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^ 58 - 12. Johrgang

Stadl und Land

II Mtferausßdifen für morgen:

' rbericht des Reichswetterdienstes, Ausgabeort: Frankfurt, ^i-tdauer der vielfach heiteren Witterung und nachts starker Frost, meist östliche Winde.

Die Wintersportmöglichteiten in der Rhön.

amtliche Wintersport-Wetterbericht vom Freitag­en meldet aus der Rhön: Wasserkuppe: 14 Grad cm Schnee, davon 2 cm Neuschnee (Pulver), Schi s wobei gut. Kreuzberg: 16 Grad Kälte, 30 cm Schnee $^ und Rodel sehr gut.

" Fulda, den 9. März 1935.

Passion.

EV Matth. 16, 2 2 23: Petrus fuhr ihn an und sprach: Herr, schone dein selbst; das wider­fahre dir nur nicht! Aber Jesus wandte sich um und sprach zu Petrus: Heb dich, Satan, von mir! Du bist mir ärgerlich, denn du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.

Wir sind in die Passionszeit eingetreten. Der Evan- «licntejt oben zeigt uns, wie Jesus in seine Passion ein= tritt. Er war bisher eine Zeit lang seinen Feinden aus- Mchen. Nicht aus Furcht, sondern weil seine Zeit noch D da war. Erst wenn seine Jünger soweit waren, to^e in klarer Erkenntnis sein Werk fortsetzen konnten, tatter sich zum Tode stellen. Jetzt ist die Stunde. Eben Mn sie sich klar zu ihm bekannt. Da offenbart er ihnen: Bgeht es zum Sterben.

Entsetzt wehrt ihm Petrus: Schone dich! Schroff Al Jesus das ab: Weg, Satan! Zwei Welten stehen filier gegenüber: die menschliche, in der das Ich die Pchl hat und das Handeln bestimmt zum Verderben und die Welt Jesu, in der Gott die Macht ist und alles jubeln bestimmt zur Erlösung. Ähnlich hat cs sich schon W einmal begeben: als seine Untier (Markus 3) ihn aus seinem Werk nach Haus holen will. Auch sie hat er so schroff abgewiesen. Von Gott läßt er nicht, auch dann nicht, wenn er ihn in Leiden und Tod führt.

hier entscheidet er über sein Leben Er hätte sich schonen, er hätte das Letzte vermeiden können Dann Irärè in der Welt geblieben, wie es war: dasMensch­liche" hätte den Sieg behalten, den Gang bestimmt. Er hat sich nicht geschont: er ist bcn Weg Gottes gegangen, hat die Ketten des Menschlichen zerbrochen: der Bann der Selbstsucht ist gesprengt, die Erlösung ist da. Das Sehen wird an Gott dahingcgebcn und gerade damit in Gott und aus Gott ganz gewonnen. Die Welt mit ihren Lockungen und Drohungen, mit ihrer Herrlichkeit und ihrer Gewalt ist überwunden. Er hatte mehr, als sie ihm geben, er batte, may sie ihm nicht nehmen konnte: Gott, in ihm offenbart sich der Sieg Gottes. Und das ist der Zinn der Passion:

Des Königs Kalmen ziehn voraus, Das Kreuzgeheimnis leuchtet aus, Daran das Leben Tod erlitt Und Leben durch den Tod erstritt.

P. H. P.

Am Wochenende.

?er Aschermittwoch hat den Wintersportlern wieder auf ne Beine bzw. auf die Bretter geholfen. Nach den aufregen- w Fastnachtstagen für manch einen eine kleine Erholung ~ die Wintereinsamkeit da oben in den Bergen. Für die Mehrzahl der Fuldaer brachte der Aschermittwoch den üb- «YenKater" und das unbehagliche Gefühl, das nun ein­mal diesem merkwürdigen Mittwoch eigen ist. Man geht 'n lein Büro, in seine AlZerlstatt, an seine Arbeitsstelle, M stellt auf dem Wege dahin mehr oder minder melan- Mische Betrachtungen an. Die Spuren der Fastnachtstage noch nicht ganz beseitigt ulkige Fahnen hängen noch und da zur Schau. Die Müllwagen nehmen in den cmub gesunkene Flitter auf. Zerbrochene Pritschen liegen v «bn Straßenrändern. Aber schließlich kommt man zu mErgebnis: Schön mar'sdoch! Die Fuldaer haben

