Signal zum Aufbruch.
Eine Bismarck-Skizze von Hans Här.
hipfe Reise nicht eine Flucht? War sie nicht ein
Mr Mschied von Paris? Nein, der preußische Ge- M von Bismarck floh nie vor dem verantwortungs- foniK der eigenen Person. Aber er war des ewigen reichen i Ah^,artens müde. Er wollte in diesem eusebens c^hres 1862 nicht müßig an der Seine sitzen, Zoinlner osten, in Berlin und Potsdam, Entscheidungen ^' hie für das Königreich Preußen unabsehbare Folgen reiften, " ^rum verließ er die Seinestadt, darum suchte er blüch^"' 7,„d fuhr gen Süden.
Ab--nkl- „ unter her Erkenntnis, daß jenes erlösende Wort, Lande die innere Erstarkung und den Auftrieb dos leim ~ ferner wieder hinausgezögert wurde. „Ich W's ich wissen, woran wir sind!" schrieb er gereizt an , Johanna, die ihm opferfreudige Gattin, unentwegter verständnisvolle Vertraute war und nun mit den ' altf einem märkischen Landgut bei Verwandten Kerne will ich meinen König und Herrn gegen alle w "decken will alle Verantwortung mir selbst auf- für das Wagnis voll einstehen. Wenn er sich nur '»Mießen konnte, die rettende Parole auszugeben, ft Ä lange auf sich warten lassen darf!" " Freilich m* der stattliche Herr von Bismarck, den die Zilles Pariser Salons den gefährlichsten und liebens- ■ hielten Teutonen nannte, viel zu klug und treu, als daß Schwierigkeiten verkannt hätte, die seinen Herrscher
Er sah, wie die große liberale Partei, mit i^der König rang, nicht allein im Parlament den Aus- Ä Fhr Geist beherrschte auch die Ministerien, die Ä die'Verwaltung bis herab zur kleinsten Kanzlei. Sie üârte dem König die Mittel zur Reformierung und Rkim-Hrung des Heeres, die von dem tatkräftigen Kriegs- m Mei Albrecht von Roon als unerläßlich bezeichnet und der cejahrvollen Lage des Landes begründet wurden.
«Mw war ja in zwei Teile zerrissen. Zwischen die Mm Stammprovinzen und das Rheinland, das nach der Mc-miVg Napoleons unter die Fittiche des schwarzen Adlers kam, schoben sich das Königreich Hannover und andere ^E». Das stehende Heer Preußens reichte nicht aus, im W'chcidungsfalle war die Stellung der jungen Großmacht Mich bedroht.
Wo dieser Entscheidungsfall zu suchen sein würde, konnte jeder Sehende erkennen. Früher oder später mußte ^Auseinandersetzung mit Oesterreich kommen. Das wußten »leund und Feind, Zivilisten und Militärs. Die Liberalen vaieidigten aber stur ihre Losung: Keinen Pfennig für eine Hemsvermehrung! Und sie boten all den Glanz der berühm- Namen auf, die sie zu den ihrigen zählen durften, um des Volk gegen „Willkür und Militarismus" einzunehmen.
Ohne Zweifel waren ihre Wortführer, ihre Juristen und Professoren, die Twesten, Vincke und Virchow beliebter als die Männer der Rechten, die dem Könige rieten, die Heeres- vermehrung unter allen Umständen durchzusetzen, auch gegen das Parlament. Besonders inständig haßten jene Bürger, die für Freiheit, Frieden und Wohlfahrt schwärmten, den Pariser Gesandten Otto von Bismarck, den geistvollen Lunker", der ihnen als Verkörperung des Rückschrittes erschien. Sie waren noch nicht so reif wie jener englische Staatsmann, der früh erkannte, daß dieser emporstrebende preußische Politiker „in Kontinenten dachte und allem kleinlichen Parteiaetriebe abhold war". Sie sahen es mit Arg- . wohn, daß König Wilhelm den Frankfurter Bundestags- lefanbten zum Gesandten in Petersburg ernannte und kurz daraus an den ftanzösischen Hof berief. Und sie lästerten Albrecht von Roon, der dem König immer wieder eindringlich rrufsahl, den „starken Mann aus Paris" zu rufen, der den Mschen Knoten lösen, vielleicht auch — durchschneiden trübt
2er König zögerte, suchte immer noch den friedlichen gleich mit dem Landtag, während Otto von Bismarck, Hw er mit Mißvergnügen feststellte, als „müßiger Stroh- lritwer in Pariser Cafès â la Carte aß" und aus der Ferne iubachten mußte, wie sich die Unsicherheit in Preußen mehr »ud mehr verdichtete. Seine Möbel standen noch in der
Aud) Pu wirst lyich einmal beglücken ...
