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Zuldaer Anzeiger

«SB. SL 4 «<WM* für * M »ogetebery MSTSLSS »«- m Y»UM<°I. $Mi»Mt WM Wiftlelter: Friedr. Ehrenilau, Fulda, Königstr. 42. NeSaktion und Gesthästsstelle: Königstraße 42 §ernfprech-Nnfchluß Nr. 1989

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Ne-aktion und Gefthästsstelle: Königstraße 42 Zernfprech-Bnfchluß Nr. 1989

. 271 1934

Fulda, Montag, 19. November

11. Jahrgang

Die deutsche Presse heute und morgen.

Dr. Goebbels sprach aufdemReichs- pressetag.

Auf dem Ersten Reichspressetag hielt Dr. Goebbels an die Vertreter der Presse des ganzen Seimes eine richtungweisende Rede. Der Minister er- wèrie eingangs an die Lage und an die Verhältnisse, bie im deutschen Pressewesen gegeben waren, als er vor «M Jahr das Schriftlettergesetz verkündete. Ich habe ii«einer Freude feststellen können, so fuhr der Minister j® daß nieine Mahnungen und Warnungen bei der totsten Presse auf einen a u f n a h m e b e r e i t c n Men gefallen sind. Die Presse ist mit sich selbst ins ßklicht gegangen, und jeder einzelne Schriftleiter hat sich selbst Rechenschaft darüber abgelegt, wo er stand und wo azu stehen hatte. Wenn wir uns heute fragen,

was sich in dieser Zeitspanne geändert hat,

it kommen wir zu dem Ergebnis, daß sich sehr vieles Mindert hat, und das meiste zum Guten Die Presse besitzt tote wieder ein positives Verhältnis zur Regierung und Me Regierung ein positives Verhältnis zur Presse.' Der »delstand der Eintönigkeit kann in weitem Umfang als überwunden gelten. Es gibt schon wieder eine Unmenge ton Problemen des öffentlichen Lebens, die frank und frei in der Presse diskutiert werden. An die Stelle einer klagenden Resignation ist die mutige Selbsthilfe getreten.

In der gleichen Zielsetzung ist inzwischen auch die Regierung nicht untätig geblieben. Es war schwer, die von mir damals an erster Stelle genannte Auf­gabe zu lösen: die a n o n y m e B e e i n f l u s s u n g der deutschen Treffe mehr und mehr z u r ü ckz u d r ä n g e n. Damit bekam die Presse auch die Möglichkeit, die Gefahr des Byzantinismus zu überwinden.

Eine neue Sachlichkeit ist an die Stelle des übertrie- bmcn Lobes und des lauten Überschwanges getreten.

Ä wie es Die Regierung vorgemacht hatte, so versuchte die Presse das in dankenswerter Weise nachzumachen: den Aan; einer großen und hinreißenden Revolntionscpoche allmählich zu ersetzen durch den Ernst und die graue Romantik der Arbeit des Tages. Das sind die wahren Idealisten, die es verstehen, zur rechten Zeit sich der Bc- Mistming hinzugeben, aber auch zur rechten Zeit d'" Arbeit des Alltags zu tun.

Ich kann mit Stolz, Freude und Dank feststellen, daß Mi großen gesehen, die Presse den verschiedenartigen schwierigen Situationen der vergangenen Monate gerecht geworden ist.

