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Möaer Anzeiger

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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

Zulüa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt

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Nr. 51 12. Jahrgang

Fulda, Freitag, 1. März 1935

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Der Freiheitstag ist da!

W Saarland eilt Slaggenmeer. Die Pvlizeigemlt in deutscher Haid. Unzählige Souderzüge eiugetrosseu.

Der Tag der Freiheit der Saar ist da! Ein Frcuden- ^ ein historischer Tag. Das ganze Saarland ist e i n Ytzgenmeer. Die Zeit der fünfzehnjährigen Ab- «uiig vom Heimatlande ist vorüber. Deutsch ist ÜkSaar immerdar! Dieser Schwur wird jetzt «crt, und laut schallt er hinaus in alle Welt.

Sie Regierungskommifsivn, an deren Spitze Herr j^- finnb, hatte bereits am Donnerstag die Potizei- Mi in die Hände der deutschen Verwaltungsbehörden }degt. Der Regierungspräsident Dr. S a a s s e n über- I* als Beauftragter der Neichsrcgicrung sofort die Wzeigemalt im Saargebiet. Nach der Übergabe wurde M neuen Leitern der Polizei durch Regierungspräsident Stoffen ihr Amt übergeben, wobei ein dreifaches Sieg Heil auf den Führer ausgebracht wurde. Mit der Leitung des Polizeipräsidiums in Saarbrücken wurde S t an- daitenfü h r e r Schmeichel, Führer der Stan­ds 10 und Inhaber des Goldenen Parteiabzeichens, detraul. Kommandeur der Schutzpolizei wurde Major Herf, Kommandeur der Gendarmerie Major Dier- man n.

Die Negierungsgewalt übernahm bis zur offiziellen Übergabe an das Reich Baron Aloisi, der Vorsitzende del Dreierausschusses. Knox hat mit dem französischen Wgiicd Morize und dem südslawischen Mitglied Zoricic des Laargebiet verlassen.

Ter kran-töiiscbe Reaienrnasdirektor Leimburoer

Die Uebergabe des Saargebietes.

Sas Freiheitsprotokoll. Reden Aloisis und Innenminister Dr. Fricks.

Laarbrücken, 1. März. (Funkmeldung.) Im Kreis- ßadehaus zu Saarbrücken wurde Freitag vormittag um MO Uhr der feierliche Akt der Uebergabe des Saargebietes ««Deutschland durch den Dreier-Ausschuß des Völkerbundes uAcichsminrster Dr. Frick vollzogen. Die Rückgliederung des Mgebietes an Deutschland ist nunmehr offiziell erfolgt. ^8 deutsche Saarland ist nach der 15jährigen Treuhänder- Ai des Völkerbundes wieder dem Vaterlande einverleibt Aden. Heute wurde der Schlußstrich unter die Völker- diiidspolitik in einem deutschen Gebiet gesetzt. Ein Kapitel Kriegsgeschichte hat seine förmliche Erledigung gefunden.

»Mi nach 9 Uhr begaben sich die Herren des Dreier- "^ffWs des Völkerbundes mit ihren Begleitern im Mlmgen vom Schloß Habberg, wo sie seit gestern nach- als Gäste der Reichsregierung Wohnung genom- Wen, nach Saarbrücken. Sie hatten gestern abend M dem Empfang durch den Hausherrn, Legitationsrat von Stumm und Gattin, Gelegenheit, einige saar- Persönlichkeiten bei einem Abendesien zu treffen.

