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q»eslialb sich Frankreich am Luftren- M nach Australien nicht beteiligte?

Paris, 24. Okt. (Funkmeldung.) Die hervorragende i^,q der englischen Flieger Scott und Black bei dem «Nettfliegen London!Melbourne findet in französischen Uttitfahrtkreisen bewundernde Anerkennung. Man be- M ert daß Frankreich an dem Luftrennen nicht teilgcnom- 1 elI hat. Der Borsitzende des französischen Luftfahrtver- Kandes äußerte, so dringend auch die Erfordernisse der nationalen Verteidigung in der Luft sein mögen, so dürf­en sie uns doch nicht von solchen Versuchen mf dem Ee- Hete her Sport- und Handelsfliegerei abhalten. Man dient dem Land auch, wenn man sein Augenmerk darauf richtet. Luftsahrtminister General Denain begründete das Fernbleiben Frankreichs mit dem gegenwärtigen Stand der französischen Luftfahrtindustrie. Die technischen Ver­besserungen und die Reorganisation, die unter der Leitung des Luftfahrtministeriums vorgenoinmen würden, würden voraussichtlich ein ehrenvolles Abschneiden Frank­reichs bei den internationalen Flugveranstaltungen des nächsten Jahres ermöglichen.

Die Studenten in Mexiko demonstrieren weiter für die Freiheit des Unterrichts.

Mexiko-Stadt, 24. Okt. (Funkmeldung.) Die Studen- icnschast veranstaltete eine Abstimmung über die Weiter- -iihruilg oder den Abbruch des Streiks, der sich gegen die Abschaffung der Freiheit des Unterrichts und gegen die Einführung der sozialistischen Schulung richtet. Die Mehr­et der Studentenschaft sprach sich für die Fortsetzung des Streife aus. Die Studenten der Chemie, denen der Poli- Mmfident die Herstellung von Bomben vorgeworfen yte, erklären diese Behauptung für falsch und absurd.

sie Waffenhandlungen in Mexiko-Stadt und in ande- miedeutenden Städten des Inlands wurden auf Anwei- ig der Behörden geschlossen, um die Bewaffnung oppo- smeller Kreise zu verhindern.

Amerikas neuer Staatsfeind Nr. 1, der zehn- sche MörderPrettyboy" Floyd, erschossen.

In East Liverpool im Staate Ohio wurde der in e h r> fache Bankräuber und zehnfache Mörder Prettyboy" Floyd, der nach dem Tode Dillingers zum Matsfeind Nr. 1 erklärt worden war, bei seiner Fest- *ie tödlich verwundet. Bnndespolizisten und Orlspolizisten hatten Floyd im Gehölz in der Nähe einer Farm, in der er Lebensmittel erpressen wollte, umstellt. Floyd eröffnete sofort das Feuer aus zwei Maschinen­pistolen und floh. Er wurde aber tödlich verwundet und starb innerhalb einer Viertelstunde. Floyd war neben Dillinger der gefährlichste Gangster in den Vereinigten Staaten. Er wirrde wegen Bank- räubereien in 15 Bundesstaaten seit langem gesucht. Im Jahre 1933 hatte sich Floyd in Akins im Staate Okla­homa ein Grab vorbereitet und seiner Mutter gelegentlich seines letzten Aufenthaltes erklärt:Leg' mich in dieses Grab, denn ich werde bald voll von Blei zurückkommen." Airs Floyds Kopf stand eine Belohnung von 6000 Dollar.

TOS.-Nufe eines durch schweren Taifun in Seenot geratenen Oek- Tankschiffes.

San Franzisko, 24. Oktober. Das Oeltanrschiff Jo h e n y" hat SOS-Rufe ausgesandt. Durch einen Run ist ihm dir Brücke über Bord geschwemmt und das ämer abgerissen worden. Das Schiff hat eine Besatzung 10 Mann und befindet sich etwa 900 Meilen östlich der Wippinen. Aach dem ersten SOS-Ruf ist die Funkanlage « Schiffes außer Betrieb gesetzt worden. Der Dampfer Khmpia", der etwa 700 Meilen von dem in Seenot Ettatenen Schaff entfernt ist. eilt ihm tu Stire.

Herabsetzung -es Gchmalzzolles.

