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Schwäbisches Kinderfest , — am schönsten?
Ihr Buben und Mädel!
Kinderfest ist eine fabelhafte Sache, gelt? Da schlägt schon das kleine Herzchen viele Tage zuvor in rechter Vorfreude! „Ach, wenn es doch bloß erst so weit wäre", heißt es da immer! Bei vielen Kinderfesten habe ich schon mitgemacht, aber ein so feines wie im Schwabenland in Güllstein, habe ich doch noch nirgends erlebt! Doch weil alle Kinder es miterleben sollen, habe ich flugs die Buben und Mädel im Dorf all das Wunderbare aufschreiben lassen. Wenn es Euch gefällt und Ihr auch so wunderbare Sachen in den Ferien erlebt, schreibt Ihr es mir flugs, gelt?
Bis dahin grüße ich Euch
Euer Siegfried.
Hurrah! Wir haben Kinderfest!
Hurrah! Heute ist Kinderfest! Wie lange ist es schon her, seit das Letzte gewesen ist? Zwei Jahre! Drum ist heute ein Festtag! Wie klopft unser Herz! Schnell Elsa, halte den Blumenbogen gut, es geht los! Und Du Rosa, halte Dein Körbchen recht und stehe in der Mitte vom Blumenbogen! Aufgepaßt, der Festzug marschiert ab durchs Dorf!
(Emma Kientzle, 11 Jahre.)
Unser fabelhafter Festzug!
Vorne draußen geht die Musik und spielt! Dahinter die beiden Festreiter. Alle kleinen Kinderschüler dürfen mit Tante Marie im geschmückten Wagen fahren. Dahinter folgt der Polizist. Nun kommt ein Blumenbogen. Der Maler sitzt auf einem Wagen und rührt die Farben an, dahinter der Maurer mit der Kelle. Dahinter die sieben Schwaben mit ihren langen Stecken und der Schäfer. Dann kommt das Rotkäppchen mit dem Wolf. Jetzt kommt die alte Großmutter und spinnt auf ihrem Wagen. Der Schneider sitzt in seinem Wagen und näht und hat dabei die Füße übereinander. Dann kommt der Blumenwagen und die 6 Vauernweiber. Hinter den Bauernweibern der Seemann und ein Bauer mit 2 Geißen und zuletzt der Schmied!
(Else Krauß, 11 Jahre.)
Ich bin der Polizist!
Schon am Samstag dachte ich immer herum, von wem ich die Uniform bekommen könnte. Als ich am Samstag Abend an der Kirche stand, kam auf einmal Willi Wünsch zu mir und sagte: „Von meinem Vater kannst Du den Säbel haben." Ich gehe mit ihm nach Haus und sein Vater gibt mir die ganze Uniform! Ich hatte eine große Freude und ging rasch nach Haus. Endlich, endlich kommt der Tag heran, an dem das Kinderfest stattfinden soll. Ich ziehe meine Uniform an und gehe zur Schule.
Stolz marschiere ich an der Spitze des Festzuges und jeder lacht über mich. Die Uniform ist viel zu groß. Auf der Festwiese schreibe ich den Schornsteinfeger auf, weil er so schwarz ist und andere schmutzig macht. Die berühmten Schwaben schauen dabei zu und machen dumme Gesichter. Beinahe lassen Sie noch ihren Stecken fallen. Dem Knöpfleschwab (Wurstmaxe!) ist bald das Knödle im Hals stecken geblieben.
Diesen habe ich auch ausgeschrieben? Warum? Weil er seine Pfadfinderkluft trägt, wo doch diese Uniform verboten ist. Er hat sehr geschimpft. Er hat gesagt: „Das ist ein Wanderkleid und keine Uniform." Ich habe eine andere Ansicht. Seine Strafe kriegt er doch. Er muß mir 10 Bonbon Strafe zahlen! (Walter Hahn, 12 I.)
Und ich bin der Maler!
Morgens um %9 Uhr brachte mir mein Vater meinen Maleranzug mit Pinsel und drei Farbentäfelchen. Um 11 Uhr wusch ich meinen Wagen und bekränzte ihn. Es mußte alles sehr schnell gehen, denn um 2 Uhr geht der Festzug los. Als wir durch das Dorf gefahren waren, sah ich mir auf dem Festplatz meine Hände an! Hu, wie sahen die aus? Grün von Farbe, fett von Oel. Ich muß zuerst meine Hände waschen, bevor ich spielen gehen kann.
(Wilhelm Mutz, 12 Jahre.)
