Stadt und Land typtterausfichten für morgen:
Qunärfiit zeitweMa ausheiternd und etwas kälter, dann wieder zunehmende Bewölkung und Nl^der- schlagsneigung, bei südwestlichen Winden wieder milder.
* Fulda, den 24. Januar 1935.
Aufhebung der Uebernahmescheine für den Erzeuger von Landbutter.
Nach den seitherigen Bestimmungen war derjenige Rauer der die von ihm hergestellte Landbutter nicht im Smi Betrieb verwandte, oder direkt an den Verbraucher absetzte, gezwungen, einen Uebernahme,chem für den Berkau von Landbutter an Händler zu beantragen. Dieses Verfahren war wegen der Vielzahl der Betriebe aukerordentlich schwierig und kaum zu kontrollieren. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft sieht daher künftig davon ab, solche Uebernahmescheine von den Bauern noch weiterhin zu verlangen.
Die Abgabe von Landbutter an Händler ist also zukünftig an keinerlei Beschränkungen geknüpft.
Diese Mastnahme bedeutet jedoch nicht etwa eine bewußte UnterMhuna der Landbutterherstellung. Im Gegenteil stehen sämtliche maßgebenden Stellen nach wie vor auf dem Standpunkt, daß im gesamtwirtschaftlichen Jnteressee überall dort wâ keine besonderen Harten entstehen, die Milch
Bauern an die Molkerei zur Herstellung von Molkereibutter zu liefern sei. (a. d. Deutschen Molkerei-Zeitung Nr 2 vom 10. Januar 1935).
Vorschriften über Preisschilder und Preisverzeichnisse beachten!
Dem Reichskmmissar für Preisüberwachung sind Klagen darüber vorgebracht worden, daß die Vorschriften über Preisschilder und -Verzeichnisse noch immer nicht hinreichend beachtet werden. Folgende besondere Klagen wurden vorgebracht:
1. Häufig seien die Preisaushänge so undeutlich geschrieben, daß man sie kaum lesen könne.
s 2. In vielen Fällen fehlten die vorgeschriebenen Angaben über Gewicht, Maß oder Stückzahl.
j 3. Es käme auch vor, daß irreführende Preisbezeichnungen gemacht würden, indem z. B. zu einem in großer Schrift verzeichneten Preise die Worte „von — an" oder „Anzahlung" in kaum erkennbarer Weise hinzugesetzt würden.
4. Es seien sogar Fälle beobachtet worden, in denen Preisaushänge auf beiden Seiten mit verschiedenen Preisen beschrieben worden seien, so daß dem Kunden nach Bedarf die eine oder die andere Seite zugewendet werden konnte.
Bekanntlich stehen den Polizeibehörden auf Grund des Paragraphen 7 der Verordnung über die Befugnisse des Reichskommissars für Preisüberwachung vom 8. Dezember 1931 in der Fassung der Verordnung vom 15. April 1932 Zwangsmittel zur Verfügung, die gegen Verstöße gegen die Preisschildervorschriften angewandt werden sollen. Bei be- sonders schweren Verstößen wird auch die Schließung der Betriebs- und Gesähiftsräume auf Grund des Paragraphen 2 der erwähnten Verordnung in Betracht kommen.
Pflichtanmelvung der Einzelhändler zum Gesamtverband des Deutschen Einzelhandels!
Der Gesamtverband des Deutschen Einzelhandels hat durch den Drahtlosen Dienst über alle deutschen Sender folgendes zur Kenntnis gegeben:
„Jeder Einzelhändler, der bei seiner Meldung zur Pflichtorganisation die rote Plakette mit der Aufschrift „Gemeldet beim Gesamtverband des deutschen Einzelhandels" erhalten hat, soll diese am Fenster oder an der Tür seines Eeschäftslokals anbringen. Er erspart sich hierdurch unnötige Nachfragen durch die Meldestellen.
Alle Einzelhändler, die ihrer Meldepflicht noch nicht nachgekommen sind, werden ausgefordert, dies unverzüglich zu tun. Wer sich nach dem 31. Januar 1 935 noch nicht gemeldet hat, muß neben den Beiträgen zur Abgeltung der entstandenen Mehrkosten eine Meldegebühr von drei Reichsmark entrichten."
Die zuständige Meldestelle für das Gebiet Hessen-Nassau (Süd) ist die
Einzelhandels-Gemeinschaft Hessen-Nassau (Süd e. V. Frankfurt am Main — Börse.
Dort sind die Fragebogen anzufordern.
