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Zagdabenleuer in aller Welt. Globetrotter

guten. Boni Krokodil erfaßt.

Auf meiner Afrika-Reise schloß ich mich in Mdiy-Halfa einer arabischen Kara- wanne, die nach Ischoda unterwegs war, an Der Führer dieser Karawane, Talat- Bay ein arabischer Kaufmann aus Lhar- tum war sehr zuvorkommend gegen mich. Er liebte Deutschland, und sah in mir nur einen Vertreter dieser von ihm verehrten Nation.

Talat-Bay war ein leidenschaftlicher Häger was man sonst im allgemeinen von Muselmanen nicht behaupten kann.

Am liebsten zog mein Gastgeber aus, um den unheimlichen Flutzungeheuern, den Krokodilen, auf den Leib zu rücken.

Eines Nachmittags hatten wir das ganze Flußufer nach den gefräßigen Räubern abgesucht. Vier dieser mächtigen Saurier waren zur Strecke gebracht.

Abgesehen von den Stechfliegen, Moski­tos und Sandflöhen war unser Lagerplatz ein Stückchen Märchenland. In der Mitte einer großen Lichtung hatten wir die Ka­mele zusammengestellt und Zelte aufge­stellt, dahinter im Halbkreis lagerten die Neger und ließen sich den Krokodilsbraten gut schmecken. Flammende Holzstöße be­leuchteten die rund um die Lichtung stehen­den Baumriesen.

Durch den übermäßigen Genuß des Msches aufgestachelt, begannen die Neger mm orgiastischen Tanz aufzuführen, der tage nach Mitternacht erst sein Ende fand. Austigt durch das wilde ungewohnte Schauspiel blieben auch wir, Talat-Bay md ich, wach, und leisteten der wilden Bande Gesellschaft. Dabei wurde be­schlossen, daß ich am nächsten Morgen mit dem Hauptteil der Karawane gegen Jscho- da abziehen soll. Mein Gastgeber wollte einen anderen Weg einsck>lagen der zwar etwas näher, aber für größere Karawanen beschwerlicher war, um auf dieser Strecke aus Löwenjagd zu gehen. Als Führer der Karawane, und zu meiner besonderen Verwendung wurde mir von Tala-Bay, der Leibbursche mitgegeben.Samal", so hieß der Neger, war das Faktotum des Arabers, sozusagen seine rechte Hand. Nach den Gebräuchen des Orients geht der Die­ner im Dienste seines Herrn ganz auf. So auch Samal! Was sein Herr machte, machte auch der Diener. Er hatte, wie ich später feststellen konnte, sogar die Jagd­leidenschaft seines Herrn, und diese wäre ihm diesmal beinahe verhängnisvoll ge­worden. Doch ich will dem Gang der Er- rignisse nicht vorgreifen und der Reihe nach erzählen.

Als ich am anderen Morgen zeitlich er­wachte, stand die Karawane schon marsch­bereit. Samal hatte alles zur besten Zu­friedenheit angeordnet. Nach einem kräf­tigen Imbiß nahm ich Abschied von met» nem liebenswürdigen Gastgeber und be-

* Pferd, um der Karawane, die reiten en ^"" abgezogen war, nachzu-

°^hten Tag vor der Ankunft Wir hatten uns schon mittags feiten und sicheren Lagerplatz aus- gefucht, denn wir wollten nicht die ganze -^acht in offener Wüste lagern.

â* gleich nach dem Esten auf.

Unb- Htc bald ein Rudel âfserbocke aufgespurt. Ein Bock stürzte, weidwund ab. Samuel h nterher Das Tier flüchtete zum Fluste

^ andere Ufer zu erreichen. Inlet 6ra^ es auf einer sandigen IanN-i?" ^^'"en, und Samal in seinem !?r°"8 von der steilen Böschung SlöiL ^ -°^te auf den Bock zu furchtbarer Schrei, - Baas, der arm- ^' ~ llvd dann war Viick^» ?^l verschwunden. Ratlos, die ®mDnrfnmbet ^an^> wartete ich auf sein Schwim^E?^. bamal war ein guter

?^ Neger kamen alle vom &3r^Unr ^°vn wurde das ganze Neaer dn^^^ ^' doch ohne Erfolg. Der § blieb verschwunden.

