^, gl -12. Jahrgang
Fuldaer Anzeiger
Mittwoch, 13. März 1935
Stadt und Land
^rausßchten für morgen:
ttekbericht des Reichswetterdienstes, Ausgabeort: Frankfurt.
Fortdauer des überwiegend heiteren und trockenen
Wetters. _______________
* Fulda, den 13. März 1935.
Kxeund Bogel aus der Steife,
gibt Pogelhochzeilen, von denen die meisten Leute niâis wissen. Während die Lieder der ausgesprochenen ^inavögel jedem als Ausdruck des Werbens eines männ- Men Singvogels um den weiblichen bekannt sind, hat niemand eine Ahnung, wenn plötzlich in einem Walde -iner zu trommeln beginnt. Der S ch w a r z s p e ch t ist - 9eI wie ein Wilder auf einen trockenen Ast hämmert, um seiner Liebsten zu gefallen. Die Leute meinen, daß . Damit die Larven und sonstigen unter der Rinde oder in Ritzen versteckt lebenden Insekten aufscheuchen wolle. M zu einem gewissen Grade ist das richtig. Das zum Zwecke des besseren Auffindens der Nahrung von allen Fechten geübte Klopfen ist aber nicht gleichbedeutend mit ton Trommeln des Schwarzspechtes. Das Klopfen erfolgt wiam, das Trommeln jedoch mit einer Schnelligkeit, J man sich wundert. Neben dem Trommeln bedient sich der Lchwarzspecht noch verschiedenartiger Rufe, unter ton das „Krü, krü" und „Huik" wohl die bekanntesten
^ Mn derGr ü nspech 1 in diesen Tagen lacht, was feinem Halse will, und wenn wir jetzt die Krähen un- „Mlich laut rufen hören und sehen, wie der Krähen- M slch geradezu lächerlich aus seinem Ast benimmt, so Mi das alles mit der hohen Zeit zusammen, in der 6 $ögel sich ihrem altererbten Bruttriebe hingeben, der iti einigen Arten so stark ist, daß sie selbst in Gefangen- M brüten. Gedacht ist dabei an ursprünglich wild »nie Bögel, die jung eingefangen, gezähmt und später Mechtsweise zusammengesetzt wurden.
So langsam hatte ich es ausgegeben, wieher an Frühling zu glauben, wenn ein paar Tage mit Sonnenschein kamen. Bisher hat es doch immer wieder ich den nötigen Rückschlag gegeben, und ich gewöhnte mich Mählich an die Vorstellung, daß ginge nun immer so weiter. Einen Frühling — ja, den gab es wohl, aber der war noch weit, da konnte man noch lange nicht dran denken, tatst pfiff noch der Wind, und morgens war es jäm- «ilich kalt, und man war erkältet, und das Leben war Mi nicht mehr schön, und — und als ich eines Tages bis an die Nasenspitze in meinen Mantel gewickelt über den Suttermartt ging, da wurde ich doch eines besseren belehrt. Dem in einem Schaufenster sah ich zuerst nur im Vorübergehen aber gleich darauf mit aller Andacht die ich aufzu- iringen im stunde war ----na, nu ratet mal — also es men Osterhasen, richtige Osterhasen aus Schokolade, die dl im grünen Grase, oder was sich nun als Gras ausgab seillmhockten. Und es lagen Eier dabei, noch keine bemal- tm Hühnereier zwar, aber sie waren doch aus Schokolade Ad ein ganz überlebensgroßes Exemplar mit Silberpapier mhüllt, gab den eindrucksvollen Hintergrund ab — mir wurde mit einem mal ganz anders zumute.
Ostern — ich will hier noch keine verfrühten Hymnen massen, sonst sind mir bis zum eigentlichen Zeitpunkt die Lebensarten ausgegangen — aber das eine wollte ich noch IW wenn man diese Frühlingsboten gesehen hat, dann rann man wirklich nicht mehr glauben, daß wir noch so mf m Winter drinnestecken sollen. Trotz aller Kälte und Migen Ungemütlichkeiten denkt man doch schon etwas weiter und freudiger gestimmt an Monate die noch vor uns «egen — und wenn man jetzt Mittags mal aus der Stadt msgeht, dann merkt man wie sich unter der Sonne etwas
Ic?cn beginnt, das man noch nicht sieht, das man Mi ahnt. Aber alles beginnt darauf hinzuweisen, daß der Muter bald abbauen wird und muß — und das sichtbarste ^euhen davon sind diese kleinen Boten in einem Schaufenster der Stadt.