Roman von H. A. vonVyern. Urheber-Rechtsschutz durch Verlag Oskar Meister, Werdau.
(Nachdruck verboten.)
*$W Nicht reden! Bleib nur liegen .. . Herrgott! Wart'
™ ' Der Darkehmer hielt ihr Köpfchen, suchte mit der rech- ™ in der Joppentasche, brachte ein Aluminiumfläsch- Vorschein: „So, nun werden wir's gleich haben, Mia.gèist, den nehme ich immer auf die Pirsch mit, wegen Hütten . " Ein scharfer, ätzender Geruch Das hustete, nieste--. „Pröstchen! Na, buLm i ^tzt hat die liebe Seele ja wieder Luft! Kannst Kusinchen!"
^ lächelte, aber ihre Lippen zitterten.
du unverletzt?'"
â Gott sei Dank!"
kein Leid geschehen?!"
losem Sc uein — — " sie brach ab, starrte in fassungs- ^Himmels willen!"^ r^Un95(ofc ^alt. „Achim - -
der wurden starr, hart wie Granit, das Weiß
w durchzogen von roten Aederchen
Hund 'h^uiedergeschlagen!" Und nun sah er auf ben Sin r ."Wotan"!"
dein SiinVtm Knurren, die mächtige Dogge lag noch über Men'ch
^iOwnS^l weniger! Komm, „Wotan"!" Komm, Heuer, gutH Hund!""' ^ €’n tapferer Kamerad! Bist msnv L^siud - _ tot?!" *
nickte nur.
^i Mnu ™ e? ist kein Anblick für jemanden, der^vor «ftnd^ ,»,°humâchtig war
. ~ nun?!"
Mu mal, S maI iehen, wo „Fallada" steckt---- ^tklgurt ia an--ach, du liebe Zeit, der S Fuß laut« L ^a, da können wir zwei Stunden weil ^senzüael llnt ®r 9mg auf die Stute zu, faßte sie am Ve mal ntpn„;e^ die Sehnen. „Alles in Ordnung, “^mbaftein , kann ich den Gurt mit Bindfadsn zu- ist J1 ^ vorläufig liegen lassen."
^ grauenvoll!" Sie schüttelte sich, schloß die
$^^ abseits, damit du die Kerle nicht ne Schweiner-i nun sitzt der Sattel. Das tamn eine Verden, wenn sich die Herren vom Mericht
russischen Hauptstadt, sein Gespann war irgendwo in der Mark untergestellt, Frau und Kinder weilten bei Verwandten. — „Ich bin ein Vagabund geworden, ich liege auf der Straße!" klagte er mit müdem Lächeln.
Berlin aber hüllte sich in Schweigen, auch sein Freund Roon hatte seit Wochen nichts von sich hören lassen. Warum sollte Bismarck sich aufdrängen?
An einem honiggelben Sommertage trat er plötzlich einen Längeren Urlaub an. Fort mit den Sorgen, dem Akten- Klünder, dem zermürbenden Abwarten!
Die Eisenbahn trug ihn gen Süden. Die Freude an fernsten Weinbergen und alten Troubadourburgen spülte alle Bitternis der Gegenwart hinweg. In Bordeaux genoß er edlen Wein, bei Biarritz schwamm er im salzigen Meerwasser, und in dem weiten Heideland, das sich ihm in der Nachbarschaft dieser beiden Städte erschloß, erwachten ihm die Beethoven-Melodien, die Johanna einst in Frankfurt auf dem schwarzen, großen, vollklingenden Flügel spielte.
Später unternahm er einen Ausflug nach Nordspanien, nach dem malerisch verfallenen San Sebastian und wanderte dann mehrere Wochen lang durch die Pyrenäen und ihr Vorland. Im Tale der Garonne und auf den Graten des Gebirges gewann er eine köstliche Ruhe, eine angenehme Gleichgültigkeit. Warum mußte er sich zermartern? Kam es denn gerade auf lhn an? Auf einen von vielen?
