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Tageblatt für Rhön und Vogelsberg

Zulöa- und Haunetal «Zulöaee Kreisblatt

Re-aktlon und Se^ästssteU.: «-«isst-atze 42 Zernfprech-Huschluß Nr. WW

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$r. 204 1934

Fulda, Samstag, 1. September

11. Jahrgang

Räuberunwesen im Fernen Osten.

Banditen überlasten einen Cisenbahnzug.

Schwerer Eisen bahn anschlag bei Charbin.

Ein schwerer Eisenbahnanschlagist etwa vier­zig Kilometer südlich von Charbin verübt worden. Nach den letzten Meldungen sollen 1 8 Japaner g c - tütet und etwa 20 verwundet worden sein.

Die Banditen halten die Schienen aufgerissen und brachten einen Erpreßzug zur Entgleisung. Dar­mes eröffneten sie

ein wildes Gewchrfcuer auf die nmgestürzien Eifenbahnwagen, wobei zahlreiche Personen getötet und verwundet wurden. Die Banditen ergriffen darauf die Flucht und entführten sechs japanische Reisende, zrvei Amerikaner und einen Dänen. Japanische Bahnwachen lieferten den Banditen

ein zweistündiges Gefecht.

sonnten jedoch nicht verhindern, daß die Räuber mit ihrer Beute entkamen. An die Stelle des Verbrechens ist ein Lazarcttzug entsandt worden. Die Rettungs­arbeiten und die Bergung der zum Teil entstellten Leichen wurden durch einen Wolken bruchartigen Regen stark beeinträchtigt.

Bei der Entgleisung des mit voller Geschwindigkeit iurch die Nacht brausenden Erpretzzuges spielten sich "e r - sihütternde Szenen ab. Die Lokomotive bohrte ich tief in die Erde hinein. Die folgenden vier Wagen schaben sich wie eine Ziebbarmonika ineinander, stürzten imn den Bahndamm hinunter und begruben die darin Endlichen Passagiere unter sich. Während aus den Ammern des Zuges gellende Hilfeschreie der Letzten drangen und die Fahrgäste der Hinteren Wagen »ich Überwindung des ersten Schreckens versuchten, ihren in heu Trümmern eingeklemmten Mitmenschen im Menbrudjarfigen Regen Hilfe zu bringen, eröffneten

Vorschau auf Nürnberg.

Oas Kunstwerk der Nürnberger Organisation.

Einige Beispiele aus der Arbcil der Leitung.

In einer von der Organisationsleitung des Reichs- toeitagcë einberufenen Besprechung wurde die Presse mit interessanten und aufschlußreichen Einzelheiten der Organisation des diesjährigen Reichsparteitages bekannt- Semacht.

.. Der Stellvertretende Stabsleiter der PO., Reichs- '"ivekieur Pg. Schmeer, erklärte u. a., die für die Ab- Mung des Parteitages wünschenswerte und notwendige Umgestaltung der Stadt Nürnberg sei zum größten -cil v o l l e n d e t. Der für den Aufmarsch der SA. ver- Abvortliche Leiter, Brigadeführer Jüttner, betonte, "ic SA. sehe cs bei den: Parteitag als ihre Aufgabe an, ^neut unter Beweis zu stellen, daß sie sich mit allen Glie- wimgen der Bewegung verbunden fühle. Besonders Mierig werde sein, die

110 000 SA -Männer aus dem Lager nachts zur Luitpold-Arena

aÄ1^ SU bringen, wo vormittags der Führer zu seiner sprechen werde. Der Marsch aus der Arena erfolge spaten Nachmittagsstunden und führe auf dem bisto- d"rch die Stadt zum Vorbeimarsch auf den interessante Zahlen gab Kreisleiter Pape-Olden- puber die Massenguarticre. Es mußten Unter« Wngsmöglichkeiten für etwa 520 000 Mann geschaffen j H Die größten Schwierigkeiten machte die Unter» . 'Mng in den Fabriken, da

"'f°lg> der Wirtschaftsbelebung innerhalb zweier

, Monate rund 30 000 Quartiere ausfielen,

J'P Ersatz beschafft werden mußte. Von den Privat- 4.Wren entfallen auf die Stadt Nürnberg 4 1 000. t ote Massenguartiere mußten 80 000 Zentner ° h beschafft werden.

