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Nah UN- $ern

O Wcihnachtsbratc» für jedes verheiratete Gcfolg- schaftsmitqlicd. Eine Weihnachtsfreude besonderer Art bereiten die Schaffgotschen Werke in Gleiwitz ihren Gefolgschaftsmitgliedern. Jeder verheiratete Angestellte und Arbeiter der Werke wird znm Wcihnachisfest eine fette Mastgans als Festbraicn erhalten. Zu diesem Zweck sind bereits 5250 Mastgänse bestellt worden. Auch die ledigen Gcfolgschaftsnntgticder werden nicht leer ansgchen; sie erhalten als WeihnachtSgabe ein Zigarettengeschcnk.

Q Motorradfahrer fährt in Fuhrwerk hinein. Auf der Rückfabrt von einem Besuch in Ohlau (Schlesien) ver­unglückte bei Grebelwitz abends ein Motorradfahrer und sein Mitfahrer aus Breslau. Infolge des dichten Nebels fuhren sie in ein Milchfuhrwerk hinein, das wenige Minuten vorher von einem überholenden Kraftwagen augefahrcu worden und umgestürzt war. Der Motorrad­fahrer erlitt schwere Verletzungen, sein Mitfahrer wurde auf der Stelle getötet. Auch der Kutscher des Milchfuhr­werkes wurde bei dem Zusammenstoß schwer verletzt.

0 Eisenbahnunglück in der Sowjetunion. In der Nähe von Rischne-Udinsk bei Irkutsk stießen zwei Gütèrzüge zusammen. Nach bisherigen Mitteilungen wurden zwei Beamte getötet und acht schwer bzw. leicht verletzt. Zwei Lokomotiven und fünfzehn Wagen wurden vollständig zerstört.

0 Dampfcrzusammcnstost im Nebel. Auf dem Huron- See rammte bei dichtem Nebel der amerikanische Fracht- dampferLoomis* den kanadischen Frachtdampfer C. W. Franz*, der sofort versank. Vier Matrosen des kanadischen Schiffes fanden hierbei den Seemannstod. DieLoomis" selbst wurde stark beschädiat.

O Seinen Vater mit der Hacke ermordet. Vor einem Wiener Standgericht hatte sich jetzt der Bauernsohn Alois Gaidosch aus Nied bei Wien wegen Mordes an seinem Vater zu verantworten. Gaidosch hatte seinen Vater mit mit einer Hacke erschlagen, weil er nicht in die Heirat seines Sohnes mit einer Straßensängerin einwilsigle. Der Mörder warf sodann die Leiche in eine Jauchegrube, wo sie erst nach drei Wochen gefunden wurde. Der Stand- gerichtshof verurteilte Gaidosch zum Tode durch den Strang. Der Mörder wurde kurz darauf binaericktet.

Ein Mann fällt vom Himmel.

Nicht bildlich nein, wortwörtlich vom Himmel gefallen ist Mister John B. aus New 'Zork, wenn man den Berichten aus Amerika glauben darf. Er war ein armer Teufel, seine monatelanaen Bemühungen, zu ein bißchen Arbeit und Ver­dienst zu kommen, waren vergeblich. Schließlich meinte er auf Erden alles versucht zu haben, und es sei das Klügste, diesem irdischen Jammertal endgültig den Rücken zu kehren So kletterte er auf eine hohe Brücke im Zentrum New Aorks, wo tonst nur Hochbahnen verkehren oder Monteure herum- kleitern, warf einen letzten Blick über die Dächer der ungast­lichen Riesenstadt und sprang kopfüber in die Tiefe--Ter nächste Blick, den John tat, fiel in die veilchenblauen, sanfter Augen einer netten langen Dame... Aba, im Krankenhaus wird der Leser denken. Falsch geraten! In einem weich­gepolsterten Amo! John war nämlich auf dem Rücksitz einer ,Limousine gelandet. Sie werden beide wenig kluge Gesichter gemacht haben, die luuge Dame, der er ja auch aus den Koch Hätte fallen können und dann wären sie wohl znsammer im Himmel eingezogen und der junge Mann, der in der erster Verwirrung vielleicht glaubte, schon wirklich im Himmel zu sein. Und nun fielen sie sich natürlich in die Arme? Nein nochmal falsch geraten. Vor dem nächsten den Verkehr stoppen­den Schutzmann, als der Wagen kurz anhielt, lüftete John, bei Serabgefallene. Höflich und verleaen feine Mütze und ftiea aus Er ging zurück zum Ort seines Falles, sah sich die Brück« noch einmal nachdenklich an und wanderte nach Hause. Ei hatte genug vom Jenseits und wird es auf der Welt noct einmal verbuchen... Er ist von seinem Pessimismus geheib auf eine Weise freilich, die man nicht jedermann am empfehlen möchte. Zwar Brücken oder hohe Türme gibt el überall, aber nicht immer würde im rechten Augenblick bei aepoliterte Sitz einer Limousine den Stürzenden empfangen

