12. Jahrgang
Stadt und Land
^rausßdifcn für morgen :
Mterbericht des Reichswetterdienstes, Ausgabeort: Frankfurt.
Fortdauer der im ganzen freundlichen und trockenen
Witterung.
* Fulda, den 20. März 1935.
Irühttngsanfang.
Frühlingsanfang am 21. März, so steht es im Kalender und so scheint's auch Heuer in der Natur Wirk- lichkeit zu werden. Freilich ist das keineswegs immer so. ^chon die fränkischen Könige mußten die ursprünglichen Erzfelder, die Versammlungen ihres Heeresvolkes, auf den Mai verlegen, da es im Monat des Mars der wachsenden Reiterei an Futter für ihre Pferde gebrach.
Noch steht der Laubwald nackt und schwarz, noch Wagen im Garten erst die Knospen aus. Aber länger, wärmender schon leuchtet die Sonne über braune AcLer- jMen und junge Saat und über das Veilch-mherz im Wiesenplan, und in ihrem Frühstrahl steigt Lerchenlied M gedämpften Himmelsblau. Nüchterner drückt es die »Urkunde aus: zu dieser Tagundnachtgleiche M das Tagesgestirn in den Äquator und läßt die süd- W Halbkugel links liegen, ihrem Winterdunkel entgegen' â Doch auch der stille, freundliche Gefährte der Nacht, da Oe Vollmond nach Frühlingsanfang, der den beweg- M Zeitpunkt des Osterfestes — und diesmal besonders MÄr " bestimmt, seitdem die Christen noch weite
M bis zu ihrer Hauptkirche zurückzulegen hatten, Acht nur deshalb bedeutsam. Die linderen Abende I Ui vor allem Dichter und Verliebte hinaus, und decken k noch nicht die Büsche, duften weder Flieder noch ' Min, lebhafter singt doch wieder das Blut.
Weite Wanderung zu Frühlingsanfang iiZLand hinaus, das erst Erwartung ist, noch um Monde da Erfüllung fern, macht freilich müde und träumeschwer. Wer selbst der Sorgen- und Kummerbeladene, dem Ästung, Vertrösten aus Menschenmund schwer eingeht, fühlt aus dem allmählichen Erwachen seiner Erdenheimat trotz Rückschläge in Nachtfrost, Eisschauer oder Regen- sturm wieder den Hauch frischen Lebensmuts in sein Herz strömen, wenn es naturverbunden blieb.
Frühlingsanfang, Lenzmond, war unseren Alt- vcidercn nicht der große Umschwung oder Höhepunkt wie die Sonnenwende. Aber natürlich haben sie Frühlings- einzug mit Tänzen, Auszügen, Freudenfeuern begrüßt, und mund neben der Ostersitte erhielt sich mancher germanische Gruß an Ostara, die Frühlingsgöttin. Der düstere Winter wird verbrannt vorn erhellenden, reinigenden Vuldurlichr Idas als Glaube dann selbst Gräbergruft wie Al'erhafi sprengt): besonders sinnbildlich führt so z. B. in der Wariburgstadt Eisenach und in badischen Städten jährlich ein Volkszug den Winter als stroherne Puppe mi sich, um ihn zum „Sommergewinn" zu verbrennen, cchon immer hob am ehesten gemeinsame Frühlings- ttudc, die ins Freie zu Volksfesten lockte, Standes- manken auf: „vier bin ich Mensch, hier darf ich's fein*:
Faust löst sich so der Krampf einer Ver- Menlungsnacht. Denn freilich, auch Schwermut kann aus zehnen erwachenden Frühlings wachsen, wenn es einerlei Halt zu finden scheint. ft 'er sacruin — heiliger Frühling aber, das ist die Mnd eines Volkes, ewig und immer wieder neu wie ^-Ä^lauf der Lenz. Deutscher Frühling — deutsche uns die Verheißung lichterer Zukunft, strebt ^sullung, der das neue Deutschland entgegen-
Ergebnis vom letzten Eintops.
®CJ ^c Elntopfsonntag dieses Jahres in Fulda ergab
? ®lat^ Davon entfielen auf die Haussammlung '-U5 und auf die Sammlung in den Gasthäusern 54,24 Warf,
Fuldaer, lernt flaggen!
