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Nr. 135 12. Jahrgang

Fulda, Donnerstag, 13. Juni 1935

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Aussöhnung durch Zusammenarbeit der Frontkämpfer.

Das Echo der Rede des englischen Thronfolgers.Paris versucht abzuschwächen.

licher Verständigung gibt als eine offene und ehrliche Fühlungnahme zwischen den Männern, die an der Front gestailden haben. Ich bin überzeugt, daß der Geist, der in den meisten Frontkämpferverbänden der verschiedenen Länder herrscht, sich , als eine große Hilfe für die Bemühungen der verschiedenen Regierungen er­weisen wird, endgültig Frieden und Zu­sammenarbeit in Europa herbeizuführen."

*

Die freundlichen Worte des englischen Thronfolgers, des Prinzen von Wales, über die künftigen Be- thungeu zwischen England und Deutschland und ihr zu- mmendes Echo aus Deutschland haben in der eng­lischen L> f s e n t l i ch l e i t größten Eindruck hervor- gerusen. Die Rede des englischen Thronfolgers ist nicht als eine Privatäußerung des Prinzen anzusehen, viel­mehr wird sie in englischen politischen Kreisen als eine wohlbedachte politifche Aktiou ersten Ran- ges bezeichnet, die in Verbindung mit der letzten Aus-

(Scherl M.)

Jer englische Thronfolger während seiner aufsehenerregen­den Ansprache an die englischen Frontkämpfer über eine Berständigmig mit Deutschland.

I Aaye zwischen dem englischen Ministerpräsidenten I Baldwin und dem englischen König gebracht wird I Es ist begreiflich, daß die Erklärung des englischen I Thronfolgers in Pa ri s gewaltiges Aufsehen erregt hat. 1 Sielen französischen Zeitungen ist die Erklärung recht peinlich, und einige rechtsstehende Pariser Blätter ver- Men die Bedeutung dieser englischen Kundgebung abzu- I Sachen. Immerhin muß z. B. dasE ch o d e P a r i s" I Weben, daß die Worte des Prinzen von Wales absicht- I >ich in dem Augenblick der deutsch-englischen Flottenver- I Handlungen gesprochen worden sind, um zu zeigen, daß Englâd keinerlei Vorurteile gegenüber Deutschland hege.

Wie die Londoner ZeitungD a i l y Telegraph"

I ^tzuteilen weiß, werden in den nächsten Tagen zwei I Führer der britischen Frontkämpfer Deutschland besuchen, I M. Vorbereitungen für den Deutschlandbesuch einer I Miseren englischen Kriegsteilnehmerabordnung zu tres- I M Die Londoner ZeitungTimes" berichtet aus I Min:Der Vorschlag, daß eine Abordnung der ,®rn I M Legion1 Deutschland besuchen soll, steht un Ern- I , ng mit den allgemeinen Bemühungen, die besonders I 0,1 dem Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, I Dom Botschafter v onRibbentrop gemacht wor- ^nsind, eine

internationale Aussöhnung durch Zusainmenarbeit

I der früheren Frontkämpfer

I f labern." Auch andere Londoner Zeitungen I die Rede des Prinzen von Wales und den --er- I ^lne dlnnäberung zwischen den englischen und den - I Frontkämpfern herbeizuführen. Sogar die Zertung I d englischen Arbeiterpartei,Da i l y H er a l d , meint, I i dex englische Frontkämpferbesuch M Deutschland de I Ä^fi mit Deutschland dienen könnte. Der euglüche I L^führcr Lansbury hat erklärt, er Wunsche. I 3 der englische Gewerkschaftskongreß an Hitler schreibe I lich^du bitte, seine Kameraden zu empfangen, damit sn

11 Deutschland umsehen könnten.

I â großer Schritt zum europäischen

. Frieden." . ( ^"rungcn von Heß, Göring und Rlbbenüop. \%\^ Heß, der Stellvertreter des Führers, der,am !,"°ugen Jahres in einer großen Rede rn ^omgv Freimuts den Frontkämpfern der anderen Potter

I ReuMaftshand hingestreckt hat, hat dem englischen Pr"! "r°, das ihn um seine Meinung zu der Rede de^ Mvon Wales gefragt hat, folgendes erklärt- den WgC9rü6e selbstverständlich die Worte des Prinzen

Wenn die englischen Frontkämpfer nach Deutschland kommen wollen, so können sie natürlich gewiß sein, daß sie von den deutschen Frontkämpfern als Kame­raden ausgenommen werden.