Gänsesaison.

In den östlichen und südöstlichen Provinzen Deutsch­lands, zum Beispiel in der früheren deutschen Provinz Posen, konnte man in der Zeit vor dem Kriege alljährlich vor Beginn der großenF e t 1 g a n s s a i s o n" Scharen von Magergänsen in den Straßen der Städte sehen. Neben ihnen schritten, bewehrt mit langen Stangen, an denen sich eiserne Haken befanden, ernste Männer, die von Zeit zu Zeit mit dem eisernen Haken eine Gans aus der großen Gänseschar herausholten, um sie, da sie auf dem Gänse­marsch schwach geworden war, für einige Zeit liebevoll ein Stückchen zu tragen, manchmal aber auch, um sievon der Hand in den Mund" einem Gânsefreund, der sich eine Magergans persönlich feltzüchten wollte, zum Kauf anzu­bieten. Die Magergänse marschierten unter gewaltigem Lärm, der nicht selten eine ganze kleine Stadt in Auf­regung versetzte, zu irgendeinem Güterbahnhof, umver­laden" zu werden, da sie für irgendeine Gänsemästerri bestimmt waren. Ein besonders großer Markt für Mager­gänse war in jener Zeit Rummelsburg bei Berlin. Hier deckten sich Berliner Kleinmäster, die nur ein paar Dutzend Gänse für den Einzelverkauf fcttmachen wollten, mit Magergänsen ein. Hin und wieder tauchten auch Leute auf, die es nur aus eine einzige Gans abgesehen hatten: sie wollten sie für die eigene Bratpfannefettstopfen", was aber durchaus nicht immer gelang, da dasGänsestopfen* gelernt sein will. Wenn es von unkundigen Leuten vor­genommen wird, kann es nicht selten zu einer richtigen Tierquälerei werden.

Seit Jahrhunderten ist in Deutschland der Gänse­braten untrennbar von winterlichen Sonntagsmahl­zeiten, besonders von den weihnachtlichen Festessen. Schon in den ältesten deutschen Kochbüchern findet man Rezepte und Belehrungen über die Zubereitung der Gans. Es gab eine Zeit, in der man sie am Spieße briet. Und außerdem pflegte man die Gans mit allerhand Gewürzen, wie Pfeffer, Minze, Raute usw. zumarinieren". Beim Zerkleinern des Gänsebratens betätigten sich geschickte Bratenwender. Für die Schwelger an den Fürstenhöfen war die Gans nicht seltenein zn gewöhnliches Essen". Aber den Bürgern und den Landleuten galt sie immer als eine gute Mahlzeit. Kam die Gans für einevornehme" Tafel, so wurde manchmal verlangt, daß der Küchenchef sie frei in der Luft zerschnitt und die einzelnen Stücke aus einer Schüssel wieder kunstvoll zusammenstellte, bis ein ganzer Vogel daraus wurde.

Aus der Geschichte der Gans lassen sich mancherlei bemerkenswerte Dinge erzählen. Bei den alten Ger- m a n e n waren die Gänse heilige Opfertiere, die vor Ein- tritl des Winters zum Dank für den Erntesegen der Gott­heit geopfert wurden: durch dieses Opfer, von dem wohl das Gänseessen am Martinstage berftammt, erbat man neue Fruchtbarkeit für das nächste Jahr. Auch bei den Ägvptern war die Gans ein Opfertier, und auch den Griechen war sie heilig. Homer berichtet, daß König Menelaus in seinen Mußestunden Gänse mästete. Daß die der Juni geweihten Gänse auf dem Kapitol in Rom durch ein lebhaftes nächtliches Geschnatter die bedrohte Stadt vor der Eroberung durch die Gallier retteten, ist allgemein bekannt.

