Monte Carlo am Ende?
Die Spielbank zahlt keine Dividende mehr. — Das Dorado der Glücksritter verschwindet.
Die Aktionäre der weltberühmten Spielbank in M o n 1 e C a r l o haben die Nachricht erhalten, daß ihnen in diesem Jahre keineDividendegezahlt werden kann. In den letzten Jahren sind die Einnahmen so katastrophal zurückgegangen, daß man befürchtet, daß die Existenz dieser Einrichtung überhaupt gefährdet ist. Der Reingewinn ist in diesem Jahre auf 150 000 gegenüber 5 Millionen Mark im Vorjahr gesunken. Die Kasinoaktien fielen auf 160 Mark; vor einigen Jahren sind sie noch über 1000 Mark wert gewesen. In der Hochkonjunktur an der Riviera notierten sie sogar mit 4000 Mark. 165 v. H. betrug damals die Dividende.
Monte Carlo! Zauberwort all derer, die sich noch ein bißchen Sinn für Romantik erhalten haben. Verherrlicht in unzähligen Kitschfilmen, Schrecken und heimliche Sehnsucht aller Spießernaturen. Hier war der Kampfplatz der „oberen Zehntausend" der Welt. Hier wurden in einer Nacht Millionen verspielt. Und gewonnen. An diesem paradiesisch schönen Erdenfleck drängte sich alles zusammen: Millionäre, Hochstapler, schöne Frauen. Kleine Angestellte, die einmal „etwas erleben" wollten, Glücksritter, die hier im Trüben fischten. Hier entschieden sich täglich Schicksale vieler Menschen, hier war die Bühne der Tragödien, die nur das Leben dichtet. Wie oft hat hier nach durchspielter Nacht ein kleiner Knall, kaum hörbar, irgendeinem verpfuschten Leben ein Ende gemacht. Und wie oft kam ein armer Teufel hierher mit einem kleinen Rest Geld und einem kleinen Rest Hoffnung. Hundertmal ging es daneben, aber einmal glückte irgendwem der große Schlag, die Bank zu sprengen. Jeder hatte sein besonderes System, nach dem er den Lauf der rollenden Kugel vorausahnen wollte. Alle versuchten, dem Glück mit dem Verstand beizukommen, und sie wußten doch nicht, daß das Glück m i 1 ihnen spielte. Nicht umgekehrt . .
Monte Carlo! Der Name hat feinen Klang noch nicht verloren, der Nimbus ist immer noch vorhanden. Aber die Welt ist sachlicher geworden. Es gibt nicht mehr so viel Leute, die nichts anderes zu tun haben, als ihr sauer verdientes Geld zu verspielen. Die Romantik stirbt immer mehr aus. Und auch die Millionäre. Und deshalb wird
Wer seine Treuepflicht verletzt, löst sich von seinem Volke.
Die Grundlagen des neuen nationalsozialistischen Strafrechts.
Der Ausschuß für die Durcharbeitung des gesamten zur Schaffung eines neuen deutschen Strafgesetzbuches vorliegenden Materials hat jetzt die Grundsätze für ein nationalsozialistisches Strafrecht ausgearbeitet. Den im einzelnen noch nicht bekannten Gesetzvorschriften geht ein Vorspruch voraus, der die Grundlagen, den Sinn und den Zweck des Gesetzes erläutert und in dem es heißt:
„Die große, ewige, völkische Verbundenheit wird von dem Blute als dem Träger alles Lebendigen und von der Treue als dem sittlichen Band der Gemeinschaft getragen. Verdirbt das Blut, dann stirbt das Volk; erlischt die Treue, dann zerfällt die Gemeinschaft. Die Pflicht aus der Treue ist höchste völkische, sittliche Pflicht. Nur der Volksgenosse, der seine Treuepflicht erfüllt, hat seinen Platz, seinen Werr und seine Ehre in der Gemeinschaft. Wer seine Treuepflicht verletzt, löst sich von seinem Volke, wird zum Verräter an der Volksgemeinschaft, verliert Platz und Ehre in der Volksgemeinschaft und muß fo seinen Treuebruch sühnen. Der Staat hat diese Sühne zu vollziehen und den Treuebrecher zu bestrafen.
Die gerechte Strafe bient der Festigung und dem Schutz der Volksgemeinschaft und steht mitten in dem bedeutsamen Kampf um die Erfüllung der volks- genössischen Treuepflichten, in dem Kampf gegen Verbrecher und Verbrechertum. Durch das Strafgesetz wird allen Volksgenossen bekundet, daß der Staat die vorbehaltlose Erfüllung der Treuepflichten zum Wohl der Volksgemeinschaft verlangt, und daß den Treuelosen die gerechte Strafe treffen wird. Im Strafrecht soll der beherrschende Gedanke der Volksgemeinschaft, der Treue, der Pflicht, der Ehre und der gerechten Sühne, sowie die Übereinstimmung mit dem völkischen Rechts- und Sittlichkeitsgefübl in höchster Weise verpflichtenden Ausdruck finden."
