Stadt und Land
Wetiersusfidifen für morgen'.
" Nach vorübergehender Aufheiterung und kalter Nacht wieder trübes und nebliges Wetter mit milderen Süd- westwinden.
* Fulda, den 17. Dezember 1934.
Fuldaer Firmen spenden dem WHW.
Der Spendenliste für das Winterhilfswerk 1934/35 des Haues Kurhessen entnehmen wir
Fuldaer Firmen:
Städtische Sparkasse Fulda
Molkerei Fulda
den Namen folgender
Wollgarnfabrik Fulda
Val. Mehler AG. Fulda
500 Rm.
1200 Rm.
600 Rm.
3 000 Rm.
Silberner Sonntag.
Der gestrige Silberne Sonntag war von sehr warmem Wetter begünstigt, während der vorjährige in eine starke Kälteperiode fiel. In den Mittagsstunden setzte allerdings Regenwetter ein, das aber auf die sehr große Käuferschâr aus Stadt und Land keinen Einfluß hatte. In den Hauptgeschäftsstraßen bewegte sich in den ersten Mittagsstunden große Scharen Kauflustiger. Je mehr die Nachmittagsstunden dahineilten, desto stärker wurde das Gewoge iä den Straßen und in den Geschäften. Die Kauflust war am gestrigen Sonntag weit besser als vor einer Wocbe. und die meisten Geschäftsinhaber sind mit dem gestrigen Umsatz sehr zufrieden. Aber noch harren in allen Geschäften große Posten Waren auf Käufer. An die große Zahl derjenigen, die ihre Einkäufe nie rechtzeitig machen können, ergeht die Mahnung, das Versäumte recht bald nachzuholen und zwar etwa im Laufe dieser Woche. Am kommenden Sonntag, dem letzten vor dem Feste, sind die Fuldaer Geschäfte nochmals nachmittags geöffnet.
Immer das Fahrrichtungszeichen geben!
Am Sonnabend ereignete sich ein Verkehrsunfall in der Löherstraße zwischen einem Pferdefuhrwerk und einem Motorradfahrer. Das Pferdefuhrwerk kam vom Stadt- innern und wollte nach links in eine Toreinfahrt ein- biegen. Hierbei hat es der Fuhrmann unterlassen den Wechsel der Fahrtrichtung durch ein Zeichen bekannt zu geben. Der Motorradfahrer, der von auswärts kam, konnte nicht damit rechnen, daß das Fuhrwerk ohne jedes Zeichen nach links geführt wurde, und stieß deshalb vorne gegen den Wagen an. Es entstand nur Sachschaden.
* Gersfeld, 12. Dez. (Herbstversa m m lun g d e r Spar- und Da r l e h ns k as s e.) Heute nachmittag
3 Uhr fand im Gasthof Adler die Herbstoersammlung des Hersfelder Spar- und Tarlehnskassenvereins statt. Der Vorsitzende, Postverwalter i. R. Röder, eröffnete sie und erteilte dem,Geschäftsführer Hofmann das Wort zur Erstattung Les Geschäftsberichts, der ein sehr erfreuliches Bild von der Entwickelung und dem Stand der Genossenschaft zeigte. Der 2. Redner, Herr Direktor Göricke, gab einen Ueber- blick über Las Genossenschaftswesen und die Agrargesetz- Fèbung. Stabsleiter Fenge-Fulda streifte nochmals kurz die gesetzgeberischen Maßnahmen der Regierung und forderte zum Eintreten in die Erzeugerschlacht ein. Kreis- -Ernfiihrèr Fe-üerborn als letzter Redner gab ein aus- Mrliches Bild über Lie Lage der Landwirtschaft im In- und Auslande, und forderte 'zum Schluß alle Fernstehenden zum Eintritt in Lei Genossenschaft aus. — Hieran schloß sich sogleich die Bezirksversammlung der Molkereigenossenschaft hulda-Lauterbach an, die von dem Vorsitzenden Les Vor- stanLes, Herrn Kersten-Maberzell eröffnet wurde, der aus- luhrliche Angaben über technische und finanzielle Fragen des Molkereiwesens machte, namentlich über die Aenderung des, in einer früheren Generalversammlung festgesetzten Emstandsgeldes, Las nunmehr für je 2000 Zentner zur âlkerei gelieferte Milch 25 Mark betragen soll. Weitere Redner waren Stabsleiter Fenge und Kreisbauernführer Merborn. Als letzter sprach Herr Molkereidirektor Lohnacker. Nach einer sehr lebhaften Aussprache seitens der Genossen wurde vom Vorsitzenden Kersten die Ver- sommlung geschlossen.
