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Der Mensch ohne Poesie

Der Mensch, welcher das Leben bloß mit dem Verstände, ohne innere Poesie ge­nießt, wird ewig ein notdürftiges mageres behalten, wie glänzend auch das Geschick dasselbe von außen ausstatte; es bleibt einem Herbst voll Früchte und Farben, welchem der Zauber der singenden Vögel fehlt oder den großen nordamerikanischen Wäldern ähnlich, welche tot und trübe schweigen von keiner Singstimme beseelt. Wohnt aoer ein poetischer Geist in dir, der die Wirklichkeit umschafft nicht für an­dere auf dem Papier, sondern in deinem Herzen so hast du an der Welt einen ewigen Frühling; denn du hörst unter allen Gipfeln und Wolken Gesänge, und selbst wenn das Leben rauh und entblät­tert weht, ist in dir ein stilles Entzücken, von welchem du nicht weißt, woher es kommt; es entsteht aber, wie das ähnliche in den blätter- und wärmelosen Vorfrüh- lingen des äußeren Wetters, von den Ge­singen umher. Jean Paul.

Das eifersüchtige Kind

Bei Kindern, die längere Zeit dasEin­zige" waren, zeigt sich bei der Geburt von Geschwistern sehr leicht die Neigung zur Eisersucht. Gewöhnt, immer im Mittel­punkt des elterlichen Interesses zu stehen, finien sie sich schwer damit ab, daß sie nun teilen müssen in der Liebe, dem Interesse, in Zärtlichkeiten. Näschereien usw. Selbst­verständlich ist diese kindliche Eifersucht ein Charakterfehler und keine Zwangs- erscheinung. Man hat bei diesen klei­nen Geschöpfen jedoch den Vorteil, ihre Eifersuchtsneigung so früh zu bemerken, daß eine wirksame Abwehr noch mög­lich ist. Bemerkt man die Veranlagung nämlich nicht, so darf man gewiß sein, daß eines Tages zwei Menschen in einer Ehe sehr unglücklich werden.

Die Bekämpfung gelingt am einpräg­samsten, wenn man dem Kinde die ethische Idee der sorgenden Liebe für alle Men­schen. ganz besonders aber für die schwa­chen und hilflosen, erweckt und ständig wach erhält. Hat das Kind erst begriffen, daß es um höhere Dinge geht, als mit dem Köpfchen beleidigt durch die Wand rennen zu wollen, wird es fast immer einsichtig und betreut bald seinerseits das Schwester­chen oder Brüderchen mit zärtlichen Ge­fühlen. Man braucht bei dieser Erzie­hungsmethode nicht zu fürchten, daß ein Kind zu jung ist sie zu verstehen. Es ist eine erwiesene Tatsache, daß schon nach zwei Jahren durchaus soviel Berstandes- kraft vorhanden ist, daß gut und böse un» terschieden werden können.

Die Frau als Volkswirtschaftlerin

Mehr denn je ist die Frau dazu ver­pflichtet, durch ihre ständige Mitarbeit da- lur zu sorgen, daß sich die Preise der Le­bensmittel und aller Dinge, die der Haus- w benötigt, so einregulieren, daß sie dem Abbau der Gehälter Rechnung tragen, so buß der wirkliche Ausgleich geschaffen vnd. Alle Waren gehen durch ihre Hände, Ann Sie sich ihrer Rolle als Wirt- Mftspolitikerin bewußt ist, und die Ursachen nachprüft, wenn sie bemerkt, baß ein Händler unvorschriftsmäßige preise fordert, ist Vieles gewon­nen. Sie muß ihn darauf aufmerksam fachen und gegebenfalls Anzeige erstatten. Unter allen Umständen aber hat sie den Kauf der überteuerten Ware zu unter- Mn. Durch eine ständige scharfe Kon- rrolle hat sie es kn der Hand, den Liefe­ren nach ihren Wünschen, dre von ihren Ubensmöglichkeiten diktiert werden, zuer- Wen und im Kleinen an dem großen Deutschland" mitzuwirken.

Der Arzt spricht:

Furcht vor

Blinddarm-Entzündungen k

Die Blinddarm-Operation ist heutzutage eine so harmlose Sache, daß man sie fast mit Selbstverständlichkeit bei dem größten Prozentsatz der Menschen als erledigt oder noch in Aussicht stehend, betrachtet. Neuer­dings gehen nun Gerüchte um. daß durch das Kochen in Emaille-Gefäßen die Rei­zung des Wurmfortsatzes stark gefördert würde. Dagegen sagt die medizinische Wissenschaft jedoch mit klaren Worten, daß diese Annahme Unsinn sei. Man hat zwar noch keine direkten Beweise für die Ent­stehung der Krankheit, aber man hat den eindeutigen Beweis, daß Erkrankungen die­ser Art bei Menschen, die niemals Speisen aus Emaillegefäßen zu sich genommen ha­ben, genau so oft vorkommen wie bei an­dern. Die Furcht vor Blinddarm-Entzün­dungen ist zwar nicht ganz unberechtigt, da durch die mannigfaltigsten Ursachen eine Verstopfung des Wurmfortsatzes eintreten kann, die dann zu Reizungen und später zu