In unserer Zeit wird das Gänsemästen in den große» G ä n s e m ä st e r e i e n , die aus den Magergänsen Fett- gänse machen, sozusagenhuman" betrieben. Die Mast­gänse werden nicht mehr, wie das-früher oft der Fall war, in großen Mengen eng eingepfercht, sondern in kleinerer Zahl in geräumigen Buchten gehalten und hier fett gemacht. Die bekanntesten Gäuscmästereien befinden sich imOderbrnch": von hier werden die Gänse weithin ver­schickt, fast alle geschlachtet; lebendig geht aus dem Oder- bruch nur selten einmal eine SvettganS in die Welt hin­aus.

Hat mein Mann recht? verheiratet und habe mich

daran gewöhnt, meine

Hände jedesmal nach beendeter Hausarbeit mit Leokrem einzureiben. Mein Mann denkt, das wäre zimperlich. Hat mein Mann recht?" Antwort:Ihr Mann würde anders denken, wenn er selber Haus­arbeit verrichten müßte. Dann würde er sehr bald merken, wie wichtig regelmäßige Hautpflege mit Leokrem für die Hände ist, damit sie nicht rauh und rissig werden. Alle klugen Hausfrauen handeln so wie Sie!"

Börse und Handel

Frankfurt a. M. (S ch l a cht v i eh in a r kt vom 22, Austrieb: Rinder 43 (gegen 61 am letzten Donnerstag^.? davon 33 Ochsen, 5 Bullen, 1 Kuh, 4 Färsen. Dem Gau 1 direkt zugeführt: 1 Kuh und 1 Färse. Kälber 575 (952) 152 (443), Schweine 214 (400). Notiert wurde pro 1 V' Lebendgewicht in RM.: Kälber: Sonderklasse, andere / bis 56, b) 4352, c) 3642, d) 2735. Hämmel: bh mast 3436, c) mittlere 3133, d) geringere 2630. e) beste, f) mittlere 2429, g) geringe 1523. tri) und o2), b) 5053, c) 5053, d) 4952, der Rest notiert. Gegen den letzten Donnerstagsmarkt zogen und geringe Kälber sowie mittlere Schweine um 23 RU Hämmel gaben um 12 RM. nach, Schafe blieben unverz., Marktverlauf: Kälber ruhig, ausverkauft. Hämmel unb mittelmäßig, ausverkauft. Schweine rege, ausverkauft, § der wurden nicht notiert, es verblieben 24 Stück liefet^ davon 20 Ochsen, 3 Bullen und 1 Kuh. Gr oßhandel preise für Fleisch und für Fettwaren. Beschiß des Fleischgroßmarktes: 907 Viertel Rindfleisch, , 147 Kälber, 11 ganze Hämmel, 768 Schweinehälften, greife t 50 kg in RM.: Ochsenfleisch b) 5862. Bullenfleisch b) 542 Kuhfleisch b) 4248, c) 2838. Färsenfleisch b) 5862 % fleisch c) 6672, d) 5864. Hammelfleisch b) Schweinefleisch b) 7275. Roher Speck aus hiesiger G^ tung unter 7 cm 80-83, Flomen 90. Marklverlauf: ruhig.

Was bringt der Rundfunk'

Reichssender Frankfurt.

Frankfurt: Samstag, 24. November

6,00: Bauernfunk. 6.15 und 6.30: Gymnastik. 64; Seit, Meldungen 6.50: Wetter. 6.55: Morgenstruj. Choral. 7.00: Stuttgart: Frühkonzert auf SchallvI. - j einer Pause ca. 8.00: Nur für Frankfurt: Wasserstand, Mi, 8.30: Stuttgart: Gymnastik. 9.00: Nur Irter: HBeibefwitti 9.15: Nur Trier: Zeitgenössische Werke. 9.30: Frauenterâ 10.00: Na»r. 11.00: Werbekonzert. 11.30: Meldungen, - 11.45: Sogaldienst.

12.00: Musikzug der Brigade 49. Ltg.: Musikzugführer Weile« - 13.00: Stuttgart: Zeit, Saardienst, Nachr. 13.10: Naè - 13.15: Stuttgart: Schallplatten: Es gibt Io Sachen, die machen. . , 14.15: Zeit, Nachr. 14.30: Quer dur- Wirtschaft. 14.50: Zeit, Wirtschaftsmeldungen. M Wetter. 15.00: Jugendstunde: Ehre die Toten, indem Uh Lebenden hilfst.

