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Aus Men und Aachbargebieien.

Marburg, 6. Februar. (Verhaftungen wege n Br a ndst i f t u n gs - und U n t r e n e - V e r d a ch t e s. 1 E!n Landwirt aus Treysa. dessen Gehöft kürzlich teilweise nieberaebrannt ist, wurde wegen Brandstiflungsverdachtes festgenommen und ins Marburger AmtsgerichtsgefänHnis gebracht. Dort wurde ferner noch ein Postbeamter aus Treysa eingeliefert, der gestäitdig ist, während seines Dien­stes etwa 4000 Mark unterschlagen zu haben.

Gratzen, 6. Febr. (Schwere Sturmschäden im Gießener L a h n g e b i e t.) Wie sich jetzt erst heraus- stellt, hat der gewaltige Sturm, der in der Nacht zum Sonn­tag auch über das Lahngebiet stundenlang Hinwegbrauile, vielfach großen Schaden angerichtet. So wurden im Gic- ' euer Stadtwald rultd 400 Bäume, d. h. et um 200 Fest- ineter Holz, vom Sturm umgerisien. im Gemcindewald von Grozen-DÜseck (Kreis Gießen) wurden etwa 130 Bäume entwurzelt bzw. umgeknirkt. Im Gemeindewald von^Hun- aen fiel gleichfalls ein großer Teil Bäume dem Sturm zum Cpfcr, io daß dort eine Sonder-Nutzholzbereitung er­folgen mutzte. In Kinzenbach bei Gießen zerstörte der Sturm eine Dreichhalle vollständig und schleuderte Stucke des Blechdaches weithin fort. In vielen anderen Orten wurden Gartenzäune umgelegt und teilweise auch Dächer adgedeckl. Gleiche Schäden werden aus dem Vogelsberg gemeldet.

Aus der Wetterau, 6. Febr. (Mietenfäule, eine F o l g e d e r milden Witterung.) Die kurze Frost- reriode und die darauffolgende milde und feuchte Witte­rung haben für die landwirtschaftlichen Gegenden in den Gliederungen eine unangenehme Begleiterscheinung gebracht: die Fäulnis in den Kanoffel- und Rübenmieten. Stellen­weise sind in der Wetterau schon beträchtliche Mengen em- gemieteter Feldfrüchte verdorben. Bei weiterem Anhalten der milden Witterung ist die Oeffnung und Durchlüftung der Mieren unerläßlich, damit die Bauern vor größerem Schaden bewahrt bleiben.

König Peter und Kronprinz Michael laufen Ski.

Kronprinz Michael von Rumänien stattete auf der Heim­reise vom Besuch seiner Mutter in Florenz in Belgrad dem jungen König Peter von Jugoslawien einen Besuch ab. Bei einem gemeinsamen Skiausflug in die Umgebung von Belgrad wurde diese Aufnahme gemacht.

Kinder. Besonders gefährlich, wenn auch sticht in Ausmaß, tritt die Diphtherie auf, da sie häufig non? lähmung begleitet ist. So sind drei Kinder dieser tW Krankheit erlegen.

Mannheim, 6. Febr. (Wieder eine Fl je» bombe gefunden.) Bei Erdarbeiten auf der Heimer Insel wurde gestern nachmittag wiederum t gcrbombe srcigelegt. Es handelt sich um eine Bombe während des Weltkrieges bei einem Fliegerangriff ' Mannheim abgeworfen wurde.

Weinheim tu d. B., 6. Febr. (Doppel selb ftmo> eines alten Ehepaares.) Dienstag ootmiy wurde das Ehepaar Schneider, zwei alte Leute in bin Jahren, im Schlafzimmer ihrer Wohnung erhängt M funden. Nachbarsleute erhielten einen Abschiedsbrief als auch der Milchmann keinen Einlaß fand, oerftO man die Gendarmerie. Die Lebensmüden hatten ihren Betten erhängt. Das Ehepaar lebte in georb» Verhältnissen, glaubte aber, einen bevorstehenden M nungswechsel nicht überwinden zu können.

Frankfurt a. M., 6. Februar. (Tragödie eines alten Ehepaares.) In einem Hause der Gelnhäuser- gasse hat sich eine nicht alltägliche Tragödie abgespielt. Dort lebte ein altes Ehepaar, der Mdnn 65, die Frau 80 Jahre alt, in Frieden und Eintracht zusammen. Die bejahrte Frau muß nun plötzlich an Altersschwäche gestorben sein, ohne daß die Mitbewohner des Hauses hiervon eine Ahnung hatten. Erst als aus der Wohnung Gasgeruch drang, wurde man auf das Ehepaar aufmerksam. Beim Eindringen in die Wohnung fand man die tote Frau und in seinem Bert liegend den Mann in bewußtlosem Zustand vor. Nach dem Tode seiner Frau wollte der Mann nicht allein Zurück­bleiben und er öffnete den Gashahnh. Er wurde in bedenk­lichem Zustand ins Krankenhaus gebracht.