Vom Finanzamt wird uns geschrieben:
In einer Bekanntmachung des Herrn Präsidenten des Landesfinanzamts in Kastel, die allen Gemeindebehörden des Finanzamtsbezirks zur weiteren Bekanntgabe — durch Aushang — zuging, wurden die Werte der S a ch b e z ü g e für die Zwecke des Steuerabzugs vom Arbeitslohn neu festgesetzt. Die Arbeitsgeber werden auf diese Bekanntmachung besonders hingewiesen. Die Arbeitgeber- organisationen wurden gebeten, die Bekanntmachung in ihren Fachzeitschriften abzudrucken. Nähere Auskunft erteilt im Einzelfall das Finanzamt.
Cäsar oder Christus?
Am Freitag, den 25. Januar, findet im Evangelischen Gemeindehaus unter Mitwirkung erster Berufsschauspieler eine einmalige Aufführung des neuen religiösen Schauspiels: „Cäsar oder Christus?" (Um Jesu Willen!) von Bernt Glöckner statt. In 4 packenden Auszügen schildert uns das Drama den Leidensweg der ersten Christen. Es wird auch hier einen tiefen Eindruck hinterlassen. Wir verweisen auf die Anzeige in der heutigen Nummer.
„Ich für Dich — Du für mich!"
Der Arbeitsdienst ist die Schule, die jeder heute zu durchlaufen hat, und in seinen Lagern wächst der deutsche Mensch rn eine neue Lebensform herein. Wie dies geschieht, und was für Probleme sich dabei zeigen, das führt der Film „Ich für Dich — Du für mich!" uns vor Augen, der im Augenblick im Neuen Theater, Hindenburgstraße, läuft.
Neue Ferusprech-Gcbühren.
Infolge Vermehrung der Zahl der an die Ortsnetze Fulda und Schmalnau «»geschlossenen Fernsprech- hauptanschlUsse erhöht sich gemaäß § 4 der Fernsprech ordnung vom 15. 2. 1927 die monatliche Grundgebühr vom 1. April 1935 an in dem Ortsnetz Fulda von 5 RM. auf 5,50 RM. und in dem Ortsiretz Schmalnarr von 3 RM. auf 3,50 RM.
Das Kurhessische Landesorchster e. V.
spielt am Freitagabend 6.50 bis 7.35 Uhr im Reichssender Frankfurt a. M. Das Kurhessische Landesorchester gibt auch demnächst in Fulda ein Unterhaltungskonzert.
Die Kleingärtner und Kleinsiedler der Ortsgruppe Fulda hielten am Mittwochabend im großen Saale des evangel. Gemeindehauses einen gut besuchten Schulungsabend ab. Nach einleitenden Worten des Schulungsleiters Hennemuth hielt die Gartenbaulehrerin Frl. Gauger einen aufklärenden Vortrag über Gemüsekrankheiten und Schädlingen an den Gemüsepflanzen. Als vorbeugende Maßnahmen empfahl die Rednerin: Beschaffung von fehlerfreiem Saatgut, nicht zu dichtes Säen und Pflanzen, richtige Sortenauswahl und als Hauptbedingungen: Wechselwirtschaft in den Gärten, richtige Düngung, Verbrennen der Strünke nach der Ernte und rechtzeitige Vertilgung der Unkräuter. Sodann verbreitete sich die Rednerin eingehend über die pilzlichen Krankheiten der Gemüsepflanzen, erklärte ihre Erkennungsmerkmale und gab Mittel zu ihrer Vertilgung an. Ferner sprach sie über die sehr zahlreichen tierischen Gemüseschädlinge und machte besonders aufmerksam, d a ß b e i m Auftreten des Kartoffelkäfers in Gärten sofort der Polizei Meldung erstattet werden muß. Der Schulungsleiter Hennemuth dankte der Vortragenden für ihre sehr klaren Ausführungen und teilte u. a. mit, daß dieses Jahr von einer gemeinsamen Samen- und Pflanzenlieferung für die Ortsgruppe abgesehen werden soll. In der sich anschließenden Aussprache machte Hauptlehrer a. D. Agrikola darauf aufmerksam, daß zu einer der größten Schädlinge der Gemüsegärten auch die „Erdeule" gehöre. Ter Schulungsleiter bat dringend, die ferneren drei Schulungsvorträge, von denen zwei in der Harmonie stattfinden, recht zahlreich zu besuchen. Mit einem dreifachen Sieg-Heil schloß er die Versammlung.
Arbeitsbeschaffung für das Bauhandwerk.
