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Aufsehenerregender Selbstmord eines Wiener Chirurgen.

In Wien hat sich einer der prominentesten Vertreter der Wiener Medizinischen Schule, der berühmte Chirura Professor Dr. Hans L o r e n z, das Leben genommen Die Motive dieser erschütternden Tat, die in Wien ungeheures Aufsehen erregt, sind vollkommen ungeklärt.

Professor Lorenz hatte noch am Abend eine schwere Operation vorzunehmen. Wie immer war der Professor kaltblütig und konzentriert bei der Arbeit und gab kurz und präzise seine Anordnungen. Darauf fuhr der Pro­fessor nach Hause und begrüßte aufs herzlichste seine Gattin. Man konnte ihm nichts von dem entsetzlichen Entschluß anmerken. Kurze Zeit darauf sagte Professor Loreuz seiner Gattin, daß er noch zu arbeiten hätte und begab sich in sein Ordinationszimmer. Als er nach 1 Uhr noch immer nicht zurückgekehrt war, suchte seine Gattin das Ordinationszimmer auf und

fand zu ihrem Entsetzen den Professor als Leiche vor.

Professor Lorenz hatte sich mit einem Hanf- (I u r t an einem Fensterhaken erhängt. Um das Herumschlagen mit den Händen zu verhindern und nm sich die Möglichkeit zu nehmen, im letzten Augenblick die Schlinge zu lösen, hatte sich Professor Lorenz die Hände mit einer dünnen Spagatschnur gefesselt.

Grauenvoller Kindes­mord aufgeklärt.

Mit der Verhaftung und dem Geständnis des 65jährigen Anstreichers Albert Fish wurde ein g r a u e n - hafter Kindesmord in den Vereinigten Staaten aufgeklärt, der schon über sechs Jahre z u r ü ck l i e g t. Fish hat gestanden, am 3. Juni 1928 die zehnjährige Grace Budd in ein unbewohntes altes Haus im Westchesterbezirk gelockt und dort auf scheußliche Weise ermordet zu haben. Als Grund für den Mord gab der vertierte Verbrecher seineBlutgier" an. Das Geständnis des Mörders fand durch die Ermittlung der Polizei volle Bestätigung. Man fand im Walde in der Nähe des Mord- hguses ein fast

vollständiges Mädchensklett sowie das Hackmesser und die Säge,

die Fish zur Zerstückelung der Leiche benutzt hatte. Um den Mordfall endgültig und einwandfrei aufzuklären, ist der Zahnarzt, der die kleine Grace Budd behandelt hat, beauftragt worden, die Zähne des aufgefundenen Skeletts einer genauen Untersuchung zu unterziehen.

Die Polizei vermutet, daß Fish auch noch andere Morde an Kindern, die in den letzten Jahren spurlos verschwunden sind, auf dem Gewissen hat, jedoch leugnet der Verbrecher hartnäckig, außer der Ermordung der Grace Budd noch weitere Verbrechen begangen zu haben.

Schweres Erdbeben in Anatolien.

Dutzende von Dörfern zerstört.

In der Gegend von Tschapadjur in O st a n a t o l i e n ereignete sich eine schweres Erdbeben. Fünfzig Dörfer wurden zerstört. Die Zahl der Toten wird auf 100 geschätzt. Die Verkehrsverbindungen sind größten­teils unterbrochen.

Die Erdstöße haben sich über Nacht fortgesetzt, so daß viele Dörfler, von einer Panik ergriffen, im Freien übernachteten aus Furcht, unter den einstürzenden Mauern begraben zu werden. Die Zahl derer, die kein Dach mehr über dem Kopf haben, geht in die Tausende. Von der Regierung sind beschleunigte Hilfsmaßnahmen in die Wege geleitet worden.

Die zwölf Apostel

Roman von Wolfgang Marken.

21 , (Nachdruck verboten.)

Am nächsten Tage wurde auf Toelles neugekauftem Grundstück gepflügt und geeggt.

Tags darauf brachten zwei Lastautos die bestellten Bäume.

Zu viert ging man daran, sie einzupftanzen.

, In schnurgerader Reihe wurde Baum nm Baum ge- letzt, jeder bekam einen starken Pfahl als Stütze.