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Schöne Kleider für kühle Tage

Wir bringen heute ein paar reizende Kleider für den Uebergang zum Herbst, die man auch an kühleren Tagen ohne Mantel

oder Jacke auf der Straße Das Wesentliche an un­seren Vorlagen ist die geschmackvolle Ausge­staltung der Halsum­rahmungen, zu denen man Organdy und Pikee verwendete. Alle Modelle sind schlank und schmal gearbeitet, man unterstreicht diese Tendenz durch Hüft­aufteilungen und durch den kasakähnlichen Rock. Besonders originell sind auch die modisch neu­artigen Gürtel.

Der Uebergangshut

Als Uebergangshut liebt man die sportliche Glocke mit dem etwas nach vorn verbreiterten Rand. Für das Nach­mittagskleid werden der Samthut. die gar­nierte reich gesteppte Samtkappe, die tief ins Gesicht gezogene Varet- form, die frauliche Ta­gue, die Earbokappe und der Aufschlaghut mit dem Heiligenschein miteinander um die Gunst streiten. Als Gar­nierung sieht man sehr viel Straußfedern, auch Reiher werden in Er­scheinung treten. Sonst kleine Phantasiefedern, gepreßte Samtblumen. Ornamente, Schnallen, Knöpfe Ledergarnitu­ren, Rips- und Samt­band. Schleier in allen Größen und Breiten sind nicht überholt, son- i_

tragen kann.

dern ganz große Mode.

'Sogar der rückwärts herabhängende es überhaupt, Kleider mit Posamenten zu Schleier, der im Sommer so oft in i

Modenblättern, und niemals im Leben zu sehen war, wird sich durchkämpfen. Ränder mit breiten Kanten sind sehr waren.

Entzündungen führt. Doch auch eitrige Entzündungen an weiter gelegenen Stellen des Körpers, Mandeln, Zahnwurzel, extr. haben schon als Entstehungsursache gewirkt. Es läßt sich also leider nur das Eine zur Herabminderung der Furcht vor dieser Er­krankung sagen: sowie Schmerzen auftreten in der rechten Seite (bisweilen sitzen sie allerdings auch links oder wesentlich höher, da der Schmerz ausstrahlt), sofort den Arzt aufsuchen! Es gelingt oft. den gereizten Darm burtf) Ruhe und geeignete Be­handlung wieder in Ordnung zu bringen. Andernfalls ist eine zeitige Operation eine sehr sichere Sache, während die fortgeschrit­tene Entzündung leicht zu Vauchhöhlen-Er» trantuiig und zum Tode führen kann.

Um Fleischbrühe eine hübsche Farbe zu geben, reibt man vor dem Anrichten eine rohe Mohrrübe hinein.

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begehrt, auch Tupfen in Schwarz und Weiß machen von sich reden. Doch am schönsten ist ein Schleier, der ein zartes Blütenrankenmuster zeigt und über Kopf und Rand eines holzfarbenen Seiden­hutes gelegt werden kann.

Treffen als Garnitur

werden an Jackenkleidern, Kleidern, Män­teln und Capes zu sehen sein. Man liebt

verzieren und tritt damit bewußt ein wenig in oie Fußtapfen unserer Großmütter, die dieser Art von Garnierung sehr zugetan

Fleisch darf man nicht längere Zeit auf einem Holzbrett liegen lasten, es würde Geruch annehmen Am besten bewahrt man es auf Porzellan auf.

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Fische jeder Art gewinnen an Geschmack, wenn man sie zwei Stunden vor der Zu­bereitung mit Zitronensaft, Salz, Kräutern, Pfeffer, Zwiebeln und Tomatenscheiben beizt.

Fische gibt man in kochendes Master. Sie werden nach dem Hineinlegen sofort vom Feuer genommen und müssen eine Weile ziehen. Würde man sie kalt aufsetzen, läuft der Saft ins Master und sie würden ohne Wohlgeschmack auf den Tisch kommen.

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Salzmandeln kann man selbst herstellen. Süße Mandeln werden abgezogen und in eine fettfreie Pfanne aus dem Feuer hell­braun geröstet. Wenn sie Farbe angenom­men haben, bestreut man sie mit Salz.

Man bekommt weiße Fingernägel, wenn man dem lauwarmen Waschwasser einen Schuß Wasterstoff und Salmiakgeist zusetzt, und die Nägel kräftig bürstet.

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Höflichkeit erfordert, daß Ehegatten sich, auch wenn sie allein sind, höflich gegeneinander benehmen. Es ist geschmacklos, und zeigt deutlich den Mangel an kultiviertem Empfinden, wenn man zu Hause Erziehung und Haltung ab­legt.

