,„ 82 - Ä Jahrgang
_______________Fuldaer Anzeiger ____________________________ Samstag, 6. April 1935
Stadt und Land nMtrausßcMen für morgen;
^ttëlbëricht^èsReichsw etterdienstes, Ausgabeort: Frankfurt.
--ortdauer des veränderlichen Wetters mit einzelnen Mderschlägen, doch voraussichtlich etwas milder.
Ludika.
Ev. Joh. 8, 46: Wenn ich euch die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?
Judita heißt der Sonntag heute. Judika heißt: richte, Gericht hält Jesus mit seinen Richtern im ™cüum dieses Sonntags. „Warum glaubt ihr mir — warum nicht? Einer seiner schärfsten Ster unserer neuen Zeit hat einmal gesagt: weil seine Lüften nicht erlöst genug aussähen, möge man nicht an erlöset glauben. Und dies Wort wird oft nachge- mochen als große Wahrheit. Ist es das? Es ist eine «rede mehr nicht. Ein Abschieden von dem, worauf Lu Wirklichkeit ankommt. Also, weil die Sonne im linden Scherben blind erscheint, darf man sie anzweifeln M ablehnen? Sonne bleibt doch wohl Sonne. Also. Ni! Menschen Jesus und seine Wahrheit trüb und ge- [Lcn widerspiegeln, braucht man ihm nicht zu glauben? « bleibt Jesus. Hoch und leuchtend steht er da, rein â nie einer: „Wer unter euch kann mich einer Sünde ^" Keiner hat's gekonnt und keiner kann es — und l>n»ß hat doch scharfe Augen: Wer hat das je noch von s V lägen können? Keiner. Nicht ein einziger. Sollte ! , «ahrheil, aus der er lebte und war, wie er war, ohne § ;mn, siegreich über alles Böse, sollte diese Wahrheit k M das Wahre sein? Sollte, was von ihm ausgeht und «seinem Munde kommt, wirklich nicht die Wahrheit M Wo wäre dann noch Wahrheit zu finden? „Ich sage cKtö bie Wahrheit — warum glaubt ihr nicht?"
Ja, warum, nicht? Die Ablehnung liegt nicht darin icgmndct, daß andere nicht so sind, wie sie sein sollten, erst rechi nicht darin, daß er selbst nicht so wäre, wie er sein müßte, nicht in ihm begründet — sondern in uns. Jaë Menschenherz lehnt sich gegen ihn aus — ja, warum? Weil er sich über sich selbst täuscht, weil er sich selbst über- schätzl, weil er nicht groß und ernst genug ist, die eigene Kleinlichkeit und Unzulänglichkeit einzugestehen.
Ruhig und rein steht Jesus im Kampfe da. Wolken Don Haß türmen sich um ihn auf, wollen fein Licht verschlingen. So war es damals, so ist es immer wieder einmal gewesen. Wie die Wolken unter dem Himmel die Sonne am Himmel verdecken und verdunkeln wollen: gelassen zieht sie ihre lichte Bahn, durchdringt doch wieder alles Gewölk und gießt ihren Segen auf die Erde nieder — so geht Jesus seinen hohen Königsweg, gelassen und rein: Ich bin die Wahrheit und ich sage euch die Wahrheit — warum glaubt ihr mir nicht? Sucht nicht, was ihr an mir aussetzen könntet. Ihr findet keine Sünde an mir. sucht an euch und erkennt, euch selbst zum Segen:
Daß ihr habt, was ich nicht habe — die Sünde;
-aß ihr nicht habt, was ich habe: die Wahrheit.
Judika: „Ich suche nicht meine Ehre. Es ist aber einer. M ne sucht und richtet."
Kaufmannsgehilfenprüfung.