Aufruf
an die Bevölkerung Fuldas und Umgebung.
, Führer des deutschen Volkes hat in seiner großen ^Berufen zum Kampf gegen Hunger und Kälte, Volksgenosse in diesem Winter Not leidet.
bie n > €m Zusammenhang hat der Reichssportführer ^j. ^tamte deutsche Turn- und Sportbewsgung in den M^bes Winterhilfsschießens gestellt. Demzufolge wurde tjetf als Tag des Opferschießens für das Winterhilfs-
-. . Sonntag, den 24. März 1935,
«eietr*' ^'""b Verfügung des Reichssportführers ist
1 von allen anderen Veranstaltungen freizuhalten. â Schützenverein Fulda 1572 e. V. betrachtet es als Pflicht, sich restlos in den Dienst dieser bitten«11^ ^ Zellen unter Mitwirkung der örtlichen poli- WsmAkr1: , und der hiesigen Kreisleitung derNS.- und wird das Opferschießen für das Win- änetmr Oom 24. März 1935 mit einem umfangreichen „Kramm, in welchem u, a. interessante Mannschafts- JWfjit^Meben sind, auf seiner Schießstandanlage zur ^uyrung bringen.
iE Adresse, der dieser Veranstaltung zu Grunde lie- in 01lcn. absicht, nämlich unseren armen Volksgenossen
' um zahlreiche Beteiligung gebeten.
Kreisbeauftragter des WHW. Kreisleitung der NSDAP.
Schützenverein Fulda 1572 e. B.
75, . -----------------------------
^Aal ^"^'^"biläum mit großer Wiedersehensfeier des ‘ ^"Honer-Regts. Nr. 6 im letzten Standort: Mainz. $ am 29./30. Juni und 1. Juli ds. Js.
?llffordnun^"^eraden in allen deutschen Gauen ergeht die Ne H öur Beteiligung an dieser einzigartigen Feier, Christ alsbaldigen Aiitteilung ihrer genauen Post-
in die Jubiläums-Festschrift ein An- aller Kameraden aufzunehmen und b lich bn IVl^bem Einzelnen zugängig zu machen, damit °öI,d’fcit besteht, daß befreundete Regiments- ist »Nia Weâitigen Schriftwechsel treten können. D ihre erforderlich, daß auch diejenigen Kame- 'ch nick, ?isbrift einsenden, welche der Feier voraus- An ^« rnmicL
Nn«*1 , **u*W an: Wilhcliu P!«tss«.
Mitteilungen der NS.-DienststeÜen.
NSLB. Fulda Stadt- und Landkreis.
Am 16. d. M. pünktlich 15 Uhr findet in der Aula des Kath. Oberlyzeums Fulda, Lindenstraße 27, unsere Vollsitzung statt für die weiblichen Mitglieder des NSLB. Erscheinen aller Lehrerinnen ist P f l i ch t.
Die Kreisreferentin für weibl. Erziehung.
Im Krankenhaus eingeliefert.
In das Fuldaer Landeskrankenhaus wurde ein Kind eingeliefert, das in der Nähe von Gersfeld beim Spielen von einer Haustreppe gestürzt war und dabei einen Ober- fchenkelbruch erlitten hatte. — Ein hiesiger älterer Handwerker der bei der Arbeit einen Knöchelbruch davongetragen hatte, wurde in das Herz-Jesu-Krankenhaus gebracht.
Zusatzrenten-Empfänger!
Am Freitag, den 15. d. M. zahlt die Stadtkasse die Zusatzrente für den Monat März 1935 an die hilfsbedürftigen Kriegsbeschädigten gegen Vorlage des amtlichen Ausweises aus. Ausgabezeit: 8.30 bis 12 Uhr.
Wichtig fut Sozialrentner.
Am Samstag, den 16. b. M., wird die Sozialrentner- Unterstützung für den Monat März 1935 andre hilfsbedürftigen Sozialrentner der Stadt Fulda gezahlt. Ausgabezeit: 8.30 bis 12 Uhr im Schalterraum. Zimmer 13 des Wohlfahrtsamtes.
Schwefel, Baumöl und Zichorie.
„Schwefel, Baumöl und Zichorie" ist der Titel des neuen, humorsprühenden Lustspiels mit Gesang, das durch das Frankfurter Künstlertheater am Dienstag, den 19. März 1935, um 20.15 Uhr im Stadtsaal unter der Spielleitung von Intendant Fritz Richard Werkhäuser zur Darstellung gelangt.