Mit Wirkung vom 22. d. M. ist der S ch m a l z z o l l von seiner bisherigen Höhe (100 Mark je Doppelzentner) auf 40 Mark je Doppelzentner herabgesetzt wor­den. Wie der Zeitungsdienst des Reichsnährstandes mit­teilt, ist diese Änderung eine natürliche Folgerung aus der Neuregelung der Einfuhr von Schmalz über die Reichsstelle für Öle und Fette, die bereits feit dem Früh­jahr d. I. zur Anwendung gebracht wird.

Damit ist die Möglichkeit gegeben, auch die Schmalz­einfuhr in gleicher Weise stärker als bisher handels­politisch auszunutzen, wie das schon seit längerem bei der Einfuhr anderer landwirtschaftlicher Erzeugnisse gehand­habt worden ist. (Butter. Käse, Eier usw.)

Denkt an die Heime der Hitlerjugend!

Erlasse des Reichserziehungsministers Rust.

Zur Unterstützung der Durchführung des umfang­reichen Schulungsprogramms der Reichs- j u g c n d f ü h r u n g hat der Reichserziehungsminister und preußische Kultusminister R n st zwei Erlasse gleichen Inhalts an die Länderregierungen und die Nachgeordneten Behörden der preußischen Verwaltungen herausgegeben, in denen betont wird, daß ein großer Teil der Hitler- Jugendeinheiten überhaupt noch keine Zusammen- k u n f t s r ä u m e oder doch nur unzulängliche Heime be­säße. Es würden in der Hauptsache Räume für kleinere Einheiten benötigt, also für 20 bis 60 Jungen. In vielen Fällen seien staatliche wie kommunale Baulichkeiten noch bei weitem nicht voll ausgenutzt und der Pflege der schulentlassenen Jugend nutzbar gemacht.

Der Reichserziehungsminister weist ferner besonders darauf hin, daß auch Klassenräume in öffent­lichen Schulen, soweit sie sich dafür eignen, bis auf Widerruf für die Durchführung des Schulungsprogramms der Reichsjngendführung zur Verfügung zu stellen sind.

Der Führer empfängt die Mitglieder des Internationalen Baumwollkomitees.

Berlin. Der Führer und Reichskanzler empfing am 23. Oktober in Gegenwart des Reichswirtschaftsministers die Mitglieder des Internationalen Baumwollkomitees. Dieses Komitee hält in diesen Tagen in Berlin seine Jahressitzung ab.

KreuzerKarlsruhe" läuft zur Weltreise aus.

Die Mordwaffe von Marseille.

In einem Waffengeschäst in Triest gekauft.

Die Aufdeckung des weitverzweigten Komplotts, das zur Ermordung des südslawischen Königs ge­führt hat, wird mit fieberhaftem Eifer in Ungarn, der Tschechoslowakei, Südslawien, Bulgarien, Frankreich und Italien betrieben. Die neuesten Spuren weisen auf Italien hin, und die französischen Polizeibehörden glauben jetzt den Beweis in den Händen zu haben,

dass gewisse Fäden der Marseiller Mordverschwörung nach Italien führen. Die Revolver des Mörders Salemen und verschiedener seiner Genossen, so wird mitgcteilt, sind in einem bekannten Waffengeschäft in Triest gekauft worden.

*

Die bulgarische Regierung hat den eifrig gesuchten Führer der Inneren Mazedonischen Revolutio­nären Organisation, M i ch a i l o f s. für vogelfrei erklärt. Jeder hat das Recht, ihn zu erschlagen, wo er ihn trifft. Die gleiche Maßnahme wurde gegen fünf weitere Mit­glieder der JMRO. getroffen, die ebenfalls noch immer flüchtig sind.

Der JMRO-Führer Iwan Michailoff sowie einige andere Komitatschis konnten bekanntlich ins Aus- land entkommen. Die Polizei vermutet indessen, daß sich mehrere der Gesuchten noch in Bulgarien versteckt halten. Seltsamerweise befindet sich unter den aus der Verbrecherliste genannten Terroristen auch der Marseiller Königsmörder Vlado Georgiess- Tschernosemski.

Drei Menschen im Auio verbrannt.

Der Benzintank explodiert.

In der Nacht ereignete sich in der Nähe von Sieg­burg ein furchtbares Autounglück. Ein Lastkraftwagen aus Eitorf prallte aus bisher unbekannter Ursache mit solcher Wucht gegen einen Baum, daß der vordere Teil des Wagens, in dem zwei Kinder und eine junge Frau Platz genommen hatten, vollständig eingedrückt wurde. Der Benzintank explo­dierte und der Wagen geriet in Brand. Die drei Per­sonen, denen jede Rettungsmöglichkeit fehlte, da sie auf ihren Plätzen eingeklemmt waren, verbrannten bei lebendigem Leibe.

