Stadt und Land
Wetteraussidifen für morgen:
Bei Luftzufuhr aus Nord bis Oft Fortdauer der kalten Witterung, vorübergehend verstärkte Neigung zu Schneefällen.
Der amtliche Wintersport-Wetterbericht für die Rhön vom Montag, den 28. Januar, meldet Beständigkeit des Frostwetters und eventuelle spätere Schneefälle. Im einzelnen meldet: Wasserkuppe: Nebel, minus 8 Grad, 42 cm Pulverschnee, Schi und Rodel sehr gut; Gersfeld: bewölkt, minus 4 Grad, 14 cm Pulverschnee, davon 2 cm neu, Schi und Rodel sehr gut.
* Fulda, den 29. Januar 1935.
Feier des 30. Januar des Stadtkreis Fulda der NSDAP.
Gemäß Anordnung der Reichspropagandaleitung wird auch in diesem Jahr der 30. Januar, der Tag der nationalen Erhebung, ohne große öffentliche Feier begangen. Von Aufmärschen, Fackelzügen, Höhenfeuern usw. soll Abstand genommen werden.
Die gesamte Parteigenossenschaft der Stadt Fulda trifft sich am Mittwoch, den 30. Januar abends 20 Uhr im evangelischen Vereinshaus zu einer Feierstunde.
Unter Mitwirkung^der PO. Kreiskapelle wollen wir in würdiger Weise des Führers gedenken. Für die Parteigenossenschast bedeutet diese Veranstaltung Dienst.
Erscheinen aller Parteigenossen ist Pflichte. Die Angehörigen der Parteigenossen können als.Gäste an der Feier teilnehmen.
Alle Gliederungen der Partei sind herzlichst eingeladen.
Kreisleitung der NSDAP.
Betreuung der Hilfsbedürftigen der Stadt Fulda zum Tag der nationalen Revolution am 30. 1. durch das WHW.
Die ReichsfUhrung des WHW. hat zum Tag der nationalen Revolution angeordnet, den Hilfsbedürftigen folgende Gutscheine auszuhändigen:
1. Kohleugutscheine (zusätzlich). Die Scheine können bei allen Kohlenhändlern bis zu dem auf dem Kohlenschein vermerkten Zeitpunkt, 28. Februar, eingelöst werden. Abrechnung der Scheine erfolgt wie bisher.'
2. Lebensmittelgutscheine. Die Lebensm ittelgutscheine im Werte von 1 RM. können bis zum 15. Februar bei allen Lebensmittelgeschäften der Stadt Fulda eingelöst werden. Die Geschäftsinhaber geben die Scheine bis zum 28. Februar an die Bank zur Abrechnung.
3. Frischfleischgutscheine. Weiter hat die Gauführung Kurhessen des WHW. zusätzliche Frischfleischgutscheine ausgegeben. Das Fleisch wurde den hiesigen Metzgern zur Verteilung überwiesen, die diese Arbeit für das WHW. ehrenamtlich übernommen haben. Auf der Rückseite der Fleischgutscheine ist die Metzgerei vermerkt, bei welcher der Schein eingelöst werden muß. Die Ausgabe der Fleisch- gutscheine erfolgt am Donnerstag, den 31. Januar 1935, von 13—19 Uhr. Ab Freitag, den 1. Februar, gelten die Fleischgutscheine als verfallen. Von Seiten der Metzgermeister werden die Arbeiten ehrenamtlich ausgeführt. Deshalb bitten wir jeden Bedürftigen, bei der Abholung des Fleisâ)es Einpackpapier mitzubringen.
Diese Verteilung der oben angeführten Gutscheine durch die Beauftragten der NS.-Volkswohlfahrt erfolgt am Mittwoch, den 30. Januar.
Kreisführung des Winterhilsswerkes Stadt Fulda.
Grippeepidemie.
In der letzten Zeit hat auch die Grippeepidemie im Fuldaer Lande und in der Stadt erheblich zugenommen, sogar sind schon mehrere Todesfälle nach kurzem Krankenlager zu verzeichnen. Im Krankenhause ist ein starker Zugang an Patienten, welche schwere Erkältungen und innere Krankheiten aufweisen. Bei den meisten hat Grippe und Halskrankheiten überhand genommen, und bringt viele in Lebensgefahr. Gerade bei den schnellen Wetterumfchlä- gen sollte jeder die größte Vorsicht üben, sich vor jeden Erkältungen schützen und früh genug zum Arzt gehen.
Achtung! Steuererklärungen.