Alois Johannes Lippl schuf aus der Neftroy'fchen Posse „Die drei gefühlvollen Eewllrzkrämer Schwefel, Baumöl und Zichorie" sein fröhliches, buntfarbenes Lustspiel, das bei seiner Uraufführung im Münchener Fasching 1934 einen stürmischen Erfolg erringen konnte. — Mit viel Witz und Liebe schrieb Lippl die Geschichte von diesen drei Gewürzkrämern, von denen jeder seine Frau Gemahlin für einen „Engel" — und sich selbst für ihre „erste Liebe" hält. Ein jeder ist davon überzeugt, daß die Frauen seiner beiden Freunde die abgefeimtesten Frauenzimmerchen sind — so es gibt — und wacht sorgsam über Eheglück und Frieden im Haushalt seiner „ahnungslosen" Freunde! Die Aengste und Nöte der drei Ehemänner und ihre tiefe, gefühlvolle Liebe finden in diesem Lustspiel einen wundervollen, bühnenwirksamen Ausdruck — und ein fröhliches Ende, das das Publikum in heiterste Laune wiegt uni) zu dankbarem Beifall mitreißt!
Zusammenstoß.
Gestern vormittag ereignete sich ein Verkehrsunfall am Schweinemarkt—Ecke Schlachthausgasse. Ein Personenkraftwagen fuhr durch das Peterstor und wollte von da aus nach links in die Schlachthausgasse einbiegen. Während dem Einbiegen des Wagens nach links kam ein Radfahrer in entgegengesetzter Richtung angefahren und stieß gegen die rechte Seite des Wagens. Die Schuld an dem Zusammenstoß trifft beide Fahrer, da der Wagenführer in zu kurzem Bogen nach links eingebogen ist und der Radfahrer die erforderliche Aufmerksamkeit außer Acht gelaßen hat.
Kausmannsgehilfen-Prüfung.
Der Vorsitzende des örtlichen Prüfungs-Ausschusses macht noch einmal ausdrücklich darauf aufmerksam, daß alle in der Zeit bis zum 30. Juni 1935 auslernennen kaufmännischen Lehrlinge sich der vorgeschriebenen Prüfung unterziehen müssen. Der Kaufmannsgehilfenbrief gilt für alle Gehilfen als Nachweis einer mit Erfolg abgeschlossenen Lehre. Sein Besitz ist somit für das weitere Fortkommen des jungen Gehilfen unbedingt erforderlich.
Die Lehrherren sind zur Anmeldung der ruslernenden Lehrlinge verpflichtet. Sofern solch Anmeldungen noch nicht erfolgt sind, sind sie schnellstens nachzuholen, wozu Formulare bei der hiesigen Industrie- und Handelskammer erhältlich sind. Die schriftliche Prüfung findet bereits am 24. d. M. statt.
* Tann. (Stu rmfü hr«r Bräuning t) Am Sonntag, 10. März, mußten wir unseren Freund und SA.- Kameraden, den Sturmführer Heinrich Bräuning, zur letzten Ruhe geleiten. Erst 36 Jahre alt erlag er einer hartnäckigen Krankheit im Krankenhaus zu Fulda. Vor drei Wochen suchte er dort Genesung, und schon am Sonnabend mußte sein Sturm den toten Führer vor dem Tanner Stadttor in Empfang nehmen. Unter den Klängen von Trauer- märschen der Kapelle geleiteten die SA.-Männer ihren toten Freund zu seinen trauernden Angehörigen. Am Sonntag, um 144 Uhr, fand die Beisetzung auf dem Tanner Friedhofe statt. Ganz ungewöhnlich stark war die Beteiligung. SA., HJ., BDM., Kriegerverein, Turnverein, Feuerwehren und der Arbeitsdienst waren in voller Stärke vertreten. SA.-Kameraden und Arbeitsdienst bildeten vom Trauerhause bis zum Friedhofe Spalier, als sich der riesige Trauerzug unter Vorantritt der SA.-Kapelle in Bewegung fetzte. Sechs Sturmführer trugen ihren toten Kameraden, dessen Sarg die Hakenkreuzfahne deckte, für die er als alter Kämpfer sich schon frühe eingesetzt hat. Nach Beendigung der kirchlichen Feier widmete der Standartenführer dem Toten ehrenvolle Abschiodsworte, ebenso sprachen nach sein Sturmbannführer, seine Sturmführerkaineraden von den übrigen Stürmen des Sturmbannes, und Kranz türmte sich auf Kranz, Zeichen der Liebe und Anerkennung aller Verbände und Freunde. Nur langsam leerte sich der Friedhof von der großen Trauergemeinde. — Ein tragisches Geschehnis verbindet sich mit diesem Trauerfall. Einige nahe Anverwandte des Toten waren auf der Fahrt im Auto nach Tann. Unterwegs svraug ihnen ein Reh vor den Wagen, so daß dieser verunglückte. Ein Schwager von H. Bräuning erlitt einen doppelten Sdjäbelbrucb und ist inzwrsct)en in der Klinik zu Gießen seinen Verletzungen erlegen. Die übrigen Jnsasien kamen mit leichteren Verletzungen davon. Doppelte Trauer also in dem Hause, dem ganz Taun sein Mitgefühl entgegenvringt.
