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Siaâ und Land

^^misftdifen für morgen:

^"^tdauer des unbeständigen Wetters, voraussichtlich Mieder kälter.

* Fulda, den 6. November 1934.

Alier Brauch am Leonhardstage.

6 November ist Lconhardstag, ein Hei- ^.wenktaa, an den sich besonders im Alpenvorland, ^Mdbayern, zahlreiche althergebrachte Volksbräuche Klivien Weit berühmt sind vor allem die L e o n h a r d i - -wirten und die Leonhardsritte, die unter gewaltiger «»teiliaung großer Bevölkerungskreise abgehalten > erben Das gilt in erster Linie von der Tölzer Leon- ^ischbrt zu der Fremde von weit und breit herbeizu- rLL pflegen. Die Wurzeln dieser Leonhardifahrten lösten in der altgermanischenR o ß w e i h e" zu suchen ? , Gilb doch der heilige Leonhard schon seit dem Jahre M als Schutzpatron der Pferde und seit ein paar Jahr- 'elmtcn später als Schutzpatron des gesamten Viehs.

° Mit Fahnen und Vorreitern ziehen am Leonhards- . ne in vielen bayerischen Gemeinden die Bauern zur Kirche Die Pferde mit den kostbaren, blankgeputzten Kcschirren tragen prächtigen Blumen- und B ä n - z/rsch muck an Mähne und Schweif, und die Bauern- Mne die auf den Pferden sitzen, sind nicht minder schön âeschmückt: Blumen und bunte Schleifen prangen an den Huten in den Knopflöchern, an den Peitschen. Auf die Borreiter folgen geschmückte Bauernwagen, nicht selten richtige F e st w a g e n , die mit bunten Bildern be­maltenL e o n h a r d s 1 r u h e n". Daß die Frauen, die ml den Leonhardifahrten teilnehmen, ihre schönsten Kleider angelegt haben, versteht sich von selbst. Drei­mal wird mit schmetternder Musik und unter frommen Gesängen die Kirche umritten, dann findet im Freien ein ßottesdicnst statt. Bei der Leonhardisahrt in Tölz es hinauf zum Kalvarienberg, wo einst ein heili­ger Baum aus germanischer Vorzeit stand; er wurde erst 1722 duich eine Kapelle ersetzt. Vor der Kapelle spricht der Priester über Menschen und Tiere und Wagen den Segen.

St. LeonhardSt. Lienhart, der altbayerische Herr­pott" heißt er in weiten Volkskreisen soll das Vieh vor Schaden bewahren; ihm schenkt man Hufeisen, Ket­ten, Nägel und Zangen und hängt sie an den Wänden der ihm geweihten Kapellen, deren es in Süd- deutsch'.and und in Österreich viele gibt, auf. Auch kleine Votivtierchen aus Eifen werden dem Heiligen geweiht. An manchen Leonhardsstätten findet an Stelle der feierlichen Umritte am Lconhardstagc selbst oder auch etwas später cin Baucrnrennen statt: es gibt den Bauern Ge­legenheit, zu zeigen, was für prächtige Pferde sie gezüchtet haben. Die Leonhardsritte und das Bauernrennen enden ost damit, daß die Jungburschen versuchen, den Preis i m Peitschenknallen davonzutragen, genau so, wie es ihre Ahnen getan hatten, als sie mit Gerten und Stäben die bösen Geister vertrieben.

Achtung! Saarabstimmungsberechtigte!

Bis zum 9. November müssen alle Saar-Abstimmungs- berechti'gten, die Einspruch gegen ihre Nichteintragung in die Abstimmungslisten eingelegt haben, durch Einschreibe­brief benachrichtigt sein, ob ihrem Einspruch stattgegeben wurde oder nicht. Ist ihrem Einspruch nicht stattgegeben worden, dann können sie innerhalb 15 Tagen, vom Tage der Absendung des Einschreibebriefs ab, Rekurs beim Ab- stimmungsgericht einlegen.

Die Pässe für die Abstimmungsberechtigten werden schon jetzt von den Polizeibehörden unentgeltlich ausgestellt.

In allen Zweifelsfällen gibt der zuständige Saar-Ob- MM oder, wo der Obmann nicht bekannt ist, Postamt­mann Hugo Anschütz, Frankfurt a. M., Telegraphenamt, Zeil 106, Fernsprecher 20 026, Nebenstelle 372, gerne Aus- lunft.

Glückwunschschreiben des Führers.

