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Stadl und Land

^prausfich^n für morgen:

" Wieder etwas wärmeres und zeitweise regnerisches Wetter.

* Fulda, den 18. Oktober 1934.

Ser erste Lehrgang der kurhessischen Bauern­hochschule in Landau ist eröffnet.

engsten Kreise wurde am 15. d. M. der erste Jung- sauern- und Junglandarbeiterlehrgang der kurhessischen Rauernhochschu^ in Landau eröffnet. An Stelle des ver- ^iiiderten Landrats Pg. Marquardt sprach Landesobmann Karl Patry-Hattenbach die einleitenden Worte und wies auf die hohe Bedeutung der Vauernhochfchulen im Dritten Reich hin. Landeshauptabteilungsleiter C. F. Sinning, Dörnhagen, entwickelte sodann im einzelnen Sinn und qweck der Bauernhochschule Landau. In den Bauernhoch- Mulen werde bewußt nicht landwirschafliches Fachwissen, andern nationalsozialistische Weltauffassung gelehrt. Da­durch unterscheidet sich die Bauernhochschule grundsätzlich von der bäuerlichen Werkschule. Die Bauernhochschule sieht ihr Ziel darin, den Nachwuchs an Jungbauern und ^unglandarbeitern zu standesbewußten und charakterfesten ssührerperfönlichkeiten heranzuziehen, deren ganzes Denken und Handeln unter dem nationalsozialistischen Hochziel steht, das Adolf Hitler uns gesteckt hat.

In seinen Schlußworten betonte der Leiter der Bauern­hochschule, Pg. von Lepel, daß es sein ständiges Streben sein werde, die ihm anvertrauten Jungbauern und Jung­landarbeiter in einem Geiste zu erziehen, der, wenn es sein muß, bereit ist, auch das letzte Opfer für Volk und Staat zu bringen.

Eine sich daran anschließende eingehende Besichtigung sämtlicher Räume des geräumigen Schlosses zeigte uns, welche erstaunliche Arbeit in kurzer Zeit geleistet worden A. Dem Zweck der Bauernhochschule entsprechend, ist die Inneneinrichtung in schlichtem rein-bäuerlichen Stil ge­halten. Vorbildlich ist die hygienische Einrichtung. Wäh­rend sich im Erdgeschoß der Lehrsaal (Lönszimmer), Speise- saal und die gemütlichen Tagesräume (Darrs- und Brüder- Krimm-Zimmer) befinden, liegen im ersten Stock die Schlafstuben für die Lehrgangsteilnehmer, die mit je sechs bis acht Mann belegt sind. Der zweite Stock ist ebenfalls im wesentlichen in Schlafräume aufgeteilt. Er dient in erster Linie zur Unterbringung der Bauernführer und An­gestellten des Reichsnährstandes, die in 6Stößigen Lehr­gängen in den Wintermonaten geschult werden sollen.

(Saurefetenten tagten in Fulda.

Die Gaureferenten der AbteilungReisen, Wandern und Urlaub der RS.-EemeinschaftKraft durch Freude" sämtlicher Gaue des Reiches fanden sich vorgestern und gestern in Fulda zu einer Tagung zusammen. Den Vor­sitz führte Dr. Lafferenz von der Zentrale Berlin. Die Tagung diente in der Hauptsache Besprechungen über die weitere Ausgestaltung der Urlauberfahrten und dem Aus­tausch der bisher gewonnenen Erfahrungen. Anschließend an die Tagung besuchten die 45 Gaureferenten das Rhön­gebirge und besichtigten auf der Wasserkuppe das Flieger­lager.

Die Ortsgruppe Fulda der Kleingärtner und Kleinsiedler hielt Mittwoch abend im evang. Gemeindehaus eine ge­meinschaftliche Versammlung ab. Der Ortsgruppenleiter Müller eröffnete die Versammlung und bedauerte den schwachen Besuch der angeschlossenen Vereine. Diejenigen Vereinsmitglieder, die in Zukunft 3mal unentschuldigt in Versammlungen fehlen, haben mit dem Ausschluß aus dem betreffenden Verein zu rechnen. Er betonte, daß die Reichsregierung Wert darauf legt, daß jedes Mitglied der Kleingärtner und Kleinsiedler durch Schulungskurse auf­geklärt werde. In einem kürzlich in Kassel abgehaltenen Kursus seien als Schulungsleiter für die Klein gärtner Herr Hennemuth und für die Klein siebter Herr Pfeif­fer ernannt worden, die ihre Bestätigung als Schulungs­leiter bereits erhalten haben.