alle inVo ^^^ingen. Längst waren wir legte lick zurückbekehrt. Die Nacht wach. ber den Busch. Ich lag noch keine Ä s-^tnem Moskitozelt, konnte nes Dien^ ^^^' ^05 Verschwinden met« Nf gefen mote mir nicht aus dem ein Geräusch am ®asW los? - schrie ich. den in ber^ ^^."6en und sehe jeman- gang her.r Dankelhert. Da tönts vom Ein- " Mix sf^°b, Baas, ich bins, Samal!" >-h riß bes ä M bie Haare zu Berge, 8anß. a^ nnd , prang zum Ein- unb stöhnt/9ba kvg der Neger, jammerte unb S*inmt1 ?ber und über mit Blut auf bem 6^m bedeckt, nur noch Lumpen gern, lent?^"' Ich rief nach den Trä- bie Koânnttt i^^ auf mein Feldbett, riß hintenfiei^ und flößte dem Ranben Ä wuchtigen Schluck ein. Alle »ett oE vm ihn herum. Bedauerns- ietfleju, r ^s. Die linke Wange war -blocken L'uckllcherweife keine Knochen

Seine Kleider hingen in bluti-

gen Fetzen am Leib. Er hatte die Besin­nung verloren. Ich glaubte kaum, daß er noch einmal aufkommen würde, da die ge» fährlichen Bisse der Reptilien oft Blutver­giftungen Hervorrufen. Doch er genas wieder!

Der Neger wurde, als er meinen Blicken entschwand, von einem Kokodil am Bein gepackt und mit rasender Geschwindigkeit flußabwärts geschleppt. In einer Höhle, versteckt durch das viele Strauchwerk, wollte sich das Flußungeheuer sein Opfer aufbewahren. Wie es kam, daß das Tier sein Opfer nicht gleich verspeist hatte, ist mir heute noch ein Rätsel, da Kokodile, wenn sie keinen Hunger haben, gewöhnlich nicht auf Raub ausgehen. Auf alle Fälle, Samal kam mit dem Leben davon. Das Raubtier verließ den Schlupfwinkel wieder und als der Neger zur Besinnung kam, hatte er Geistesgegenwart genug, den Un­terschlupf zu verlasten. Auf allen Vieren schleppte sich der arme Mensch weiter. Das Lagerfeuer war sein Wegweiser und mit letzter Kraft erreichte er noch mein Zelt, wo er ohnmächtig zusammenbrach.

Glücklicherweise war dieses Abenteuer glimpflich abgelaufen.

Einige Monate später schrieb mir Talat- Bay, daß der Neger wieder völlig herge­stellt wurde und mir dankt für die Sorg­falt, die ich ihm angedeihen ließ, während seines lebensgefährlichen Abenteuers.

Siam. Dschungelexpreß von einem Tiger überfallen!

Fahrplanmäßig verließ der Zug den Bahnhof von Bankok. Zwei volle Tage dauert die Reise bis Korat, der Endstation der siamesischen Dschungel-Bahn.

Als wir nach fünfstündiger FahrtHo- pang" passiert hatten, wurde uns Reisen­den bekannt gemacht, daß die Fahrt durch das Dschungel manche Gefahren mit sich bringt. Es war schon öfter vorgekommen, daß wilde Tiere Züge überfallen haben.

Die Garnitur des sogenannten Dschun- gel-Exprestes bestand aus zwei Personen- und vier mit Lebensmittel beladenen Güterwagen. Im ersten Waggon hatten nur die Europäer und zwei indische Kauf­leute Platz genommen, im zweiten waren die Eingeborenen verstaut. Wie eingemachte Heringe saßen die Leute in dem Wagen zusammengepfercht. Das Zugpersonal war mit Gewehren bewaffnet. Man darf nicht glauben, daß eine siamesische Eisenbahn einer europäischen gleicht. So weit ist man im Lande des weißen Elefanten noch nicht fortgeschritten. Es gibt keine geschlossenen Wagen, die zu gewißen Jahreszeiten herr­schende Hitze würde dies auch gar nicht zu­lasten, sondern ganz einfache, kleine offene Wagen. Nur für Europäer hat man für mehr Bequemlichkeit gesorgt. Auf den an­gebrachten Liegestühlen läßt es sich ganz bequem reisen. Sogar ein Dach aus Pa- dangablättern zierte den kleinen, ein­fachen Wagen.

An kleinen siamesischen Dschungeldörfern rollt unser Zug vorüber. Eingebettet zwi­schen riesigen Krals, liegen sie. Jedes Dorf Ht eine kleine Festung, nicht etwa zum Schutze gegen Menschen, nein, um wilde Tiere von den Ansiedlungen fernzuhalten, hat man die Dörfer mit Palisaden um­geben.