16.00: Breslau: Nachmittagskonzert des Funkorchesters. 4; Gerh. Ewald Rilchka, 18.00: Stimme der Grenze. M Stègreifsendung. 18.35: Tage-spiegel.

18.45: Kassel: Unterhaltungskomert. Kurhessisches Landesoâ Ltg.: Ludw. Maurick. 19.45: Pam Laven: StegreiferM« 20.00: Zeit, Nachr. 20.05: Stuttgart: Saarländisch« k schau. 20.15: Großer heiterer Abend. 22.00: Zeit, M 22.15: Nachr., Wetter. Sport. 22.30: Köln: 'Sortar Deutschland Poleu. Hörbericht. 23.00: Tanzkapelle Sm Hauck. 24.00: Stuttgart: Nachtmusik.

Deutschlandsender.

Deutschlandsender: Sonnabend, 24. November

6 00: Hamburg: Wetter. 6 05: Nachr. 6.15: Berlin: «W naifif. 6.30: Tagesspruch 6.35: Königsberg: üapelle 1 SA.-Standarte 4. Ltg.: Musikzugfübrer Hennig. Inn« Pause gegen 7.00: Nachr. 8.00: Sperrzeit. 8.45:

Übung für die Frau. 9.00: Sendepause. 9.30: »rH. w Zenvelin: Die Kleintieraussteiluna am Kaiserdamm wird eriM 9.40: Spo-Cunl. 10.00: Nachrichten. - 10.15: Mir sunfiotele: Der standhafte Zinnsoldat. Ein Märchenspiel., 11.00: Fröhl. Kindergarten. 11.15: Seeroefterbcndjt - 11.30: Die WiNenschaft meldet. W. Uhse: Disvolitionen » stecku-n bei Erkältungskrankheiten. 11.40: W Wowra: M viel Schweine gehören auf den Bauernhof? Anichi.: 11.50: Glückwünsche. ...

12 00: Frankfurt: Musikzug der Brigade 49. Ltg.: MunkMM Wcilert. - 12.55: Zeitzeichen. 13.00: Lustiger Woch« lalat (Schallpl.'.: anM.: Wetter. - 13.45: Nachr - UM Sperrzeit. 14.55: Pronrammhinweise, Wetter. Bove. - 15.15: Mädèibastclstunde: Prakt. für Heim und Wohnmâ- - 15.40: K. E Weiß: Wirtschaftswochenschau.

16.00: Köln: Der frohe Samstagnachmittaq. 18.00: Spot wochenschau. 18,20: Zeitfunk. 18.30: Der deutsche funk bringt . . . _ . . .

18.40: . . . und der Himmel häng! voller Gemen. Wilfried Krw mit seinen Solisten. 19.45: Was sagt Ihr dazu? Eckmw aus unserer Zeit. 20.00: Kernspruch. Anschl.: Wem Kurmachrnbien. 20.15: Stuttgart: Orient-Ervrest: durch Freude. Eine Funkschau in acht Stationen. Wetter. Nachr., Sport. 22.30: Köln: Hörbericht com "änderlampf DeutschlandPolen. 22.45: Seewetterbenät ' ' 00:, Himmlische Klänge iSÄallplatten). 24.00: Slams -ra&e. Gedanken beim Anbruch des Totensonntags.

Die Fahrt nach Orleans.

Eines ^Abends faß der Oberst Kurth, der während des Krieges 1870 die öffentliche Sicherheit in der Zweiten Armee zu überwachen hatte, in seiner Wohnung in Orleans. Er hatte verschiedene Dienstgeschäfte erledigt und war eben im Begrisf, sich zur Ruhe zu begeben, als unten an der Haustür heftig geläutet wurde.

Es währte nicht lange, da wurden auf der Treppe, die zu der Wohnung des Obersten führte, schwere Tritte vernehmbar, daraus erklang in seiner Tür ein starkes Klopfen.Herein", rief Kurth, verwundert über den späten Besuch.

