Stadl und Land
Wefterausfichten für morgen:
Fortdauer des unbeständigen und milden Westwetters.
Trotzdem Aussichten auf Wintersport?
Der Amtliche Wintersport-Wetterbericht meldet: Nutzer den beschränkten Schneesportmöglichkeiten im Riesengebirge bestehen zur Zeit nur noch Sportmöglichkeiten in den Hochalpen. Immerhin läßt die Entwicklung der Großwetterlage jetzt für die Zukunft das Auftreten verbreiteter Schneefälle in den Gebirgen erwarten, wenn auch gerade unsere Mittelgebirge in den allernächsten Tagen davon noch ausgeschlossen bleiben werden.
* Fulda, den 2. Januar 1935.
Oer Eismsnat.
Wäre Numa Pompilius nicht gewesen, so hätten wir Den Januar vielleicht nie bekommen: Pompilius, in der sagenhaften Urgeschichte Roms dessen zweiter König, soll bei der Verbesserung des Kalenders darauf bestanden haben, daß dem altitalieniscken Gotte Janus mit dem doppelten Gesicht zu Ehren ein Monat Januar eingeführl werde. So bekam die Welt also den Januar, aber das ist schon sehr lange her, und der Janusmonat hat seitdem viele Wandlungen durchgemacht.
Für uns Heutige ist er der Eis- und Hartmonat, auch Hartung genannt, und wegen des hornharten Frostes, der ihn kennzeichnen soll, nennt man ihn im Volksmunde wohl auch noch „Horn" (mit dem männlichen Artikel!), im Gegensatz zum Februar, der nur ein „kleiner Horn", ein „Hornung", ist. Was dem hornharten Frost im Januar angeht, so stimmt das nicht immer, aber oft: noch immer gilt der Hartung als unser kältester Monat, und es herrscht allgemein die Überzeugung, daß mit ihm erst der richtige Winter beginne. Und wer etwas vom Wetter und seinen Folgen weiß, ist der Ansicht, daß ein kalter Januar weit besser sei als ein regenfeuchter. Es gibt darüber soviel weise Worte, daß sie sich auch nicht annähernd alle hersagen lassen. „Im Januar viel Regen, wenig Schnee, tut Bäumen, Sträuchern und Saaten weh." — „Schöne Tage im Januar betrügen dich im Februar." — „Regen im Januar des Pfarrers Gehege düngt", nämlich den Friedhof; denn der Regen führt Krankheiten und Todesfälle herbei. „Trockener, frostheller Januar aber macht den Kornboden schwer, das Faß voll, den Bauer reich." — „Wenn der Januar im Hemde steht, der März vor Kälte berstet." Es ergibt sich aus allen diesen Redensarten, daß ein allzu milder Januar sich früher oder später rächt. — Für Freunde eines kräftigen Winters ist der Januar der „gegebene Monat": er pflegt alles, was Wintersport heißt, zu fördern.
Kameradschaftsabend der Vetriebsgemeinschaft der Firma Val. Mehler, AG. Fulda.
Der Kreis-Presse- und Propagandawalter der DAF. schreibt:
Zu einem Kameradschaftsabend hatte sich am Samstagabend in Len Stadtsälen in Fulda die ca. 1400 Mann starke Belegschaft der Segeltuchweberei Val. Mehler AG. versammelt, und zwar vom Aufsichtsratsvorsitzenden und Betriebsführer bis zum jüngsten Lehrling und Gefolgschaftsmitglied. Vertreter von Partei und TAF. zeigten durch ihr Erscheinen ihre Verbundenheit mit den Arbeitskameraden.
Die Organisation des Abends war gut vorbereitet. Uniformierte Tierhüter sorgten dafür, daß nur Volksgenossen mit Einlaßkarten Zutritt zu den Sälen erhielten. Bühne und Säle waren mit Fahnen der Bewegung und frischem Grün geschmückt, und auf jedem Tischplatz lag das Programm des Abends. Biermarken für die Betriebsmitglieder waren bereits am Vortage verteilt worden.
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Lichtspiele Hindenburgstraße.
„D e r kühne Schwimme r".
