Zul-aer Mzeiger
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Nr. 163 — 12. Jahrgang
glischen irüßung
..Kern schlaaen wir in die Freundschaftshand ein!"
deutschen Volkes spreche, wenn ich sage: „Unsere englischen Kameraden sind uns herzlich willkommen!"
Der englische Thronfolger, S. K. H. der Prinz von Wales, hat neulich Worte gefunden, die ein warmes Echo in unserem Lande hervorgerufen haben.
Botschafter v. Ribbentrop vor den englischen Frontkämpfern
Die Vertreter der British Legion Gäste des Reichskriegsopferführers Oberlindober.
Der Reichskriegsopferführer Oberlinbober gab «m Montagmittig zu Ehren der Vertreter der British Legion ein Frühstück in dem mit den deutschen und britischen Farben und Fahnen geschmückten Festsaal des Hotels „Kaiserhof". Bei dieser Gelegenheit nahm Botschafter von Ribbentrop das Wort und führte u. a folgendes aus:
Es ist für uns alte deutsche Frontsoldaten ein ganz besonderes Ereignis, heute zum ersten Male seit Beendigung des großen Völkerringens englische Frontkämpfer des großen Krieges in Deutschland, in unserem neuen Deutschland, und hier unter uns zu sehen. Wir haben neulich aus dem Munde des Ehrenpräsidenten der Britischen Legion, des englischen Thronfolgers, gehört, welch hervorragende und bewundernswerte Arbeit die Britische Legion in der Arbeitsbeschaffung, in der Beschaffung von Pensionen usw. geleistet hat Wir wissen weiter, daß die großen Kriegsteilnebmerorganisationen unseres westlichen Nachbarn ähnliche Resultate aufzuweisen haben, und ich weiß ferner, daß auch unsere deutschen Verbände hier Vergleiche nicht zu scheuen brauchen.
Aber meine Kameraden, so wertvoll und aus wahrem Kameradschaftsgeist diese nationale Arbeit der alten Soldaten auch ist, so glaube ich, sind die Kämpfer des Weltkrieges heute durch das Schicksal bestimmt, eine weit über ihre ursprüngliche Zielsetzung hinausgehcndc Ausgabe, ja, vielleicht eine geschichtliche Mission zu erfüllen. Diese liegt in der Bölkerversühnung!
Dor der Erhabenheit des Fronterlebnisses kann keine Heuchelei, können keine diplomatischen Kniffe standhalten, und nichts scheint mir geeigneter, die Völker einander näherzubringen und die . Probleme aus der egoistischen Alltagsatmosphäre einer Lösung entgegenzuführen, als der aus dem Fronterlebnis geborene Kameradschaftsgeist. Es ist nicht Aufgabe der Frontkämpfer, Politik zu treiben oder die Politik ihrer Regierungen beeinflussen zu wollen, aber wir, die wir uns mit den Problemen der europäischen Politik zu beschäftigen haben, wissen, daß politische, für die Völker nützliche Lösungen nicht möglich sind, wenn eine vergiftete Atmosphäre vorherrscht, oder solange, wie kürzlich ein ausländischer Staatsmann sagte, „eine durch den Krieg zurückgelassene, verarmte, aufgeregte und mißtrauische Welt" besteht.
Diesen Zustand zu beseitigen und eine Atmosphäre herzustellen, die es den Staatsmännern ermöglicht, nützliche und dauerhafte Vereinbarungen zu treffen, hierin sehe ich die große und dankbare Aufgabe der Frontkämpfer. ; Daß wir heute unsere Kameraden von den großen englischen Frontkämpferorganisationen der Britischen Legion hier in Berlin unter uns sehen können, gibt uns die Gewißheit, daß
wir unserem großen Ziel einer Versöhnung der ehemaligen Kriegsgegner, vor allem England, Frankreich und Deutschland, und damit einer Solidarität
Europas immer näher kommen.
Unbeirrbar und gegen alle kleinlichen Machenschaften und sonstigen Widerstände einer überwundenen Periode k werden wir Frontkämpfer auf diesem Wege fortschreiten und, meine Kameraden, ich bin felsenfest überzeugt: w i r werden siegen!