Stadtkreis Fulda teilt mit: Ich habe Seit ins °Q^ uach nationalen Feiertagen noch längere Häusern die Flaggen hängen. Um den inneren 1 L^E nicht Hern ^zuwürdigen, ersuche ich die tfwlbas, nach Ablauf des eigentlichen Festtages, I ns am anderen Morgen, die Flaggen einzuziehen.
Schwefel, Baumöl und Zichorie.
"itspiel des Rhein-Mainischen Künstlertheaters. diesiâ^i^^'.dNainische Künstlertheater eröffnete seine I Spielzeit mit der Aufführung von Schwefel, i L^^^^- Das Stück ist eine Neubearbeitung Winter ti^5 ^'rn, Änieriem und Lenn, für die Lippl ver- ist es Op[7 ^ichnet. Nestroys Stück entstand 1834. — Lippl
Cn’ E'U Stück zu schaffen, das durchaus gegen- httb Qjnrfill-e}nen stellenweise sehr modernen, beweglichen Weht ^lreichen Dialog aufweist, es aber andererseits inall ilif-/, "^"^phäre des österreichischen Biedermeiers è^abrei^ ^^^^^>sen Gemütlichkeit und Unkompliziertheit
W, huTJ ?a ^M' war die Kleinstadt mit ihren Proble- I "«» beut 4- '^â) sind wie vor 100 Jahren, überleuchtet I V die Dz» "En, gutmütigen Humor, mit dem der Autor I kant r$e "erangeht und der sich oft zu regelrechtem I ^Ctiin ^r das Publikum zum Beifall hinriß. I Wniiafp 3/ weiter keine Probleme — es will ein paar I Milben ^ "^" schaffen, und das ist ihm restlos I k wen^Wert in der Kleinstadt des Biedermeiers I 'Me ist pr die eigene Frau. Das heißt, in diesem I M Semih. ^0« seines Freundes, um die sich jeder der I ÄNrn »p^ Schwefel, Baumöl und Zichorie zu be- I - t^Eet glaubt. Natürlich nicht in unzulässiger I rMenr- diesen ehrenwerten Männern beileibe I ^?N- nein, jeder achtet darauf, daß die Frau I kidjen . ,auch treu bleibt daß die eigene Frau abirA 3U gerne mit einem Kommis vom Pfade der vA^We, merkt keiner der drei, aber das ist [ fikkunp & denn über seiner Ehe wacht ja das treue »Wehn« i r arme Kommis kann sich vor diesem i 1W . er Weiblichkeit nicht retten und in einer i WtanHt ^mmt es dahin, daß die Ehemänner, die ' 'drem Posten sind, jeder die Frau des anderen
Fuldaer Anzeiger Mittwoch, 20. März 1935
Kampf dem Schwarzhandel.
Die Klagen über den Schwarzhandel nehmen kein Ende, immer wieder hört man von Vorfällen derart, daß Werksangehörige zum Teil recht erhebliche Umsätze tätigen und sich damit in schwerster Weise gegen die wirtschaftliche Disziplin vergehen. Ein erfreuliches Zeichen ist es aber andererseits, daß auch Betriebsführer und Gerichte energisch dagegen einschreiten. So kam in diesen Tagen vor einem westdeutschen Arbeitsgericht folgender Fall zur Verhandlung:
Ein Mitglied der Gefolgschaft, das obendrein noch im Vertrauensrat saß, hatte einen derart schwunghaften "Privathandel betrieben, daß er binnen kurzem bei einer Webwarenfabrik mit 1300 Rm. verschuldet war. Von dieser Fabrik hatte er u. a. 250 Reisedecken bezogen. Außerdem betrieb dieser „Volksgenosse" im Werk einen Schokoladenhandel gegen Provision. Seine Klage auf Zurückziehung der fristlosen Entlassung wurde natürlich abgewiesen.
Dieser Fall ist einerseits aufschlußreich, als er nämlich einmal ein Bild gibt, welche Umsätze in einem einzigen Fall getätigt wurden. Man rechne nun einmal die Gesamtheit
Winterhilfswerk in Fulda
vor dem diesjährigen Abschluß.
