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Zulöaer Anzeiger

Lief'erungsbehmderung durch ^Höhere $ Tageblatt für Rhön und Vogelsberg ËB^KKSG Iulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt KT ^SJ* MZ, st» - «^â. UN» etUHMMI« Ufas** « * $«nfP«d),MfM Nr. «8»

Äerantw. für den Inhalt: Bernd Heim, Fulda. Nachdruck der mit * versehenen Artikel nur mit Quellenangabe,Zulöaer Anzeiger'gestattet.

Anzeigenpreis: 1 mm Höhe in der 46 mm breiten Anzeigenspalte oder deren Raum 4 Pf., im Textteil (90 mm breit) 12 Pf. Bei Wiederholung wird Nachlaß nach Preisliste gewährt, bei zwangs­weiser Beitreibung oder Konkurs erlischt jeder An­spruch auf Nachlaß.DA." IV. 35. S10.Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 gültig. Berantwortl. für den Anzeigenteil Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 133 12. Jahrgang

Fulda, Dienstag, 11. Juni 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Die Koburger Festtage

der Deutschen Turnerschaft

Reichssportführer v. Tschammer und Osten bleibt Führer der Turner.

Als am Sonnabend vor Pfingsten früh im festlich ^schmückten Landestheater der Stadt Koburg die feier- liche Eröffnung der 75 - I a h r - F e i e r d e r D e u t s ch e n Turn er schaft stattfand, war das Haus restlos aus- mkauft. Nachdem der Reichssportführer v. Tscham­mer und Osten die Gäste begrüßt hatte, sprach der Stellvertretende Führer und Oberturnwart der Deutschen Turnerschaft, Carl Steding, über das Thema Ja Jahre Deutsche Turnerschaft". Seine Rede gipfelte in den Worten:Im Glauben an die deutsche Zukunft wird die Deutsche Turnerschaft im Deutschen Reichsbund für Leibesübungen den Weg gehen, den ihr der Reichs- sportführèr gewiesen hat, den Weg, der zu dem von der Turnerschaft heißersehnten Ziele führen möge, daß

nllc Leibesübungen im Jahnschen turnerischen Sinne gestaltet werden.

Md daß dermaleinst der Reichsbund die große Deutsche Turnerschaft wird. Das wäre die Erfüllung der turne- ilschen Idee." Hierauf marschierten die Turner durch cin Fahnenspalier Pom Theater zum Hofgarten, wo sie am Denkmal Herzog Ernst II. einen Eichenkranz nieder- legten. Nach der Mittagspause kamen dann die Ab- »corducten der Deutschen Turnerschaft abermals im Ändestheater zusammen, wo zuerst die Verwaltungs- Krichte der einzelnen Fachgebiete angenommen wurden.

sprach der Führer der Deutschen Turnerschaft, ^Tschammer und Osten. Er gab vor allem die Astige Gestaltung des Reichsbundes

L e i b e s ü b u n g en bekannt. Weiter führte der

Deutschen T u r n e r s ch a f t entspräche, die als Mr überfachlicher Verband allein als muster- âi ge Organisation herangezogen werden Ne. Zum Schluß forderte er noch einmal alle Turner M fruchtbringenden Mitarbeit auf.

Mit herzlichem Beifall dankten die Abgeordneten « Reichssportführer für seine offenen Worte. Nachdem wiiii die Satzungsänderungen der Deutschen Turnerschaft genommen wurden, schritt man zur Wahl des Nen Deutschen Turnerschaf tsführers. N Steding schlug als Führer den Reichssportführer ^Tschammer und Osten vor. Wieder erfolgte Nit im miet die Wahl. Der Reicktssportsübrer fbrad)

00111 75-Zahr-Zubiliium der Deutschen Turnerschaft in

Coburg.

der Pfinastfeiertaae stand die Stadt Coburg ^en der Jubiläumstagung der Deutschen Turner- W, auf der Reichssportführer von Tschammer-Osten programmatische Rede über die Ordnung der deut- hielt. Unser Bild zeigt den Reichs- mortsuhrer während feiner Rede. Im Hintergrund das Bundesbanner der D. T. (Scherl M.)