Nm^'uuspektor Kropp berichtete, daß die Deutsche m 5 2 5 Sonderzüge abfertigen wird. Für jh.^ljchsbahn hüben aber nicht die 525 Sonderzüge in bic T_WH und Abfahrt die .Hauptschwierigkeit, sondern bis , ^ugtzkwegung. Die Leerzüge müssen teilweise itiib r" 1(1(1 Kilometer von Nürnberg weagefabren hon, h ^ Rücktransport wieder Herangehen werden, , oefamte Lokomotivdienst und das entsprechende "forderlich ist.

gettetiP Änderung im Programm ist insofern ein samt 'P' ""' Montagabend als Abschluß des ge m a cf,. ^Bleilages eine H u I d i g II n g der Wehr- de» w. t0 r d e m F ü h r c r stattfindct, und zwar durch Zapfenstreich vor demDeutschen Hos".

^Essest der Hunderttausend.

> ^"s dem Rcichsparteitag. ^Abtestun^^âbesprechiiNg in Nürnberg gaben ^S.-Gem»inr^ . »er im Presse und Propagandaamt der ^wafl Kraft durch Freude, Pg. Geiger, und

aus sicherem Hinterhalt von beiden Seiten des Bahn dammes zahlreiche chinesische Banditen ein

wütendes Schnellfeuer aus die unglücklichen Opfer der Katastrophe. Das Rei- tnngswerk für die Verletzten mußte deshalb aufgegeben werden, und die unverletzt Gebliebenen suchten in Todes­angst Deckung hinter den Zugtrümmern.

Leichen wurden beraubt.

Als von den Passagieren kein Widerstand erfolgte, kamen die Banditen aus der Deckung hervor und begannen die Passagiere und die Gepäckstücke des Erpreßzuges aus­zuplündern. Nicht nur die überlebenden wurden ihrer Wertsachen beraubt,

die Banditen schnitten sogar den Toten die Finger ab, um ihnen die Ringe besser abziehen zu können.

Mehreren toten Frauen wurden die Ohren abge­schnitten, und die entmenschten Verbrecher raubten die darin befindlichen Ohrringe.

400 Personen werden vermißt.

Aus die Meldung eines Streckenwärters hin wurde von Charbin aus sofort eine Abteilung japanischen Bahn­schutzes nach dem Schauplatz der Katastrophe entsandt. Auf die ersten Schüsse der Japaner ließen die Banditen sofort von ihren Opfern ab und verschwanden in der Dunkelheit Nachdem sie festgestellt hatten, daß die Japaner ihnen zahlenmäßig unterlegen waren, gingen sie erneut zum Angriff über und zwangen diese zum Rückzug. Dann ließen die Banditen sämtliche Überlebenden sich in einer Reihe neben den Trümmern des Zuges aufstellen und wählten nach Gutdünken wohlhabend anssehende Passa­giere aus, um von ihnen später für ihre Freilassung ein Lösegeld zu erpressen. Außerdem entführten sie eine ans sechs führenden Japanern bestehende Kommission des Tokioter Forschungs-Instituts. Insgesamt werden lOOPassagiere des Zuges v e rm ißt. Unter ihnen befinden sich zwei Amerikaner und ein Däne.

seine Mitarbeiter Einzelheiten über das am Sonnabend, dem 8. September anläßlich des Reichsparteitages im gesamten Stadiongelände stattfindende große Volks­fest, das alle Arbeitsgebiete der NS.-Gemeinschaft Kraft durch Freude zeigen soll.

Das Reichsamt Volkstum und Heimat veranstaltet ein Massen-ChorspielDeutschland gestern, heute und morgen". Die NS.-Kulturgemeinde, die die künstlerischen und kulturellen Belange innerhalb der NS.- Gemeinschaft Kraft durch Freude vertritt, bringt im Waldthealer ein buntes Programm. Das Amt Reisen und Wandern zeigt die Originalmodelle der Bremen" undEuropa", desColumbus" und des neuen PanzerkreuzersKönigsberg". Die Modelle werden auf dem Dutzendteich kreuzen. Das Amt Schönheit der Arbeit wird aus einem Ausstellungsstand über den Sinn und die bisher geleistete Arbeit seines Aufgabengebietes orientieren. Das Presse- und Propagandaamt wird mit 15 Groß-Tonfilmwagen aus Berlin Freilicht- Filmvorführungen bieten und bringt u. a. den größten Freilicht-Projektionsapparat des Kontinents mit zwölf- mal 12 Metern Projektionsweite. Das Sportamt zeigt massensportliche Vorführungen

Die Krönung des Ganzen bildet schließlich das Riesenseuerwerk, das auf drei großen Fronten, in der Hauptkampfbahn, der Zeppelinwiese und dem Dutzendteich abgebrannt wird.