Auf die Bekanntmachung des Finanzamts betr. Abgabe der Steuererklärungen für die Veranlagung zur Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer für das Kalenderjahr 1934 sowie der Vermögenserklärung über das Vermögen am 1. Januar 1935 in der vorliegenden Zeitung werden die Steuerpflichtigen besonders hingewiesen.
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Cäsar oder Christus ?
Am Freitag fand in dem gutbesetzten Saale des Evangelischen Gemeindehauses abends die zweite Aufführung des Stückes „Cäsar oder Christus?" unter der Leitung von Direktor Selzer statt. Der Verfasser ist Bernt Glöckner und er führt uns mit diesem Stück ein sehr anschauliches Bildes Roms der späten Kaiserzeit und -er Christenverfolgung vor Augen. Der Inhalt ist kurz folgender:
Domitian, der allmächtige Herr des Römerreiches, sucht Gelegenheit, um seiner Grausamkeit die Zügel schießen zu lassen. Als das geeignetste dazu erscheint ihm eine Christen- verfolgung, die zugleich noch den Vorteil haben wird, seine Beliebtheit bei den Römern zu steigern. Zwei Legionäre täuschen im Christenkleid einen Uebersall auf ihn vor, und der ihm dabei in die Hände geratene Christenmantel dient ihm als Beweisstück für die Schuld dieser neuen Sekte an dem Uebersall. — Ein Christenmädchen, das eine Besprechung -er beiden Legionäre abgelauscht hat, sucht den Kaiser im Glauben, sein Leben schwebe in Gefahr, zu benachrichtigen, stört aber auf diese Weise ungewollt seine Pläne, und wird mit ihrem Vater und einem Freund ein Opfer der Blutgier des Kaisers. Der Mann, der über beide zu Gericht sitzen soll, Flavius, ein Vetter des Kaisers, wird durch die ihm unerwartete Standhaftigkeit der Christen und durch die brutale Rechtsvergewaltigung des Kaisers an diesem und seinem bisherigen Glauben irre, bekennt sich zu Jesu und läßt gleich den Christen sein Leben für die neue Lehre. Daneben spielt noch der Germane Ottmar, dessen gerader Sinn ebenfalls durch das Lügenspiel seines Herrn verletzt wird, und der sich auch von ihm abwendet.
Was nun die einzelnen Rollen angeht, so war die interessanteste, wenn auch nur für die äußere Entwicklung des Stückes wichtige Rolle die des Ottmar. Der Dichter läßt in der Figur dieses Germanen zwei Welten Zusammenstößen: der raffinierten, kalt berechnenden, maßlos luxuriösen und grausamen Zivilisation des Römerreiches, steht -er kindhafte, grundehrliche und warm empfindende Ger- mane gegenüber, der durch Hermann Beck in glänzender Weise verkörpert wurde. Wir erlebten, wie er zuerst mit unbedingter Treue an seinem Horn fest hält, und staunend
Kreispfarrer Hattendorff f
Nach Gottes unersorschlichem Ratschluß ist am Montagnachmittag nach kurzem, schwerem Leiden Kreispfarrer Hattendorff aus dem Leben abberufen worden. Tie evangelische Gemeinde Fulda und der Kirchentreis Fulda-Hün- feld-Gersfeld erleiden hierdurch einen sehr schweren Verlust. Es war zwar seit einigen Tagen bekannt, daß der hochgeschätzte Geistliche erkrankt sei, aber niemand konnte ahnen, daß diesem so verdienstvollen Leben so bald ein Ziel gesetzt werden sollte. Am Sonntag, den 20., vor acht Tagen, hielt der nunmehr Entschlafene seinen letzten Hauptgottes- dienst in der hiesigen Kirche, dem auch sein Schwiegervater, Herr Sup. i. R. Ruhl, mit seinen Kindern beiwohnte. Er leitete noch die Elternbesprechung der diesjährigen Konfirmanden und hielt am Dienstag Konfirmandenunterricht. Dann sah er sich aber gezwungen, wegen allzu großer Schmerzen das Bett aufzusuchen und den Arzt zu Rate'zu ziehen. Jedoch war alle Hilfe zu spät. Gestern hat Gott, der Herr, seinen getreuen Diener zu sich gerufen.
Tiefgebeugt steht die Gemeinde an der Bahre dieses in der Vollkraft feiner Jahre Tahingerafften. Mit ihm ist die stärkste Stütze unserer evangelischen Gemeinde dahingegangen, und schwer wird es sein, sie wiedr zu ersetzen.