N einmal zum Schluß:Ich danke euch von Herzen, daß mir die Führerschaft übertragen habt.

Ä 8.ebc die aus dem Herzen kommende Versicherung, f°- wie ich meinem Führer und Volk. dem und seiner Bewegung immer dwnen werde, rin Bestes der Deutschen Turnerschaft geben wül. affinen Worten jubelten die Turner noch einmal dem De??/??" zu. Dann war der Turnertag beendet, sana Af des Sonnabend gehörte der ^ugenr ^bend" M^^arktplatz Lieder und gestaltete mne er

Der letzte Festtag der 75-Jahr-Feier der Deutschen Turnerschaft war gleichsam eine einzige Feierstunde. Um 6.30 Uhr begannen die W e 1 t k ä m p f e. Sie fanden auf dem gleichen Anger statt, auf dem vor 75 Jahren die ersten Koburger Fahrer der Deutschen Turnerschaft kämpften. 1800 Turner und Turnerinnen waren angetreten. Bei­nahe die Hälfte von ihnen, 790, wurden Sieger. Den Vierkampf der Männer gewann Arno Wittmann vom Turnverein Koburg-Grub mit 82 Punkten und bei dem Dreikampf der Frauen siegte Lydia Eberhardt vom Turnverein Eisleben mit 85 Punkten. Anschließend an den Wettkampf fand eine Morgenfeier in Veilchen­tal statt, wo Gauleiter Staatsrat Schwede- Koburg sprach. Staatsrat Schwede sagte, daß er mit Freude und Stolz bekenne, daß zu den ersten Kämpfern, die während seiner Kampfzeit in Koburg zu ihm gestoß dem deutschen Arbeiter in besonders hi

en seien, neben

dem deutschen Arbeiter in besonders hoher Zahl die T u r n e r aus den Koburger Turnvereinen es gewesen seien. Nach der Mittagspause traten die Turner und Turnerinnen zu einem

Festmarsch durch Koburg

an. Mit rund 1000 Fahnen trafen sie auf dem Marktplatz ein, wo der Statthalter von Bayern, Ritter v. Epp, zu ihnen sprach und ausführte, daß man den heutigen Tag als den Sieg eines richtigen Gedankens überschreiben könne. Deutsche Turner haben 1860 ein Reich ersehnt, das

Ueber alles die Treue zu Deutschland.

Reichserziehungsminister Rust auf der VDA.-Tagung.

Auf der Ostlandtagung des VDA. sprach Reichser- ziehungsminister Rust auf einer Tagung der Lehrer. Der ReichserziehMtgsminister entwickelte zunächst das Pro­gramm Adolf Hitlers, der im deutschen Volksraum wie­der das Lebensprinzip des Kampfes nicht um der Achtung des Gegners willen, sondern zum Zweck der Selbsterhal- tung begründet habe. Die Bewegung des Auslands­deutschtums hat es heute insoweit einfacher, als der Na­tionalsozialismus nicht nur den Kampf gegen Versailles mit dem Ergebnis der Wehrfreiheit führe, sondern auch einen völlig neuen Volkstumsgedanken aufbaue.

Zu der Not eines Landes ohne natürliche Grenzen komme das schwere Schicksal, daß das am tiefsten religiös veranlagte Volk der Welt nicht in ein einziges Gotteshaus gehen könnte. Die Reformation sei nicht durchgedrungen, die Gegenreformation sei steckeugeblieben. Aber man müsse für die Vergangenheit feststellen, daß

nicht nur Deutschlands ärmster Sohn sein treuester gewesen sei, sondern daß gerade auch der Ausländs­deutsche Deutschlands treuester Sohn sei.

