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Zul-aer Mzeiger

Erscheint jeden Werktag. Wochenbeilage:Der Sonntag". Bezugspreis: monatlich 1,70 RM. Sei Lieferungsüehinderung durchHöhere Ge­walt" bestehen keine Ansprüche. Verlag Friedrich Ehrenklau, Fulda, Königstraße 42. fRotations-- biud' Friedrich Ehrenklau, Lauterbach H. Haupt- schristleiter: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 4L.

Taseblatt für Rhön un- Vogelsberg WH«L MÄLL Zulöa- und Haunetal »Zulöaer Kreisblatt fflg»^

Reöaktlon und Geschäftsstelle: Königstraste 42 Zernfprech-Rnstbluß Nr. 2989 Änzeigenteil""Ferdinand Ehrenklau, Lauterbach-H.

Nr. 289 1934

Fulda, Dienstag, 11. Dezember

11. Jahrgang

Erntetag der

,6a habe ich mir die Gebesreudigkeil nicht vorgestelll."

Görings Dank und Anerkennung.

Ministerpräsident General Göring erklärte, daß her Tag der nationalen Solidarität ihm zu einem ganz besonderen Erlebnis geworden sei. Zwar habe er am Opferwillen der breiten Massen des deutschen Volkes nie gezweifelt, aber trotzdem sei ihm nunmehr der Beweis, den er während seiner Sammelaktion aus erster Hand er­halten habe, doch etwas ganz Besonderes.

So habe er sich nämlich die Freudigkeit, mit der vor allem von den weniger bemittelten Volksgenossen gegeben morden sei, nicht »orgefrcUL Es erfülle ihn weiter mit Stolz aus den deutschen Ramen, daß er immer wieder Gaben auch von solchen erhalten habe, denen man hätte ansehen können, daß sie selbst eigentlich einer Hilfe be dürftig wären.

Zum Schluß erklärte General Göring, er hoffe, daß die Opfer- und Hilfsbereitschaft bei gewissen Leuten nicht etwa dadurch angekurbelt worden sei, weil es sich hier daruni gehandelt habe, den Führern der Bewegung und des Staates diese Gaben selbst zu überreichen, son­dern daß diese opferfreudige Haltung sich in künftigen Fällen und in allen Kreisen a u ch d e m unbekannten Sammler gegenüber immer wieder bemerkbar mache.

*

Rekordspende.

Aus ein Wort, Herr Rachbar! Haben Sie sich eigent­lich klargemacht, daß das Ergebnis des Tages der natio­nalen Solidarität genau genommen nicht an einem

Uhr machten sie

Lage, sondern sogar in einigen Stunden zu- sapimeÄamk Erst nachmittags um 4 Uhr standen die bekannten, die weniger bekannten und die unbekannten Sammler auf ihren Plätzen. Um ix>8 Uhrp^ st" schon wieder Feierabend, und es kam nur noch eine 9iadp= lese Huan kann auch sagen: Rachtlesei, später, als man die

Theater, Kinos und Lokale durchkämmte

Diese S a m m e l g e s ch w i n d i g k e i r war also das eine bestimmende Moment dieses Tages, und wenn er mit einem Rekordergebnis abschloß, so wollen mir daneben diesen Geschwindigkeitsrekord nicht vergessen. Binnen weniger Stunden hatte die Winterhilse ein Kapital von rund dreieinhalb Millionen Mark mehr zur Verfügung, die vorher, also am Sonnabenpnachmittag 4 Uhr, in ihren Kassen eben noch nicht vagewesen maren. Und dieses Hinaufschnellen des Kassenbestandes, an dem die grohen und die kleinen Sammler, die berühmten und die namen­losen, alle den gleichen Anteil haben, dieser Kassensprung also wäre nicht möglich gewesen, ohne das zweite bestim­mende Moment dieser Sammelstunden: die G e b c s r e u - digkeit der Spender. Es war eine Gebesreudigkeil, die bei den einen erstaunlich, bei den anderen bewunderns­wert, bei. den dritten geradezu rührend, jedenfalls aber in diesem Ausmaß unerwartet war. H.rmann Goring, einer der erfolgreichsten Sammler, hat ja denn auch offen erklärt daß er sich die Gebefreudigkeit des deut­schen Polkes so denn doch nicht vorgestellt hat Em Volk, das der ParoleWir lassen euch nicht im Stich! einen solchen Ausdruck zu geben vermag, kann mit Recht den Kopf hoch tragen , .

