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Iul-aer /lnzeiger

Erjcheint jeden Werktag. Wochenbeilage-Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Bei Lieferungsbehinderung durchHöhere Ge­walt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedrich Ehrenklau, Fulda, Königstraße 42. Rotations­druck: Friedrich Ehrenklau, Lauterbach/H. Haupt- schriftleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42.

Tageblatt für Rhön un- Vogelsberg Zulöa- un- Haunetal Zul-aer Kreisblatt

Re-aktion un- Geschäftsstelle: Königstraße 42 Zernfprech-Rnfchluß Nr. 2989

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Nr. 297 11. Jahrgang

Fulda, Donnerstag, 20. Dezember 1934

Einzelverkaufspreis 10 Pfg.

Helden im Sturm

16 norwegische Seeleute vom DampferAew York" gerettet.

Schwierige Vèrg u n g i m Sturm. ,- Den sicheren Tod vor Augen.

er»

Dem deutschen DampferNew I o r k" ist es ge­lungen, die 1 6 l ö p s i g e Besatzung des in höchste Seenot geratenen norwegischen FrachtdampfersS i st o" zu retten. Das Werk geschah in tiefdunkler Nacht bei dem S ch e i n w e r f e r l i ch t der ebenfalls zur Rettung hcr- beigeeilten OzeandampferEuropa" undAurania". Diese hatten auch Ol auf die das sinkende Schiff um» brandenden Wogen abgelafsen, um den» Rettungsboot derNew Nork" das Vorwärtskommen überhaupt zu er­möglichen. Das Unglücksschiff wurde in sinkendem Z u st a n d zurückgelassen.

Sechs Ozeandampfer eilten zu Hilfe.

Nunmehr liegen ausführliche Berichte über die Rettung der Mannschaft des norwegischen Dampfers Sisto" vor. Danach eilten nach Aufnahme der ersten Hilferufe des schwerbeschädigten Schiffes alle in der Nähe sich aushaltenden Fahrzeuge, darunter sechs Ozean­dampfer, nach der Unglücksstelle. Als erstes Schiff traf der britische TankdampferMobile Oil" ein, der den ganzen Tag über O l aus die riesigen Wellen pumpte, um eine Rettung der Besatzung zu ermöglichen. Der Tankdampser blieb in der Nähe des steuerlos treibenden Norwegers, konnte aber von sich aus keinen Versuch zur Rettung machen. In der Nacht trafen weitere Schiffe ein,

und zwar der britische Dampfer

HapagdampferN e w $ o r t" dampfe»E urop a". Um I

,A urani a", der

und der Nordlloyd-

Uhr früh funkte die

Nurania", daß dieNew Uork" Boote ansgesetzt habe. Nach einem anderen Bericht soll es sich nur um ein Boot gehandelt lsstven. Alle Schiffe pumpten während der Rettungsarbeiten ebenfalls Kl ins Wasser.

Die Scheinwerfer derAurania" und derEuropa" erhellten die Nacht und zeigten dieSisto", die schon stark auf der Seite lag, und heftig von der hohen See hin- mid hergeworfen wurde. Die Kommandobrücke und das Steuerruber waren zertrümmert und die Rettungsboote des Schiffes fortgetrieben.

Schließlich konnten die Helfer vom DampferNew Nork" die ganze Besatzung derSisto", 16 Mann, vom Unglücksschifs herunterholen, was besonders schwierig mar, da sie sich auf d e in Deck f e st g e b n n d e n batte, um nicht fortgespült zu werden. Um 2 Ubr tele­graphierte dieNew York", daß sie alle Schiffbrüchigen wohlbehalten geborgen habe, und daß diese in glücklicher Stimmung seien. Hieraus traten die übrigen Dampfer ihre Weiterreise an. Daß sich das norwegische Schiff überhaupt so lange über Wasser halten konnte, ist darauf jurnckzuführen, daß es Holz geladen hatte. An der Unglücksstelle derSisto" ist in der letzten Woche der englische .DampferUsworth" untergegangen und der iapanische DampferVictoria Maru" schwer beschädigt worden.