Herren bereits gestern nachmittag nach Abfahrt v Präsidenten Knox im Kreisständehaus vom vortragen- «gationsrat im Auswärtigen Amt, Voigt, als ersten Deutschlands begrüßt worden waren, erfolgte ^b früh das Zusammentreffen mit dem Reichsinnenmini- J è Frick im Kreistag-Saal des Kreisständehauses. Zu .^W Uebergabe waren die drei Mitglieder des Baron Aloisi, Kabinettschef des üAußenministers und kgl. italienische Botschaf- Hhn r ' argentinischer Botschafter in Rom und Lopez spanischer Gesandter in Bern, erschienen. Außer- L -®.ür der Saarreferent des Völkerbundssekretariats, Krabbe anwesend. In Begleitung der Herren ^^^"ausschusses befanden sich der italienische Gesandte ^iefo i ^^ italienischen Legationssekretäre Marquis °*5 Dolmetscher Secco Swardo und der argentinische Astengo. Von deutscher Seite nahmen Nt ^elchsmneyminister Dr. Frick, Staatssekretär Grau- rg^"'"sierialrat Vollert und die Legationsrüte Braun, und Strohm teil. Außerdem nahmen Gauleiter . seitens der Rcgierungskommission Minister " sowie Minister Ehrnroth teil.

Nlihn^^er Vorstellung und Begrüßung

M Dreier-Ausschusies, Reichsinnenminister i (Hieben® "od Herrn Krabbe ein Protokoll über die Rück- ^orrl « des Saargebietes unterzeichnet, das folgenden

wurde von den

b/^W) Beschluß vom 17. Januar 1935 hat der Rat DeutiÄ "Bundes den Zeitpunkt der Wiedereinsetzung . '^nds in die Regierung des Saarbecken-Gebietes netom 28. Juni 1919 in Versailles unterzeich- ^ ^o^densvertrag auf den i. März 1935 festgesetzt. !fraa°^sührung dieses Beschlusses hat der mit den

?C5 Saargebietes beauftragte Rechtsausschuß ^Md aus den Vertretern Italiens, Argentiniens ür ^Wens, seiner Exzellenz Baron Moisi, Botschaf- fyll1 v. WWü hes Königs von Italien, Kabinetts-

3 ^Mmlschm WnÄ* iw aMvä-vtzW«. W

rst mit dem Auto nach Kolmar abgedampst. Sein Abschied von den Beamten der Regierungskommission war äußerst kühl. Heimburger will, wie es heißt, später von Kolmar auf seine Besitzung in Tlwoul bei Cannes fahren. Er hat dort eine Villa mit dem schönen NamenLa Cascade". Seine Sekretärin, Ruth Schulz, hat 280 000 französische Francs Abfindung erhalten.

An der Saar, in den Städten und in den Dörfern herrscht dasselbe Bild wie am Abstimmungstage. Auf den Bahnhöfen herrscht ein buntes Treiben

Sondcrzug hinter Sonderzug ist eingetroffen.

Wieder galt cs, wie in den Januartagen, Quartiere zu schaffen, wieder waren die immer bereiten Helfer der Deutschen Front zur Stelle, um den Tausenden, die aus dem Reiche gekommen sind, um den Festtag an der Saar mitzuerleben, Unterkunft zu geben.

Zu den Absperrungen in Saarbrücken sind Ab­teilungen der Landespolizei zusammengezogen worden, außerdem sind SA.- und SS.-Formationen zur Unter­stützung herangeholt worden. Schulen und Fabrikhallen sind belegt von SA. und SS.

Die Leitung des gewaltigen Aufmarsches

zur Befreiungsstunde in Saarbrücken hat alle Zimmer der Hotels in Saarbrücken belegt. Sie kann trotzdem nur einen geringen Teil der aus dem Reich eintreffenden Ehrengäste und Beamten in den Hotels selbst unter- brinaen.

legenheiten, Se. Exzellenz Eantilo, Botschafter der argentinischen Republik in Rom und Se. Exzellenz Herr Lopez Olivan, spanischer Gesandter in Bern, mit dem heutigen Tage im Namen des Völkerbundes die Regie­rung dieses Gebietes feierlich an Deutschland, das hier­bei durch den Reichsminister des Innern Dr. Frick ver­treten war, übertragen. Zu Urkund dessen haben die vorerwähnten Vertreter des Völkerbundes und der deutschen Regierung das vorliegende Protokoll er­richtet."

