Stadt und Land
Wetterausßditen für morgen :
^kbbofkti^ Winden voraussichtlich orößete Unbeständigkeit des Wetters mit einzelnen Niederschlägen, ziemlich mild.
Der amtliche Wintersport-Wetterbericht von Dienstag, 99 für die Rhön vermutet tn den nächsten Tagen Nie- SÄ'Ä K°bi-S-n->-Schn-- fallen, im iib-i. E wird die Wetterlage statu bleiben. Im einzelnen ynnilerkuppe: Nebel minus 2 Grad 37 cm ffiÄ Schi und Rodel gut. - Gersfeld-. KS l W 15 cm Körnerschnee, davon 2 cm bewölkt minus I W _ Kreuzberg: bewölkt, Su?3 Grad 35 cm Schnee (Rauhreif), Schi und Rodel ™ f Damm ersfeld : Nebel, minus 3 Grad, 40 cm &ee (verharscht), davon 2 cm neu, Schi und Rodel gut.
* F ulda, den 23. Januar 1935.
QUr Werbewoche des deutschen Jungvolks.
Don Kreisleiter Bürgermeister Ehser.
Das deutsche Jungvolk, die Organisation unserer Leut- lcken JuEN von 10 bis 15 Jahren, hat mit dem gestrigen Age MM Werbewoche begonnen die Len Zweck haben soll, der Öffentlichkeit zu zeigen, mit welchem Ernst und Aus- Muer unsere Jungen für das Leben erzogen werden sollen. Ich nehme deshalb gerne Lie Gelegenheit wahr, auf die austerordentliche Wichtigkeit „dieser nationalsozialt, tischen Jugendorganisation hinzuweisen. „
° ^wei Jahre nach der Machtergreifung durch den Führer sind ins Land gegangen. Gewaltiges ist geleistet worden, aber gar zu oft' mästen wir feststellen, daß die gutgemeinte Arbeit Les Führers nicht verstanLen wird, weil ein Grotzteil Les deutschen Volkes die wirkliche Schule des Nationalsozialismus nicht Lurchgemacht hat. Gerade hier liegen die wichtigen Aufgaben, die nur von den nationalsozialistischen Jugendorganisationen gelöst werden müssen.
Im deutschen Jungvolk, Las als Sammelbecken der gesamten deutschen männlichen Jugend anzusehen ist, soll die innere Umformung zum echten Nationalsozialismus durchgeführt werden. Auch auf das, was gerade hier in Fulda bei der Jugend vollbracht wurde, können wir alte Nationalsozialisten stolz sein. Eine gutgeschulte Führerschaft steht hier zur Verfügung, die tagtäglich unter voller Rücksichtnahme auf Tradition und Ueberlieferung zielbewußt ihren Weg geht und heute kann schon gesagt werden, daß die Arbeit nicht umsonst war.
Wem lacht nicht das Herz im Leibe, wenn im strammen Marschtritt mit Trommeln und Fanfaren unsere Pimpfe durch die Straßen marschieren, wer empfindet nicht die Freude Ler Jungen aus den strahlenden Augen. Gerade hier liegt die Zuversicht für die Zukunft und hier liegt die Möglichkeit aus Lem deutschen Volke ein Volk von Nationalsozialisten zu machen.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch allen Eltern zurufen, ihre Jungen in das deutsche Jungvolk zu schicken, denn sie können die Ueberzeugung haben, daß hier alles getan wird, die Jugend zu rechtschaffenen Menschen heranzuziehen.
Wenn nächste Woche das Jungvolk von,Fulda die langersehnte Jungbannfahne erhält und in einer öffentlichen Kundgebung der Jugend übergeben wird, dann hoffe ich, daß auch die noch fernstehenden Jungen restlos zum deutschen Jungvolk kommen, um dann gemeinsam mit Len anderen im deutschen Jungvolk die Schule des Nationalsozialismus zu erleben.