Wenn der Frontkämpfergeist auch in der Außenpolitik der verschiedenen Länder mehr und mehr zum Durchbruch kommt, so wird e i n g r o ß e r S ch r i t t z u m europä­ischen Frieden getan sein."

General Göring erklärte zu der Rede des Prinzen von Wales:Die Rede des Prinzen von Wales kann man in der Tat begrüßen. Sie ist geeignet, den Welt­frieden a u f r e ch t z u e r h a l t e n."

Botschafter v. Ribbentrop hat sich auf Anfrage des englischen Nachrichtenbüros wie folgt geäußert:

Die Worte des Prinzen von Wales auf der Tagung der britischen Frontkämpfer werden in Deutschland überall ein warmes Echo finden. Britische Frontkämpfer werden daher von den deutschen Frontsoldaten und von dem deutschen Volk in seiner Gesamtheit aufs herzlichste be­grüßt werden. Erfahrungen mit Zusammenkünften von Frontkämpfern haben uns gezeigt, daß es keinen besserenWegzurFörderunafreundschaft-

Lebhaftes Treiben auf der Kieler Marine-Volkswoche.

Beginn der Regatten und Sportmeisterschaften der Marine.

In der in einem Flaggenmeer gehüllten Ostsee- stadt Kiel über 20 000 Besucher weilen in den Mauern der Stadt herrscht anläßlich der Marine-Volks­woche buntes, lebhaftes Treiben. Voll Anerkennung blickt die englische Presse auf die Kieler Woche und berichtet, daß die deutschen Matrosen die beste Propaganda für die Flotte feien. Ebenso wie die englischen Matrosen ver­ständen sie es, in der Bevölkerung sich beliebt zu machen,

Feierlich war die Eröffnung der Marine-Volkswoche in der Kieler Nordoft seehalle. Die ge­samte Admiralität war anwesend, auch bekannte Namen der alten Marine waren vertreten, darunter Admiral von Trotha, der Führer des Reichsbundes für deutsche Seegeltung. Vizeadmiral von Albrecht, der Chef der Marinestation der Ostsee, hielt die Fest­ansprache, wobei er betonte, daß

der Soldat und der Seemann nicht ohne Tradition leben könne.

Die Überlieferung der Wehrmacht des Dritten Reiches und der dritten deutschen Kriegsmarine sei auf den Leistungen der kurbrandcnburgischen. preußischen und deutschen Armee und Marine aufgebaut. Die Überliefe­rung habe jedoch nur dann einen bleibenden Wert, wenn sie als innerliche Verpflichtung erfaßt werde. Die Arbeit der Kriegsmarine sei geadelt und erleichtert durch die auf Frontkämpfergeist und Opferbereitschaft beruhenden nationalsozialistischen Weltanschauung unseres Volkes. Nach der Kundgebung fand vor der Halle der

Vorbeimarsch der Einheiten von den Schiffen und den Landtruppen,

voran die traditionellen Fahnen der kurbrandenburgischen und preußischen Flotte, vor Admiral Raeder statt. Der Vorbeimarsch löste bei den Zuschauern größte Begeiste­rung aus.

Nach den großen Wecken in Kiel-Wyk und der Flaggenparade auf allen Schiffen gab es am Mittwoch zwei Regatten, zuerst für deutsche Kriegsschiffboote, dann ein 'Segelbootwettbewerb zwischen Deutschland, .Holland, Schweden, Dänemark und Polen. Vom Ufer sah zahlreiches Publikum zu. Besonderes Entzücken riefen zwei geschichtlich getreu nachgebildete Miniaturschiffe her­vor eine von der Besatzung derSchleswig-Holstein" er­baute kurbrandenburgische Fregatte und eine preußische Korvette der Leute vomAdmiral Scheer".