Meilenweit dehnt sich der Dschungel zwi­schen Bankok und Korat. Unvergeßlich bleiben mir die Eindrücke dieser Dschun­gelfahrt. Neben der tropischen Vegetation, kann man vom Zuge aus, das tausend­fältige Leben der Tiere im Dschungel be­obachten.

Ganz ungewöhnliche Schwierigkeiten hat die von französischen Ingenieuren erbaute Bahn zu überwinden. Ueber Berg und Tal, über Flüsse und Sümpfe führt der Schienenftrang. Der Zug fährt nicht schnel­ler als in Berlin eine Droschke, man könnte, wenn man gute Lungen hat, ganz bequem nebenan herlaufen.

Zeitweise, wenn die Maschine Brenn­stoff aufnehmen muß, wird auf offener Strecke angehalten. Da der Dschungel- Expreß nicht mit Kohle, sondern mit Holz geheizt wird, hat es keinen Mangel an Brennmaterial. Unter viel Geschrei und Lärm wird dasselbe von den mitreisenden Eingeborenen zusammengetragen. Dann geht es wieder weiter. Wenn im Kessel das Master verdunstet ist, wird wieder Halt gemacht. Von einer der vielen Brücken, die der Zug passieren muß, wird das Master einfach ausgepumpt.

Ueber Langweile braucht sich also ein Dschungelreisender nicht zu beklagen. Die ungewöhnliche Art der Brennmaterialver­sorgung und das Wasteraufnehmen bietet dem Reisenden Abwechslung und Unter­haltung genug.

Der erste Tag der Fahrt verlief ohne be­sonderen Zwischenfall. Als es dunkel wurde, verkrochen sich die Europäer unter ihre Moskitonetze und jeder einzelne be­nützte die Kühle des Abends um ein wenig zu schlafen. Fackeln werden angezündet. Diese haben den Zweck, wilde Tiere vom

Zuge fernzuhalten. Die Nacht legte sich über den Dschungel. Immer fremdere Laute werden hörbar. Da ich ermüdet war. versuchte ich ein wenig zu schlafen. Es gelang mir nicht. Das Schreien, Rufen, Quicken und Brüllen der Raub­tiere ließ mich keine Ruhe finden. Ein­mal wurde auf offener Strecke angehalten, der Kessel brauchte Wasser und mußte ge­füllt werden.

Mitternacht war längst vorüber. 2m Eingeborenenwaggon ist es ganz still, die Müdigkeit hat alle Menschen übermannt. Auch das Zugspersonal außer dem Heizer und dem Maschinenführer, lehnte sich in eine Ecke und schlief.

Keiner dachte an die Gefahr, die uns von allen Seiten umlauerte.

Ich war immer noch wach. Im Schnecken­tempo überwand der Zug gerade eine An­höhe. Dichtes Dschungel umlagerte uns. Plötzlich tönte ein furchtbarer Schrei durch die Nacht. Ich springe auf die Beine und im nächsten Augenblick werde ich, durch einen starken Ruck, der den Wagen erschüt­tert, zu Boden geworfen.

Furchtbares hat sich ereignet. Ein beute­gieriger Tiger sprang die Maschine des Zuges an, packte den zu Tode erschrockenen Führer und verschwand mit ihm im Dun­kel der Nacht. Glücklicherweise hatte der Heizer die Geistesgegenwart durch einen Druck auf den Regulator, den Zug zum Stehen zu bringen. Wir hatten noch keine Ahnung von dem Vorgefallenen. Im Wa­

Die Brieftasche / Von Steffy Landt

Mein Freund Fritz hat seine Brieftasche bei mir liegen lasten.

Ich entdeckte sie eben, nachdem ich sicher schon eine halbe Stunde hier am Schreib­tisch gesessen haben. Plötzlich habe ich sie wahrgenommen.

Ich glaube, meine Empfindungen sind die eines Liebhabers, der endlich die Lang­ersehnte für sich allein hat. Natürlich weiß ich nicht ganz genau, wie Liebhaber emp­finden, aber es muß wohl ähnlich sein.

Ich tue das wichtigste: 'ch sperre beide Türen ab und schließe die Vorhänge etwas dichter. So... nun sind wir allein.

