Sie damalige Anwesenheit französischer Generale bei den englischen Manövern lediglich der Einnahme des „5 Uhr-- Tees" galt, oder einem guten Trunk französischen Rebensaftes!
Und diesseits des Kanals, in Frankreich, leitet man den Freudentaumel über die „Bekehrung" Mac- Donalds sehr eifrig über in die Forderung nach endlicher Schaffung der z w e i j ä h r i g e n Dienstzeit. Obwohl man doch in Paris aus gewissen Audeutungen des Weißbuches entnehmen zu dürfen glaubt, daß auch der englische Ministerpräsident sich auf den Standpunkt des Vizekanzlers Baldwin von der „Grenze Englands am Rhein" gestellt habe!
Paßt denn dies alles zu dem, was vor kurzem erst der englische Außenminister Sir Simon in einer Rede äußerte, kurz ehe er seine beabsichtigte Reise nach Berlin antreten wollte? „Es ist unser einziger Wunsch, daß diese Besprechungen von außergewöhnlicher Tragweite nun auch beitragen werden zur Wiederherstellung des Vertrauens in Europa und des Friedens in der Welt." — Es ist wirklich ein recht seltsamer Beitrag, der für diesen edlen Zweck von London aus gespendet und in Paris freudigst begrüßt wurde!
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Vor einem englischen Besuch in Warschau?
Warschau, 7. Mäez. Wie polnische Wättermeldungen aus London berichten, soll der englische Ministerbesuch in Warschau und Moskau beschlossen worden sein. Der Staatssekretär habe am Mittwoch den polnischen Botschafter Raschnel empfangen und ihm mitgeteilt, daß die engliiche Regierung einen Vertreter nach Warschau zu entsenden beabsichtige. Die Entscheidung über den Zeitpunkt ist noch nicht gefallen. Ebenso wenig stehe fest, wer nach Warschau reisen wird.
Der große Erfolg des deutschen Modeschaffens.
Großes Interesse bei der englischen Presse, Fachwelt und Gesellschaft festgestellt.
Mit einem Erfolg, der auch die kühnsten Erwartungen übertraf, hat die „Mode-Union von Deutschland" die erste deutsche Modenschau, die seit dem Kriege im Ausland stattfand, in London durcbgefübrt. In einer Unterredung führte R. Dillen;, der Präsident der Mode-Union und Organisator der Londoner Schau, über seine Eindrücke und über die Bedeutung der Modenschau nach seiner Rückkehr nach Berlin u. a. aus:
„Überraschend war für uns vor allem das große Interesse, das die Modenschau bei der Presse, in der Fachwelt, bei der Gesellschaft und anscheinend auch bei den Männern gefunden bat.
Noch bei unserer Rückfahrt konnten wir lebhafte und durchweg freundliche Gespräche über den deutschen Modebesuch aus dem Schift und in der Eisenbahn mit anhören.
Nun war die Zeit allerdings in verschiedener Hinsicht sehr günstig für uns. Im Zusammenhang mit den englischen Wahlen waren wieder einmal ziemlich viele Märchen über die deutsche Frau verbreitet worden. Sie sei völlig aus dem Berufsleben verdrängt, sei nur noch die Sklavin des Mannes, gehe in schweren Uniformen, in Berlin dürfe man nur zu dritt in einer Reihe auf der Straße gehen u. a. m Auch die im vorigen Herbst verbreiteten „Nachrichten" über unseren Rohstoffmangel und die Papierkleider waren anscheinend noch nicht vergessen. Es ist begreiflich, daß sich die Engländer daher nicht nur für die Modelle interessiert haben, sondern auch für die Frau, die sie tragen soll.
In diesem Sinne ist die Schau auch verstanden worden. Nicht nur die Journalisten, sondern auch Mitglieder der englischen Gesellschaft haben sich oft und oft dahin geäußert, daß man an diesem Beispiel den Willen Deutschlands eindeutig erkennen könne, den Lebensstandard des Volkes nicht zu senken, sondern im Gegenteil zu beben. Ebenso wurde (von vielen mit einer gewissen Erleichterung) anerkannt, daß
sich Deutschland auch in der Mode nicht von den guten Sitten der anderen Kulturnationen absondern wolle,
sondern daß es gerade die Mode ähnlich wie den Sport, als ein gutes Mittel bettachte, um die kulturellen und wirtschaftlichen Wechselbeziehungen zwischen den Völkern in friedlicher Weise zu pflegen.
Hierin liegt aber indirekt der zweite allgemeine Erfolg der Modenschau; fast unbemerkt ist es der Welt als eine feststehende Tatsache bekannigemacht worden, daß es neben dem französischen und amerikanischen auch ein deutsches Modeschaffen gibt, das sich durchaus auf dem Weltmarkt seben lassen kann.
Ten allgemeinsten und gewissermaßen kulturpolitischen Erfolg dieser Modenschau im May-Fair-Hotel kann man daher darin erblicken, daß sie den augenscheinlichen Beweis für die Haltlosigkeit mancher Greuelmärchen erbracht hat
Denn ein Land, das in einem ersten Londoner Hotel ein so anerkanntes Zeugnis seiner Bekleidungskultur abiegt (und die Bekleidung ist ein unmittelbarer Ausdruck für das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Niveau eines Volkes), kann schlechterdings nicht so sein, wie es manche gern wahrhaben möchten."