Zum Llniergana verurteilt.

DieSisto", ein norwegischer Stahl-Frachtdampser aon 1120 Tonnen, geriet bereits in das Sturmzentrum.

Der DampferNew Bork».

sie sich wenige hundert Seemeilen von der tischen «uste befand. Die Lage derSisto" wurde so schlimm, daß ^' norwegische Dampfer 808-Rufe aussandte, tu »Sisto" war zum Untergang verurteilt.

Die Gewalt des Sturmes hatte das Steuer rüde Erbrochen. Hilflos wurde das Sch'fs zum ®Pcl3cl° für den Orkan, der c9 ersaßt hatte Turmhohe Wogcn- Msen trafen das Schiff und zerschmetterten die AUs- vauteii. Wasser war in die Feuer aedrunaen und naur

die Kessel gelöscht. Die Kommandobrücke mit den Signalanlagen und dem Kompaß Ivar wcggerisscn morden. Die Schanzverkleidungen hingen in Trümmern zu beiden Seiten des Schiffes herab Die Rettungs­boote waren weggeschlagen morden.

Nur der kleine Aufbau des Funkers hielt noch den Wellen stand, da einer der schweren Stahl­trümmer sich vor den Aufbau gelegt hatte und mit seiner Wucht die Gewalt der Wellen einigermaßen brach.

Die Matrosen hatten sich aus Befehl des Kapitäns aus Deck f e st g e b u n d e n , um nicht hinweggespült zu werden. Immer wieder stürzten die schweren Seen über die Unglücklichen hinweg, die ihren sicheren Tod vor Augen sahen.

In letzter Stunde gelang es dann dem deutschen Dampfer, die dem Tod Geweihten überzunehmen.

3000-Mark-Spende für die Besatzung des Rettungsbootes.

Der Haniburg-Amerika-Linie ist von der Nord­stern Allgemeine Versicherungs-A.-G. aus Anlaß der Rettungstat des DampfersNew Uork" folgendes Tele-- gramm zugegangen:In aufrichtiger Bewunderung für das todesmutige Einsetzen eigenen Lebens zur Rettung ihrer norwegischen Kameraden herzlichste Glückwünsche. Als sichtbares Zeichen unserer Verehrung und des Stolzes aus unsere tapferen deutschen Seeleute stellen wir für die

Riesige Volksspende

50 Millionen Mark

für das Winterhilfswerk.

In nur zwei Monaten aufgebracht.

Die gewaltigen Anstrengungen des deutschen Volkes, oen arbeitslosen und bedürftigen Volksgenosse»» auch in diesem Jahr über die harte Wintersnot hinwegzuhelfen, mürben von allergrößtem Erfolg gekrönt. Im deutschen Winterhilfswerk 1934 hat sich die Forderung Adolf Hitlers, sich im Kampf gegen Hunger und Kälte nicht aus Almoseuspcnden zu beschränken, sondern tatsächlich zu opfern, int idealen Sinne erfüllt. Innerhalb von zwei Monaten wurden an Barspcndcn für das Winterhilfs- iverk fast 5 0 Millionen Mark aufgebracht.

An den Sammlungen beteiligten sich alle guten Deutschen in geschlossener Einmütigkeit, nicht ausgenom­men die Seefahrer aus fernen Meeren und die Volks­genossen der deutschen Niederlassungen in China, Indien, Marokko, Meriko, Afrika, Amerika und der Sowjetunion. Den Geldspenden für das Winterhilfswerk stehen die Werte der

Sachspenden nicht nach, die soweit sic überhaupt zahlenmäßig er­faßt werden können auf 4 3 Millionen Mark beziffert werden.