Wichtig ist, daß zu Ende des Winters die Beschäftigung des Bauhandwerks nicht langsam wie in früheren Zeiten, sondern sofort in Gang kommt. Deshalb muß die Arbeitsbeschaffung schon jetzt durch Erteilung von Bauaufträgen einsetzen. Die Bausparkasse Deutsche Bau- und Siedelungs- gemeinschaft (DBS.) in Darmstadt hat diese notwendige Vorbereitung getroffen. Nachdem sie als Weihnachtsgabe mit einer Vergebung von Baudarlehen im Werte von über 1 Million Reichsmark herausgekommen ist, nimmt sie nach einem Monat wieder eine Darlehensvergebung von 1 090 000 RM. zur Erstellung von 109 Eigenheimen vor. Die Gesamtdarlehensvergebung der TBS. steigt damit auf 60% Millionen Reichsmark zur Erstellung von 5276 Eigenheimen.
Fuldaer Viehmarkt.
Auf dem heute abgehaltenen Viehmarkt waren 358 Stück Vieh aufgetrieben. Es wurden bezahlt pro Stück: Kühe 1. Qual. 300—350 Mark, Kühe 2. Qual. 200—250 Mark, Kühe 3. Qual. 120—160 Mark, hochträchtige Rinder 250— 300 Mark, 1—1% jährige Rinder 120—180 Mark, %—1- jührige Rinder 80—120 Mark, Ochsen 260 bis 320 Mark, Fahrstiere 200—250 Mark, 1—1% jährige Stiere 100—160 Mark. Kälber: das Pfund Lebendgewicht 24—28 Pf. — Der nächste Viehmarkt findet am 14. Februar dieses Jahres statt.
Mit dem Auto gegen einen Baum gerannt.
Ein Toter — ein Schwerverletzter.
Fritzlar. Mittwoch mittag zwischen 12 und 1 Uhr ereignete sich auf der Kassel—Frankfurterstraße, südlich Fritzlars, ein folgenschwerer Verkehrsunfall. Regierungsreferendar Freiherr v. Brandis, der in Begleitung des erst seit einigen Tagen bei der hiesigen Kreisoerwaltung tätigen Kreisoberinspektors Nicodemus von Fritzlar in Richtung Kalbsburg fuhr, geriet mit seinem Wagen infolge der Feuchtigkeit der Straße ins Schleudern. Er verlor die Gewalt über das Steuer und der Wagen rannte in voller Fahrt gegen einen auf der linken Straßenseite stehenden Apfelbaum. Zwei gerade von der Kalbsburg kommende Personen, die das Schleudern des Wagens beobachteten, konnten sich im letzten Augenblick durch einen schnellen Sprung von der Straße durch den Graben auf das Feld in Sicherheit bringen. Als sie kaum eirtige Meter weiter gegangen waren, hörten sie hinter sich den wuchtigen Anprall des Wagens gegen den Baum. Durch den heftigen Anstoß des Wagens erlitt Kreisoberinspeltor Nicodemus einen schweren und sofort tödlich wirkenden Schädelbruch, hervorgerufen durch das Anstoßen des Kopfes gegen die Wagendecke. Freiherr v. Brandis, der Führer des Wagens, trug eine schwere Gehirnerschütterung und Verletzungen an Armen und Deinen davon. Durch die Fußgänger wurde die Behörde in Fritzlar benachrichtigt. Die Polizei und der Sanitätskrankenwagen waren schnellstens zur Stelle. Die Opfer des Unfalls wurden sofort zum Krankenhaus bzw. zum Leichenhaus gebracht. Der schwerbeschädigte Wagen wurde nach Aufnahme des Tatbestandes durch die Polizei abgeschleppt.
Der tragische Tod des jungen und lebensfrohen Beamten, der in Fritzlar erst vor einigen Tagen eine neue Arbeitsstätte gefunden hatte, sowie die schwere Verletzung des Re- gierungsreserendars, riefen in der Bevölkerung allgemeines Mitleid hervor. Der tödlich Verunglückte, der im 36. Lebensjahre stand, und dessen Familie zurzeit noch in Wildungen wohnhaft ist, hinterläßt eine Frau und zwei unmündige Kinder.
Kassel, 23. Jan. (Widerspenstiger Arbeitgeber in Haft.) Wie das Gaupresseamt der Teutschen Arbeitsfront'Gau Kurhessen mitteilt, wurde ein Betriebsführer in Willingen, der wiederholten Anordnungen der Teutschen Arbeitsfront und des Treuhänders der ^Arbeit nicht Folge leistete, auf Veranlassung der Kasseler Staatspolizeistelle in Haft genommen.