Der Führer und Reichskanzler sowie der Herr General­direktor der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft haben zur Vollendung einer 40jährigen Dienstzeit^ Glück­wunsch- und Anerkennungsschreiben überreichen lassen dem Reichsbahn-Sekretär Joseph Varschke in Bebra, dem ß o f o= tivsührer LeopoldReith in Fulda und dem Zugsllhrer Heinrich Barth in Bebra.

Persönliches.

Herr Regierungsrat Cramer vom Finanzamt 'N Wiesbaden wurde unter Ernennuung zum Oberregie- "ungsrat zum Vorsteher des F i n a n z a m t s F u l d a be-

Cozialrentner und Zusatzrentenempsänger!

Am Donnerstag, den 8. d. M. wird die Sozialrenten- Unterstützung für den Monat November 1934 an die hilfs- ecdürftigen Sozialrentner der Stadt Fulda gezahlt. Zu Wicher Zeit werden die Fettverbilligungsscheine für die Sonate November, Dezember 1934 und Januar 1935 aus- Skgeben, Ausgabezeit: 8.30 bis 12 Uhr.

. Am Samstag, den 10. d M. wird die Zusatzrente für "konat November 1934 an die hilfsbedürftigen Kriegs- "Ochadigten und Kriegerhinterbliebenen gegen Vorlage des Ausweises gezahlt. Zu gleicher Zeit werden die Fettver- üugungsscheine für die Monate November, Dezember Januar 1935 ausgegeben. Ausgabezeit: 8.30 bis

Zu dem morgigen Konzert

Wo uns von der NS.-Kulturgemeinde mitgeteilt, daß die l' 'W )um Erwerb eines Abonnements noch in der Nein- Buchhandlung ausliegen und somit noch jedem geboten ist, in das verbilligte Abonnement der "mischen Konzerte" einzutreten.

Auf stehenden Kraftwagen gefahren.

sult^^? nachmittag um 18.10 Uhr erfolgte, in der Frank- Straße an der Ecke Im Kessel ein Zusammenstoß Imi, äwei fremden Kraftfahrzeugen. Beide Wagen 6tabfi»au5 ^er Richtung Kohlhaus und fuhren nach dem

^^ SU. Der erste Wagen hielt etwa 14 Meter von U ^m Kossel in der Frankfurter Straße auf der rech- s ""' nm sich über seine Wcitersahrt zu orientieren, unb fnr, m oin anderer Wagen aus der gleichen Richtung

"au hinten auf den stehenden Wagen auf. Der "us Atzten Wagens soll durch einen zu gleicher Zeit bett "dt kommenden Wagen in der Uebersicht behm- wvrden sein.

ilabeii ^H ausgiebig mit Tadakwaren eingedeckt ^UiuinS ^ ^er Nacht zum Sonntag in der Filiale des Siiter 'n der Echlaßstraße. einer oder mehrere find g.°urch «men Einbruchsdiebstahb Der oder die Tater Sohlen in,, ..^ mittels Nachschlüssels eingedrungen. G"' urocn verschiedene Zigarettenpackungen ä 6 »»

Ladenschliehung wegen Preissteigerung.

Auf Grund zahlreicher Beschwerden aus der Bevölkerung hat eine amtliche Nachprüfung der Preise für Lebensmittel stattgesundem Hierbei wurde sestgcstcllt, daß die Preise für Fleischwaren, Hülsensrüchte, Fette, Eier usw. unberechtigter Weise erhöht wurden.

In Anwenndung aus den ergangenen Erlaß des Herrn Preußischen Ministerpräsidenten Göring hat die Polizei- verwaltung im Laufe des gestrigen Tages einige Geschäfte, bei denen Preissteigerungen festgestellt wurden, geschlossen.

Die Polizeiverwaltung verwarnt die Geschäftsinhaber noch einmal nachdrücklich und weist darauf hin, daß mit weiteren polizeilichen Eingriffen vorgegangen wird, soweit nicht die unberechtigten Preissteigerungen unverzüglich rück­gängig gemacht werden.

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Dazu wird uns von der Kreisleitung der NSDAP, ge­schrieben:

Auf Anlaß der gestern von der Polizeiverwaltung Fulda durchgeführten Maßnahmen gegen die unberechtigten Preis­treibereien, bei der sieben Metzgerläden geschlossen wurden, kamen gestern Nachmittag sämtliche politische Leiter des Stadtkreises Fulda zu einer Besprechung zusammen. Es war ferner erschienen der Standartenführer Pg. Zeich mit noch einigen Sturmführern der SA., ferner war die NS.- Frauenschaft durch die Kreisfrauenschaftsleiterin Pgn. Frau Rüger vertreten. Vertreten war ferner die NS.-Hago durch den Kreisamtsleiter Pg. Werner und die Hand­werkerschaft durch den Kreishandwerksmeister Pg. Richter.

