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Fuldaer Anzeiger _________________________ ' Freitag, 5. April 1935

^s^2. Jahrgang_________________

Msâ und Land

^rAnMcn für morgen;

7," be3 Reichswetterdienstes, Ausgabeort: Frankfurt, ^lauaktes aber unfreundliches und ziemlich kaltes

M Nachahmung emps-hl-n.

s»ne Judenanzeigen mehr!

. .7i77äü«i5âmën Schäm in Stettin haben sich die der bürgerlichen Presse Pommerns nunmehr ent- M endlich die Konsequenz aus der Tatsache zu zrehen, ^°E nationalsozialistische Staat keine Judeninstitutionen, E die völkische Gemeinschaft unserer Ration darftellt: °"ân für die Zukunft keine Juden-Jnserate mehr auf- Ä ist der bis zur Unerträglichkeit mitgejchleppte Last beseitigt, daß sich Zeitungen auf der ersten Seite " L und staatsaufbauend nennen, wahrend rm Jnsera- «*Ä klingende Münze den Todfeinden des deutschen â den Kriegs- und Greuelhetzern, Handlangerdienste ? itet werden. Die Oeffentlichkeit wird die neue Haltung L ülaerlichen Presse in Pommern zweifellos als einen â Schritt auf dem Wege zum großen Einheitswerk ^sozialistischer Presiearbeit begrüßen. halten es bei dieser Gelegenheit für notwendig, ä'eser und a l l e, welche es a n ge h t, über den serer Zeitung zu orientieren. DerF u l - Lnzeige r", als bewußter Vertreter t^fonf e s s ion e l l e n M i nd e r h e i t i n F u l d a, seinem gesamten Inhalt ausnahmslos und Z-iprozentig hinter Staat und Kirche. Der p o l i - Alh1 berücksichtigt Innen- und Außenpolitik in Ain 3W und nimmt Stellung zu den aktuellen, poli- M Ku Tagesfragen. Im lokalen Teil werden, unter M Äßchtigung unserer protestantischen Tendenz, die ört- M Begebenheiten in B e r i ch t e r st a t t u n g , umfang- t^en Nachrichten und Kritik ausführlich ge- Wüchsigt. Der Unterhaltungsteil mit Roman ist Mitig interessant und literarisch wertvoll gehalten.

Ls Tageszeitung, die im engsten Einvernehmen mit KiPartei arbeitet, lehnen wir es als selbstver - shinUich a b, K o m p r o m i ss e z w i s ch e n u n s e r e m lext-und Anzeigenteil zu schließen. Aus die- m Gesichtspunkt heraus lehnen wir es seit mehreren Jah- in-im Gegensatz zu anderen, größeren Tageszeitungen iKhatzlich ab, Anzeigen jüdischer Firmen auf- Mhmen. Wir verzichten gerne auf diese Einnahmequelle, ii! wir unseren Charakter zu wahren wissen.

3m Zuge dieser seiner Einstellung, würde derFuldaer feiger es begrüßen, wenn sich auch die Vertreter der irgerlichen Presse in Hessen wie in Pommern ent- Hen würden, jüdische Inserate grundsätzlich und kom- mitzlos abzulehnen. Der Verlag desFuldaer Anzeigers" itb der erste sein, der eine solche Proklamation bedin- âgslos und im Sinne der Regierung unterzeichnen würde!

April-Winter.

. Von allen Aprillaunen war die heute nacht bisher die Unartigste und reizvollste. Wir bekamen einen Winter- »S hingezaubert, wie er sich schöner kaum denken läßt. Schon Wns beim Ausstehen sah man auf das Dach gegenüber: w lag darauf, dicker Schnee, und wenn man nun er- Mète, in den Straßen nichts von dem weißenSegen" zu ^M so sah man sich getäuscht. Auch die Pflastersteine '»ren hübsch mit einer weißen Decke zugedeckt, und auf ein- ruW der Fuß gar aus; es hatte sich eine Eisschicht A A eine sehr dünne zwar, aber immerhin, es war Eis. vas schönste erwartet einen, wenn man etwas aus der M herauskam. Jeder Zweig an den Bäumen, jede Hecke K gepudert, die Obstgärten waren ein Gewirr von «gen Aesten, eine niedriggezogene, dichte Decke, in deren man eigentlich èin Märchen hätte finden müssen, oeowutchen vielleicht oder ein Dornröschen im Schnee uns uoer dem ganzen stand ein blauer Himmel mit einer " N . â suihlingsmäßigen Sonne, man dachte beinah an --^Weihnachtszeit, dann gibt es auch wohl mal solche dabei war dies alles nur eine flüchtige des Wettermachers April.

