Stadt und Land
WeitcraurfcMen für morgen t
Fortdauer des unbeständigen und im wesentlichen milden Wetters mit einzelnen Niederschlägen.
Andacht und Arbeit.
Ev. Luk. 1 0, 42 : Eins ist not. Maria hat Vas gute Teil erwählt. Das soll nicht von ihr genommen werden."
Eins ist not. Was denn? Wir wollen es so sagen: Daß wir nicht in der Alltäglichkeit untergehen. Daß wir nicht in unablässigem Schassen und Schuften unser Innenleben verstauben und verkümmern lassen. Kurz: daß wir für unsere Seele Zeit haben. Gott hat sie uns gegeben als unser Eigentlichstes. Wozu denn? Nun, jedenfalls nicht dazu, daß wir sie umkymmen lassen.
Maria hat das gute Teil erwählt. Wieso denn? Sie hat sich die Zeit genommen, einmal (nicht immer!) still zu sitzen und still zu sein und Gott an ihre Seele herankommen, ihn zu Worte kommen zu lassen. Sie hat sie durch sein Wort erquicken, reinigen, sie hat sich durch sein Wort aus der Alltäglichkeit herausheben lassen. Sie hat in der Andacht Sammlung und Stärkung empfangen.
Das soll nicht von ihr genommen werden. Mal dir's aus nach dem Abschied des Herrn. Martha: „Was hat man nun davon gehabt! Ehe man überhaupt zur Besinnung kam, wars schon vorbei! Und nun. . / Maria: „Ach, Schwester, hat das wohlgetan! Davon werde ich noch lange zehren. Wie fröhlich schafft sichs nach solchem Aufatmen!"
Es soll nicht von ihr genommen werden. Gott nimmt's nicht, er gibt's ja so gerne. So nimm du es auch nicht. Nicht dir selbst und — anderen erst recht nicht, wenn du dich schon selbst darum betrügst. Sonst wird deine Torheit zur Schlechtigkeit.
E i n s i st n o t: Daß wir Andacht und Arbeit richtig vereinen lernen. Nur wer Zeit hat, auf Gott zu hören, wird stets Kraft haben, ihm recht zu dienen. Andacht und Arbeit gehören zusammen. $
* Fulda, den 16. Februar 1935.
Am Wochenende.
Auch die längsten Grippeferien gehen einmal zu Ende. Und die hartnäckigste Grippe wird mit den richtigen Mitteln in die Flucht geschlagen. Die wenigen kalten Tage, die uns der Februar seither brachte, haben auch mächtig auf unserem Gemüsemarkt aufgeräumt. Die grünen Salate sind verschwunden — geblieben sind Steckrüben und sonstige gegen Kältegrade weniger empfindliche Wurzel-Gemüse. Gerade recht für den kommenden Eintopfsonntag! Auch der Obstmarkt, soweit einheimische Früchte in Frage kommen, wird allmählich dürftiger. Die alljährlich um diese Zeit einsetzende Südfrüchteüberschwemmung ist ausgeblieben. Wechselwirkung! In den Produktionsländern liegen die Apfelsinen sozusagen auf der Straße, der Absatz nach Deutschland ist ausgefallen — aber wir können es vorläufig nicht ändern. Sperrt man sich gegen Abnahme unserer Jndustrieerzeugnisse, dann bleibt eben nichts anderes übrig, als mit gleichen Maßnahmen dagegen zu kämpfen. Im übrigen herrscht immer noch Ueberfluß an Südfrüchten aller Art, und die Preise sind niedrig. — Inzwischen häufen sich im Schaufenster der Winterhilfslotterie die Gewinn-Nummern der letzten Wochen. Wenn auch. kein öv00-Mark-Ge- winn nach Fulda gefallen ist, so ist doch die Zahl der kleinen Gewinner in diesem Jahre recht stattlich. Auf den vielen Veranstaltungen der letzten Wochen hatten die blauen Männer recht guten Absatz. In einigen Fällen kam der Gewinn wie gerufen — es langte zum weiteren „Durchhalten" — die Glücksmänner hatten das nötige Kleingeld gebracht! Geschlossene Briefe tragen stets ein Geheimnis in sich, nur fragt es sich, ob ein gutes, frohes oder trübes. Die braunen, geschlossenen Briefe