. Anschließend erhielt Herr Hennemuth das Wort zu seinem Vortrag. Er wies $unäd)[t darauf hin, daß unserer lètziger Staat sehr großen Wert auf die Schulungsabende der Kleingärtner und Kleinsiedler lege, seien doch im ver- llossenen Jahre wiederum viele Millionen Mark für Ge­müse und Obst über unsere Grenzen gegangen, weil Deutsch- land nicht in der Lage sei, sein Volk zu ernähren. In gro­ben Zügen verbreitete sich der Redner dann über Schäd- ungsbekämpfung und über die Maßnahmen, um den Vogelschutz im verstärktem Maße zu betreiben. Es sollen 'n Kürze für Gärten besondere Vogelwarte ernannt wer- . n; das Anbringen von Nistkästen für Meisen und Stare w den Kleingärten wurde empfohlen. Im zweiten Teil

Vortrages behandelte der Redner den Schnitt der --vstbäume und Beerensträucher sowie die Vodenbearbei- W und Düngung im Herbst.

Der Ortsgruppenleiter Müller dankte dem Vortragen- m und sprach im Auftrage der NS-Bolkswohlfahrt allen Spendern von Gemüse zum Erntedankfest seinen herzlichen mnk aus.

Zwangsversteigerung Ernst Müller in Fulda.

M-Amtliche auf den Namen des Kaufmanns Ernst in Fulda eingetragenen Grundstücke: Wohnhaus ein wauter Hofraum Leipziger Straße Nr. 104 sowie Aecker und Wiesen wurden am Mittwoch im Wege U ZwangsvollstreckWg versteigert. Der Einheitswert R^üesamten Grundstücke ist auf 41500 Mark festgesetzt.

Eiben keine bestehen. Das geringste Gebot, nur V^^Wen enthaltend, betrug 450 Mark. Das

E 41 000 Mark gab ein hiesiges Kreditinstitut 'nen dritten ab, dein sofort der Zuschlag erteilt wurde.

i (Der Serieneinbre ch e r gefaßt.) SteTToJ^fW» der in der vorigen Woche an mehreren auf ^er Stabt eingebrochen hat, konnte in Eisenach im I 1?^ Tat gefaßt werden. Es handelt sich um einen Zurek i"Anber b. I. eingewanderten Ausländer namens lOoo M - mar stark bewaffnet und im Besitz mehrerer bei Er führte ein Fahrrad und einen Lederanzug ausfguZ . 'e Sachen legte er, während er die Einbrüche

^f Earteulauben ab. Der Gefaßte hat die hier eu Einbrüche bereits gestanden.

ist (T ödlicher Unf al I.) Tödlich verunglückt ^uhlenm» ^^bergwerk Unterbreizbach der 57 Jahre alte war er Är Johannes Atosebach. Fast 30 Jahre lang sich bei M dem Werke ununterbrochen tätig und erfreute ^'^W^ Vorgesetzten und Arlreitskameraden größter

Iss Winlerhilssmerk 1934/35 im ®au Kiirhesseii.

Der (Saubeauftragte des Winter-Hilfswerks Pg. Dr. Bènzing hatte gestern die Vertreter der Organisationen von Behörden, Handel, Industrie, Bauernschaft usw., die schon beim Winterhilfswerk des vergangenen Jahres tat­kräftige Hilfe geleistet hatten, zur Eröfffnungssitzung des Winterhilfswerkes 1934=35 in den Stadtverordneten­sitzungssaal des Rathauses Kassel geladen.

Dr. Benzing

führte in seiner Eröffnungsrede u. a. aus: Wir nähern uns den Wochen, in denen früher alljährlich Tausende von Volksgenossen wegen der Kälte einer Gefährdung ihrer Existenz entgegengingen und erinnern uns dabei, wie man in vergangener Zeit der Armut im Einzelschicksal begegnete. Für den neuen Staat war die Armut nicht ein ordnungs­widriger Zustand, bem man durch Einsetzung der Staats­autorität begegnen mußte, es mußte nicht im ersten Winter nach der Machtübernahme die Polizei verstärkt werden, das große Heer der NSV.-Helfer und -Helferinnen, das war der neue Staat.

