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ovon man spricht

Wenn man sich von der blendenden Partie blenden läßt. Verurteilung des Verbrechers oder Sühne für das Verbrechen? Heldentod im Dienste der Winterhilfe.

Es ist das alte Lied, doch bleibt es ewig neu, daß nämlich immer wieder sich die besten Menschen von den schlechtesten bis aufs Hemd ausplündern lassen, weil diese es geschickt verstehen, sich irgendeine kleine Schwäche oder Eitelkeit jener zunutze zu machen. Der Mord an der Hausangestellten Alma Garbe in Berlin- Spandau hat zur Aufdeckung einer ganzen Bande von Heiratsschwindlern geführt, denen Frauen und Mädchen aller Stände und aus allen Gegenden ins Garn gegangen sind. Die Mittel uird Kniffe, mit denen die Verbrecher arbeiteten", waren eigentlich ebenso alt wie dieses Gaunerhandwerk selbst. Man spielte denEleganten" und denLiebenswürdigen", gab sich bald alsSyndikus", bald alsArchitekt" aus und warf mit fremdem Gelde um sich, bis dann die ganze Homöbie sich eines Tages in eine Tragödie verwandelte und man seinem Opfer unter irgendeinem Vorwande das meist mühsam ersparte Geld abschwindelte. In Frankfurt am Main hat man zwei Hochstaplerinnen festgenommen, die ihre Opfer um rund 200 000 Mark betrogen haben, indem sie ihnen etwas von einem Fürstenwechsel vorerzählten, mit dem sie alle König­reiche der Welt kaufen könnten, der aber in Wirklichkeit ein wertloser Wisch Papier war. Wenn ein Taschenspieler in einer Schaubude auftritt, so wendet er gewöhnlich auch recht alte Kunststücke an, doch muß er dabei vor allem durch seinen Zauberstab die Aufmerksamkeit der Zuschauer in eine Richtung ablenken, die es ihm gestattet, die not­wendige Täuschinlg oder Verwechslung blitzschnell vor­zunehmen. Die Gauner und Heiratsschwindler haben es leichter, denn die Aufmerksamkeit ihrer Opfer ist stets ab­gelenkt. Wie die Zuschauer des Gauklers auf den Zauber­stab, so blicken diese Bedauernswerten unentwegt auf den Syndikus",Architekten" oderFürsten", die allesamt' nur ein dummer und frecher Hokuspokus sind. Meldet sich aber einmal bei einem Opfer doch die Stimme der Vernunft oder des Herzens und erhebt Einspruch gegen den plumpen Schwindel, so wird sie flugs durch die Aus­sicht auf diegute Partie" oder die verheißenen Reich­tümer unterdrückt. Wieviel Unheil ist nicht schon durch diese Vorstellung von derguten Partie" angerichtet worden, die gewöhnlich immer dann herhalten muß, wenn sich ein ehrliches Herz gegen eine Ehe auflehnt, die diesen Namen nicht verdient. Zöge man Herz und Vernunft öfters zu Rate, man würde sich durch den Schein weniger blenden lassen.

Noch hat sich nicht die leidenschaftliche Empörung über das Verbrechen einer Mutter gelegt, die ihre Kinder absichtlich verhungern ließ, da müssen wir wieder die erschütternde Nachricht von einer blutter vernehmen, Die ihre K inde r aus dem f a h r ende n Zug stieß. Wenn es and) selbstverständlich ist, daß sich bei Beurteilung dieser Verbrechen der Richter bemühen muß, Klarheit über die Beweggründe und das Innenleben der Verbrecher zu gewinnen, so darf man doch keineswegs, wie dies leider nur allzuoft in früheren Jahren geschah, über der Persönlichkeit des Täters, dem man damals ge­wöhnlich liebevoll seine krankhafte seelische Veranlagung bescheinigte, die Schwere der Tat außer acht lassen. Letzten Endes ist es für einen gewöhnlichen Menschen ein Ding der Unmöglichkeit, sich in die Gefühlswelt eines ent­menschten Verbrechers zu versetzen und im einzelnen seine Vorstellungen und Willensantriebe zu zergliedern. Die Schwere der Tai genügt in derartigen Fällen vollauf. Eine bis ins kleinste gehende Seelenphotographie, um die man sich noch vor wenigen Jahren im Schweiße seines Angesichts bemühte, wird man wohl niemals erhalten können; sie ist bei solchen Bestien in Menschengestalt auch gar nicht nötig, um ein gerechtes Urteil zu fällen. Wenn angesichts der Wiederholung dieser grauenvollen Untaten von einer bessernden oder abschreckenden Wirkung der Strafe auf diese Verbrecher nicht die Rede sein kann, so tritt um so stärker die andere Bestimmung der Strafe hervor, die Menschheit von diesen Unmenschen, die sich weder bessern noch abschrecken lassen, zu befreien und die zum Himmel schreiende Tat zu sühnen.