1 ^^^ bewiesen, daß sie Fastnacht zu feiern ver- ^ie Veranstaltungen hatten durchweg Niveau ^kenzug warIa. Gewiß, es wird auch Meckerer ^ oie dies und jenes besser gemacht hätten sie wissen fest 1 FnQU 100 es fehlt aber meistens erstpost ttnpT "^ es M nun um einen Maskenzug oder um sonst etwas handelt recht ist es dieser Sorte nie zu . /s>ulda ist kein Krähwinkel, und man sollte sich test£ ^em Verdacht der Krähwinkelei aussetzen. Mask- ^"hr macht alles mit, die Veranstaltungen, den usw. müssen von Jahr zu Jahr großzügiger wer- Ilebon gekränkte Leberwürste" und schmollendes Beiseite- en dem Renommee u. schließlich gibt es kleine N?^uuZen überall einmal hinter den Kulissen. Des- die Sache im allgemeinen nicht leiden!

kommende Sonntag bringt nun den historischen ^on kurz nach Weihnachten haben die Zungen die ausgedienten Weihnachtsbäume, alte Mn c^?- "UL andere brennbare Reste gesammelt für darein Wo&>. Jede Gruppe legt natürlich ihre Ehre sonntnn- n größten Scheiterhaufen am Abend des Hutzel- ialdaer ^uizünden zu können. Wie wir hören, soll im Sitte die alte, von den Urvorfachren überlieferte sich Q1 ^ueers gepflegt und gefördert werden. Man hat 8»ldâes a "^ögebenden Stellen davon überzeugt, daß im »atz tzg "Uude das Hutzelfeuer allein Brauchtuin entspricht, Inno y c~ öas Osterfeuer hierzulande keine Ueberliefe- Siinite» K, wäre also verkehrt, das Hutzelfeuer etwa zu- iDolien wer unbekannten Osterfeuers veritachlüssigen zu ^eWrQule Moroser haben in diesein Jahre eine besondere »IN ^.I^"8 geplant. Aber auch in allen Dörfern rings Stabt ^enso i ii b e n Außenvier 1 el n d e r jeinnls ^^en die Hutzelfeuer mächtiger aufleuchten als gutem sichtigem Wetter wird man vom s?bis w/i, "u.s immer noch den besten Ueberblick haben miihii..W/Unüber in Rhön und Vogelsberg wird man die «atz a j y n beoachten können. Es wäre zu wünschen, Mis /^.w "Hoaelräder" das Symbol des Sonnen- ausleuchten würden. Wir haben in diesem Wir è , 'ue Ueberlieferung, die sich bis in die Zeit der Wen lata ^n bei den verschiedensten Stämmen sest- Wr was Aufkommen des Hutzelfeuers ist im Ful- , kU, .W nicht genügend erforscht merkwürdig ist Ur bie ^wnUch weit entfernte Stämme, wie beispiels- Wt kenn» k '^waben, das Hutzelfeuer und die Hoael- ®WL w kennen wie die Fuldaer während weite ^zwischen liegen, diese Frühlingsfeuer wieder in

Fuldaer Anzeiger Samstag, 9. März 1935

Die neue Ferienordnung.

Abstellung auf die Notwendigkeit der Iugend- erzrehunq.

Mit derReichsordnung für Schulferien" vom 28. Jan­uar 1935 hat Reichserziehungsminister Rust der deutschen Schule den neuen Arbeitsrhythmus gegeben. Damit ist ein weiterer wichtiger Schritt zur Einheit des deutschen Erziehungswesens getan und zugleich ein seit Jah­ren schwebendes Moment der Ungewißheit aus der Welt geschafft. Nach der Reichsordnung, die mit dem Beginn des Schuljahres 1935 in Kraft tritt, beginnt und schließt das Schuljahr, wie bisher, im Frühling (Beginn nach den Osterferien). Es verläuft in Dritteln April bis Juni/Juli, August/September bis Dezember, Januar bis März. Die Gesamtdauer der Ferien beträgt unver­ändert 85 Tage, davon entfallen jedoch aus die Sommer­ferien 40 Tage, die sich in drei Gebietsstaffeln auf die Zeit zwischen dem 25. 6. und 31. 8. erstrecken. Die Osterferien, auf der Grenze zwischen den Schuljahren sind auf 18 Tage, die Weihnachtsferien auf 15 Tagen bemessen. Die Pfingst- und Herbstferien teilen sich in die verbleibenden 12 Tage.