Am 21. März 1935 (Jahrestag des Staatsaktes in Potsdam) wird durch das WHW. die letzte Verteilung der Spenden aus dem diesjährigen Winterhilfswerk durchgeführt. Verteilt werden an 2700 Familien einschl. Ledige: 2315 Lebensmittelpakete,
2700 Kohlengutscheine,
7000 Brote (3 Pfund), 1140 Dosen Konserven.
Außerdem werden ca. 300 älteren Leuten und Kranken, soweit sie hilfsbedürftig sind, besonders dem Alter angepaßte Lebensmittelpakete zugestellt.
Mit dieser letzten Ausgabe hat das WHW. 1934-35 seinen Abschluß gefunden.
Nach Beendigung des WHW. werden durch die NSV. neue Aufgaben erfüllt, und zwar auf dem Gebiet:
„Mutter und Kind".
Zweiter Tag im Neichsberufswettkampf.
Gestern traten wieder viele Jungarbeiter und Jungarbeiterinnen zum Reichsberufswettkampf an. In der Turnhalle waren 30 Hobelbänke aufgestellt, an denen die Schreinerlehrjungen ihr Können zeigen sollten. Da flogen die Hobelspüne und kräftige Jungenarme schwangen den großen Holzhammer, daß die Stücke nur so absprangen. Selbst die Kleinsten vom ersten Lehrjahr gebrauchten die Säge meisterhaft und die Arbeit ging bei ihnen so schnell, daß man glaubte, sie hätten ihr ganzes Leben lang nur das Schreinerhandwerk gelernt. —
Auch im Reichsbahnausbesserungswerk wurde tüchtig gearbeitet. Im blauen Schlosseranzug standen sie an der Werkbank und suchten ein metallnes Hakenkreuz zu feilen in einem schön geschmückten Arbeitsraum. Ein großer Hoheitsadler und Bilder von Adolf Hitler und Baldur von Schirach geben der Werkstatt ein besonderes Gepräge. —
Aber auch die Mädels hatten gestern scheinbar einen großen Tag. In der bäuerlichen Werkschule nähten sie, und zeigten ihre Kunst an verschiedenen kleineren Aufgaben. Andere beschäftigten sich mit Kochen. In ihrer sauberen Kleidung stehen sie am Herd und rühren die Suppe, achten auf die Kartoffeln und müssen dem Kampfgericht eine Kostprobe von den Gerichten geben. •
So geht es täglich. Fleißige Hände beim Wettbewerb. Der Jungarbeiter und die Jungarbeiterin geben dem Reichsberufswettkampf feinen Sinn.
Nach der Hausarbeit Leokrem
für Jhre Hände /
mit nach Hause nimmt. Schon scheint der große Krach unvermeidlich, aber in einer Gartenwirtschaft an der Donau mit allen, vom Autor mit Absicht gebrauchten, Requisiten schmalzigster Liebesromantik bringt der „ehrgeizige" Lehrbub Peter alles zum guten Ende: vier Paare verlassen die Szene in trautestem Einvernehmen, drei Ehen sind gerettet und der Kommis hat glücklich seine „Luiise" gefunden.
Wir sahen, was das schauspielerische angeht, nur gute Leistungen, jede Rolle war mit gleicher Sorgfalt behandelt. Bor allem hoben sich natürlich die drei Gewllrzkrämer und der Kommis, letzterer in bester Weise mit Frische und unbekümmertem Temperament durch Günter B e g e r ö wiedergegeben, heraus. Hugo Firmbach als Schwefel, Carl Weinlein als Baumöl, Alwin Emmert als Zichorie — jeder ein Typ für sich, sehr der charakteristischste Schwefel: Zichorie wurde durch den Darsteller zuweilen vielleicht etwas zu sehr ins groteske gezogen dargestellt, im übrigen war seine Leistung ganz hervorragend. Ihnen zur Seite standen ihre Gemahlinnen, durch Liesel Becker, Hanna Stier und Lotte Kleinschmidt mit ungefähr gleick)- gutem Können dargestellt. Gesanglich weniger war Hans Heinicke als Konstantin — seine schauspielerische Leistung reihte sich denen der anderen würdig an die Seite. Ferner wären noch besonders zu erwähnen Marga W e r n y als Luise und der Peter, der von Gudrun Gartz in liebenswürdigster Lausbubenart wiedergegeben wurde.