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Nntechchswerk
Ein treuer Kämpfer Adolf Hitlers.
Zum Tode des Staatsministers Schemm.
(Aufnahme Kevstone.)
Erschütternd gebt durw alle deutschen Gcruo die Trauer- lnnde von dem tragischen Tod des bayerischen Staatsmini- sters und Gauleiters Hans Schemm. Er war einer der besten Söhne Deutschlands, ein treuer Kämpfer Adolf Hitlers, ein Künder von deutschem Wesen und deutscher Seele. Ein Führer und Wegweiser der deutschen Erzieherschaft, eine der markantesten Gestalten im politischen Leben Bayerns ist mit Hans Schemm dahingegangen.
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Das Hauptamt für Erzieher und der Nationalsozialistische Lehrerbund, dessen Führer Schemm war, widmen ihrem verstorbenen Reichsamisleiter einen Nachruf, in dem es u. a. heißt: „Tiefste Trauer erfüllt alle deutschen Erzieher und Erzieherinnen, die, im Nationalsozialistischen Lehrerbund geeint, den so plötzlichen und allzu frühen Tod ihres unersetzlichen Leiters Hans Schemm beklagen. Sein Wille und seine Tatkraft schufen die große deutsche Erziehergemeinschaft, die seit Pestalozzis und Fichtes Zeiten als Sehnsucht in den Herzen der Erzieher aller deutschen Schulzweige glühte. Als ragendes Symbol dieser Gemeinschaft entstand aus seiner Idee heraus das Haus der deutschen Erziehung in Bayreuth."
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Beileidstelegramme an Frau Schemm.
Dr. Goebbels sandte folgendes Beileidstelegramm: „Zu dem schweren Verlust, den Sie durch den so tragischen Tod Ihres Gatten erlitten haben, spreche ich Ihnen in tiefer Bewegung mein herzlichstes und aufrichtigstes Beileid aus. Hans Schemm wird als einer der ältesten Gefolgsleute des Führers in unseren Reihen unvergessen bleiben."
Reichswehrminister Generaloberst v. Blomberg hat folgendes Telegramm gesandt: „Tief erschüttert von dem tragischen Ableben Ihres von mir besonders geschätzten Gatten übermittle ich Ihnen mein herzlichstes Beileid. An der Bahre dieses aufrechten Mannes und vorbildlichen Nationalsozialisten gedenke ich in Schmerz und Dankbarkeit seiner großen Verdienste für die Erneuerung von Volk und Staat".
Vor der Entscheidung in Griechenland.
Frost und Schnee verhindern die Kampfhandlungen. — Verhaftung von NiM
Die Kämpfe zwischen den griechischen Regierungstruppen und den Revolutionären find durch Frost und starken Schneesall stark behindert. Nur die Flugzeuge entwickeln weiter eine rege Tätigkeit. Mehrere Staffeln von Regierungsflugzeugen haben die Stellungen der Aufständischen in Mazedonien erneut mit Bomben belegt. Obwohl infolge des unwegsamen Geländes und des schlechten Wetters der Nachschub an Truppen, Munition und Proviant erheblich erschwert ist, glaubt die griechische Regierung an eine schnelle und endgültige Niederwerfung des Aufstandes.
Bei den bisherigen Kämpfen war gegen die mazedonischen Revolutionäre auch schwere Artillerie eingesetzt worden.
Die Divisionen des revolutionären 4. Armeekorps aus Saloniki wurden zersprengt.
In den gebirgigen Gegenden des nördlichen Mazedonien scheint sich gerade jetzt ein Kleinkrieg mit ungeordneten Rebellenabteilungen zu entwickeln. Nach amtlichen Meldungen soll auch die Lage der Revolutionäre aus Kreta unhaltbar geworden sei Die Besatzung der Revolutionsflotte scheint die Hoffnung auf einen Erfolg des Staatsstreiches aufgegeben zu haben. Die Re- Volutionsschiffe haben sich in die Jnselschlupfwinkel des Ägäischen Meeres verzogen.
Für den Entscheidungskampf gegen die Aufständischen find insgesamt 100 000 Mann Regierungstruppen eingesetzt worden, außerdem 60 Kampfflugzeuge und vier Kriegsschiffe.
In Mazedonien und Trazien sind zahlreiche mit den Revolutionären in Verbindung stehende Politiker verhaftet worden, in Saloniki allein 230 Senatoren, Abgeordnete und andere im öffentlichen Leben stehende Persönlichkeiten. In Athen und in Piräus, wo Ruhe herrscht, sind etwa 1000 Personen in Schutzhaft genommen worden.
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Schwierige Lage der griechischen Aufständischen
Athen, 7. März. Nach Meldungen aus Saloniki ist me Lage der unter General Kamenos in Mazedonien 'Epfenden Aufständischen außerordentlich schwierig, weil rynen ausreichende Vorräte an Lebensmitteln und Mu- nitton fehlen. Dazu kommt, daß die gesamte Bevölkerung in dem von den Aufständischen besetzten Gebiet diesen semd-ich gegenübersteht. Am Mittwochnachmittag sind neue militärische Verstärkungen an die Front abgegangen.