M Flücht vor dm Reichtum.

Roman von Gert Rothberg.

Urheber-Rechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau.

!° Nachdruck verboten.

»Sie sollen nicht schlecht von meiner Schwester »eilten. Es hat mir keine Ruhe gelassen. Nun bin teil

e3 Ihnen gesagt zu haben. Ilka-Maria war nie »erechneno. Sonst hätte sie ja daheim die Werbung eines reichen Besitzers annehmen können. Meine Frau Schwägerin auf dem Ürsenhof daheim hätte das sehr »ern gewollt und hatte die ganze Angelegenheit auf das ^erglschste lanciert. Aber Ilka-Maria wollte es nicht, ße ja auch niemals, selbst in bitterster Not nicht, mein Manne ohne Liebe angehören würde. So! Jetzt N mir leichter. Es hat mich gedrückt wie Zentnerlast.

Sie wohl, Herr Forster."

griff nach der Hand des jungen Malers.

um Gottes willen, haben Sie jetzt die Wahrheit Modjen?"

«Sie volle Wahrheit, ich schwöre es Ihnen."

»urst, warum--kamen Sie nicht früher? Alles N anders geworden, denn ich habe Ilka-Maria ge- i siebe sie noch heute."

Schicksal ist oftmals stärker als unser Wille und »^Empfinden. Sie sagten Ilka-Maria, daß Ste sich schweren Kampfe befänden. Meine Schwester zu MnM diesen Kampf erleichtern wollen. Sie gehört t« Frauen, die immer Opfer bringen können. Ich "icht ertragen, daß Sie schlecht von ihr denken. Mi Fika-Maria darf es niemals erfahren, daß Sie MM die Wahrheit wissen."

MM danke Ihnen, Urst. Aber Sie hätten trotzdem Aknâ "^" müssen. Ich wollte doch um jeden Preis dien SU mir nehmen. Ich wäre gern mit ihr tu 6tltl^ gegangen. Nun ist alles zu spät. In einer M ich getraut!"

starten Sie wohl, Herr Forster. Man mich eben einem bestimmt ist."

MwmL®6 wohl, Urst. Und--unb grüßen Sw r\ Sagen Sie ihr, daß ich trotzdem heute WhMMMi als die Wochen vorher. Ich weiß nun Mi ich M daß Ilka-Maria so ist. wie ich sie sah. Nun MM ^wer an sie denken in Liebe und Verehrung, w «na Etzt uns beiden das noch. Das Schicksal Ma! N ewig getrennt."

®nte MvJ ewig! Nochmals, leben Sie wohl und alles UM L Zukunft. Forster."

M be M wohl, Urst. Und--bleiben Sie wenig- Mm nm s^aim. Sie ist ja viel zu zart, um den Men M" harten, grausamen Leben allein auf- können."

Ein Windstoß fuhr durch die Bäume; er schüttelte das gelbe und rote Laub in Masseu herab.

Vergänglichkeit!

Der Winter war diesmal so schnell gekommen. Er gatte die Herbstpracht überrascht. Nun erstarb das noch rote und gelbe Laub im Schnee! Langsam, schwerfällig schritt Dietz Forster weiter.

Entsagung!

Pflicht!

stèichts weiter in Zukunft! Wenn auch das Herz sich wand und sich empörte.

,.Morgen geben wir unsern ersten Hansball, Dietz. Vergiß es nicht und komme zeitig genug zurück. Du vergißt ja meist solche Sachen."

Hilde Forster, immer elegant und ein dein wenig voller geworden, schmiegte sich an den Gatten. Er küßte sie, dann schob er sie behutsam von sich.

Ich werde es nicht vergessen, Hilde. Garcz sicher nicht. Ich weiß doch, wie sehr du dich auf diesen ersten Ball freust."

Hilde lächelte stotz.

Sie glaubte ihre« Aign« ganz und gar gefesselt zu habe« und sie ahnte es nicht, wie er sich zuweilen fort­sehnte aus dieser Atmosphäre des Reichtums.