Die neue Schuljahr- und Ferienordnung ist eine Maß­nahme der staatlichen Cchulverwaltunb. Sie mußte des­halb, wie Ministerialrat Dr. Benze in einem Aufsatz in Heft 3 des Amtsblatts des Reichserziehungsministeriums hervorhebt, auf die Notwendigkeiten der Ju­genderziehung abgestellt sein. Für die Beibe­haltung des Schuljahrbeginns im Frühjahr war entschei­dend die Anpasiung an den natürlichen Auf- und Abstieg des Jahres, den Wiederbeginn des Lebens im Frühjahr, die besondere Eignung der'Herbst- und Wintermonate für die gesteigerte geistige Anspannung, die bei der Annähe­rung an das Jahresziel notwendig wird, die Tatsache an­dererseits, daß Frühjahrund Sommervon jeher die Zeiten für verstärkte körperliche Er- t ü ch t i g u n g (Sport, Wandern, Lagerleben, Studien­

einer anderen Form und zu einem späteren Termin (Ostern) kennen. Nun, mag es sein, wie es will freuen wir uns, daß das Fuldaer Landvolk so zähe an dem alten Brauch und, trotz mancher Polizeischikane früherer Zeiten, immer an dem altüberlieferten Hutzelfeuer festgehalten hat. Alle Fuldaer machen natürlich mit! Auf dem Lande wird auch an diesem Sonntag hier unb da so eine Art kleine Fastnacht gefeiert, ehe man sich ganz und gar der Bußzeit der Fasten­wochen hingibt.

Frostig haben sich diese ersten Märztage im Fuldaer Land gezeigt der Schnee kommt dem Bauern nicht ge­legen, aber so weit, wie in anderen Gauen ist bei uns die Vegetation noch nicht, die Knospen und vorwitzigen Früh­lingsboten sind noch gut behütet in ihren braunen Hüllen, so daß die Märzfrcste auch keinen nennenswerten Schaden bei uns anrichten können. In der Stadt brachte die letzte Woche schon eine kleine Belebung des Eeschäftslebens: sollten die Miesmacher unrecht haben, die da unkten: nach Fastnacht ist gar kein Geld mehr da!? Fast scheint es so die Fastnacht mag zwar viel verschlungen haben aber auch nach Fastnacht ist und bleibt das Geld rund und rollt von einem zum andern. Alles in allem ein frischer Zug geht nicht nur durch die Natur, überall regt sich neues Leben der Winterschlaf nähert sich seinem Ende. März der Monat des Schicksals! Der Monat, der im Leben der Völker von jeher eine große Rolle spielte laßen wir uns von den frostigen Anfängen nicht ins Bocks­horn jagen e r bringt doch den Frühling!

A. M.

Saark'mdererholunq in Fulda-Stabt.

Nach Mitteilung der Cauamtsleitung der NSV. in Kaßel werden die für die Stadt Fulda für Anfang März zur Erholung vorgesehenen Saarkinder nicht nach hier kommen. Die Erholung der Kinder soll im Allgemeinen Erholungswerk des deutschen Volkes im Sommer 1935 durchgeführt werden.

Die für Reisezwecke gespendeten Gelder werden auf An­weisung der Gauamtsleitung dem HilfswerkMutter und Kind" zugeführt.

Kreisamtsleitung der NSB. Stadtkreis Fulda.

Reicksberufswettk^mpf 1935.

Gruppe: Lebensmittel- und Tabakwerkberufe. Gruppe: Bekleidungsberufe.

Dem drohenden Facharbeitermangel zu begegnen, aus den Folgen der Kriegs- und Nachkriegsjahre, sollte der vor­jährige Reichsberufswettkampf insbesondere eine Mobil­machung der Jugend f ü r den Beruf sein. In diesem Jahre wird dèr Reick-sberufswettkampf nicht nur eine Mobil­machung der Jugend für die berufliche Ertüchtigung sein, sondern eine systeinatische Auslese. Die Anforderungen werden von dem rein beruflichen Gebiet ausgehend, auf das Weltanschauliche und die körperliche Leistungsfähigkeit er­weitert.

Wettkampftag der Gruppe Lebensmittel: Mittwoch, den 20. Mürz.