Diese vom Volke von unten begründete Volks­autorität war in der Lage, eine solche sozialpoli­tische Großtat, wie es die Winterhilfe des ver­gangenen Jahres war, zu meistern.

Es war das Volk selbst, das dieses Hilsswerk schuf. Der Redner dankte dann noch einmal besonders allen denen, die das Winterhilfswerk in der praktischen Arbeit unterstützt hätten, so der Forstverwaltung bei der Regierung, der Reichsbahn, die mit ihrer schnellen Wagenstellung Hilfe leistete, der Reichswehr, die bei der Beschaffung der Be- kleidungsfpenden tatkräftig eingesprungen sei, ferner den charitativen Verbänden. Dr. Benzing erstattete sodann einen Rechenschaftsbericht über das, was im vergangenen Winter geleistet worden ist.

Er schließt mit einem Gesamtaufkommen von 4 040 000 RM. ab.

Noch höher sei der Wert, der in der Volksgemeinschaft, in dem inneren Aufbau und der Geschlossenheit der gesamten Bevölkerung zum Ausdruck komme.

Auch die diesjährige Winterhilfe soll auf der gleichen breiten Front der Zusammenarbeit aller Volksstände und Staats- und Parteistellen zum Siege führen. Hauptträger ist wieder die NSV. mit allen Organisationen. Der Um­fang der Unterstützten sei nicht geringer geworden. Wohl habe eine ganz große Zahl von Arbeitslosen in die Wirt­schaft eingegliedert werden können, aber ein großer Teil der Volksgenossen erhalte noch so geringe Löhne, daß auch sie angesichts der größeren Ausgaben des Winters zusätzlich unterstützt werden müßten. Auch gelte es, die verschämten Armen zu unterstützen, denn das Winterhilfswerk des deut­schen Volkes werdesür alle deutschen Volksgenossen sorgen. Er gehe mit großen Hoffnungen in den Winter hinein, denn die Landbevölkerung der Kreise Wolfhagen, Ziegen­hain, Melsungen, Frankenberg, Fulda-Land, Kassel-Land, die drei Waldecker Kreise, Rotenburg und Eschwege hätten sich bereit erklärt, trotz der schlechteren Ernte die gleichen Spenden aufzubringen wie im Vorjahr. Auch die noch fehlenden Kreise werden sich 100prozentig beteiligen, da sie

Dillenburg, 13. Okt. (Ein neuer Kartoffel­rekord.) Im Wettkampf um die dickste Kartoffel scheint der Landwirt Heinrich Müller aus Hirschberg den Sieg da­von getragen zu haben, da er 'eine Kartoffel vom Stamme Ackersegen" in dem erstaunlichen Gewicht von 1085 Gramm erntete.

Gießen, 17. Okt. (Gefängnis für einen unver­besserlichen Fahrraddieb.) Der kaum aus der Strafhaft in Butzbach entlassene Peter Salg aus Pfung­stadt stahl Anfangs September in Nidda unb Umgebung einige Fahrräder, die er dann verkaufte. Schon an den außerordentlich niedrigen Preisen, die Salg forderte, ließ sich erkennen, daß es sich um gestohlene Räder handeln mußte. Der unverbesierliche Fahrradmarder wurde bald gefaßt und heute vom Gießener Bezirksschöffengericht zu anderthalb Jahren Gefängnis der Antrag des Staats­anwaltes hatte auf anderthalb Jahre Zuchthaus gelautet verurteilt.

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Das junge Deutschland baut

seiner Kunst sein eigen Haus! (Adolf Hitler.)

Wir haben den Bau nach diesem Führerwort begonnen. Hilf Du ihn vollenden, kämpf mit in unseren Reihen!

Die NS. - Kulturgemeinde in der NS. - Gemeinschaft Kraft durch Freude" Geschäftsstelle Leipziger Straße 54, Fernruf 3074.

Bad Nauheim, 17. Okt. (Peter Eeineinder - Siedlung.) Die im Frühjahr in Bau genommene Siedlung am Goldstein, in der 50 Familien behagliche Unterkunft finden werden, wurde jetzt ihrer Bestimmung übergeben. Dem Uebergabeakt wohnten Vertreter der NSDAP., der Stadtverwaltung und der Siedler bei. Bürgermeister Dr. Ahl erklärte in einer Ansprache, daß die Siedlung den NamenPeter Eemeinder-Siedlung" tragen werde; den gleichen Namen erhält auch die durch die Siedlung führende Straße.

