Lachende Wissenschaft
„Karl der..."
Während eines juristischen Examens an der Berliner Universität stellte der prüfende Professor an den Kandidaten folgende Frage: „Können Sie mir den deutschen Kaiser nennen, der die Halsgerichtsordnung erlassen hat?"
Der Kandidat war in Nöten. Gerade darüber wußte er überhaupt nichts, und sein Blick wanderte hilfesuchend vom Professor zum Extraordinarius, der der Prüfung beiwohnte. Dieser hatte Mitleid mit dem Kandidaten und flüsterte ihm zu: „Kaiser Karl".
Doch der prüfende Professor, der die Verlegenheit des Studenten wohl bemerkt hatte, ließ in diesem Thema nicht locker und fragte: „Wie Sie wissen, gibt es mehrere deutsche Kaiser, die den Namen Karl gehabt haben; wer unter ihnen hat nun diese Gerichtsordnung erlassen?"
Natürlich konnte der Kandidat auch auf diese Frage nicht antworten. Von neuem wanderte sein hilfeheischender Blick zum Extraordinarius. Dieser — auch diesmal wollte er helfen — spreizte, die fünf Finger seiner Hand, fuhr sich, damit es nicht auffallen sollte, mit eben derselben Hand über den Kopf und erwartete nun, daß der Kandidat richtig „Karl V." sagen würde.
Doch er sollte sich geirrt haben. Die verkehrte und doch so berechtigte Antwort des Studenten lautete: „Karl der Kahle!" — denn er hatte weniger die Hand, viel mehr aber die darunter befindliche Glatze des mißverstandenen Helfers gesehen.
Dtr Puls und das Ei.
Der in Paris lebende Arzt Portal hatte einem seiner Patienten strengste Diät vorgeschrieben. Eines Tages kam dieser zur Untersuchung zu ihm. Portal fühlte kurz den Puls des Mannes, sah ihn nicht gerade freundlich an und meinte dann ziemlich streng verweisend: „Wenn Sie gesund werden wollen, müssen Sie sich unbedingt nach meinen Diätvorschriften richten, und nicht entgegen meiner Anweisung Eier essen, verstehen Sie!"
Der Patient war starr. „Was", rief er aus, „Sie können an meinem Puls fühlen, daß ich ein Ei gegessen habe?"
Portal nickte: „Das kann ich!"
Das hätte der Patient natürlich nicht erwartet.
Als Portal allein mit seinem Assistenten zurückblieb, bemerkte er dessen forschende Blicke, „Was haben Sie denn?", fragte er.
„Ich verstehe nicht recht", gab der Assistent zur Antwort, „wie Sie am Puls fühlen können, daß..."
„Quatsch", rief Portal lachend, „er hatte sich das Eigelb auf den Schlips gekleckert!"
„Händelsüchtig!"
Der Geschichtsschreiber Gervinus geriet eines Tages mit David Friedrich Strauß in Streit. Strauß schätzte Mozart als den größten Komponisten, Gervinus aber versuchte, diè Meinung des anderen umzustimmen, denn er selbst ging nicht davon ab, daß Händel der größere von beiden sei. Alles Beruhigen des Strauß half nichts, Gervinus wurde in seinen Betehrungsversuchen immer hitziger, verlor schließlich alle Ruhe und begann laut und erregt zu schimpfen. Da drehte sich Strauß kurz um, lachte und sagte: „Geh, Eeroi- nus, du bist ja händelsüchtig!"