Alle staunten über Wilhelm Toeüe. Es war be­wundernswert, mit welch großer Geschicklichkeit er das Pflanzen leitete.

Eine ganze Woche dauerte diese Arbett.

Toelle schien keine Müdigkeit zu kennen. Wenn die anderen verschnauften, schaffte er ruhig und unentwegt weiter.

Nach einer guten Woche war das ganze Areal be­pflanzt. Die Bauern des Dorfes kamen und staunten. War doch allerhand, was da auf Loböschen vor sich ging!

Frau Amanda aber fuhr Tag um Tag in die Stadt, Ane einen Blick auf das Werk ihres Gatten zu werfen, vie mar mit fir-h und aller Welt unzufrieden. Ein

«>e war mit sich und aller Welt unzufrieden, harter Zilg lag um ihren Mund.

Die Arbeit auf Toelles Besitz ging werter.

Es wurde zu einem kleinen Gartenhauschen, einem Werkzeugschuppen und einem Vorratshauschen aus- âeschachtet.

Mauersteine wurden angefahren, dazu Kalk, Zement "Nd alles, was sonst an Baumaterialien gebraucht wurde.

Das Bauen begann, und Ende Mar, als die jungen Baume schon im ersten Grün standen, war das Haus fertig.

Vor dem Pfingstfest noch zog Wilhelm Toelle in sein bescheidenes Heim, das aus einer Küche und zw« ^nen Räumen bestand. Ganz einfach hatte er es sich ungerichtet, aber behaglich und wohnlich.

Anne drei Töchter hatten ihm dabei geholfen.

Kathe und Eva in überströmender Liebe und Herz- Weit. Alle Gedanken kreisten um den Vater, den ste s lange hatten entbehren müssen. Bertha war ruhiger, hre Liebe zum Vater wurde gebändigt von der ge« Lohnten großen Zurückhaltung, aber sie hatte ihm zum L'nzug ein Kissen geschenkt, das sie ganz allein mit viel Elende gearbeitet hatte.

Kathe ließ nicht locker, bis der Vater damit einver- war, daß sie ihm die Wirtschaft führte, und Eva "»ft 'hr wacker dabei. . s _

A Wolf Keyser kam oft zu ihm, und auch die anderen rostet waren bäufia seine Gäste.

Manchmal wurden auch Dienstsahrten unternommen."

Der Nundfunkprozeh. Die Vergnügungs­fahrten derFrau Direktor."

rn 3.n der Nachmittagssitzung des Rund funkp roze s s e â derV ernehmung des Chauffeurs der -*5en Funkstunde zu einem aufseb e n erreaeNd eN »Ich e nlall: Bei der Besprechung des Fahrtenbuches, ous Anordnung Bredows von den Chauffeuren geführt nutzte, stellte sich heraus, daß der am Vormittag ver- LEmene Zeuge Hadert, der die Stirn gehabt hat, sich bei ^-.Magnus überübermäßige Ausgaben" und dasGe- Kollegen Bischoff zu beschweren, der Mtzumste Spesenmacher gewesen ist, der überhaupt bei der »ch^üschen Funkstundc beschäftigt war. Oberstaatsanwalt ^mtner hielt nämlich dem Zeugen Chauffeur Lange, der jähre- lang bei der Schlesischen Funkstunde tätig gewesen ist, das ubuch vor und sagte ihm, daß in dem Buch Fahrtenfür Frau Direktor" innerhalb von acht Monaten uottert seien. Der Oberstaatsanwalt glaubt, daß es sich hier um die Gattin des angeklagten Bankdirektors Zorek handelt. «..-Beuge: WennFrau Direktor" dasteht, handelt es sich stets um r a u Direktor Hadert, nicht um Frau Zorek.

« r U a a n 10. {t : Wenn in dem Buch alsoHerr Direttor oderFrau Direttor" steht, ist immer das Ehepaar Hadert gemeint?

.An Hand des Fahrtenbuches wird nun sestgestellt, daß die meisten Eintragungen nur aufHerrn Direktor" lauten. Der Name Zorek tritt verhältnismäßig selten aus. Auf die Frage, ob es stch um Dienstfahrten oder um Vergnügnngsfahrten ge­handelt habe, erklärt der Zeuge, es seien meist Vergnüaunqs- whrten gewesen. * "

Oberstaatsanwalt: Sind auch wochentags Bergnngnngsfahrten unternommen worden?