des WHW. enthalten aber immer ein geheimnisvolles Glück. Jeder Käufer, auch wenn er eine Niete zieht, hat das Bewußtsein, wieder einem unserer Aermsten geholfen zu haben. — Wenn die Losverkäufer einmal unter die Memoirenschreiber gehen, da wird allerhand zum Vorschein kommen! Es gibt Routiniers darunter, die wirkliche Menschenkenner sind, die genau wißen, wer in guter Laune ist und bei wem sie gar nicht anzufragen brauchen. Gut und frischrasierte Herren sind als „Angriffsobjekte" immer beliebt, denn diese Frisch- rassierten sind immer gut gelaunt. Den Stoppelbärtigen dagegen geht der Loseverkäufer aus dem Wege. Beliebt ist immer der Kavalier in Begleitung seiner Dame. Er darf sich schließlich keine Blöße geben und läßt süß lächelnd die Herzdame einen braunen Brief ziehen — Glück in der Liebe — Unglück im Spiel ist der nicht ungern mit auf den Weg genommen Trost für diese jungen Liebesleutchen. Gut ist der Verkauf auch in vorgerückter Stunde — denn, wenn der Fuldaer in „Stimmung" ist, dann ist er auch guter. Eebelaune — bei der verlängerten Polizeistunde hat naturgemäß der routinierte Losverkäufr auch entsprechend längeren Dienst. Manche bittere Erfahrung muß so ein Losverkäufer mitunter machen — unser Vertrauensmann war aber diskret und hat von diesen weniger gebefreudigen Herrschaften nichts verlauten laßen. — Ja, wenn man in die Zukunft blicken könnte! —
Als das Wahrsagen noch nicht polizeilich verboten war, lebten auch in Fuldâ einige ältere Damen von diesem einträglichen Gewerbe. Auch hier waren die besten Kunden junge Liebesleutchen — weiblichen Geschlechts. War es doch furchtbar aufregend, wenn die Sybille ihre Klientin aufforderte: „Sie müßen aber mit der linken Hand nach dem Herzen zu abheben!" Wie bubberte das kleine Herzchen, wenn dann „der Herr mit den blonden Haaren in der Abendstunde" gesichtet wurde, oder wenn „eine dunkle Person über dem Weg war". — Mancher gute Groschen ging diesen Weg über die Hintertreppe. Ein Stück Hintertreppenromantik ist damit verschwunden — aber ganz geheim und „ohne Gelderwerb" blüht das Wahrsagen immer noch, sozusagen als harmloses Spiel. Lassen wir den Leutchen ihr Vergnügen, denn „eine Illusion, die hold beglückt — ist eine Wahrheit wert, die tief zu Böden drückt!" —
Inzwischen rollt auch tagtäglich das Glücksrad der großen Preuß.-süddeutschen Staatslotterie — hoffen wir für Fulda das Beste — es sickert ja immer mal durch, daß der oder jener einen respektablen „Treffer" gemacht habe — meist in der Phantasie des Gerüchts mit einigen Nullen mehr, als es der Wirklichkeit entspricht. Aber immerhin: auch ein kleiner Gewinn hat schon manchem aus die Beine geholfen — wer sich aber bei den „Türken" für Sonntagabend angemeldet hat, der wird bestimmt keine Niete ziehen ein ganz fabelhaftes Programm ist angesagt, die besten türkischen Kräfte sind verpflichtet. Papa Schwan mußt sogar einen Türkeneid ablegen, nicht mehr als höchstens dreimal „aus der Rolle zu fallen" und feine Späße nach einem streng zensierten Manuskript vom Stapel zu
laßen. — Geschäftlich ist der Februar seither ziemlich ruhig verlaufen; was nicht gerade lebenswichtig ist, wird zugunsten der „saisonbedingten" Ausgaben zurllckgestellt. Am Aschermittwoch geht dann wieder das Sparen los. Vorläufig steigt das närrische Barometer, ob's friert oder schneit, und der Schlachtruf des karnevalistischen Fulda „Good Knoatsch!" klingt neben dem türkischen „La illah ha" durch Straßen und Gassen. A. M.
