^ 56 — 12. Jahrgang
Fuldaer Anzeiger
Donnerstag, 7. März 1935
Siad! und Land
Wettcrausstchtcn für morgen:
Wetterbericht des Reichswetterdienstes, Ausgabeort: Frankfurt.
Bei meist nordöstlichen Winden wolkig bis heiter mit Nachtfrösten.
* Fulda, den 7. März 1935.
Passionsspiele beginnen im Stadtsaal.
^eute abend beginnen im Stadtsaal die für die Tage "7—17. März angekündigten Passionsspiele. Es wer- dabei 200 Personen in den großen Massenszenen mit- 4en Die Hauptdarsteller sind Berufsspieler und haben 'i.rd ihre langjährigen In- und Auslands-Gastspielreisen â Weltruf als Pafstonsspreldarsteller erreicht. Adolf
Kn acht, der bekannte Christusdarsteller, wird auch ?ker die Rolle des Christus übernehmen. Frau Faßnacht, Elche in dem großen Freiburger Passionsfilm 1921 als Hauptdarstellerin mitwirkte, wird die Maria spielen.
' Die Bühne wird vergrößert durch eine Vorbühne mit keitenbühnen zum Auftritt für die Massenszenen. Die In- Mbühne dient für die Hauptszenen: Einzug in Jerusalem, 7Mpelreiniqung, Abendmahl, Oelberg, Hohes Gericht, Pilatusurteilsspruch, Kreuzigung, Grablegung und Auf- ttstèhUNg. „ . .
gin gemischter Chor, gestellt von der Chorverenngung MfMa, wird durch feierliche Gesänge der Aufführung um weihevollen Rahmen geben.
W wenigsten von uns war es möglich, nach Ober- MNgau zu reisen, um dort das gewaltigste Drama von Mha zu erleben. Daher wird es von vielen Volks- «ssm lebhaft begrüßt werden, wenn sie ohne große Opfer ß 3eit und Geld ein solches Spiel in ihrer Nähe besuchen ^Neses Schicksal des Menschen und Gottessohnes, der die M bringt und den Haß erntet, macht auch Eindruck auf diejenigen, die den Weg ins Gotteshaus schon lange nicht mehr gefunden haben.
Gerade aus dem Leiden und Sterben des Heilandes und seiner siegreichen Auferstehung kann das deutsche Volk die Kraft zum Kampfe schöpfen, nachdem ihm sein Führer Adolf Hitler wieder den Glauben an sich selbst und seine Zukunft geschenkt hat. Auch dem deutschen Volke wird einst ein heller Ostertag beschieden sein.
Märzenschnee — und Frost!
Als ob der Winter nur auf das Ende des Karnevals gewartet hätte, um uns zu beweisen, daß er noch lange nicht abgetanst hat, so fiel in der Nacht zum Aschermittwoch eine ganz ausgiebige Ladung Schnee auf die letzten heimkehren- tan Narren herunter. Zwar hat er diesmal nicht lange ungehalten, schon gegen Mittag war alles fortgekehrt oder fortgeschmolzen. Dafür haben wir wieder einen Märzfrost gekriegt, der sich sehen lassen kann. Acht Grad Kälte wurden heute morgen gemessen, die Fenster waren soo dick beschlagen und über dem ganzen eine strahlende Sonne. Man ist ja schon allerhand gewohnt, aber jetzt noch folgen Frost, das geht einem doch etwas gegen den Strid). Ganz von dem abgesehen, was der Bauer dabei lagt. Hoffen wir auch in seinem Interesse, daß die Quecksilbersäule bald wieder nach oben klettert, und der Winter 1935 bald endgültig Abschied nimmt.
Fuldaer Viehmarkt.
Auf dem heutigen Viehmarkt waren 377 Stück aufgetrieben. Kühe 1. Qual. 325—375 Mk., 2. Qual. 220-260 Mk. 3 Qual. 130-170 Mk., hochlr. Rinder 225—275 Mk., 1-2- jährige Rinder 140—200 Mark, ^è— 1jährige Rinder 100— 150 Mark, Ochsen 300—350 Mark, Fahrstiere 250—300 Mark, 1—1%jährige Stiere 120—180 Mark, Kälber das Pfund Lebendgewicht 25—30 Pf. Der nächste Viehmarkt Met am 28. März d. I. statt.