Zeuge: Wochentags fuhr mir Herr Direktor Kadett zum Vergnügen spazieren, er fuhr z. B. häufig nach Tobten

Gondersendungen des Rundfunks.

Zu den Feiertagen.

Im Sinne einer Anregung des Reichssendeleiters werden sich alle deutschen Sender unter Führung des Deutschland­senders am ersten Weihnachtsfeiertag, am 31. Dezember und am Neujahrstag in drei großen Ringsendungen gemeinsam an die Hörer wenden. Am 25. Dezember von 18.00 bis 20.00 Uhr wird eine der populärsten Gestalten des deutschen Rundfunks, der durch die monatlichen Sendungen des Deuschlandsenders bekanntgewordeneKönigswustèr- Häuser L a n d b o t e", eine Reise durch Deutschland machen. In der Silvester-Ringsendung, die in der Zeit von 19.45 bis 3.30 Uhr stattfindet, begleiten die Sender den Hörer mit heiterer, übermütiger Musik und Tanz auf einer froher Fahrt ins neue Jahr. In der letzten Stunde des Jahres ge­denkt aber der Deutsche Rundfunk der Saar: ,4935. Noch 13 Tage die Saar kehrt heim!" Am 1. Januar läßt eine große RingsendungWas euch gefällt" in Wort und Ton all die zahlreichen, vielfältigen Wünsche erklingen, die der lange Wunschzettel der deutschen Hörer enthält.

EinSpender" nebst Frau in Schutzhaft.

DasFrankfurter Volksblatt" hatte am vergangenen Sonnabend berichtet, daß der ehemalige Kreisdirektor Dr. M e r k, der jetzt in Frankfurt am Main im Ruhestand lebe und eine monatliche Pension von 710,73 Mark be­ziehe, der NSV. drei Weihnachtsspendenpakete zur Ver­fügung gestellt habe, in denen sich ein paar völligzer­rt s s e n e Damenschuhe, ein paar gleicherweise zerrissene Herrenschiihe, zwei Hemden, von Venen das eine lotalzerfetzt gewesen sei, und ein durchlöcherter alter Hut befunden hätten.

Der Fall hat in der Frankfurter Bevölkerung eine starke Erregung ausgelöst, so daß sich die Polizei jetzt veranlaßt gesehen hat, den ehemaligen Kreisdirektor und seine Frav in S ch u tz h a f t 31t nehmen.

Sie hörten ihm alle gern zu, wenn er in anschaulicher Weise von dem fernen Amerika erzählte.

5.

Pfingsten! . , . - .

Heiner Berg hatte schon zweimal eine Einladung nach Loböschen zu Kantors erhalten.

Zweimal hatte er glaubwürdige Ausreden gesunden, aber da man eine Großmutter und einen Großvater nur je einmal sterben lassen kann, mutzte er wohl oder übel für den ersten Pfingstfeiertag zufagen.

Ihn graute davor. t

Der Lehrer Stötzel, der immer noch in dem Wahne lebte, datz Heiner ein Kollege von ihm sei kam öfter und spielte mit ihm und den Kameraden Skat.

Er schmunzelte, als er von der Einladung hörte.

Ich bin auch eingeladen und kann's nicht abschlagen,- meinte er.Also beißen wir mal gemeinsam in den sauren Apfel."

Das ist schon mehr ein Holzapfel!" klagte Heiner.

Ganz gleich! Theolinde kocht etn anständiges Essen. Warilm sollen wir uns das nicht schmecken lassen?"

Also ging man zu Pfingsten zu Kantors.

Fräulein Theolinde hatte sich besonders hübsch ge- macht, aber sie sah trotzdem nicht zum Anbeißen aus. Mit süßem Lächeln begrüßte sie die beiden Gäste. Wahr­scheinlich dachte sie: Zwei Eisen im Feuer ist besser wie eins.

Stößel, der seelisch sehr robuster Natur war, machte es ein wahres Vergnügen, den jungenKollegen" unter dem Kreuzfeuer ihrer Blicke erzittern zu sehen.

