Erlasse des Führers öder Veamteo- emennung und Gnadenrecht.
Statthalterrechtc für Preutzcn aus Göring übertrage«.
Im 9icid)^efe$blatt werden vier Erlasse des Führers und Reichskanzlers zum neuen Reichsstatt- Valtergesetz und zum Gesetz über das Staatsoberhaupt veröffentlicht, die die Übertragung der Be- fugniffe des R e i ch s st a t t h a l t e r s i n P r e u ß e n auf den Preußischen Ministerpräsident, die Ernennung und Entlastung von Reichs und Landesbeamten und die Ausübung des Gnadenrechts regeln.
Der Erlaß über Preußen bestimmt, daß die dem Führer und Reichskanzler auf Grund des Statthalter- gesetzes zustchcndcn Rechte eines Rcichsstatthaltcrs zur Ausübung dem Preußischen Ministerpräsidenten übertragen werden.
“ Über die Ernennung und Entlastung von Reichs- beamten wird verfügt, daß der Führer und Reichskanzler sich die Entscheidung bezüglich der Inhaber von Planstellen der Reichsbesoldungsgruppen A 2c und aufwärts Vorbehalt.
Zur Ernennung und Entlastung von Landesbeamten behält sich der Führer und Reichskanzler die Planstell enindaber derjenigen Länderbesoldungsgruppen vor, die den Reichsgruppen A 2c und aufwärts ent- sprechen.
Gnadenrccht in schweren Fällen dem Führer vor« behalten.
Der Erlaß über die Gnadenr echte siebt vor, daß oer Führer sich die Ausübung Vorbehalt bei Todesstrafen, Strafen wegen Hoch und Landesverrates, schweren Strafen gegen WedrmachlSangedörigc und die Nieder- schlagung von Strafverfahren, die zur Zuständigkeit von Gerichten gehören und von anhängigen Dienststrafverfahren. Im übrigen werden die Befugnisse zu Gnaden- erweisen usw. an die verschiedenen zuständigen Reichs- minister übertragen.
Ehrung eines Lustsahripioniers durch Göring.
Professor Prandtl 60 Jahre alt.
Professor Tr.-Ing. e. h. Dr. pbiL Ludwig Prandtl, Göttingen, vollendete sein 60. Lebensjahr. Der Reichsminister der Luftfahrt, Ministerpräsident .Hermann Göring, richtete aus diesem Anlaß an den Gelehrten folgendes Telegramm: „Dem verdienstvollen Forfcher, dessen Arbeiten für die Leistungen der deutschen Flugzeuge im Weltkriege und im Luftverkehr größte Bedeutung hatten, zum 60. Geburtstag beste Glückwünsche. Biele Wünsche für Ihre weiteren Arbeiten.'
Ludwig Prandtl, mit 26 Iadren bereits ordentlicher Professor an der Technischen Hochschule Hannover, folgte 1904 als 29jädriger einem Rufe nach Köningen als Professor der angewandten Mechanik Hier gründete er die heutige a e r o» dynamische Versuchsanstalt am Kaiser-Wildelm- Instimt für Sttömungsforfchung Seine Tragflügeltdeorie ist beule das Einmaleins jedes Flugzeugbauers. Seinen Arbeiten ist die Überlegenheit der deutschen Luftwaffe im Weltkriege zum großen Teil zu verdanken. Die deutsch« Luftfabri bat m Prandtl eine ihrer wertvollsten Stützen zur Wiedererlangung ihrer Weltgeltung, die Prandtl salbst einst begründe« half.
Der erste Patengau für die Saar: Berlin.
Schnelle praktische Hilfe.
Auf dem festlich geschmückten Potsdamer Bahnhof in Berlin trafen die ersten 800 saarländischen Arbeiter ein, die als Gäste des Hauptamts für Volks- wohlfahrt, Gau Groß-Berlin, eine Woche lang die Reichs- Hauptstadt und ihre Umgebung sowie Potsdam besichtigen werden. In der Krolloper begrüßte der Gauamisleiter des Amtes für Volkswohlfahrt, Stadtrat Spiewol, die Gäste herzlich. Er teilte dabei mit, daß der Reichsleiter Hilgen- feldt Berlin als den ersten Patengau für die Saar bestimmt habe. Er, Spiewok, habe daraufhin sofort
600 000 Mark nach dem Saarland überweisen lassen als erste Hilfe für die zurückkehrenden Volksgenossen. Im kommenden Monat werde in Berlin ein großer Sammeltag durchgeführt werden, dessen Erträgnisse ebenfalls den Saarländern zugute kommen sollen.
