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„ „»„n 15. Nov. (Funkmeldung.) Berichten aus den ^nioteü Staaten zufolge wird Ende dieses Monats ein amerikanischer Amphibien-Flugzeuge einen ^Siiia über den Stillen Ozean nach den Philippinen 4 nehmen. Bon San Francisco soll die Reise nach i aehen, von Hawai nach Guam (der größten der ^dänischen Marianneninseln südlich von Japan) und nach Manila. Der ganze Flug wird in For- unternommen. Rach englischer Darstellung wird ^meriki gE offen erklärt, daß dieser Flug den Teil w Planes bildet, „eine Luftbrücke über den Stillen Man zu bauen".
Gründliche Abfuhr französischer und englischer Marxisten in Spanien.
Madrid, 15. Nov. (Funkmeldung.) Der schon vor einb Taaen angekündigte „Untersuchungsausschuß" ftanzö- und englischer Marxisten, unter denen sich sogar ein minunistischer englischer Lord befindet, hat sich am Mitt- spanischen Parlamentsgebäude eingefunden, um Führer der Katholischen Volksaktion wegen der Vor- â in Asturien zu „verhören". Eil Rogles weigerte sich die Mitglieder des Ausschusses zu empfangen. Er iei!'ihnen nur sagen, er hoffe, die Regierung werde sie glichst umgehend an die Grenze schaffen. Im übrigen Men ie gefälligst ihre „Untersuchungen" in ihren eigenen «cw anstellen, wie sie sicherlich ein dankbareres Arbeits- U finden würden. Spanien sei jedenfalls keine Kolonie im Wilden.
^altar einer spanischen
Me in die Luft gesprengt
Sladrid, 15. Nov. (Funkmeldung.) In der Nähe der Manischen Hafenstadt Vigo legten unbekannte Täter ulet den Hochaltar einer Dorfkirche vier mit Dynamit ge- »ne Bomben, die kurze Zeit darauf explodierten und «tvolle Kunstschätze zerstörten. Ferner explodierte in ^ Büroräumen einer Keramikfabrik eine Bombe. Die zibrikanlagen wurden schwer beschädigt.
Oie Gründungsfeier des Stahlhelm.
Ansprache Seldtes in Magdeburg.
~ Die große T r a d i t i o n s f e i e r des N S D F B. Stahlhelm) erreichte in dem Traditionsfestkommers «Magdeburger Kristallpalast ihren Höhepunkt. Bundes- ßhrer Reichsminister Franz S e l d t e hielt die Festrede. Mit allen, die mit ihm durchgehalten hätten, fühle er sich «bunden, und wenn er im vorigen Jahre das Stahl- klmehrenzeichen stiftete, so erweitere er heute das Ehrenzeichen auf die Jahrgänge 19 31 ^ 19 3 2. Aus der Erkenntnis heraus, daß der kom- «de Führer ein politischer Führer sein müsse, habe der »Weint sich dem Manne zur Verfügung gestellt, der
über 33 Parteien hinweg
Wchtslos und mit hartem Schlag das deutsche Schicksal miedet. Adolf Hitler habe dem Stahlhelm sein brauen gegeben, und dafür sage er, der Redner, ihm Mill,
*
Set Führer und Reichskanzler hat auf das Treue- Mobnis, das ihm der NS.-Frontkämpferbund (Stahl- Mm) von seiner Magdeburger Gründungsfeier her «graphisch aussprach, in einem Telegramm mit Grüßen Meradschaftlicher Verbundenheit geantwortet.
Meldepflicht aller Einzelhändler zum Gesamtverband des Deutschen Einzelhandels.
Der Herr Reichswirtschaftsminister hat durch Anordnung vom 18. September 1934 den Gesamtverband des Deutschen Einzelhandels als alleinige Vertretung des Einzelhandels anerkannt. Durch die Anordnung vom 18. September sind alle Einzelhändler automatisch Mitglied des Gesamtverbandes geworden. Den Einzelhändlern sind dieser Tage Fragebogen zugegangen, die laut Anordnung des Gesamtverbandes auszufüllen und bei den Meldestellen des Verbandes in der Zeit vom 12. November bis 8. Dezember 1934 einzureichen sind. Gleichzeitig erhebt der Eesamtverband einen einmaligen Beitrag für die Zeit vom 18. September bis 31. Dezember 1934 von 4 Mark für jede Betriebsstätte. Die-
ser Beitrag ermäßigt sich auf 1 Mark für Mitglieder eines der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels ange- schlossenen Einzelhandelsverbandes, ebenso für meldepflichtige Handwerksbetriebe. Der Beitrag von 4 Mark bzw.