Nicht idealistische Schwärmer wollen wir erziehen, sondern Menschen, die mit der Kraft ihrer inneren Begeisterung das harte Leben zu meistern verstehen, Menschen, die das Grundgesetz des Sozialismus in ihre Blutbahn geimpft bekommen haben: Latz Hilfe für den vom Schicksal geschlagenen Kameraden nie durch Almosen geleistet werden kann, sondern ausschließlich durch Kameradschaft.
Berfallsliteratur oder volksverbundenes Stdrifttum?
Es ist noch nicht allzulange her, da wurde das Gesicht der deutschen Kultur bestimmt von einer kleinen Gruppe volks- und rassefremder Literaten und Künstler. Es ist uns heute, als läge diese dunkle Epoche deutscher Geschichte schon weit zurück, so sehr hat eine Helle und hoffnungsstarke Gegenwart die Schatten der Vergangenheit in uns ausgelöscht. Versetzen wir uns noch einmal zurück in die Zeit, bevor die nationalsozialistische Revolution ihre große Säuberungsaktion begann. Wie sah es in Deutschland aus, wie war es um die deutsche Kultur bestellt? Gewiß, die Verlage waren produktiv, es wurde gedruckt und verkauft, stolz wies man auf die steigende Zahl'der Neuerscheinungen und auf die Auflagenrekorde einiger Schlager hin, aber wir hatten kein deutsches Schrifttum. Was sich da in den Vordergrund drängte, was in den Zeitungen und Zeitschriften über alles Maß gelobt wurde, was man dem deutschen Volke als letzte Offenbarung aufredete, das waren die geschickter: Erzeugnisse behender und geschäftiger Fremdlinge. Von allen Seiten stürmte es auf den dieser Flut meist wehrlos preisgegebenen deutschen Menschen ein. Nahm er eine Zeitung zur Hand, so stand er unter dem Einfluß der jüdischen Zeitungsherren, ging er ins Theater oder in das Kino, so durfte er sicher sein, jüdische Autoren und Schauspieler zu erleben.
Heute sind wir über diese dunkle Epoche hinweg. Die deutsche Revolution hat den Weg freigemacht für die volksverbundenen Dichter, die von einer jüdischen Presse jahrelang totgeschwiegen worden waren. Heute wird das deut- jche Schrifttum getragen von Deutschen, die im Volke fest wurzeln und das Schicksal ihres Volkes dichterisch gestalten. Wir brauchen nur an Namen wie Blunck, Grimm, Wehner, Anacker, Kolbenheyer, Schäfer, Schmückle usw. zu denken, um zu wissen, daß unser Schrifttum heute wirklich deutsch ist.
Einer der jungen deutschen Dichter dieser Zeit ist Heinz Steguweit, der mit einem Schlage durch seinen Roman „Der Jüngling im Feuerofen" in ganz Deutschland bekannt wurde. Kein müdes Heimkehrerbuch, wie so viele, war dieser Roman, sondern ein hoffnungsfrohes Erlebnis. Ein weiterer Roman „Heilige Unrast" erscheint in den ersten ânaten dieses Jahres. Außerdem wurde im Laufe dieses Winters in vielen deutschen Städten seine Komödie „Der Herr Baron fährt ein" uraufgeführt.
Der Dichter liest am 6. Februar d. J. i m Eva n g. G e in e i n d e h a u s im Rahmen eines von der Ortsgruppe »ulda der Berufshauptgruppen der DAF. veranftalte- ren Dichterabends aus seinen eigenen Werken. Es sei heute Ichon auf diese wertvolle Veranstaltung hingewiesen.
Personalnachrichtcn.
; Vöftfefretär Haack ab 1. Februar vom Postamt Gersfeld nach Veckerhagen bei Kassel,
Eett zum 1. Januar 1935 seine einst- ©ctlisâ AnstEng fit TchcâlLdhpf bei 3M
Mitteilungen des städtischen Wohlfahrtsamtes.
Betrifft: Antragstellung auf Bewilligung der Reichsver- billigungsschelne für Speisefette.