Letzter Weg des Pfarrers i. R. Ehringhaus.
Glieder der evangelischen Gemeinde Fulda fanden sich gestern nachmittag auf dem Neuen städtischen Friedhof zusammen, um dem Pfarrer i. R. Ehringhaus das letzte Geleite zu geben und durch ihre Anwesenheit den Hinterbliebenen des Entschlafenen die Liebe und Wertschätzung zu zeigen, die Letzterer erfahren durfte.
Herr Pfarrer Otto hielt die Ansprache im Anschluß an Jesaja 46, Vers 4: „Ich will euch tragen bis ins Älter, und bis ihr grau werdet." Der Redner ging davon aus, daß mit dem Entschlafenen ein charakteristischer Ausschnitt einer alten Zeit dahin sinke und sein Alter fast wie ein Märchen dünke. Man brauche nur an die geschichtlichen Marksteine zu erinnern: an 1848, an die Zeit des letzten Kurfürsten im Hessenland, an Bismarck, an die Friedensjahre bis zum Krieg und an den Anbruch des Dritten Reiches. Alle diese Zeiten habe der Entschlafene bewußt empfunden und sich mit ihren Problemen auseinandergesetzt. Die eigentlichen Wurzeln seines hohen Alters aber lägen in dem Erbe seines Elternhauses, in der einfachen und schlichten Lebensweise, in der eisernen Energie und dem ausgeprägten Pflichtbewußtsein. Wie eine Eiche in den deutschen Wäldern, so eigenartig und stark stünde der Entschlafene vor uns. Dazu käme seine soziale Gesinnung und seine wahre Liebe, sein Glaube zu Christus, der sich in seinem hohen Kirchenideal ausgewirkt habe. Der Kirche Luthers hätte sein ganzes Leben und seine ganze Sorge gehört. Stärker als die Erde aber sei der Gottesfunke in uns, Christus allein gäbe unserem Hoffen und Sehnen die Gewißheit der Ewigkeit. Danach setzte sich der Trauerzug in Bewegung.
Am Grab sprach dann Herr Kreispfarrer i. R. Weber im Namen der Pfarrer des Kirchenkreises und der Landeskirche Kurheßen-Waldeck. Demütigen und dankbaren Herzens ständen die Pfarrer an der Gruft dieses Patriarchen, der vielleicht der älteste Pfarrer in der ganzen evangelischen Kirche gewesen sei. Gott hätte ihm hohe Jahre beschieden und so in dem Senior der Pfarrer besonders seine Güte gezeigt. Wir Lebenden aber hörten die Mahnung heraus, stetig zu suchen nach den Gütern, die ewig seien. Mit dem Segen schloß dann Herr Pfarrer Otto die Trauerfeier, und noch einmal grüßten seine Freunde den Entschlafenen, der so manchem zum Segen geworden war.
Hohes Alter.
Der Lokomotivführer a. D. Jakob Heenes, Insasse des Altersheims „Emmaus" hier, beging dieser Tage in guter körperlicher Rüstigkeit und geistiger Frische seinen 96. Geburtstag.
Evangelische Volksschule.
Die Evangelische Volksschule teilt mit, daß sie am Montag, den 18. Februar, um 8 Uhr den Unterricht wieder aufnimmt.
Vortrag.