Rebgeshain (Kr. Schotten), 16. Dez. (Ein Gehöft ^ol lig e i n ge ä s ch e r t.) Hier wurde das Gehöft des Landwirts Otto Fink von einem verheerenden Feuer völlig ^geäschert. Der Brand entstand in der gefüllten Scheune, dm mit dem ganzen reichen Inhalt schnell in vollen Flam- «en stand, und griff bald auch auf die Stallungen und das Wohnhaus über. Scheune, Wohnhaus und Stallungen mit ZM Inventar wurden ein Raub des wütenden Elements, dagegen konnten Menschen und Vieh noch rechtzeitig geret- werden. Die Feuerwehren mußten sich auf den Schutz benachbarten Gehöfte beschränken.
. Kassel, 16. Dez. (Schw e r e Zuchthausstrafen Hochverratsprozèß gegen Frankfurter inmuniste n.) Am Abend des vierten Verhandlungs- mges fällte der Strafsenat des Oberlandesgerichts Kastel 'M Prozeß gegen die 23 Frankfurter Kommunisten das Ur-
Der Hauptangeklagte Karl Kullmann wurde wegen verruchten Landesverrats in Tateinheit mit Vorbereitung »um Hochverrat zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Gleichzeitig wurde die Siche- ungsverwahrung gegen ihn an-geordnet. Der Angeklagte Keller erhielt wegen Vorbereitung zum Hochverrat sieben ähre Zuchthaus, der Angeklagte Paul Schmidt fünf Jahre Zuchthaus. Zuchthausstrafen von 2% Jahren erhielten die Angeklagten Glaser und Krieger, von zwei Jahren die An- Wagten Ludwig Opfer, Christian Fuchs und Emil Zchafer. Neun Angeklagte, darunter drei Frauen, wur- 3 teils wegen Beihilfe,' zu Gefängnisstrafen verurteilt, "^war Henriette Rückele 2 Jahre, Rudolf Opfer lDabr ^l^Monate, Fridolin Schäfer 1 Jahr 6 Monate, Gruhl LW, Anton Meiß 1 Jahr, Albert Stahl 7 Monate, die Weute Hans und Marie Seidel je 3 Monate 1 Woche
Helene Essel 3 Monate. Fünf Angeklagte, darunter b^l Frauen, wurden freigesprochen, da die Beweise für ne Schuld nicht ausreichten.
Gießen, 16. Dez. (Praktischer National- a lismus eines Achtzigjähri g e n.) Heute nute der Seniorchef des Sägewerks Nuhn tn Lollar, der ? Allermeister Balthasar Nuhn in Frische und Gesundheit - Men 80. Geburtstag begehen. Der alte Herr, der älteste
Berufskollegen in Hessen und Ehrenmeister des Handwerks, hat sein Unternehmen aus kleinsten Anfängen M cMein der größten Sägewerke in Oberhessen entwickelt. E dem Werk sind zur Zeit etwa 180 Arbeiter beschäftigt.
, O'irma hat ihren Mitarbeitern schon zweimal in diesem Ä je eine Wagenladung voll Brennholz kostenlos zur 2 M'Mng gestellt, ferner erhält jedes Eefolgschaftsntttgued wM des Jahreslohnes als Weihnachtsgeschenk ausgezahlt, "bei auch die in den Arbeitsdienst eingetretenen jungen
„Die im Felde fielen, find unfere Besten gewesen".
Einweihung der Ehrentafel für die im Weltkrieg gefallenen Schüler der städtischen Oberrealschule Fulda.
Eine Weihestunde war es, zu der die hiesige Oberrealschule Eltern, Schüler, Angehörige der gefallenen Schüler sowie die gesamte Bürgerschaft der Stadt Fulda zur Einweihung einer Ehrentafel für die gefallenen Schüler gestern vormittag in den Stadtsaal geladen hatte. Mit der prächtig vorgetragenen „Ouvertüre zu Coriolan" von öeethoven durch das Musikkorps des Standortes Fulda unter Leitung von Musikmeister Rhode, erhielt die Feier etnen stimmungsvollen Auftakt. Im
Mittelpunkt der Veranstaltungen stand die großangelegte Gedächtnis- und Weiherede des Direktors der Oberrealschule, Studiendirektor Dr. L a u w a r tz.