Zirm achten Male belchlutzunlShig! Litauische Abgeordnete sabotieren den Memelländischen Landtag.
Memel, 17. April.
Der Memelländische Landtag war für Dienstag 16 Uhr durch seinen Alterspräsidenten Hilpert wieder zu einer Sitzung einberufen worden, um die Wahl des Land- tagspräsidenten und des Präsidiums vorzunehmen. Die Sitzung nahm denselben Verlauf wie schon sieben mal vorher seit Juli 1934. Von den zugelassenen 24 Abgeordneten waren nur 18 erschienen.
Die fünf Abgeordneten der litauischen Fraktion sabotierten wie üblich auch diesmal den Landtag, so daß die Sitzung wegen Beschlußunfähigkeit nicht stattfinden konnte.
Der Alterspräsident stellte die mangelnde Beschlußfähigkeit des Landtages fest. Der Schriftführer des Landtages, Riechert, verlas ein Schreiben über den Wechsel im Gouvernement. Sodann gab er von einem Schriftstück Kenntnis, das an den neuen Gouverneur Kurkauskas gerichtet werden soll und das von den 18 anwesenden Abgeordneten unterzeichnet ist. Unter diesen Unterschriften befindet sich auch die des Abgeordneten Butgereit, des Mitgliedes des Direktoriums Bruvelaitis. Dem Schreiben an den Gouverneur werden die Erklärungen der sieben vorhergegangenen, nicht zustandegekommenen Sitzungen beige- fügt werden. Der neue Gouverneur wird ersucht, die Grundlagen für eine ordnungsmäßige Arbeit des Landtages wieder herzustellen.
Kurze Nachrichten.
Berlin. Der NS. -Deutsche Frontkämpfer- bund (Stahlhelm) hat mit dem Reichskolonial- b n n b eine Vereinbarung getroffen, wonach der Bund die Bestrebungen des Reichskolonialbundes un t erst ü tz t. Die Gliederungen des Bundes werden noch stärker als bisher durch Schulungsvorträge und Veranstaltungen auf die Bedeutung der Kolonialarbeit hinweisen
. D"uzig. Bei den Ausschreitungen pol- e T Uruppen gegen das Deutschtum in ver- 1 cuiebenen Orten Nordvommerellens ist auch ein Danziger
Bedeutung, die den gegenwärtig auf zwei fr,. schulen der HI. des Gebiets Hessen-Nasim, si^M Niedernhausen i. T.) stattfindeirden Lebnz?^ Lagerleiter der Zeltlager der Hitlerjugend volks zukommen. In vier Wochen wird ihn™ scher Schulung das Rüstzeug an die Hand ihre Aufgaben bewältigen läßt. Sie JA« Spiel beherrschen können und über einen £ M Liedern und Spielen verfügen, sie müssen @ % Vorbild zugleich sein und es fertig bringen Erlebnis der Landschaft wie der £ameraN*oitv^ den zu lassen. Parteiführer und Führer wiM: lichkeiten der Wissenschaft und Kultur, Aerzte warte der HI. unterweisen die verantwort^ Lagerleiter, so daß die einwandfreie Dmchsü^, M Zeltlager in jeder Hinsicht gewährleistet ist die im Rahmen eindrucksvoller Feierstunden 'ttcisst^s
Drei Tage Schneefall in den »J Drei Meter hohe Neuschnceschicht — T»»»?
10 bis 12 Grad unter Null.
In den Schweizer Alpen bt8taW,J Lagen herunter ist in den letzten Taem ■ unterbrochen Schnee niedergeqanaen schneeschicht liegt zwei bis drei Mete r hl ] dem Säntis beispielsweise ist eine Sembernf 10 b i s 1 2 Grad unter Null und eine ^Jll von 60 Zentimeter zu verzeichnen. Der qrok M am Grimselhospiz ist noch mit meterhohem ^ deckt. Auch im Engadin hat es ununtetbÄ schneit.
(Wagenborg Bildarchiv.)
Der Haupteingang zum,Kasino in Monte Carlo.
es zu Ende gehen mit dem Dorado der Vpieter. »jo es gleich sein wird oder später, spielt keine Rolle. Es ist nicht aufzuhallen. Aber lange noch wird man davon sprechen, von der Stadt, unvergleichlich gelegen am ewig blauen Meer. Und viele werden von ihr schwärmen, sie werden ewig von ihr träumen. Aber andere, und das werden nicht wenige sein, werden beim Klang ihres Namens sagen: „Monte Carlo, du warst die Hölle . . /
Nah und Fern.