Prof. Dr. Hamann, der bekannte Kunsthistoriker, Schöpfer des großen kunstgeschichtlichen Forschungsinstitutes und Museums in Marburg und Verfasser einer für weite Kreise bestimmten Geschichte der Kunst, sprach am Montag, den 18. Februar, 8 Uhr, in der Reihe der Abende der Landesbibliothek und für den Universitätsbund Marburg über das sehr aktuelle Thema: „Deutsches Wesen im Spiegel deutscher Kun st". Prof. Hamann ist als guter Redner bekannt. Er wird seinen Vortrag durch zahlreiche Lichtbilder ergänzen und somit einen anregungsreichen Abend vermitteln. Karten sind in den Buchhandlungen und in der Ausleihe zu haben.
Von der freiwilligen Feuerwehr Fulda.
Nach dem neuen Feuerwehrgesetz sollen die freiwilligen Feuerwehren nicht nur technisch sondern auch politisch geschult werden. Dies trifft auch auf die freiwillige Feuerwehr Fulda zu. Am Donnerstag abend fand aus diesem Grunde im Frankfurter Hof ein Schulungsabend statt, den in liebenswürdiger Weise Pg. Studienrat Schweikart übernommen hatte. Redner verstand es gleich im Anfang feiner Ausführunen, die Kameraden zu fesseln, zumal er hervorhob, daß die Feuerwehren auch in früheren Zeiten stets inmitten der Volksverbundenheit gestanden hätten. Die Ausführungen des Redners zeigten deutlich den Weg zu Volk und Führer, zeigten aber auch die Wege, auf denen man die Widersacher des Nationalsozialismus finden kann. Die Ausführungen fanden dankbaren Beifall. Kreisfeuerwehrführer Gauler zollte Redner herzliche Dankesworte für seinen lehrreichen Vortrag, versprach treue Mitarbeit für Volk und Führer und gab der Hoffnung auf weitere solcher Vorträge Ausdruck.
Mit diesem Schulungsabend verbunden war auch eine ordentliche Mitgliederversammlung der freiwilligen Feuerwehr. Kreisfeuerwehrführer Gauler gab sodann einen ausführlichen Bericht über das Jahr 1934. Aus demselben ging hervor, daß die Wehr jetzt aus 128 aktiven Mitgliedern und 13 Ehrenmitgliedern besteht. 44 Hebungen sorgten für sorgfältige Ausbildung der Wehr. In 1934 erfolgten 22 Alarmierungen der Wehr. Es waren dies kleinere Brände, die durch schnelles, energisches Eingreifen der Wehr meistens schon im Keime erstickt werden konnten. Der Kreisfeuerwehrführer sprach allen Kameraden seine volle Anerkennung für die geleistete treue Mitarbeit aus. Der Adjutant trug anschließend den Haushaltsplan für 1935 vor und machte hierzu ergänzende Ausführungen. Der Etat wurde einstimmig angenommen.
So geht die Wehr in das neue Geschäftsjahr in dem festen Willen, auch in 1935 ihr ganzes Können für die Volksgemeinschaft in Stadt und Land einzusetzen, wenn es gilt, des Nächsten Leben, Hab und Gut zu schützen. Die Bürgerschaft der Stadt Fulda kann davon überzeugt sein, daß die freiwillige Feuerwehr Fulda jederzeit schnell zur Stelle ist. wenn Gefahr vorhanden. Mit einem dreifachen Sieg Heil auf unseren Führer und Reichskanzler wurde der erste Schulungsabend geschlossen.
Jugendliche Diebe.
Vor einigen Wochen wurden aus einer in der Frankfurter Straße gelegenen Gartenlaube einige Gartengeräte, sowie ein kleiner Fülloffen entwendet. Bei den kriminal- polizeilichen Nachforschungen konnten die Täter festgestellt und das Diebesgut dem Eigentümer wieder zurückgegeben werden. Im vorliegendem Falle handelt es sich um zwei jugendliche Diebe.