Kirchbauna (Landkr. Kassel). (9 Zen tn e r s ch w e r e s Schwei n.) In Kirchbauna wurde der Zuchteber „Hans" geschlachtet, der das stattliche Gewicht von fast 9 Zentnern hatte. „Hans" gehörte dem Erbhofbauer Cyriakus Kümmel, Kirchbauna, war 2% Jahre alt, 2,35 Meter lang und diente der Gemeinde Kirchbauna 1 % Jahre als Zuchteber.
Herborn, 23. Januar. (Bis jetzt 28 Erbhöfe im D i l l k r e i s.) Bei dem Anerbengericht Herborn, das für den gesamten Tillkreis zuständig ist, sind bis jetzt 28 Erbhöfe in die Erbhöferolle eingetragen. In das Gemeindeverzeichnis waren 132 Höfe ausgenommen, davon wurden in bat’ gerichtliche Verzeichnis 48 übernommen. In 32 Fällen wurde Einspruch gegen die Eintragung in das gerichtliche Verzeichnis eingelegt, in 11 Fällen wurde dem Einspruch stattgegeben: in 9 Fällen ist die Entscheidung über die Erbhofeigenschaft noch nicht rechtskräftig.
Gießen, 22. Jan. (Der Tag der Reichsgrün - d u n g an der Universität Gieße n.) In Ergänzung unserer gestrigen Meldung über die Feier des Reichsgründungstages an der Universität Gießen sei heute noch berichtet, daß am 30. Januar wie in früheren Jahren wie
derum eine offizielle Reichsgründungsfeier der Universität Gießen in dem traditionellen Rahmen stattfinden wird. Bei diesem Festakt wird der Direktor des Landwirtschaftlichen Instituts der Universität Gießen, Professor Dr. Sessous, aus seinem Fachgebiet einen Feftvortrag über das Thema „Die Pflanzenzüchter und ihre Bedeutung für die Selbstversorgung des deutschen Volkes" halten.
Gießen, 21. Jan. (Einweihung einer Kreis- führers chule der NSDAP.) In Gegenwart von Abordnungen aller Gliederungen der Partei und einer großen Menschenmenge wurde gestern in dem festlich geschmückten Nachbarorte Lollar eine Kreisführerschule der NSDAP, feierlich eröffnet. Die Hauptansprache hielt der Kreisleiter Pg. Klostermann, ferner sprach noch der Kreisschulungsleiter Pg. Michel. Die neue Führerschule besteht aus einem Unterrichtsraum und einem Schlasraum für die Kursusteilnehmer. Tie Räume befinden sich in dem Gebäude der neuen Schule der Gemeinde Lollar. Zu ihrer Ausgestaltung haben die Buderusschen Eisenwerke erheblich mitgeholfen. Für die Verpflegung der Kursusteilnehmer wird aus der Küche der landwirtschaftlichen Berufsschule gesorgt.
Frankfurt, 23. Jan. (Mutter tötet ihr neugeboren e s K i n d.) In der Vergerstraße hat vor einigen Tagen eine verheiratete Frau ihr neugeborenes Kind sofort nach der Geburt getötet, angeblich, weil ihr Mann arbeitslos ist und ein zweites Kind nur schwer ernähren könne. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen der Mordkommission hat der Ehemann von der Tat seiner Frau aber keine Ahnung gehabt. Die Frau hatte sich aus dem Schlafzimmer geschlichen, um ihre Niederkunft im Klosett abzuwarten und so ihre Tat ungestört ausführen zu können. Ten Ehemann ließ die Frau am Morgen in dem Glauben, sie hätte einen Mißfall gehabt. Nachdem der Mann dann seine Frau ins Krankenhaus gebracht hatte, mußte er bei seiner Rückkehr in die Wohnung eine furchtbare Entdeckung machen. In einem Pappkarton fand er die Leiche des er= nordeten Kindes. Bezeichnend für die Tat der Frau ist es, daß sie sich schon seit Monaten mit dem Gedanken getragen hat, das Kind, falls es lebend auf die Welt kommen sollte, sofort beiseite zu schaffen.
Frankfurt a. M., 22. Jan. (Todeinesbekannten Musiklehrers und Komponisten.) Sonntag nacht verschied plötzlich an einem Hirnschlag der besonders in Süddeutschland bekante Komponist und Musikdirektor Karl Kern im 68. Lebensjahr. In Erbach i. O. geboren, studierte er am Hoch'schen Konservatorium in Frankfurt am Main, wo er inäter über 30 Jahre als Lehrer tätig war. Als Dirigent größerer Vereine und als Preisrichter, u. a. auch mehrmals im Ausland, ist er besonders hervorgetreten. Auch war er Mitgründer des Vaterländischen Gesangvereins Ehrenfeld. Auf dem Teurschen Sängerfen in Wien 1928 sang der Newyorker Gesangverein „Arion" einen seiner Kunstchöre.