Der Redner, der zunächst alle Erschienenen, unter ihnen die Vertreter der Heeresmacht, der Behörden, der Schulen, der Parteileitung der NSDAP, und solche der verschiedenen Untergliederungen der Partei, herzlich willkommen hieß, wandte sich in seiner Ansprache besonders an die heutige Jugend und stellte derselben die gefallenen Schüler der Anstalt als leuchtendes Beispiel hin, denn „sie starben, damit wir leben".
Endlich, so führte Dr. Lauwartz aus, sei der langjährige Wunsch der Lehrer und Schüler der Oberrealschule in Erfüllung gegangen, den gefallenen Schülern aus eigenen Mitteln ein würdiges Denkmal zu schaffen. Ein bald nach Beendigung des Krieges gesammelter Grundstock für diesen Zweck fiel der Inflation zum Opfer. Heute nun, nach zehnjähriger Sammeltätigkeit und in der'Zeit der völkischen Erneuerung unseres Vaterlandes, sei es möglich geworden, den
längst fälligen Dank an die gefallenen Helden durch die Schaffung einer Ehrentafel abzustatten.
Der Anblick dieser Tafel lenke unser Gedanken auf die Geschehnisse des Weltkrieges. Ten Angehörigen der Gefallenen mögen hierbei schmerzliche Erinnerungen aussteigen, andererseits bedeutet die Tafel auch etwas Trostreiches, denn die heute einzuweihende Ehrentafel verkündet, daß die hier verzeichneten 100 Helden ihre vollste Pflicht für Volk und Vaterland getan haben. Der heutigen Jugend feien die Ereignisse des Weltkrieges bereits Geschichte geworden, aber die Jugend hat die Pflicht, sich der gefallenen Helden wert zu zeigen; eine Aufgabe, die auch der verstor
Die Sühne für das Sittlichkeitsverbrechen bei Istergiesel.
Der Täter zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Zayren Ehrverlust verurteilt.
cf Am Freitagvormittag um 5410 Uhr wurde die Haupt- verhandlung gegen den in Fulda wohnhaften 39jährigen Fr. Fell durch die Große Strafkammer Hanau mit einer Sitzung im Fuldaer Amtsgericht wieder aufge- Mmmen und zu Ende geführt. Die Anklage gegen F. lautete auf Vornahme unzüchtiger Handlungen an einem 10= rührigen nuuz-chen am 5. August d. J. im Walde bei Istergiesel. Der Angeklagte hatte die beiden Gefchwisteu B. und R. Kr. beim Beerenlescn angestossen, sie verfolgt und an dem Mädchen die Tat begangen, die zur Verhandlung stand. Nach etwa sechsstündiger Beweisaufnahme verkündete das Gericht eine Zuchthausstrafe von 3 Jahren sowie Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren.
Die erste Hauptverhandlung hatte man am 12. Oktober vertagt, um die Angaben des Angeklagten über sein Alibi nachzuprüfen, und sie wegen des überaus großen Zeugenaufgebots aus der Fuldaer Gegend in Fulda neu angesetzt, Der Angeklagte leugnete in der Voruntersuchung wie auch in der Hauptverhandlung, die unter Ausschlußder Oeffentlichkeit stattfand, jede Verbindung mit der Tat. Obwohl er bei einem Versuch, wobei er von der Kriminalpolizei mit mehreren anderen Personen den Kindern gegenübergestellt wurde, von ihnen einwandfrei als Täter bezeichnet wurde, behauptete er, an dem fraglichen Tag mit seinem Rad in Michelsrom- bach zum Deerensammeln gewesen zu sein und gab einen Zeugen Schr. an, der ihn dort etwa um %5 Uhr gesehen und gesprochen hat. Durch die Aussagen verschiedener Zeugen wurde der Zeitpunkt der Tat auf ungefähr 2% Uhr' festgelegt, so daß ein gut Teil der Beweisaufnahme darauf verwandt wurde, zu bestimmen, in welcher Zeit man von dem Tatort nach der Stelle im Michelsrombacher Wald gelangen kann, an der der Zeuge Schr. ihn getroffen und von wo aus er mit ihm gemeinsam den Heimweg angetreten hat. Ein Versuch, der von Beamten der Fuldaer Kriminalpolizei durcbqeführt wurde, ergab, daß F. nicht nur die Zwischenzeit von rund zwei Stunden 6 e = nutzt haben kann, um mit seinem Rad vonIster - g i e s e l nach Michelsrombach zu gelangen, sondern
Mitarbeiter bedacht wurden. Der persönliche Anteil des Gefolgschaftsführers kam den Mitarheitern mit über zwei Kindern zugute, so daß auf jedes Kind noch einmal 3 Mk. besonders entfielen. Der alte Herr und seine Firma haben durch diese Maßnahnien bekundet, daß sie im Geiste des Führers praktischen Nationalsozialismus vollbringen.