Aus dem Fuldaer Gerichtssaal.
Angeklagt war Alfred wegen eines Deliktes, das er in ähnlicher Form schon öfter verübt hatte. Er war in ein Haus hineingegangen — da könne doch keiner was gegen haben! —, hatte ein Zimmer durchsucht, und dabei mehr als 40 Mark erbeutet. Schon wollte er verschwinden, da kam ein Hausbewohner. Was nun? Und Alfred erklärte mit Geschäftsmiene, er hätte etwas zu besorgen, wüßte aber nicht genau, wo er hinmüsse. Hier scheine es jedenfalls nicht das richtige zu sein, er wolle mal weiter sehen. Guten Abend! und damit verzog er sich. Er gab gestern zwar zu, in das Haus hineingegangen zu sein, bestritt aber den Diebstahl. Nach den Zeugenaussagen konnte jedoch gar kein anderer in Frage kommen, und er wurde daher zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Besonders unschön wirkte dabei, daß er schon mal eine Strafe erhalten hatte, die ihm aber auf Grund einer Amnestie erlaßen worden war
In einer Silvesternacht geht es oft nicht ganz friedlich zu, u. einen Ladeninhaber hatte man bei dieser Gelegenheit auf den Boden geworfen, ihm ins Gesicht getreten und außerdem hatte ihm der Bruder eines Angeklagten vorher noch eine Schaufensterscheibe eingeworfen. Der Angeklagte leugnete zwar von A bis Z, sowohl die Mißhandlungen als auch das zerbrochene Schaufenster. Der Ladeninhaber erkannte sie jedoch mit Bestimmtheit wieder, und beeidigte seine Aussagen noch dazu. Da zwischen den Angeklagten und dem Zeugen schon längere Zeit Spannungen geherrscht hatten, wurden ihnen mildernde Umstände zugebilligt. Das Gericht verurteilte die beiden ersten zu einer Geldstrafe von je 30 Mark, der Bruder des einen Angeklagten wurde zu 10 Mark Geldstrafe verurteilt.
Ein Fahrzeugführer soll auf jeden Fall seinen Mitmenschen begreiflich machen, wohin er seinen Wagen zu steuern gedenkt. Er soll es vor allem dann tun, wenn er weiß, daß hinter ihm ein Auto herkommt, das er kurz zuvor überholt hat. Ter Angeklagte hatte aber solches unterlagen, und war so unvermittelt in einen Weg eingebogen, daß der andere Wagen auf den ersten auffuhr, wobei es für den einen Zeugen eine Gehirnerschütterung gab. Tie Schuldfrage lag ziemlich klar, und das Gericht schloß sich dem^An- trag des Amtsanwalts auf 35 Mark Geldstrafe oder 7 Tage Gefängnis an.
Zwei junge Leute verschiedenen Geschlechts waren abends auf der Leipziger Straße in Richtung Fulda gewandert, und zwar gingen sie auf dem Asphalt, weil der Fußweg so dreckig war. Auf einmal kamen ihnen zwei Kraftwagen entgegen, und danach erwachte der männliche Teil des Pärchens im Krankenhaus mit einer dicken Binde um den Kopf. Wie sich das ganze zugetragen hatte, wurde nun gestern klargestellt. Durch die Scheinwerfer der Kraftwagen war ein Motorradfahrer, der hinter den beiden Hergekommen war, geblendet worden, hatte den jungen Mann angefahren und ein Stück geschleift. Der Amtsanwali stellte fest, daß beide Teile Schuld hätten: das Pärchen, weil es auf der Straße gegangen sei, der Fahrer, weil er nicht abgestoppt hätte. Er wurde in Abwesenheit zu 25 Mark Geldstrafe verurteilt.
Zusammenstöße.