Der Kantor, ein guter, alter, harmloser Herr, etwas unter dem Pantoffel seiner Tochter stehend, hatte wäh­rend des Essens das Pech, ein kleines Tellerchen fallen zn lassen.

Theolinde war wütend, man sah es ihr deutlich an, daß sie das Papachen am liebsten scharf ausgezankt hätte, aber sie beherrschte sich.

Jetzt wußte Heiner, wie er sich unbeliebt machen konnte!

Als Theolinde die Herren für einen Augenblick allein ließ, sagte der Kantor ihnen flüsternd, daß seine Tochter peinlich genau darauf achte, daß nichts zerbrochen würde. Das sei ihre schwächste Seite.

Heines Plan war gefaßt.

Zuerst mußte die grosse- Suppenterrine dran glauben. Er beförderte sie mit dem Aermel geschickt vom Tisch, während er so tat, als wenn er Theolinde, die süß lächelte, behilflich sein wollte.

Krach!

Theolindes Gesicht war eine Studie. Wut kämpfte mühsam mit Zurückbaltung.

Heiner markierte den Bestürzten.

Ein Glück, daß sie leer war!" meinte er dann.Das hätte schöne Fettflecke auf dem Fußboden gegeben!"

Der Kantor saß wortlos. erwartunasvolle^Svannuna

Otter nach Trewttz zum Kaffeetrinken. Seine Frau hat den Wagen ständig benutzt. um in die Markthalle zu Ein kaufen zu fahren.

Manchmal allerdings ist der Wagen auch zu Dieustzwccken benutzt worden.

(Große Heiterkeit.) An Hand des Fahrtenbuches wird sodann weiter sestgestellt: Für Direktor Zorek 284 Kilometer zur Teich manubaube, 260 Kilometer nach Agnciendorf, ferner einige kauere Fahrten. Im ganzen ergeben sich für Zorek im Lause eines Monats einmal ungefähr 1000 Kilometer «ribatfahrten.

*

Todesurteile gegen zwei rote Mordbuben bestätigt.

Durch Urteil des Berliner Schwurgerichts vom 19. Juni 1934 war gegen zwei kommunistische Mörder die Todesstrafe verhängt worden, während gegen zehn weitere Angeklagte auf empfindliche Freiheitsstrafen er­kannt wurde. Die von fünf Beschwerdeführern gegen dieses Urteil eingelegte Revision wurde jetzt vom Reichs­gericht als unbegründet verworfen. Damit sind die Angeklagten Friedrich Broede und Mux Materni rechtskräftig zum Tode verurteilt worden. Gleichzeitig haben die wegen Beihilfe, zum Mord ver­hängten Zuchthausstrafen in Höhe von 15 Jahren gegen Erich Wichert und von je vier Jahren gegen H a n s Broll und Rudolf Konrad Rechtskraft erlangt.

Bei der zur Aburteilung stehenden Tat handelt e§ sich um die Ermordung des Polizeihaupimanns Anlauf und des Polizeioberwachtmeisters Lenk am 9. August 1931 am Karl-Liebknecht-Haus in Berlin.

Rejseplan derKarlsruhe" geändert.

Der im Ausland besiudliche KreuzerKarlsruhe" hat Anweisung erhalten, die deutsche Wehrmacht bei der Eude Januar 1935 stattsindeuden IW-Jahrfeier der »auptstadl von Peru, L i m a , zu vertreten. Aus diesem Grunde ist folgende Änderung seines Reiseplans notwendig: Montevideo (UruguaN) 21. bis 28. Dezember, Puerto Montt (Chile) 5 bis 9. Januar 1935, Valparaiso (Chile) 12. bis 21. Januar, Callao (Peru) 25. Januar bis 6. Februar. Bei dieser Gelegenheit wird der Kreuzer am 27. Januar bei einer großen militärische» Parade in Lima durch eine starke Abordnung vertreten sein und auch an den Feierlichkeiten der übrigen Tage leilnehmen.

Vermischte Nachrichten

General der Infanterie a. D. Albert Schoepslin gestorben.