Vom städtischen Wohlfahrtsamt werden wir um die Veröffentlichung folgenden Hinweises gebeten:
Zwecks Bewilligung bezw. Weitergewährung des Reichsverbilligungsscheines für Speisefette mutz ein besonderer Antrag gestellt werden. Die Aufnahme der Anträge findet in nachstehender Reihenfolge statt. Als Unterlagen müssen vorgelegt werden:
Meldekarte bezw. Unterstlltzungsausweis, Mietbuch, sowie amtliche Unterlagen über das Alter der Kinder (Familienstammbuch, Geburtsurkunden, Rentenbescheid). Personen, welche Unterstützung vom Arbeitsamt erhalten, brauchen beim Wohlfahrtsamt keinen besonderen Antrag zu stellen.
Die Anträge werden auf Zimmer 13 (Schalterraum des Wohlfahrtsamtes) entgegengenommen.
Reihenfolge:
1. Klein- und Sozialrentner, welche vom Wohlfahrtsamt unterstützt werden Donnerstag, den 24. Januar 1935 Buchstaben: A—R von 8% bis 12 Uhr; Vuchenstaben S—Z. von 2 bis 4 Uhr.
2. Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene; welche nach dem RVG. Zusatzrente beziehen bezw. bis Dezember v. I. bezogen haben: Samstag, den 26. Januar 1935 von 8% bis 12 Uhr.
3. Für Wohlfahrtserwerbslose und Stadtarme: Montag, den 28. Januar 1935 von 8^ bis 12% Uhr.
Bemerkt wird hier nochmals, daß Alu- und Kru-Unter- stützungsempfänger, auch wenn diese vom Wohlfahrtsamt zusätzlich betreut werden, keinen Antrag zu stellen brauchen.
Für die Fürsorgearbeiter, welche beim Stadtbauamt beschäftigt werden, wird die Zeit der Antragstellung an der Arbeitsstelle angeschlagen.
4. Für die übrigen arbeitsunfähigen Rentenempfänger der Unfall, Invaliden-, Angestellten- und knappfchaftlichen Pensions-Versicherungen, sowie die Empfänger von Elternbeihilfe, welche vom Wohlfahrtsamt nicht als Sozialrentner betreut werden oder eine sonstige Unterstützung erhalten: Dienstag, den 29. Januar 1935 Buchstaben: A bis N von 8% bis 12 Uhr; Buchstaben: O bis Z von 2% bis 6 Uhr.
5. Die Empfänger von Vorzugsrente nach dem Anleiheablösungsgesetz, soweit diese nicht als Klein- oder Sozialrentner bereits Antrag gestellt haben, sowie
6. Kinderreiche Familien — mit drei bei Witwen mit zwei oder mehr unterhaltsberechtigten minderjährigen Kindern sowie Familien aus Handel und Gewerbe mit mäßigem Einkommen, soweit diese noch nicht unter den vorstehenden Gruppen berücksichtigt worden sind oder beim Arbeitsamt in Betreuung stehen: Samstag, den 2. Februar 1935 von 8% bis 12 Uhr. Nettolohnbescheinigung Dezember/Januar bezw. Einkommensteuerbescheid, Stammbuch und Mietbuch mitbringen.
7. Personen (Arbeitnehmer), deren Lohn und sonstiges Einkommen den Richtsatz der öffentlichen Fürsorge nicht wesentlich überschreitet. Zugrundegelegt wird das Gesamteinkommen der Familie (Ehemann, Ehefrau und Kinder) — Nettolohnbescheinigung vom Monat Dezember und Januar, sowie Stammbuch oder Geburtsurkunden und Mietbuch sind vorzulegen. Montag, den 4. Februar 1935. Buchstaben: A bis einschl. N von 8% bis 12 Uhr: O bis einschl. Z von 2% bis 6 Uhr.
Da es sich um eine Terminsache handelt, müssen die vorstehend festgesetzten Zeiten unbedingt eingehalten und die geforderten Unterlagen mitgebracht werden. Nachzügler werden nicht berücksichtigt.
Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß das Wohlfahrtsamt an den vorstehenden Tagen für den übrigen Gefchäftsverkebr geschlossen bleibt.
Die Zeit der Angabe des Reichsverbilliqungsscheines für Speisefette wird noch besonders bekanntgegeben.
Vertauschte Mäntel.
Anläßlich einer im hiesigen Bürgervereinshaus am 16. Januar d. I. abgehaltenen Richtfestfeier wurden unter den Beteiligten mehrere Wintermäntel an Ler unbeaufsichtigten Garderobe vertauscht. Einige solcher vertauschter Mäntel sind inzwischen den Eigentümern wieder zugestellt worden. Es fehlt noch ein ganz neuer hellgrauer schwerer Mantel, an dessen Stelle ein anderer Mantel hängen blieb. Da es sich auch in diesem Falle offenbar um ein Versehen handelt, wird der jetzige Besitzer gebeten, den Mantel bei dem Fundbüro im StaLtschloß einzutauschen.
40 000 sehen den Film „Ich für dich — du für mich" in Kassel.
Ein gewaltiger Erfolg und ununterbrochener Massen- besuch war dem Earl Froelich-Film „Ich für dich — du für mich" in Kastel beschieden. Zweimal mußte die Spielzeit verlängert werden. Ueber 40 000 Besucher sahen bis zum vergangenen Sonntag, dem 13. Spieltag das große Spiel* filmwerk. Ein Filmbesuch, wie ihn Kastel bisher noch nicht erlebt hat.
Hellsehen und Telepathie.
Der bekannte Vortragende Wilhelm Eubisch. Dresden, sprach gestern Abend im Stadtsaal. Um es gleich vorweg zu nehmen: Eubisch ist nicht nur ein Experimentator von erstaunlicher Begabung, sondern auch ein kritischer Forscher, der sich nicht scheut, auch seine eigenen Leistungen unter die prüfende Lupe zu nehmen. Dementsprechend gliedert sich sein Vortrag in 2 Teile. Im ersten wird nach einer kurzen, die Aufgaben des Abends erläuternden Einleitung, sofort zu den praktischen Vorführungen geschritten, die in das Gebiet des Hellsehens, der Telepathie, Suggestion usw. gerechnet werden. Es werden derartige Phänomene _ an verblüffenden Beispielen demonstriert. Geradezu unfaßbar wirkt es, mit welcher Prägnanz die Aussagen erfolgen und in welch hohen Prozentsätzen seitens der Versuchspersonen die Richtigkeit bestätigt wird. Ist somit der erste Teil reich genug an Interessantem. so liegt im zweiten Teil das eigentliche Schwergewicht. Das ist keine trockene langweilige Theorie, sondern lebendigste Veranschaulichung. Allen, die sich positiv oder negativ mit dem Thema befaßt haben, muß der Besuch des Vortrages warm empfohlen werden. Aber selbst wer bisher diesen Dingen fremd oder gleichgültig gegenüberstand, wird erstaunt sein, welch geistvollen Unterhaltungsftoff der Vortrag bietet. Dem Vcr- nehmen nach sollen noch weitere Vorträge hier stattfinden. (Obiger Artikel wurde uns über den Erperimentalabcnd zugesandt.)
Kraftfahrzeuglontrolle.