Gestern nachmittag ereignete sich ein Verkehrsunfall an der Straßenkreuzung Florengaße—Buseckstraße—Talbergstraße. Ein fremder Kraftwagen befuhr die Vuseckstraße in der Richtung Talbergstraße. An der Kreuzung Florengaße stieß er mit einem von rechts aus der oberen Florengasse kommenden hiesigen Kraftwagen zusammen. Die Schuld an dem Zusammenstoß trifft den Kraftwagenfübrer. der von der Florengaße herunter auf die Kreuzung fuhr, da ihm bekannt sein mußte, daß die Buseck—Dalberg straße die Straße für den Fernverkehr, also Hauplverkebrs'rraße in. Bei einigermaßen Vorsicht und Beachtung der in der Florengaße vor der Kreuzung befindlichen Warnungstafel konnte der Unfall vermieden werden.
Gestern nachmittag erfolgte ein Zusammenstoß zweier Kraftwagen an der" Ecke Leipziger—Wörthstratze. Ein hiesiger Kraftwagenführer befuhr die Wörthstraße und wollte von da aus nach links in die Leipziger 3trage einbiegen. Hierbei hat er die erforderliche Vorsicht außer Acht getanen und ist an der Straßenkreuzung mit einem die Leipziger Straße aufwärts fahrenden fremden Kraftwagen zusammengestoßen. Bei Beachtung des Vorfahrtsrechtes — die Leipziger Straße ist Hauptverkehrsstraße, da sie dem Fernverkehr dient — wäre der Unfall vermieden worden.
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Europa-Lichtspiele.
„E in Walzer für Di ch".
Diesen Film sieht man sich doch mit Vergnügen an, trotzdem uns bei jeder Gelegenheit die wirklich wunder- vollen Melodien oorgesungen und gespielt und beinahe zu Tode gehetzt werden. Denn Louis Graveure stellt bei jeder Gelegenheit, im Eisenbahnzug, Auto oder Weinkellner seine gesonnte Gesangstechnik auf die Probe, und schließlich gehört v s auch zu seinem Beruf: Spielt er doch hier die Rolle eine* Erbprinzen von Palamo, der statt zu regieren, das Daic- eines Sängers vorzieht. und auch, nachdem seine Min : ihn mit sanftem Zwang auf den ihm gebührerchen Plan -stellt haben, diese alte Liebe nicht so leicht los wird, und ihr zuletzt wieder vorher verfällt, aber nickn ohne seine Gegnerin Fürstin Stefanie (Camilla Horn) so bezaubert zu haben, daß sie ihm willig folgt. Aber er wäre dazu wohl kaum gekommen ohne die freiwillig-unfreiwillige Milbilfe Heinz Rühmans und Maria Sazarinas, die sich gegenseitig Paprika ins Eßen streuen und nun im Weinkeller Erlösung suchen, wo es später sehr fidel zugeht. And es^ ginge auch nicht ohne den geschäftigen Jmpreßario des einstigen Sängers (Theo Lingen), der ihn in seinem Fürstemtum aurzu- stöbern weiß und natürlich gleich einen pekunür wahrscheinlich recht einträglichen und entsprechend zugkräftigen Abschluß mit Amerika in der Hand hält. Adele Sandrock wird die Regentschaft über das verlaßene Fürstentum an sich nehmen — die unsichtbar gebliebenen Untertanen werden also noch eine Herrscherin mit der nötigen Energie bekommen, es ist damit für alle Teile bestens gesorgt. Der Film erhebt Gott sei Tank nicht den Anspruch, ernst genommen zu werden, und daran tut er sehr wohl. Er bleibt, was er sein soll: ein netter Amüsementsfilm nur mit dem oben aufgezeigten Mangel. Er bringt ein paar lustige Stunden und zwei wundervoll beschwingte Walzer. Das Ist eigentlich alles.
Im Beiprogramm ein Kulturfilm über die Angoria- kaninchenzucht und die Fox-Wochenschau. ws.