Am 24. und 31. März d. J. fanden die diesjährige schrift- A "Endliche Kaufmannsgehilsenprüfungen statt, der beiderlei Geschlechts unterzogen. Wenn Ä Prüfung lediglich den Zweck hat, festzustellen, ob ii bestimmtes Mindestwissendei den Prüflingen vorhanden
• "te L^ beobachtet werden, daß die Leistungen im gemeinen im Vergleich zum Vorjahre besser geworden r1 "âde auch in diesem Jahr die Beobachtung $ 'richt in allen Fällen seitens der ausbildenden erforderliche Sorgfalt bei der Erziehung der ... Lehrlinge angewandt worden ist. Es bleibt u hierin für die Folge eine weitere Besse- »I nti itt, da das Verständnis immer mehr Platz greifen kann un,ere Lehrlinge zu vollwertigen Kaufleuten nur ielin^Mn werden können, wenn der während der Lehr- kL einwandfrei und umfassend genug ist. Rinnen ^. ^?^" wurde nur in wenigen Fällen aus- L,eL Einzelne Zweifelsfälle werden noch nachgeprüft.
^^ ^er Kaufmannsgehilfenbriefe an die 28 LLL“^ bestanden haben, findet in einer für den L vormittags vorgesehenen Feier statt. Ort bafe m r”^ bekannt gegeben. Es ist zu wünschen, Lech» >s/^u Behörden-Vertretern an dieser Feier auch die arbeit J^ Prüflinge teilnehmen, Ida deren tätige Mit- an unseren Bestrebungen unerläßlich ist.
Sprechstunden innehalten!
n Finanzamt wird uns geschrieben:
Rücksprachen an den Dienststellen des eine sehr ^ der letzten Zeit derart, daß hierdurch getreten m Beeinträchtigung der laufenden Geschäfte Glinst!m^ M- sUs Finanzamt weist darauf hin, daß in Falten sinh ^öM^t die festgesetzten Sprechstunden ein- N und kroH " ie Sprechstunden sind festgesetzt auf Diens- -ö bis 17 H®n 8 bis 12 Uhr und Donnerstag von l^eint, [nun v , ^er außerhalb dieser Sprechstunden er- Gefahr, nicht abgefertigt zu werden.
, Borsicht bei Bettlern!
^" Dil^,»^"."'-^ sich dnv BeMerunwesen wieder D ^nvierteln x ^ Handwerksburschen sprechen in den L^e konnten ^?^^ von Haus zu Haus vor. In dieser ^n' Cie wun^r^Eler aus frischer Tat festgestellt wer- .^«plarische ^" ^'" Amtsgericht zugeführt, wo sie eine gebeten h; LeLu .erwarten haben. Das Publikum ?"ettelte F»r^ .'r>e Burschen abzuweisen, da sie meist das A ^nbinerkL 1 ^0' umsetzen. Die wirklich notleiden- '°'''"'woselbst '?â)en sind an das Wohlfortsamt zu ver- ue entsprechende Fiirsorge gewährleistet ist.
vVn ^oim tt ^Er. Gottesdienst.
1 «egen LrA^ottesdienst im Südbezirk, Im Kessel 2, "'"Ung des Vikars Bräutigam aus.
a/er Dreher ^'"^'«es Dienstjubiläum.
A^ A StzM Osner aus Fulda konnte am 5. d. M. ^e^O'Ida, r>iri^< Tatrgkeit bei der Firina Emaillirwerk ^nw^'«°> seim.1 . ^"s diesem Anlaß wurde er von 11 ^MckmnIr^â und der HaNdels- L E)t und geehrt.
Am Wochenende.
Sprechende Uhren und heizbare Stiesel...
Wenn der April nicht bald bessere Miene aufsetzt, haben wir uns wieder einmal vergebens auf die frühe Spargelernte gefreut. Nach den Märzaussichten war anzunehmen, daß Ende April die ersten Sendungen auf dem Markte sein würden. Nun, gedulden wir uns — alles hat seine Zeit, und nichts ist veränderlicher als der Monat, in dem wir leben., Frühlingsmäßig sieht es vorläufig nur in den Schaufenstern der Geschäftshäuser aus. Da tummeln sich die Osterhasen, überschlanke Damen präsentieren sich in den neusten Modeschöpfungen, alles ist auf Frühling eingestellt. Sogar der Buchhändler zeigt „saisonbedingte" Sachen: „Der Schrebergärtner, wie er sein soll", „Wie baue ich meinen Garten?" und ähnliche Titel liest man im Vorbeigehen.