Ein Viertel der Ehen in Österreich sind sich
Im österreichischen Verwaltungsblatt stellt bei stand des Bundesamtes für Statistik, UnivM fessor Dr. W i n k l e r, zu dem Ergebnis der Mz 1934 fest, daß ein Viertel der Ehen in Österreich ift. Ein zweites Viertel hat nur ein Kind, ein 8 hat zwei Kinder. Nur etwa ein Sechstel der M vier oder mehr Kinder, sind also kinderreiche M
Staatsangehöriger, Studienrat Dr. H o s s m a n n , der zu einem Vortrag in dem Orte Kölln weilte, tätlich angegriffen worden. Der Danziger Senat hat deswegen beim diplomatischen Vertreter der Republik Polen in Danzig Vorstellungen erhoben.
Warschau. Die Vodenkreditgesellschaft hat erneut 211 Großgüter zur Zwangsversteigerung gestellt. Es handelt sich um Besitzungen der bekanntesten Adelsfamilien im Werte von etwa 40 Millionen Zloty
Die Auslandsreisen der Kreuzer „Emden"«« ruhe". Kreuzer „Emden" ist am Montag, Cartagena, Kreuzer „Karlsruhe" am gfcJ in Colon eingetroffen.
Selbstmord einer Greisin in der Regent« | Aachen wurde eine 75jährige Frau in einer M ertrunken aufgefunden. Aus hinterlassenen Sriirai dem polizeilichen Befund ergab sich, daß die @m das Leben genommen und auf ungewöhnliche ™ Tod gesucht und gefunden hatte. Sie war in bi 5 tonne gestiegen und hatte mit eiserner Willens!« Kopf so lange unter Wasser gehalten, bis sie erst!
Ministerpräsident General Göring und Gemahlin in Wiesbaden.
Wiesbaden, 16. April. Ministerpräsident General Göring und Gemahlin sind heute zu einem mehrtägigen Kuraufenthalt in Wiesbaden eingetroffen.
Zehn Kinder in der Bahn „vergessen". Qnbeult Wochen wurden auf den Linien der e n glischeu8 bahnen zehn Kinder „vergessen". Merkwürdig« passierte das vorwiegend in den Abteilen der ersten è Die Schaffner wurden von der EisenbahndirettM mehr angewiesen, ein besonderes Augenmerk dm richten, daß die Frauen der ersten Klasse auch in« Kinder mitnehmen, wenn sie den Zug verlassen.
Glänzendes Ergebnis der Vertrauensratswahl im Gau Hessen-Nassau.
Frankfurt a. M., 16. April. Wie der Gauleiter in einer am Montag stattgefundenen Kreisleiter-Tagung mitteilte, hat fiA die Vertrauensratswahl im Gau Hessen-Nassau dank der unermüdlichen Arbeit des Betriebszellenobmanns Pg. Becker zu einem glänzenden Erfolg für die nationalsozialistische Bewegung gestaltet. Mehr als 92 Prozent aller Stimmen fielen auf die nationalsozialistischen Listen.
Entgeltzahlung auch an Heimarbeiter am 1. Mai.
Frankfurt a. M., 16. April.' Der Treuhänder der Arbeit des Wirtschaftsgebiets Hessen gibt bekannt:
Soeben hat der Reichs- und Preußische Arbeitsminister im Einvernehmen mit dem Reichs- und Preußischen Wirtschaftsminister folgende Anordnung betr. Entgeltzahlung an Heimarbeiter am 1. Mai erlassen:
„Der Nationale Feiertag des deutschen Volkes am 1. Mai soll dem deutschen Arbeiter nach dem Willen der Reichsregierung keinen Lohnausfall bringen. Das Gesetz vom 26. April 1934 über die Lohnzahlung am Nationalen Feiertag des deutschen Volkes schreibt daher vor, daß dem Arbeiter der regelmäßige Arbeitsverdienst auch für den
1. M a i zu zahlen ist. Auch der deutsche Heimarbeiter soll den Nationalen Feiertag feiern können, ohne daß seine Festesfreude durch Entgeltaussall getrübt wird. Es wird daher erwartet, daß alle Auftraggeber, Zwischenmeister und Hausgewerbetreibenden, die von ihnen beschäftigten Heimarbeiter so stellen, daß sie keinen Entgeltausfall erleiden. Im Interesse einheitlicher Behandlung soll jeder Heimarbeiter 4 v. H. der im Monat April verdienten Entgelte erhalten. In Betrieben, in denen vor dem Osterfest eine faisonmäßige Belebung des Geschäftes zu besonders hohen Entgelten im April geführt hat, kann ausnahmsweise auf 3 v. H. der im April verdienten Entgelte herabgegangen werden.