Immer war es Dietz Forster, als riefen es die köst­lichen Gemälde, die wundervollen Möbel, die vielen Silbersachen, die echten Teppiche und Decken:

Du hast dich verkauft. Ganz gewöhnlich verkauft hast du dich!" Hilde war klug. Vielleicht hatte sie die Worte ihres Vaters beherzigt, der ihr gesagt hatte:

Sei vorsichtig, Kind. Fangball spielen läßt Dietz nicht mit sich. Und wenn du ihn nun einmal so sehr liebst, dann treib' eine Sache niemals auf die Spitze. Noch habe ich ihu in meinen Händen, denn ich war vor­sichtig genug, ihn nicht alle gefährlichen Papiere ans- zilhändigen. Aber es könnte doch sein, daß er dein Mann bliebe und sich dir trotzdem fern hielte. Was dann?" ....

Ailbe hatte dem Vater recht geben müssen. Sie wollte Dietz nicht verlieren. So kam es, daß sie aus dieser Furcht heraus sich voruahm, zärtlich und fügsam zu sein. Aber sie fragte den Vater doch.

Papa, Dietz besitzt nicht alle Papiere? Du hast sie ihm nicht alle an unserem Hochzeitstage ausgehändigt?"

Nein! Daß ich ein Narr gewesen wäre. Ich habe ihn so noch immer in der Hand, so lange du ihn liebst. Wenn du frei sein willst, kann er dieses letzte Papier bekommen." , t ,

Konsul Haßler tagte cs hart. Er kaunte nur die «tebe für seine vergötterte Tochter. Wer sie nicht liebte und mochte, der wâr sein Feind.

Und Hilde hatte aeläckelt!

Wie Elitg Papa doch war! Wie nnendlich klug!

Hilde Haßler dachte jetzt in dieser Stunde an die damalige llnterrebung, und von neuem freute sie sich, daß man Dietz immer in der Hand haben würde.

Von unten herauf sah sie jetzt in sein Gesicht.

Dietz, bleibst btt heute abend daheim?"

Nein! Meine Mutter fühlt sich nicht gut unb sie ist so einsam. Ich werde noch auf ein Stündchen zu ihr fahren. Ich würde mich jedoch sehr freuen, wenn du mich erwarten würdest. Ich trinke sehr gern noch mit dir zusammen eine Tasse Tee. ES ist immer gemütlich in deinem kleinen roten Salon."

Sie mar entwaffnet. Stürmisch fiel sie ihm um den Hals.

Also werde ich mich inzwischen freuen. Und grüße bic Mama herzlich von mir. Ich wünsche gute Besse­rung. Wie schade übrigens, nun kommt sie morgen nicht."

Nein. Sie kann nicht kommen. Sic hat es mir be­reits telephonisch mitgeteilt, meine alte, gute Mutrer. Und deswegen gehe ich jetzt zu ihr."

Ich hätte sie sehr gern hier gehabt morgen abend, die Mama. Es gibt doch einige neue Bekannte für sie."

Kaum. Nteiiie WZutter kennt wohl alle unsere Gäste."

Doch nicht. Lev Bechtern wirrde ihr noch nicht vor» gestellt."

Bechtern? Der hat doch aus unserm Hausball nichts zu suchen?"

Aber Schatz, er ist doch eingelaben! Du selbst hast ihn gebeten. Wie vergeßlich du bist."

Hilde sagte es neckisch, aber an ihren lauernden Augen sah er ihr teuflisches Spiel, das sie mit ihm getrieben. Sie hatte ihm einfach diese Einladung mit auf seinen Schreibtisch geschmuggelt. Nun war nichts mehr an der Tatsache zu ändern und der berüchtigte Frauenjäger betrat eben morgen abend das Haus, das ihm nach'dem Willen des Hausherrn hatte verschlossen bleiben sollen.

Dietz Forster sagte scharf:

Dir scheint an diesem Filmhelden ganz besonders viel zu liegen, daß du ihn durch ein solches Manöver in unser Haus ziehen mußtest. Nun, ich kann für morgen nichts mehr ändern. Ich warne dich jebod) dringend, den Weg der ehrbaren Frau nicht zu ver­lassen. Ich würde mich dann in meinen Entschlüssen nicht mehr umstimmen lassen."

In diesem Augenblick glaubte sie ihn zu hassen. Seine eherne Stimme haßte sie. Aber als sie in sein braunes, männliches Gesicht sah, war dieser Haß fort und nur das beiße sinnlose Begehren blieb in ihr. Sie stürzte an seine Brust.

Ich liebe dich, Dietz, ich liebe dich ja."

(Fortsetzung folgt.)