Hierbei wurden zwischen Baron Aloisi und Reichsinnen­minister Dr. Frick Ansprachen gewechselt.

Die Ansprache Aloisis

lautet: Im Namen des Völkerbundes und in meiner Eigen­schaft als Vorsitzender des Dreier-Ausschusies, der alle mit dem Saargebiet zusammenhängenden Fragen geregelt hat, habe ich die Ehre, heute die tatsächliche Uebergabe des Saar­gebietes an das Reich zu vollziehen. Hiermit schließt eine Seite der Nachtriegegeschichte und verschwindet ein Element der Beunruhigung in den Be­ziehungen der Völker untereinander. Ich gebe dem Wunsche Ausdruck, daß die Lösung dieses Pro­blems, die nach langem und schwierigem im Geist der Loyalität und des gegenseitigen Verständnisses geführten Verhandlungen erzielt worden ist, von guter Vorbedeutung für die Ruhe und den Frieden Europas sein möge.

Im Anschluß hieran hielt Reichsminister Dr. Frick seine Rede.

Dr. Frick antwortet

Saarbrücken, 1. März. (Funkmeldung.) Reichs­innenminister Dr. Frick richtete an den Dreier-Ausschuß des Völkerbundsrates anläßlich der Uebergabe der Regierung des Saarlandes an Deutschland am Freitag um 9.30 Uhr folgende Ansprache:

Eurer Exzellenz danke ich für die Worte, die Sie soeben namens des Völkerbundes und des Dreier-Ausschusies des Völkerbundsrates an mich als Vertreter der Reichsregie­rung gerichtet haben.

Der heutige Tag bringt die Wiedereinsetzung Deutsch­lands in die Regierung des Saarlandes. Damit wird prob tisch verwirklicht, was das Saarvolk feit 15 Jahren unab­änderlich gewollt und was es am 13. Januar 1935 klar und unanfechtbar vor aller Welt bekräftigt hat: Die endgültige Wiedervereinigung des Saarlandes mit dem deutschen Vaterlande.

Mit Stolz und Freude feiert ganz Deutschland den heu­tigen Tag. Er ist aber nicht nur für Deutschland von Be­deutung. Wie Sie bereits bemerkt haben, wird der Schluß­strich unter ein Kapitel der europäischem Politik gezoen, das in den vergangenen Jahren die Beziehungen zweier großer Nachbarvölker belastet hat. Die deutsche Regierung ist überzeugt, daß mit der Erledigung der Saarfrage ein wich- »ichv' Schpitt Mr MWW der avkamâqs polMsÄ-R. Lgg"

Man hat am Donnerstag nochmals die in Saar­brücken liegenden Vorräte an Lebensmitteln nachgeprüst und festgestellt, daß die Hunderttausende, die aus dem Reich kommen, sich ohne weiteres selbst verpflegen können. Die Formationen haben gemeinsame Verpflegung.

Der HilfszugBayern" hat für 30 000 Mann die Verpflegung übernommen.

Er braucht dazu für zwei Tage u. a. 20 000 Pfund Fleisck, 12 000 Pfund Reis, 60 000 Pfund Kartoffeln, 240 000 Por­tionen Wurst, 70 000 Pfund Schwarzbrot, 85 000 Stück frische Semmel, 1000 Pfund Kaffee, 500 Pfund Tee, viele taufend Pfund von Gemüfe, 120 000 Portionen Zucker und allein 1500 Pfund Salz. Außer der Verpflegung für 30 000 Menschen werden noch 10 000 Liter Essen als Für- sorgespeisung an kinderreiche Familien in Saarbrücken ausgegeben.

Heißt Flagge!

Die Beflaggung im ganzen Reich ans Anlaß des Saarbefreiungstages erfolgte auf das Kommando Heißt Flagge!", das durch den Rundfunk aus Saarbrücken erfolgte. In demselben Augenblick erfolgte auch eine Minute Verkehrs sti l 5e, und in allen deutschen Gauen ertönten die Sirenen aller Fabriken und Schiffe. Gleichzeitig läuteten die Glocken von allen Kirchtürmen.

in Europa und zur Förderung der friedlichen Zusammen­arbeit der Völker getan ist. Diesen Sinn und drefo Bedeu­tung des heutigen Tages hervorzuheben, ist mir ein beson­deres Bedürfnis.