Was unsere beiden Länder im besondere n betrifft, so gibt es zwischen Großbritannien und Deutschland keine Differenzen irgendwelcher Art mehr. Ich glaube, Jett dem 18. Juni, dem Abschluß des deutsch-englischen Flottenabkommens, das den ersten Schritt auf dem Weg zn einer praktischen Friedenspolitik bedeutet, lst dies allmählich jedermann klar geworden.
Der deutsche Reichskanzler hat in seiner großen Rede vorn 21. Mai gesagt: „Die deutsche Regie- rung hat die aufrichtige Absicht, alles zu tun, um zum britischen Volk und Staat ein Verhältnis zu finden und zu erhalten, das eine Wiederholung des bisher einzigen Kampfes zwischen beiden Nationen für immer verhindern wird."
Wir deutschen Frontkämpfer werden unser Bestes tun, um dieses Ziel zu verwirklichen, und wir sind sicher, daß wir uns in diesem Bestreben mit unseren englischen Kameraden eins fühlen.
In diesem Sinne begrüße ich den Führer der eng- llichen Abordnung Major Fetherstone-Godley und die anderen Herren von bei British Legion, und ich weiß, daß ich im Sinne aller hier versammelten deutschen yronttämpf er Organisationen, die nun bald in einem groBcn Frontkämpferverband zur gemeinsamen Pflege des Frontkämpfergedankens im Sinne unseres neuen Deutschlands zusammengeschweißi sein werden. d. h. also, 'm Namen aller deutschen Frontkämpfer, ja. de- gesamten
Fulda, Dienstag, 16. Juli 1935
Er sagte: „Niemand ist geeigneter, Deutschland die Hand der Freundschaft entgegenzustreüen, als die enf'ir^™ Frontkämpfer." Ich glaube, ich kann diese Begrüßung unserer englischen Kameraden nicht besser schließen, als indem ich ihnen zurufe: Gern schlagen wir in die Freundschaftsband ein!"
Im Namen der nationalsozialistischen Kriegsopfer- versorgung hieß sodann Reichskriegsopferführer Pg. Oberlindober die englischen Gäste herzlich willkommen und erklärte: Es ist mir eine aufrichtige Freude, Sie hier als meine Gäste begrüßen zu können. Sie haben durch Ihren Besuch bei n i deutschen Kameraden und mir den Weg gefunden, ^cr zur Verständigung unserer beiden Völker führen dürfte.
Den Dank der englischen Gäste sprach Major F. W. C. Fetherstone-Godley aus und sagte: Die Engländer haben nur einmal gegen die Deutschen gekämpft, und wir Vertreter der British Legion sind der Ansicht, daß das ein Fehler war. Dieser Fehler soll sich nicht wiederholen. Ich kann wohl im Namen aller alten Soldaten des British Empire sprechen, wenn ich sage, daß wir während des Krieges eine außerordentlich
große Hochachtung vor den deutschen Soldaten hatten.
Wir von der British Legion sind der Ansicht, daß, wenn überhaupt ein dauerhafter Friede zustandekommen soll, dieser nur auf gegenseitiger Achtung aufgebaut sein kann. Meine Kameraden und ich sind der festen Überzeugung, daß dieser Besuch in Deutschland der
Grundstein für eine Weiterentwicklung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen England und Deutschland sein wird. Ich kann versichern, daß diese Freundschaft zwischen unseren beiden Ländern nicht an einem Mangel von Bemühungen auf unserer Seite der Nordsee scheitern wird. Zum Schluß dankte Major Fetherstone-Godley für die freundliche Aufnahme.
Das Ehrenkreuz der British Legion wurde darauf folgenden Herren verliehen: Reichsarbeits-
Englands Frontkämpfer
ehren Deutschlands Gefallene
Die Abordnung der englischen Frontkämpfer, die zu einem zehntägigen Aufenthalt in Deutschland weilt und bei ihrer Ankunft in Berlin freudig begrüßt wurde, legten am Montag am Ehrenmal in Berlin einen Kranz nieder.
Eine nach vielen Tausenden zählende Menschenmenge begrüßte die englischen Gäste mit stürmischen .^eilrufen Abordnungen a (Ke r deutschen Frontkämpferverbände waren am Ehrenmale aufmarschiert. Der Eingang des Ehrenmals wurde flankiert von den Bannern der aufmarschierten Verbände, unmittelbar vor dem Eingang sah man zwei Fahnen der NSKOV. Zahlreiche Ehrengäste hatten sich inzwischen am Ehrenmal eingefunden. Kurz vor 11 Uhr fuhr der Kraftwagen mit den englischen Frontkämpfern vor. Der Präsentiermarsch klang auf, und
die britischen Frontkämpfer schritten mit den Ehrengästen zusammen die Front der Verbände ab.
