Oie neue Wirtschafisorganisaiion.
Präsident Hecker sprach in Hannover.
Auf einer Kundgebung der Nationalsozialistischen Be- tricbszellenorganisation Hannover-Stadt und des Wirtschastsbundes Niedersachsen-Kassel sprach der Leiter der Reichswirtschaftskammer, Präsident EwaldHecker über den Wirtschaftsaufbau im nationalsozialistischen Staat. Er führte dabei u. a. aus:
Heute veranstaltet der Wirtschaftsbund seine letzte Kundgebung. Er wird übergcführt in dieneueWi risch a f t s o r g a n i s a t i o n , die wir auf gesetzlicher Grundlage unter der Führung Adolf Hitlers und im Geist des Nationalsozialismus errichten. Ihre Spitze wird sie in der Reichswirtschaftskammer finden, und die Untergliederung in den deutschen Gauen werden die bezirklichen Wirtschaftskammern bilden. Das Neue dieser Organisation der gewerblichen Wirtschaft liegt nicht nur im Namen, sondern
vor allem in dem neuen Geist.
zu dem uns der F ü h r e r erzogen hat. Es gibt keine I n t e r e s s e n v e r b ä n d e mehr, die den Kampf gegen einander oder gar gegen die Regierung führen, sondern nur u o ch eine Organisation der gewerblichen Wirtschaft, die ein williges Instrument in der Hand des Führers bildet, mit dem er seine Wirtschaftspolitik treiben kann. Daneben hat die Organisation der gewerblichen Wirtschaft im neuen Staat keine andere Aufgabe, als der Wirtschaft und damit allen denen, die in ihr tätig sind, zu dienen, sie in ihren Belangen zu fördern und zum Gemein nutz zu erziehen, der Voraussetzung alles wirtschaftlichen Denkens und Handelns werden muß.
Wenn ich zum ersten Male in meiner Eigenschaft als Leiter der Reichswirtschaftskammer auf einer Kundgebung einer nationalsozialistischen Betriebszellenorganisation spreche, so will ich damit die
untrennbare Zusammengehörigkeit der Organisation der gewerblichen Wirtschaft mit den Gliederungen der Deutschen Arbeitsfront dokumentieren, die untrennbare Verbundenheit aller in der Wirtschaft tätigen Arbeiter der Stirn und der Faust
Oer große Rundfunkprozeß.
Die Sondervergütungen des Kölner Aufsichtsratsvorsitzenden.
In dem großen Berliner Rundsunkprozetz wurden jetzt die Sondervergütungen erörtert, die der inzwischen verstorbene Aufsichlsratsvorsitzende der Westdeutschen Rundfunk A.-G., Ban rat Tormin in Köln, bekommen hatte. Angeklagt sind in diesem Falle Dr. Magnus und Dr. Bredow, denen vorgeworfen wird, als Vertreter der Reichsrundsunk-Gesellschaft im Aussichtsrat der Werag diese Sondervergütungen bewilligt zu haben. Der frühere Wirtschaftsdirektor der Werag, Korte, bekundete als Zeuge, daß Tormin mehrmals Sonderhonorare von 12 000 Mark und einmal ein „Architektenhonorar" von 3000 Mark bekommen habe.
Insgesamt habe Tormin 1928 15 000 Mark, 1929 12 000 Mark, 1930 12 000 Mark und 1931 6000 Mark bekommen.
Bredow schilderte dann im einzelnen die Gründe, die ,ur Bewilligung dieser Sonderhonorare an Tormin geführt hatten. Tormin habe drei Jahre lang eine umfassende Architektenarbeil für den Kölner Sender geleistet, ohne dafür hono- nert worden zu sein. Aufsichtsrat und Wirtschaftsausschuß hatten beschlossen, Tormin Sondervergütungen zu zahlen. 1930 sei, so sagte Dr. Bredow weiter, die Stellung Tormins erschüttert worden, da er bei der Durchführung der Not- Verordnungen
übermäßig rigoros gegen das gesamte Personal vorgegangen
stb und darauf scharfe Presseangriffe erfolgten. Tormin habe schließlich das Amt eines Vorsitzenden des Auf- uchtsrates nur formell innegehabt. Da er auch seine Sondertätigkeit einschränkte, habe er, Bredow, eine Kürzung der Sondervergütung auf 6000 Mark vorgenommen. — Die Sitzung wurde dann auf Donnerstag vertagt.