Der Heimgegangene stammte aus unserer Stadt und wurde als Sohn des früheren zweiten Pfarrers Johann Hattendorff geboren. Nach Beendigung seiner Studien erfolgte 1911 seine Ordination. Zunächst war er von 1912 bis 1913 als Hilfspfarrer bei der früheren Pfarrei in Fulda tätig. Dann wurde er Pfarrer und wirkte in H e l l st e i n (Kr. Gelnhausen), ferner in den schweren Kriegsjahren in aufopfernder Liebe in der Gemeinde Wehrda (Kr. Hünfeld). Nun kam er für viele Jahre an die Neue städtische Kirche in Kassel. Auch dort verstand es der Entschlafene durch seine edlen Charaktereigenschaften, das Vertrauen seiner Gemeinde in Kürze zu erwerben und zu erhalten. Nur ungern ließ man ihn ziehen, als er dem Rufe als z w e i t e r P f a r r e r an die evangelische Gemeinde in Fulda zum 1. Mai 1928 Folge leistete. Was der Heimgegangene hier bei uns geleistet hat, ist noch in aller Erinnerung. Einen seiner Hauptwünsche sah er noch teilweise in Erfüllung gehen: Es war die Erstellung der Lutherkirche im Südende unserer Stadt, die bereits im Rohbau vollendet ist. Am 1. Dezember 1933 wurde der Heimgegangene als Nachfolger des im September 1932 in den Ruhestand getretenen Kreispfarrers Weber als Kreispfarrer für den Kirchenkreis Fulda, Hünfeld und Gersfeld einberufen. Er nahm dieses verantwortungsvolle und schwere Amt auf sich und erwarb sich nicht nur die
Von der Deutschen Arbeitsopfer-Berforgung.
In einem Schaufenster Ler Firma Carl Seibert, hinter -er Stadtpfarrkirche ist die neue Fahne der Zahlstelle Fulda -er Deutschen Arbeitsopfer-Versorgung ausgestellt, die am Sonntag, den 3. Februar, nachmittags im Saale des kathol. Gesellenhauses Lie Weihe erhält.
Vom Rade gestürzt.
Ein Arbeiter vom Lande, der mit seinem Rade zur Stadt fuhr, stürzte an der Langenbrücke vom Rade und trug einen Armbruch davon. Er wurde in ärztliche Behandlung gebracht.
* Gersfeld, 28. Jan. (Feier des Vaterländischen Frauenvereins.) Der Vorstand des Vaterländischen Frauenoereins vom Roten Kreuz, hatte zu einem gemütlichen Abend am Sonntag, den 27. d. Dü, im Hotel Adler eingeladen. Erfreulicherweise hatten sich viele deutsche Volksgenossen eingefunden, so daß der Saal dicht besetzt war. Mit dem Marsch „Alte Kameraden", gespielt von der Kapelle des FAD., wurde das reichhaltige und abwechslungsreiche Programm eröffnet. Hierauf folgte ein sinnvoller Prolog, vorgetragen durch Frl. Hilde Müller. Herr Pfarrer Langheinich in seiner Egenschaft als Schriftführer des Vereins, begrüßte die Mitglieder und Gäste und ergriff das LLort zu einer geistreichen Ansprache, er würdigte vor allem die geleistete Arbeit des Roten Kreuzes an den Verwundeten des Weltkrieges. Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler, als den Schirmherrn des Roten Kreuzes, sowie das Deutschland- und Horst-Wessel-Lied beschloß die Ansprache. Frau Pfarrer Langheinrich sang schöne Lieder zur Laute. Die Mäd- chenriege des Turnvereins, sowie die Trachtengruppe hatten sich bereitwilligst zur Verfügung gestellt. Sie ernteten reichen Beifall.
vor der glänzenden Fassade des Weltreiches steht, wie er sich krampfhaft und vergeblich bemüht, hinter das durchtriebene Handeln der Südländer zu schauen und sich schließlich durch die Erkenntnis tief enttäuscht, zurllckzieht. Ein Glück, daß diese Rolle in so gute Hände gelegt wurde! — Die andern Gestalten sind einfacher. Hans Hoeger als grausam-wollüstiger Kaiser, dem Recht und Gesetz nichts, der eigene Wille alles bedeuten, und Erik Laudert als Flavius, ein aufrechter, um das Wohl des Reiches besorgter Mann waren gleichfalls sehr gut, Laubert ragte hervor in der Eerichtsszene, wo er in schwerste Konflikte zwischen Pflicht und Erkenntnis gerät. Die Rollen der Christen wurden durch Dir. Heinz Selzer als Johannes ruhig, etwas salbungsvoll, Hans Hoeger in der ziemlich unbedeutenden Rolle des Agesander und Anneliesel Petzold als Magdalena, die im Anfang noch etwas befangen spielte, zur Befriedigung erfüllt. — Man darf annehmen, daß das Stück gefallen hat, und sieht mit Erwartung einer nächsten Aufführung im Gemeindehaus entgegen.