Pg. Kreisleiter Ehfer gab einen kurzen Bericht über die ergriffenen Maßnahmen und schilderte an Hand von Unter­lagen die unberechtigten Preistreibereien. Alle Erschiene­nen erklärten sich einmütig einverstanden mit den ergriffe­nen Maßnahmen und sprachen die Hoffnung aus, die Polizei- verwaltung wie auch die Parteiinstanzen möchten auf der begonnenen Linie weiterarbeiten, damit die Bevölkerung Fuldas vor weiteren Preissteigerungen geschützt bleibt.

der Marken:Ova",Kurmark",Ramses",Oberst", Alva",R. 6", ferner 50 Gramm Tabackpackungen Marke: E. & G.",Negerdorf",Olanda",Portoriko". Zigar­ren Marke:Sandblatt-Fehlfarben", Germa Nr. 61,Re­kordklasse",Nr. 101",Erika",Exotenpflänzchen", sowie ferner Stumpen Marken:Dorka", E. & E.",Spraco". Wo sind solche Tabakwaren zum Kauf angeboten worden? Sachdienliche Mitteilungen, die auf Wunsch vertraulich be­handelt werden, nimmt die hiesige Kriminalpolizei ent­gegen.

Keine Einstellung Jugendlicher unter 25 Jahren ohne vorherige Zustimmung des Arbeitsamtes!

Es ist anscheinend in den Kreisen der Unternehmer und Vetriebsführer noch nicht genügend bekannt, daß seit dem 1. September 1934 jede Neueinstellung und Neubeschäfti­gung von Jugendlichen beiderlei Geschlechts unter 25 Jah­ren der ausdrücklichen vorherigen schriftlichen Zustimmung des zuständigen Arbeitsamts bedarf. Diese Zustimmung ist, was vielfach übersehen wird, auch bei Ein­stellung von alten Kämpfern oder von Inhabern von Ar­beitspässen oder Landhelferbriefen erforderlich. Das Gleiche gilt für eine vorübergehende Beschäftigung von Jugendlichen unter 25 Jahren. Der Führer des Betriebes hat die Zustimmung bei dem Arbeitsamt nachzusuchen.

Der Antrag auf Zustimmung ist bei dem Arbeitsamt zu stellen, in dessen Bezirk der Betrieb oder die Betriebs­abteilung, die die Einstellung vornehmen wollen, ihren Sitz haben. Der Antrag ist auf einem besonderen Form­blatt:Antrag auf Zustimmung zur Einstellung von Per­sonen unter 25 Jahren (Ap 3) zu stellen. Das Formblatt ist im Handel erhältlich.

Stellt ein Betriebsführer einen Jugendlichen unter 25 Jahren ohne die Zustimmung des Arbeitsamts ein, so macht er sich dadurch strafbar und kann nach Paragraph 21 Abs. 2 Ziffer 1 derAnordnung über die Verteilung von Arbeitskräften" vom 28. 8. 1934 mit Geldstrafe oder Ge­fängnis bis zu 3 Monaten bestraft werden.

Ministerpräsident Göring in Kurhesien.

Kassel, 5. Nov. Die Landesstelle Kurhessen des Reichs­ministeriums für Volksaufklärung und Propaganda teilt u. a. mit: Der Preußische Ministerpräsident General der Infanterie Hermann Göring wird am Dienstag, den 6. November, morgens in Kassel eintreffen und im Laufe« des Tages den Reinhardswald mit der Sababurg sowie die Stadt Hann.-Münden besichtigen. Am Abend kehrt der Ministerpräsident wieder nach Kassel zurück.

Von der Intendanz des Staatlichen Theateers wird mit­geteilt, daß Ministerpräsident General Göring die heutige Vorstellung von Goetz' OperDer Widerspenstigen Zäh­mung" besuchen wird. Außer dem Ministerpräsidenten und seiner Begleitung werden selbstverständlich die Leiter sämtlicher Kasseler Behörden und Parteidienststellen der Vorstellung beiwohnen.

Die Verlobungsfahrt nach Marburg.

Eine neuartige Fremdenwerbung.

