Stadt und Land
I]Minausßditen für morgen:
^HnMNreundliches Wetter.
* Fulda, den 8. Oktober 1934.
Probeheizen.
©er Herbst meint es heute noch gut mit uns, und wir uns jeden Sonnentages, weil er den H e r z e t a t Winter verringert. Aber in den Räumen, die gegen miend und Mitternacht zu liegen, spüren wir abends doch tZ n recht sehr die Kühle, und da erinnern wir uns unseres alten Freundes, des Ofens. Denn so sind wir Menschen. Während des Winters können wir ihn nicht ^mia loben, da suchen wir seine Nähe, da stehen wir zu Nun im vertrauten Verhältnis.
Dann aber sind wir sehr enttäuscht und finden es un- erbört wenn der alte Herr beim ersten Herzen Schwierig- cüten 'machl. Da will er nicht ziehen, da schnaubt er uns scheinbar zornig den Rauch in die Stube, so daß wir schließlich alle Fenster aufreißen und flüchten müssen, und nun haben wir die Bescherung. Wo er richtig in Gebrauch genommen werden soll, wo wir fröstelnd Sehnsucht nach einer warmen Stube haben, ist es einfach unmöglich, den Ösen zu heizen. Und daran ist natürlich nur der tückische Ofen schuld, der sich auf die Launen des Objektes besonnen hac, uns zum Ärger.
In Wirklichkeit sind w i r s e l b st schuld. Früher, als man noch mehr Besinnlichkeir hatte, stand in den Kalendern eine Erinnerung, den Ofen zu heizen. Und zwar geschah das in der heißesten Sommerzeit, so um die Hundstags herum spätestens. Denn wenn sich dann zeigte, daß der Ofen nicht in Ordnung war, wurde der Meister Kachler oder Töpfer zum Nachsehen bestellt.
Es ist oft nur eine Kleinigkeit. Ein Backstein tut sich nach der Überbeanspruchung des Wärmespenders Nährend des Winter bei der nachfolgenden langen Abkühlung gelöst und verstopft die Züge. Oder diese sind mit Ruß zugeweht. Oder es liegt gar nicht am Ofen, sondern am Schornstein, und auch da kann leicht geholfen werden. Aber wissen muß man es, daß etwas nicht in Ordnung ist. Und darum ist es jetzt höchste Zeit, alle Ofen in der Haushaltung einmal probezuheizen. So viel Frist läßt uns der Frost noch Wenn die Eisblumen an den Scheiben blühen, ist ein invalider Ofen ein verdrießliches Ding!
Personenstandsausnahme 1934.
Nach dem Stichtag 10. Oktober b. J. findet die diesjährige Personenstandsaufnahme statt. Damit die Aufnahme glatt durchgeführt werden kann, ist es Sache der Haushaltungsvorstände, Gewerbetreibenden, Behörden und der Vorstände der verschiedenen Anstalten, die Aufnahmepapiere richtig und vollständig auszufüllen. Insbesondere ist es auch erforderlich, daß sämtliche Arbeitnehmer Frage 10 und 10a in der Haushaltungsliste richtig beantworten, damit die Steuerkarte 1935 ordnungsgemäß ausgestellt werden kann. Auch die Hausliste und die Anlage zur Hausliste sind genau auszufüllen. Die Anlage zur Hausliste ist an das Finanzamt abzugeben, während die übrigen Aufnahmepapiere durch die Beauftragten der Stadtverwaltung bei den Hausbesitzern vom 12. Oktober 1934 an ab- zeholt werden. Es ist daher erforderlich, daß die Erund- stiickseigentümer zu diesem Zeitpunkt im Besitz der Haushaltungslisten und der Betriebsblätter sind.
Das Sänger-Quartett 1927 Fulda
feierte Sonntag abend im kath. Gesellenhaus sein 7. Stiftungsfest bei sehr zahlreichem Besuch. Nach dem von Fräulein Frieda Loeber recht stimmungsvoll vorgetragenen Vor- ipruch begrüßte der neue Vereinsführer, Sangesbruder ® r ü n f o r n, ganz besonders den Kreisführer des Fulda- Rhönjängerkreises, die Sangesbrüder der „Liedertafel", die Kameraden der Kriegerkameradschaft, der beiden Reichswehr-Regimenter sowie der SA. und SS. Der Kreis- suhrer des Fuldaer-Rhönsängerkreises betonte in seiner An- Ipradje, daß das Sänger-Quartett 1927 während seines Bestehens einen schweren Kampf zu kämpfen hatte. In markanten Worten warb Redner sodann für den deutschen âânner-Eesang, zumal wohlgepflegter Gesang die Herzen der Mitmenschen erfreue. — Richt nur bei unseren Bor- Wen sondern auch im Mittelalter, sowie im 18. Jahrhundert sei der Musik und dem Gesang mit großer Vorliebe gehuldigt worden. Gerade in heutiger Zeit sei es am Platze, den schönen Männer-Gesang mehr zu huldigen als stuher. Mit einem dreifachen Sieg Heil auf unseren Füh- schloß der Kreisführer seine Ansprache.