Gießen, 16. Dez. (Schweres Motorradun- glück. — Ein Toter, ein- Schw erverletz ter.) In der letzten Nacht gegen 1% Uhr rannte hier in der Frankfurter Straße am Ausgang der Stadt ein mit zwei jungen Leuten besetztes Motorrad in voller Fahrt auf einen haltenden Fernlastzug von hinten auf. Bei dem heftigen Zusammenprall mit dem Anhänger des Fernlastzuges wurde der 22 Jahre alte Motorradfahrer Alfred Loh aus Dutenhofen (Kreis Wetzlar) so schwer verletzt, daß er bald nach der Einlieferung in die Chirurgische Klinik verstarb. Sein Mitfahrer, Ler 19 Jahre alte Friedrich Hahn aus Dutenhofen, wurde schwer verletzt und besinnungslos in Lje Klinik gebracht, wo er heute mittag noch bewußtlos lag. Das Motorrad wurde völlig zertrümmert.
Gießen, 16. Dez. (7 0. Geburtstag eines weltbekannten Gießener Gelehrte n.) Der frühere Direktor der hiesigen Universitäts-Nervenklinik Geh. Medi- zinalrat Professor Dr. med. et phil. Robert Sommer kann am 19. Dezember in bester Frische seinen 70. Geburtstag begehen. Geheimrat Professor Dr. Sommer stand rund 38 Jahre lang als Direktor an der Spitze der Universitäts- Rervenklinik in Gießen und trat am 1. November 1933 wegen Erreichung der Altersgrenze unter ehrenvoller Anerkennung seiner hoben Verdienste in den Ruhestand. In seiner Berufsstellung und als wissenschaftlicher Forscher,
bene Generalfeldmarschall von Hindenburg in seinem politischen Testament der Jugend auferlege. Im Kampfe, in den Schützengräben erstand das Reis der nationalen Solidarität, hier wurde die Bruderschaft der einzelnen deutschen Stämme begründet mit dem hohen Ziel eines großen einigen Deutschlands.
Arbeitet die deutsche Jugend in diesem Sinne an sich selbst, dann werden wir hineinwachsen in die wahre Volksgemeinschaft, entsprechend dem Wunsche des Führers: „Nichts für uns, aber alles für Deutschland". Damit bezeugen wir am testen unsere Dankbarkeit gegenüber den Helden des Weltkrieges.
Anschließend an diese Ausführungen legte Oberbürgermeister Dr. Danzebrink namens der Stadt Fulda einen Kranz an der Ehrentafel nieder und wies darauf hin, daß dieses heute enthüllte Denkmal ein Mahnmal und ein Wegweiser in das neue Deutsche Reich für unsere Jugend sein solle. Getreu dem Beispiel der auf der Tafel verzeichneten Helden soll die Jugend das deutsche Volk kraftvoll, rechtschaffen, ehrfürchtig und treu formen. Für die ehemaligen Schüler Ler Anstalt sprach Dr. Muth, der in ehrenden Worten seiner gefallenen Mitkämpfer gedachte und namens der ehem. Schüler der Anstalt Las Gelöbnis ablegte, das Gedächtnis dieser 100 Helden stets in hohen Ehren zu halten. Eine prächtige Kranzspende unterstrich auch diese Ausführungen. Ergreifend wirkte der hierauf folgende Musikvortrag vom „Guten Kameraden".