12 0 0 0 Brieftauben aus dem ganzen Deut- icüeu Reiche, die in drei Abteilungen aus dem Volksfest- platz losgelassen werden, tragen mit kleinen Depeschen die Kunde von dieser lebendig gewordenen deutschen Volks­gemeinschaft anläßlich des Reichsparteitages hinaus in alle deutschen Gaue.

Für die Hinterbliebenen der Gefallenen der Sewegung.

Die Pressestelle des Reichsparteitages teilt mit:

Da es unmöglich war, alle Hinterbliebenen der ge­fallenen Kameraden zu dem diesjährigen Parteitag durch den Führer einzuladen, haben nur die Hälfte der Hinter­bliebenen Einladungen erhalten; die übrigen sollen beim nächsten Reich-,partei'gg berücksichtigt werden.

Saardtulschrift der franzSsischen AegieruW an den Völterbundsrat.

Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik, Doumergue, fand in Paris ein Aèinistcrrat statt, aus dem Außenminister Barthou über die außenpolitische Lage berichtete. Ferner ließ Barthou eine 2 a o r denk s ch r i s t der französischen Regierung an den Völkerbunds- rat von seinen Ministerkollegen gutbeißen. ~

Wie von gutunicrrichteter französischer ^ette ver­lautet, befaßt sich diese Denkschrift mit den verschiedenen mit der technischen Seite der P o l k s a b st i m m u na vn Saargebiet zusammenhängenden Fragen. Die Denkschrift

richte u. a. an den Völkerbundsraä das Ersuchen, bereits jetzt für den Fall, daß die Wähler für die Rückgliederung an Deutschland stimmen sollten, die Fragen der Dominialgruben, des Währungssystems usw zu regeln. Es handele sich nach Ansicht der französischen Regierung darum, die Übergangszeit, die einen Hoheits- Wechsel im Saargebiet gemäß dem Ergebnis der Ab­stimmung erforderlich machen könnte, möglichst kurz zu gestalten.

Motsr-SA und NSKK öereint als selWMge Gliederung.

Berlin, 1. Sept. (Funkmeldung.) DerKraftfahr- preffedienst" veröffentlicht folgenden Befehl des Führers:

Der Führer und Reichskanzler. Berlin, 23. Aug. 1934.

Führerbefehl!

Das NSKK. zusammen mit den Einheiten der Motor- SA. werden von nun ab zu einer EinheitNational­sozialistisches Kraftsahrkorps" zufammenge- satzt. Es ist mir unmittelbar unterstellt. Seine Führung übertrage ich dem Chef des Kraftfahrwesens der SA., Obergruppenführer Hühnlein.

Die Aufgabengebiete des Nationalsozialistischen Kraft­fahrkorps und seine Zusammenarbeit mit den verschiedenen Gliedern der Bewegung werden gesondert geregelt.

A d o l f H i t l e r.

Der Reichsführer des NSKK., Hühnlein, veröf­fentlicht dazu folgenden Tagesbefehl:

Tagesbefehl.

An Motor-SA. und NSKK.

MSA.- und NSKK.-Männer!

Mit dem Erlaß vom 23. 9. 1934 hat der Führer als eine für die Weiterentwicklung sich ergebende Notwendigkeit die Zusammenfassung von Motor-SA. und NSKK. zu einer geschlossenen Einheit versügt und mich zu ihrem Reichsführer ernannt.

Diese neue Einheit dasNationalsozialistische Krast- sahr-Korps" ist unmittelbar dem Führer unterstellt und bildet damit gleich SA. und SS. von nun ab einen selb­ständigen Bestandteil der Bewegung.

Für mich und das gesamte Korps bedeutet dieser Beweis des Vertrauens unseres Führers größte Anerkennung und höchsten Ansporn zugleich.

Wenn wir au* nunmehr aus dem Verbände der SA. ausfchciden, um als selbständige Gliederung fortzubestehen, so wird das NSKK. nicht neben ihr, sondern wie bisher in treuester Kameradschaft stets mit ihr sein. Erne Kamerad­schaft, in Not und Kamps gefestigt, vermag nichts zu scheiden.

Mögen TA. und NSKK. von nun ab auch auf getrennten Wegen marschieren, der g e m e i n s a in e Quell ihrer Kraft, der' Geist, der sie verbindet, wird stets der gleiche bleiben: d e r a l t e st o l z e S A. - G e i ft!

Weitere Befehle über die im Rahmen der neuen Glie­derung zu treffenden organisatorischen Maßnahmen folgert.

Der Reichsführer

des Nätionalfozialijtifchen Kraftfahr-Korps:

(gez.) Hühnlein.

Garmisch-Partenkirchen, den 1. Sept. 1934.