Frankfurt, 17. Okt. (Einziehung von E m i - g r a n t c n v e r m ö g e n.) In einer Strafsache wegen Devisenvergehen gegen die ehemaligen Frankfurter Kauf­leute Leo und Edwin Baer beschloß das Amtsgericht die Einziehung von 244 900 RM. an Stelle von in die Schweiz verbrachten Werten. Beide Baers halten sich augenblicklich, unbekannt wo, im Ausland auf. Die beiden Devisen­schieber hatten Bücher im Werte von 250 000 RM. in die Schweiz verkauft, deren Wert aber in den Exportvaluta- erklärungen nur mit 27 594 RM. angegeben. Die darüber- hinausgehenden Beträge wurden von den Kunden auf Schweizer Bankkonten cingezahlt. Außerdem stehen dem­nächst in Frankfurt Strafprozesse wegen Devisenvergehens an gegen Dr. med. Hans Cohn, jetzt in Tel Aviv, den Kaufmann Moritz Löwenberg und die Brüder Samuel, Leo, Julius und David Jakobi, die nach England emigriert sind.

Darmstadt, 17. Okt. (Keine L a stk r a f t w a g e n für Sch u l a usf l ü g e.) Im Hinblick auf die häufigen, schweren Anfälle. die sich aus der Benutzung von Lastkraft­wagen zur Personenbeförderung immer wieder ergeben, bat der Reichsunterrichtsniinister die Verwendung von Lastkraftwagen zur Beförderung von Schülern und Schüle­rinnen bei Schulreifen und -ausflügen verboten. Wenn die Resten nicht mit der Eisenbahn, sondern mit Kraft­

wissen, daß das Winterhilfswerk auf das Aufkommen aus der Landwirtschaft angewiesen ist.

Zu erwähnen ist auch, daß diesmal Lebensmittel­scheine ausgegeben werden, die als Zahlungsmittel dienen und in jedem Geschäft in Zahlung ge­nommen werden können.

Die Sammeltätigkeit wird sich dagegen beschränken auf die sechs Eintopfsonntage, an denen in diesem Jahr auch jeder Landwirt teilnehmen wird, um ein Bekenntnis der nationalen Solidarität abzulegen. Sonst werden nur an bestimmten Sammeltagen Plaketten zum Besten des Win- terhilfswerks verkauft werden.

In Vertretung des dienstlich abwesenden Eaulllters nahm dann

Eaupropagandaleiter Gerland

das Wort. Er führte u. a. aus: In der Zeit des schwersten Niederganges unseres Volkes hat der Führer die Macht übernommen unb hat der Nationalsozialismus begonnen, das Leben auf allen Gebieten umzuformen und in neue Bahnen zu lenken. Im vergangenen Jahre fei man zur Arbeit ins Land gegangen und nach wenigen Monaten schon habe man einen Erfolg festgestellt, den man nicht hätte erhoffen können. Was in früheren Jahren an Arbeit für den Winter geleistet worden sei, das war kein Winter­hilfswerk, das war mehr eine Wohltätigkeitsveranstaltung. Das wurde anders, als der Nationalsozialismus dem deut­schen Lebenswillen wieder ein Ziel gab. Neben den wirt­schaftlichen Errungenschaften des vergangenen Jahres er­reichten wir eine Umformung des menschlichen Willens auf allen Gebieten, in der der Einzelne nichts, das Volk alles war.

Als Maßstab für die solidarische Haltung des deut­schen Menschen gilt das Winterhilfswerk. Jeder deutsche Volksgenosse habe die Pflicht zu opfern. Das Volk kann sich dieser Verpflichtung nicht ent­ziehen.

Auch die vielen Volksgenossen, die sich freiwillig und opfer- mutig in den Dienst des Winterhilfswerks gestellt haben und die zu den Volksgenosien kommen, um für das Werk der Nächstenliebe zu wirken, sie sind nicht Bettler, die von Dienstboten abgefertigt werden. Sie sind die Repräsen­tanten dieses Staates. Jeder an seiner Stelle ist verpilich- tet, mitzuhelfen, verpflichtet am Ausbau des nationalsozia­listischen Staates, an der wahren Volksgemeinschaft mit­zuarbeiten und sich zu bekennen zu den Worten des Liedes Deutschland, Deutschland über alles".