Die höchste Wärme and die stetste Kälte not der Erde
Die Physiker beweisen, daß die tiefste Temperatur bei minus 273 Grad Celsius liegt. Solch eine tiefe Temperatur kommt auf unserer Erde in der freien Natur nicht vor, kann aber künstlich im Laboratorium schon nahezu erreicht werden. In entgegengesetzter Richtung ist es möglich, im elektrischen Lichtbogen Temperaturen bis zu etwa 5000 Grad Celsius zu erzeugen. Unter ganz besonderen Bedingungen kann man mit sehr kräftigen elektrischen Funken von ganz hoher Energie sogar schon die phantastische Temperatur von 20 000 Grad Celsius erreichen, ohne daß man bisher jedoch die Möglichkeit hatte, solch hohe Temperaturen praktisch auswerten zu können. Temperaturen von rund 20 000 Grad Celsius stellte man auch bei vielen Sternen fest, während die Sonne in den äußeren Schichten etwa 6000 Grad, im Innern um 10 000 Grad Celsius aufweist. Diese hohen Temperaturen werden meist auf Grund von Strahlenmessungen festgestellt. Man nützt die Erfahrungstatsache aus, daß ein Körper um so weißeres Licht ausstrahlt, je höher seine Temperatur ist, und daß zwischen der Temperatur und dem ausgestrahlten Licht eine bestimmte Beziehung besteht so daß man aus dem Licht der Strahlung die Temperatur des Körpers
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Familie Mozart.
Zurück zur Romantik
Musik hat höchsten Kulturwert. Es gibt unmusikalische Gesinnungen, ja ein Benehmen kann unmusikalisch sein. Man kann alles Häßliche unmusikalisch nennen, weil alles Schöne Musik in sich trägt Schleich.
... wieder Hausmusik? Es mutet seltsam an, daß Jahrhunderte mit ihren tausendfältig verschiedenen Lebensformen das Gleiche lieben — und doch ist es so.
Der heutige Mensch flüchtet in die Musik, weil er aus innerstem Zwang wieder hinauf muß zu den Höhen des Daseins, weil er das seelische Erlebnis, das sie uns schenkt, als tiefste Beglückung erkannt hat. Damit öffnet sich ein Tor der Hoffnung für die Zukunft, denn die Kultur eines Volkes ist an seiner Beschäftigung in den Mußestunden zu erkennen.
Wie die jüngst verflossene Epoche sich in Schlagern billiger Art, in Jazzmusik und Negertanz erging und das Ideal der Zerstreuung in ihnen sah, wie eine andere Zeit für sentimentale Lyrik schwärmte und
ermitteln kann. Man bezeichnet solche Thermometer, die die Temperatur aus der Helligkeit angeben, als Pyrometer, d. h. Feuermesser.
Die natürlichen Kälte- und Wärmeer-
3cmuum,*(^^ Kalte wA —30* 3iâ Mfi^f - 30“
Die kältesten und heißesten Gegenden der Erde.
Die dunkleren Bezirke innerhalb der Wärme- und Kältegebiete umschließen Temperaturen von — bzw. + 40° Celsius und bilden die kältesten bzw. heißesten Gegenden der Erde. Die höchste gemessene, Wärme auf der Erdoberfläche beträgt rund 59° Celsius (Tripolis in Nordafrika), die tiefste Kälte rund 70° Celsius (Nordosten von Sibirien und Südpol), der größte Temperaturunterschied auf dem festen Land also 129° Celsius.
frühere und noch frühere ihrer Freude am heiter-graziösen oder ernst-humorigen Wesen Ausdruck gaben, so sehnen wir Heutigen uns nach der deutschen Romantik schlechthin zurück. Zur Verwirklichung dieses Zieles finden wir in der Hausmusik einen wertvollen Helfer.
Leider wird viel zu häufig ein falscher Maßstab an sie gelegt, und mancher hält sich für ungeeignet, sie mit Erfolg auszuüben, weil ihm bisher die großen Klassiker verschlossen blieben. Ihm sei gesagt: wer überhaupt einen Sinn für Musik hat, braucht vor Großen nicht zurückschrecken! Nicht im gedanklichen Erkennen dessen, was der Schöpfer sich bet' der Entstehung seines Werkes gedacht hat, kommt es an, sondern darauf, daß Schwingungen in uns ausgelöst werden, die Edelstes und Schönstes zum Klingen bringen. Wozu brauchen wir den Verstand, wenn man sich direkt an unser Herz wendet, wenn uns Geheimstes und Zartestes, Tiefstes und Größtes, Glück und Schmerz eines Erdendaseins offenbart wird?