Als er nach langem, freudigem Kreuz und Quer endlich nach Avignon, in die alte Papststadt kam, war er schon so sehr besänftigt, daß er sogar mit dem Gedanken spielte, der Politik Valet zu sagen. Hatte er nicht seine Johanna? Besah er nicht — wenn auch in bescheidenem Umfange — die Mittel, eine köstliche Muße, eine stille Betrachtung zu pflegen?
Das junge Frankfurter Hochzeitspaar, das den blonden Riesen aus der Zeit seiner Tätigkeit beim Bundestag kannte und im Speisesaal des Hotels in Avignon ehrfurchtsvoll begrüßte, fand in ihm einen über dieses Wiedersehen hocherfreuten Landsmann, einen bezaubernden Gesellschafter. Er sprach von den Resten der römischen Wasserleitungen, denen er in der Provence begegnet war, von alten Volkstänzen, von Dichtung und Musik — nur nicht von Politik.
Am Nachmittage schloß er sich den Landsleuten zu einem Spaziergang in die Umgebung von Avignon an. Und wieder unterhielt er sich angeregt mit seinen Bekannten, wieder mied er die Politik. Die junge Frau, die an seiner Seite ging, 'ließ sich aber nicht täuschen. Ihr Verstand erfaßte zwar wenig von der Arbeit dieses bedeutenden Mannes, aber ihr seinempsindendes Frauenherz machte sie seherisch! Er ist zu edel, um Komödie zu spielen. Wahrscheinlich verspürt er es noch nicht, daß ihn seine Berufung unwiderstehlich nach oben trägt, daß sie stärker ist als seine Gegenwartsstimmung.
Von einem Oelbaume, an dem sie vorüberkamen, brach sie mit rascher, anmutiger Bewegung einen Zweig und reichte ihn Bismarck: „Bringen Sie Preußen und Deutschland Glück und Frieden!"
Der Gesandte sah ihr erstaunt ins Auge, bezwang sich bann rasch und sagte lächelnd: „Oh, ich danke Ihnen, gnädige Frau!" In seinem Blick aber lebte der ahnungsvolle Schauer, der ihn bei den Worten der jungen Dame sekundenlang er- faßt hatte.
AIs er am Abend mit seinen Begleitern ins Hotel zurückkehrte, eilte ihm schon der Geschäftsführer entgegen: „Excellenz, eine Depesche!"
Bismarck wußte sofort: Das Signal zum Aufbruch! Das war der Ruf Roons, den er lange erwartet, nun aber gar nicht mehr ersehnt hatte. Das Telegramm verriet die kluge Art des Absenders, es lautete witzig und lakonisch: „Die Birne ist reif."
Zwei Tage später, in Paris, fand Otto von Bismarck die zweite, nun schon ungeduldige Mahnung Roons: „Sofort kommen!" Und kurz darauf war er preußischer Ministerpräsident. Gegen tausend Widerstände, gegen eine Legion von Widersachern beschritt er entschlossen den Wea zur Einigung Deutschlands.--------------------------------
AM" Schützt den Wald vor Brandschäden!
mit der Sache befassen — zwei Polacken — — lieber Himmel da gibt's in Berlin am grünen Tisch wieder endlose Konferenzen und wenn's gut geht, muß sich der deutsche Gesandte in Warschau noch entschuldigen, weil wir uns hier nicht von den Panjes wie die Kälber abschlachten lassen."
„O Gott--du wirst Unannehmlichkeiten haben?!
„Die sind unser tägliches Brot seit dreizehn Jahren. Saffet leben wir in Ostpreußen, einen Büchsenschuß von der polnischen Grenze entfernt, halten auf vorgeschobenem Posten du Wacht gen Osten, gegen Litauer, Bolschewiken und die po- lackschen Schweinehunde. Man gewöhnt sich an alles. So, nun wollen wir mal sehen, ob du in den Sattel kommst!"
Es ging, aber plötzlich schrie Annemarie auf:
„Du blutest ja!"
„Ach nee, wo denn?"
„Dort . . . dort!" Da stand sie schon neben ihm, zeigte auf Die Joppe, da, wo in Herzhöhe ein dunkler, feuchter Fleck im Stoff war.
Der Darkehmer fühlte nach der Stelle. „Entschuldige, will bloß mal nachsehen. Hat der Kerl also doch nicht vorbeigefunkt!"