Die Tür wurde geöffnet, ein Soldat erschien und hinter chm noch ein Mann in Zivilkleidung. Die Uniform des Sol­daten Verriet den hessischen Chevauxleger, die andern An­zeichen, das gerötete Gesicht, der laute Ton, ließen daraus schließen, daß er des süßen Weines ein wenig zu viel genossen hatte, wie dem besten Soldaten zu Zeiten geschieht.

Wohnt hier der Offizier von der Gensdarmerie?" fragte der Chevaurleger.

Ter bin ich", erwiderte der Oberst,was steht zu Diensten?"

Nn, des is g'scheit, daß wir Sie g'sunne habbe nu habbe mer g'wunne. Verzeihe Sie, Herr Offizier, aber ich muß Ihne das alles erscht expliziere. Ich g'hör zu de Hesse, des werde Se schon an met Uniform g'sehe habbe, und der do" damit zog der Sprecher aus einer Ecke des Zimmers den Zivilisten hervorder do is e Mann von der Kolonn', die als die Fourag und des all's fahre, Se werde mich schon verstehe. Nu, wir sind do us einem Dorf drei Stund von Orleans beim Bauern einquartiert des arme Luder hat selber nix zu nage und zu beiße, und das soll uns noch was gebbe. Aber Hunger hat mer drumdem. Du, Hebb ich zu dem da g'sagt er is e Manu von der Kolonn', die als die Fourag und des all's fahre--"

Ich weiß", erklärte der Oberst,ich weiß!"

Na denn isch gut, dann brauch ich's Ihne net erscht zu expliziere. Tu, weeßte was mer nehme unserm Bauer sei Chaisewägelche und fahre da in die groß' Stadt Orleans und kaufe, was mer zu esse brauche. Geld habbe mer genug ... Ja, Herr Offizier, Geld habbe mer immer. Und so habbe mer ag'spânnt und sind rei g'fahre. Dann habbe mer ei'kauft Fleisch und Mehl und Butter und Paschtete und Ponimad und Stie­selwichs und was mer so halt braucht, und dann ... dann ..." Es folgte eine kurze Pause. Der Chevauxteger suchte die rech­ten Worte für das Folgende.

Nun was denn dann?" fragte ungeduldig der Oberst.

Verzeihe Se, Herr Offizier, aber es passiert einem Mensche Halt manchmal, daß er was tut, das er net tun sollt und so sind mer ins Wirtshaus g'rate wie?" Der Chevauxleger zuckte die Achseln.Ei, das kann ich Ihne selber

net sage, wie des zu'gange is, aber us e Mal wäre mer halt drin."

Und haben eins über den Durst getrunken, nicht wahr?" sagte der Oberst, den die Sache zu belustigen anfing.

Was Se von mer denke, Herr Offizier!" erklärte der Chevauxleger gekränkt.Ich, e Soldate, e Kämpfer fürs Va­terland zu Pferd ich soll mich so weit vergesse? Frage Se met Rittmeister, ob ich net sei beschter Mann tu der ganzen Schwadron bin! Ich sage Ihne, ich Habb us de Franzose eig'haue! No, Se habbe doch von de Hesse g'hört ..."

Der Oberst nickte.Ja, ich weiß, daß sie sich vortrefflich geschlagen haben. Aber nun muß ich Sie auch bitten, ein wenig leiser zn sprechen ich verstehe Sie sehr gut. Und dann muß ich Sie ersuchen, mir zu sagen, was Sie eigentlich wollen."

Unser Chaisewägelche wolle mer wieder habbe", platzte der Chevauxleger ebenso laut, wie er vorher gesprochen, heraus.Wie mer in dem Orleans eig'fahre sind, habbe mer immer uf de Kathedral, was mer bei uns zu Haus die Dom- kirch nennt, zngehalte des is in einer fremden Stadt immer das best, grad uf de Kirchturm zu, und dort habbe mer des Chaisewägelche denn stehe lasse und habbe unsre Einkäus ge'malht, und wie mer jetzt wieder hinkomme, um mit des Chaisewägelche heimzusahrë, is fei Chaisewägelche mehr do und gar nirgends niehr zu sinne."

Nun, und was soll ich denn dabei tun?" fragte der Oberst verwundert.

Nu, Se solle uns des Chaisewägelche suche Helse."

Wenn ich nur wüßte, wie man das jetzt in der Nacht macht."

