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5ul-aer /Anzeiger

Ä3Ä VL C Tageblatt für Rhön und Vogelsberg" 5&M&&5 §ul-a- unö Haunetal Fuldaer Kreisblatt sLriftlemr: Friedr. Ehrenklau, Fulda, Königstr. 42. ReSaktion unö Geschäftsstelle: Königstraße 42 * Zernfprech-Anschluß Nr. 2484

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Nr. 234 1934

Fulda, Samstag, 6. Oktober

11. Jahrgang

Dr. Goebbels bei

St. Goebbels besichiigt die sozialen Einrichtungen Berlins.

Str Minister bei den Ärmsten der Armen.

Gänzlich unerwartet Und unangemeldet besuchte Keichsm i n i st e r Dr. Goebbels in seiner Eigen- M als Berliner Gauleiter eine Reihe öffentlicher Ein- Wngen und Anstalten der Reichshauptstadt. In seiner Weitung befanden sich der stellvertretende Gauleiter Körlitzer und Staatskommiffar Dr. Lippert, die bei Beginn der Jnformationsfahrt über deren Ver- lms verständigt wurden.

Um 2 Uhr trafen der Minister und seine Begleiter im Waisenhaus R u m m e l s b u r g ein, das kürz­lich sein 75jähriges Bestehen gefeiert hat. Der Leiter der Anstalt beantwortete während eines Rundganges, der durch fast sämtliche Räume und den Park des sehr aus­gedehnten Komplexes führte, die Fragen des Ministers über die besondere Organisation der Berliner Waisenpflege, die Betreuung, Erziehung und Be­schäftigung der in dem Heime befindlichen Pflegekinder.

Ein rasch improvisierter Umzug aller Angehörigen der Anstalt und lustige Turnspiele der Knaben und Mädchen zeugten von dem fröhlichen Kameradschaftsgeist des Hauses. Dann verließ Dr. Goebbels unter dem Jubel der Waisenjugend das Heim, um anschließend

der ehemaligen Wohnung Horst Wessels in der Großen Frankfurter Straße 62, in der der national­sozialistische Heros die tödliche Wunde von kommunisti­scher Mörderhand empfing, einen Besuch abzustatten.

Nach einer eingehenden Besichtigung der Wèihestätle ordnete der Gauleiter an, daß das Zimmer Horst Wessels, daZ von dem Hauswirt seither pietätvoll nicht mehr rermietet wurde und von der Flurnachbarin Wesiels, der alten Parteigenossin Pludau, in rührender Weise be- Äui wird, in den gleichen Zustand versetzt wird, in dem 65 sich zu Horst Wesiels Lebzeiten befand.

Der Gau Berlin wird zu diesem Zweck mit beut Haus­wirt einen langjährigen Mietvertrag abschließen; ferner ist beabsichtigt, das Haus unter Denkmalsschutz zu stellen.

Die Anwesenheit des Ministers hatte sich wie ein -dusfeuer herumgesprochen, so daß Dr. Goebbels und seine

Ziel: der politische Führertyp.

M grüßt die Dienstältesten politischen Leiter.

Auf beut Dresdener Treffen.

An der Tagung der Reichs- n n d G a u - i t c r in Dresden, mit der das Treffen der 300 dienst-

Politischen Leiter verbunden ist, nahmen auch der ^Übertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, ® der Stabsleiter der PO., Dr. Ley, teil. Rach der Miitznngsansprache durch Gauleiter Mutschmann Wie Rudolf Hetz u. a. ans:

Die alten Kämpfer der Bewegung würden nicht ver- Wn. Insbesondere der Führer vergesse sie nie. Er ave den alten Kämpfern den Dank des Führers übermitteln, daß sie so treu ausgehalten hätten. Die r 7 Kämpfer hätten die Erinnerung an schöne Tage, als

Führer, von dem sie bis dahin nur gehört hatten, Jeniernten, die Erinnerung an die ersten Parteitage, gerade

bie Erinnerung an die schweren Tage,

«.^ Sorgen und Leiden, sei d i e s ch ö n st e. (Lebhafter u Manchmal möchten die alten Kämpfer noch w ^* der Zeit von damals. (Stürmischer lang- JWcnber Beifall.) Einst würden Kinder und Kindes- änrückdenken an ihre Väter, Großväter und Ur= »batet und sie würden mit Stolz sagen:

Ur-

e Er war dabei,

emer der ersten. Einst wurde man an die Zeit 1934 denken, da das neue Deutschland von 1933 und èn», -scharte in eine neue bessere Zukunft. In allen b«nwi^< dèn die Mähnmäler stehen an den einen, der

. Marsch befahl, der erste Politische Leiter der hin- "âwlistischcn Bewegung: Unser Führer Adolf Ihm Sieg Heil!