Ob auch das Büchlein: „Wie werde ich Erfinder?" zu den saisonbedingten Artikeln gehört? Gibt es eigentlich noch Erfinder, die irgendwo im Dachstübchen über ihren Ideen brüten? Von denen es plötzlich heißt: „Der große Schlag ist gelungen!" Es g a b auch in Fulda zu allen Zeiten solche erfinderische Köpfe — einem ist fast die Erfindung des „Perpetuum mobil e" gelungen; leider wurde das erfundene Wunderwerk bei Nacht und Nebel geklaut, niemand weiß, wo es hingekommen ist, und die Welt ist um eine umwälzende Erfindung ärmer! Uebri- gens, wenn wir vom Erfinden sprechen: Ein großer Teil aller Erfindungen, die ihrem Besitzer ein Vermögen eintrugen, ist nicht die Frucht langjähriger Arbeit. Vielfach kam der Zufall zu Hilfe. Eine Zufälligkeit, die ein lebendiger Geist sofort in ihrer praktischen Verwendbarkeit erkannte und in die Tat umsetzte. Der Mann, der beispielsweise auf die lächerlich einfache Idee kam, einen kleinen Radiergummi unmittelbar am Bleistift zu befestigen, hat mit diesem Einfall genau 320 000 Mk. verdient! Er war jedenfalls praktischer veranlagt als jener Fuldaer, der einen Ceifenspar-Apparat erfunden hat und sich zwecks Auswertung des Patentes a u s g e r e ch n e t an — eine der größten deutschen Seifenfabriken wandte. Die Seifenfirma, hat natürlich an einer Seifenersparnis nicht das geringste Interesse — es sei denn, das Patent aufzukaufen, um es zu vernichten, damit nicht letzten Endes der Seifenkonsum unter das übliche Maß sinkt.
Solche Ankäufe von Patenten, die irgendeine Industrie gefährden, sind keine Seltenheit. Ab und zu tagt im Anschluß an die großen Messen in Leipzig auch eine kleine E r f i n d e r m e s s e — es ist unglaublich, was da alles an genialen Erfindungen im Verborgenen blüht — und vielleicht auch vermodert. Wir sahen z. V. aus einer solchen Messe: Sprechende Weckeruhren, heizbare Stiefel, D a u e r s o h l e n Marke „Unverwüstlich", und sogar ein ganzes „Tischlein deck dich" — alles ausgearbeitet bis aufs Tüpfelchen, die Patenturkunde liegt jedem Stück bei — und dennoch bleiben die erfinderischen Köpfe arme Schlucker, die nicht selten ihr Letztes für ihre Idee opferten.
Seid Täter des Worts!
Auftakt zur Opferwoche der Inneren Mission.
Wie im vorigen Jahre so ist auch in diesem Jahre vom Reichs-Minister des Innern die Durchführung einer Sammlung zu Gunsten' der Inneren Mission genehmigt worden. Es findet auf Grund des Eenehmigungsbescheides in der Woche vom 8.—14. April eine Sammlung statt, welche sich an alle Volksgenossen ohne Unterschied wendet. Und zwar findet die Haussammlung unter Verwendung von steneh- migten und numerierten Sammellisten sowie mit polizeilich abgestempelten Ausweisen statt, während die Straßensammlung am Sonnabend, den 13. 4. und Sonntag, den 14. 4., unter Verwendung von Sammelbüchsen und durch Verkauf von Abzeichen, die das Innere Missionskreuz darstellen, durchgeführt wird. Gerade die Innere Mission darf darauf rechnen, daß sie bei allen Volksgenossen freundliches Gehör und willige Herzen findet. Wenn wir allein an das Anstaltswerk denken, welches in unserm Kurhess. Lande aufgebaut worden ist, so steht uns eine Fülle von Hilfsbereitschaft und christlicher Barmherzigkeit greifbar vor Augen:
Hephata, das „Hess. Bethel", mit seinen Einrichtungen für Schwachsinnige, Epileptiker, Taubstumme, Schwererziehbare, Krüppel, mit seinem segensreichen Krankenhaus und der seit 1901 bestehenden Ausbildungsstätte für Diakon«.
Das Hess. Diakonissen-Mutterhaus in Kassel welches seit einen ersten Anfängen 1864 sich in 70 Jahren seines Bestehens die Liebe der heimatlichen Bevölkerung durch die hingebende und treue Arbeit der Diakonissen erworben hat.
Erhaltet den deutschen Wald!
Verhütet Waldbrände!