* Tchlitz, 6. März. (Di e Vorbereitungen zum Trachtenfest 19 3 5.) Am letzten Montag fand, wie „Schlitzer Bote" berichtet, im Beisein der Ortsbauern- iuhrer des Schlitzerlarrdes, der Vertreter der Stabt, Schlitz, brr PO. und bewährter Mitarbeiter eine Sitzung statt, in die Richtlinien für das diesjährige Trachtenfest, das am Sonntag, den 7. Juli, stattfinden wird, festgelegt wurden. Uhrer Steinacker, Hartershausen, der die Durchführung der Arbeiten übernommen hat, teilte zunächst Anregungen w die Herr Verwaltungsdirektor Löwer zur Ausgestal- Ä °es Festes gegeben hatte. Im Mittelpunkt der Ver- ■taltung wird ein Festspiel stehen, das Bilder aus dem . unserer Bauern darstellt. Es wird wieder ein Fest- E uattfinden, der jedoch anders als bisher gestaltet wer- ™ M. Die Gesangvereine des Schlitzerlandes werden m Massenchöre zum Vortrag bringen. In einem '^ren Zelt werden die Erzeugnisse des heimischen Ge- äiu “es und der bodenständigen Industrie zur Schau werden, wobei Gelegenheit zum Verkauf gegeben ist. todt ®cn wird der wehrfähigen Mannschaft die Mög- Obolen, den Schützenkönig auszuschießen. Es ist Mannschaftsschießen gedacht, in dem die sechs <^g>utzen jeder Gemeinde um den Ehrenpreis ringen.
Festplatz und die Beschießung der Burgen mit fehlen werden, ist selbstverständlich. Zur bei ?!"wung der Vorbereitungen wurden Ausschüsse gebil- unverzüglich die Arbeit aufnehmen, da das Trach- »Ä ^’ an dessen Durchführung unser Gauleiter lieber L wundesbauernführer besonderes Interesse haben, Bekenntnis zu Volkstum und Heimat hn^p1111?611 fWerraj. (E i n Stausee bei E e r - beatm™ N Auf dem Bahnhof Gerstungen, der große Ve- sür den Durchgangsverkehr zwischen West- und „ "sia nd, soll eine große Wasserversorgungsanlage bllih^ , . werden. Das Master des Vogtstall- und des Teich- tei iuaei-N t^nem großen neuanzulegenden Sammelbehäl- ^et ein Fassungsvermögen von 11 000 Kubik- ” ^ll. Das Staubecken in der sog. Kleinen ^ Wsm Ä'^u fünf Meter hohen Damm. Von hier aus t{nb Wasser dem Bahnhof Gerstringen zugeleitet, wäh- iWsiibkt "verbrauchte Wasser wieder dem Vogtstallbach M wird.
6. März. (Beim Abbrennen von jphiesio»"«,,. ide Augen schwer verletzt.) In Willst "«enklinit wurde ein zehnjähriger Junge aus rIN tx J’Oeliefett, der beim Abbrennen von Fröschen amnli", ilnglückssall erlitten hat. Er hatte diesen n> der alsbald explodierte. Beide Augen folgte hierbei schwer verletzt. In der Klinik tu saln» bine Operation beider Augen, doch ist noch u ’- ob das Augenlicht erhalten bleibt.
Mobilmachung der deutschen Jugend!
H. Wolf, Wettkampfleiter im RVWK. 1935.
Die Mobilmachung der deutschen Jugend setzt in jedem Falle das Erfüllen einer großen Aufgabe voraus. Ohne das Vorhandensein einer solchen Aufgabe ist es nicht möglich, die gesamte Jugend eines Volkes M einer einheitlichen Willensbekundung zu bringen.
In den Augusttagen 1914 war es die große Verpflichtung, die Grenzen der Heimat zu schützen, die die Jugend ohne Unterschied nach Stand und Herkunft zusammenführte zu einer Front gegen die Angriffe unserer Feinde. Keine fremde Macht konnte diese Front der deutschen Jugend überwinden. Dem Verrat aus eigenen Reihen blieb dis Lösung dieser schändlichen Frage im November 1918 vorbehalten. Das Gesicht unseres Volkes wandelte sich nach jenem Verrat von einer nach außen hin unüberwrndlichen Front zu einer scheiirbar dauerhaften Zerrissenheit in den Ausfassungen zu Volk und Staat. Es folgte die Herrschaft der Demokratie und der Parlamente.
In dieser Zeit, in der rd. 40 Parteien um das Durchsetzen ihrer Meinungen rangen, war die Ausrichtung der deutschen Jugend nach einem einzigen Willen nicht erwünscht, noch viel weniger wäre sie möglich gewesen.