Mit großer Genugtuung stelle ich fest, daß es in den langen und arbeitsreichen Verhandlungen, die vor und nach der Abstimmung geführt worden sind, gelun­gen ist, die mit der Volksabstimmung und mit der Rückgliederung des Saarlandes zusammen­hängenden Fragen befriedlgend zu regeln. Hierbei hat sich der Dreier-Ausschutz des Völkerbundsrates unter der un- partei'schen und umsichtigen Leitung Eurer Exzellenz ein besonderes Verdienst erworben. Es ist mir eine angenehme Pflicht, Eurex Exzellenz und den beiden anderen Mitglie­dern des Ausschusses sowie ihrem ausgezeichneten Mitar­beiterstab und allen zu Rate gezogenen Sachverständigen hierfür namens der deutschen Regierung aufrichtig zu danken.

Indem ich nunmehr im Namen des Reiches die Negie­rung des Saarlandes übernehme, habe ich die Ehre, Sie. meine Herren, die Mitglieder des Dreier-Ausschusies und ihre Mitarbeiter, im deutschen Saarlandes namens der Reichsregierung herzlich willkommen zu heitzen.

Dr. Frick spricht bei der Flaggenhiffong

Saarbrücken, 1. März. (Funkmeldung.) Reichs­innenminister Dr. Frick hielt am Freitag um 10.15 Uhr bei der Flaggenhisiung folgende Ansprache:'

Deutsche Brüder und Schwestern von der Saar! Deutsche Volksgenosien'.

Die Stunde der Befreiung hat geschlagen!

Die Regierung des Saarlandes ist soeben auf die Reichs- regierung übergegangen.

Was das Saarvolk seit 15 Jahren unabänderlich ge­wollt und am 13. Januar 1935 klar und unanfechtbar vor aller Welt bekräftigt hat, ist heute Wirklichkeit geworden.

Das Saarland, über 1000 Jahre ein Bestandteil des Reiches, kehrt heute nach langen Jahren der Trennung wie­der heim ins grotze Vaterland. In dieser feierlichen Stunde gedenken wir'aller deutschen Abstimmungskämpfe in Nord und Süd, in Ost und West, wo deutsche Treue sich tausend­fältig bewährte.

Wenn heute die Hoheitszeichen des Deutschen Reiches wieder frei in den Lüften über eine befreiten Saar flat­tern und aller Welt den Sieg der Freiheit des deutschen Saarvolkes künden, wenn zur gleichen Stunde in allen Teilen des Reiches, von Konstanz bis Flensburg, von Beuthen und Tilsit bis Aachen und Saarbrücken, die Fah­nen des Dritten Reiches hoch in den Lüften wehen und die Glockenklänge der deutschen Dome und Kirchen sich mit dem tausendfältigen Ertönen der Sirenen der Stätten unserer Arbeit und der Schiffe unserer Hafenstädte zu einem ein­zigen Jubelklang verinigcn dann soll dies vor aller Welt wie ein Schwur unseres grohen deutschen Volkes sein: rv i r w olle n frei s ci n, wi e d ie V äte r wa r en !"

Niemals mehr wollen wir dulden, datz deutsches Land uns mit Gewalt entrisien wird.

In diesem geschichtlichen Augenblick, bet durch die Flag­genhisiung symbolisch die endgültige Wiedervereinigung des Saarlandes mit dem Deutschen Reiche vollzieht, fordere ich Sie auf, mit mir einzustimmen in den Ruf:

Unser 8 rotz es deutsches Volk, das ewige Deutschland und unser geliebter Führer und Rcichska>^ler Adolf HUler Sieg Hoil*!