Die Regierungsforstämter Kassel-Ost und -West teilen mit:
Noch sind jedermann die verheerenden Waldbrände des Vorjahres in Erinnerung, die wertvolles Volksgut vernichteten und große Teile herrlichen deutschen Waldes zu öden Brandflächen werden ließen. In fast allen Füllen entstehen Waldbrände durch Unachtsamkeit und grobe Fahrlässigkeit der Menschen. Es muß immer wieder gesagt werden daß gerade das Frühjahr die gefährlichste Zeit für die Entstehung von Waldbränden ist. Wenn der Winter seinen Abschied nimmt und Schnee und Eis verschwindet, trocknet der Boden durch die Frühlingsstürme rasch aus. Die Bodendecke, die fast immer den Ausgangspunkt eines Waldbrandes bildet, besteht in dieser Zeit aus dürren Gräfern und Kräutern, Laub und Reisig, die, leicht entzündlich, bei der geringsten Unachtsamkeit eines Menschen dem Walde großen Schaden zufügen können
Die Forstbehördèn wenden sich daher an dieser Stelle nachdrücklichst an die Bevölkerung mit der Bitte, mit allen Mitteln zur Verhütung von Waldbränden beizutragen. Nicht allein der Hinweis auf die gesetzlichen Bestimmungen soll den Einzelnen zu dieser Aufgabe führen, sondern in erster Linie das Bewußtsein, daß et durch sein vorsichtiges und verantwortungsvolles Verhalten jedem Volksgenossen einen großen Dienst erweist, inbem er mithilft, den Wald
Sachverständige belehrten uns auf unser erstauntes Warum und Wieso?: Entweder ist die Sache in der Ausführung zu kostspielig, oder die Praxis lehnt alle diese Sachen glatt ab. Was immer zieht, ist der Massenartikel, der nicht mehr als 25 bis 50 Pfennig kostet. Die Sächelchen tauchen auf, halten sich ein bis zwei Jahre auf dem Markte, um dann auf immer zu verschwinden. Es gibt beispielsweise zweitausend Erfindungen, die sich nur mit der Stielbefestigung eines Besens befassen — und jede Woche vermehrt sich noch die Legion dieser Erfindungen, die alle irgendeinen Haken haben. Immerhin: das Kragenknöpfchen, welches „Hier bin ich" ruft, wenn es unter den Kleiderschrank rollt, ist noch nicht erfunden; deshalb sind auch noch Aussichten für Erfinder und solche, die es werden wollen — und darum mag auch das Büchlein „Wie werde ich Erfinder" seine Berechtigung haben. Den Erfindern von Greuelnachrichten in der uns feindlich gesinnten Presse des Auslandes braucht man es jedoch nicht zu empfehlen; die stellen jede Erfindung in den Schatten und sind unbelehrbar, sie erfinden ruhig weiter, und stehen sich finanziell nicht schlecht dabei.
Manches wird auch sozusagen von Mund zu Mund „erfunden" — auch in unserer lieben Vaterstadt. Die Fuldaer haben da einen kräftigen, prächtigen Vergleich für dieses Aufbauschen und Erfinden von an und für sich harmlosen Kleinigkeiten. Leider ist dieser Vergleich nicht druckfähig — er nimmt sich mundartlich besser aus. — Nicht erfunden ist folgender Satz aus einem Veschwerdebrief an ein Wohnungsamt: „Ich habe Rheumatismus und ein Kind, das sind die Folgen meiner feuchten Wohnung". Ebenso verbürgt ist der Klageruf: „Wenn ich den Abort benutze, bin ich direkt mit Lebensgefahr verbunden!"--Viel unfreiwilliger Humor ist auch bei den leider nichtöffentlichen Verhandlungen zwischen Mietern und Vermietern ans Tageslicht gekommen. An „geflügelten Worten" lokaler Färbung fehlt es in Fulda nicht, und der Fuldaer hatte von jeher seine besondere Freude daran, besonders an den kräftig geprägten! — Eine Serie der druckfähigeren steht uns zur Verfügung und soll demnächst einmal im Druck festgehalten werden.