Eine große Aufgabe wurde deshalb jenen ersten Kämpfern um die Erreichung dieser Willenseinheit gestellt. Von einer Minderheit deutscher Jugend, die dem Führer in seinem Kampfe um die Befreiung des deutschen Volkes folgte, wurde der Boden für die Ausrichtung der Jugend nach einem Willen vorbereitet.
Am 30. Januar 1933 sprengte diese bis dahin verspottete und verlachte Minderheit die Fesseln des Klastenkampfes und der Reaktion, um sich den Staat nach ihrer Sehnsucht zu gestalten.
21 Kameraden der Hitler-Jugend deckt als Opfer dieses Kampfes heute die kühle Erde. Ihr Kampf und ihr Tod verleiht der Hitler-Jugend den alleinigen Anspruch auf die Führung der gesamten Jugend des deutschen Volkes. Ihr unabänderlicher Wille, die Einheit der Jugend zu erkämpfen, führte über 100 Iugendbünde zur Aufgabe ihres Eigenlebens. Die deutsche Jugend marschiert geschlossen unter der Fahne des neuen Reiches. So wurde aus einer kleinen Gefolgschaft von einst die große Jugendgemeinschaft von heute, die der Führer der Geschicke unseres Volkes von morgen sein wird.
Nach dem Kampfe um die äußere Macht liegt ihre Aufgabe nun vor allem auf dem Gebiete der weltanschaulichen, charakterlichen und beruflichen Schulung. Aus ihr sollen
Altenkirchen, 6. März. (Arbeitsmänner retten ihren Kameraden.) Dieser Tage mußte die Arbeitsdienstabteilung 2/240 Altenkirchen in der Nähe von Schöneberg die Wied passieren. Durch das starke Hochwasser, das die Wied führte, war die leichte Brücke, die an dieser Stelle über den Fluß führte, fortgerssen worden. Die Abteilung baute eine Notbrücke und setzte über. Durch das ungewohnte starke Rauschen des Hochwassers wurde ein Arbeitsmann schwindlig und stürzte kopfüber in die Wied. Vier dem Wasser am nächsten stehende Arbeitsmänner sprangen kurz entschloßen nach und zogen ihren verunglückten Kameraden aus den reißenden Fluten ans Ufer, wo hilfreiche Hände die fünf Kameraden ans Land schafften. Die überaus starke Strömung und die Tiefe des Wassers machten das Rettungswerk zu einem lebensgefährlichen Beginnen.
Gießen, 6. März. (Ein Kind beim Spiel unter einen Straßenbahnwagen gekommen.) Um dem Schlag eines Alterskameraden mit der Narrenpritsche am Faschingsdienstagabend auszuweichen, sprang der acht Jahre alte Schüler Fritz Krausch in dem Augenblick zur Seite auf ein Straßenbahngleis, als gerade ein Straßenbahnwagen dicht vor dem Knaben fuhr. Trotz schärfsten Bremsens durch den Straßenbahnführer würde der Junge von dem Wagen zu Boden geworfen und geriet dabei mit dem Kopf unter die Schutzverkleidung der Wagenräder. Erst nachdem der Straßenbahnwagen von zahlreichen Männern mit Hilfe von Stangen usw. gehoben worden war, konnte der Junge hervorgezogen werden. Mit schweren Kopfverletzungen mußte der Kleine in die Chirurgische Klinik gebracht werden.
Gießen, 6. März. (Sicherungsverwahrung wegen Heirataufgehoben.) Der 50jährige G. I., der bereits seit neun Monaten in Untersuchungshaft saß, nachdem er aus dem Zellengefängnis Butzbach entlassen worden war, hatte gegen die Anordnung der Sicherungsverwahrung Revision beim Reichsgericht eingelegt. Das Reichsgericht hatte die Sicherungsverwahrung aufgehoben und zur erneuten Verhandlung an die Porinstanz zurückverwiesen. Der Angeklagte war seit 1906 19mal bestraft worden, meistens hairdelte es sich um Diebstähle, Betrügereien und Jagdvergehen. Einmal war er auch wegen Notzuchtversuchs bestraft worden. Insgesamt belaufen sich seine Vorstrafen auf 126 Monate Gefängnis unb neun Jahre Zuchthaus. Die Große Strafkammer Gießen hob die Sicherungsverwahrung auf, obwohl die Voraussetzungen dazu erfüllt waren. Das Gericht nahm an, daß der Angeklagte in einer im Gefängnis eingegangenen Ehe den nötigen Rückhalt findet, der ihn von weiteren Straftaten aohalteü kann.