Was? Das wisse Se net? Ei, wozu sind Se denn Offizier von de Gensdarmerie, wenn Se uns net sage könne, wie mer unser Chaisewägelche wieder attrappiere könne?" sagte der Chevauxleger noch lauter als vorher.

Jèh habe Ihnen doch schon gesagt, daß ich sehr gute Ohren habe und daß Sie sich gar nicht so sehr anzustrengen brauchen, um sich mir verständlich zu machen", erklärte der Oberst, jetzt auch mit erhobener Stimme.

.,Hörst Du's", damit wandte sich der Chevauxleger zu dem Kolonnenmann, der nicht den Mund auftat,ich Habb Dirs schon e Mal g'sagt, ganz leis muß mer mit eneme Vorgesetzte spreche, so leis, daß er's gar net höre kann ..."

Daß Ihr Wagen weg ist, darf Sie nicht wunder neh. nien. Irgendein Verwundeter, irgendein Truppenteil, der an- kam und der das herrenlose Fuhrwerk da stehen sah, hat natür­lich zugeyrifsen. Das wäre nicht geschehen, und Sie hätten Ihr Chaisewäbelche wieder, wenn einer von Ihnen bei dem Fuhrwerk zurückgeblieben wäre."

Siehst Du's" sagte wieder der Chevauxleger zu seinem schweigsamen Begleiter,siehst Du's, ich Habb dersch gleich g'sagt, bleib einer bei dem Chaisewägelche zurück aber net, g'sosse muß werde und immer afoffe, bis der Verstand und

de niilitärische Atträtität und zuletzt auch des Chaisewâge!« fort sie. Nu könne mer in der Nacht gucke, wie mer WM hem komme mit unsere schöne Lebensmittel, mit der schwe Last."

Wo haben Sie denn Ihre Lebensmittel?" erkundigte P der Oberst neugierig.

Ei, die habbe mer uf die Domtrepp hing'lcgt, weil doch erscht Ihne ufsuche wollte, um zu wissen, wie und ® denn?"

Heute kann ich unniöglich noch etwas tun, meine Seul sind alle auswärts, aber morgen will ich versuchen, ob im ^hnen das Fuhrwerk wieder herbeischaffen kann. Bleiben hier, quartieren Sie sich irgendwo ein, aber gehen Sw w versichern Sie 1 9 - - - ' -

sich zuvörderst Ihrer Einkäufe auf der cht es Ihnen mit diesen wie mit dem abhan

treppe, sonst geht es Ihnen mit diesen wie mit dem abhano gekommenen Wagen." h

Da könne Se recht habbe. An allem is aber bloß der schuld. Ich Habb ihm g'sagt, Du bleib hier bei der WH und bei der Stiefeltvichs aber noi, mit hat er müße, zu sehe, wie Sie denn aussehe; 's ischt e Kreuz mit W e Maun von der Kolonn', die als die Fourag' und des fährt!"

Aber nun gehen Sie. Gute Nacht gute Nacht-

Endlich gingen sie, und der Oberst hörte noch, w Chevauxleger seinem stummen Begleiter die ganze e hinunter immer wieder Vorwürfe machte. , , g«

Eine Stunde mochte vergangen sein, da wurde- un § der Hansklingel so stark gerissen, daß der Oberst erscht . dem Schlaf auffuhr, ans Fenster trat, es hastig hinausfragte, was denn vorgefallen sei. ^z

,Herr Ofsizier", ließ sich von unten die Stimm ^ hessischen Chevauxlegers vernehmen,ich wollt g'horschamst melde, daß mer auch die Lebensmittel us trepp net mehr vorg'sunde habbe. Nu hat all s öc .^,8 g'holt no könne mer zu Fuß unsere Weg sinne. Z t r ^ dem Mann von der Kolonn' ebbe expliziert, wo-, â Saufe vor e Laster ist. Schönen Dank für Ihre M 9 brauche mer auch ke Chaisewägelche mehr!"

Heiteres.

Die Venus.

Mensch, Ihnen haben'se wohl noch D"ânâ^ jeschlagen. Vorhin haben 'se mir zwanzig 41 M jeluchst nnid wollten mir erzählten, durihs 6 Venus zu zeigen." . . ^to^

Was wollen Sie denn, das habe ich I"^ E Männecken, bet erzählen 'se man een , jewom' Knappe an de Hosen hat. Det war ja een j

sicher Stern, den 'se mir da jezeigt haben. ^