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Hitze! Hitze! Hitze!

380 in Deutschland, 45° in Polen Und es soll hei'y bleiben Opfer der Hitze und der Gewitter.

Die Hitzewelle hält sich diesmal verhältnismäßig lange über Mitteleuropa. Auch am Donnerstag wurden wieder wahre Tropentemperaturen gemessen. Das Thermometer kletterte bis auf 35 Grad, in Breslau aus sag und schreibe 38 Grad. Sogar die Zugspitze, die sonst um diese Jahreszeit gewöhnlich eine Temperatur von 0 Grad hat, konnte 11 Grad Wärme messen. Eine ungewöhnliche Hitze herrscht im Riesengebirge. Heiß ist es auch an der Nordsee und noch heißer an der Ostsee.

Die Wetterpropheten stellen die Fortdauer des hoch- sommerlichen Wetters mit seiner Glut in Aussicht.

Wenn die alten Bauernregeln Recht behalten, dann be­kommen wir einen warmen, regenarmen Sommer, weil das Wetter am berühmten Siebenschläfertag so heiß gewesen ist.

Die Wärmeansammlung hat bereits zu schweren elektrischen Entladungen geführt, die zwar ihre heftigste Auswirkung in Frankreich und Polen hatten, aber auch das dazwischenliegende Gebiet des Reiches nicht verschonten. Heftige Gewitter mit Hagel­schlag gingen über die W e st p r i g n i tz nieder und richteten in vielen Dörfern große Verheerungen an. Wiehr­fach schlug der Blitz ein. Zum Teil ist auch die Ernte vernichtet.

Zahlreiche Bäume wurden entwurzelt, Hausdâcher vom Sturm abgcdeckt, Telephon- und Lichtleitungen zerstört.

Über Bremen und Umgegend ging nachts ein schwerer Gewittersturm nieder, der mehrere Stunden dauerte und großen Schaden verursachte. Besonders schwer heimgesucht wurden die Vorstädte. In dem Vorort Horn schlug der Blitz in das strohgedeckte Haus eines Landwirts ein. Das Strohdach stand sofort in hellen Flammen. Wohnhaus und Viehstall wurden bis auf die Grundmauern eingeäschert. Das Vieh konnte gerettet werden. In Bremcn-Schwach- Hausen wurden vom Sturm zahlreiche Bäume wie Stroh­halme geknickt. Heftige Hagelschauer verursachten große Dach- und Fensterschäden.

Ein schwerer Gewitterregen, der Donnerstag über der Freien Stadt Danzig niederging, hat erheblichen Schaden verursacht. Schwer betroffen wurden die Bal­tischen Spritwerk e A. - G., die in dem Danziger Vorort Neusahrwasser in der Hafenftraße ihr Depot haben.

In einen der sechs oberirdischen Tanks, die je 100 000 Liter Sprit fassen, schlug der Blitz ein und brachte diesen sowie gleich darauf einen unmittelbar benach­barten Tank zur Explosion.

Aus aller Welt.

Zwei Handwerksmeister ertrunken.

Zwei parallel gelagerte Fälle haben sich im Anschluß an die Frankfurter Handwerkertage ereignet. Nachdem vor einigen Tagen ein Handwerkergast aus Ludwigshafen a. Rh., der während der Festtage in Frankfurt verschwunden war, als Leiche aus dem Main gelandet worden ist, ist nunmehr ein zweiter Handwerker nach achttägigem Verschwundensein tot aus dem Main gezogen worden. Es handelt sich um einen Berliner Bäcker m ei st er, den 39 Jahre alten Konrad Dreinert aus Berlin-Zehlendorf. Der Gast aus Berlin war bis zum Dienstagvormittag bei seinen Quartiergebern ge­blieben und ging dann weg, wobei er versprach, bis abends 7 Uhr wieder zurück zu sein. Dreinert ließ Hut, Wäsche und seine Rückfahrtkarte nach Berlin im Quartier zurück. Er selbst blieb aber verschwunden. Da die Leiche keinerlei Verletzungen aufwies und auch nichts von den Wertgegenständen fehlt, die Dreinert bei sich trug, kann man auf einen Unglücksfall schließen.

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In Flammen umgekommen.

Eigenartiger Verkehrsunfall in Wuppertal.

Am Donnerstagnachmittag stieß im Wuppertaler Stadtteil Vohwinkel ein Straßenbahnzug in voller Fahrt mit einem Lastkraftwagen zusam­men. Der Zusammenprall war so stark, daß auch ein Straßenbahnmast umgebogen und ein Laternenpfahl glatt umgerissen wurde. Plötzlich stand der Lastkraftwagen in Hellen Flammen, und auch das ausströmende Gas der umgerissenen Laterne fing Feuer.