... und ich die Spinnerin!
Wie ich zur Mühle komme, ist mein Wägelchen schon gerichtet und ich darf mich nur noch anziehen. Meine Mutter hat schon einen Rock und Kittel hergeholt. Aber etwas fehlt noch, eine Vändelhaube und eine Haarschnur. Endlich bin ich fertig und sitze
auf dem Wagen. Mein Bruder bringt das Spinnrad und die Kunkel. Wir fahren im Festzug im Dorf herum. Mein Wagen wird ein paar Mal photographiert. Ich bin froh, als der Festzug zu Ende ist, denn immer lachen die Leute, wenn sie mich sehen.
Marie Binder, 12 Jahre.)
... und ich bin das Schneewittchen mit den sieben Zwergen!,
Hurra! Beim Kinderfest bin ich das Schneewittchen. Ich habe einen Schleier, eine Krone und bin schneeweiß angezogen. Die Zwerge haben große Mützen auf und müsten meinen Schleier tragen. Nun wird der Festzug aufgestellt, die Musik spielt und wir marschieren fröhlich durchs Dorf. Doch find die sieben Zwerge nicht so artig wie im Märchen!
(Alwine Bauer, 12 Jahre.)
... und wir sind die sieben Schwaben!
Ich bin der Allgäuer. Ich habe eine lange Hose und einen Kittel an. An meinem Jungschargürtel hängt ein Laternchen. Eine lange Zipfelmütze fehlt auch nicht. Vorne draus geht der Gelbfüßler. Er hat die Füße gelb angestrichen und große Sporen daran. An seinem Gürtel hängt ein hölzernes Schwert. Der zweite bin ich dann. Dann kommt der Nestelschwab. Dieser hat eine blaue Bluse an. Er hat auch.einen Brotbeutel und ein Laternchen. Jetzt kommt der Blitzschwab, dann der See- has. Jetzt kommt das schönste, nämlich der Knöpfleschwab. Dieser hat ein Mester. Er hat auch ein Salzfaß. Wie ein Metzger sieht er aus. Zuletzt kommt noch der Spie- gelschwab. Ein grünes Hütchen hat er auf. Einen langen Speer haben wir auch, an diesen halten sich alle. Ueber uns haben die Leute am ärgsten gelacht.
(Kurt Maier, 10 Jahre.)
... Wär das Bügeleisen nicht gewesen!
Als ich heute morgen das Bügeleisen zu Frau Krayf hinuntertragen mußte, fragt sie mich, was ich heute mittag bin. Da sage ich: „Bäuerin! Aber ich habe keine Kleider dazu." Sie sagt: „Na, denn wollen wir mal sehen, os ich nichts für dich habe!" Wir gehen auf die Bühne, schauen in einem der Kästen nach. Richtig, da findet sie einen Rock für mich. Sq bin ich bald gerichtet. Wär das Bügeleisen nicht gewesen, wär ich keine Bäuerin geworden.
(Emma Schmidt, 12 Jahre.)
... und wir sind die zwei Schmiede!
Der Wilhelm Hagenlocher und ich sind die Schmiede. Wir machten unsern Schmiedewagen fertig, und bann spannte ich sechs Buben vor. Beim Festzug machte ich das Schmiedeeisen warm und wir klopfen es ganz breit. So machten wir es immerfort bis auf den Kühwasen (Festwiese), dort hielten wir an. Da sagten
Pfiffikus packt Affe und Rucksack
Viele von euch werden das Bedürfnis haben, in den Sommerferien zu zweien oder dreien auf Zeltfahrt zu gehen, um die Schönheit und Vielgestaltigkeit der Natur-
1. Bücher
2. Wäsche
3. Vorräte
4. Zeltbahn
5. Decke
6. Brot
7. Sonstiges
8. Teller
9. Zeltzubehör
10. Vorräte
weit unserer Heimat zu bewundern. Wer will nicht einmal in der Waldeseinsamkeit die Stille der Natur zu sich sprechen lasten, oder einmal das schöne „zu-sich-kommen" erleben. Das Zeltlager ist allerdings kein Erholungskurort zum Faulenzen, aber auch keine Anstrengung. Ein frischer Junge, der auch mal eine Mühe nicht scheut, wird sich gut an Leib und Seele erholen.
Zu einer Fahrt gehört vor allen Dingen ein gut gepackter Affe bzw. Rucksack. Wie beide gepackt werden, will ich euch jetzt beschreiben.