Letzte Fahrt der „Camper Speeldeel".
Beisetzung der Opfer von Langwedel.
Eine Stiftung dès Führers für die Hinterbliebenen.
Am Tage der letzten Fahrt der „Camper Speeldeel", der Opfer des schweren Autobusunglücks bei Langwedel, mg tiefste Trauer über ganz Niedersachsen. Überall, in Stadt und Land, wehten die Fahnen auf Halbmast.
-je mehr man sich Slade näherte, desto eindrucks- voller wurde das Bild der Trauer. Aus allen Gebieten des Landes waren große Trauerabordnunaen der Reichswehr, der SA., SS., des FAD. und der übrigen Parteigliederungen erschienen. Die Landstraßen der Umgebung waren mit endlosen Zügen von B a u e r n w a g e n überfüllt, deren Insassen nach Stade zogen, um den Toten der „Camper Speeldeel", die für Niedersachsens Volk so viel bedeutet hat, das letzte Geleit zu geben.
In der altehrwürdigen Wilhardi Kirche standen
14 Särge,
überreicht geschmückt. SA.-Männer hielten die Ehren- Wache. Zwei der Verunglückten waren bereits zur Beisetzungen ihre Heimat übergeführt worden. Eine übergroße Trauergemeinde war zu der ergreifenden Feier erschienen. Fahnenabordnungen hatten zn beiden Seiten des Altars Aufstellung genommen. Der Führer und Reichskanzler hatte seinen Adjutanten Obergrup- Penführer Brückner als Vertreter entsandt. Nach der Gedenkpredigt würdigte Rektor Holste, der Leiter der „Camper Speeldeel", in plattdeutscher Sprache die Bedeutung und die Verdienste der Entschlafenen für Volks- lilm und Heimat Niedersachsens.
Nach der Trauerfeier wurden die Särge von SA.- Männern unter dem Geläute sämtlicher Kirchenglocken hinausgetragen auf geschmückte Leiterwagen der Camper Bauernschaft. Langsam zog der Trauerzug unter Vorantritt einer SA.-Kapelle durch die Stadt. Auf dem Friedhof waren zwei große Sammelgräber entstanden, um die im weiten Viereck die Ehrenabordnungen Aufstellung nahmen. SA.-Männer trugen die Särge, während sich die Fahnen senkten, zu den Gräbern. Die Arme reckten sich znm letzten Gruß für die Toten, die sodann in Niedersachsens Erde gebettet wurden.
Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers legte Obergruppenführer Brückner einen großen Kranz nieder.
Neisesparkasse èm Winker
bringt Freude im Gommer.
Das Presse- und Propagandaamt der DAF. teilt mit:
Besorgt euch von dem KdF.-Wart eures Betriebes oder von der Bank der deutschen Arbeit bzw. von den öffentlichen Sparkassen sofort eine Reisesparkarte der RSG. „Kraft durch Freude", die ihr kostenlos ausgehändigt bekommt! Die 80 Felder der Sparkarte werden mit Marken zu je 50 Pf. beklebt und stellen am Ende den Betrag von 40 Mark dar, der für eine KdF.-Urlaubsreise langt unb meistens noch ein Taschengeld abwirft.
Fangt gleich mit einer Sparmarke an!
Daun werden sich schirell die anderen Hinzusinden, ihr könnt sie ellch zu Weihnachten schenken lassen, und ihr werdet sehen, daß Die Reisesparkarte schneller voll wird, als ihr vielleicht im Anfang dachtet. Wer zwei Reisesparkarten vollkleben will, muß sich natürlich besonders ranhalten. Immerhin besteht für ihn die Möglichkeit — ehrliche Bemühungen vorausgesetzt —, daß ihm in diesem Falle die RSG „Kraft durch Freude" mit einem Z u schuß nachhilft.