Es gibt nichts geheimnisvolleres und nichts glühender gehaßtes als die Briei- tasche des Mannes, den man liebt. Wahr­scheinlich ist gar nichts besonderes darin, hoffentlich ist gar nichts besonderes darin, aber man möchte es doch so gerne wisten. Das ganze Ding ist schon so perfide kon­struiert. Ich glaube, der Mann, der diese Konstruktion erfunden hat, muß die Frauen nicht sehr geliebt haben. Sonst hätte er nicht solche Festung geschaffen mit lauter versteckten Ein- und Ausgängen,' sonst hätte er Brieftaschen schlicht und einfach gemacht, nicht so dazu angetan, zu Verber­gendes auch wirklich zu verbergen.

Komisch und es klingt wie aus einem schlechten Roman: meine Hände zittern in diesem Augenblick, da ich mich ihr nähere.

Eigentlich eigentlich ist man doch eine anständige Frau und ein ethisch hoch­stehender Mensch und wie die Bezeichnun­gen alle lauten, die die Männer einem ge­ben. Eigentlich eigentlich müßte man diese Tasche uneröffnet in die Schreibtisch- lade legen und an Fritz telefonieren.Du, Fritz... ja, bei mir.. " und dann mit ruhigen Gewissen, auf eine ängstliche Frage von drüben antworten:Ich? Aber Fritz, kennst Du mich wirklich noch immer nicht?"

Fritz, Du kennst mich doch oder eigent­lich: Du kennst mich wirtlich nicht ich weiß es nicht. Jedenfalls öffne ich jetzt die Brieftasche.

Ich nehme sie in Besitz, gierig und langsam.

Also das ist das Geheimnis ganz von nahe gesehen.

Ich suche. Und finde:

1. Deinen Führerschein. Den kannte ich. Den habe ich gleich den ersten Abend zu sehen verlangt als Du mich liebevoll mit einem Gaskanoelaber in unsanfte Berüb- rung brachtest. Ich wollte wisten, ob Du wenigstens die behördliche Genehmigung zu diesem Anschlag auf mein Leben hattest. Ich habe damals einige Tage geschwankt, ob ich dich verklagen, oder mich in Dich ver­lieben sollte. Aber da alle sagten, es wäre sehr vernünftig und sehr richtig, Dich zu verklagen, habe ich mich in Dich verliebt.

2. Ein Rückschein über einen Einschreibe­brief. An wen? An die Firma Soundso in Chemnitz. Na schön! Hm Deine Ge­schäfte habe ich mich wirklich nie gekümmert!

3. Ein Photo. Du mit einer Frau. Noch dazu einer sehr hübschen. Das ist eine Ge­meinheit! Und dieses Bild schleppst Du immer bei Dir herum... das muß doch seine Gründe haben. Wer ist das bloß? Ach so... Weihnachten 1930, also Deine Schwe­ster, bei der Du zu Besuch warst.

4. Einige Zeilen in Deiner Schrift. Piel- leicht Gedanken, die ich nicht kennen soll. Schwer zu entziffern... der Entwurf zu einem Liebesbrief?..beide Teile... Ver­sicherung... Ergänzung..." Nanu? Tat- sächlich ein Liebesbrief? Wenn ich nur

gen herrsche ein furchtbares Durcheinander. Jeder betastete sich von allen Seiten und fühlte, ob seine Knochen noch heil waren. Einige von den Reisenden hatten Ver« letzungen davongetragen. In aller Eile verlieg ich den Magen um nach der Ur­sache des jähen Anhaltens zu sehen. Im zweiten Wagen unter den Eingeborenen herrschte ein heilloses Chaos. Der Schreck lähmte alle Glieder. Ein Siamese wurde zu Tode getreten. Viele sprangen vor Angst aus dem Wagen und flüchteten in den Dschungel. Kostbare Zeit verstrich, wäh- renddesten sich das Raubtier mit seiner Beute aus dem Staube machen konnte.

Nachdem wir die Ursache des unfreiwil­ligen Aufenthaltes ermittelt hatten, schlos­sen sich einige beherzte Männer zusammen und begannen in aller Eile die Umgebung nach Spuren abzusuchen. Dieses Bemühen war leider vergebens. Von dem Tiere und feinem Opfer war nicht Pas geringste zu entdecken. Als der Morgen graute gaben wir das Suchen auf. Wir hatten ja nun die Gewißheit, daß dem Maschinenführer nicht mehr zu helfen war.