Treue habe aber nur die Möglichkeit des Bestandes, wenn sie mit einem tiefen Glauben verbunden sei. Deswegen

Der Höhepunkt der VDA.-Tagung

Im Mittelpunkt der Arbeitstagung des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland stand der große Fest­akt in dem riesigen Schlageter-Haus, an dem 15 000 Personen teilnahmen. Besonders bemerkt wurden auch viele Offiziere und Mannschaften des Kreuzers Königsberg", der anläßlich der VDÄ.-Pfingsttagung zu Besuch in seiner Patcnstadt weilte.

Nach der Rienzi-Ouvertüre eröffnete Bundesleiter Dr. Steinacher den Festakt mit einer Begrüßungs­ansprache. Der Redner gab einen Rechenschaftsbericht- über das letzte Jahr, in dem er nochmals betonte, daß der VDA. nichts mit staatspolitischen Aufgaben zu tun habe. Er erhebe aber feierlich vor aller Welt den An­spruch, weil über alle Grenzen hinaus die E i n h e i t d e s V o l k s t n m s zu pflegen. In seinem Bericht über die Lage des Deutschtums kam besonders zum Ausdruck, daß eine gewisse Besserung in Polen zu verzeichnen sei, und daß auch Jugoslawien die Möglichkeit zur Pflege des deutschen Volksbcwnßtseins gebe. Er schilderte dem­gegenüber die Leiden der Deutschen in vielen anderen Staaten und protestierte erneut mit schärfsten Worten gegen die Bedrückung des deut­schen Volkes im Memelland durch Litauen

Dann sprach Reichsminister R u st zu der Versamm­lung. Er überbrachte zunächst den Ausländsdeutschen die Grüße des Reiches, seines Führers Adolf Hitler und des Ministerpräsidenten General Göring. Dann schilderte der Minister die Gedanken des Volkstumskampfes, die Adolf Hitler in seinen programmatischen Schriften ausgesprochen hat. Es sei begreiflich, das Staaten, in denen Deutsche als Minderheit leben, nicht ganz ohne Sorge die Er­starkung des deutschen Volkstums betrachteten. Aber der Führer habe auch in feiner letzten Rede wieder erklärt.

zeyn Jayre (pater geschaffen wurde. Der Reichssportführer verlas ein Telegramm des Führers an die Deutsche Turnerschaft:Der Deutschen Turnerschaft danke ich für die Grüße und das Treuegelöbnis aus Koburg. Möge der Koburger Turntag 1935 für die Deutsche Turnerschaft nach den ereignisreichen Stunden in Sturt- gart 1933 ein weiterer Markstein in ihrer Entwicklung sein Ich wünsche, daß die Deutsche Turnerschaft ihre hohe geschichtliche Mission im Rahmen des Reichsbundes für Leibesübungen weiterhin erfüllt." Lauter Jubel dankte diesen Worten. Dann marschierten ifie Turner zum Fest- Platz auf dem Anger, wo sie ein wundervolles Schau­turnen zeigten.

Koburger Turner führten Übungen an 32 Barren vor. Koburger Turnerinnen zeigten neuzeitliche Keulen­übungen, bis dann Carl Steding auf dem Kommando­turm befahl:Fahnen marsch!" In einer langen Kolonne wurden die Fahnen in den Jnnenraum des Festplatzes getragen. Allen voran wehte

das Bundesbanner der Deutschen Turnerschaft und die graue zerschlissene Fahne der Freiburger Turner­schaft von 1844,