Butzbach, 6. März. (Freiwillig dem Vater in d e n T o d g e f o l g t.) In dem Nachbarort Ostheim fanden Spaziergänger in dem kleinen Wäldchen „An der L>ölle" unweit des Ortes die Leiche des seit Donnerstag voriger Woche vermißt gewesenen 22jährigen Knechts Alfred Kropp an einem Baum hängend vor. Kropp war bei einem Bauer in Niederweisel beschäftigt und hatte bis zu seinem plötzlichen Verschwinden treu seinen Dienst verrichtet. Am Tage vorher bekam er die Nachricht von dem Tod seines Vaters. Man vermutet, daß der junge Mann aus Kummer hierüber seinem Ltzben ein Ende gemacht hat.
* Volkartshain, 6. März. (Zwei Finger a b g e - sägt.) Ein hiesiger Handwerksmeister, welcher hauptsächlich in den Wintertagen sich mit dèr Anfertigung von Rechen und Sensenwürfen befaßt, kam beim Bedienen der Bandsäge dieser zu nahe; es wurden ihm zwei Finger glatt abgesagt.
Frankfurt a. Al., 6. März. (S a ch v e r st ä n d i g e b e i der Industrie und Handelskammer.) Die Industrie- und Handelskammer für das Rhein-Dkainische Wirtschaftsgebiet, Sitz Frankfurt a. M., bat die nachfolgenden Herren als Sachverständige öffentlich angestellt und vereidigt: Karl Beilharz, Mitinhaber der Firma M. Schrkdider, Frankfurt a. M., Neuhausstraße 1, für Erzeugnisse der Damenkonfektion: ZivMngenienr Heinrich von Faulhaber, Frankfurt a. M., Mainkai 26. für Eis- und
die Menschen hervorgehen, die mit beiden Beinen im Leben stehen, und die dank ihrer gemeinschaftlichen Schule ein ausgeglichenes Zusammenspiel aller Kräfte der Vernunft, des Gemütes und der Seele aufwerfen.
Arbeiterjugend war die Gemeinschaft, als die den Kampf um die Seele des letzten Jungen führte, Arbeiterjugend bleibt sie in ihrem Ringen um Deutschlands endgültigen Aufstieg. Alle trennenden Gegensätze fegte sie hinweg und stellt sich als Iungarbeitergemeinschaft dem täglichen Ringen, in dem alle Entscheidungen fallen.
So rüstet sie heute zum zweiten Wettstreit um die berufliche Bestleistung. Ueber eine Million Jungen und Mädchen folgten im vergangenen Jahre dem Rufe zur Teilnah..e am 1. Reichsberufswettkamps. Hunderttausend gaben in diesen Tagen bereits ihrem Bekenntnis zur Gemeinschaft Ausdruck durch ihre Anmeldung zum 2. R e i chs- berufsweltkampf. Wiederum stèht die deutsche Jugend im Banne der Mobilmachung für den Beruf. In 17 Berufsgruppen unterteilt werden die Wettkämpfer in der Zeit vom 18. bis 23. März ihr berufliches Können vor aller Welt unter Beweis stellen. Noch nie konnte einer Jugend eine so umfassende Aufgabe , der nicht zuletzt eine Außenpolitische Bedeutung beizumessen ist, übertragen werden Der gesamten Welt wird durch die Olympiade der Arbei: der Friedenswille der deutschen Jugend bewiesen. Sie baut damit in Wahrheit und von tiefem Ernst getragen am Werke des Friedens. Was wir heute^ sich gestalten sehen ist der Rohbau eines mit fanatischem Glauben begonnenen und mit aller Kraft zur Verwirklichung drängenden Planes, der die Mobilmachung der gesamten Jugend erfordert.
Der diesjährige Reichsberufswettkampf wird zur Vollendung dieses Baues ein wesentliches Stück Arbeit leisten.
Trage jeder dazu bei, ba^ alle Eltern und Erzieher den Willen der Jugend in ihre Herzen auf nehmen; dann wird das Verständnis und die Erfahrung des Alters, gepaart mit der fanatischen Leidenschaft der Jugend, aktiv am Aufbau unseres Volkes mitzuarbeiten, jenes innige Verhältnis zwischen Jugend und Alter geschaffen, das zur Lösung der gestellten Aufgabe eine Notwendigkeit ist.
Jungarbeiter der Faust und der Stirn! Die Reichsjugendführung und die Teutsche Arbeitsfront haben den Befehl zur Mobilmachung gegeben! Tretet heraus auf das Kampsfeld des Berufes!