Bad Salzschlirf. (Werbung für Bad Salzschlirf.) Der Geschichtsverein, Ortsgruppe Bad Salzschlirf, betonte in seiner Hcruptverstiminlung, daß auch er wie alle Salzschlirfer sich in diesen, Jahre voll und ganz der Werbung für unser Bad zur Verfügung stelle. Im kommenden Sommer werden seine Atitglieder an bestimmten Tagen die interessierten Gäste nach Fulda, Lauterbach, Schlitz, Alsfeld und zu den Ausgrabungen in unserer Flur führen.
Marburg, 12. März. (Marburg als Klimakur- o r t anerkannt.) Nachdem die Stadt Marburg vom Bund Deutscher Verkehrsverbände und Bäder als Klima- Kurort anerkannt worden ist, wird in aller Kürze das Gebiet des Ortenbergs zum Kurgebiet erklärt werden. Der unterhalb des Ortenbergs, direkt gegenüber von -^it-Mar- burg gelegene und sehr gepflegte „Schülerpark" wird zum Kurpark ausgebaut. Auch sonst sind Vorarbeiten aller Art im Gange, um den Kuroedürfnisien Rechnung zu tragen.
Schwarzenborn, Kr. Ziegenhain. (Diamantene Hochzeit.) Die Eheleute ^ohs. Richardt in Schwarzenborn feierten das seltene Fest der diamantenen Hoheit.
Frankenbexg/Eder. (Geschenk des Führers an einen H i t l e r j u n g e n.) Im Kreisort Dachsloch hatte sich ein Hitlerjunge mit der Bitte um Ueberweisung eines Radioapparates an den Führer und Reichskanzler gewandt. Dem Jungen wurde jetzt zu seiner größten Freuds der gewünschte Apparat durch den Kreisleiter überreicht.
Frankfurt a. M., 12. M r^ (Reichsbeamte in Frankfurt am "5. und 26. Mr d ? leitung hat . en Ter in für een Z. ia-ü: en „ „
25, unb 26. Mai d. J. festgesetzt. Wie bereits früher mir- geteilt, wurde Frankfurt a. M. als Stadt des Reichsbeamtentages bestimmt, der eine der bedeutendsten Veranstalrun- gen dieses Jahres in Frankfurt sein wird. Es wird mit einer Besucherzahl von mehr als 100 000 Beamten aus allen Teilen des Reichs gerechnet.
Gimbsheim, 12. März. (Vom Fuhrwerk gefal- Hn und auf der Stelle getötet.) Der Händler Johann Becker befand sich mit seinem Fuhrwerk auf dem Heimweg, wobei der 14jährige Sohn des Arbeiters Wilhelm Schmiering auf dem Reff des Wagens saß. Plötzlich scheuten die Pferde vor einem vorbeifahrenden Auto und gingen durch. Der Wagen fiel um und der Junge stürzte ab. Er wurde überfahren und so schrecklich zugerichtet, daß der Tod auf der Stelle eintrat.
Haiger, 12. März. (Kriegsvermißterjetzttot- gemeldet.) Die Witwe Friedrich Thomas aus dem benachbarten Rodenbach erhielt dieser Tage die Nachricht, daß man die Erkennungsmarke ihres Mannes, der seit 1917 vermißt wurde, bei der Urbarmachung zerstörter Gebiete in Frankreich gefunden habe.
Koblenz, 12. März. (Auch die kleinste Wunde muß beachtet werden.) In dem nahe der Stadt gelegenen Dorfe Kesielheim hatte eine im Alter von 41 Jahren stehende Frau, Mutter von drei unmündigen Kindern, sich bei Arbeiten im Haushalt eine kleine Wurche zugezogen und nicht weiter auf die Verletzung geachtet. Als sie den Arzt nach einigen Tagen zu Rate zog, ordnete dieser die sofortige Ueberführung der Frau in ein Krankenhaus an, wo sie jetzt an den Folgen einer Blutvergiftung gestorben ist.