Darmstadt, 6. Febr. (Zehn Monate Gefängnis wegen fahrlässiger Tötung.) Der 26jährige Hugo Florsheimer aus Raunheim hatte am Abend des 2. Januar auf der Landstraße zwischen Kelsterbach und Raunheim einen Radfahrer tödlich überfahren. Aus der Tatsache, daß Flörsheimer noch 80 Meter weitergefahren war, wurde geschloßen, daß er habe flüchten wollen und nur deshalb gefaßt werden konnte, weil die Steuerung nicht mehr funktionierte und der Wagen in einem Acker landete Bei dem gerichtlichen Nachspiel vor bem Darmstädter Eerich. wurde einwandfrei nachgewiesen, daß der Unfall auf der rechten Straßenseite erfolgte. Da der Angeklagte bereits früher einen Payanten angefahren hat, verurteilte ihn das Gericht zu Mn Monaten Gefängnis.

' Mainz, 6. Febr. (Gewohnheitsmäßiger Dieb schwer b e st r a f t.) Die Große Strafkammer, die den 29- jährigen Michael Marschall (Kostheim) im Jahre 1934 s wegen einer Reihe einfacher und schwerer Diebstähle im IM ^^M^^

Rückfalle teils allein, teils bandenmäßig begangen zu insgesamt vier Jahren Zuchthaus verurteilt hatte und außerdem für Sicherungsverwahrung eingetreten war, ver­handelte gestern erneut über diesen Fall, da M. beim Reichs­gericht Revision eingelegt hatte. Die Große Strafkammer fällte jetzt, nachdem festgestellt worden ist, daß kein barrden- mäßiger Diebstahl vorliegt, noch einmal das nunmehr rechts­kräftige Urteil. Es lautet auf 3% Jahre Zuchthaus und Anordnung der Sicherungsverwahrung. Ein Jahr ver­büßter Haft wurden ihm eingerechnet. M. stahl, weit über den Rahmen einer gewissen Notlage hinausgehend, aus krimineller Neigung.

Alzey, 6. Febr. (Am Tode ü orbeij Kurz nach Mitternacht geriet der 250 Zentner schwere Lastkraftwagen einer Völklinger Firma, der mit Autofedern für die Opel­werke beladen war, an der Wartbergbrllcke vor der Stadt ins Schleudern, riß das eiserne Brückengeländer mitsamt vier massiven Prellsteinen um und stürzte alsdann nach der Straßenseite um. Unversehrt und nur vom Schrecken mitgenommen, entstiegen die beiden Fahrer dem Führer­sitz. Für Sekunden schwebten sie zwischen Leben und Tod, denn nur wenige Zentimeter weiter drohte ihnen der Ab­sturz auf die 14 Meter tiefer vorbeiführende Eisenbahn- strecke.

Alzey, 6. Febr. (Die Alzeyer Volksschule wegen Diphtherre- und Grippe-Epidemie geschlossen.) Die Alzeyer Volksschule ist bis zum 13. Februar geschlossen worden. Diese Maßnahme war not­wendig geworden durch die in letzter Zeit immer größer werdende Zahl der an Diphtherie und Grippe erkrankten

Die Botschaft des Haifisches.

Wer zu Geld kommen will, muß auf den Beinen Und Glück muß er haben. Einem solchen Liebling der kann sogar der recht unbeliebte Haifisch als Glücksbringer M neu. Jedenfalls wi.d eine Geschichte dieser Art aus bem 1870 erzählt. Da hatte ein Haifisch an der französischen sich eine Konservendose zu Gemüte geführt, die aus dem schwamm und einen Zeitungsabschnitt enthielt. Der MeeiW' tiger hatte es nun sehr eilig, in die südamerikanischen zu gelangen. Das hätte er sicher nicht getan, wenn ihmM gewesen wäre, welches Schicksal dort seiner harrte. Er nämlich von Kapfischern gefangen und getötet. Sie weidâ das Tier aus, und dabei fand sich auch dre Konservendose dem Zeitungsausschnitt. Und ausgerechnet um diese mußte Cecil Rhodes am Ufer entlang spazieren. Dieser entdeckte das Papier, las es und erfuhr dabei zu seinem losen Erstaunen und Entzücken, daß die Schlacht bei S geschlagen und der dritte Napoleon gefangen sei. Rhodes es noch nicht gewußt. Niemand wußte es dort. Der HaiP^' war schneller dagewesen als der Dampfer aus Europa. L Brite aber nutzte die Chance aus. Er und seine Bank . kauften alle französischen, kauften dagegen alle crreichbiâW deutschen Papiere und hatten im Handumdrehen eine VicüWi Million verdient. Damit begann die Laufbahn des NavolryM von Südafrika, wie man Rhodes später nannte.

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