Da es für manche Zwischenmeister und die Hausgewerbetreibenden wirtschaftlich nicht erträglich ist, wenn ihnen der Arbeitsaussall zur Last fällt, ist es Pflicht aller Auftraggeber, diesen Zwischenmeistern und Hausgewerbetreibenden, die von ihnen gezahlten Entgeltsummen zu ersetzen."
Ich fordere alle Auftraggeber, Zwischenmeister und Hausgewerbetreibenden des Wirtschaftsgebietes Hessen zur genauesten Befolgung dieser Anordnung auf, durch welche nunmehr auch den Heimarbeitern die Entgeltzahlung am 1. Mai gesichert wird, so wie dies für alle übrigen Arbeiter bereits durch das Gesetz über die Lohnzahlung am nationalen Feiertag des deutschen Volkes vom 26. April 1934 geschehen ist.
30jährige „Greife" duellieren sich . . . In.der gebung von Warschau kam es zwischen zwei m hinfälligen Bettlern aus Konkurrenzneid zu einem wobei der eine Bettler den anderen tötete. Bei den suchung entdeckte die Polizei, daß sowohl der Mordn der Ermordete in Wirklichkeit 20 Jahre alt W® sich mit geklebten Bärten und Schminke in hilfloie d verwandelt hatten.
Der Koran darf keine Druckfehler haben! ägyptische Staatsdruckerei druckte in diesen - eine Neuauflage des Korans, des heiligen > Mohammedaner. Nachdem die Ausgabe in den » gebracht worden war, entdeckte man, daß einige ! darin enthalten waren. Daraufhin wurde die g Auflage — insgesamt 50 000 Exemplare -HW sogar die bereits verkauften Bücher sind ww gezogen worden. Nach den Geboten des Koran ein derart heiliges Buch, daß er unbeu > nichtet werden muß, wenn auch nur der genug! ° darin enthalten ist. . ,
Grubenunglück in Korea — 29 Tote. In nmm werk in Rufen in Korea ereignete sich cf . Grubenunglück. 29 koreanische Bergarbeiter I Tod. Zehn Mann der Belegschaft konnten goren« ■
184 Perlenfischer ertrunken. An der WeW Vieris westlich von Broom, gerieten «erlenM^ schweren Sturm. Die Boote der Fischer die Insassen stürzten ins Meer ihnen 61 Japaner, ertranken oder fielen zum Opfer.
Lagerleiter werden geschult.
3000 Jungen im Laufe des Sommers das achttägige Zeltlager der Hitlerjugend zu einem Erlebnis, zu einer Quelle der Kraft und Erholung und zu einer Stätte der Kameradschaft und erzieherischen Gemeinschaft werden zu lassen, ist für einen Lagerleiter (und etwa 50 werden es insgesamt sein) nicht so einfach. Um so mehr wird er, und das ist ja selbstverständlich, sich der Verantwortung und der großen Aufgabe, die ihm hier gestellt werden, vollkommen bewußt sein. So ergibt sich denn ohne weiteres die große
Aktiv« HandelsbiiaM. Saar-Rückgliederung, Saisoneinslüsse und B abkommen ergaben Aussuhrüderschux.
Zum erstenmal seit langer Zeit ist die H ^ fuhr wieder aktiv. Der Monat März ^^ Ausfuhrüberschuß von zwölf Mark ab, während der Februar noch einen schuß von 57 Millionen Mark aufwics. ..^n ^
Die aktive Handelsbilanz ist im wesen L Einfluß dreier Faktoren zurückzusuyrcn. gliederung des Saargebiet es n k(t Zollgebiet wirkte sich in einem kleinen fuhr aus, da die nunmehr in der gesamtoeu^ erscheinenden Bezüge des Saargebiets an» ^M geringer waren als vordem die deutschen ^^ aus dem Saargebiet. Dagegen war die i f Saargebiets auf den Gesamtumfang Einfluß. Die im März feststellbare AusMi..^ vielmehr in erster Linie auf Saisonei n i u |t< zuführen (im März pflegt die Ausfuhr e ^tts doch spiegelte sich in der Ausfuhrftelger»-^ aus noch die Wirkung der in den " abgeschlossenen K o m p e n s a t i o n s - " ■
nungsgeschäfte wider. . .. .. .. heM' , M
Der Ei n fuhrrückgang un auf die Gruppe der Fertigwaren. Dw gestiegen. - Die Ausfu hrstelgeru^M« stärksten in der Gruppe der Fertigwaren, ^zsM M wert im März um 24 Prozent zunahm. ■
Rohstoffen hat sich gegenüber dem Bo Proi^D 11 Prozent und von Lebensmitteln m höht. An der Steigerung der Ausfuhr , ^[ti fast alle europäischen rind Überseen0/ Deutschlands beteiligt.