zu sehen. .

Kare befand sich in einem seelischen Zwiespalt. Mr Herz drängte nach Jubel und Freude. Immer wieder wollte es warm in ihm aufquellen.

Hal Lörne war ihr Befreier! Dieser Gedanke kreiste unaufhörlich in ihr; und er war wirklich dazu angetan, sie alles rosiger sehen zu lassen.

Hal Lörne und Peter! Beide, das hatte sie auf der nächtlichen Flucht erkennen können, standen zueinander wie zuvor. Sollte sie kleinlicher sein als Peter? Wo er glaubte und vertraute, da durfte sie die Schwester nicht geringer denken und handeln.

Weshalb aber blieb Lörne die ganze Zeit verschlossen und schweigsam? Noch kein Wort hatte er ihr gegönnt. Mehrere Male hatte sie Versuche gemacht, ihn anzureden, zu fragen ihn zu stellen. Lörne jedoch hielt sich zurück, ja er wich ihr sogar aus.

wird betrieben, sondern eine gewisse Lässigkeit bei aller Leistung, weil diese nämlich zur Erholung und Vorberei­tung besser beiträgt als jeder Nekordwahn. Dazu trägt die weltanschauliche Erziehung, die in diesem Lager zum ersten Male konsequent durchgeführt ist, naturgemäß wesentlich bei.

Der Reichssportführer hat selber die Führung der gesamten deutschen Sportwelt für die Ausgestaltung des Lagers zur Verfügung gestellt.

Was bringt der Rundfunk ?

Neichssender Frankfurt.

Frankfurt: Donnerstag, 8. August

6.15: Choral, Morgenspruch: Gymnastik. 6.30: Zamburg: Morgenmusik. In der Pause 7.00: Zeit, Nachr 8.00: Wasserstand. 8.10: Stuttgart: Gymnastik. 8.30: Bad Ems: Frühkonzert. 9.00: Nur Kaiserslautern: 1. 0.0M Mälzer Schüler konzertieren. 2. (9.20): Pauline .stönig erzählt:Heimat". 3. (9.40): Walther Cropv spielt eigene Kompositionen. 10.00: Sendepause. 10.45: Praktische Ratschläge für Küche und Haus. 11.00: Werbekonzert. 11.25: Meldungen. 11.30: Sozialdienst. 11.45: Bauern­funk.

12.00: München: Mittagskonzert. Daztv.: 13.00: Zeit. Nachr. 14.00: Zeit, Nachr. 14.15: Wirtschaftsbericht. 14.30: Zeit, Wirtschaftsmeldungen. 14.40: Wetter. 14.45: Sendepause. 15.00: Nur Frankfurt: Nachr. der Gau- leituna. 15.15: Kinderfunk: Eine Märchenstunde.

16 00: Kleines Konzert. 16 30: Briefe für schöpferische Menschen. Aus dem gleichnamigen Buch von Rudolf Paul­sen. 16.40: Dr. Burger: Im Schleppkahn auf dem Main. 17.00: Bad Wildungen: Nachmittagskonzert. 18.30: Chri­stian Wagner, der Bauer und Dichter zu Warmbronn. An­läßlich seines 100. Geburtstages. 18 35: Große Deutsche erleben Heimat und Welt. W. H. Riehl: Wanderung durch Ungarn. 18.55: Meldungen.

19.00: Unterhaltungskonzert. 19 50: Tagesspiegel. 20.00: Zeit, Nachr. 20.10: Seltene Klänge 22.00: Zeit, Nachr. 22.15: Wetter, Nachr., Sport. 22.20: Kassel: Unterhal­tungskonzert. 23.00: Berlin: Tanzmusik. 24.00: Siut:- gart: Nachtmusik.

Deutschlandfender.

Tc«tsKla»Vse«2eL: Donnerstag, 8. August

6.00: Guten Morgen, lieber Hörer! Glockenspiel, Tages- wruch. Choral: Liebster Jesu, wir sind hier. Wetter. 6,10: Berlin: Gymnastik. 6 30: Fröhl. Morgenmusik. Dazw. 7.00: Nackr 8.20: Breslau: Morgenständuien für die Hausfrau. 9.00: Sperrzeit 9.40: Kindergymnastik. 10.00: Sendepause. 10 15: Volksliedsingen. 10-55: Frieda Behm: Arbeiten im Obstgarten. 11.05: Sende­pause. 11.15: Seewetterbericht. 11.30: Achtung, Feuer­alarm! Ueber Brandgefahren im Bauernbetrieb: anschl.: Wetter.