Marburg, 5. Nov. Nachdem der kürzliche achttägige Aufenthalt' von 1000 Berliner Kraft-durch-Freude-Fah- rern in Marburg bei allen Teilnehmern großen Anklang gefunden hatte und zu einer angenehmen Erinnerung wurde, ging einige Zeit später die Meldung durch alle Zei­tungen, daß in den Weihnachtstagen 1934 wiederum eine Kraft-durch-Freude-Fahrt von Berlin nach Marburg ver­anstaltet würde. Sollten während dieses Aufenthalts in Marburg, so hieß es in der Meldung weiter, Verlobungen unter den Fahrtteilnehmern und -Teilnehmerinnen zu­stande kommen, gewähre die Stadt für die betreffenden Paare einen achttägigen Freiaufcnthalt in Marburg. Zu dieser Meldung, welche in Marburg allgemein überraschte, konnte die Stadtverwaltung nur erklären, daß ihr von dieser angeblichen, wahrscheinlich dem Kopf eines Witz­boldes entsprungenen Vereinbarung nichts bekannt sei. Zablreiche aus allen Orten Deutschlands an die Geschäfts­stelle Marburg der Deutschen Arbeitsfront und die Stadt­verwaltung gerichtete Zuschriften, eingehende Besprechung der angeblichen Vergünstigung in allen Zeitungen und nicht zuletzt viele begeisterte Briefe der Berliner Teilnehmer an der letzten Kraft-durch-Freude-Fahrt nach Marburg ließen die außerordentlich wirksame Reklame dieser Vergünsti­gung für die Stadt Marburg erkennen. In Berücksichti­gung dieser Umstände wurde gelegentlich einer Bespre­chung zwischen dem Oberbürgermeister und den Vertretern des Marburger Gaststättengewerbes vereinbart, daß die in

Die politischen Leiter und die übrigen Vertreter bekamen den Auftrag, sofort in allen Geschäften Fuldas Preisüber­prüfungen vorzunehmen und die Ergebnisse der Polizei­verwaltung bezw. der Parteileitung zur Kenntnis zu brin­gen. Der einheitliche Wille aller Parteiorganisationen, in Verbindung mit den Polizeiorganen unter Mithilfe des kaufenden Publikums werden es fertig bringen, den gewis­senlosen Saboteuren des deutschen Aufbaues das Handwerk zu legen.

An dieser Stelle wird auch das gesamte kaufende Publi­kum aufgefordert, unverzüglich irgendwelche Preissteige­rungen der Polizeiverwaltung oder auch der Parteileitung zur Kenntnis zu bringen, damit sofort Abhilfe geschaffen werden kann.

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Die Ladenschliesiungen mit dem heutigen Tage wieder aufgehoben.

Die Ortspolizeibehörde teilt im Anschluß an die gestri­gen Maßnahmen zur Bekämpfung der Preistreiberei fol­gendes mit:

Nachdem die Geschäftsinhaber der sieben hiesigen Metz­gereien, deren Läden im Laufe des gestrigen Nachmittags bis auf weiteres polizeilich geschlossen werden mußten, wie auch alle übrigen Metzgereren von heute abwie - derzudenaltenPreisen verkaufen werden, hebt die Ortspolizeibehörde ihre Verfügung über die vor­übergehend vorgenommenen Geschäftsschließungen vom heu­tigen Tage ab wieder auf.

Um künftig unberechtigten Preissteigerungen auch in allen anderen Geschäftszweigen mit Nachdruck und Erfolg begegnen zu können, bittet auch die Ortspolizeibehörde das kaufende Publikum hiermit nochmals um weitgehende Unter­stützung bei diesem Kamps.

allen Zeitungen versprochene Sondervergünstigung für die Weihnachtsfahrt der Berliner Kraft-durch-Freude-Fahrer tatsächlich gewährt werden soll. Hoffentlich gestaltet sich die aus dem Kopf eines Witzboldes entsprungene neue Form der Fremdenwerbung zu einem ebenso großen Erfolg wie die erste Fahrt der Berliner nach der schönen Bergftadt an der Lahn.

Meerholz. (Vom Zug tödlich überfahren.) Gestern morgen gegen 7 Uhr fand man die verstümmelte Leicke des im 19. Lebensjahr stehenden und in Hanau be­schäftigten Gustav Jakob von hier, der unweit des Bahn­hofs Meerholz vom Zuge überfahren worden war.

