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Fuldaer /Anzeiger

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^ 90 - 12. Jahrgang

Fulda, Dienstag, 16. April 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

L Schatten der Stresa-Konferenz

[Nur kurze Beratungen in Genf.

Mkreich hat ein vertrauliches Dokument überreicht. Man rechnet La mit einem besonderen Ergebnis der Tagung des Völkerbundsrats.

I sic lkerbu u d s r at s si tzu n g in Gens, mit der französischen Denkschrift über die deutsche WMigserNârung beschäftigen soll, hatte einen ver

Start. Die für Montag vormittag angesetzte des Völkerbundsrats wurde auf Montag nach- vertagt, da die Vertreter einiger Mächte noch nicht Michnd waren. An den Beratungen des Völkerbunds- Wnehmen für England Außenminister Simon, für Mmlreich Außenminister Laval, für Italien Baron Mleisi, für Sowjetrußland Außenkommiffar Litwi- für Polen Außenminister Beck und für die WMchei Außenminister Benesch teil. Spanien, Mexiko, WM, Argentinien, die Türkei, Dänemark und Australien Md im wesentlichen durch ihre Pariser Botschafter ver-

I Man rechnet in Völkerbundskreisen mit einem Mischen Verlauf der Völkerbundsrats- Mszung, die höchstens drei Tage in Anspruch Mimen soll. Der französische Außenminister Laval will diesen Sonnabend übrigens nach Moskau fahren. Montagvormittag war mit diplomatischen Be- Mchungen der Mitglieder des Rats ausgefüllt.

M Frankreichs Außenminister Laval, der schon seit âmtag in Genf weilt, hatte Besprechungen mit den Mit- Mern der Kleinen Entente, mit dem rumänischen Außen- Mister Titulescu und L i t w i.n o W. Seit dem Zu- Mmentritt des Rates sind die

UMeinungsverschiedenheiten zwischen den einzelnen MRchtcn über das Ausmaß einer Entschließung des Völkerbundsrates

Usichchtlich. Diese Meinungsverschiedenheiten datieren von Stresa, wo man sie durch die allgemein ab- Schlußerklärungen der Konferenz notdürftig Mertiincht hat. Natürlich beschäftigt man sich in Genf mit französischen Denkschrift an den Molker b u n d s r a t. Frankreich wünscht sich am liebsten Wlkerbundsrat eine allgemeine Genehmigung für MEmen wirtschaftlicher, finanzieller und vielleicht so- militärischer Art. Die Mächte des Völkerbundsrates selbstverständlich auf derartige Wünsche Frank­MG nicht eingehen. In Genf ist man im allgemeinen der daß

Wie Konferenz von Stresa für einen wirklichen Frieden wenig geleistet

Mund daß auch am Ende der Genfer Beratungen ein Kompromiß stehen wird, das wenig besagt. In Genf v auch dieFrageeines O ftp aktes erörtern, M der Konferenz in Stresa nicht entschieden worden M^n wird Deutschland die Zumutung, einseitige Bei- abzuschließen, nicht mehr stellen, aber Frank- sicher in den diplomatischen Verhandlungen, die E der Reise nach Moskau und Hau beginnen, den Versuch machen, vor einer all- möglichst viele Beistands-

W Eine gewisse Sensation für Genf

Bericht desJournal des Nations", nach f*n vertrauliches Dokume n t in habe. Nach diesem Dokument soll ' der Völkerbundsrat die Unmöglichkeit bekräfti-

. Das K-nserenzlächeln von Stresa. jemeri^u^

Ä aHL^n zu sein mit dem umfangreichen (Kommunique, mit dem am ^ennachtekonferenz in

wurde. Man sieht nach Abschluß der Tagung (von lrnks nach rechts) Laval, Musiottm, MacDonald ' ^ ch das erste Bild, das von der historischen Besprechung im Konserenzjaal gemacht werden durfte.