Starker Beifall und Händeklatschen folgten den Aus­führungen des Redners.

In einem Schlußwort dankte Dr. Benzing dem Pg. Gerland für seinen eindringlichen Appell an das sittliche Gefühl des Volkes und gab bekannt,

daß sich die Zeichnungen von Industrie und Handel für das Winterhilsswerk bisher auf 160 000 Mark belaufen.

Er schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer, in das die Anwesenden begeistert einstimmten.

fahrzeugen gemacht werden sollen, sind künftig nur noch solche Fahrzeuge zu verwenden, die zur Personenbeförde­rung bestimmt sind.

Mainz, 17. Okt. (V e r k e h r su n sa l l lle i Mainz. Ein Schwerverletzter.) Am Montagabend er­eignete sich auf der Finther Landstraße ein schwerer Ver­kehrsunfall. Der mit seinem Personenkraftwagen aus Rich­tung Finthen kommende Kaufmann Josef Unkelhäufer aus Flörsheim wollte einen in gleicher Richtung fahrenden Radfahrer überholen. Durch ein entgegenkommendes Auto wurde Unkelhäuser unsicher und fuhr mit seinem Wagen quer über die Straße, verlor nun völlig die Gewalt über sein Fahrzeug und stürzte die an dieser Stelle 4,50 m tiefe Böschung hinunter. Schwer verletzt mußte der Verunglückte ins Mainzer Städtische Krankenhaus eingeliefert werden.

Waldhambach, 17. Okt. (Hitlerjugend sam­melt für einen toten Kameraden.) Beim HJ.- Dienst traf vor einiger Zeit den Hitlerjungen Landherr aus Waldhambach ein Herzschlag, der seinen Tod herbei- führte. Zu all dem übrigen Unglück der Verwandten zahlte die Versicherung gar nichts, da kein Unfall vorlag. Im ganzen Dann sammelt nun die HJ. und kann so den An­gehörigen des toten Kameraden demnächst einen größeren Betrag aushändigen. Ein Beispiel von echtem Sozia­lismus.

Villeneinbruch unter Mithilfe einer Hellseherin aufgeklärt.

Landau (Pfalz), 17. Okt. Eine interessante Verhand­lung fand vor de" Strafkammer des Landgerichts Landau statt. Im Oktober 1932 wurde in dem Landhaus eines Frankfurter Studienrats in Doerrenbach bei Bergzabern, das nur über den Sommer bewohnt wurde, eingebrochen. Die ganze Einrichtung im Werte von fast 6000 RM. war gestohlen worden. Von den Tätern war keine Spur fest- zustellen.

Im August 1934 wurde nun der 1896 geborene Alois Hannack, ein nach Doerrenbach zugewanderter Böhme, beim Diebstahl eines Fasses Teer von einem Gendarmen ertappt, der sich auch mit der Aufklärung des Einbruchs­diebstahls im Jahre 1932 befaßt hatte. Seinerzeit hatte ihm die Frau des Studiendirektors von einer Weissagung Mitteilung gemacht, die ihr eine Hellseherin auf Befragen über den Einbruch gemacht hatte. Danach sollte der Ein­bruch von zwei Männern verübt worden sein, von denen der eine viele Sommersprosien im Gesicht trug. Auch der Verlauf des Einbruchs wurde beschrieben. Bei der Fest­nahme des Teerdiebes fielen dem Gendarmen die vielen Sommersprossen in dessen Gesicht auf. Die sofort wieder aufgenommenen Ermittlungen über den Einbruchsdieb­stahl brachten bei einer Haussuchunc; einen großen Teil der gestohlenen Wäsche wieder zum Vorschein. Hanack gab unter dem Eindruck des Belastungsmaterials feine Betei­ligung an dem Einbruch zu, bei dem sieben Betten bis auf die Bettgestelle gestohlen unb alle Schränke und Spinde der Wohnung aufgcbrocbcn und beraubt worden waren. Sein Geständnis deckte sich vollkommen mit den Aussagen der Hellseherin. An dem Einbruch war nach Hannacks Aussagen auch sein im Elsaß wohnender Schwager be­teiligt.

Das Gericht erkannte auf eine Strafe von einem Jahr unb sieben Monaten Lesanznis.