Um der Musik nahe zu kommen, braucht man kein vollendeter Spieler eines Instrumentes zu sein. Es muß auch nicht gleich das Schwerste aus der unendlichen Fülle der musikalischen Schätze herausgesucht werden. Wir sind so reich an ihnen, daß für jede Begabung und für jeden Ge
schmack gesorgt ist. Wenn die Anfangsschwierigkeiten überwunden sind, wird man von selber vorwärts streben.
Die Erfahrung lehrt immer wieder, daß genaue Kenntnis eines
Musikwerkes seinen
Reiz wesentlich erhöht und zu größeren Leistungen anspornt. Wunderbar beglückend der Augenblick, in dem man ein Werk schöpferisch nachempfinden
scheinungen an der Erdoberfläche bleiben von diesen Extremwerten weit entfernt. Insbesondere haben wir in Deutschland, das ja in der gemäßigten Zone liegt, nur einen geringen Temperaturbereich zu be«
Erholung von des Tages Mühen.
kann und neben dem verfeinerten Empsin- den auch die musikalische Formenwelt und ihre Ausdrucksmöglichkeiten sich uns verschließen und aufblühen, ohne daß man sich in nur technische Dinge zu verlieren braucht.
Das Erbe, das uns Beethoven, Schubert, Bach, Schumann, Brahms, Gluck, Weber, Mozart und viele andere Kompomften hinterlassen haben, wurde unser Eigentum: sie alle haben uns ihr Herzblut gegeben. Wer das zu hören versteht, kennt kein Leid so schwer, daß nicht ein Sonnenstrahl es tröstend übergolden, keine Enttäuschung so schmerzend, daß nicht ein Lächeln des Verstehens sie begleite, keine Freude zu groß, daß sie nicht durch jauchzende Hymnen noch gesteigert würde! ... Alles ist vergänglich — alle haben gelebt, geliebt und gelitten und haben gehofft — sollte es bei uns anders sein?
Diese Erkenntnis macht stark und mutig für den Kampf, aber sie macht uns auch gütig und vertieft das Erhabene in uns. Beethoven schrieb auf die erste Seite seiner großen Messe: „Von Herzen — möge es wieder — zu Herzen gehen." Wenn wir es mit ihm sagen und fühlen, kann es nie mehr ganz dunkel in uns werden.
obachten. Im Sommer empfinden wir es schon als furchtbar heiß, wenn das Thermometer im Schatten auf über 36 Grad Celsius steigt, und kaum ist bisher eine höhere Schattentemperatur als 41 Grad Celsius beobachtet worden. Auch im Winter werden keine sehr tiefen Temperaturen erreicht. Im Westen Deutschlands empfindet man Temperaturen von minus 10 Erao Celsius schon als tief, während in Ober- Bayern und Ostdeutschland minus 20 Erao Celsius erreicht werden und als tiefste Temperatur überhaupt in Ostpreußen Jahre 1928-29 minus 45 Grad Celsius g > messen wurden. Die äußersten Temperatur- werte, die man auf der Erde seststeuw liegen allerdings weiter auseinander, Todestal von Kalifornien, das man fruye als heißeste Gegend der Erde ansah, we den z. B. normale Sommertemperature von 50 Grad Celsius gemessen. Als Homi bisher beobachtete Temperatur gut »n Ablesung aus Tripolis mit 58,8 Er Celsius; als tiefste Kälte nimmt minus 70 Grad an. Sie dürfte auf ° - rund 3000 Meter hohen Hochplateau bw Südpols erreicht werden und wird für nördliche Sibirien angenommen, nm bisherigen sogenannten Kältepol von:i chojansk minus 67,8 Grad Celsius g» wurden. Diese tiefen Temperaturen kon natürlich nicht mehr mit dem ^ueast ^ thermometer gemessen werden, da fllber bereits bei minus 30 Grad C ! gefriert. Man benützt dazu Th"momu mit gefärbtem Alkohol, der erst bei m 130 Grad Celsius fest wird.