1 Mark ist gleichzeitig mit der Abgabe des Anmeldebogens zu zahlen oder einzusenden. Die anmeldenden Firmen erhalten alsdann als Bestätigung ihrer Anmeldung eine Plakette, die im Schaufenster oder an der Ladentür anzu- bringen ist. Bon der jetzigen Anmeldung sind befreit alle Lebensmittelhändler (Rèkofei-Mitglieder), die bereits gemeldet sind, ferner der Buch-, Kunst- und Antiquitätenhandel und Apotheken.
Meldestelle für das Gebiet des Volksstaates Hessen ist der Landesverbcurd des Hessischen Einzelhandels e V. Darmstadt, Ludwigsplatz 8.
Schweres Einsturzunglück. — Ein Toter, ein Schwerverletzter.
Nordenham. Auf den Metalllverken Unterweser A.-G. in Friedrich-August-Hütte ereignete sich ein schwerer Unglncks- sall. Bei Abbrucharbeiten eines Windfangvorbaues vor dem Verwaltungsgebäude stürzte eine Mauer, die noch nicht abgestürzt war, ein und begrub zwei Arbeiter unter sich. Die beiden Schwerverletzten wurden sofort ins Nordenhamer Krankenhaus gebracht, wo ein Arbeiter an den Folgen schwerer innerer Verletzungen gestorben ist.
not? und Fern
O Tötungsversuch an der Mutter auf Verlangen. In Ehemnitz brachte ein 44jähriger Mann seiner 73jährigen schwerkranken Mutter auf deren Verlangen einen Schuß in die Schläfe bei. Die Frau wurde schwer verletzt. Der Sohn tötete sich dann durch einen Schuß in die Schläfe. Nach Vorgefundenen Aufzeichnungen ist die Tat in beiderseitigem Einverständnis geschehen.
O Unwetter über Norwegen, über die niedriggelegenen Teile Norwegens ging ein heftiges Unwetter mit Hagel und Schnee nieder. In vielen Orten wurden dabei Hoch- spannungsleitungen zerstört und Verkehrsunierbrechungen hervorgerufen. so war in Oslo der Straßenbahnverkehr wegen Bruches des Leitungsnetzes eine halbe Stunde lang lahmgelegt. Auch der Eisenbahn- und Telephon- verkehr wurde in Mitleidenschaft gezogen.
0 Scotland Yards Schrecken — ein Kriegsheld. Ein Kriminalfall mit tragischem Hintergrund erregt in London berechtigtes Aufsehen. Ein Mann, der wegen seiner auf den Schlachtfeldern in Frankreich bewiesenen hervorragenden Tapferkeit vom König dekoriert worden war, — um wenige Jahre später die Tore des Zuchthauses von Dartmoor hinter sich ins Schloß fallen zu hören, wird von einem hohen Beamten von Scotland Bard als der „gefährlichste und durchtriebenste Verbrecher" bezeichnet, mit dem er es im Laufe seiner langjährigen Tätigkeit zu tun gehabt habe. Er ist wegen Betruges angeklagt. Seine Frau, die Mutter von drei Kindern ist, bewahrt trotz diesem schweren Schicksalsschlag, der sie betroffen hat, den Glauben an den Mann, den sie geheiratet hatte, und ist entschlossen, den Lebenskampf mit Mut und Vertrauen auf die Zukunft aufzunehmen.
O Der Tod auf dem Eiscnbahnivagen. Als ein Zug aus Quimper (Bretagne) aus den, Pariser Montparnasse- bahnhof etiitraf, bemerkte man auf einem Wagendach die Leiche eines Reisenden, dessen Kopf zerquetscht war. Es stellte sich heraus, daß der Reisende während der Fahrt mit einem Koutrollbeanilen in Streit geraten war, als er aufgefordert wurde, eine von ihm zerbrochene Fensterscheibe zu bezahlen. Er hatte sich darauf auf das Dach des Eisenbahnwagens zurückgezogen. Bei einer Tunnel- duru-fahrt wurde ihm der Kops zerquetscht.
9 Fliegende Krankenhäuser. Auf dem Moskauer Flugplatz wurde ein „Amphibium" genanntes Großflugzeug von der sowjetrussischen Regierung abgenommen. Es ist das erste einer Serie von „Krankenflugzeugen", die in Moskau ihren Standort haben werden Der Apparat ist so gebaut, daß zehn Kranke in ihm untergebracht werden können. Der neue Typ wird aber seine praktische Brauchbarkeit erst noch zu erweisen haben, da er auf größere Strecken bis jetzt noch nicht erprob, wurde.
Ein Münchener Bildhauer ermordet.