Prof. Dr. Junkers, bet bekannte Forscher für Flug- und Wârmetechnkk, bet fast 76 Jahre alt in München starb.
Rekordabschluß der Grünen Woche.
Große Aulomobilausstellung schon in Arbeit.
Sei
Die große Schau deutschen Bauerntums und deutscher mik, die „Grüne Woche 1935", hat ihre Tore geschlossen. Das zahlenmäßige Besucherergebnis dieses Jahres übertrifft das des Vorja hres bei weitem.
Die „Grüne Woche' erfreute sich diesmal besonders regen Zuspruches durch die Bauernschaft, die unter der Besucherschaft wohl zu 80 Prozent vertreten war. Bemerkenswert ist auch, daß das Ausland durch Bauernkommissionen starkes Inter- esse zeigte. Nach den vorläufigen Feststellungen passierten seit der Eröffnung 285 221 zahlende Besucher das Drehkreuz am Kaiserdamm; hinzu kommen 46 245 Schulkinder, denen die ^èstellung im Rahmen geschlossener Führungen gezeigt wurde.
Reichsbahn batte 71 Sonderzüge gefahren. Das Gesamtergebnis - 285 000 - ist im Vergleich zum Vor- mbre äußerst günstig; 1934 besuchten rund 250 000 zahlende Besucher die „Grüne Woche'.
hauen die letzten Besucher die Halle verlassen, als Abbau der Stände begonnen wurde.
Windstärke 12!
Sturm über Mitteleuropa.
Überall schwere Schäden. — Orkan in Nord- und Ostsee.
Flüsse überschwemmt. — BcrkehrSstokktmgcn.
über das schwere Unwetter, das über ganz Mitteleuropa hinwegging, werden nunmehr nähere Ein- zelhenen besannt. Wir verzeichnen folgende Meldungen:
Während die R e i ch S b a u p i st a d t noch verhältnismäßig glimpflich davongekommen ist, hat der schwere Nordweststurm
an der Nordsceküste geradezu verheerend geiiiütct.
Die See ist tief aufgewühlt, so daß die in Der Räbe der Küste befindlichen Schiffe schleunigst Schlitzbäfcn anlaufcn mußten Das Hochwasser der Elbe ist einer Meldung aus Hamburg zufolge etwa zwei Meter über normal gestiegen. In Kuxhaven wurde die Hafenstraßc teilweise überflutet.
Ähnliche Meldungen kommen von der Ostsee- küste. Dort herrschte auf See eine Windstärke von etwa l 0 b i s 1 1. Zeitweise fiel auch Schnee und Hagel. Die Schiffahrt in den Binnengewässern, namentlich im Stettiner Haff, war durch Eisirciben stark behindert. Im Stettiner Jndustriehafcn riß der Sturm nachts zwei Dampfer von ihren Liegeplätzen los; sie konnten erst nach angestrengter Arbeit wieder geborgen werden.
Oeichbruch in Dänemark.
In Dänemark ist das Unwetter zur gleichen Zeit wie an der deutschen Ostseeküste in Erscheinung getreten. In Nordseeland herrschte Sturmflut, die an einer Stelle einen Deich in hundert Meter Länge durch- b r a ch. Die Flut drang bis zu einem Fabrikgelände vor und setzte es unter Wasser. Die benachbarten Häuser mußten von den Bewohnern geräumt werden.
Windstärke 12 im Riefengebirge.
In den deutschen Gebirgen hat sich der Witte- rungsumschwung durch heftige Schneestürme unliebsam bemerkbar gemacht So herrschte in Den Schlesischen Bergen ein Schncesturm, Der aus dem Riesengebirgskamm die Windstärke 12 erreicht hat. Aus Der Strecke von Bad Reinerz nach Lewin in der Grafschaft Glatz blieben zwei L o k a l z ü g e st e cke n und konnten erst nach mühevoller Arbeit wieder freigcmachl werden. Die Glatteisbildung machte die
Gebirgsstraßen für Kraftwagen unpassierbar und verursachte verschiedene Unglücksfälle. Schneestürme waren auch im Alpengebiet und im Schwarzwald zu verzeichnen. In den Alpen liegt Neuschnee bis zu eineinhalb Meter Höhe. Dutch die schweren Schneelasten wurden zahlreiche eiserne Masten und Starkstromleitungen niedergedrückt und zerrissen. Die Stromzufuhr verschiedener Orte versagte.
Auch Sachsen hatte schwer unter Den orkanartigen Schneestürmen zu leiden. Die Schneeverwehungen zwischen Dresden und Dem Erzgebirge waren jo stark, daß mehrere Kraftwagenlinien eingestellt werden mußten. Im Osterzgebirge blieben viele Kraftwagen im Schnee stecken und mußten ausgeschaufelt werden. In Chemnitz trafen 21 Züge mit großen Verspätungen ein.