gen, rechtlich und tatsächlich den Vertragsbruch in der internationalen Politik anzuerkennen. Zweitens soll der Rat sein Bedauern über den Entschluß der deutschen Regierung vom 16. März aussprechen. Drittens soll der Rat Vorschläge über die Maßnahmen machen, die in Zukunft auf Vertragsbrüche folgen müßten, und vier" 1 e n s soll der Rat die Entwicklung der Organisation und der Sicherheit durch regionale Pakte auf der Grundlage der gegenseitigen Hilfeleistung Vorschlägen. Über diese vier Punkte soll zwischen den Mächten von Stresa Einig­keit bestellen

Wemg MheMe Weltpresse,

Die Presse der Welt versucht selbstverständlich das Ergebnis von Stresa zu werten. Es nimmt nicht Wunder, daß die f r a n z ö s i s ch e n Z e i t u n gen fast all­gemein von einemmoralischen" Sieg Frankreichs sprechen. Dagegen ist die e n g l i s ch e P r e s s e der Ansicht, daß es der englischen Abordnung zu danken sei, wenn in Stresa überhaupt n o ch ein Ergebnis zustande ge­kommen wäre. Der englische Politiker Lloyd George geißelt in diesem Zusammenhänge die französische Politik, weil diese Politik ein Musterbeispiel pharisäischer Selbst­überhebung sei.

Um Oesterreichs Wiederaufrüstung

Erregung bei der Kleinen Entente.

Der Außenpolittker desJournal" besaßt sich in einem Bericht aus Genf mit der Aufnahme, die den Vorschlag Mussolinis in den Kreisen der Kleinen Entente gefunden hat, Oesterreich die Wiederaufrüstung zu­zugestehen. Dieser Vorschlag habe außerordentlich starke Erregung hervorgerufen, und das Frühstück, das Laval am Montag mittag den Vertretern der Kleinen Entente gegeben habe, um sie zu beruhigen, werde in der Völker- bundsgeschichte von Gewicht sein. Das Geschirr, so schreibt der Berichterstatter, sei sicher auf eine harte Probe gestellt worden, denn es habe unter den GästenKerls" gegeben, die sich darauf verstünden, sich wie Elefanten im Porzellanladen aufzuführen, und die mit der festen Absicht zu dem Frühstück gegangen seien, Bruch zu machen. Rumänien und Griechenland hielten sich etwas zurück, sie seien der Ansicht, daß diese Frage überhaupt nicht ohne Beteiligung der interessierten Kreise hätte aufgeworfen werden dürfen. Der französische Außenminister habe dar­auf hingewiesen, daß nicht Frankreich dieses Problem an­geschnitten habe, sondern daß er, Laval, sogar stundenlarV gekämpft habe, um sehr kategorische englische und italienische Vorschläge abzuweisen.

Die Entscheidung bei der Kleinen Entente.

Genf, 16. April.

Außenminister Laval gab am Montag abend eine Erklärung zu der Frage der Wiederaufrüstung Oester-

Der gegenwärtige französische Unwille über Deutsch­land, weil es sich weigere, die Vertragsklauseln, die von ihren Urhebern gebrochen worden seien, länger als bindend anzusehen, sei eine scheinheilige Sache

Die italienische Öffentlichkeit ist über die Konferenz in Stresa, die unter dem Vorsitz von Mussolini

stattfand, begreiflicherweise sehr befriedigt. Im Gegensatz hierzu ist man in Polen sehr p e ssi m isti sch. Die Gazeta Polska" sie die Teilnehmer von

halbamtliche Warschauer Zeitung schreibt zum Beispiel, die Nuß, d

Stresa nach Genf bringen, um sie auf den Tisch des Rates zu legen, sei hart und schwer zu beißen. Wieder einmal habe die Methode Erfolg gehabt, die zur Ohnmacht der Abrüstungskonferenz geführt habe.