München, 15. Nov. (Funkmeldung.) In einem Hause in der Schelling st raße wurde ant Mittwoch, der 41jährige Bildhauer Fritz Wrampe mit einem Kopfschuß tot anfge- funden. Es liegt ein Verbrechen vor. Der vermutliche Täter konnte Mittwoch spät abends festgenommen werden. Mit dem Verbrechen in Zusammenhang steht offenbar der Selbstmordversuch einer Stenotypistin, die im gleichen Hause wohnt. Sie wollte sich zweimal erhängen, wurde aber daran gehindert.
Egon Erwin Kisch aus Australien ausgewiesen.
DAlM'wd geflüchtete kommunistsche ! Egon Erwin Kisch, dem die australische Regie- Erboten hatte, in Australien zu landen, machte jetzt den ^"fuch, von dem Dampfer, an den, er zurückgehalten wird, an Land zu entkommen. Er konnte jedoch wieder von der festgenommen und an Bord des Dampfers zurückgebracht werden, der kurz daraus abfuhr. ’ “
A MG vor hm Reichtum.
Roman von Gert Rothberg.
Urheber-Rechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau.
Nachdruck verboten.
Aue einstige Fran! .
/'Ide Haßler! Einst das reichste Mädchen von Berlin. / Hunger auf der Straße znsammengebrochen! War nn io etwas nur möglich? Aber---durfte sie sich -» armen Frau nähern?
Gerade sie?
»Es bestand keine Schuld, keine Sünde zwischen ihr und Und darum durfte sie der unglücklichen Frau ohne daß die je erfuhr, wer ihre Freundin in " em Augenblick geworden war.
.UN so wohnte Hilde Orlewsky eben nun bei einer undlichen alten ^rau, die für eine monatliche Ver- V von sechzig Mark für die Kranke sorgte.
bilde war kindisch geworden. Sie lachte viel, saß dann wl/^der stundenlang mürrisch da. Und wenn Ilka- S tam, freute sie sich sehr. Sie streichelte ihr die un& erzählte ununterbrochen von ihrem Reich« W^sen Erfolgen. Aber wenn sie von Dietz sprechen sah sie sich scheu um, duckte sich und flüsterte sW .Redete zerfahrenes Zeug. Der Arzt hatte ge- L^hHilde nicht mehr lange zu leben habe.
ei»s ^I^a-Maria Urft gönnte sich nicht viel, um der ^au Dietz Forsters letzte Tage friedlich i»w "' zu können. In den letzten Wochen war Hilde einer lÄ^'^er geworden. Der Arzt hatte bet einem ZAen Besuche gesagt:
feniph?rl .V0^ einige Monate dauern, es kann aber ein Gns„ oald ein Gchirnschlag diesem armseligen toben Weiten ^?cheu. Jedenfalls, man muß ans diese Mog- sein."
ein Ä"> fielen jetzt diese Worte des Arztes wieder 9 110 »achte für sich-
bist do? Alde Haßlers So ist nun dein Gude. Und du ^tine zM lung! Und dein Leben schien nur für die Wen V^wt Und nun endest du im Dunkel, von Noch Men vergessen. Wie furchtbar das doch ist.
N tau”® ^uze Weile saß sie still und nachdenklich ^"Ne Rild zog an ihr vorüber. Auch der große, Gitter Friesland! - Ihre Heimat! Die blonde ^tex d"'I dem gütigen Gesicht, der große, stattliche Die tz,!-Brüder!
?ll6te /.uud Wilhelm waren tot! Und von Klaus »,/ieliejM nlils. Der war ihr auch verloren. Würde tui Mch einmal so einsam und verlassen sterben Ae LjL'lde Orlewsky?
^nsterg Nl« draußen ein linder Abendwind an den entlang. Ilka-Maria rist kick aewaltsam von
den Erinnerungen los. Sie faltete die Zeituzzg wieder anseinander. Und ihr Blick fiel wieder auf das große Inserat. Aber sic sah nur immer den einen Namen: Dietz Forster!
Dietz Forster, der berühmte Geiger, gab in Berlin einige Kvnzertabende!
Dietz Forster — ein berühmter Geiger!
Konnte es denn nur wahr sein? Oder irritierte sie ein gleicher Name?
Nein!
Alles stimmte! Sic erinnerte sich, daß Dietz sich oa- mals ein kleines Zimmer gemietet hatte, um ungestört üben zu können. Also war er es bestimmt, der jetzt ein großer Künstler geworden war.
Die Zeitungen ließ sie achtlos zu Boden fallen. Ilka- Maria weinte!