Mehrere unter der umsichtigen Stabführung des neuen ^orleiters Musiklehrer Zöphel vorgetragenen Männer- ^ote fanden sehr großen Beifall, ganz besonders das aus M 15. Jahrhundert stammende Volkslied „Wach auf du Wisches Land", komp. von Scheuch, mit feiner sehr schönen ^Mal-Melodie, das durch seinen Text auch sehr gut der tätigen Zeit entspricht. Die anderen vorgetragenen Män- M-Chöre waren Volkslieder aus dem 17. und 18. Jahr- wnbert; sie bewiesen, daß das Männer-Quartett 1927 über ? ^hr gutes Stimm-Material verfügt. Die Musikkapelle Meute durch recht flott gespielte Märsche. Ein heiterer Mvank setzte die Lachmuskeln gehörig in Bewegung und "gedehnter Festball hielt die Besucher noch lange bei- lummen.
Straßensperrung zwischen Großenlüder und Müs.
1,0111 Landratsamt mitgeteilt wird, wird wegen einer Pflasterung die Lauterbacher Straße zwi- Ä,^oßenlüder und Müs von km. 12.2 bis km. 14.6 vom
0 . 1934 bis zum 12. November 1934 für jeglichen üUu^erks- und Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Die Um= tf??9 des Verkehrs erfolgt von Großenlüder über )ciiau und Landweg 129 in Richtung Müs.
Ein kleiner Kellerbrand
g? b in den heutigen Vormittagsstunden im Hause b "»ffe 2. Die Feuerwehr wurde alarmiert, Dew jedoch nicht einzugreifen da der Brand von den hnern des Hauses gelöscht werden konnte.
Literarisches Preisausschreiben.
guter volkstümlicher Jugendschriften Minute n Gepräges veranstaltet die Christliche Verlags- bem m: 61 & in Konstanz ein Preisausschreiben, bei tonimpfl ^6 im Betrage von 1000 Rm. zur Verteilung unter e Einsendungen, die bis zum 15. Januar 1935 im ..(f./^uuu’ort an den Verlag zu richten sind, müssen einen bzw in? A"Ne evangelischen Gehalt aufweifen, kinder- ?ÄSä. sein und unter Vermeidung jeder Labien en"£nâ dem christlichen Element das volkhaste vcr-
Preisgericht gehören an: D. Karl Hessel luiirip âkktor Pastor E. Schneider, Direktor Dr. Dr. Avc- let UM Schrcftleiter M. E. Dessin und Perlagsbuchhänd- Meyer-Stoll.
Ein wichtiger Termin für Wertpapierbesitzer.
Fristablauf am 31. 12. 1934 für die Aufwertung von Papiermark - Pfandbriefen und Schuldverschreibungen deutscher Hypothekenbanken.
In der „Deutschen Sparkassen-Zeitung" wurde darauf hingewiesen, daß sich noch ein recht erheblicher Betrag festverzinslicher Wertpapiere alter Währung im Umlauf befindet, deren Eigentümer die Stücke in der Annahme, daß diese durch die Inflation wertlos geworden seien oder eine Aufwertung noch nicht erfolgt sei, bisher noch nicht zum Umtausch gebracht haben. Soweit es sich hierbei um Hypothekenbank - Pfandbriefe und ähnliche Schuldverschreibungen handelt, deren Umtausch zum Teil schon seit ungefähr 7 Jahren vorgenommen wird, ist den Berechtigten ein Zinsverlust dadurch entstanden, daß sie bis jetzt nicht in den Genuß der Verzinsung des Aufwertungsbetrages gelangt sind. Nunmehr droht den Inhabern in kürzester Zeit der völlige Verlust ihres in diesen Werten angelegten Vermögens, da mit dem 31. 12. 1934 das Recht der Papiermark-Hypothekenpfandbriefe zur Teilnahme an der Teilungsmasse zugunsten der noch im Umlauf befindlichen Anteilscheine erlischt, wenn bis dahin nicht eine Einreichung der Stücke erfolgt oder im Falle des Verlustes Antrag auf Erlaß des Aufgebotes zum Zwecke der Kraftloserklärung gestellt wird und seitens des Antragsstellers der Schuldnerin bis zu dem genannten Termin entsprechende Mitteilung gemacht worden ist.