Wider Erwarten beschäftigte sich der Völker- vundsrat am Montagnachmittag entgegen allen An­kündigungen weder in einer vertraulichen noch in einer öffentlichen Sitzung mit dem Antrag Frankreichs gegen Deutschland. Der Rat trat nachmittags zu einer andert­halbstündigen Sitzung zusammen. Man hat sich nur über den abessinisch-italienischen Konflikt unterhalten und dabei beschlossen, diese Frage erst auf der Ratstagung im Mai zu behandeln.

Die Gründe für die Vertagung der Verhandlungen über den Antrag Frankreichs gegen Deutschland lind darin zu suchen, daß die Beratungen zwischen den einzelnen Außenministern größere Schwierigkeiten für die Formulierung des Antrags, für die Formulierung einer Entschließung und sogar für die Debatte ergeben haben, als man erwartete. Die außerordentlich hohen Forderungen, die Frankreich für sogenannte Sanktions­maßnahmen gegen einen Staat, der einseitig Verträge verletzt, erhoben hat, haben in Genf bei verschiedenen Staaten sofort das natürliche Bedenken hervorgerufen, daß dadurch der Friede gefährdet werden kann.

Der österreichische Außenmini st er Berger- Waldenegg ist ebenfalls in Genf eingetroffen.

reichs, Ungarns und Bulgariens ab, deren wesentlicher Inhalt besagt, daß die drei Konferenzmächte von Stresa nicht in eine eingehende Erörterung dieser Frage einge- treten seien, sie hätten sich vielmehr darauf beschränkt, diese Frage zur Information an die direkt inter­essierten Mächte weiter zu leiten. Diesen käme nun­mehr die Entscheidung darüber zu, wie weit der Wunsch der abgerüsteten Staaten gerechtfertigt sei.

Genfer Emzeldewrechungen

Genf, 16. April.

Der österreichische Außenminister Berger-Walden- e g g hatte am Montag eine Unterredung mit Baron Aloisi in der Frage der Donaukonferenz und der Frage der österreichischen Ausrüstung. Außenminister Laval hat, wie man hört, in einer Unterredung mit Titulescu auch die Frage der Aufrüstung Bulgariens und Ungarns sowie Oesterreichs besprochen. Titulescu soll dabei namens der Kleinen Entente und der Balkan-Entente den Ein­tritt Bulgariens in den Balkanpakt als eine der vorher zu schassenden Sicherheitsgarantien bezeichnet haben. Er soll weiter von ungarischer Seite den vorheri­gen Abschluß von Nichtangriffspakten als Vorbedingung gefordert haben.

Genfer Ratssitzung auf Nachmittag verschoben.

G e n s, 16. April. (Funkmeldung.) Die für heute früh um 11 Uhr angesetzte geheime Sitzung des Völkerbunds- rates, die sich mit der französischen Klage über den deutschen Schritt vom 16. 3. befassen sollte, ist auf heute Nachmittag 4 Uhr vertagt worden.

DerErundfür diese Verschiebung ist darin zu suchen, daß man angesichts der bestehenden Gegensätze über die Behandlung dieser Frage in den Besprechungen noch nicht weit genug gekommen ist, um Erörterungen in offizieller Ratssitzung zweckmäßig erscheinen zu lassen.

Deutsch-türlische Handels-Vereinbarungen

Berlin, 16. April.

Die in den letzten Wochen in Berlin zwischen einer tür­kischen und einer deutschen Delegation gepflogenen Ver­handlungen haben zu einer Einigung über Fragen des Zahlungs- und Handelsverkehrs zwischen der Türkei und Deutschland geführt. Die vertraglichen Vereinbarn rgen sind am Montag im Auswärtigen Amt unterzeich­net worden. Der freundschaftliche Geist, der die Verhand­lungen geleitet hat, berechtigt zu der Erwartung, daß die vertragliche Regelung zu einer Festtgung und wesent­lichen Vertiefung der wirtschaftlichen Be­ziehungen zwischen den beiden Ländern führen wird.