Viele Sachen müssen zu einer mehrwöchentlichen Fahrt in den Tornister ver
immer die Leute, wir sollten schmieden und wir schmiedeten. Denn das gefiel den Leuten gut, wie wir immer im Takt auf den Ambos schlugen.
(Gustav Zeeb, 10 Jahre.)
... Wir Buben auf der Festwiese!
Als alle Buben aus der Festwiese sind, machen wir Wanderball. Es gibt immer ein Geschrei, denn es lasten immer die gleichen den Ball auf der Seite hinaus. So geht die Zeit verloren und das Spiel haben wir nicht gewonnen. Nun machen wir Völkerball, wobei die andern verloren und wir gewinnen. Jetzt geht es an das Sackhüpfen. Ist das ein Spaß! Zuletzt gehen alle Buben an den Kletterbaum, und Wilhelm Mutz wagt es, hinauf zu gehen, und er reißt ein Mester und einen Waschlappen herunter!
(Walter Nieth, 11 Jahre.)
... Wir Mädel auf der Festwiese!
Auf der Festwiese legen wir unsere Sachen weg und spielen: Ein Sträußchen am Hute, rühret die Trommel, schwinget die Schaukel zum Himmel hinan, ich bin ein Tirol-, Tirolersmann, dort unter der Linde da fiedelt der Hans und preisend mit viel schönen Reden. Nun beginnt das Eierlaufen. Ich habe den ersten Preis und wähle mir einen Geldbeutel.
(Anna Kapp, 12 Jahre.)
*
Wer kann Wetter machen?
Lilli und Fritz haben zum Geburtstag, da sie Zwillinge sind, zusammen ein reizendes Wetterhäuschen bekommen. Ein drolliger, winziger Mann mit einem roten Regenschirm zeigt Regenwetter an, kommt aber das Frauchen mit dem feinen, blauen Rock aus dem Häuschen, dann gibt es Sonnenschein. Natürlich wollen Fritz und Lilli immer Sonne haben, um draußen tüchtig spielen zu können. Darum achtet Fritz abends ganz genau auf die Wettermacher im Häuschen. Eines Abends, die Sonne ist gerade so prächtig untergegangen, läuft plötzlich das Wetterfrauchen ganz ins Häuschen zurück und der Mann mit dem roten Schirm kommt ganz heraus. Ei, den soll doch gleich der Kuckuck holen! denkt Fritz und schiebt den alten Regenmann schnell ins Häuschen zurück. Aber die Darmsaite, auf der der Regenmann festgemacht ist, schnellt sofort wieder zurück und Fritz hat einen regelrechten Kampf mit dem winzigen Männchen zu bestehen. Endlich hat Fritz gesiegt. Das kleine Frauchen kommt hervor und der Mann mit dem Schirm hat sich trotzig ins Innere verzogen. Vergnügt geht Fritz ins Bett und erzählt Lilli, daß er selber nun das Wetter machen kann, wie er will.
Aber am andern Morgen, o Graus, gießt's und schüttet's nur so vom Himmel
staut werden, und doch darf alles nur geringen Raum einnehmen.
In die obere Tasche kommt das Wasch- und Nachtzeug und die Wäsche hinein: Schlafsack, Schlafanzug Waschzeug und je nach der Länge der Fahrt Hemden. In die große Tasche, den Kasten, kommen Sportsachen, Strümpfe, außerdem Brot und Konserven und sonstige Eßwaren. Außen an den Tornister kommt das Eßgeschirr (Kochgeschirr, in dem Messer und Gabel verstaut sind) und um drei Seiten des Affen herum schnallt man, schön gerollt, die Decke und die Zeltbahn. Wollt ihr es vorschriftsmäßig machen, so rollt ihr zuerst die Decke und dann die Zeltbahn, schnallt dann beides getrennt auf, selbstverständlich die Zeltbahn oben, und so, daß der äußere Rand etwas nach unten hängt, damit kein Regenwaster hineinläuft. An den beiden Abbildungen seht ihr, wie ein Affe vorschriftsmäßig gepackt wird.
Und nun zum Rucksack.