Während es einem auf dem Lastkraftwagen sitzenden Mann im letzten Augenblick gelang, sich vor den Flammen in Sicherheit zu bringen, konnte der andere vor den mit rasender Geschwindigkeit sich ausbreitenden Flammen nicht mehr rechtzeitig geborgen werden und verbrannte. Der Lastkraftwagen brannte vollständig aus. Fahrgäste der Straßenbahn wurden nicht verletzt.

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Schlacht um eine Wiese.

Bei G r o d n o. unweit der ostpreußlschen Grenze, spielte sich eine richtiggehende Dorsschlacht um den Besitz einer Wiese ab, bei der eine ganze Anzahl von Personen schwer verletz, wurde. Der Pfarrer des Dorfes glaubte Anspruch aus den Ertrag der Wiese zu haben, was jedoch von seinen Bauern entschieden be­stritten wurde. Darauf suchte der Geistliche sein Recht mit Gewalt zu erobern. Er mietete 15 Schnitter und zog mit dieser Armee sensenbewaffuet nach der Wiese. Seine Ab­sicht hatte sich aber herumgesprochen, und so versperrte ihm eine Anzahl mit Äxten und Knüppeln versehener Bauern den Weg. Es kam zu einem Gefecht, an dem der Pfarrer selbst teilnahm; er verwundete allein zwei Personen schwer durch Revolverschüsse.

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Pferde verursachen Zugunfail.

Donnerstag früh ereignete sich b e i de m Eisen- bahnbau unweit von Muoskosel bei Lulea in Nordschweden ein schweres Unglück. Plötzlich sprangen zwei Pferde vor die Lokomotive eines Materialzuges, der in voller Fahrt war. Die Pferde wurden überfahren und der Zug entgleiste. Dabei stürzte auch der Mannschafts­wagen um. Sechs Arbeiter wurden getötet und fünfzehn verletzt.

Die Detonation war so stark, daß im weiten Umkreis sämtliche Fensterscheiben in Trümmer gingen.

Bei einem Unwetter in E p e im niederländisch-deut­schen Grenzgebiet schlug der Blitz in ein Gehöft ein, das völlig niederbranntc Der Bauer und die Bäuerin fan­den in dem brennenden Hause den Flammentod.

Ein heftiger mit Hagel untermischter Gewitterschauer, hat in P a r i s größte Verheerungen verursacht.

Im Boulogner Wäldchen wurden nicht weniger als 600 Bäume entwurzelt.

Auch auf den Boulevards fielen zahlreiche alte Bäume dem Sturm zum Opfer. Auch in S ü d w e st f r a n k - reich bei Bordeaux richtete das Gewitter mit Hagel­schauer großen Schaden an. Dort wurde die Stadtbiblio­thek stark beschädigt, und die Züge nach Mont-de-Marsan erlitten infolge Überschwemmungen bedeutende Ver­spätungen.

Die ungewöhnliche Hitze der letzten Tage hat auch in Polen mit 45 Grad ihren Höhepunkt erreicht. Die Temperaturen sind auch während der kühlsten Stunden der Nacht nicht unter 25 Grad gesunken. Die Folgen dieses Zustandes, der von den Zeitungen als Weiß­glut bezeichnet wird, ist, daß die Straßen weit leerer sind als man sonst selbst in der Sommerzeit gewohnt ist. Ein Warschauer Blatt berichtet in getreulicher Erfüllung seiner Chronistenpflicht, daß die Frauen es auf ein er- stannliches Mindestmaß von Kleidung gebracht haben, was aber die durch die Hitze abgestumpften Männer überhaupt nicht zu interessieren scheine.

Eine katastrophale Hitze wird auch aus Wien und ebenso aus Italien gemeldet, selbst Übersee scheint von der Glutwelle betroffen worden zu sein. In Wien sind drei Todesopfer der Hitze zu verzeichnen. Nach furchtbarer Hitze sind die mittleren und westlichen Staaten Nord­amerikas von schweren Wolkenbrüchen heimgesucht wor­den, die ungeheuren Schaden entrichteten.

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Ein außerordentlich schweres Gewitter, das durch ganz Mecklenburg und Vorpommern seinen Weg nahm und von wolkenbruchartigem Regen begleitet war, hat in dem ganzen Ostsecküstengebict schwere Schäden angerichtet. So wurde in Strohkirchen bei Ludwigslust eine Büdnerei bis auf die Grund­mauern eingeäschert. In den Kreisen Grimmen und Greifswald zündete der Blitz in fünf Gebäuden und Viehställen. Weiter werden aus der ganzen Gegend schwere Schäden durch das Unwetter gemeldet.