Die starken Niederschläge, die mit dem Unwetter zusammenhingen, verursachten die Überschwemmungen zahlreicher Flüsse. Der Ruhr wurden so große Wassermengen zugeführt, daß der Fluß weit über die Ufer getreten ist. Bei Essen wurden Sportplätze und
Im Schneesturm.
60 Skiläufer
von Lawinen eingeschlosfen.
Genügend Lebensmittel ir. der Schutzhütte.
Auf der Planer Hütte in den Ennstaler Bergen in Steiermark sind 40 Skiläufer, meist aus Wien und Graz, und 20 Soldaten von zahllosen nicdergegangenen Lawinen eingeschlossen worden.
Die Eingeschlossenen versuchten unter Führung des Oberleutnants Anron Hofbauer vom Infanterieregiment Nr. 3 in Wien, dessen Kommando sich alle freiwillig unter« stellt hatten, einen Vorstoß ins Tal. Neue Lawinenstürze vereitelten das mit Aufgebot aller Kräfte durchgeführte Unternehmen. Lediglich Dem Oberleutnant Hofbauer und einem Soldaten gelang es,
in einer Fahrt auf Leben und Tod
das Tal zu erreichen und die alpinen Rettungsstationen von dem Vorfall zu verständtgen. Durch den Rundfunk wurden die Angehörigen der Eingeschlossenen verständigt, daß in der Planer Hütte alles wohlauf ist und daß auch genügend Lebensmittel für ein längeres Durchhalten vorhanden sind.
Wie bekannt wird, ereigneten sich in Den letzten Tagen tuns) andere schwere Unglückssälle in den Bergen. Der bekannte Skiführer Fritz Weinzettel brach sich aus dem Tiroler Kogen in Niederösterreich bei einem mit großer Kühnheit durchgeführren Abfahrtslaus beide B e l n e und e r f r o r schließlich im Schneesturm. Im Gebiet des Zirbitz Kogen in Steiermark wurden sechs Bosonen von einer Lawine überrascht. Wahrend fünf von ihnen an den äußersten Rand der Lawine getragen wurden und sich bald aus den Schneemassen befreien konnten, wurde der Sechste getötet.
*
, . Die Generaldireftion der österreichischen Bundes- bahnen teilt mit, daß die Arlberg st recke von drei m ä ch i r g eu Lawinen zwischen Bludenz und Langen v e r schüttet wurde. Auch aus fast allen anderen Teilen Österreichs treffen erneute Meldungen über schwere Lawinenkatastrophen ein. In Lassing tm Lande Salzburg wurden zwei Bauernhöfe von einer -^awine verschüttet. Alle Bewohner sind eingeschlossen.
Deftelungsarbeiten sind im Gange. Die Hauptverkehrsstraße Wien—Salzburg ist bei Vöcklabrück durch Lawinen unterbrochen, ebenso die Straße Salzburg- Mendsee. Wei Wagrein im Lande Salzburg wurde ein Knabe von einer Lawine verschüttet. Von den Insassen auf der Planer Hütte in den Enustaler Bergen fehlt vor läuft« weitere Nachricht.
Lest Euer Heimatblatt!
Felder einen Vieler hoch vom Wasser bedeckt, u^ KreiSstraße nach Altendorf kann nicht mehr w werden.
Zwei Todesopfer einer Lawine.
Der heftige Sturm hat im N i c j e n g c b i r g { hin sich viele hundert Prager Sportler begeben m auch Todesopfer gefordert. Im sogenannten ? g r it n d bei Marschendorf ging eine breite Schneeig nieder. Der Kontrolleur der Gras Czerninsche» M Verwaltung, Renner, sowie dessen Tochter und beten • Prag gekommene Freundin wurden, bevor sie sj/ Sicherheit bringen konnten, von Den Schneemassen 1 und begraben. Bei den sofort in Angriff genonttw RcttungSarbcitcn konnten Renner und seine Toch»«, mehr als Leichen geborgen werden.
*
Überschwemmungen in Wiirttembnz
Bon überall her kommen Hochwasscrmcldungen.