Dieser muß so praktisch wie möglich sein. Die Decke wird in die Zeltbahn gerollt und mit Riemen außen befestigt. Wenn Platz ist, können beide noch mit in den Rucksack gepackt werden. Wäsche und Kleidungsstücke finden ihren Platz an der «eite, die dem Rücken am nächsten liegt. Liegt die Decke im Innern, so läßt man diese natürlich am Rücken liegen. Waschzeug, Kamm, Zahnbürste, Seife usw. stecken in einer eigens dafür hergestellten Tasche ^^m Kulturbeutel. Lebensmittel zum Abkochen nimmt man auch in ein-m Säck- chen mit. Für Gewürze, Fett und Brotaufstrich eignen sich vorzüglich kleine Alum- MiNlumbüchsen mit Schraubverschluß. Flick
herunter und dabei steht das Sonnen, frauchen vor dem Wetterhäuschen und Mama ist sehr böse mit Fritz. weil er das Wetterhäuschen kaputt gemacht hat. — Ja, Fritz Wetter machen, kann nur der liebe Gott.'
Ohne Scheuklappen durch die Welk
Einen dicken Glücksalmanach» könnte ich herausgeben, wollte ich alles aufzählen, was mich je beglückte!
Beim dicken Mistkäfer angefangen den ich aus verzweifelter Rückenlage befreien konnte bis zum Anblick des in der Sonne vergnüglich blinzelnden Großväterchens mit der Tabakspfeife, gibt es eine Riesenskala freundlicher Augenblicke, die ein waches Herz und offene Augen beglücken können. So war einmal ein ganz besonderer Elücks- tag für mich, als ich mit einem alten Jüngferlein Freudentränen vergoß, wie ich ihr den wiedergefundenen Kanarienvogel ins Mansardenstübchen brachte, oder ein andermal, als ich einem kleinen Tollpatsch einen festen runden Schneeball drehte, daß er ihn als dicken Klecks an die Mauer werfen konnte.
Und ist es etwa für ein liebendes Men- schenkind kein glücklicher Augenblick, wenn es ein schon halbverwelktes Blümlein wieder zum Blühen bringt oder ein aus dem Nest gefallenes Vöglein wieder dem Schutz der Vogelmutter anvertraut?
Ja, aus hundert Augen schaut das Glück uns an, wenn wir nicht mit Scheuklappen durch die Welt stiefeln.
Wie das Gänseblümchen zum
Tausendschönchen wurde
Der liebe Gott hatte die Erde geschaffen ; | und die vielen Blumen darauf, hatte je- j dem Blümlein seinen Namen zugeteilt, und ■ alle waren's zufrieden. Ein Blümlein W aber versteckte sich im Grase, es war so klein und hatte keine bunte Farbe, nur ein einziger weißer Blätterkranz legte sich um ein gelbes Sternchen. Es wurde von den andern Gänseblümchen gerufen und schämte sich dessen. Als nun der liebe Gott über die Wiesen ging, um zu sehen, ob alles auf Erden nach seinem Willen lebte, erhob ' das Gänseblümchen sein Stimmchen und sprach zu ihm: „Lieber Herrgott, da hast du alle Blumen so farbig gemacht und ihnen Duft gegeben und schöne Namen, nur mich beachtet hier niemand; darf ich denn niemals ihnen gleichkommen?" Den lieben Gott rührte die Klage des Blümchens und er sprach: „Ich habe dich lieb, wie ich dich geschaffen habe: aber ich will dir trotzdem helfen. Ich will dir noch ein paar Blätterkränze um dein Sternchen legen und dann bist du tausendmal so schön wie die andern". Das Gänseblümchen fühlte, wie ihm neue Blütenblätter wuchsen und errötete vor Freude; es dankte dem lieben Gott und bückte sich eilig zu dem klaren Bach hinunter, um sich darin zu spiegeln: Es sah sich als „Tausendschönchen" mit vielen weißen Blütenblättchen, die an den Spitzen zartrosa gefärbt waren. Dann wanderte es in einen schönen Garten, wo es sein Plätzchen mitten zwischen den andern Blumen suchte. Herbert Dälin.
zeug und Sanitätszeug gehören beim Affen und beim Rucksack an eine leicht findbare Stelle. Flaschen mit Flüssigkeiten sind gut zu sichern, besonders Spiritusflaschen, die für den Rucksack sehr gefährlich werden können. Bei Thermosflaschen muß man bedenken daß siè leicht zerbrechlich sind. Im Rucksack darf nichts lose herumliegen, sonst haben wir bald eine heillose Unordnung
Für mehrtätige Fahrten nimmt man immer Wäsche zum Wechseln mit. Badehose und Sandalen dürfen nicht fehlen. Koch- und Lagergeräte befestigt man am besten außerhalb am Rucksack, doch nimmt
man nie mehr Gepäck mit, als für die Fah^ am allernotwendigsten ist. So, und nun wünsche ich euch allen viel Glück zur frohen Sommerfahrt.