Weinte vor Freude, weil wenigstens einer von ihnen sich emporgearbeitet hatte. Dietz! Wie war es auch anders möglich? Dietz, der so stark und edel war! Ihn hatten einst die Verhältnisse gezwungen. Jetzt aber hatte er alles überwunden. Jetzt hatte er das Leben, fern Schicksal gemeistert, wie es eben Mannesart war nno immer bleiben wird.
Dietz!
Deutlich sah ihn das Mädchen vor sich. Groß, dunkel, mit den unruhigen, sich tief bohrenden Augen.
„Dietz, ich liebe dich, habe dich immer und immer ge- liebt!" flüsterte das Mädchen, und die kleinen weißen Hände lagen gefaltet auf dem Tisch. Der zarte Mädchen- körper znckte. ,
Ilka-Maria erlebte noch einmal tnt Geist die kurzen Stunden ihres Beisammenseins mit Dietz. Und heute schloß sie ihre Erinnerungen ganz, ganz fest in ihrem Herzen ein. Nun, da Dietz einer von den ganz Großen geworden war, nun stand er ihr noch ferner denn je.
Vielleicht war er auch schon längst wieder verheiratet? Mochte es sein, wie es wollte, sie, die kleine Privatlehrerin, hatte nichts mehr auf seinem ruhmreichen ^Mer sie Mißte ihr?noch ein einziges Mal sehen. Und sie mußte ihn ein einziges Mal wenigstens spielen hüten»
Ilka-Maria bückte sich nach der heruntergefallenen Zeitung und hob sie auf. Sah noch einmal genau nach, vräate sich Stunde und Ort des Konzertes genau ein — und nun war es plötzlich so feierlick um sie. So friedlich in ihrer Seele und so weihevoll!
Dietz!
Wie sie ihn noch immer liebte!
Regungslos saß das Mädchen dann lange Zeit.
Der große Abend kam!
cklka-Maria saß in einem dunklen einfachen Seiden« rkeid inmitten des festlich gestimmten Publikums. Herrliche Toiletten, feierliche dunkle Anznae. einige Uni
formen. Und dann kam Dietz Forster mit seinem Pianisten. Ilka-Maria hatte einen guten Platz, saß aber doch so, daß er sie nicht sehen konnte.
Sie zuckte so heftig zusammen, daß ihre Nachbarin sie mit einem beleidigten Blick ansah.
Ilka-Marias schöne blaue Augen ruhten unverwandt auf dem Manne, der, umbraust von Begriißungsjudel, dort oben auf dem Podium stand
Und nun begann sein Spiel!
Er spielte wundervoll!
Spielte sich in aller Herzen hinein, mußte sich rasenden Beifallssturm gefallen lassen. Blumen über Blumen schon nach dem ersten Teil des Programms. Hinter Ilka-Maria hörte sie eine Stimme rannen:
„Josette, den Künstler mutz ich kcnuenlernen. Die Gräfin Kastler muß das arrangieren."
Ilka-Maria wandte den Kopf, sah in ein paar strahlende Augen, sah einen üppigen, gcniißfrohcn Mund, sah kostbaren Schmuck und dachte traurig:
„Das ist jetzt deine Welt, Dietz Forster. Wie könnte es auch anders sein?"
Und dann spielte er wieder, und Ilka-Maria Urft war es, als müsse sie fortgehen. Fort aus dieser Menge festlich geputzter, weihevoll gestimmter Menschen, die alle, alle einen Anteil an ihm hatten, weil er ein großer Künstler war. Denn große Künstler gehören nie sich selbst, sie gehören allen Menschen, sie gehören einer ganzen Welt!
Und sie ging auch nach Beendigung des nächsten Stückes.
Einsam stand das Mädchen dann an einer der großen Steinsäulen vor dem Portal des Einganges, wo außer ihr noch viele, viele Menschen warteten, um den großen Geiger noch einmal zu grüßen, ihm noch einmal zuzu- jubèlu.
Dietz Forster kam auch bald, winkte freundlich der wartenden Menge zu und stieg dann in das wartende Auto. Irgend wo würde man ihm zu Ehren ein Fest geben. Dicht an den Häusern entlang schlich eine schlanke Mädchengcstalt und mühte sich der Tränen Herr zu werden, die immer und immer wieder kamen.
,Mer ich bitte Sie, lieber Forster, natürlich tönneu Sie nicht immer im Hotel wohnen. Eine elegante Villa am Tiergarten ist dringend nötig."
Der dicke Herr ereiferte sich förmlich.
Dietz Forster lächelte.
„Tiergarten? Nein, kommt nicht in Frage."
„Dann eben wo anders. Im Grunewald steht eine Reihe wundervoller Villen zum Verkauf. Man kann ieüt alles billia haben."
(Fortsetzung folgt.)