Der Weltcrumsturz bat auch in ganz W ürtftM b e r g Überschwemmungen hervorgerufen. Ain schliWW scheint das Tal der Rems betroffen zu sein. 4 ! Groß-Heppach ist es weithin überschwemmt. Der ist vollständig lahmgelegt. Die Wasser wälzten gelblichem Schmutz durch die Straßen des Dorfes. W an anderen Stellen zwischen Schorndorf und Waibli^ ist die Rems über die Ufer getreten und hat Felder, und Straßen zum Tei!
in einer Breite von 500 Meter überschwemmt, Auch vom Murgtal werden ähnliche Hochwassermch gen bekannt. Der Neckar führt zwar starkes Hoch« mit sich, ist aber noch nicht über die Ufer getreten. Zwist Göppingen uno Eislingen hat die stark angeschwol; Fils beträchtliche Strecken überschwemmt. Auch! Kocher steigt ständig weiter, so daß auch hier üD schwemmungen auf weite Strecken eingetreten sind.
Drei Personen im Hochwasser der Kinzig ertrunlei
Die K i n z i g in Baden ist zu einem reißenden Stil geworden, dessen Hochwasser zu einem b e d a u e r l id< Unglück geführt hat Einige Leute versuchten r großen Teich in Offenburg trotz Ansteigen Wasserspiegels einige Geräte herauszufischen. Boot s ch l u g um und wurde über das Wehr gern« Drei Personen verloren das Leben.
Hochwasser droht am Rhein
Koblenz, 5. Febrm j
Die Schnteeschmelze, die starken Regenfälle und| überall aufgetretenen Stürme haben bewirkt, daß Rhein überall gewaltige Wassermassen K Z men. Zwar haben sich von den Alpen selbst her noch: s- nerlei Auswirkungen der Schneeschmelze gezeigt, aus dem Alpenvorland, von den Vogesen, vom Schwc M Wald und Spessart sowie von den rheinischen Gâ | einschließlich der weiten Gebiete des Main und der t K lausen Meldungen über dauerndes AnsteigendM «Wassers ein. Der Koblenzer Pegel wies am Morr D früh einen Wasserstand von 2,48 Meter auf. Nach t; amtlichen Ergebungen im Laufe des Tages war der ferstand gegen Abend bereits auf 3,12 Meter angeskèßW Zur Zeit steigt der Rhein bei Koblenz stündlich 6 Zeutimet«.
Schwere Berkehrsunfätte. Eisenbahnunglück in Schweden. — Zug fährt auf Bürgnft |
Zahlreiche Tote bei Kraftivagcnunglttck.
Zwischen Malmö und dem EiseubahnknoteiMâ A r l ö v fuhr ein aus Lund kommender elektrischer auf einen Personenzug auf. Dabei wurde der M Wagen des angefahrenen Zuges schwer beschädigt M etwa 2 0Personenverletzt. Zur Zeit des herrschte schwerer Schneesturm, und man an, daß der Führer des Lunder Zuges seine ganze merksamkeit auf die elektrischen Leitungen gerichtet Die Signale außer acht gelassen harte.
Auf Dem Trierer Bahnhof der Rloseltatdi-'M ereignete sich ein eigenartiges Eisenbahnunglück, trächtlichen Sachschaden anrichlete. Infolge VersGW der Bremsen fuhr ein Leerzug beim Zurücksetzen das Gleisende hinaus, über den B ü r g e r st e i 0 Straße und drückte mit dem letzten Wagen einen gre'U Lagerschuppen der Bahnpostverwaltung ein. Durch A Wucht des »lnpralls stürzte das Gebäude wie - ß Kartenhaus zusammen und begrub einige' 8 darin befindlichen Postwagen unter sich. Personen Den nicht verletzt.
*
Ein schweres Autobusunglück in der Nähe von AW bouue (Südfrankreich) hat sechs Todesopfer, fordert. — Ein zweites folgenschweres KraftwEM Unglück ereignete sich in der Nähe von L i l l e, wo Privatwagen in voller Fahrt zusammenstießen. neun Insassen wurden mit sehr schwc^W Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. - H mehreren Verletzten besteht Lebensgefahr.
Zwei Kinder verhungert aufgesun^
Furchtbare Tragödie in Berlin entdeckt. I
Eine entsetzliche Kindertragödie am Sonntagabend im Nordosten Berlins entdeck'- L einer Kellerwohnung des Hauses Weinstraße 27 fand y Zwei Kinder des Artistenehepaares I ü n e m an», ■ Monate und anderthalb Jahre alt, verhungert" während ein drittes Kind, ein vierjähriger Junge^ % noch schwache Lebenszeichen von sich m Ermittlungen ergaben, daß die 24jährige Mutters Kinder vor mehreren Tagen verlassen und Die nung abgeschlossen hatte. Eine Fahndung '^ ihr ist eingeleitel. Das Ehepaar Jünemann lebte Jahren in den Dürftigsten Verhältnissen. Vor , Zeit mußte Der Mann, der wegen Schivachsinus Beruf nicht mehr ausübte, in Der Heilanstalt untergebracht werden.