Seit gestern läuft im „Neuen Theater", in der Hindenburgstraße der große Majestic-Film „Der kühne Schwimmer". Der Schreiber des Drehbuches, Walter Wassermann, hat eine Fülle von Stoff zusammengetragen und zu einem köstlichen Schwank verarbeitet, in dem es von übermütiger Laune nur so sprudelt. Situationen von urwüchsiger Komik, Verwechslungen über Verwechslungen, komische, nervöse Menschen, zwei allerliebste Hunde, alles das ist in diesem luftigen Ferienschwank; der an der Ostsee spielt, zu einem Ganzen zusammengefügt. Der Regisseur, der bekannte Georg Jacoby, bringt in die Handlung das nötige Tempo, originelle Bild- und- Szenenführung, verwendet eine Reihe netter Einfälle und fügt Bikdhandlung und Ton fein abgestimmt ineinander. Es ist einfach köstlich, wenn man sieht, wie der Berliner Kaufmann Otto Eber- lein in die Sommerfrische fährt, auf der Reise eine nette, junge Dame kennenlernt und sich deren weitere Sympathie durch einen originell angelegten Schwindel zu erwerben sucht. Otto Eberlein, des Schwimmens vollständig unkundig, markiert den Lebensretter, wird als solcher gefeiert, erringt jedoch trotzdem die von ihm verehrte junge Dame nicht, und heiratet zum Schluß die Mutter dieser Dame. Aber die Entwicklung dieser ganzen Handlung muß man gesehen haben, schildern läßt sich dies alles nicht in kurzen Zügen. Ralph Artur Roberts, der den stark verliebten Schwerenöter und kühnen Schwimmer, besser gesagt Nichtschwimmer, spielt, ist ein Komiker, der mit dem ernstesten Gesicht alle möglichen und unmöglichen Situationen des Kaufmanns Eberlein meistert, er bringt bei den Zuschauern Lachsalve auf Lachsalve hervor. Neben ihm steht Harald Paulsen als Fritz Neubauer ebenfalls als hervorragender Darsteller und die „unverwüstliche" Ida Wüst ist zu bekannt, als daß sie besonders lobend erwähnt werden müßte. Susi Lanner, Elga Brink, Eric Ode, Hugo Fischer-Köppe, Anna Müller-Link runden die Zahl der Hauptkräfte bestens ab. — Wer für zwei Stunden mal tüchtig lachen will — und lachen ist bekanntlich gesund — sehe sich diesen humorvollen Filmschwank an, er kommt sicher auf seine Kosten. — Ein weiteres kleines Lustspiel, sowie ein Lehrfilm „Mosaik" vervollständigen dieses, ausschließlich dem Humor gewid- metem Programm.
Unionkheater.
„Die Reiter von Deutsch-Ostafrika.
Dieser Terra-Kolonialfilm ist ein Ehrendenkmal für unsere Kolonialtruppen, die auf verlorenem Posten einer
Mit frischem Milt nirâ junger Kraft ins neue Zahr!
Die weiten Räume waren schon längst bis auf den letzten Platz gefüllt, als nach vorausgegangener Einleitung des Abends durch den Badenweiler Marsch, der Betriebszellen- Obmann Pg. Bächstädt die Volksgenossen begrüßte. Die Ansprache klang aus in einem Sieg-Heil auf Führer und Vaterland.