Der Durchbruch

Überraschend hatte im November 19M Generaloberst don Hindenburg den linken Flügel seiner Armee im Osten aus den rechten Flügel der sich gegen Wen heranwülzenden russischen Armee geworfen unb schien für diesen Teil der russischen Armeen ein zwenes Ronnenberg bevorzustehen. Doch im lehren 'Äugenblict Wb der Großfürst Nikolai Nikolajewitsch von Warschau »»s ungeheure Truppenmassen dem Dutsch n Angreifer pflegen und aus dem Umzingelnden wurde ein von der Umzingelung selbst bedrohter deutscher Flügel Unter der Ehrung des Generals von Scheffer-Voyadel kämpfte hier w 20. Korps, das aus drei Divisionen bestand einen Mnips nach allen Seiten; zu diesen drei Drorstonen Aborte auch die .3. G a r d e - D i v i s: o n unter General '16 ni a n n.

istg adeln hat auch der Presse den ihr gebührenden Platz Surucrgegeben. All die großen politischen Ereignisse des vergangenen Jahres, von denen jedes für sich parlamen- taritche Regierungen gestürzt und neugebildet hatte, haben rutr, ict) mochte fast sagen, mit spielender Leichtigkeit über­wunden, weil wir im Innern gefestigt waren.' Vielleicht hat da mancher einsehen gelernt, warum wir beizeiten auf die nationale Disziplin des deutschen Journalismus gedrungen hatten.

Wir hatten den deutschen Journalismus bereits so geschult, daß wir in den entscheidenden Augenblicken gar nicht mehr zu befehlen brauchten; der deutsche Journalist erkannte schon aus eigenem Instinkt die Aufgabe, die in kritischen Situationen für ihn ent standen.

. Der Minister wies im weiteren Verlauf seiner Rede auf Xinge hin, die auch heute noch fehler- oder mangelhaft oder einer Kritik bedürftig sind. Ich mochte auch diesmal nicht, so erklärte er, den Mantel der Liebe über Zustände decken, die noch einer Besserung be­dürfen. Es sind das meist Dinge, die nicht allein bei der Presse liegen, sondern auch bei den Stellen, die immer noch und immer wieder die Presse in ungerechtfertigter Weise zu beeinflussen versuchen.

Mancher hat damals noch gelacht, so betonte der Minister, als ich das Schriftleitergesetz bei der Ver­kündung dasmodernste Pressegesetz der Welt" nannte. Ich glaube, viele sind mittlerweile über­zeugt worden. Presse und Regierung ziehen heute an einem Strang, es ist eine große Kameradschafr am Werk. Nachdem der Minister dann noch Probleme des j o u r n a- l i st i s ch e n Nachwuchses erörtert und dabei betont hatte, daß sein Ministerium für diese Aufgabe jährlich 200 000 Mark zur Verfügung stelle, schloß er mit einem

Ausblick auf die Zukunft der Prcsfe.

Er ermahnte dazu, mutig, unbeirrt und gerade auch in schweren Zeiten den Weg weiter zu gehen und angesichts des Kroßen Zieles niemals die Nerven zu verlieren.Die Aufgabe, der deutschen Nation wieder Weltrang zu geben, ist das Schweißes der Besten wert. So möchte ich auch an Sie wieder einmal den Appell richten, mit starkem Herzen dem Vaterlande zu dienen, denn es hat keine anderen Freunde als uns.

Die Welt will uns oft nicht wohl, und wir haben nicht allzu viele Freunde in ihr. So wollen wir denn die Freunde unseres eigenen Landes fein. Wir können uns nur auf uns selbst verlassen! Wir müssen tapfer und mutig sein und dürfen niemals müde werden!"

von Brzeziny.

Nur eines blieb den Deutschen: der Durchbruch nach Norde n. So siegesgewiß war der Russe, daß bei Warschau bereits zahlreiche Eisenbahn,züge zum Abtrans­port der erwarteten deutschen Gefangenen berertgesteül wurden' Am 23. November nun traten die 49. and die 50. Division zum Marsch nach Norden an und erkämpften sich trotz der gewaltigen russischen überlegenden den Durchbruch in einem nnnnterbrochcnen Kamps von zwei Tagen und zwei Nächten. ...