Volkmarsen (Bez. Kastel), 12. März. (E roßfeuer in einem Sägewerk.) In der Nacht zum Sonntag brach im Schneiderschen Sägewerk, dem eine große Bau- und Möbeltischlerei angegliedert ist, Feuer aus. Bald stand alles in Hellen Flammen, die in den großen Holzvorräten reiche Nahrung fanden. Sämtliche Wehren der Umgebung sowie die Arolser Motorspritze wurden alarmiert. Mit mehreren Schlauchleitungen ging man dem Brand zu Leibe, konnte aber nicht verhindern, daß das alte Gebäude sowie ein erst vor kurzem fertiggestelltes Gebäude den Flammen zum Opfer fielen. Ein weiterer Fabri^e"bau, der noch nicht fertig ist, konnte gerettet werden. Fast das ganze Mobiliar verbrannte, desgleichen ei^e Menge fertiger Möbel, Schlafzimmer und Küchen. Auch viel Rohmaterial wurde vernichtet. Zahlreiche Maschinen wurden durch den Brand zum Teil zerstört, zum Teil schwer beschädigt. Der Schaden soll nur zum Teil durch Versicherung gedeckt sein.
Errichtung
einer Stapelfaserfabrik in Kasiel-Bettenhansen.
Kastel, 12. März. Nachdem nunmehr die Verhandlungen über die Errichtung einer Stapelfaserfabrik in Kastel- Bettenhausen durch die Bereinigte Glanzstoff-Fabriken AG. Elberfeld zum Abschluß gekommen sind, wird mit der Einrichtung des Werkes auf dem Gelände der früheren Deutschen Werke in Kastel-Bettenhausen begonnen werden. Das neue Werk, das ganz auf Braunkohlenbasis gestellt wird, dürfte im Spätherbst seine Produttion aufnehmen. Da etwa 1000 Arbeiter in der Fabrik Beschäfttgung finden sollen, bedeutet die Errichtung eine starke Entlastung des Arbettsmarktes.
Silnt* Iw SwUw.
Neues Theater:
„Eine Siebzehnjährige".
Man hat das Gefühl, daß sich aus dem Stoff mehr hätte niachen lasten, als es in diesem Film geschehen ist. Ein Mädchen von siebzehn Jcchren — zu was ließe sich das Suchende, das Fragende eines solchen, über sich selbst noch unklaren Menschenkindes gestatten! Der Film behandelt jedoch als Hauptsache weniger die Welt dieser Jugend, als einen Konflikt zwischen Vater und Sohn, der Anlaß: die Freundin des Sohnes (Albert Lieven) verliel't sich in besten Lmter (Alfred Abel) und das ist als Charakteristikum eigentlich etwas wenig, denn schließlich zeichnet sich ein siebzehnjähriges Aküdchen auch noch durch anderes als solche Neigungen aus. Daß diese Figur aber trotzdem in allen Stücken so wahr herausgearbeitet ist, verdanken wir der Darstellerin Reva Holsen, der es durch ihr sehr natürliches ungezwungenes Spiel vollkommen gelingt, einen Typ, der überzeugt und ausgezeichnet charakterisiert ist, hinzustellen.
Außer diesem einen läßt sich gegen den Film nichts einbringen. Albert Lieven hat wieder eine Rolle gefunden, die zu ihm patzt, und ihm liegt, und erfüllt sie auch demgemäß. Alfred Abel weiß ebenfalls die von ihm geforderte Figur sehr glaubhaft zu mact-en, und auch von den übrigen Spielern läßt sich nur sagen, daß sie den ihnen zugewiesenen Teil so gut wie möglich erfüllen. Eine vortreffliche Leistung gibt noch der Darsteller des Paul. — Ueber die Regie ist nichts zu sagen und die Photographie ist so gut, wie man es an deutschen Filmen längst gewohnt ist.
Im Beiprogramm kommt der Mann an der Kamera selbst einmal vor die Linse eines Kollegen von der Kurbel — wir erhalten einen Einblick in die oft gefahrvolle Arbeit der Leute, die die Bildstreifen zu einer Wochenschau auf- nebmen. Außerdem ein Kulturfilm vom Balkan, ws.
Bestellungen auf diese Zeitung
werden jederzeit entgegengenommen.