Es liegt im Interesse dieser Wertpapier-Besitzer, ihre Wertpapiere einem Kreditinstitut, z. B. der Sparkasse, in Verwahrung zu geben, um der Sorge um die Sicherheit und die Verwaltung der Papiere enthoben zu sein.
Was für die deutschen festverzinslichen Wertpapiere angeführt, gilt auch für ausländische Schuldverschreibungen früherer Währungen, deren Zinsendienst zum Teil seit Jahren wieder ausgenommen worden ist. Auch hier handelt der Besitzer richtig, wenn er seine Wertpapiere der Sparkasse zur Verwaltung und Betreuung einreicht, da viele Umtauschbekanntmachungen nur in Zeitungen veröffentlicht werden, die dem Eigentümer im allgemeinen kaum zugänglich sind.
Der „Mauser".
Ueber den Stoppelfeldern und leeren Wiesen sieht man eben den Mäusebussard seine Kreise ziehen; es ist günstige Gelegenheit, ihn bei seiner Jagd zu beobachten. Regungslos sitzt er auf einem Baum oder auf einem Pfahl und beguckt scharf die Umgebung. Da, pfeilschnell verläßt er seinen Stand, und ein fürwitziges Mäuschen zappelt in seinen Fängen. In der Vertilgung von Mäusen kommt ihm kein anderer Raubvogel gleich und mit vollem Recht steht er unter staatlichem Schutz. Er ist auch aus diesem Grunde ein Freund des Landmannes. Außer Mäusen vertilgt er auch Hamster, Schlangen und andere Schädlinge der Kleintierwelt. Im Winter aber ist eine miese Zeit für ihn. In dieser Notzeit wird der nützliche Jäger auch zum Räuber. Aber darum kann man ihm nicht gram sein, denn sein Nutzen überwiegt den Schaden bei weitem.
Kassel, 6. Okt. (Ein Schmelzofenexplodiert.) In einer Alteisenfirma explodierte vorgestern abend ein Schmelzofen, der zum Auseinanderschmelzen von alten Gasuhren benutzt wurde. Ein Arbeiter wurde bei dem Unfall eine Strecke weit fortgeschleudert, ohne daß er aber Verletzungen erlitt.
Haiger, 7. Okt. (D a s z w a n z i g st e K i n d.) In dem Nachbarort Wilmsdorf wurde der Ehefrau des Bergmanns Wilhelm Otto das 13. Kind, ein Knabe, geboren. Otto war schon einmal verheiratet und hat in die zweite Ehe sieben Kinder mitgebracht, so daß der Bergmann nunmehr glücklicher Vater von 20 Kindern ist.
Wetzlar, 6. Okt. (Gefängnis für Hühner- diebe. — DieEhefrauer stattet Anzeige.) 1932 wurden die Besitzer der am Stadtrand gelegenen Hühnergärten und Kanincheirställe durch zahlreiche Diebstähle beunruhigt und erheblich geschädigt. Trotz der polizeilichen Ermittlungen konnte von den Tätern keine Spur gefunden werden. Die Diebstähle wären vermutlich nie geklärt worden, wenn nicht jetzt die Frau des einen Täters wegen ehelicher Zwistigkeiten Anzeige erstattet hätte. Die Frau gab an, sie wolle sich durch diese Anzeige an ihrem Manne rächen, der sie mißhandelt habe. Die beiden noch verhältnismäßig jugendlichen Täter wurden zu je 1 Jahr und 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Vertreter der Anklage hatte sogar eine zweijährige Zuchthausstrafe beantragt. Das Gericht gab diesem Antrag aber nicht statt, da »5 in der verhältnismäßig langen Arbeitslosigkeit und der wirtschaftlichen Notlage der beiden Täter Milderungsgründe sah.
Darmstadt, 6. Okt. (Die Auswirkung der A r - beitsbeschaffungsmaßnahmen in Hessen.) Die Erteilung der Vorbescheide über die Bewilligung von Reichszuschüssen ist jetzt nahezu abgeschlossen. Dabei ist es von Interesse zu erfahren, daß bis zum 31. August 1934 in Hessen 65 261 Anträge auf Bewilligung von Reichszuschüssen genehmigt worden sind. Der den Antragstellern zur Verfügung gestellte Betrag beläuft sich auf 12 938 617 RM. Dadurch sind dem hessischen Handwerk Aufträge für 53 347 461 RM. zugeführt worden.