In den städtischen Anlagen hat inzwischen auch das „G r o ß r e i n e m a ch e n" begonnen oder vielmehr: es wird letzte Hand angelegt, damit die Ostergäste und auch die Fuldaer selber ihren Schloßgarten am Feste wieder als das sprichwörtliche Schmuckkästchen vorfinden. Der eiserne Torflügel wurde von kunstverständigen Handwerksmeistern erneuert. Wege sind geebnet — nun noch ein bißchen Sonne und alle Aprilschauer sind vergeben und vergessen. Auch die Hühner brauchen Sonne — sonst legen sie keine Ostereier, wie man auf dem Buttermarkt belehrt wird. Sie sind in der Art empfindlicher als die stolzen Schwäne, die sich auf der Fulda von irgendwoher eingesunden hatten. Also nur die Geduld nicht verlieren, die Sonne hat noch immer gesiegt! A. M.
Das H e s s. S i e ch e n h a u s zu Hofgeismar, welches 400 pflegebedürftigen Insassen ein sonniges, von der Liebe Christi durchwärmtes Heim für Tage der Krankheit, des Leidens und des Alters bereitet.
Das Karlshospital mit seinen 130 Insassen, welche in Kassel eine letzte Zuflucht nach viel Kummer und Not ihres Lebens finden.
Um dieses Werkes willen ist es erforderlich, von allen Volksgenossen ein Opfer ihrer Liebe oder wenigstens ihrer freundlichen Gesinnung zu erbitten. Denn was in diesen Anstalten der I. M. unserm Volke zu Nutz und dem leidenden Nächsten zu Frommen geschieht, baut auf der freiwilligen Gabe seit den ersten Anfängen des Werkes auf und leistet mit den freiwillig gespendeten Mitteln unserm Volks einen außerordentlich wichtigen Dienst. Bedenken wir, daß die im Zentral-Ausschuß für die Innere Mission zusammengefaßte evang. freie Wohlfahrtspflege allein 4394 Einrichtungen der geschlossenen Fürsorge d. h. also Krankenhäuser, Heilanstalten, Erziehungsheime, Altersheime usw. mit insgesamt 217 059 Betten nach dem Stand vom 31. 12. 34 umfaßt; daß 3 300 Kindergärten, 4 800 Schwesternstationen und insgesamt 75 000 Beruss- kräfte, davon 47 800 evang. Schwestern für diesen wichtigen Dienst eingesetzt sind, so dürfte es uns angesichts dieser Zahlen leicht sein, ein Opfer für die Erhaltung und Förderung dieses Werkes um unseres Volkes und unserer Kirche willen zu bringen. Das Plakat zum Volkstag, das von dem Kasseler Künstler, Fritz Lometsch, gezeichnet worden ist, aber ruft dazu mit unüberhörbarer Deutlichkeit auf: Seid Täter des Worts!
als volkswirtschaftlichen Wert und als Stätte der Erholung in seinem Bestand und seiner Schönheit zu erhalten.
Nach dem § 40 des Feld- und Forstpolizeigesetzes ist das Rauchen im Walde und das An zünden von Feuer im Walde oder in gefährlicher Nähe desselben ohne Erlaubnis des Waldeigentümers in der Zeit vom 1.- März bis 31. Oktober verboten. Zuwiderhandlungen werden mit Haft bis zu 14 Tagen oder mit Geldstrafen bis zu 150 Nm. bestraft. Im Zusammenhang hiermit sei auf § 127 der Strafprozeßordnung hingewiesen, nach dem jedermann auch ohne richterlichen Befehl befugt ist. denjenigen festzunehinen, der auf frischer Tat betroffen wird, wenn er der Flucht verdächtig ist oder seine Persönlichkeit nicht sofort festgestellt werden kann. Insbesondere ist auch so zu verfahren, wenn jemand beim Rauchen im Walde betroffen wird.
Ferner sei darauf aufmerksam gemacht, daß ebenfalls nach dem § 40 des Feld- und Forstpolizeigesetzes jedermann bei einem Waldbrand Hilfe leisten muß, wenn er der Aufforderung dazu durch die Polizeibehörde, dem Ortsvorsteher, dem Grundeigentümer oder dessen Stellvertreter (Forstbeamten) ohne erhebliche eigene Nachteile genügen kann.
An alle Freunde des Waldes, überhaupt an alle Personen, die in den nächsten Monaten die Wälder aufsuchen,