, Zur Bekämpfung der in letzter Zeit aufgetretenen Mißstände hinsichtlich Anbringung und vor allem Beleuchtung der Hinteren Kennzeichen der'Kraftfabrzeugc wurde gestern Abend mehrere Stunden eine umfassende, überall schlag- Mtg em|s$enh: pplizsiUche Kstt-vAUa bey Ktaftsrhrzeuge
durchgeführt. Im Stadtkreis Fulda wurden vier Polizeikontrollstellen eingerichtet. Es wurden sämtliche Fahrzeuge angehalten und eingehend auf die vorschriftsmäßige Anbringung der Kennzeichen und auf die vorschriftsmäßige Beschaffenheit der Beleuchtung kontrolliert. Dabei wurde festgestellt, daß die Bestimmungen durchaus nicht genügend beachtet wurden. In vielen Fällen waren Kraftfahrzeug- kennzeichen überhaupt nicht, beziehungsweise ungenügend beleuchtet, so daß Anbeleuchten der Nummer auf m nde- stens 15 Meter nicht möglich war. Ferner hatten viele Fahrer die Kennzeichen mit Schlußlichtern nicht den Vor- iChristen entsprechend zwischen Fahrzeugmitte und linker Außenkante des Kraftwagens angebracht. Insgesamt wurden 48 Fahrzeuge beanstandet. Außer der zu erwartenden Geldstrafe erhielt der Führer an Ort und Stelle die schriftliche Auflage, das Fahrzeug unverzüglich in vorschriftsmäßigem Zustand der zuständigen Zentralbehörde vorzuführen.
Märkte in Fulda.
Am Fuldaer Buttermarkt wurde Butter von 1.25 bis 1.35 Mark, Eier zu 11 und 12 Pfg. gehandelt.
Gersfeld, 23. Jan. Ihre silberne Hochzeit begehen am 25. Januar der Zimmermann Johann Baier mit Frau Katharina geb. Richter in Gersield. Tas Silberpaar wohnt gleichzeitig seit 25 Jahren bei seiner Hauswirtin Maria Hildmann, Peterstraße. — Die Landwirtseheleute Ferdinand Richter und Frau Karoline Mohlmacher zu Schachen begehen am 25. Januar ihre silberne Hochzeit.
Kastel 19. Jan. (Gefängnis für einen Wohl- fahrtsbetrüger.) Das Schöffengericht verurteilte den jetzt in Frankfurt a. M. wohnenden Justus Kroll wegen Mohlfahrtsbetruges zu einem Jahr Gefängnis. Der bereits mehrfach vorbestrafte Angeklagte hatte während dreier Monate, die Zeit, in der ihm ein Betrug nachzuweisen war, das Wohlfahrtsamt um etwa 90 Mk. geschädigt, indem er sein Einkommen, das er aus Schwarzarbeit bezog, nicht angegeben und auch das Geld, das feine Frau durch Aufwartung verdiente, verheimlicht. Der Angeklagte befaß sogar die Frechheit, sich beim WHW. Lebensmittel abzuholen, die er dann an andere Leute verschenkte.
Kastel, 22. Jan. (Hohe Auszeichnung Fieselers.) Ter Aeroklub von Deutschland hat Gerhart Fieseler für seine großen Verdienste im Jahre 1934, insbesondere für seinen überragenden Sieg im Kampf um die Weltmeisterschaft im Kunstflug, den „von Tschudi-Becher" verliehen. Bei der nächsten Austragung dieses schärfsten aller Flugwettbewerbe, die bekanntlich auf das Jahr 1936 verlegt worden ist, wird Fieseler feinen Weltmeistertitel zur Verfügung stellen, da er an öffentlichen Kunstflugveranstaltungen nicht mehr teilnimmt.
Gießen, 22. Jan. (Schulschließungen wegen Grippe-Epidemie.) In dem Kreisort Lauter bei Grünberg ist die Grippe jetzt so stark aufgetreten, daß die Behörde die Schule bis auf weiteres schließen mußte. Ferner mußte in Rodheim a. d. Bieber die Volks?ckule wegen der immer weiter um sich greifenden Grippe-Epidemie vorläufig auf acht Tage geschlagen werden.
Allendorf a. d. Lumda, 22. Jan. (Die Stadt der alten Leute.) Im Anschluß an den berichteten 97. Geburtstag des hiesigen Schneidermeister Krieger, der noch nie in seinem Leben krank gewesen sein will, fei noch mitgeteilt, daß in dem Städtchen Allendorf mit rund 1 500 Einwohnern gegenwärtig 19 Personen leben, die sämtlich über 80 Jahre alt sind. Davon sind im einzelnen ein Mann 97 Jahre alt, drei Frauen und ein Mann 89 Jahre alt. ein Mann 84 Jahre, vier Frauen und ein Mann 83 Jahre, eine Frau und drei Männer 82 Jahre, zwei Frauen und zwei Männer 81 Jahre alt.