Die Spielleitung hatte Fritz Richard Werkhäuser. Ihr ist es mit zu verdanken, daß das Stück so durchaus zeitnahe wirkt, und er sorgte auch für eine flotte, leichte Wiedergabe. Die Musik von Kusche mit zügigen Melodien war eine wirkungsvolle Untermalung einzelner Stellen — das Stück ist ja in der Hauptsache Schauspiel. Die recht ge- glückton Bühnenbilder stammten von Schönke — alles zusammen ergab ein freundliches, mit Blitzen feinsten Humors und witzigsten Dialogs durchsetztes Bild einer längstvergangenen Zeit, wie wir es lange nicht gesehen haben und das auch beim Publikum reichen Anklang fand.
all derer zusammen, dre einen solchen Handel treiben, es ergibt sich eine runde Summe die dem selbständigen Handel am Umsatz verloren geht! Zum anderen mag dieser Fall allen Schwarzhändlern eine ziemlich deutliche Mahnung und Warnung sein!
Das Bedauerliche bei allem Schwarzhandel ist nur, daß lediglich diejenigen betroffen werden, die selbst den Handel treiben, nicht aber die liefernden Firmen.
Gerade von einem größeren Unternehmen sollte man aber dock so viel volkswirtschaftliche Einsicht und — Disziplin verlangen können, daß sie sich nicht um einiger Silberlinge wegen zum Judas am Aufbauwerk des Nationalsozialismus machen.
Es gibt so viel Handelsvertreter, denen es wirtschaftlich nicht besonders gut geht und die gern arbeiten und verdienen wollen. Kein Vetriebsführer wird etwas dagegen einwenden können, wenn ein Handelsvertreter die Gefolgschaft aufsucht. Mit diesen sollten daher die Lieferfirmen zusammen arbeiten und damit ein brennendes soziales Pros blem lösen helfen.
Bele.: Koufmannsyehilf nprLfuna 1935.
Die Termine für die vorgesehene Prüfung sind wie folgt sestgelegt worden:
schriftliche Prüfung am 24. März 1935, ^10 Uhr, mündliche Prüfung am 31. März 1935, %9 Uhr.
Die Prüfungen finden in den Räumen der Berufsschule, die sich, zur Zeit im Hause der Englischen Fräulein, Fulda, Lindenstraße 27, befindet, statt. Eine besondere Feier geht in, diesem Jahre der Prüfung nicht voraus. Diese ist vorgesehen für die Ueberreichung der Kaufmannsgehilfenbriefe, die im Laufe des April an einem noch feftzusetzenden Termin erfolgen wird.
Oberbayerisches Bauerntheater in Fulda.
Für diesmal hat die NSG. „Kraft durch Freude" die Münchener Heimatspiele, ein oberbayerisches Bauerntheater, nach Fulda verpflichtet, das uns an drei Abenden mit seiner urwüchsigen, humorgeladenen Kunst erfreuen wird. Die Truppe hat am letzten Montag in Tann und am Dienstag in Hettenhausen mit großem Erfolg gespielt und wird in unserer Stadt ohne Zweifel den gleichen Erfolg ernten. Heute abend sehen wir „Die drei Dorf- heiligen", eine Bauernkomödie von Ferner, am Donnerstag Reitzammers „Das Schützenfest von Garmisch" und als Abschluß des Gastspiels am Freitag wieder „Die drei Doff- heiligen". Die Musik wird ausgeführt von einer eigenen Schrammelkapelle: die Freunde des echten bayerischen Schuhplattlers werden an den Tänzen der Truppe ihre Helle Freude haben. Es wird — mit einem Wort — urbayerisch zugehen. Was das heißt, weiß man; es werden aün ein paar Stunden ungetrübter Heiterkeit und echten Frohsinns garantiert.
Viiliqe Festiaosrückfahrkarken auch zu Pfingsten.