Im Reich kamen allein für 30 Millionen Mark an Lebensmitteln und für 10 Millionen Mark an Kleidungsstücken den hilfsbedürftigen Volks­genossen zugute. Insbesondere von der Landbevölkerung wurden 5V2 Millionen Zentner Kartoffeln, bisher 390 000 Zentner Getreide, 26 000 Zentner Gemüse, 74 000 Eier und abertausende Zentner an Suttet; lebendem Vieh, Fleisch, Fische und Fette an das Winterhilsswerk ab- geführt 253 000 Paar Schuhe, 157 000 Mäntel und 41 000 Anzüge wurden aus allen Bevölkerungsschichten gespendet.

' Auch in diesem Jahre schenkte das Winterhilsswerk der Kartoffelversorgungsfrage größte Beachtung; es ge­langte,» bisher 1 3,5 Millionen Zentner Kar­ts f f e l n zur Verteilung, demnach konnte prozentual jeder Hilfsbedürftige über einen Zentner Kartoffeln empfangen. Dazu kommen die überaus reichlichen Mehlspenden und

fast 19 Millionen Lebcnsmittelgutschcine

im Gesamtwert von über neun Millionen Mark, die es den einzelnen Volksgenossen ermöglichen, nach freier Wahl in jedem einschlägigen Geschäft sich mit Lebensmitteln zu versorgen

Kein notleidender Volksgenosse soll im neuen Deutsch­land hungern und frieren. Dafür sorgten 10 500 000 Zentner Kohlen im Werle von 15 750 000 Mark. die bis zum 30. November zur Ausgabe gelangten, und 11 100 000 Zentner Kohlen im Werte von 16 650 000 Mark, die bis zum 31. Dezember verteilt werden.

In diesem Jahr wird das Winterhilsswerk doppelt so viel Weibnachtsbäume als im Vorjahr verschenken. 76 4 000 Tannenbäume sollen ein wenig Fest­freude und Lichterglanz in die Häuser der notleidenden Familien bringen.

Der nationalsozialistische Staat hat alle verfügbaren Mittel eingesetzt, um das vom Opfergeist der Nation getragene Winterhilsswerk großzügig zu unterstützen. Allein die Reichsbahngesellschaft beförderte

in 159 232 Waggons

insgesamt 31 900 000 Zentner Winterhilfsfracht mit einem Kostenaufwand von fast 8 Millionen Mark.

Besatzung des Rettungsbootes 3 0 0 0 Mark zur Verfügun g".

Der Betriebssührer der Hamburg-Amerika-Linie, Dr. Hoffmann, wird Kapitän Kruse und die Besatzung der New Bork" feierlich bei ihrer Rückkehr in Hamburg empfangen, ihnen den Dank von Führung und Gefolg­schaft der Hamburg-Amerika-Linie zum Ausdruck bringen und Kommodore Kruse und der Bootsbesatzung würdige Erinnerungsgaben überreichen. Der Zweite Offizier Alfred Wiesen, der Führer des Rettungsbootes, wird mit sofortiger Wirkung zum Ersten Offizier befördert. Die Besatzung des Rettungsbootes erhält einen vierwöchigen freien Sonderurlaub im Erholungsheim Sachsen-Waldau der Hamburg-Amerika-Linie.

Her Deutsche Flottenverein löst sich aus.

Der Reichsbund deutscher Seegeltung teilt mit: In seiner Hauptversammlung vom 16. Dezember hat der Deutsche Flottenverein seme Auslösung beschlossen. Mit " Dicken, als er dem deutschen jen Bau der Flotte, die im Welt­kriege auf allen Meeren ruhmreich gekämpft hat. In hin­gebender Treue bat der Deutsche Flottenverein den See-