Sollen wir uns hier lange aufhalten mit denen cie sich an diesem Tage der nationalen Solidarität druckten oder die Groschen gaben, wo sie Geldscheine ohne - e- schwerden hätten entbehren sönnen? Gewiß der Zeiger an der Gebeskala spielte über alle Rubriken, von den Fünfpfennigstücken an über die Nickelmünze der halben Mark, weiter über die Silvermünzen schließlich zu den Geldscheinen, unter denen sich mancher Hunderter, ja IM ar tausender fand (der Führer hat ja selbst eine Reihe von Sammlern mit solchenbraunen Lappen beglückt,, und gelegentlich zeigle sich sogar ein leibhaftiger ~_ b N vierstelligen Zahlen, auch einige, die in fremder âhrnng lauteten (vielen Dank auch euch ihr anJan- Men Freunde Deutschlands!! - kurz, es ist wie ja ^aucb dus Gesamiergèevnis erweist, viel und gern gcgc worden. Um so peinlicher also für die wenigen, die sich «anz oder bis zu einem gewissen Grade ovv bm mtlio- swwn Solidarität selbst ousschloWn um tmJtcberen - hielten oder sich vom freundlich winkenden Laminier mit '«cm mürrisch oder gar ärgerlich gegebenen Webner -' lausten, da die Hand nicht den Weg zum stiberfhkf hubest bitte. Wer an dem Ergebnis dieses Tages der _ "wn Solidarität nicht einen Anteil hatte der seiner -er wgenslnge entsprach, der bat auch keinen Anteil a L ^U'Ichen Volksgemeinschaft, die sich hier wieder einmal m ^dringlicher Form zeigte I» s o eindringlicher -»orm übrigens, daß ein bekannter englischer Wirtschaftsfuhrer . ' sich von den Fenstern seines Hotels in jbcr'in

*n -'»den, den beispiellosen Ansturm der Lpendermasi D die Ministersammler ansah, immer wieder in heuer L' wnd Bewunderung den Kops schüttelte nun A '^ mit den Worten Lust machte: es sei ia a > n *1 w a h r , w a s die E in i g r o n i e n z e 11 u ' " ber Deutschland id) t iebcn; wo seien nur died r e i h u n d e r i G e h e i m p o l i V st e n

enen Göring und Goebbels während der Lammc>- e« umgeben seinsollten? Reiner Schwindel ist das! Und 'We noch einige Worte seines aufrichtigen Relpcktc^ . r deut Ausdruck des Geiuciiischastsgeistes hinzu, den i ° vor üch inb.

Winterhilfe.

Nein, sie haben wirklich keine Mauern von Geheim­

Polizisten um sich gehabt, weder die sammelnden Minister noch ihre Helfer von Bühne, Film. Konzertpodium, Wissenschaft, Presse usw Göring und Goebb ' s halten in Vorahnung dessen, was da kommen mußte, sich einige wenige, aber kräftige SS.-Männei mitgenommen. Und das war bitter nötig. Denn wenn sie die nicht bet sich gehabt hätten, dann wäre ihnen vermutlich noch Schlimmeres passiert als dem Reichsminister Dr. Goeb­

els freilich

bels, dem die unvernünftig andrängenden Tausende doch wahrhaftig den Anzugauf dem Leibe zer­rissen. Es blieb ihm in dieser Menschenbrandung nichts weiter übrig, als von einem Fenster des Hotels Adlon", vor dem er stand, mit einigen Worten um Ver­nunft zu bitten. Das half. Aber wenn er nicht die paar SS.-Männer um sich gehabt hätte, dann hätte er nicht einmal atmen, geschweige denn die Sammelbüchse herum­reichen können

Und selbst Hermann Göring, der doch als handfester Mann sich seiner Haul zu wehren vermag, mußte schock bald seinen Standort vom HotelAdlon" nach der Passage verlegen, wo er wenigstens etwas geschützter war. Sie haben sich wirklich redlich plagen müssen: und bei aller

An denSoldaten der Arbeit"

Vedeutsamer Aufruf Dr. Leys.

Neichsorganisationsleiter Dr. Ley hat einen Auf­ruf erlassen, in dem es u. a. heißt:

Wir wollen die Gemeinschaft, das ist oberstes Geselt für all unser Handeln und Tun. Die Gemeinschaft ist das Mittel, um den Kampf für die Existenz unseres Volkes zu führen.