^önweberer- und -schnitzerei-Ausstellung im Künstlerheim" in Fulda.

>e Kreisbauernschaft Fulda-Gersfeld zeigt vom 6.15. ein® Ausstellung von Webereien und Schnitze- Wu. Diese Ausstellung will den Fuldaer .d^dtbewohnern ein Bild von der Handfertig- mit h'^ tn unserer Rhön heimisch ist, geben und will daß mancher alte Bauernwebstuhl aus uuf dem Boden und in der Scheune L Tätigkeit gesetzt wird. Bunte Kissen, und Schürzen gibt es zu sehen, ^praktii^o» Oberin aus der Rhön zeigt, wie die schönen ^iteer^ hergestellt werden. Auch die

Dorow mmm ^^en Teil der Ausstellung ein. Nkrh»S< Bürger und Landbewohner, kommt ins 12 .^UGre Handfertigkeitsschau ist täglich von

tiigt mir 20 Pf19 ^hr geöffnet. Der Eintrittspreis

^, , ^ gold'nen Myrthenkranz.

Philm?« ' April, begehen Eisenbahn-Oberschaffner ^"ch, ^e r und feine Ehefrau Regine geb. Seit. 7i>i^,^errastraße 7, das Fest ihrer goldenen ' S ist geboren am 24. Dezember 1855 in o r r1111^ ist der Aeltoste von fünf Geschwi- stÄadèlk /a^n^ ^' Tie Jubilarin ist am 3. Mai 1862 L Sie nur geboren; von ihren sechs Geschwistern ^^ Zwillingsschwester. Aus der Ehe Zwei Kinder. Die 1886 ge- Mlend verheiratet und wohnt in Weß- iehpS^UnaSJ S* geborene Sohn Wilhelm in Fulda ^ ^U-^is^bs'nter tätig ist. Während den Kriegs- sich ihr Sohn Wilhelm im Feld. Sohn Mis^var seine silberne Hochzeit beging, konfirmiert, und acht Tage vor 'st der Enkel in der hiesigen evan- linde, worden. Die kirchliche Feier des " titfiiS^ uachmittag 2 Uhr in einem enu in der evangelischen Kirche statt.

Die Arbeitsschlacht marschiert.

Die Frühjahrs-Belebung des Arbeitseinsatzes hat sich auch für die Angestellten-Berufe günstig ausgewirkt. Rach den Feststellungen der Stellenvermittlüng des Amtes für Berufserziehung der Deutschen Arbeitsfront sind gegenüber dem Vormonat zum Teil bis zu 50 % mehr Aufträge auf Besetzung offener Posten erteilt worden. Damit verbunden war auch eine Steigerung des Vermittlungsergebnisses. Die Vermittlungen erfolgten in der Regel in feste Stel­len. Die Metallindustrie war sowohl für kaufmännische als auch technische Kräfte gut aufnahmefähig. Auch die Be­richte aus dem Saargebiet lassen eine Besserung erkennen. Gut vermittelt wurden Angestellte über 25 Jahre und Ar- beitspaß-Jnhaber. Es werden jedoch noch in erheblichem Umfange Kräfte unter 25 Jahren verlangt, die aber nicht vorgemerkt sind. Die Entwicklung des Bewerberbestandes entspricht der des Vormonats.

Die L e h r st e l l e n v e r m i t t l u n g berichtet über ein gutes Vermittlungsergebnis. Die Nachfrage nach Lehr­lingen mit höherer Schulbildung übersteigt das Angebot. Für den Beruf des Verkäufers besteht wenig Neigung, ob­wohl gerade hier gute Lehrstellen offen sind. Nach weib­lichen Lehrlingen besteht weniger Nachfrage.

Für Kaufmannsgehilfen war die Industrie und der Kleinhandel aufnahmefähig, weniger der Groß­handel und die Banken. Die Metall-Industrie suchte Lohn­buchhalter, die nicht immer nachgewiesen werden konnten. Im Lebensmittelhandel bestand Nachfrage nach Verkäufern. Gesucht sind Verkäufer und Geschäftsführer für den Schuh­handel. Ebenso geprüfte Drogisten mit Photokenntnissen. Die Versicherung hat Bedarf an Inspektoren und Angestell­ten für den Außendienst. Gesucht werden weiter Korre­

Plakate predigen!