Kommunistenüberfatt in Madrid.

Auf das Werbebüro der Reichsbahnzentrale.

In der Nacht verübte in Madrid eine Gruppe K o m m u n i st e n einen Überfall auf das erst vor weni­gen Tagen unter Teilnahme der spanischen Behörden er­öffnete Werbe- und Auskunftsbüro der Reichsbahnzentrale für den deutschen Reisever­kehr, das in einer Hauptstraße der Stadt liegt.

Durch Stein würfe wurde das große Schau­fenster des Büros, das in diesen Tagen die Aufmerksam­keit der Madrider Bevölkerung in besonderem Maße auf sich gelenkt hatte, sowie ein Teil der Lichtreklame und Be­leuchtungsanlage zertrümmert. Die Polizei zerstreute die Menge durch Abgabe einiger Schreckschüsse und nahm mehrere Verhaftungen vor.

Um die WöhrungsstaSMsierung

Paris, 28. Juni. In der Hauptfrage der diesjährigen IHK-Tagung, der Frage der Währungsstabilisierung, wird der Vollversammlung ein Entschließungsentwurf vor­gelegt werden, der die Stabilisierung der Währungen als ein dringliches Angebot für die Gesundung der Welt­wirtschaft bezeichnet. Wie verlautet, ist der Grundsatz, daß die Währungsstabilisierung nur durch Wiederherstellung eines internationalen Goldstandards zu erzielen ist, ange­nommen worden.

Verstaatlichung der Rüstungsindustrie

Ein Beschluß des Finanzausschusses der Kammer.

Paris, 28. Juni. Der Finanzausschuß der Kammer stimmte den für die Landesverteidigung (Heer, Marine und Luftflotte) vorgesehenen außerordentlichen Ausgaben mit vierzehn Stimmen gegen sieben Stimmen zu. Mtt 9 gegen 8 Stimmen bei zwei Enthaltungen wurde ein Antrag angenommen, der vorsieht, daß die Waffen­herstellung und der Waffenhandel vom 1. Januar 1936 ab ausschließlich vom Staat besorgt werden soll.

Kurze Nachrichten.

Berlin. Der ^Führer und Reichskanzler empfing den Kaiserlich Japanischen Botschafter Vicomte Mushakoji und überreichte ihm als Geschenk des Deutschen Reiches an den Kaiser von Japan ein bisher in deutschem Museumsbesitz befindliches Bild des in der japanischen Geschichte berühmten Kaisers Saga.

Berlin. Reichsminister Dr. Goebbels empfing die diesjährige Preisträgerin des nationalen Filmpreises, Leni Riefenstahl, um ihr den Preis zu überreichen. Der Preis bleibt nach dem Wunsch der Künstlerin im Ministerium aufgestellt.

Kiel. Nach einer Kranzniederlegung beim Ehrenmal in Laboe wurden die Abordnungen der pol­nischen Z e r st ö r e rWicher" undB u r z a" im Kleinen Saal des Rathauses vom Oberbürgermeister der Stadt Kiel, Kreisleiter Behrens, empfangen.

Warschau. Der Sejm nahm feine neue Wahlord­nung nach dem Entwurf des Regierungsblocks in zweiter Lesung mit 227 gegen 114 Stimmen an.

Washington. Präsident N o o s e v e l t hat ein natio­nales Amt für Jugendhilfe mit einem Kapital von 50 Millionen Dollar (1 Dollar = 2,47 Mark) ein­gerichtet, das männlichen und weiblichen Jugendlichen die Erlernung eines Handwerks oder das Studium ermög­lichen soll.

Wilhelmshaven jubelt Mackensen ^

Der Gencralfeldmnrschall besichtigte Panzers^« Deutschland".

Sämtliche Straßen der Jadestütte braune» : Flag gen schmuck als sichtbares Zeichen der ÂrèL nt für den Gencralfeldmarschall von Ma ckenf seit Mittwoch abend in den Mauern Wilhelms^,?" weilt. Bei seinen Fahrten durch die Stadt wurden von den Einwohnern große Huldigungen gegengebracht. So ist auch das Gebäude des Statim^ kommandos, wo der Generalfeldmarschall Gast des der Nordsecstation, Vizeadmiral Schultze, ist M v von Hunderten von Menschen belagert, die den GenÄ feldmarschall bei seiner An- und Abfahrt begrüßen

Am Donnerstag besichtigte Mackensens Kriegsschiffe im Hafen. Am Liegeplatz hJ PanzerschiffesDeutschland" wurde er von Kapitän See Kien ast begrüßt. Der Generalfeldmarschall S wieder die Uniform der Totenkopfhusaren trug, belickti^ an Bord des Panzerschiffes die einzelnen Formatio n» und machte dann einen Gang burdj das Schiff. Der Raa mittag war ausgefüllt mit Besichtigungen der Garnison kirche und des Ehrenfriedhofs sowie der neuen Siedln, und Wohnviertel der neu erstehenden Doppelstadt. Abends fand zu Ehren des Gencralfeldmarschalls ein aroß^ Zapfenstreich vor dem Stationsgebäude statt.