Kühlanlagen, Zentralheizungs-, Lüftungs- und Warmwasserversorgung-Anlagen; Karl Kersten, Frankfurt a. M., Taunusstraße 43, für technische Einrichtungen von Lichtspieltheatern; Georg Moxter, Frankfurt a. M., Homburger Landstraße 154, für Kartoffeln; Franz Rohrlapper, Frankfurt a. M., Eckenheimer Landstraße 51, für Butter; Fritz Schäfer, Inhaber der Firma Georg Schäfer u. Co.. Frankfurt a. M., Eschersheimer Landstraße 132, für Flach' lac • Friedrich Wagner, Frankfurt a. M., Morgensternstraße 3, für Baugeräte und Feldbahnen.
Frankfurt a. M^ 5. März. (Warnung vor einem zweifelhaften Geschäftsunternehmen.) Die Firma Neos Versand-Gesellschaft m. b. H. in Münster befaßt sich mit dem Vertrieb von Kopfwaschmitteln. Zu diesem Zweck suchen die Inhaber, die Gebrüder Alex und Heinrich Berghosff Vertreter durch Inserate in fast allen Tageszeitungen. In den Inseraten wird ein müheloser Wochen- verdienft bis zu 150 Mk. versprochen. Den Jnterestenten werden unter Verschweigen der Art der Beschäftigung vorerst 3,15 Mk. abverlangt, worauf dann angeblich der Interessent eine enisprechende Menge Kopfwa'chmittel erhalten soll. Das Publikum wird vor diesem zweifelhaften Unternehmen gewarnt.
Hanau, 6. März. (Eine jugendliche Diebesbande.) Montag abend wurde in der Gastwirtschaft „Zum Engel" in Klein-Steinheim ein 13jäbriger Schuljunge (!) aus Hanau dabei erwischt, als er im Wohnzimmer aus einer Schreibtischschublade einen Geldbetrag von 560 Mark entwenden wollte. Das hoffnungsvolle Früchtchen hatte das Geld bereits in seinen Taschen geborgen, als glücklicherweise der von bösen Ahnungen erfüllte Eigentümer hinzukam und den diebischen Jungen am Kragen nehmen konnte. Zwei Altersgefährten, die sofort die Fluckn ergriffen, spielten in nächster Nähe des Tatortes die Auf- pasier. Auch diese biben Jungen konnten inzwischen ermittelt werden. Vermutlich sind noch mehrere Diebstähle in Hanau und Klein-Steinheim auf das Konto der jugendlichen Diebesbande zu setzen.
Darmstadt, 6. März. (Uraufführung im Hessischen L a n d e s t h e a t e r.) Generalintendant Franz Evertb hat das Schauspiel „Der tolle Christian, Herzog von VracLn.schweig" von Theodor Haerten, einem bisher noch wenig bekannten Autor, zur alleinigen Uraufführung für das Hessische Landestheater Darmstadt erworben. Die Uraufführung wird voraussichtlich im Rahmen der Festwoche stattfinden, die das Hessische Landestheater zur Feier seiner 125. Spielzeit in der Woche nach Ostern veranstaltet.
Wörrstadt (Rheinh.), 6. März. (L i e b e s t r a g o d i e.) Montag früh fanb ein Weichenwärter auf der Strecke zwi- fd)en Wörrstadt und Nieder-Saulheim die Leiche einer weiblichen Person, der der Kopf und das linke Bein abgefahren waren. Auf dem Kilometerstein hingen der Mantel und die Schürze der Toten. In dem Aermelumschlag des Mantels steckte ein Zettel, auf dem der Namen der Unglücklichen stand. Es handelt sich um die 15jährige Tochter Anni des Arbeiters Willi Brandt in Udenheim. Kurze Zeit darauf wurde in der Nähe des Uebergangs der Bahnlinie bei Ober-Saulheim der 22 Jahre alte Philipp Hammen aus Schornsheim hoffnungslos verletzt aufgefunden. Er wurde in das Mainzer Krankenhaus gebracht, wo er feilten Verletzungen erlegen ist.
Mitteilungen der NS.-Dienststellen.
Der BNSDI. Ortsgruppe Fulda hält am Samstag, den
9. März 1935, um 16.30 Uhr, in Fulda, Bürgerverein, seine nächste Ortsgruppenversammlung ab.
An dieser Versammlung nehmen alle Mitglieder des BNSDI. in den Aintsgerichtslwzirken Fulda, Gersfeld, Hünfeld, Hilders, Eiterfeld, Großenlüder und Neuhof teil. Erscheinen ist Pflicht.