Wie die Deun'che Reichsbahn mitteift, werden — wie tu Ostern — auch zu Pllnasten wieder Festtaasrück- fabrkarten m it 33'/» Prozent Fahrpreis- ermästiqung ausgegeben. Die Karten gelten für a ch t Tage vom Donnerstag vor Pfingsten, 6. Juni, 0 Uhr, bis zum Donnerstag nach Pfingsten. 13. Juni. Die Rückreise must spätestens an diesem Tage um 24 Ubr beendet sein. Auch die Geltungsdauer der Arbeiterrückfahrkarten und Kurzarbeiterwochenkarten wird in der üblichen Weise verlängert.
Keine »Weißen Wochen^ mehr.
In Berlin und in verschiedenen anderen Großstädten Deutschlands hatten die zuständigen Industrie- und Handelskammern bereits Anordnungen getroffen, durch die Veranstaltungen von „W eißen Woche n" unmöglich wurden. Nunmehr hat der R e i ch s w i risch af t s mi n i st e r eine Verfügung erlassen, die für das gesamte deutsche Reichsgebiet Gültigkeit hat und mit der die Veranstaltung von „Weißen Wochen- g e n e r e l I untersagt wird. Verboten sind besondere Verkaufs- Veranstaltungen, in denen eine Zusammenstellung weißer Waren angeboten wird.
Falsche Zwanzigmarkscheine in Umlauf. Von den im Umlauf befindlichen Reichsbanknoten über 20 Mark mit dem Ausgabedatum vom 11. Oktober 1924 ist eine neue Fälschung fcftgcfteUt worden. Um unliebsame Schiden zu vermeiden, ist besondere Achtsamkeit bei der Entgegennahme von Zwanzigmarkscheinen anzuwenden. Für die Aufdeckung der Falschmünzerwerkstatt und dahin führende Angaben hat die Reichsbank eine Belohnung bis zu 3000 Mark ausgesetzt. Entsprechende Mitteilungen sind an die zuständigen Polizeiämter zu richten.
Neukirchen, Kr. Ziegenhain. (F u r ch t b a r e s Motorrad-Unglück.) Sonntag nachmittag ereignete sich am Dorfeingang von Rückershausen ein entsetzliches Unglück. Der Motorradfahrer Heinrich Kunz von vier hatte auf dem Sozius den 31 Javre alten Bauer Frank aus Osterode mitgenommen. Von Riebelsdorf fommenb. streiften sie an der linken Straßenseite einen Baum. In diesem Augenblick muß Kunz die Herrschaft über die 500-ccm-Muschine ganz verloren haben: denn sie sauste quer über die Straße, übersprang den Straßengraben, verbog ein Bäumchen und schlug auf einen Stein auf, so daß Mantel und Schlauch zerplatzten. Bei diesem Aufprall wurde der Beifahrer Frairk mit dem Soziussitz in den Händen gegen das Dietzsche Haus geschleudert, wo auch das Viotorrad zum Halten kam. Frank blieb mit dreifachem Schüdelbruch, mehreren Beinbrüchen und eingedrücktem Brustkorb bewußtlos liegen, Kunz kam mit unbedeutenden Verletzungen barmn. Frank wurde mit der Tragbahre der hiesigen Sanitätskolonne nach Trevsa- Hephata' gebracht. Hier starb er nach einer Stunde, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben.
Marburg, 19. März. (T r a ch t e n f o r sche r Emil Wessel gestorben.) Der bekannte Hessentrachten- Forscher Justizinspektor a. D. Emil Wessel ist im 68. Lebensjahr plötzlich einem Herzschlag erlegen. Wessel, aus Rotenburg (Fulda) gebürtig, war von 1909 bis 1924 am hiesigen Amtsgericht tätig und widmete seine freie Zeit eifrig der Erfoisämng der mannigfachen Hessentrachten. Die hessische Heimatforschung hat dem Verblichenen auf diesem Gebiet viel zu danken. In den letzten Jahren setzte er sich sehr für die Verkehrswerbung durch Rundreisen hesstsck>er Trachten- gruppen in anderen Gebieten Deutschlands ein. Auch in Jägerkreisen ist Fessel sehr bekannt geworden.