Eine merkwürdige Ueberschrift ist das, wird der Leser denken, aber vielleicht ist es ihm schon einmal so ergangen, daß er vor einer Litfaßsäule hat stehen bleiben müssen, weil Bild und Wort ihn anzogen und nicht losließen. Das gilt besonders für solche Plakate, die sowohl von künstleri­scher Wirkung als auch von ideeller Bedeutung sind. So war neulich an den Litfaßsäulen ein Plakat angeschlagen, das in einer schlechterdings unüberhörbaren Weise für das WHW. des deutschen Volkes warb. Der Blick und die Ge­stalt des jungen nationalsozialistischen Sammlers wird vielen unvergeßlich bleiben, weil beides sich im Ausdruck

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mit einer strengen Forderung an den Leser des Plakates und damit an jeden Volksgenossen wandte. Der darunter geschriebene Satz war eine ganze Predigt: Opfernmüßt Ihr, nicht Almosen geben.

Die Innere Mission der Deutschen Evan­gelischen Kirche, die mit einem ähnlichen Plakat in den nächsten Tagen die gesamte Bevölkerung auf ihre Ar­beit hinweist und zum Volkstag der Inneren Mission aus­ruft, hat von jeder diesen Erundgedanken vertreten, daß nicht der Almosen hilft, weil er die Menschen demütigt und lieblos macht, sondern nur das Opfer, weil es den Menschen liebt und in Hingabe für ihn geschieht. Christliche Wohl­fahrtspflege ist keine Almosenkrämerei, sondern tägliche Opfertat aus dem Glauben, der um Christi willen sich dem Nächsten zuwendet. Wenn darum die Innere Mission der Deutschen Evangelischen Kirche zu einer Sammlung auf­ruft, wie das durch den bevorstehenden Volkstag geschieht, dann bettelt sie nicht um irgend ein Almosen, sondern for­dert das für das Werk der christlichen Nächstenliebe not­wendige Opfer von allen Volksgenossen, denen ja ihre Ar­beit dient. Das Plakat, das für den Volkstag von dem Kasseler Künstler Fritz L o m e t sch gezeichnet wurde, ent­hält einen aus dem Neuen Testament entnommenen harten fordernden Satz: Seid Täter des Worts! Positives Christentum ist ein Christentum der Tat, das aus dem Glauben an Gottes Wort sich zu Taten und Opfern der Nächstenliebe verpflichtet weiß. Der Volkstag der Inneren Mission fordert ein Tatchristentum im Blick auf alle Liebe, die wir als Christen^ den armen notleidenden und bedräng­ten Volksgenossen schuldig sind. Dazu soll auch das Plakat des Volkstages seine klare und eindeutige Predigt halten.

Am 4., 5. und 6. Mai findet in Berlin das 75jährige Jubiläum des 3. C.-Reg. und H. G.-Reg., Elisabether-

und 2. G.-Dragoner-Reg. statt.

Außerdem findet eine Wiedersehensfeier der Maikäfer (E.-Füsilier-Reg.) und 5. G.-Reg. statt. Zahlreiche Sonder­züge aus dem ganzen Reiche sind zur Beförderung der Teil­nehmer bereitgestellt. Der Sonderzug Frankfurt, welcher über 1000 Teilnehmer nach Berlin befördert, hält erstmalig in Fulda und nimmt die hiesigen Teilnehmer auf. Der Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt beträgt 13,05 Mark. Teilnehmer auch anderer Militärvereine können sich an­schließen. Anmeldung mit Fahrgeld muß bis spätestens 10. April an den Ortsgruppenführer des M. Reg., Kame­rad Willy Erb, Fulda, Gartenstr. 11 eingereicht werden. Nichtangemeldete Personen können an diesem Sonderzug nicht teilnehmen.

spondenten, Kontoristen, Reisende, Expedienten und Steno­typisten.

In der Stellenvermittlung für Büro - und Behörde nangestellte lagen Aufträge von Reichs­und Gemeinde-Behörden und Organisitionen vor. Einige Krankenkassen suchen Angestellte für gehobene Stellen.

In der Techniker-Stellenvermittlung be­stand lebhafte Anfrage nach guten Kräften in der Metall­industrie. Hier wurden vornehmlich tüchtige Fachkräfte angefordert.

~ Im Baugewerbe war ein stärkerer Einsatz an Fachkräften im Hoch- und Tiefbau festzustellen. Stärker gesucht wurden Eisenbetonfachleute mit besonderen stati­schen Kenntnissen und Straßenbautechniker.