oeren Turner schon vor 90 Jahren mit ihr auf den Barrikaden gekämpft hatten. Dieser einzigartigen Schan folgte ein Bodenturnen der Jugend, Tänze der Frauen und ein Turnen der D e u t s ch l a n d r i e g e an Reck, Barren und Pferd. Nach der Siegesehrung sprach der Reichssportführer v. Tschammer und Osten. Er dankte allen Helfern und besonders Steding für die Vor­bereitung des Turnfestes und grüßte den Führer Deutsch­lands und die Deutsche Turnerschaft, die er als Garde des Reichsbundes für Leibesübungen bezeichnete, mit bem^ Rufe Sieg Heil! Den Abschluß der glanzvollen <5-^zahr-Feier der Deutschen Turnerschaft, die niemand vergessen wird, der die Pfingsttage 1935 in Koburg mit­erlebte, brachte der Ausmarsch der Fahnen, der von be­geisterten Heilrufen begleitet wurde, und ein Volks- se ft auf dem Marktplatz, wie es so volksverbunden nur die deutschen Turner zeigen können.

heiße das erste Gebot für jeden Deutschen in der ganzen Welt:Stelle das Bewußtsein deines deutschen Volkstums über alles, und was du sonst bist, das kommt erst hinterher."

Znr FragevonStaatundKirche erklärte der Reichserziehungsminister, daß der deutsche Weg in eine bessere Zukunft an eine Bedingung gebunden sei, nämlich an den Willen, Deutschland über alles zu stellen, was auch sonst geschehen möge. Er werde mit seiner ganzen Kraft dafür sorgen, daß nicht etwa theologische Zwistigkeiten in die Schule eindringen würden.

Der Führer habe das Bekenntnis zum Christentum mit aller Deutlichkeit abgelegt. Wer jetzt noch einen Zweifel äußere, ob Deutschland in dieser Frage loyal sei, greife den Führer an.

Rust stellte dann den Lehrern des Auslandes nur das eine Ziel vor Augen, deutsch zu sein und immer daran zu denken, daß die Jugend, die heute durch die Schule des Nationalsozialismus gehe, wenn sie erwachsen sei, niu noch von Deutschland und nichts mehr von irgendwelchen Gegensätzen wissen wolle.

daß der nationalsozialistische Staat nicht imperialistisch ist.

Imperialismus sei mit dem Volksdeutschen Gedanken überhaupt nicht zu vereinbaren. Ein Staat, der seine Aufgabe iu der Entwicklung des eigenen Volkstums sehe, begehe nicht die Wahnsinnstat, die beste Auslese auf den Schlachtfeldern verbluten zu lasten, um un­willige Untertanen dafür seinem Reiche einzuvcrlciben. Deutschland suche nicht andere Völker zu beherrschen. Es habe das Bestreben, sein eigenes Volkstum so stark wie möglich zu machen. So wenig der völkische Staat imperia­listisch sei, so wenig sei auch die deutsche Volkstums- bewegung irredentistisch. Es komme Deutschland uicht dar­auf an, die Grenzen zu verlegen, sondern sein Volkstum zn^behaupten. Die Tatsache, daß der VDA. nicht in die NSDAP, eingelicdert sei, bringe auch zum Ausdruck, daß die Bewegung des Staates nicht die Be­wegung des Volkstums sei. Es sei an der Zeit, daß nunmehr die Volkstnmsbewegilng in anderen Staaten sich offen dazu äußere, ob man über einen wirklichen Frieden zwischen den Völkern verhandeln könne.

Die Pfingsttagung des VDA. wurde am Pfingst­sonntag mit einer Feierstunde auf dem Erich- Koch-Platz fortgesetzt. Weithin grüßte das Wahr­zeichen des VDA., eine riesige Kornblume, flankiert von den Fahnen des Dritten Reiches. Vor der festlich ge­schmückten Tribüne standen Offiziere und Mannschaften des KreuzersKönigsberg" in Reih und Glied. Der Leiter des Außenamts der Evangelischen Kirche, Bischof Heckel-Berlin, sprach zu Herzen gehende Worte Volks­deutschen Bekennens und gedachte der Märtyrer des deut­schen Volkstums in der Welt. Für die katholische Kirche sprach Konsistorislrat Dr. Scherer, der die Veredlung