Stolz kann er aus die Zeit zurückbln

Volke den Blick ö" ~

gedanken durch alle Rotzeil hindurchgelragen, bis er nun unter der neuen Fornning des deutschen Volkstums seine ver- dienstvolle Tätigkeit abgeschlossen hat. Nunmehr liegt die Betreuung der Seegeltungsfragen bei dem aus Anordnung des Führers im Frühjahr geschaffenen Reichsb uno deutscher S e e g e l t u n g , der alle mit der See ver­bundenen Kräfte ohne den Neuaufbau einer Vereinsorgaui- sation zusammenfaßt und mit dessen Leitung Vizeadmiral a. D. Staatsrat von Trotha beauftrag» ist

Besser als alles andere sprechen diese Ziffern von der eisernen Notgemeinschaft des deutschen Volkes. Nirgends könnte ein Land eine großzügigere Hilfsaktion für seine Armen durchführen, als es das deutsche Volk vollbrachte,- seiner nationalsozialistischen Staatsführnng ist es ge­lungen, trotz löjähriger Volksverelendung ein Winter­hilfswerk zu organisieren, wie es in der Welt einzig dasteht!

Dr. Frank Reichsminister.

Dank- und Anerkennungsschreiben des- Führers und Reichskanzlers.

Der Führer und Reichskanzler hat den bayerischen Jnftizministcr Dr. Hans Frank zum Reichs- lninistcr ohne Geschäftsbereich ernannt. Aus diesem Anlaß hat der Führer folgendes Schreiben an den neuen Reichsminister gerichtet:

Sehr geehrter Herr Minister! Nachdem die Justiz- ministerien des Reiches und Preußens vereinigt sind und in den übrigen Ländern das Reich durch das Gesetz vom 5. Dezember 1934 die unmittelbare Leitung der Justiz­verwaltung übernommen hat, ist die Aufgabe, die Justiz in den Ländern gleichzuschalten, gelöst. Für die Mit­arbeit bei der Erneuerung der Rechtsordnung haben Sie sich in der Akademie des Deutschen Rechts eine vorbild­liche, dauernde Einrichtung geschaffen, die Sie in den Stand setzt, ohne Beschränkung auf die Justiz im engeren Sinne bei der Durchsetzung der nationalsozialistischen Weltanschauung auf allen Gebieten der Neugestaltung des Rechts mitzuwirken.

Indem ich Ihnen für Ihre unermüdliche und erfolg­reiche Tätigkeit als Reichskommissar für die Gleichschaltung der Justiz in den Ländern und für die Erneuerung der Rechtsordnung meinen wärmsten Dank und meine be­sondere Anerkennung ausspreche, erkläre ich hiermit den Auftrag für beendet, den Ihnen der verewigte Herr Reichspräsident von Hindenburg am 2. April 1933 erteilt bat. Gleichzeitig berufe ich Sie als Reichsminister ohne Geschäftsbereich in die Reichsregierung.

Mit deutschein Gruß (gez.) A d o l f H i t l e r.'

Heue Verordnung über Sammlungen.

Eine Verordnung des Reichsinnenministers regelt die Zuständigkeiten für die Erteilung der Sammlungsgenehmi­gung. Es heißt dann weiter unter anderem: Sammlungen und sanunlungsäbnliche Veranstaltungen jeder Art dürfen nur genehmigt werden, wenn für ihre Durchführung ein hin­reichendes öffentliches Bedürfnis besteht und wenn der Veranstalter genügend Gewähr für die ordnungs­mäßige Durchführung sowie für die zweckentsprechende und einwandfreie Verwendung des Sammlungsertragcs bietet.

Aus Eintrittskarten muß der Verkaufspreis und auf Waren, die vertrieben werden, außerdem der für den ge- meinnützigen oder mildtätigen Zweck abzuführende Betrag deutlich sichtbar vermerkt sein.

Jugendliche vom 14. bis 18. Lebensjahr dürfen nur bei der Durchführung von Sammlungen auf Straßen oder Plätzen und nur bis zum Beginn der Dunkelheit Mitwirken. Die Verwendung von Kindern unter 14 Jahren ist un­zulässig.