Motorschiff auf dem Rhein gesunken. Zwei Tote.
Niederlahnstetn, 6. Okt. Auf dem Rhein ereignete sich gestern unweit Orscy ein schwerer Schiffsunfall. Ein Mo- torschiff der Firma Eifert-Diez war mit Schwemmsteinen nach Holland unterwegs. An Bord befanden sich der Kapitän Wirges aus Oberlahnstein mit seiner Frau und seinem kleinen Kind und der Matrose Unkelbach aus Friedrichssegen und seine aus Niederlahnstein stammende Frau. Als das Schiff bei Orfey wenden wollte, schlug es bei dem starken Wellengang so voll Wasser, daß in wenigen Minuten sank. Unkelbach und seine Frau befanden sich unter Deck und konnten nicht mehr gerettet werden. Beide ertranken. Die Kapitänsfamilie konnte gerettet werden und wurde in bewußtlosem Zustand ins Krankenhaus nach Nie- derlahnstein gebracht. Der Tod des Ehepaars Unkelbach ist besonders tragisch, da die jungen Leute erst vor wenigen Monaten geheiratet haben.
Eröffnung des 6. Internationalen Kochkunst- ausstellung in Frankfurt.
Frankfurt. Im festlich geschmückten Beethovensaal des Frankfurter Festhallengelündes fand am Samstagvormittag die feierliche Eröffnung der 6. Internationalen Koch- kunstausstellung statt. Die Feier war umrahmt von musikalischen Darbietungen einer SA.-Kapelle unter Leitung von Musikzugführer Weikert. Blumen umrahmten die ' Rednertribüne, zu deren beiden Serien tn Glasvitrtnen die
Ehrenpreise für die kommenden Wettbewerbe ausgestellt waren.
Direktor Banzer begrüßte namens der Ausstellungsleitung die Ehrengäste, besonders den Schirmherr» der Ausstellung Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs, die Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden, den Reichsführer des Handels und Führer der rhein-mainischen Wirtschaft, Professor Dr. Carl Lüer und die Vertreter aller Verbände, die am Gelingen der Veranstaltung beteiligt sind. Nach ihm hieß der Reichsführer des Handels und Führers der Rhein-mainischen Wirtschaft, Profesior Dr. Carl Lüer, die Vertreter der Organisationen und die ausländischen Gäste willkommen. Darauf dankte der Schirmherr der Ausstellung, Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs, namens der Stadt für die herzliche Begrüßung und die unermüdliche Arbeit der Ausstellungsleitung und der Berufsverbände, die es ermöglicht hätten, die 6. Internationale Kochkunstausstellung in der alten und beliebten Ausstellungsstadt Frankfurt a. M. zu veranstalten. Er eröffnete sodann die Ausstellung mit dem Wunsche, daß auch die Internationale Kochkunstausstellung 1934 wie ihre Vorgängerinnen für alle Beteiligten ein großer ideeller und wirtschaftlicher Erfolg fein und wie diese dazu beitragen möchten, ihre führende Rolle und ihren guten Ruf wie denjenigen der Stadt Frankfurt als Stadt der Kochkunst und der Gastfreundschaft weiter zu stärken und zu festigen.
An den Festakt schloß sich ein Rundgang durch die Ausstellung an, auf dem die Besucher sich überzeugen sonnten, daß all das, was an der Schau in der Eröffnungsfeier gepriesen wurde, nur den Tatsachen Rechnung trägt.
Oer Tod im Brunnenschacht.
Zwei Menscheu durch giftige Gase u m g e k o m m e n.
Sei dem unweit Wankendorf gelegenen Ort Obendorf (Schleswig-Holstein) ereignete sich ein schweres Brunncnunglüü, dem zwei junge Menschenleben zum Opfer fielen.
Der 25jährige Arbeiter Schlotfeldt aus Wanken- dorf und der 22jährige Schmiedegesclle Woelk aus N e u m ü n st e r sollten auf dem Grundstück eines Landwirtes eine Pumpe aufstellen. Sie stiegen in einen dort befindlichen Brunnen ein, und zwar zunächst Woelk und dann, als dieser nicht zurückkam, Schlotfeldt. Als auch Dieser dann kein Lebenszeichen mehr von sich gab, benachrichtigte man die Gendarmerie. Ein Feuerwehrmann, der zunächst mit einer Gasmaske einstieg, wurde sofort bewußtlos und mußte auf der Stelle emporgezogen werden. Später stieg ein zweiter Feuerwehrmann ein. Ihm gelang es, die beiden auf dem Brunnenboden liegenden Leute anzuseilen, so daß sie emporgezogen werden konnten. An eine Rettung war nicht m e h r zu denken. Bei beiden war der Tod infolge Gasvergiftung seit geraumer Zeit schon eingetreten.