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Stärkste HvchspaunmW-Versuch-mlssi der Wett in Nürnberg.

Künstlicher Blitz schlägt in die Antenne Großversuche mit 3 Millionen Volt. '

Auf dem Freigelände der Nürnberger T r a n s f o r m a t o r e n f a b r i k ist seit einiger Zeit die stärksteHochspannungsversuchsanlagede, Welt in Betrieb, mit der kurzzeitig elektrische Spannun­gen b i s z u 3 M i l l i o n e n V o l t erzeugt und blitzartig entladen werden können. In einer eindrucksvollen Vor­führung hatte man Gelegenheit, diese gewaltigen Kräfte mit meterlangen künstlichen Blitzüberschlägen 'kennenzu­lernen.

Von einer 25 Meter langen Antenne blieb nach dem Blitzeinschlag nicht viel mehr als eine bläuliche Rauch­wolke verdampften Metalls zurück. Eine Birke, durch deren Stamm die Entladung neun Meter hindurchfuhr, zersplit­terte und hinterließ den Eindruck eines natürlichen Ge­witterschadens. Donnernd und prasselnd folgte Entladung auf Entladung, während Direktor Dr. Knott die Be­deutung dieser gigantischen Anlage für die Entwicklungs­arbeit der Siemens-Schuckert-Werke erläuterte. Denn in der praktischen Forschung hofft man, daß die Versuchser­gebnisse, wie einzelne Beispiele bereits erkennen lassen, zu einer bedeutsamen Vervollkommnung des Transforma­torenbaues führen werden und somit dazu beitragen, die Weltgeltung der deutschen Technik zu festigen und zu stärken.

Nah und Kern.

Das Tannenbergdenkmal kann wieder besichtigt werden. Die Erdarbeiten im Jnnenhof des Tannenberg- Nationaldcnkmals bei Hohenstein (Ostpr.) sind jetzt so weit fortgeschritten, daß das Denkmal den Besuchern zur Besichtigung freigegeben werden konnte. Zugleich wurde ein Modell des Denkmals aufgestellt, das den Bau in seiner neuen, vom Führer und Reichskanzler genehmig­

ten Gestaltung zeigt.

Auf der Paddelbootfahrt verunglückt. Im nördlichen Stettiner Haff wurden zwei männliche Leichen ge­funden, deren Identität zunächst nicht festgestellt werden konnte. Die Ermittlungen haben nunmehr ergeben, daß es sich bei den Toten um einen Berliner namens Siedau und einen Stettiner namens Wergin handelt. Die beiden Mb vor etwa zehn Tagen bei einer Paddelbootfahrt im Hast verunglückt.

D!ei Jahre Zuchthaus für den verbotenen Miinzen- schatz. Das mittelbeutfdje Sondergericht in Halle ver­urteilte den 44jährigen Dr. Georg Hirschfeld aus Haue, der 3000 Mark ausländische Goldmünzen in seinem Schreibtisch unangemeldet verwahrt hatte, wegen Devsten- Verbrechens zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. . .

Feldpostkarte nach 19 Jahren eingctrofsen. Bei einer Familie in Wesel ging eine Feldpostkarte ein, die am 5. Juni 1916 in Tournai an der Schelde in Belgien vo einem deutschen Soldaten geschrieben wurde. Absenoe dieser Karte, die erst jetzt ihren Bestimmungsort erreicy , war der Leutnant d. R. Wohlbring von der 5. Kompan des Infanterieregiments Herzog Ferdinand von Bra schweig (8. Westfälisches) Nr. 57. WohlbrMg ließ am 22. Februar 1918 sein Leben für Volk und Vatenano. Die Karte, die an die Eltern des Absenders gerichtet i> zeigt eine Ansicht des Ortes Tournai und enthalt e kurzen Gruß und den Dank für eine erhaltene Seno . aus der Heimat

Er vergißt seinen vierbeinigen Arbeitskainerv Auch sie haben Durst. _ ^)