Nachdem die Verletzten notdürftig ver­bunden waren, traten wir, nach fünfstün­diger Verspätung die Weilerreise an und erreichten noch am selben Abend Korat, das Ziel der Reise.

So endete unsere Fahrt durch den Dschun- gel, als lebendiges Zeichen, daß trotz Tech­nik und Fortschritt, das Reisen in manchen Ländern noch immer nicht ohne Gefah­ren ist.

das Wort vorVersicherung" lesen könnte. Caskoverficherung... ach joooo...

4. Geld. Ziemlich viel Geld, 50, 100, 190 Mark.

Eigentlich sehr unanständig so in frem­den Taschen zu wühlen. Schluß.

Aber jetzt, da ich die Tasche weglegen will, fällt mir ein Spiel ein, das wir als Kinder gespielt haben: ein Gegenstand wird versteckt und eines der Kinder muß ihn suchen. Nähert es sich dem Versteck, so rufen die anderen: Feuer... mehr Feuer! entfernt es sich davon, ruft man in allen Abstufungen: Waner... tiefes Master... seichtes Wasser... Feuer... mehr Feuer... undsoweiter.

Jetzt, da ich die Brieftasche weglegen will, spüre ich in den Fingerspitzen: Feuer!

Deshalb nehme ich die Tasche wieder unb entdecke tatsächlich noch ein Fach, das ich nicht untersucht habe.

Feuer... Feuer... mehr Feuer... Feueerrr!!

Ich halte einen blauen Brief in meinen Händen. Eine kleine zierliche Schrift, sehr frauenhaft. Unterschrift: Dein Haserl!

Vor allem das Datum feststellen: dec Brief ist vor wenigen Tagen geschrieben.

Fritz Fritz, Du haft also ein Haserl!

Ich lese den Brief. Er enthält nichts was jede Frau der Welt als jedem Mann schreibt. Und das genügt

Aber ist dieses Haserl wirklich Fritzens seines? Der Brief ist überschrieben: Lieb­ster! Muß das Fritz sein? Fritz hat so viele Freunde. Und dann ist er auch Rechts­anwalt. Vielleicht ist das ein Dokument. Aber Dokumente gehören doch in die Akten, hat Fritz mir erklärt. Oder so ähnlich. Ich höre ja nie so richtig zu.

O Gott. Mein Kopf tut furchtbar weh. Ich muß jetzt denken. Ist dieser Brief an Fritz gerichtet? Ich muß ihn nochmals le­sen, um einen Anhaltspunkt zu finden.Du bist der bezauberndste Menich, den ich se­nk mehr... noch nie." Das paßt ja alles auf ihn, das ist schon richtig... wende ich mich immer an Dich, weil ich weiß, daß Du nur mich so lieb hast". Nein, Fräulern Haserl, das wisten Sie nicht, das können Sie gar nicht wisten. Soll'ch Ihnen sagen, was Fritz gestern... aber >.ch werde mich doch nicht mit Ihnen in Diskussionen ein­lasten. Ich habe nur mit Fritz zu verhan­deln, verstehen Sie? Und dâs werde ich tun. Ich werde Fritz einfach sagen: Du kannst über mich denken, wie Du willkt, aber ich muß Dir gestehen, daß ich Deine Brieftasche durchsucht habe. Und wer ist Dein Haserl?

Man darf nicht feige fein. Man muß die Größe haben, zuzugeden, daß man etwas Unerlaubtes getan bat. Und Fritz muß das auch verstehen.

Ich werde ihn anrufen und ihm gleich alles sagen.

Ich werfe noch einen Blick auf das blaue Briefchen. Und nun entdecke ich mit einem Male, daß hier in der Ecke noch ein paar Worte stehen. Eilig hingeschrieben: Ein P.S. ..Bitte, bitte, sage Mutti ja nichts von dem Geld. Du weißt, sie wird so böse, wenn Du meinen Leichtsinn unterstützt. Aber das Pyjama war so süß, ich mußte es haben.

Mutti? Geld? Das«Ha?erl ist Lilly. . seine Nichte, die ihn schon wieder ange­pumpt hat.

Ich bin ein klein wenig enttäuscht und weiß nicht genau, warum. Eben läutet das Telefon.Fritz?... Ja bei mir" Aus meiner Stimme klingt jetzt schon das ruhige Gewisten. das ich in Zukunft haben werde, wenn Fritz wieder einmal seine Brieftasche bei mir vergessen sollte.