Einem gut vorgetragenen Sprechchor folgte ein humoristisches Singspiel: „Wer trägt die Pfanne weg?"; das Stück hatte eingeschlagen, der Bann war durch die Lachsalven gebrochen. Als Höhepunkt folgte ein Schwank: „Zu Befehl, Herr Unteroffizier!". Man kann hier nicht nur von einer geglückten Rollenverteilung schlechthin reden; was sich auf den Brettern abspielte, war gute Volkskunst, die im wahren Sinne Kraft durch Freude vermittelte. Nicht nur am Schreibtisch, oder am Weostuhl kann sich der deutsche Arbeitsmensch zu Höchstleistungen entfalten, auch in der Freizeitgestaltung ist er in der Lage, etwas zu vollbringen, was anregend auf die Gemeinschaft wirkt. Das kann man auch sagen von den vorgeführten Volkstänzen. Die Maderl und Buben in der schmucken bayrischen Volkstracht ernteten großen Beifall, ebenso die sechs Girls, welche eine Tanz- revue vorführten. Die Tänze wurden von Frl. Mimmi Damm-Fulda eingeübt, welche auch selbst durch einige Fantasietänze ein dankbares Publikum fand. Der Männergesangverein Neuenberg trug einige nationalsozialistische Chöre vor, von denen besonders gut gefielen „Kameraden — Fackelträger" und „Hakenkreuz — Schwarzweiß
zahlenmäßigen Uebermacht erfolgreichen, heldenhaften Widerstand geleistet haben. Der Farmer Peter Hellhof, von Sepp Rist dargestellt, feiert Hochzeit. Seine Braut Gerda, ein deutsches Mädchen, hat sich gegen den Willen ihrer Eltern zu dem Geliebten nach Afrika durchgeschlagen — im Kreis der benachbarten Farmerfreunde wird nun die Hochzeit gefeiert. Der Engländer Robert Creßwell ist dem deutschen Farmer besonders zugetan, er betrachtet den Deutschen als seinen Bruder — sie erheben ihr Glas auf fernere, treue Freundschaft. Da platzt die Nachricht der Mobilmachung in diese friedliche Feier. Das Vaterland ruft — aus Freunden werden Gegner. Hellhof stellt sich als Offizier an der Spitze seiner treuen Kameraden und der braven Askari dem Vaterlande zur Verfügung. Zum Schutze der jungen Frau bleibt der kleine Volontär Klix mit wenigen Getreuen zurück. Ter Buschkrieg in der Gegend des Kilimandscharos stellt unerhörte Anforderungen an das zusammenschmelzende Häuflein der Deutschen. Der Durst im afrikanischen Busch ist der schlimmste Feind. Hellhofs Farm wird von den Engländern besetzt. Hauptmann Creßwell begegnet der Frau seines Freundes Hellhof als Feind, aber als ritterlicher Feint warnt er Gerda eindringlich vor einer geheimen Nachrichtenübermittlung an ihre kämpfenden Landsleute. Gerda hat einen geheimen Brieftaubendienst eingerichtet, wird verraten, und für Creßwell beginnt ein harter Kampf zwischen Freundschaft und Pflicht. Als englischer Offizier muß er seine Pflicht tun; bei einem geheimen Wassertransport, den Gerda mit dem getreuen Klix unternommen, um den Verdurstenden Rettung zu bringen, nimmt er die Verfolgung auf, der schwerverwundete Klix schlügt sich mühsam durch, bringt den völlig Erschöpften die kostbare Labung und bricht tot in den Armen Hellhofs zusammen. Gerda wird gefangen gesetzt, in einer Üeberrumpelung gelingt bem deutschen Trüpplèin die Befreiung der jungen Frau, die Farm geht in Flammen auf, und die deutschen Reiter stoßen zur Haupttruppe Lettow- Vorbeck. Diese Episode — nur eine von unzähligen — gibt in ihrer schlichten Darstellung einen Einblick in das heldenmütige Ringen unserer „Afrikaner". Das Heldentum der Kolonialtruppen, der deutsclM Farmer und der treuen Askari ist nicht so in das Bewußtsein des Volkes eingedrungen, wie der heldische Kampf auf dem Kontinent. Dieser Film in seiner lebenswahren Schlichtheit, dieser Film, der auch keine Spur von Pose oder falscher Beweihräucherung aufweist, ist ergreifend in seiner grandiosen Einfachheit. Ein Teil der Dankesschuld an die Verteidiger unserer Kolonien wird damit abgetragen. — Sämtliche Darsteller, Regie und Herstellungsgruppe haben ihr Bestes geleistet — es ist kein profaner Film, die Darsteller sind erfaßt von ihren Rollen, wie Mitwirkende in einem Passionsspiel, und diese innere Erfaßtheit läßt keinen Besucher unberührt. —cf.
rot". Schöne musikalische Vorträge rahmten die Veranstaltung ein.