Baden-Baden. Nach langem schweren Leiden entschlies hier der General der Infanterie a. D. Albert Schoepslin im lllter von 81 Jahren. Schoepslin machte bereits den Krieg von 1870/71 mit und erhielt für sein tapferes Verhalten die badische Tapserkeitsmedaille und die Karl-Friedrich-Medaille Im Weltkrieg führte der General zunächst die 45 Reserve- division bei Ypern und Langemarck, als Kommandierender General vorübergehend den Befehl über das 23. Reservekorps.

Brandstiftung in Rennställen. 21 Pferde verbrannt.

Toronto (Kanada). Aus der Thorncliffe-Rennbahn bracu in sechs verschiedenen Ställen infolge Brandstiftung Feuer aus, das stch mit rasender Geschwindigkeit ausbreitete und 21 Renn­pferde tötete, die einen Wert von etwa 60 000 Dollar darstellen.

Hinrichtung einer Gattenmördcrin in England

London. Der englische Innenminister hat eine Begnadi­gung der wegen Gatteumordes zum Tode verurteilten Mrs. Ethel Major abgelehnt. Die Hinrichtung wird ant 19. De­zember in Hull vollzogen werden. Es ist in England die erste Frau, die feit 1926 dem Scharfrichter überantwortet worden ist. Mrs. Major hatte ihren Ehemann durch Strychnin vergiftet.

auf seinem Gesicht. Als Theolinde die Scherben zu- sammenkehrte, schmunzelte er verstohlen.

Als nächstes Opfer hatte Heiner eine Vase auserlesen. Mitleidslos überantwortete er sie dem harten Schick­sal, denn er meinte, wenn das Kitschgesetz einmal käme, dann würde sie sowieso konfisziert.

Aber so passen Sie doch ein wenig auf," tadelte Theolinde, nachdem sie sich von ihrem Schreck erholt hatte. Sie stand eben mit der Fleischplatte in der Tür.

Gnädiges Fräulein," sagte Heiner bekümmert.Ich bin mit einem Knopf an dem Deckchen hängengeblieben. Ja, ja, solche zarte, reizende Deckchen, die haben es in stch! Ich komme gelegentlich und kitte die Vase wieder, dann sieht es wieder ans wie antik."

Wie bitte?"

Wie antik! Alles, was so eine Alterspatina hat, das nennt man antik. Wissen Sie das nicht, Fräulein Theolinde?"

Stößel grinste ganz niederträchtig.

Das Mahl ging weiter. Es ist zu bemerken, daß da­bei noch ein Teller das Zeitliche seanete.

Heiner aber war nicht aus der Ruhe zu bringen und plauderte liebenswürdig weiter.

Wenn Theolinde von Goethe schwärmte, dann tat er, als würde er sich wundern.

Goethe? ... Na ja ist ja allenfalls noch zu lesen. Aber hat auch Patina angesetzt. Wissen Sie übrigens, daß der mal ein loser Schlingel gewesen ist? Gott, wenn wir Männer jung sind, dann sind wir es ja alle! Nicht wahr, Herr Kollege?"

Stößel beeilte sich zu versichern, daß er recht habe, was ihm einen strafenden Blick Theolindes eintrug.

Wenn ich mal heirate," erklärte Heiner ruhig,und meine Frau versuchen sollte, mich zu kujonieren ... da habe ich ein ganz probates Mittel."

So, so," meinte Theolinde etwas spitz.Warum soll denn eine Frau kujonieren, wenn sie einen tüchtigen und soliden Mann hat?"

Ach, Fräulein Theolinde, so solid bin tch gar nicht, wie ich aussehe! Ich müßte, wenn ich mal heirate, jeden Abend meinen Skat kloppen."

Jeden Abend?"

Jeden Abend!" log Heiner, der sich ans dem Skat gar nicht viel machte.

Das können Sie doch auch zu Hause?"

^,Das schon, aber da macht es keinen Spaß! Immer möchte man doch so eine Frau auch nicht um sich haben."

So?!... Das sind ja nette Grundsätze!" Theolinde kam langsam in Wut.

3a, ja, sie sind ganz nett," nickte derBlondkopp".

Also Ihre Frau soll nun immer allein zu Hause sttzen?"

Jawoll, die kriegt ein Radio und kann Strümpfe stoppen."

Jmnrer nur Strümpfe stopfen?"

(Fortsetzung folgt.)