Raubmord um zwanzig Mark.
Das Opfer aus die Schienen geworfen.
Bewohner eines Dorfes bei E b e r b a ch in Baden hörten in den frühen Morgenstunden laute Hilferufe vom jenseitigen Ufer des Neckar. Später fan man auf dem Bahnkörper zwischen Eberbach und Hirschhorn eine männlicheLeiche. Es handelt sich um einen 54 Jahre alten Mann aus Leipzig, der sich aus Wanderschaft befand und am Abend vorher in Begleitung eines zweiten Mannes und einer Frauensperson zwischen Neckarhausen und Hirschhorn gesehen wurde, wobei er ein Fahrrad mit sich führte. Das Rad, das wahrscheinlich gestohlen war, hatte der Tote am Abend in Hirschhorn für 2 0 Mark verkauft. Da bei der Leiche kein Geld gefunden wurde, liegt zweifellos ein Raubmord vor. Als Täter kommen die erwähnten beiden Personen in Frage, die die Leiche, um Selbstmord vorzutäuschen, auf den Bahnkörper schafften.
Hochzeitsgesellschaft verunglückt.
Schwerer Bcrkehrsunsall. - Ein Toler, fünf Schwerverletzte.
In Walsum lRheinprovinz) ereignete sich abends ein folgenschweres Verkehrsunglück. Ein Motorrad stieß mit einem Personenkraftwagen so heftig zusammen, daß sich der Wagen, in dem sich eine Hochzeitsgesellschaft aus Hamborn befand, über- sch l u g. Der im Beiwagen des Motorrades sitzende Gc- richlsassessor Dr. Schwarz aus Hamborn wurde auf der Stelle getötet, während der Fahrer und die vier Insassen des Personenwagens mit schweren Verletzungen dem Krankenhaus zugeführt werden mußten. Der Lenker des Personenwagens kam mit dem Schrecken davon.
Ganze Ernte und 59 Schweine verbrannt.
Ein Grotzscuer in Pommern.
Aus bisher noch nicht geklärter Ursache entstand in der Scheune des Landwirts Loose in Rügen walde (Pommern) ein Brand, der sich mit großer Schnelligkeit auf das angrenzende Wohnbaus und Stallgebäude eines Nachbargrundstücks ausbrcitcie und von hier ans auf ein weiteres Nachbargebäude Übergriff. Sämtliche vier Gebäude der drei Besitzer wurden ein Raub der Flammen. Mitverbrann« sind neben den gesamten Vorräten der diesjährigen Ernte 5 0 Schweine, ein Bulle, ein Pferd mit Fohlen und eine große Anzahl Kleinvieh
Nah und Fern
O Diphtherie wütet in Ostoberschlesicn. In Nikolai tOst oberschlesien) und verschiedenen Ortschaften der Umgebung sind in den letzten Tagen zahlreiche Schulkinder an Diphtherie erkrankt. In das Krankenhaus in Nikolai wurden 16 schwerkranke Kinder eingeliefert, von denen vier gestorben sind. 20 Schulkinder, die gleichfalls schwer erkrankt sind, mußten wegen Platzmangels im Kranken Haus von Nikolai in den elterlichen Wohnungen belassen werden.
O Dänisches Motorschiff gestrandet. DaS dänische 4500-Tonncn-Motorschiff „Victoria" ist in heftigem Sturm in der Nähe der Einfahrt zur Meerenge von Backstairs an der Südküstc Australiens gestrandet. Die Victoriaerhielt durch Felsen, die sich in dem tiefen Schiffahrtsweg befanden, am Bug ein Leck. Die Besatzung von 30 Mann sonnte wohlbehalten von zwei Schleppdampfern übernommen iverdcn, die auf die SOS Rufe des Schiffes bcr- beigeeilt waren. 1
_ 0 Englischer Frachtdampfer gestrandet. Der britische
„Eity os Cambridge" ist auf . " â^/^klippen gestrandet und in schwerer Gefahr, da ein Wirbelsturm int Anzug ist. Der Kreuzer „Suffolk" ist non Hongkong litt Hilfeleistung abgesandt worden.