Deshalb stellen wir folgende. Forderungen an eine wahrhaft nationalsozialiM^

1. Die Gemeinschaft ist nicht ein Kollektiv ein zusam- mengewürfetter Haufen von Menschen, sondern sie ist aus- gerichtei, j e d e r h a > seinen Platz.

2. Oberstes Gesetz der Gemeiuschast ist die Disziplin, ausgedrückt durch die BegriffeFührer und Gefolgschaft".

3. Jeder muß ivissen, daß er nur so viel von der Gemeinschaft verlangen kann, als er bereit ist der Gemein­schaft zu geben

4. Die Gemeinschaft wird erst dann zu einer Kampf­gemeinschaft, wenn sie auf ihr Ziel marschiert. Des­halb müssen wir verlangen, daß jeder, der in Deutschland Arbeit und Brot haben will, an dem Aufbau dieses Deutschlands tcilnehmen mutz.

5. Damit die Gemeinschaft den Kampf mit dem Schicksal bestehen kann, muß sie zur Höchstleistung er- lo gen werden, das heißt, daß jeder einzelne in dieser Gemeinschaft zur höchsten Leistung angesporni wird.

Unser Vorbild ist der Soldat.

Er verkörpert all diese Tugenden in erhabenster Weise. Erste Vorbedingung war, daß wir die Menschen übcr- baupf einmal wieder zusammenführicn. Wir ließen nicht nach, sondern verlangten immer wieder:

Ihr gehört zusantmcn, ihr markiert zusammen, ihr werdet nie wieder voneinander loskommen!

Wir gehen in die Betriebe, sehen die Menschen bei ihrer harten Arbeit. Diese 'Arbeit zu ver­tiefen, gehen wir jetzt einen Schritt weiter. Eine ganz neuartige Werbung setzt ein: der B e t r i c b s a p p e l l. Wir wollen damit erreichen, daß dem Betri e b s- f ü h r e r wie seinem Gefolgsmann Gelegenheit gegeben wird sich im Betrieb Aug in Auge zu schauen, um als­dann die Sorgen des Betriebes gemeinsam, zu tragen, damit jener unvermeidliche A l l l a g s d r e ck ausgeräumt wird, damit er sich nicht von Tag zu Tag aufhauft, um jene Trennungsschicht zu bilden, die aus Dunkel und Klassenhab zusammengesetzt, die Menschen ausemander- getrieben hat ,

Wenn man mir sagt, unser Beginnen ,ei techni,ch unmöglich, so muß ich antworten: dem Soldaten ist nichts unmöglich! Gewiß weiß ich, wie ungeheuer schwer es sein ivird' Es ist auch unmöglchi, bei jedem Schichtwechsel einen Appell abzuhalten. Der Bergmann muß seine Marke erhalten um festzustellen, wer sich unter Tage befindet oder nicht Und so wird es viele Fälle geben, wo man auf dieses mechanische Hilfsmittel zurückgreifen mutz. Aber das ist ja auch nicht das Entscheidende.

Entscheidend allein ist, daß mit Hilfe von Appellen oder Bctricbsversantmlungcn die Menschen im Betrieb zusammengeführt werden.

Aus meinen Erfahrungen, die ich aus den bisherigen abacbaUenen Belriebsappellen gesammelt habe, kann ich nur bestätigen, baß sowohl Arbeiter wie Unternehmer, bie an einem solchen Appell wilnehmcn konnten, unendlich bealückt waren, und daß mir viele Unternehmer bereits heilte erklären, baß sie ohne diesen Appell gar nicht mehr anskommen können. Gewiß, ich weiß ebenso, daß der Erfolg der Betriebsappelle davon abbängt, wer ihn abhäli und wie er abgchaltcn wird.

Man kann auch kein Schema für die Appelle auf- richten sondern das muß allein aus dem Innern v e s B e t r i e b e s und seinen Menschen herauswachjen. Teder Betrieb wird es anders machen. Das schadet auch nickns ' Und so möchte ich denn hier einige wenige An­regungen geben, die ich aus meiner Besichtigungsreise gewonnen habe.

Freude über den Spendeeifer: ein Vergnügen war es ge­wiß nicht, stundenlang in Dieser Weise gequetscht und bc- Drängelt zu werden, wie es Goebbels und Göring und viele andere sich im Dienst der guten Sache gefallen ließen.