Wettkampftag der Gruppe Bekleidungsberufe: Sonn­abend, den 23. März.

Der größte Teil unserer schaffenden Jugend im Bäcker-, Fleischer- und Schneider Handwerk hat bereits die Meldungen abgegeben, an die nur noch wenigen Säumi­gen ergeht darum der RufBleib auch Du nicht fern, es ist Deine Pflicht, an Dir zu arbeiten und im edlen Wettstreit Dein Können unter Beweis zu stellen."

Der schönste Lohn für die Sieger ist der Händedruck des Führers.

Letzte Meldungen bis spätestens Piontag, den 11. März, an den Gruppenwettkampfleiter I. Bever, Fulda, Stein­weg 3 (SN.-Hago).

Alle Kameraden

des ehemaligen Feldartl.-Regiments Nr. 268 werden ge­beten, ihre Anschrift dem Kameraden Emil Buchholz, Peine i. H., Bölkestrahe 2, einzureichen.

Sonderzug nach Gersfeld.

Am Sonntag, den 10. März 1935, verkehrt wegen des günstigen Wintersportwetters in der Rhön im Anschluß an den von Bebra um 7.45 und von Frankfurt a. M. um 7.50 Uhr ankommenden Personenzug ein Sonderpersonenzug von Fulda nach Gersfeld (Rhön). F u I d a a b 8,0 0 11 h r.

Der Sonderzug kann mit Fahrkarten des öffentlichen Verkehrs und mit Sonntagsrückfahrkarten benutzt werden.

- Der Zug hält nur in Schmalnau.

reisen) gewesen sind. Bei aller Betonung der schulischen (Gesichtspunkte sind in der Neuordnung erfreulicherweise doch auch die Belange des wirtschaftlichen und sozialen Levens und des Verkehrs gewahrt worden.

Infolge der Belassung des Schuljahrendes im Frühling schließt sich der Uebertritt der Schulentlasse­nen in das Wirtschaftsleben reibunglos an, ebenso der Uebergang in das Landjahr und in das Arbeits- diensthalbjahr. Eine übermäßige Ausdehnung der Som­merferien, wie sie nach früheren Plänen beabsichtigt zu sein schien (zwei D'onate und länger), ist vermieden wo:D " trotzdem wird sich in der vierzigtägigen Sommerpause der Plan des Reichserziehungsministers verwirklichen lassen, die Erzieher und Erzieherinnen in etwa dreiwöchigen Lehrgängen weltanschaulich und körperlich zu schulen und ihnen daneben noch die nötige Entspannung zu gewähren. Durch die gebiets­weise Staffelung der Sommerferien wird eine Ueber iüUung der Verkehrsmittel (Eisenbahn) und der Erholungsstätten an der Küste und im Binnenlande vermieden.

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Die Ferien in Hessen-Nassau.

Die Schulferien in der Provinz Hessen-Nassau find auf Grund des Erlaßes des Reichsunterrichisministers wie folgt festgesetzt worden:

Osterferien: Schulschluß Dienstag, 2. April; Wie­derbeginn: Dienstag, 23. April. Pfingstferien: SchulschluH: Sonnabend, 8. Juni, Wiederbeginn: Diens­tag, 18. Juni. Sommerferien: Schulschluß: Sonn­abend, 6. Juli. Wiederbeginn: Montag, 19. August. Herbstferien: Schulschluß: Freitag, 11. Oktober, Wie­derbeginn: Donnerstag, 17. Oktober. Weihnachts­ferien: Schulschluß: Sonnabend, 21. Dezember, W.ed:r- beginn: Dienstag, 7. Januar.

Aus dem Fuldaer Gericht- saal.

Wegen zwei Mark dreißig Zeche, um die er den Wirt geprellt hatte, erschien ein Mann vor den Schranken des Gerichts. Er hatte am 12. 12. 33 für den obengenannten Betrag verzehrt, und da er trotz der Mahnungen des Wirtes bis heute noch nicht bezahlt hatte, war anzunehmen, daß er dies überhaupt nicht zu tun gedachte. Eine andere Zeche von 94 Pf. war indessen zwar bezahlt worden, aber er er­hielt wegen Betrugs in zwei Fällen doch zwei Wochen Ge­fängnis in Anbetracht des Umstandes, daß er fchwn einmal beinahe wegen Diebstahls bestraft worden wäre.