12.00: Musik zum Mittag. Dans Bund spielt. Dazw. 12-55: Zeitzeichen. 13.00: Glückwünsche 13.45: Nachr. 14-00: Allerlei von zwei bis drei. 15.00: Wetter, Börse, Vrogrammbinweise. 15.15: Mütterstunde. 15.40: Otto Emmerich Groh liest aus seiner Erzählung: Königsballade. 16-00: Musik im Freien aus Berlin. Das Konzertorchester Erich Schneidewind. Dazw- 16 50: Zur Rundfunk Aus­stellung 1935. 17.20: Wilh. Ziegelmayer: Schädigende Zusätze und technische Eingriffe an unseren Lebensmitteln. 17.40: Violine und Klavier. 18.10: Im Freizeitlagcr des RdM. 18.30: Rufer der Jugend: Wolfgang Sckwarz. 18.40: Sportfunk. 18 50: H. Packebusch: Nationalsoziali­stische Weltanschauung und Nundfunkwirtschaft.

19.00: Ulm: Blasmusik. 19.45: Deutschlandecho. 20.00: Kernspruch: anschl.: Wetter und Kurznachr- 20.10: 3rH.: Seltene Klänge. Instrumente, die man selten hört, u. ungewöhnliche Klangzusammenstellungen. 20.45: Ma Funkballade von Eugen Ortner. 22.00: Wetter-, Tages und Svortnachr.: anschl.: Deutschlandecho 22.30: Eine kleine Nachtmusik. 22.45: Seewetterbericht 23.00: Ber­lin: Kapelle Walter Böttcher bittet zum Tanz.

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Seine Züge verrieten einen düsteren Ernst. Wollte er von ihr nichts mehr wissen? Weshalb nicht?

Oft genug hatte sie ihren Blick verstohlen zu ihm hin- übergleiten lassen. Sein Gesicht schien nun noch schärser gezeichnet. Das Kinn schob sich mit der untersten Partie vor willensstark, trotzig. Der Mund bildete den sicht­baren Ausdruck eines zähen Willens. Sein männlid) schöner Kopf reckte sich hoch auf. Nur zu ihr wandte er sich nicht . . .

Das war es, was auch Kares Gesicht mit einer Herbheit übergoß, die ihren Mienen einen kalten Anhauch, Stolz und Zurückhaltung verliehen.

Ganz fern schob sich ein silbern glänzender Strich in den Blickkreis. Das Elbir-Eebirge schickte den ersten heimat- lichen Willkommgruß entgegen.

Die Reiter richteten sich in den Sätteln höher auf. In ihre Augen trat der Glanz, der im Blicke jeden Heim­kehrers schimmert.

33.

Alexi vertrödelte mit den zurückgebliebenen Leuten die Tage, wie er sich selbst ausdrückte. Seitdem sich Michel Bessin mit den anderen zu Lanskys Verfgnng anfgemacht hatte, kehrte ins Tal eine große Ruhe ein.

Tas Stampfen und Knirschen des Pochwerks war ver­stummt. Gearbeitet wurde nicht. Der Bilun-Kesiel träumte verlassen in den rötlichen Tagesschein hinein, den die Fels­wände in die Umgebung des Elbir-Gebirgsstockes straften. Die lange Gesteinsrutsche feierte. Kein Poltern, Scharren und Tosen ging von ihr aus. Und im Ta! verniißte man das Knarren der Wagenräder und das lebhafte Schnauben der Zugpferde. Tie Frauen und wenigen Kinder gingen beschaulich ihren häuslichen Pflichten nach.

In breiten Wellen wogte die Sonne durch das Tal. Ihr Schein hatte jetzt jene leichte Fahlheit, die an den Herbst erinnert. Morgens, wenn ber Wind von Nordosten kam, trug er mitunter einen schärferen Hauch mit sich.

Tas Jnsettenvolk, das jetzt die Hochzeit seines Lebens feierte, tummelte sich in emsigster Arbeit. Bienen und Wespen schwärmten umher. Schmetterlinge und Käfer von absonderlicher Art und Farbe summten, schwirrten und taumelten über Blumenblüten unb Fruchtflächen.

Alexi hatte obwohl er es eigentlich für unnötig hielt eine Art Postendienst eingerichtet. Die Einteilung war so getroffen worden, daß je einige Männer das Poch­werk, den Bilun-Kessel und den Bessin-Hof besetzt hielten.

Zwischen diesen Punkten ritt Alexi regelmäßig hin und her. Gura versorgte die Wachenden mit Essen.

Es zeigte und ereignete sich nichts Bedrohliches. Die Männer faßten ihren Dienst nur noch als müßiges Spiel auf. Die einzige Gefahr konnte bloß von Lanskys Bande kommen. Und die wurde irgendwo weit weg von hier vom alten Bessin und den Freunden gejagt.

(Fortsetzung folgt.)