WS.
Neues Theater, Hindenburgstraße:
„Ein Mädchen mit Prokura."
Unter den vielen guten Filmen der letzten Monate nimmt „Ein Mädchen mit Prokura" einen hervorragenden Platz ein — und das will für einen „Kriminalfilm" immerhin etwas heißen. Das Spiel hält sich ziemlich genau an den bekannten Roman von Christa Anita Bruck ^a- Milieu einer kleineren Bank der Nachkriegsjahre ist "gut gezeichnet. Thea Iken (Gerda Maurus) hat sich durch Intelligenz und Fleiß zu einer leitenden Stellung empor gearbeitet. Aber nicht nur die eiserne Pflicht — auch die Liebe zu dem Neffen des Bankdirektors gibt dem Leben der Prokuristin Inhalt und Schwung. Der „schwarze Tag" an dem die Bank von England ihre Pforten vorübergehend schließt, geht wie eine Erschütterung durch die gesamte Fi- nanzwolt, die wil-bewegten SBdlcn schlagen auch um das
größte Hochschätzung bei seinen Amtsbrüdern, sondern auch bei den einzelnen Gemeindegliedern. Dank seines edlen Charakters wirkte er in vielen Fällen ausgleichend unvermittelnd. Ebenso wie sein Vater verschied auch Kreispfarrer Hattendorff in aufopferndem Dienst um seine ihm anvertraute Gemeinde im besten Mannesalter. Sein Hinscheiden bedeutet nicht nur für die Einwohner Fuldas, ländern auch für Lie weitere Umgebung einen herben Verlust. Das segensvolle, aufopfernde Wirken Kreispfarrer Hatten- dorff's wird unvergessen bleiben!
Wenn wir heute schmerzlich bewegt an der Bahre des hochverehrten Kreispfarrers Hattendorff stehen und das Leben und segensvolle Wirken dieses aufrechten deutschen und evangelischen Mannes wüthigen, dann ist es dem „F u l d a^e r Anzeige r" besonderes Bedürfnis, i n tiefer Dankbarkeit davon zu sprechen, wie tatkräftig Kreispfarrer Hattendorfs unsere Zeitung, die sich seit Anbeginn der evangelischen Sache besonders verpflichtet fühlte, seine Förderung zuteil werden ließ. Man braucht nur in die Verhältnisse vor 5—10 Jahren zurückzuschauen, um zu ermessen, wie dringend die Fuldaer evangelische Bevölkerung eines Presseorgans bedurfte, in dem die Lehre Luthers gebührenden Schutz, verantwortungsbewußte Würdigung und den ihr zukommenden Raum fand. Keiner hatte das klarer erkannt, als der Heimgegangene, der, wo er immer ftanh — im Gotteshaus, im evangelischen Areins- leben oder an anderer Stelle,— stets offen die evangelischen Glaubensgenosien zur geschloßenen Unterstützung des „Fuldaer Anzeigers" mahnte. Welche Früchte dieses Mahnen und Wirken für die evangelische Glaubenssache in unserer Stadt getragen hat, das weiß der feine Beobachter und Kenner sehr wohl, wenngleich es leider bei manchen evangelischen Glaubensgenossen unserer Stadt schon in Vergessenheit geraten zu sein scheint. Gewiß haben wir gottlob dje Zeiten konfessionellen Haders und der Zersplitterung überwunden. Aber es stellt unserem gemeinsamen Drängen zur Volksgemeinschaft nichts entgegen, nein, es hilft die" Brücke zueinander festigen, wenn der „Fuldaer Anzeiger" auch in unserer Zeit die Fuldaer evangelischen Volksgenossen getreu seiner überlieferten protestantischen Haltung weiterhin betreut, den Stempel lutherischen Glaubens tragend, und für gegenseitiges Verstehen innerhalb der großen deutschen Blutsgemeinschaft wirkend. — An das zu erinnern und in diesem Zusammenhänge dem teuren Toten innigen Dank in die Ewigkeit nacktzurufen, ist uns ein aus unserem evangelischen Bewußtsein erwachsendes Herzensbedürfnis.
* Gersfeld, 28. Januar. (Sonntagsverkehr i n Gersfeld.) Nachdem sich das lau weiter in Frost verwandelt hat, trat am Samstag heftiger Schneefall in der Rhön ein. Die Straße nach der Schwedenichanze und aud> nach der Wauerkuppe war so verschneit, daß der große Bahnschlitten in Tätigkeit treten mußte, damit die Straßen einigermaßen passierbar waren. Am Sonntag früh trafen zwei Sonderzüge ein, die viele Wintersporiler mit Brettern und Rodelschlitten brachten. Auf dem Kreuzberg, dem Dam- mersfeld und Schwedenschanze war reger Verkehr.