„Wer . . .?"
',Na, der, den „Wotan" zur Strecke brachte. Den Knall hast Du natürlich nicht gehört." Er zog die Joppe herunter. „Bloß ein ganz leichter Streifschuß, nicht Der Rede wert. Bei meiner Heilhaut ist das beschädigte Leder in drei Tagen wieder ganz."
„Um meinetwillen! Einen Zoll weiter nach links . .
„Liebe Annemarie, es ist aber nichts passiert! Kinder und Besoffene haben ihren privaten Schutzengel; ich rechne mich zur ersteren Kategorie."
Die Kleine weinte fast.
„Laß doch die dummen Witze! Geh her, ich werd dich verbinden." , , .., „
„Ver . . bin . . . den?!" Kreuth lachte, lachte pch alle Wut und Erregung der letzten Viertelstunde von der Seele „Mädel, ich bin fünfmal verwundet gewesen, habe viereinhalb Kriegsjahre lang in Dreck und Speck gelegen, dem Tod stündlich in bie grinsende Visage gesehen und nun soll ich mich wegen so 'ner lappigen Schramme lächerlich machen? Nee, is nich, Kusinchen--hopp, bitte rauf auf deinen Hafervergaser, Muttchen wird ja nett in Angst sein!"
„Achim — wie redest du nur?" . , „Gut deutsch! Heute ist mir wieder wohl, sauwohl ist mir! Die Lust am Raufen steckt uns wohl im Blut. — Te—erab!" „Fallada"" ging unruhig, mit angelegten Ohren.
„Na, bist du nun wieder munter, Mädel?"
„Munter is a bisserl z' viel g'sagt." Annemarie zwang sich
$sz$feiet im Berliner Dom.
Eine 91 n spraye des Reichsbischofs.
Im Rahmen einer liturgischen Feier veranstaltete die Deutsche Evangelische Kirche in Gemeinschaft mit der Reichsmusilkammer eine liturgische Feier zum 250. Geburtstage Joh. Seb. Bachs. Der Staats- und Domchor unter Leitung seines Direktors Professor Alfred Sittard, des Philharmonische Orchester, die Solisten und Professor Heitmann (Orgel) gaben in hoher künstlerischer Vollendung einen Ausschnitt aus der Bachschen Kantate und Orgelmusii. Den liturgischen Höhepunkt der Weihestunde bildete das gewaltige Sanctus Dominus aus der hohen Messe.
In seiner Ansprache betonte der Reichsbischof, daß die Wurzeln jeder echten Kunst im Ueberzeitlichen und Ewigen liegen. Die Deutsche Evangelische Kirche gedenkt in diesen Tagen in Dankbarkeit Joh. Seb. Bachs, des großen Meiste« der Kirchenmusik. Er ist der deutsche Protestant, der das Geheimnis des Wortes göttlicher Wahrheit erlebt hat. Wie die Reformation sich mit ihren Chorälen und geistlichen Liedern in das Herz des deutschen Volkes hineingesungen hat, brachte und bringt Bachs einzigartige Kunst die deutsche protestantische Religiosität unseren Herzen so nahe, daß wir immer wieder aufs neue ergriffen sind. Wenn die Großen im Reiche von ihrem Schaffen sprechen, dann meist immer so, daß sie zum Ausdruck bringen, das Letzte und Größte ist für sie selbst ein Geheimnis und ein Geschenk Gottes. Darum war es keine äußerliche Geste, sondern innerlichste Verbundenheit, wenn Joh. Seb. Vach drei Buchstaben unter jedes seiner großen Werke setzte: „8. D. G., Soli Deo Gloria, Gott allein die Ehre". Mit Gebet und Segen beschloß der Reichsbischof diese denkwürdige Feierstunde.
Krippe!