Zwei Millionen Kameraden haben sich bereits die Reisesparkarte der RSG. „Kraft durch Freude" angeschafft. Sie werden im nächsten Sommer in die schönsten Teile Deutschlands oder über das Meer nach Norwegen fahren — und ihr wollt zu Hanse bleiben?
Obergruppenführer Brückner hatte nach der Trauer- feier die Hinterbliebenen der 14 Opfer in das Regierungsgebäude in Stade gebeten, wo er ihnen im Auftrage des Führers und Reichskanzlers dessen innigstes Beileid aussprach, und ihnen eine größere Geldspende zur Linderung der unmittelbaren Notlage überreichte. Obergruppenführer Brückner kündigte ferner eine größere Stiftung des Führers zur Unterstützung der Hinterbliebenen an.
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Fabrikgebäude völlig eingeäschert.
Gewaltiges Schadenfeuer in Westfalen.
In Schwelm in Westfalen entstand nachts in dem Fabrikgebäude von Mebusch ein G r o ß f e u e r , das insbesondere an Baumwollvorräten reichliche Nahrung sand. Die Feuerwehr mußte sich darauf beschränken, den riesigen Brandherd abzuriegeln. Das Fabrikgebäude glich bis in die Mittagsstunde des nächsten Tages eine m ungeheuren Feuermeer und brannte völlig ans. Sechs Fabrikationsbetriebe — Bandsabrikation, Spitzendecken-, Wäschefabrikation, Wringmaschinen u. a. — wurden vernichtet. Die Betriebsgefolgschaft von rund hundert Arbeitern ist durch den Brand arbeitslos geworden.
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Gewölbeeinffurz in einer Kirche.
Schweres Unglück während des Gottesdienstes.
Während des Pontifikalamtes in der Michaelkirche in St. M i ch i e l s g c st e l bei Hertogenbosch in der holländischen Provinz Nordbrabant stürzte ein Teil des Gewölbes über der Orgeltribüne ein. Unter den anwesenden Kirchenbesucheru entstand eine Panik. Die ganze Kirche war in eine dichte Staubwolke gehüllt. Alles drängte mit gellenden Hilferufen nach dem Ausgang. Verschiedene Frauen wurden ohnmächtig, mehrere Kinder und einige ältere Personen wurden zu Boden gerissen und erlitten erhebliche Quetschungen.
Unter den Trümmern wurden der Organist und ein Mitglied des Kirchenchores in schwerverletztem Zustand geborgen. Fraglich ist, ob der Organist mit dem Leben davonkommen wird. Die Kirche ist erst drei Jahre alt.
Die Belgrader Kabinettskrise
Belgrad, 19. Dezember.
Nach dem Rücktritt des Außenministers Jeftitsch und des Landwirtschaftsministers Kojitsch ist nunmehr das Gesamtkabinett Usuno witsch zurückg «treten. Der Rücktritt wurde genehmigt. Die Regierung Afuno- Witsch wurde mit der Fortführung der Geschäfte bis zur Bildung der neuen Regierung betraut.
Hans SM und Frau leicht verletzt
Berlin, 19. Dezember.
Nach einer hier eingetroffenen Meldung hat der bekannte deutsche Autorennfahrer Hans ©tuet auf der Fahrt von Brünn nach Berlin einen Autounfall erlitten. In der Nähe von I g l a u wollte Hans Stuck an einem quer über der Straße stehenden Zigeunerwagen vorbeifahren. Der Wagen Stucks kam dabei der Straßenböschung zu nahe, überschlug sich und wurde vollständig zertrümmert. Hans Stuck erlitt dabei lediglich Hautabschürfungen, seine Frau trug eine leichte Gehirnerschütterung davon. Beide wurden nach Brünn transportiert; sie wollen am Mittwoch nach Berlin weiterfahren.
Die zwölf Apostel
Roman von Wolfgang Marken.
25 (Nachdruck verboten.)
^»Ja, freilich, wenn ich mich jeden Tag auf die »trumpfe mache, was glauben Sie, was ich da herunter- ceitze!"
Von diesem Augenblick an war Heiner Berg für das yeiratslüsterne Fräulein Theolinde erledigt, und sie konzentrierte ihre ganze Liebenswürdigkeit auf den Lehrer Stößel, ihn dadurch mehrfach in Verlegenheit dringend.