Nebenbei haben die S p o rtm e i st e rsch a ft en der Marine begonnen und an den Nachmittagen stehen alle Kriegsschiffe während ihrer Übungen zur Besichtigung °^nUn Anwesenheit des Oberbes ehlshabe es der Kriegs­marine Admiral Dr. Raeder, des Reichssportführers von T s ch a m m e r und O st e n, des Wettfahrleiters und Führers des Marine-Negattavereins, Konteradmiral Bastian und höherer Offiziere wurde die 1. Interna- tior-ale Marine - Pokal - Segelweltfahrt um denHindenburg-Erinnerungs-Pokal" eröffnet. Zum ersten Male wird ein solches Rennen von den Offiziermannschaften der Kriegsmarine von fünf Na­tionen ausgetragen. Die sehr geschickt arbeitende schwe­dische Besatzung eroberte gleich nach dem von Admiral Raeder abgegebenen Startschuß einen kleinen Vorteil. Nach der Runde des Dreieckskurses Kiel-Wik-Altheikendorf- Friedrichsort lagen das deutsche und dgs schwedische Boot

Kein deutscher Soldat will einen neuen Krieg

Der Bundesführer des Kyffhäuserbundes, Oberst R e i n- har d t, erklärt zu der Ankündigung der englischen Front- kämpferorganisation der British Legion: Wir würden uns sehr freuen, Vertreter der British Legion in Berlin zu einer freundschaftlichen Erörterung aller Angelegenheiten zu empfangen, die dazu beitragen können, den Frieden in der Welt zu sichern. Wir haben viele Enttäuschungen in der Vergangenheit erlebt, aber wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Kein deutscher Soldat will einen neuen Krreg.

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Reichskriegsopferführer Oberlindober sagt in einer Erklärung zu der Ankündigung der englischen Frontkämp­ferorganisation British Legion, Vertreter zu einem Besuch nach Deutschland zu entsenden: Es ist zu hoffen, daß die Zusammenarbeit der deutschen und englischen Frontkämp­fer ein weiterer Schritt zur Erreichung freundschaftlicher Zusammenarbeit der europäischen Kulturnationen sein wird. Möge die Jugend aller Länder, die sich gegenseitig bekämpft haben, diesen Schritt der Frontkämpfer auf dem Wege zum Frieden auch zu dem ihren machen.

dicht nebeneinander. In geringem Abstände folgten die Polen, während Dänemark und Holland weiter zurück­geblieben waren. Die Entscheidung des wirklich spannen­den Rennens fiel ganz zum Schluß. Erst auf den letzten Metern schoß das deutsche Boot in Front und siegte mit Sekundenbruchteil.

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Die MarinevollSAvche

Kiel, 13. Juni. Zehntausende hatten am Mittwoch zum erstenmal Gelegenheit, in einem bisher noch nicht da- gewesenen Ausmaß Einblick in das Leben unserer blauen Lungen aus den Schiffen und an Land zu bekommen, vom Wecken bis zum Zapfenstreich. Bei der Flaggenparade gingen unter den Klängen eines Marsches von Panzerschiff Admiral Scheer" auf sämtlichen Schiffen die Flaggen hoch. Am Nachmittag begannen in den Marineanlagen

(Scherl M.)

Von der Eröffnung der Volks-Marinewoche.

Vizeadmiral Albrecht, der Chef der Marinestation der Ost­see, bei seiner Anspracke in der Kieler Nordostseehalle.

von Wik die L>chauvorführungen. Ganz gewaltig war ddr Eindruck bei der Besichtigung der Kriegsschiffe. Auf allen Schiffen grüßten Erinnerungszeichen an die Heldentaten der Traditionsschiffe. Von Bord des KreuzersKöln" aus wurden an der Backbordseite des Achterdecks Torpedos abgeschossen. Auf dem Achterdeck des Kreuzers Köln" waren Tische aufgestellt, wo die Volksgenossen für wenige