Weil entfernt von diesen beiden Dwrstone» schlug sich mit der Front nach Südost über Ost und Nord die dritte Garde-Division Getrennt von den anderen ist diese Division unter der Führung ihres Generals, L i tz m a n n, der selbst bei der Vorhut marschierte, nach Norden durch die Erttütmuna des Dorfes B r z e z i n » durckaebrocben.

und dem Kommandierenden General konnte überdies ge­meldet werden, daß die 3. Garde-Division keine Ver­wundeten zurückgelassen hätten und sogar eine große An­zahl von russischen Gefangenen, eroberten Geschützen usw. mitbrachte. Dieser Durchbruch von Brzeziny ist die leuch­tendste Tat eines preußischen Generals, der sich unbedingt darauf verlassen konnte, daß ihm seine Truppen durch Dick und Dünn folgen. Als Führer schritt er ihnen voran und verrichtete mit seinen Offizieren und Soldaten eine Tat, die in der Kriegsgeschichte fast als ein Wunder dasteht.

General Litzmann

bei dem Übergang über den Dnjestr an der Spitze seiner Truppen.

*

Gedenkfeiern

der Mitkämpfer der Vrzezinyschlacht.

In der R e i ch s h a u p l st a d t versammelten sich am Sonntag die Mitkämpfer der Durchbruchsschlacht von Brzeziny zu einer Gedenkstunde im Krieger- vereinshaus. Anschließend fand eine Gedenkstunde zu Ehren der gefallenen Kameraden am Ehrenmal statt.

Auf der Kundgebung im Kriegervereinshaus, an der auch der Führer teilnahm, sprach zuerst General Litzmann. Er erinnerte seine Kameraden von Brzeziny an die nahezu verzweifelte Lage bei Lodz vor 20 Jahren, wo dennoch der Durchbruch gelang. Damals, so fuhr der General fort. Habe er geglaubt, daß dieser 23. November der größte und schönste Tag seines Lebens werden würde. Er habe aber nicht gewußt, welche schweren Tage dem deutschen Vater­land noch bevorstünden und daß uns Gott dann den Führer senden würde, der die s i e g r e i ch e D u r ch » bruchssch lacht zum Dritten Reich schlug, denn nur der Führer der nationalsozialistischen Bewegung habe uns die Freiheit wiedergegeben. Generalseldmarschall von Mackensen dankte anschließend den alten Sol­daten als ehemaliger Führer der 9. Armee für ihre Leistungen bei den Kämpfen um Lodz und Brzeziny und gedachte derjenigen, die den Erfolg der Durchbruchs­schlacht nicht mehr erlebt haben, sondern den Tod auf den Schlachtfeldern fanden.

Wünsche des Führers für Seschelbronn.

Der Führer hat an Reichsstattlmltcr Robert Wagner folgendes Schreiben gerichtet:Sebr geehrter Herr Reichsstatthalter! Für das Begrüßungstelegramm von der Einweihungsfeier des wiederauferstandcnen Oeschelbronn sage ich Ihnen und der Einwohnerschaft herzlichen Dank. Möge dem wiederaufgebauten Dorf und den Volksgenossen, die es bewohnen, eine glückliche Zu" kunft beschieden sein. Mit deutschem Gruß Adolf Hitler. -

Der skührer bei der Brzezmy-Feier

»N su.f. _ General der Infanterie Litzmann. Ltnks von ihm General

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Verleumdungen der Wiener Reichsposi".

Der Polizeipräsident von Saarbrücken hat den Saarzeitungen folgende Mitteilung zugehen lassen: Die WienerReichspost" brachte vor einigen Tagen in einem großen Artikel die Behauptung, es beständen Attentatspläiic gegen den Präsidenten der Regie- rungskommissivn

und den Inspekteur des saarländischen Polizeiwesens, Ministerialrat H e m s l e y. Diese und andere Mit­teilungen der WienerReichspost" in dem gleichen Artikel sind unwahr. Mit Rücksicht darauf, daß die falschen Behauptungen auch in anderen Blättern Eingang ge­funden haben, wird die Unwahrheit der Behauptungen hiermit scstgestcllt.