Umrahmt war die eigentliche Feier von weiteren Musikdarbietungen und sein in den ganzen Rahmen hincingkstellten Rezitationen, Sprechchören, Liedervorträgcn der Schüler der Anstalt,
die durchweg formvollendet und ausdrucksvoll zum Vortrag kamen. Die Leitung aller dieser Darbietungen lag hierbei in den Händen des bekannten Opern-Regisseurs Eugen Mehler, der sich dieser Aufgabe mit künstlerischem Takt entledigte. Alle diese Darbietungen hier aufzuführen ist unmöglich, eine davon herauszuheben, wäre Herabsetzung der anderen. Die Feier schloß mit einem begeistert aufgenommenen „Sieg-Heil" auf den Führer des deutschen Volkes und dem Gesang des Deutschland- und Horst- Wessel-Liedes.
auch noch ungefähr ein Pfund Preißelbeeren zu pflücken, die Schr. bei ihm gesehen haben will. Daß zudem ein Zeuge bekundete, den Angeklagten an dem Mittag des in Frage kommenden Sonntags auf einem Weg gesehen zu haben, der wohl nach Istergiesel, keinesfalls aber nach Michelsrombach führte, außerdem ein vom Angeklagten benannter Zeuge, dem er außerordentlich suggestiv einzureden versuchte, ihn um die gleiche Zeit an anderer Stelle getroffen zu haben, diese Angaben in Abrede stellte, belastete den F. noch mehr.
Der Staatsanwalt führte nach Beendigung der Beweisaufnahme aus, daß der Gang der Verhandlung wohl jedem den letzten Zweifel an der Schuld des Angeklagten genommen habe. Er wies im einzelnen nach, wie der Äli - bi beweis des Täters nicht nur von einer, sondern von mehreren Seiten zusammengebrochen sei. Bei der Strafzumessung für diese .Tat, für die das Gesetz Zuchthaus vorsieht, scheiden strafmildernde Umstände aus, da der Angeklagte bereits wegen ähnlicher Delikte vorbestraft ist. Sodann beantragte der Staatsanwalt eine Strafe von 3 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust.
Der Verteidiger suchte in längeren Ausführungen den Schuldbeweis zu erschüttern, leugnete besonders die Bedeutung des Erkennungsversuches durch die Kinder und stellte in Abrede, daß der Angeklagte die Strecke vom Tatort bis nach Michelsrombach in der Lurch den Versuch bestimmten Zeit zurückgelegt haben soll. Er plädierte auf Freispruch; der Angeklagte schloß sich diesem Antrag an.
In der Begründung des oben angeführten Urteils wies der Vorsitzende noch einmal auf die schwer belastenden Zeugenaussagen hin, die nirgends untereinander in Widerspruch standen und betonte, daß F. ausreichend Zeit gehabt hätte, um nach vollführter Tat in den Michelsrombacher Wald zu gelangen. Die Zeugen des Angeklagten hätten teils versagt, teils aber keine ernstlich entlastenden Aussagen gemacht.
Nach der Urteilsverkündung kam es zu unerquicklichen Szenen. Der Angeklagte weinte und tobte, sprach zu Len Zuhörern und Len Zeugen, schlug mit den Fäusten auf den Richtertisch und schrie immer wieder hinaus, daß er un= schuldig sei, während seine Ehefrau und zwei seiner Kinder, die sich an den Szenen beteiligten, aus dem Sitzungssaal geführt wurden.
Arzt und Lehrer seines Fachgebietes hat er sich einen Namen von Weltruf geschaffen. Auf vielen großen Tagungen deutscher und internationaler Wissenschaftler der psychologischen Wissenschaft hat er mit seinem reichen Fachwissen sehr segensreiche Arbeit geleistet. Viele Ehrungen aus allen Teilen des Vaterlandes und der wissenschaftlichen Welt sind im Laufe der Jahre dem Gelehrten zuteil geworden. Als Vorsitzender der Gesellschaft Liebig-Museum in Gießen wurde er ein treuer Hüter und Pfleger des wissenschaftlichen Nachlasses des großen Chemikers Iustus von Liebig, der früher an der hiesigen Universität gewirkt hat. Auch als Gießener Stadtverordneter und als Pfleger oberheffi- Iwen Volkstums hat Commer in fruchtbarer Weise zum Wohle der Allgemeinheit gewirkt.
Darmstadt, 16. Dez. (Schönes Ergebnis des Ei n t o p f so n n t a g s.) Bei der heutigen Sammlung anläßlich des Eintopfsonntags wurden in Darmstadt insgesamt 10 043,63 Mark gesammelt, die dem Winterhilfswerk zugute kommen.
HÜGEL™"
F der gute Herrenschuh
Lingel-Verkaufsstelle: Gebr. Frohnapfei,
Hlarktstraße 6.