Wenn ein Autofahrer sieht, wie ihm ein Motorrad ent­gegen kommt, und er versucht, obwohl er schon beinahe auf gleicher Höhe mit ihm ist, vor ihm noch links in eine Seiten­straße einzubiegen, dann muß es eigentlich zu einem Unglück kommen. Gewöhnlich geht es dabei auch für den Motorrad­fahrer schlimm aus: in diesem Fall hatte es Kopfwunden, eine Kniescheibenverletzung und eine verstauchte Hand ge­geben. Der Autofahrer hatte zudem noch die Kurve ge­schnitten. All das veranlaßte das Gericht, noch mit 20 Mark über den Antrag des Amtsanwalts hinauszugehen und dem Fahrer 80 Mark zuzudiktieren.

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Bei einem Bäckermeister war festgestellt worden, daß manche Brote Mindergewicht zeigten. Er hatte deshalb eine Geldstrafe von 5 Mark erhalten,"gegen die er Berufung ein­legte. Es stellte sich im Laufe der Verhandlung heraus, daß wohl einige ältere Brote Untergewicht aufwiesen, daß aber die frische Ware bei ihm genau abgewogen war. Er wurde freigesprochen.

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Eines Abends kam R. zu H. und brachte ihm einige Fahrradteile mit der Bitte, sie für ihn aufzuheben. H. kam die Sache gleich verdächtig vor, aber er tat R. den Ge­fallen. Es ergab sich indeßen, daß die Teile gestohlen waren, und H. wurde wegen Begünstigung zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt.

Sonntagsrückfahrkarten aus besonderem Anlaß.

Zu den Paßionsspielen in Fulda werden von den Bahn­höfen der Strecken Fulda Hersfeld, FuldaSchlucktern. FuldaGersfeld/Rhön, FuldaWüstensacksen und Fulda- Bad Salzschlirf an folgenden Tagen Sonntagsrückfabrkarien ausgegeben: Am 9. und 10. März und 16. und 17. März mit normaler Geltungsdauer, am Mittwoch, 13. März, mit Gültigkeit von 024 Uhr.

Apotheken-Nachtdienst versieht vom 9. bis 16. März die Hof-Apotheke Rkarkrstraße und die Hirsch-Apotheke Leipziger Straße.

Fuldaer Märkte.

Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 118 Ferkel auf­gefahren. Die Preise betrugen 16, 20 und 24 Mark. Grö­ßere Tiere wurden über Notiz gehandelt. Butter kostete 1,251,35 Mk., Eier je Stück 78 Pfg.

Berufung verworfen.

k. Hanau, 8. März. Der 41 Jahre alte unverheiratete Karl Augustin Feldmann aus Fulda war vom Sckwffen- gericht Fulda am 31. Januar 1935 als überführt erachtet worden, Ende August v. I. in der Gemarkung Kohlhaus, woselbst eine verheiratete Frau aus Fulda ihre Kühe hütete, durch etwa eine halbe Stunde andauernde Hand­lungen öffentliches Aergernis erregt zu haben. Er hatte zwar geleugnet, der Täter gewesen zu sein, wurde aber, als die Fuldaer Kriminalpolizei ihn mit vier anderen männ­lichen Personen aufstellte, von der belästigten Frau sofort als der Uebeltäter bestimmt erkannt. Der Landesheilan­stalt Di ar bürg zur Beobachtung seines Geisteszustandes überwiesen, wurde ihm der Paragraph 51, Abs. 1 zuerkannt, so daß seine Freisprechung erfolgte, jedoch nach den neuen Bestimmungen der Strafprozeßordnung seine Ueberwei- sung in eine Heil und Pflegeanstalt ausgesprochen wurde. Feldmann hatte Berufung eingelegt. Er wehrte sich gegen das Urteil insofern, als es ihn als Täter bezeichnet hatte, während er die Täterschaft bestritt. Dann behauptete er, auch geistig normal zu sein. Der von ihm in der Verhand­lung der Großen Strafkammer Hanau als Berufungsin­stanz dargelegte Lebenslauf, namentlich die von ihm seit 1930 angeblich ausschließlich geführte Beschäftigung mit politischen Fragen, ließen allerdings das Gegenteil, die geistige Verwirrung, erkennen. Profeßor Dr. Jahrmärker von der Landesheilanstalt Marburg gab ein Gutachten ab, das dem Angeklagten den Paragraphen 51 Abs. 1 zubilligte,