Jede des Stellvertreters des Führers folgte Wi i^ stürmischer Beifall Stehend sangen die ^behuton das Lied der nationalsozialistischen Lcâ' ^"hmcn der Tagung empfing Staatsrat Dr. der r^w. der Presse, um kurz auf die Bedeutung faote"hinzuweisen. Was wir erreichen wollen, so Ley, ist

Ms n .. der politische Führertyp.

gevai, in die Arbeit eines einfachen Gruppenleiters 9n die?,, ^ddll wie die eines Gau- oder Reichsleiters, bis jfj' "Führertyp sehen wir einen Begriff, den es «in gab. Wir sehen unser Ziel darin, einen Wn Annern beranzubilden, die nicht nach Exa- ^crn âsscn, Stand oder Besitz ausgesucht tob,

* dem Gesichtspunkt inftinftficberen Handelns

den vbdachlosen.

Begleiter nur mit Mühe ihren Weg fortsetzen konnten. Dieser führte in den Arbeitsnachweis für Filmkomparsen und Artisten, die sogenannteFilmbörse" in der Kronen­straße. In zweistündiger Aussprache hatten die von diesem Arbeitsnachweis betreuten Filmkomparsen hin­reichend Gelegenheit, Dr. Goebbels ihre Wünsche und Röte persönlich vorzntragen.

Kurz darauf erschien Dr. Goebbels mit seiner Begleitung im Städtischen Obdachlosenasyl in der Fröbel straße, das im Bulksmund den NamenDie Palme" trägt.

Dieser Besuch erregte bei den Ärmsten der Armen, die das Häuptköntingeni der Besucher dieses städtischen Instituts bilden, um so größere Befriedigung, als er auch hier gänzlich unerwartet kam und seit Errichtung dieses Asyls im Jahre 1888 bisher

auch in der Systemzeit noch nie ein Minister dort erschienen

war. Dr. Goebbels besichtigte eingehend Unterkunft und Verpflegungsmöglichkeiten des Obdachlosenasyls, stellte durch Kostproben die Qualität des Abendessens fest und unterhielt sich lange mit den Insassen.

Einer Reihe von besonders schweren Fällen sozialer Not wurde durch sofortige Arbeitszuweisung abgeholfen.

Bezeichnend für die durch den Nationalsozialismus schon gehobene Moral auch dieses Institutes war der immer wiederkehrende Wunsch nach Arbeit. Dr. Goebbels betonte demgegenüber, daß es dem Führer schon gelungen sei, 4^2 Millionen Menschen wieder in Arbeit und Brot zu bringen:

cs stehe in absehbarer Zeit zu erwarten, daß auch der

Rest der Erwerbslosigkeit seine Beseitigung finde.

Wie einschneidend das nationalsozialistische Reformwerk auch hier gewirkt habe, beweise eindeutig die Tatsache, daß die Belegschaft dieses Asyls von einem Höchststand von 5000 Köpfen vor der Machtergreifung aus einen heutigen Durchschnitt von 250 gesunken sei.

Notwendig erscheine icdoch, daß jeder mitanpackt und auch der letzte Mann im Volke non tiefstem Vertrauen zum Führer erfüllt bleibe.

Dr. Goebbels konnte an Hand objektivster Prüfungen feststellen, daß die Stadt Berlin ihren alten Ruf in der sozialen Fürsorge über die Korruptionserscheinungen des Novemberstaates hinweg im Dritten Reiche noch besonders vermehrt und gefestigt hat. Er dankte dafür seinem alten Mitkämpfer, Staatskommissar Dr. Lippert, in warmen herzlichen Worten.

wie der Volksmund sagt: nach dem gesunden Men­schen v erstand. *

Reichsminister Dr. Goebbels traf zur Teilnahme an der Reichsleitertagung in Dresden ein. Der Minister wurde überall von der Bevölkerung mit Heilrufen begrüßt. Die 300 ältesten Politischen Leiter der NSDAP, traten in 14 großen Omnibussen eine Besichtigungsfahrt durch das schöne Dresden an.

Rudolf Hetz

Lei dem empfang irr Dresden. Links,sicht man Wlèr- gruppenführsr Siepmann, der den R-tchsmlmstw begrüßte.

DerGündenbock".

Eine unschöne Leiche. Wenn Wahlen bevorstehe».. c Bor tauben Ohren.

Man darf wohl einen Augenblick daran erinnern, daß im Englischen Unterhaus die Konservative Partei eine Vierfünftel-Mehrheit besitzt. Und daß daher die Ansichten und Absichten, die auf ihrem jetzigen Partei­tag laut werden, sozusagen regierungs-öfsiziös sind! Infolgedessen ist die nach Ton und Inhalt be­merkenswert Erklärung des Hauptredners so etwas wie amtlich aufzufassen:Jedermann weiß, daß die Abrüstungskonferenz, Gott sei Dank, tot und begraben ist/ Daran darf man als Deutscher wohl die Frage knüpfen, ob besagte Konferenz überhaupt jemals gelebt oder ob sie nicht immer nur vegetiert hat! Eine andere Frage werden wir aber nicht stellen, weil sie nämlich doch ganz überflüssig ist: Was wird denn nun, im Hinblick aus dieses Grab mit der unschönen Leiche darin, eigentlich aus dem A brüstungsversprechen des Versailler Vertrages und des Völkerbundsstatuts? Eine der vielen tatsächlichen Antworten darauf gab übrigens der Konservative Parteitag selbst: Dort wurde eine gewaltige Ausrüstung auch zur See verlangt und dann von dem anwesenden Schatzkanzler nachdrücklich zu- gesagl, alldieweilen und sintemalen in so vielen Jahren kein merklicher Fortschritt in Richtung aus die Abrüstung gemacht worden sei". Also sagt's selbst ein englisches Regierungsmitglied, womit er außerdem die schier zahl­losen Erklärungen Frankreichs Lügen straft, im Lauf der Nachkriegsjahre ganz enorm abgerüstet zu haben. Geglaubt hat's ja niemand. Am wenigsten die Franzosen selbst. Und darum ist auch der schüchterne Versuch miß­glückt, uns Deutschen die Schuld für das Scheitern der Konferenz in die Schuhe schieben zu wollen, vor allem weil Deutschland auf ihr nicht mehr mitmachte. Weil es doch schließlich recht peinlich ist, an einem Tisch zu sitzen, auf dem einetote Leiche" liegt!