Kassel. (Tödlicher V e r k e h r s u n f a l l.) In der Leipzigerstraße, zwischen Holzmarkt und Unlerneustädter Kirchplatz, hat sich Montag nachmittag gegen 4 Uhr ein schwerer Verkehrsunfall zugetragen, der leider den Tod eines 12jährigen Jungen forderte. Der Schüler Sp. aus der Hohenzollernstraße befuhr mit feinem Fahrrad die Leipzigerstraße. Der Führer eines in gleicher Richtung fahrenden Lastkraftwagens wollte den Jungen überholen. Im Augenblick, als der Kraftwagen sich mit dem Radfahrer auf gleicher Höhe befand, soll letzterer, ohne ein Zeichen gegeben zu haben, nach links abgebogen sein. Der Junge wurde erfaßt und überfahren. Der zufällig vorbeikom­mende SA.-Sanitätssturm brachte ihn in das Landes­krankenhaus, wo er bald nach der Einlieferund seinen schwe­ren Verletzungen erlegen ist.

Kassel, 5. Nov. (Wegen Nichtbeachtung der Preisverordnung vorübergehend geschlos­sen.) Auf Grund des'Erlasses des Preußischen Minister­präsidenten betreffend Preissteigerung sind in Kassel heute eine Anzahl Fleischereibetriebe und Kolonialwarengeschäfte vorübergehend geschlossen worden, weil festgestellt wurde, daß sie die Preisverordnung nicht beachtet hatten. Nach Abstellung der Mängel werden die Geschäfte wieder ge­öffnet.

Kassel, 5. November. (Saar-Ferienkind als Lebensretter.) Der als Ferienkind in Unterhaun bei Hersfeld weilende 13jährige Schüler Hermann Butz aus Landsweiler bei Neunkirchen im Saargebiet hat am 6. September d. I. die 10jährige Schülerin Elisabeth Berlet aus Rotensee bei Hersfeld, die beim Spielen in der Haune in eine tiefe Stelle geraten war, durch fein entschlossenes Eingreifen vom Tode des Ertrinkens gerettet. Hierfür spricht ihm der Herr Regierungspräsident in Kassel öffent­lich seine Anerkennung aus.

Marburg, 5. Nov. (Opferfreudige Bauern.) Einen durchschlagenden Beweis des bei ihr vorhairdenen Sozialismus der Tat lieferte die Kreisbauernschaft Mar­burg, die innerhalb weniger Tage in ihrem Bezirk für das Winterhilfswerk 20 680 Zentner Speisekartoffeln, 4355 Zentner Roggen und 280 Zentner Weizen sammeln konnte.

Gießen, 5. Nov. (A k a d e m i s ch e B e r u f u n g.) Nach einer Mitteilung der Pressestelle der Universität Gießen hat der Professor Dr. Karl Hummel in Gießen eine Be­rufung auf den Lehrstuhl für Geologie und Palaeontologie an der Universität Gießen erhalten.

Gießen, 5. Nov. (Inbetriebnahme der mo­dernsten Molkerei in Hessen.) In dem Kreis­ort Geilshausen weihte gestern der Landesbauernführer Dr. Wagner die durch Um- und Erweiterungsbau geschaf­fene neue große Molkerei Geilshausen, die unter der Kon­trolle des Milchwirtschaftsverbandes Hessen arbeitet. Der Betrieb weist mit seinen ganzen Einrichtungen das Mo­dernste und Vollkommenste auf dem Gebiete der Molkerei­wirtschaft auf: er ist die modernste Molkereieinrichtung in Hessen. In dem Vetneb wird es möglich sein, anstatt der früheren Leistung von 1500 Litern Milchverarbeitung zu­nächst etwa 5 500 Liter Milch zu verarbeiten und diese Menge sogar bis zu 12 000 bis 15 000 Liter Milch zu stei­gern.' Der Molkereibau wurde unter der Leitung des Bauamts der Landesbauernschaft errichtet.

Gießen, 5. Nov. sNcuerRektorder Gießener Universität.) Wie die Pressestelle der Gießener Uni­versität mitteilt, ernannte der Reichsstatthalter in Hessen den ordentlichen Professor für Pädagogik und Psychologie Dr. Gerhard Pfähler für das Aintsjahr 1934/35 zum Rek­tor der Hessischen Landesuniversität Gießen.

Hcrchcnhain, 4. Nov. (Die ersten Skiläufer im Vogelsberg.) Nachdem ausgiebigen Schneefall am Freitag, der auf dem Hoherodskopf 15 Zentimeter Schnee brachte, konnte man im Oberwald bereits die ersten Ski­läufer sich im Pulverschee tummeln sehen. Um bie Mit­tagszeit herrschte prächtiger Sonnenschein. Da in der Nacht 5 Grad Kalte gewesen waren, zeigten sich die Bäume am Morgen nyt Rauhreif bedeckt, was der Perglandschaft, einen zauberhaften Reiz verlleh.