. Stößel schwitzte Blut und Wasser, ganz besonders darum, weil es Heiner Spaß machte, Fräulein Theolinde mmer zu erklären, was sein „Kollege" für ein präch- nges Gemüt habe, daß er sicher einmal ein ganz ausgezeichneter Hausvater sein werde.
Der Lehrer hätte den „Kollegen", der so ahnungslos at und munter drauflosschwatzte, am liebsten geohr-
mutzte aber artig dasitzen und mit verlegener Miene die Unmasse von Lob von sich wälzen, die auf gehäuft wurde. . _ „
. Heiner wollte endlich fort und sah sein Heil nur darin, seine liebenswürdigen Gastgeber einfach totzu- lchwatzen. . .
. Gegen 16 Uhr wich der alte Kantor und erklärte, baß nicht ganz wohl sei.
Jetzt waren die beiden mit Theolinde allein.
. Heiner erzählte die tollsten Geschichten, Stößel merkte, daß Methode darin lag, und er strengte seine ganze Beredsamkeit an, um gegen Heiner nicht zuruckzustehen.
kam es, daß es Fräulein Theolinde kurz vor dem Vesper schlecht wurde. „ . . .„
Eilfertig sprangen die zwei auf und holten jeder ein ^las Wasser. Theolinde war schrecklich verlegen.
6 »Ah . .. meine Herren! Es tut mir so leid! Sie öaben so interessant geplaudert."
»Unmöglich können wir es verantworten, Ihnen jetzt länger zur Last zu fallen!" sagte Heiner mit Bieder« Aannsmiene. „Mein gnädiges Fräulein . . . Sie er» willen, daß wir uns für heute zurückziehen."
A Um jeden Protest im Keime zu ersticken, warf er sehr vejchicil noch eine Vase um, die in tausend Stücke »erbrach.
Da hielt Theolinde ihre Gäste nicht länger.
^3 die beiden das Haus verlassen hatten, begannen Drasch zu laufen, denn sie hatten Angst, daß Theoltnde
noch anders besinnen könne. Sie liefen, 01* sie c --Henne" erreicht hatten.
Vor der Schänke wandte sich Stößet an seinen „Kollegen": „Eigentlich müßte ich dir jetzt eine kleben!"
'„Warum, Herzensfreund?^
„Du Schlange, die ich an meinem Busen genährt habe, wie kannst du dich unterstehen, mich Theolinde als Heiratskandidaten zu empfehlen?"
Heiner lächelte verschmitzt: „Ach ... ich hätte so gern Blumen zu deiner Hochzeit gestreut!"
„Mensch, für mindestens zehn Mark Porzellan hast du ihr zerschlagen."
„Herzensbruder, kauf' ihr neues!"
„Um den Zehner ist's nicht, Heiner, aber wenn ich ihr das Geschirr bringe, das sieht doch aus wie ehrliche Absichten."
„Stimmt! Hm ... eigentlich sage mal... waren wir nicht recht große Rohlinge?"
„Das ist zuviel gesagt! Meldet sich dein Gewissen?" „Ein ganz kleines bißchen!"
„Laß es schlafen! Weiß schon, was im sagen willst: Eine alte Jungfer ist oft das bedauernswerteste Ge« schöpf auf Erden; aber mit der Theolinde brauchst du kein Mitleid zu haben. Die war mal ein zwar ganz leidlich hübsches Stäbchen, aber eingebildet... kaum zu sagen wie! Sie hielt sich für eine Schönheit! Keiner war ihr gut genug, und ihre nadelscharfe Zunge war schon vor zehn Jahren im Dorf gefürchtet. Glaube mir, bei der trifft's zu: Jeder liegt, wie er sich bettet! Meinem ärgsten Feind würde ich abraten, sie zu heiraten."
„Und darauf wollen wir einen heben! UebrigenS spüre ich um den Magen ein menschliches Rühren. Ich finde, die Theolinde hat die Fleischschüssel zu fix hinaus« gerüumt."
„Heiner, ich lade dich zu einem guten Abendessen ein!"
„Ich bin nicht so unhöflich, es abzuschlagen!"