Aus aden Gegenden Griechenlands laufen Telegramme em, in denen strengste Bestrafung der Aufrührer verlangt wrrd. Durch das Gesetz über die Einziehung des Vermögens der Urheber des Ausstandes ist nicht nur von Venizelos in Athen, sondern sind auch die Häuser und das souMe Vermögen der übrigen Führer des Aufstandes der Beschlagnahme verfallen.
Kriegsminister Kondylis hat von der Front ans dem Ministerpräsidenten Tsaldaris gemeldet, daß der
Halbmast am Tage der Beisetzung von Gauleiter S^?emm.
Wie die NSK. mittelst, hat der Führer fola^- Anordnung erlassen: "
Am Sonnabend, dem 9. März, dem Tage der sctmng meines tödlich verunglückten Gnuleiters Am S ch cm m haben die Gebäude fämtlkfjcr Dienststellen Gliederungen der NSDAP. und ihrer Webenormiin tionen d i c Flaggen aus H a l b m a st zu sel ^, (gez.) Adolf Hitler
Reich s m i n i st e r R u st richtete an die Reichs leitung des Nationalsozialistischen Lehrerbundes ™ Bayreuth folgendes Telegramm:
„Die deutsche Erzieherschaft hat mit Hans Schämn einen unersetzlichen Vorkämpfer, der Nationalsoziahstjsch, Lehrerbund seinen Begründer und Führer, wir alle einen vorbildlichen Kameraden von jetten e r Lauterkeit und Gesinnung verloren Ich spreche der Reichsleitung des Nationalsozialistische Lehrerbundes meine herzlichste Teilnahme aus in vn Hoffnung, daß d a s E r b c S ch e m in s in uns allen stets lebendig und wirksam bleiben möge."
Der Revolutionsappell am 9. März abgesagt.
Der für den 9. März angesagte Revolutionsappell des T r a d i t i o s g a u e s München- Oberbayern der NSDAP, ist infolge des Ablebens des Gauleiters der bayerischen Ostmark, Staatsminiftc: Pg. Hans Schemm, abgesagt worden.
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Staatsbegräbnis für Minister Schemm.
Das bayerische Staatsministerium trat in Münchi« zu einer eindrucksvollen Trauerfeier für Gauleiter Schein» zusammen. Es wurde ein Staatsbegräbnis ft den Verstorbenen angeordnet. — Wie weiter verleg wird Gauleiter Schemm in der Ehrenhalle dl- Hauses der Deutschen Erziehung inVayrcutli das der Verstorbene erst vor drei Monaten seiner % stimmung übergeben hatte, feierlich aufgebai: werden.
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Bayreuth, 7. März. Der Leichnam des Gauleiters W Schemm wird am Donnerstagvormittag um 7,30 Uhr m Krankenhaus in die Weihehalle des Hauses der beutst Erziehung übergeführt. 3m Laufe des Freitags werden dit Reichsleiter und Gauleiter aus allen Gauen des Deutsch!!! Reiches in Bayreuth eintreffen. Die bayerische Staats- regierung wird am Sonnabend im Sonderzuge von München kommen.
Die am Sonnabend um 11 Uhr im Hause der deutschen Erziehung beginnende Trauerfeier wird auf den Reichssender München übertragen, ferner durch Lautsprecher auf die Straßen, durch die sich der Trauerzug bewegen wird und in denen die Bevölkerung Aufstellung nimmt. Auf dem Wege zum Friedhof wird von sämtlichen Untergliederungen der Partei im Gau Kayerische Ostmark Spalier aebUbet. k
seit Mitternacht herrschende strenge Frost die Kaufhandlungen erschwere und dichter Nebel die Sicht unmöglich mache. Die Regierungstruppen hielten die Aufständischen jenseits des Strymon in Schach. Nach Besserung der Witterung würden die Kampfhandlungen wieder auf- genommen werden.
Vom Aufstand in Griechenland.
Gefangene Aufrührer werden in Athen von Regier»»«'
soldaten abgeführt.
Der Jette König der Blutrache"
zum Tode verurteilt. j# Pans, 7. März. Der korsische Bandit W
„letzte König der Blutrache", wie man ihn am ^geii zu nennen pflegte, ist vom Schwurgericht san ^^ vielfachen Mordes zum Tode verurteilt woroen. der zahlreiche Menschenleben, darunter einige auf dem Gewissen hat, flüchtete nach seiner Familienstreitigkeiten zurückgehenden Mordtat ' im Innern der Insel und war lange Zeit Schrecken der Bevölkerung. Monatelang Men Gendarmen nach. AIs er von seinen Anhänger und dem Hunger preisgegeben sich freiwilug aller stellte, trug er um den hals ein großes Kruzrs'L,^^ " mildernden Umstände, die die Verteidiger ihn geltend machten, haben ihn die Geschworene zum Tode verurteilt.