Hanau, 22. Januar. (Schnellzug gegen Langholzfuhrwerk.) Ein aufregender Vorfall spielte sich gestern nachmittag auf der Bahnstrecke Niederrodenbach— Wolfgang ab. Einem Langholzfuhrwerk, das aus dem Walde kommend den Bahnübergang passieren wollte, brach ein Wagenrad, als im gleichen Augenblick ein Schnellzug aus Richtung Langenselbold heranzebraust kam. Ter Zug konnte nicht mehr schnell genug zum Halten gebracht werden, so daß er das Fuhrwerk am hinteren Teil faßte, die geladenen Stämme glatt durchschnitt und den ganzen Wagen umwarf. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.
Darmstadt, 23. Jan. (Wieder Kokainschmuggler in Darmstadt fest genommen.) Vor acht Tagen erst stand ein Ausländer vor dem Strafrichter, um sich wegen Kokainschmuggels zu veranrworten. Am Montag versuchten wieder zwei in Darmstadt zugereiste Persönlichkeiten. sich auf dem gleichen Schleichwege Kokain bei der Firma Merck zu verschaffen. Im Gegensatz zu den andern Schmugglern gingen sie dreist auf ihr Ziel los und verlangten Kokain, das sie sofort bezahlen wollten. Zu diesem Zweck hatten sie sich mit Geldmitteln genügend eingedeckt. Da sie die erforderliche Genehmigung nicht aufweisen konnten, wurden sie vom Platz weg verhaftet. Nach Angaben des einen Ausländers ist das Merck!che Kokain auf dem Weltmarkt sehr begehrt.
Alzey, 23. Jan. (Derbe sie Kyffhäuser-Schütze ein Alzeyer.) Eine vortreffliche Schützenmannschâfi steht in den Reihen des Alzeyer Militärvereins. Im Weltkampf um den Wanderpreis des Kyffhäuserbundes und die Reinhard-Pokale, an dem 4188 Vereine in ganz Deutschland teilnahmen, klassifizierte sie sich an zweiter Stelle mit nur vier Punkten Rückstand hinter dem ersten Sieger, dem Bochumer Kriegerverein. Die beste Leistung im gesamten Kyffhäuserbund vollbrachte Schütze Kunz-mit 175 Singen. Eine große Anzahl goldener, silberner und bronzener Ehrennadeln wurde außerdem errungen.
Ein vorbildliches Beispiel!
Nach der siegreichen Volksabstimmung an der Saar und der Entscheidung des Völkerbundes, die das Saargebiet zum 1. März 1935 ungeteilt an Deutschland zurückgibt, wird in wenigen Wochen eine Frage von weltpolitischer Bedeutung, die 15 Jahre im Mittelpunkt des Interesses stand, im Sinne Deutschlands entschieden. Die große Freude über den deutschen Sieg an der Saar kommt nicht nur aller Orten in Jubel und Begeisterung zum Ausdruck: aus allen Teilen des Reiches laufen beim Saarbevollmächtigten des Führers, Gauleiter Bürckel, Spenden über Spenden ein, die ^azu dienen sollen, die Not und das Elend an der deutschen Saar zu mildern.
Aber auch die 150 Millionen Mark, die das Deutsche Reich für den Rückkauf der Saargruben an Frankreich zu zahlen sich verpflichtet hat, will das ganze deutsche Volk, will jeder einzelne deutsche Volksgenosse mit tragen helfen. Als erste Spende für diesen Zweck aus dem Gau Kurhessen hat die Ortsgruppe Kloster Haina im Kreise Frankenberg 200 Reichsmark zur Verfügung gestellt, ein Beispiel, dem gewiß zahllose andere Volksgenossen. Vereine. Verbände usw. folgen werden. Alle Spenden für den Rückkauf der Saargrüben sind zu richten an die Reichsleitung der Deutschen Arbeitsfront in Berlin.
Lehte Nachrichten.
Berlin. In Privatbesitz wurde eine Edison Phonogra phenwahe entdeckt, die im Jahre 1889 von Johannes Brahms bespielt worden ist. Durch Umspielen der alten Originalaufnahme auf eine Grammophonplatte ist es gelungen, dieses einzigartige Kulturdokument der Oeffent- Uchkeit zu erhalten und zugängig zu machen.
Braunschweig. Die Schulkinder der Dorfschule Lerbach im Harz haben dem Rohrbacher Hannes, der bekanntlich wegen seines Eintretens für die deutsche Front seine Stellung verloren hat, ein Lebensmittelpaket gesandt.