Aber vergessen wir auch nicht die unbekannten Sammler, Die sich an diesem Tage zur Verfügung gestellt hatten! Vergessen wir sie vor allem deshalb nicht, weil sie diesmal an Stelle her vielen Hunderttausende von Sammlern standen, Die sonst immer treppauf, treppab laufen, immer wieder, bei jedem Wetter, selbstlos unD treu. Allen aber sei hier ein herzlicherDank gesagt, ebenso wie Den unbekannten Spendern, die von ihren letzten Groschen gaben.

*

WolkSVerbundene Polizei.

Ein Tac, im Dienste des WintrrhilfswerkS.

Am IS und 19. Dezember wird die Polizei aller deutschen Länder pmi erstenmal im nationalsozialistischen Staat in ihrer (Gesamtheit in EAcheinuna treten An diesen Tasten will sich die Polizei vom obersten Befehlshaber bis zum jüngsten Beamten, soweil eS irgenb der täglidie Dienst zuläßt, in ihrer (Gesamtheit ant nationalsozialistischen Wimerhilsswerk be- teiUgen Die Beamtenschaft Der Polizei wird durch eine eigeneP Inns s pend e" die Geschenke zu einer Weih- nachlsbeichenlna bebürftiger Polksaenosscn aufbringen und durch ähnliche Veranstaltungen ihre Perbundenheil mit den Ärmsten des Polkes zum Ausdruck bringen.

1. Bei Kleinbetrieben, wo der Unternehmer sowieso täglich im Betrieb ist und jeden einzelnen genau kennt, wird sich ein Beiciebsappcll überhaupt erübrigen. ' Hier ist auch natürlich eine Kontrolluhr überflüssig.

2. Bei Mittel- und Großbetrieben empfehle ich, zu versuchen, minbeftcnS monatlich zu- sammenzukommen, und zwar am besten zu Beginn der Arbeitszeit. In Großbetrieben wird es sich empfehlen, sich zu diesem Appell einer Lautsprecheranlage zu be­dienen. Der Wirtschaftsführer wird von einer Werkstatt aus, in der sich bie Belegschaft dieser Werkschaft aufgestellt hat, über das Mikrophon sprechen. Er wird dort die Sorgen, den Geschäftsgang, den Beschäftigungsgrad usw., alles, was den Betrieb angebt, der Belegschaft dartun, um die Gefolgschaft an feinen Arbeiten tcilnehmen zu lassen. Wenn möglich, ist es wünschenswert, daß bei diesen Mouatsappellen auch ein Amtswalter der DAF. kurz und klar einige weltanschauliche Ausführuugeu »rächt. Dort wird auch die Frage gestellt werden:

Hat jemand noch Forderungen an den Betrieb?

Der melde sich zu einer bestimmten Zeit, wo der Wiri- schaftsführer persönlich für ihn zu sprechen ist. Dort, wo man schon mehr Erfahrung mit Belriebsappellen hat, empfiehlt cs sich, allwöchentlich einen Appell abzv- halten.

Ich verlange nicht, was rinmöglich ist. Ich will aucy, daß gerade auf diesem Gebiet keine Überstürzungen vor- genommen werden, da mir wie schon oben gesagt die Schwierigkeiten besannt sind. Ich verlange aber, daß man Verständnis und zum mindesten den guten Willen zeigt, und daß man nicht im voraus etwas ab- lchnt, was man noch gar nicht probiert hat.

Boliviens Volk in Wassen.

Allgemeine Mobilmachung aiigeordnct.

Die bolivianische Regierung hat die allgemeine Mobilmachung angeordnct, um neue 150 000 Mann an die bedrohte Gran-Chaco-Front werfen zu könne» Jeder wehrfähige Bolivianer muß jetzt in die Feuerlinie, nur die Alten und Schwachen dürfen hinten bleiben unb militärische Hilfsdienste leisten.

Traucrfcicr für General von Huticr.

In der Ji. Hedwigs Uatbevrale in Berlin taub für den verstorbenen General der Infanterie a D von Hutier ein feierliches Reguiem statt, an dem Mitglieder der ReichsregierUng. bie führenden Persönlichkeiten Der Reichswehr uub andere Vertreter des öffentlichen Lebens leilnahincit.