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Beim Essen sollte man jede Spielerei ver­meiden. Es ist meistens nur eine kleine Nervosität, wenn man Vrotkügelchen formt, Gläser herumdreht, Tischkarten zerknittert oder zerreißt usw. die man durch etwas Selbstbeobachtung schnell verlieren wird.

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Man sollte niemals so laut sprechen, daß irgend jemand dadurch gestört werden könnte.

Fröhliche Einmachezeit

Grüne Tomaten einzulegen. Auf zwei Pfund Tomaten rechnet man ein Pfund Zucker und

Liter Essig. Man kocht die Früchte in dem Essig dreiviertel weich und schüttet sie zum Ab­tropfen auf ein Sieb. Der Essig wird mit der gleichen Menge Wasser und dem Zucker solange gekocht, bis ein Tropfen als Perle aus dem Teller stehen bleibt. Dann schüttet man die Tomaten hinein und kocht sie glasig. Man füllt sie noch heiß in Gläser, läßt sie völlig erkalten und verschließt sie mit chemisch reinem Perga­mentpapier. Man nimmt für dieses Rezept kleine Tomaten.

Rohe Früchte mit gestoßenem Zucker zu kon- servieren. Hierzu kann man die verschiedensten Früchte nehmen, es ist nur Bedingung, daß sie tadellos frisch und einwandfrei sind. Sie werden ausgesucht, nicht gewaschen, wndern mit einem sauberen Tuch abgewischt, mit einem rost­freien Mester durchgeschnitten und entsteint, oder auch ungeschält lagenweise in Gläser ge­schichtet und jede Lage dick mit Zucker über­streut. Obendrauf kommt ein tn Rum ge­tränktes Pergamentpapier und sedes Glas mit einer naßgemachten Blase zugebunden. Sie werden im Wasterbad 15 Minuten gekocht.

Senfbirnen. Man châlt kleine Birnen mög­lichst gleichmäßig ab, chneidel sie in der Mitte durch, und entfernt das Kernhaus und die Blume, den Stengel läßt man zur Hälfte stehen. Man läßt auf zwei Pfund Birnen ein Pfund Zucker großperlend kochen, schüttet die Birnen hinein und läßt sie weich kochen, aber nicht zerfallen. Nach Geschmack gibt man ein wenig Ingwer an die Früchte. Nun mischt man einige Löffel englisches Senfmehl mit dem noch heißen Saft, gibt die Früchte in Gläser und bindet sie nach dem Erkalten in der gewohnten Weise zu.

Grüne Bohnen für Salatzwecke. Die Bohnen werden recht sorgfältig abgefädelt, in der Mitte einmal durchaebrochen und tn Salzwaster weichgekocht. Man schüttet sie auf einen Durch­schlag und läßt sie abtropfen und abkühlen und füllt sie in Gläser. Inzwischen vermischt man abgekochtes Wasser mit etwas gutem Essig und übergießt damit die Bohnen. Obendrauf gießt man zwei Zentimeter.hoch reines Tafelöl. Die Gläser werden mit feuchtem Pergamentpapier verschlossen.

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Früher nahm die Hausfrau meist auf 4 Pfund Obst etwa 3 Pfund Zucker, das waren zusammen 7 Pfund. Sie mußte jedoch fast immer eine Stunde und oft noch länger kochen; dann war aber ein Drittel bis fast die Hälfte verkocht. Sie erhielt also aus den 7 Pfund Obst und Zucker nur etwa 4/i bis 5 Pfund Marmelade. Heute jedoch mit Opekta bekommt die Hausfrau aus 4 Pfund Obst und 4 Pfund Zucker tatsächlich das volle Gewicht von 8 Pfund Marmelade In die Gläser, da ja In 10 Minuten fast nichts verkocht. Mit Opekta gibt es also ungefähr 3 Pfund Marmelade mehr. Dadurch hat man nicht nur das Opekta umsonst, sondern die Marmelade wird außerdem noch billiger«

aus 4 Pfund Obst und 3 Pfund Zucker nur etwa 4% Pfund

Mit Opekta

aus 4 Pfund Obst und 4 Mund Zucket etwa 8 Pfund

MoMKetacU. 4MM «Älen tyuMeti» 'Rezept: 4 Pfd. Obst einer Sorte oder 4 Pfd. Obst mehrerer Sorten, beliebig gemischt, zerkleinern u. mit ,4 Pfund Zucker zum Kochen bringen. Hierauf 10 Minuten durchkochen, dann 1 Normalflasche Opekta zu 86 Pfg. hinzurühren - fertig) Rezepte für alle Früchte sowie Etiketten für Ihre Marmeladengläser bei jeder Packung. Trocken-Opekta (Pulverform) wird gerne für kleine Mengen Marmelade, Gelee und für Tortenübergüsse verwendet. Päckchen für Tortenüberguß oder etwa 2 Pfund Marmelade 22 Pfennig, für 3Vi Pfund Marme­lade 43 Pfennig und für 7 Pfund Marmelade 82 Pfennig, Genaue Rezepte sind allen Päckchen aufgedruckU