Kassel, 27. Jan. (Folgenschwerer Unfall auf dem Bahnhof Arolsen.) Die Reichsbahndirektion Kapel teilt mit: Am Samstag um 15.10 Uhr rutschte auf Bahnhof Arolsen ein aus Richtung Korbach einfahrender Eüterzug infolge starken Schneetreibens etwa 160 Meter über den sonst üblichen Halteplatz hinweg und fu^ noch über den Bahnübergang, über den die 'Reichsstraße nach Marsberg führt, hinaus. Hierbei wurde, da die Schranke nicht geschlossen war, ein von Dr. Böning-Arolsen geführten Kraftwagen, in dem sich außerdem noch sein Schwiegervater, ein Oberforstmeister, und sein Kind berauben, vom Zuge erfaßt und etwa 18 Meter weit mitgeschleift. Der Oberforstmeister ist kurz nach seiner Einlieferung in das Landeskrankenhaus Arolsen seinen Verletzungen erlegen. Dr. Böning ist nur leicht verletzt. Das Kind blieb unverletzt. Der Betrieb hat keine Störung erfahren.
Bad Nauheim, 26. Januar. (Zwei Verletzte bei einem Kraftwagenunfall.) Am Samstagvormittag stießen an der Straßenkreuzung Nieder-Mörlen Ober- Mörlen—Butzbach zwei aus entgegengesetzter Richtung kommende Kranwagen zusammen, die beide schwer beschädigt wurden. Die Insassen des Bad Nauheimer Wagens blieben unverletzt,- von den Fahrgästen des Herborner Wagens erlitten eine 38jährige Frau schwere, ein bijähriger Mann leichtere Verletzungen. Der Chauffeur kam mit geringfügigen Verletzungen davon.
Bankhaus Brüggemann, und drohen es zu verschlingen. Es gibt ein Run. wild gestikulierend und drohend verlangen die Kunden ihre Einlagen zurück. Es ist zuviel für das Haus; die Angestellten werden zum Teil entlassen. Der Bankdirektor Brüggemann muß feine Gläubiger um Nachsicht bitten. Während einer nächtlichen Beiprechung wird Jn kurzer Abwesenheit Theas — der Bankdirektor erschossen, nach Prüfung der Bücher ergibt sich, daß an dem Barbestand, der eigentlich in der Mordnacht vorhanden sein müßte, — 100000 Mk. fehlen. Thea wird verhaftet unter dem dringenden Verdacht der Tat, und nun beginnt der erschütternde Kampf der Prokuristin, die anscheinend mehr weiß, als sie aussagt. Es ist ein Kampf um den Geliebten — ihre entlastende Aussage würde den toten Bank- direktor und den ahnungslosen Reffen in mancher Hinsicht schwer belasten — dem Strafverteidiger Holten gelingt es, die Kette des Indizienbeweises zu sprengen. Als Täter wird der Hausbursche^ Schwartzkopf entlarvt und verhaftet. Schon hat die Journaille Sensationsberichtc über die „schöne Mörderin" veröffentlicht, was der Vorsitzende des Schwurgerichtes, Paschen, (Paul Henckels) aufs schärfste verurteilt. Paul Henckels mit seinen bekannten sensiblen Gesten zeigt sein Können von einer neuen sympathischen Seite. Im übrigen fehlt es nicht an allen möglichen sympathischen und unsympathischen Figuren. Ergreifend, der abgebaute alternde Kassierer Stopp (H. H. Schaufuß) und seine Frau (Josefine Dora). Abstoßend und dem Hausangestellten einer Bank wenig entsprechend, der' Diener Schwartzkopf — man traut ihm von Anfang an alles, nur nichts Gutes zu. Die Geschichte ist in ihrem psychologischen Aufbau durchaus glaubhaft und hält sich frei von "kriminalistischen Unmöglichkeiten, wozu diese Filmgattung leicht verführt.
Im Beiprogramm zeigt der Holzschnitzer seine Kunst Außerdem wird ein alter Bekannter aus der stummen Zeit" eine tolle Filmgroteske lebhaft belacht. Wo bleibt eigentlich die echte, rechte tönende Filmposse bei der man aus dem Lachen nicht mehr herauskommt?". Auch der hanbuchene Ulk hat ab und zu seine Berechtigung - besonders in der Fastnochtszeft