Also betraten sie gemeinsam die „Henne" und verspeisten später eine Henne.
Käthe und Eva hatten eben den Kaffectisch abgeräumt.
Frau Amanda zog sich auf ihr Zimmer zurück. Sie hatte noch zu arbeiten es galt abzurechnen, und das ließ sie nicht einen Tag hinhäugen.
Auf den Groschen genau mußte alles stimmen.
„Bertha," sagte Käthe, „mir wollen zu Vater hinüber« gehen. Kommst du mit?"
„Ja, gerne, Mutter hat ja doch noch zu tun."
So suchten sie zusammen den Vater auf, der mit Wolf von Keyser auf der kleinen Veranda seines Hänschens saß und sich mit ihm unterhielt.
Wilhelm Tocllc erhob sich erfreut, als er seine Töchter kommen sah.
„Also nehmt nur gleich Platz, Kinder! Der Kaffee ist noch warm, den ihr mir herübergeschickt habt, und dann habe ick noch was aanz keines für euch da."
Er ging in die Stube und holte einen Teller mit allerlei köstlichem Backwerk. Käthe und Eva lief das Wasser im Munde zusammen.
„Wo hast du denn das her, Vater?"
„Aus Berlin! Bertha hat's mitgebracht. Ich habe es bei Ziesche bestellt. Laßt's euch gut schmecken!"
Das ließen sie sich nicht zweimal sagen, und allen mundete es ganz vortrefflich. Es war ein vergnügliches Zusammensein.
„Kinder," sagte Noelle gegen Abend. „Ich habe mir gestern die kleine Konservenfabrik angesehen. Die ist ja noch ganz ordentlich in Schutz! Ich wundere mich, daß eure Mutter damit nichts anfängt."
„Mutter meint, es lohnt sich nicht, sie kann nicht so billig erzeugen wie die großen Fabriken, und dann braucht man dazu viel Kapital," sagte Hertha.
„Stimmt! Sehr richtig! Aber ich habe einen Gedanken, den sollt ihr euch mal überlegen. Man mutz alles ausnützen, und ich habe lange darüber nachgcdacht, was man mit der stillgelegten Konservenfabrik anfangen könnte."
Alle sahen gespannt auf den Vater.
„Also patzt auf: Lvböscheu liegt nicht so abseits, wie es scheint. Man hat es bis heute nur noch wenig beuchter. Wir haben so manchen Fleck in der weiteren Umgebung von Berlin, der überlaufen wird und landschaftlich kaum das bietet, was hier geboten ist allein schon mit den schönen Wäldern. Die Berlinerin ist lebenslustig. Denkt mal, wenn angekündigt wird: Kaffeestundc der oder jener Zeitschrift, des oder jenen Vereins, Unternehmens und so weiter. Da kommt alles! Da wird's so richtig auf die Hausfrau zugeschnitten, und dafür ist sie dankbar. Wir mützten hier so was Aehnliches machen!"
„Da bin ich aber neugierig, was da 'rauskommt!" scherzte Wolf.
„Ich stelle mir das so vor: Wir geben bekannt, jeden Mittwoch und Sonnabend, meinetwegen auch noch andere Tage: „Grober Einkochtag auf Loböschen!" Zunächst kämen jetzt Kirschen und Erdbeeren in Frage. Die Hausfrauen — fangen wir mit Neukölln an — werden eingeladen, nach Loböschen zu kommen und ihre Einkochgläser gleich mitzubringem Unsere Konservenfabrik kocht alles hintereinander ein. Die Hausfrau hat weiter nichts zu tun, als ein bis zwei Stunden das Obst vorzubereiten und ihre Gläser zu füllen. Die andere Arbeit wird ihr abgenommen, und abends geht's dann mit den vollen Gläsern heim. Man kann's auch so machen, daß die Gläser zugestellt werden. Das Einkochen, das die Hausfrau sonst oft lange beschäftigt und sie unnötig an den Herd bannt, wird für sie zum Vergnügen, denn wir bieten ihnen dazu ein billiges Mittagessen und Vesper, wir sorgen für etivas Musik und ein Tänzcken, ein vaar lufttae Vorträae. St immunst.
(Fortsetzung folgt.)