Allein zweimal in der Nachkriegszeit hat die Grippe, eine jener Weltseuchen, die Erde umkreist und 20 Millionen Menschen dahingerafft. Von Mensch zu Mensch wird sie übertragen, und die Uebertragungen sind in gewissen Zeiten ganz besonders häufig und arten zu Epidemien aus. Durch seine Schutzvorrichtungen im Körper versucht nun dieser, sie fernzuhalten und, wenn sie nun eingedrungen sind, durch seine Abwehrmaßnahmen zu bekämpfen. „Leben und Gesundheit" ist der Kampf des Körpers durch die in ihm wohnenden Heilkräfte, jenen harmonischen Lebensablauf, Gesundheit zu erhalten. Kampfstoffe werden gebildet, leider aber sind diese Kampfstoffe gegen die Grippe nicht wie bei Masern beständig und schützen den Menschen vor einer Neuansteckung, sondern der Mensch, der eine Grippe durchgemacht hat, kann wieder an einer Grippe erkranken, und da diese Krankheit so heimtückisch ist, ist es doppelt notwendig, vor einer Grippe auf der Hut zu fein; und so will die Ausstellung
„Leben und Gesundheit"
des Deutschen Hygiene-Museums hierfür ein Wegweiser sein. Darum besuche jeder die Ausstellung, wenn sie in Frankfurt a. M. gezeigt wird. Die Eröffnung erfolgt am 30. März im Ausstellungsgelände (Dachfaal).
Der Tag des deutschen Jungarbeiters. Am 31. März wird im gesamten Reich sich die HI. in den Betrieben zu gemeinsamer Kundgebung zusammenfinden, um ihren Reichsjugendführer, der in Essen von der Zeche Friedrich - Ernestine über alle deutschen Sender sprechen wird, zu hören.
zu einem etwas mißglückten Lächeln, „«ag' mir nur das eine: Kann dir auch g'wiß nix g'schehn?"
„Kein Gedanke! Ich klingle sofort den Lanürat, die Staatsanwaltschaft und die Polizeibehörde an Mögen die dann mit den Toten machen was sie wollen. Ein paar Vernehmungen gibt's natürlich, aber morgen fahre ich nach Paris und bis ich zurückkomme. Und längst wieder ein paar Grenzzwischenfälle passiert"
willst nach — Paris?!--Morgen schon?!"
„Natürlich!"
Denier Verwundung? Ich ruf' nachher gleich Doktor Warkalla an!"
„Untersteh dich! Der Kratzer wird ausgewaschen, gejodet, Heftpflaster drauf, fertig. Bloß um die Joppe ist s schade. Na, vielleicht läßt sie sich flicken."
„Achim--ich sorg' mich so um dich!"
„Um mich? Das ist ja riesig nett von dir, aber nun bitte ich dich ernstlich: Schluß mit dem Thema! Und zu Hause legst du dich erst mal hin, bleibst morgen ganz brav im Bettchen."
„Während du nach Paris fährst."
„Freilich!" Der Hafer stach ihn: „Zwei Einladungen habe ich heute bekommen — von der Valtier und von Winifred Atkinson, ich kann doch die Damen unmöglich warten lassen!"
Das Annsmarietscherl zog die Brauen zusammen, galoppierte plötzlich an.
„Sachte: Sachte! Himmeldonnerwetter, wenn der Sattel wieder rutscht!" Aber sie hörte gar nicht, verschärfte das Tempo noch. Da riß ihm die Geduld.
„Willst du nun gefälligst mal Vernunft annehmen?!" Seine Hand griff nach dem Tre'nsenzügel der Stute, zwang „Fallada" zum Trab „Annemarie--wirst du nach Paris kommen? Graf Holm und feine Frau fahren hin, du könntest dich anschließen ..."
Sie schüttelte das Köpfchen:
„Nein — nein — i will net!"
„Und wenn ich dich bitte--herzlich bitte?!"
Keine Antwort.
„Annemarie!"
„Quäl' mi net, Achim!"
„Na, denn nich!" Er ließ den Zügel los. „In fünf Minuten sind wir daheim, hoffentlich halten die Gäule solange aus; mein guter alter „Patroclus" hat kein trockenes Haar mehr.
Und dann klackerten die Hufe über die steinharte Dorfstraße, den rotgelben Kies auf dem Hof.
„Wilhelm!"
_fierr Rittmeister l"
„Gäule absatteln, zehn Minuten ganz langsam im Schritt bewegen, dann abreiben, doppeltes Quantum Hafer, Sehnen kühlen, erst in 'ner Stunde zu saufen geben!"
„Befehl, Herr Rittmeister!"
Frau Josefa trat aus der Halle.
„Aber, Kinder!"
Da floa das Mädelcben der alten Dame an den Hals, weinte, weinte--- (Fortsetzung folgt.)