Der D i e n st am W i n t e r h i l f s w e r k hat, wie wir jetzt erfahren, auch seine Opfer gefordert, die ihre Hingabe mit dem Tode besiegelten. Durch verschiedene Unglücksfälle bei der Beförderung von Lebensmitteln usw. wurden 34 Personen verletzt und vier getötet. In einem anderen Falle zog sich ein Helfer, der trotz seiner Erkrankung bei heftigster Kälte zum Dienst antrat, eine Mittelohrentzündung zu, die einen tödlichen Ausgang nahm. Auch diese Treuesten der Treuen sind wie unsere braven Feldgrauen vor dem Feinde gefallen, vor dem grimmigen Volksfeinde Hunger und Kälte. Sie standen in schwerem Abwehrkampf gegen diesen Feind, in der vordersten Linie, und die gleiche Pflichttreue bis zum Äustersten und Letzten, ohne Rücksicht auf die Person, einzig« und allein um der großen Sache willen beseelte sie wie all jene Stürmer, die im Feindesland das tödliche Bleß empfingen. Sie fielen nicht im Kugelregen und im

Granatengewitter, umbraust von ivTTbenr a gesang der Schnitter Tod ereilte sie bei ' Arbeit, von der kein Heldenlied kündet, fein etwas vermeldet. Nun aber, wo die Hunger und Külte siegreich geschlagen ist, 2 * deutsche Volk derer, die auf diesem Felde * blieben und sich unvergänglichen Ruhm dadurch - daß sie das Bibelwort zur Tat werden liefen. hat größere Liebe als der, der sein Leben lâsl 'M Freunde. b

Es geht um Deutschland und seine Zukunft. das Erholungswerk des deutschen Volkes! ^l

Kirchliche Nachrichten

Gründonnerstag, den 18. 4. 35, abends 7 Uht m Predigtgottesdienst mit Beichte und Feier des Abendmahls, Vikar Bräutigam. "

Evangelische Kirche Gersfeld.

Gründonnerstag, den 18. April. 9.30 - Abendmahlsgottesdienst. Pfarrer Langheinrich i Karfreitag, den 19. April. 9.30 Uhr Eottâll Liturgie und Predigt, anschließend Abendmahlsfein" Langheinrich. 6 Uhr Abendgottesdienst. Vikar M

Gottesdienst in den Gemeinden Hettenhausen und

H ett e n hau s en.

Karfreitag, den 19. April. 10 Uhr Gottesdienst & Käberich. 7 Uhr Beichte und Aberrdmahlsfeier M Langheinrich. Anmeldungen von 6.30 Uhr an t«! Haus.

Gichenbach: Karfreitag, den 19. April. 3.15 % J tesdienst in der Schule. Vikar Adolph.

Abendmahlsfeier. Pfarrer Langheinrich. H

Dal Herda.

Criindonnerstag, den 18. April. 10 Uhr SefeJ dienst. Vikar Adolph.

Karfreitag, den 19. April. 10 Uhr EottesdichÄ Adolph. 2.45 Uhr AbendmahI sgotte sdie nft. Pfarlei^ Heinrich.

Für die herzliche Anteilnahme beim Heimgänge unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen, die unserer in den schweren Tagen gedachten, innigsten Dank.

3m Namen der trauernden Hinterbliebenen: Bäthe Otter geb. Asthalter.

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