Butzbach, 22. Jan. (Betrunkener Handwerksbursche läuft in einen Fernlastzug und wird t ö d l i ch v e r l e tz t.) In der Kurve am Windhoi überquerte gestern abend auf der Provinzialstraße Gießen- Frankfurt der 67jährige Handwerksbursche Johann Förster aus Nürnberg unmittelbar vor einem aus Rèästung Pobl- Eöns kommettden schweren Fernlastzug die Straße. Er wurde von dem Fahrzeug erfaßt und zu Boden geschleudert. Hierbei erlitt er schwere Kopf- und Beinverletzungen, denen er nach seiner Ueberführung in das Nieder-Weiieler Krankenhaus noch im Laufe der Nacht erlegen ist. Wie festge- stellt wurde, war der Handwerksbursche stark angetrunken. Der Fahrer des Fernlafrzuges ist an dem Vorkommnis vollkommen schuldlos.
Frankfurt a. M. Das soziale Ehrengericht für den Treuhänderkreis Hegen verurteilte einen Betriebsführcr wegen unsozialen Verhaltens zu einer Geldstrafe von 5000 Mark.
Offenbach, 22. Jan. (Aus Unvorsichtigkeit sich selbst erschossen.) Im Kreisort Zellhaufen machte sich ein junger Mann namens Josef Simon an einem geladenen Flobert zum Spatzenschießen zu idiaffen. Plötzlich fiel ein Schuß, und Simon brach tot zusammen. Eine Kugel war dem jungen Mann unter dem Auge ins Gehirn gedrungen und führte den sofortigen Tod herbei.
Hainstadt a. M., 22. Jan. (13jähriger Lebensretter.) Beim Rodeln am ziemlich steilen Mainabhang gerieten zwei Jungen in voller Fahrt an einer tiefen Stelle in den Main. Der 13jährige Rudi Fischer sprang geistesgegenwärtig in die kalten Fluten und rettete unter eigener Lebensgefahr die bewen Jungen vom sicheren Tode des Ertrinkens.
Birkenfeld (Nahe), 20. Jan. (Ihre Treue ^ur Heimat mit dem Tode besiegelt.) Am 13. Jan. nahm die elfköpfige Familie Heß aus Birkenfeld — Vater, Mutter und neun Kinder — im Saargebiet an der Abstimmung über das Schicksal ihrer Heimat teil. Alle Familienmitglieder waren abstimmungsberechtigt und genügten in Püttlingen ihrer Stimmpflicht. Infolge der Aufregung und der Freude über das Wiedersehen mit zwei Töchtern, die aus Norddeutschland gekommen und ebenfalls nach Püttlingen gereist waren, erlitt die Mutter im Wahllokal einen leichten Schlaganfall, so daß die sonst noch rüstige Frau sich in ärztliche Bebandlung begeben mußte. 6±lteB; lich stellte sich bei ihr eine Herzbeutelentzündung ein. an der die treue saardeutsche Mutter nach kurzem Krankenlager verschied. Ihr Andenken aber wird in Püttlingen wie an der ganzen Saar und in Birkenfeld sicherlich nicht vergeßen werden.
Mitteilungen der NS.-Dienststellen.
Jungvolk-Pimpfe hcrhören!
Am Todestag des Hitlerjungen Herbert Norkus, am 24. Januar, bringen in der Zeit von 19.30 bis 20 Uhr alle deutschen Sender einen Ausschnitt aus der Weihestunde des Deutschen Jungvolkes auf der Aiarienburg.
Wir treten dieserhalb 18.30 Uhr am Heinrich-von-Bibra- Plall an und hören gemeinsam in Ler Aula Les Gymnasiums Lie ^lebertragung an.
Der StLMWfjjhrcr.