Dann begaben sie sich zur Kranzniederlegung nach dem Ehrenmal. Mr. Clive trug die britische Fahne, ihm folgte der Führer der Abordnung, Major Fetherston-Godlèy, mit dem aus Mohnblumen und einer blaugelben Schleife bestehenden Kranz und die übrigen Mitglieder der Abordnung. Dir Fahnen senkten sich, und entblößten Hauptes verharrte die Menge in stummem Gedenken an die toten Frontkämpfer, bis das Lied vom Guten Kameraden verklungen war. Inzwischen hatte Major Fetherston-Godley den Kranz mit einer Widmung im Ehrenmal niedergelegt.
Nach dem Verlassen des Ehrenmals begrüßten die Engländer fünf Schwerkriegsbeschädigte, die in ihren Transportstühlen zu der Feier gekommen waren. Sie erkundigten sich nach dem Truppenteil, nach den Kriegserlebnissen jedes einzelnen und verabschiedeten sich dann in sehr herzlicher Weise. Inzwischen hatten die Verbände am Zeughaus Aufstellung genommen.
Einzelverkaufspreis 10 Pfg.
Die Frontkämpfer am Berliner Ehrenmal.
(Weltbild.)
minister Seihte, Botschafter von Ribbentrop, Reichskriegsopferführer O b c r l i n d o b e r, Gauleiter Schw e d e - Koburg. Oberst Reinhard vom Kyff- Häuser-Bund, von der Goltz und Freiherr von L e r s n e r.
Der Storer empflna die Vertreter der Vrtttsh Legion.
Der Führer und Reichskanzler empfing am Montag mittag die fünf Vertreter der British L e - g i o n. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf H e ß, der sich zur Ausheilung einer Skiverletzung in der Mark befindet, war eigens zu dem Empfang nach Berlin gekommen. In Begleitung der englischen Gäste befanden sich Botschafter von Ribbentrop, Reichskriegsopferführer Oberlindober und SS.-Oberführer von Humann-Hain- hvfen.
Der englische FronttSmpserbesuch
Berlin, 16. SuH.
Botschafter von Ribbentrop empfing am Montagabend die Vertreter der British Legion in seinem Hause in Berlin-Dahlem. Der Empfang bot Gelegenheit zu einer kameradschaftlichen und freundschaftlichen Aussprache zwischen den Vertretern der englischen Frontkämpfer und den Vertretern der Reicksregierung und der deutschen Frontkämpferverbände.
Unter den Klängen von „Preußens Gloria" marschierten nun die Formationen heran, an der
Spitze die englische Fahne.
Heilrnse empfingen die Verbände, die an den englischen Gästen im Paradeschritt vorüberzogen. Dann bestiegen die britischen Frontkämpfer wieder ihren Kraftwagen llnd fuhren unter immer neuen Heilrufen der Zuschauer wieder nach ihrem Quartier, dem Hotel „Kaiserhof", zurück. Bei dem Abmarsch der Formation spielte die Kapelle am Denkmal Friedrich des Großen zu Ehren der englischen Fahne die britische Nationalhymne.
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Am Nachmittag fuhren die Abgeordneten der British Legion nach Stahnsdorf hinaus, um auf dem Südwestfriedhof die Gräber der in deutscher Kriegsgefangenschaft gestorbenen britischen Frontkämpfer zu besuchen.
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Die englischen Blätter bringen ausführliche Bericht« von der Ankunft der Vertreter der British Legion in Berlin und ihrem freundlichen Empfang sowohl durch di« Presse wie durch die Bevölkerung. Der Ehrenpräsident der British Legion, General Sir Jan Hamilton, der seinerzeit als Führer einer britischen Abordnung in Berlin weilte, die von Hindenburg die Trompeten eines schottischen Regiments zurückerhielt, hielt in einer Versammlung der British Legion eine Rede, in der er darau' hinwies, daß die British Legion mehr dazu beigetragen habe, freundschaftliche Beziehungen zu Deutschland herzustellen, als die britischen Politiker und Staatsmänner zu- sammen. Es gelte jetzt eine Schlacht für den Frieden zu schlagen.