Die Werkmeister - Stellenvermittlung konnte bei erhöhtem Auftragszugang vor allen Dingen eine Belebung im Maschinen- und Apparatebau, sowie Baugewerbe und teilweise auch in der Textilindustrie fest­stellen. Mangel bestand teilweise an Baggermeistern, Schachtmeistern, Betonpolieren, guten Fachkräften für die Schweißerei und den Werkzeugbau, sowie an Drehmeistern. Gesucht wurden auch Spezialisten für Rundschleiferei.

Für weibliche kaufmännische Angestellte war der Arbeitseinsatz günstig. Besonders gut ist das Ver­mittlungsergebnis für Angestellte im Haus,' Garten, Land­wirtschaft,. Wegen Mangel an geeigneten Bewerberinnen konnten leider viele gemeldete Stellen, besonders auf dem Lande, nicht: besetzt werden. Bei Kindergärtnerinnen und Volkspflegerinnen ist eine Zunahme der Bewerberinnen durch Entlassung der Schülerinnen aus den Ausbildungs­anstalten festzustellen.

67000 Gäste in Fulda.

1. Provinzial-Feuerwehrtag in Fulda 28.30. Juni 1935, Der Führerrat der freiwilligen Feuerwehr hatte für gestern abend einen großen Teil Fuldaer Volksgenossen zu einer vorbereitenden Sitzung in den Frankfurter Hof ge­laden. Der Kreisfeuerwehrführer G a u l e r konnte ca. 40 Herren begrüßen und legte diesen den Plan der Tagung vor.

Fulda hat die Ehre, den ersten Provinzial-Feuerwehr- Tag in seinen Mauern abhalten zu können. Eine gewal­tige Aufgabe steht bevor, kommen doch von jeder Feuer­wehr der Provinz Hessen und Nassau die einzelnen Führer, und deren sind es 2000 nach Fulda. Daß aber auch viele Kameraden nach hier kommen, beweisen die schon vorlie­genden Anfragen und Meldungen. Fulda muß mit einer Besucherzahl von 67 00O Mann rechnen. Wie der Kreis­feuerwehrführer weiter bekannt gab, wird auch der Ober- präsident, Prinz Philipp von Hessen, sowie ein Vertreter des Ministeriums des Innern zu dieser Tagung kommen.

Wenngleich diese Tagung in einem ganz anderen Rah­men als früher (mit Buden und Karussell) gefeiert wttd, so muß trotzdem große Vorarbeit geleistet werden. Die Fuldaer Wehr, die nur eine Stärke von 120 Mann hat, kann diese Arbeit neben den immer größer Werdenden Dienstanforderungen nicht bewältigen, und es wurden aus diesem Grunde aus den versammelten Herren verschiedene Ausschüsse gebildet. Neben dem Hauptausschuß findet man Finanz-, Presse-, Reklame-, Wohnungs-, Verkehrs-, Emp­fangs-, Bau-, Ausschmückungs- und Wirtschaftsausschuß. Die Zusammensetzung der einzelnen Ausschüsse versprechen eine gute Zusammenarbeit, und die Tagung wird, wenn alle Fuldaer Volksgenossen tatkräftig mitarbeiten, ein vol­ler Erfolg für unsere Stadt werden. Die Unterstützung der Bürgerschaft benötigen wir besonders in der Bereitstellung von Quartieren, für die eine gewisie Vergütung bezahlt wird. Hatte Fulda bisher mit seinen Veranstaltungen Er­folg und einen großen Fremdenzuspruch, so muß dieser noch größer werden. Helfen wir alle mit, den Feuerwehrkame- aden vom Rhein, von der Werra und der Weser, vom Main und der Kinzig, allen den Tausenden, die Fulda besuchen, frohe und schöne Stunden zu bereiten, so daß sie immer wieder gern von der Tagung in Fulda erzählen, dann ist dies die beste Verkehrswerbung und Werbung brauchen wir.

Zinssenkung bei der Städtischen Sparkasse Fulda.

Der Vorstand der Städtischen Spars affe Fulda hat die Sollzinsen ab 1. April 1935 wie folgt gesenkt:

Für Reichsmark- und Aufwertungshypotheken auf 514 Prozent, für Personal-, Wechsel- und Kontokorrentkredite auf 6 Prozent.

Vom Arbeitsamt:

Die Sprechstunde des Berufsberaters fällt am Sonn­abend, dem 6. April 1935, aus.

Finanzkasse Montag geschlossen.

Vom Finanzamt wird uns mitgeteilt, daß die Finanzkasse Fulda wegen Jahresabschlußarbeiten am Montag, den 8. April, für den Verkehr mit dem Publikum geschloffen bleibt.

der Deutsche HerrrrMuh

Alleinverkauf Gebr. Frohnapfel, Marktstraße 6.