Die Verbundenheit zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft ist auch deutlich dadurch zum Ausdruck gebracht worden, daß auch in diesem Jahre wieder an die Gefolgschaft Weihnachtsspenden verabfolgt wurden. Weiter hat die Firma auch schon in den vergangenen Monaten, in welchen durch die Faserstoff-Verordnung kürzer gearbeitet wurde, ihren verheirateten Arbeitern monatliche Zuschüsse gewährt.
Kameradschaftsabende von Betriebsgemeinschaften sind von hohem sozial- und kulturpolitischem Wert. Durch den Eemeinschaftsgedanken in politischem wie in kulturellem Sinne wird ein Gegensatz geschaffen zur sogenannten „Zivilisation", zum Segen des ganzen deutschen Volkes.
J. Kr.
Statistik der Eoangel. Gemeinde Fulda.
In der b ü r g e r l i ch en eoangel. Gemeinde Fulda sind im Jahre 1934 getauft worden 72 Kinder, und zwar 44 Knaben und 28 Mädchen (1933: 73, 1932: 76, 1930 100), konfirmiert wurden 116 Kinder, und zwar 53 Knaben und 63 Mädchen. Gestorben sind 46 Personen einschl. 4 Kinder (1933: 54, 1932: 50, 1930: 72). Getraut wurden 29 Paare (1933 : 28, 1932 : 28, 1930 : 35). — In der evangel. M i l i t ä r g e m e i n d e Fulda wurden 1934 Getauft 27 Kinder, und zwar 13 Knaben und 14 Mädchen (1933: 13, 1932: 12, 1930: 18). Gestorben 1 Soldat (1933: 0, 1932: 1, 1930: 3 Kinder), getraut wurden 9 Paare (1933: 7, 1932: 7, 1930: 8).
Neuer Terror im Saargebiet!
Deutsche werden von Separatisten und Emigranten niedergeknallt.
Saarbrücken, 2. Jan. (Funkmeldung.) In Saarbrücken und Dudweiler verübten Separatisten und Emigranten schwere Terrorfälle. In Saarbrücken wurden mehrere Mitglieder der Deutschen Front von 20—25 meist auswärtigen Status-quo-Anhängern beschossen. Das Mitglied der Deutschen Front Hans Loch wurde durch einen Bauchschuß lebensgefährlich verletzt. Zwei andere Mitglieder trugen ebenfalls Schuß-Verletzungen davon. In Dudweiler wurden auf die Wohnung der Frauenschaftsleiterin Frau Sander neun Schüsse abgegeben. Ferner wurde ein Mitglied der Deutschen Front von Emigranten überfallen; mit einem Pickelstiel wurde ihm der rechte Oberarm durchschlagen.
Eschwege, 31. Dezember. (Großfeuer im Kreise E sch w eg eZ In dem Kreisort Krauthausen brach Samstag abend in dem Anwesen des Bauern Möller Feuer aus, das sich infolge des herrschenden Windes schnell ausbreitete und auf das Nachbargrundstück Übergriff. Trotz sofortiger Hilfe der Orts- und Nachbarfeuerwehren brannten zwei Scheunen, zwei Stallgebäude und ein Geräteschuppen nieder. Die Wohnhäuser der beiden Anwesen wurden durch Wasser sehr stark beschädigt, aud) geriet der Dachstuhl des einen Gebäudes in Brand. Es wird Brandstiftung vermutet.
Gießen, 31. Dezember. (Durch eine gesprengte Schrotmühle schwer verletzt.) Während der 60 Jahre alte Landwirt Hermann Reining in Groß-Eichen (Kreis Schotten) am Samstagnachmittag mit dem Mahlen von Schrot an feiner Schrotmühle beschäftigt war, geriet das Getriebe der Mühle infolge eines Schadens der zum Antrieb dienenden Dampfmaschine plötzlich in sausende Fahrt, die immer rascher wurde, bis schließlich die Schrotmühle mit ungeheurer Wucht zersprang. Dabei wurde Reining durch einen Teil des Mahlsteins mit großer Gewalt am Kopf getroffen. Mit schweren Schädelverletzungen mußte er der Chirurgischen Klinik in Gießen zugeführt werden.