*

Kein merklicher Fortschritt gemacht", wie recht der englische Schatzkanzler damit bezüglich der Abrüstung hatte,weiß auch jedermann". Denn der ganzen Welt gellen ja die Ohren vom Aufrüstungsgeschrei. Dieses Ge­schrei wird ja auch zur Parole für die Wahlen von Volks­vertretungen nicht bloß großer, sondern auch Heinerer Art. So stürzte sich in Frankreich, wo am Sonntag die übrigens nicht unwichtigen Kantonalwahlen stattfin­den, derMinisterpräsidentDoumergue höchst­persönlich gleich zweimal in den Rundfunk. Daß cs dabei nicht ohne einige Seitenblicke aus diedeutsche Gefahr" obging, ist liebe alte Gewohnheit! Ware es nicht der Ministerpräsident, um den es sich dabei handelt, so würde man an das bekannte Wort erinnern, in dem es heißt, daß niemals mehr geschwindelt wird als u. a. vor einer Wahl. So erzählte Herr Doumergue, daß der französischeBürger­krieg im Februar binnen sehr kurzer Zeit den K r i e g mit dem Ausland bedeutet" hätte, daßder Bürger­krieg morgen der Krieg mit dem Auslande beinahe un­mittelbar darauf wäre", und daß dieser Krieg mit dem Ausland dannnoch sicherer folgen würde als er tm Februar aus einen Bürgerkrieg gefolgt wäre". Wer von den französischen Rundfunkhörern noch nicht kapiert hatte, welchesAusland" Ministerpräsident Doumergue gemeint hat, dem wurde es durch die Pariser Zeitungen noch extra gesagt: Deutschland. Wir Deutsche regen uns ja über derartige Behauptungen schon lange nicht mehr auf, wollen sie hier achselzuckend als charakteristische Wahl­manöver betrachten! Wir registrieren sie nur. Und denken höchstens mal an jene auffallende Rede zurück, in der vor einiger Zeit der belgische Ministerpräsident ganz urplötz­lich jeden Präventivkrieg ablehnte. Die aufhorchendc Welt hat niemals erfahren, welche Gründe diesen Redner denn zu der so sensationell wirkenden Erklärung veranlaßten; nur war der belgische Ministerpräsident darob ebenso plötzlich in Paris zurunangenehmen Persönlichkeit" geworden. Bis die Welt diese Ge­schichte wieder vergessen hat.

*

Es ist eben immer dieselbe Sache: Man sucht nie­manden hinter einer Hecke, hinter der man nicht selbst gesteckt hat! Oder, andersherum: Doumergue verlangt zwar auch und sogar in einer Wahlrede, daß von Frankreichs Friedenswillen alle Welt überzeugt zu sein hätte und es eine Beleidigung für die französische Nation wäre, an besagtem Friedenswillen zu zweifeln. Wenn aber, wie in seiner Rede auf dem Bückeberg, zum tauscndstenmal das Oberhaupt des nationalsozialistischen Deutschlands den Friedenswillen der. von ihm geführten Nation unterstreicht, ja, Bauer, das ist ganz was anderes! Dann hört der französische Mmisterprapdent nicht hin oder behauptet das Gegenteil. Weil namltch dieser deutsche Friedenswillen keinesklavische Unter» würfigkeit" bedeutet. DennDeutschland und da» deutsche Volk wollen nichts anderes als den y r t e_b en; sie werden aber niemals Verzicht leisten aus die Ehre und Gleichberechtigung! Dr. Pr.

tont Generalsekretär bcS Deutschen Handwerks und Gewcrbekammcrtages berufen.

Berlin. Der Rcichshandwerkssübrer hat den 1. Syn­dikus der Handwerkskammer zu Berlin, Dr. Felir Schüler, zum Generalsekretär des Deutschen Handwerks- und Gewerbe- kammertagcs berufen. Dr. Schüler führt gleichzeitig die Ge­schäfte des Reichèständes des Deutschen Handwerks.

DaS SchutzhauS am HochkSnig niedergebrannt.

Wien. Das Tausenden von Bergwanderern auch im Deurfchen Reich bekannte Schutzbaus am Hochköntg im Lande Salzburg ist nachts völlig niedergebrannt.