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W Kunst - zu warlen

Mmer müssen wir warten. Selten nur wir sofortdran". Unser ganzes Leben ist ein Warten! Ein Warten auf etwas, was kommen soll und mutz. Etwas, was uns ganz und gar erfüllt, was wir er­halten und halten möchten, nachdem wir in unbewußtem Sehnen die Hände danach ausgestreckt haben. Früher, in unserer Jugend, warteten wir auf die Erlaubnis, aufzustehen, dann warteten wir auf die Bescherungen. In der Schule lockte die Freizeit, dann zählten wir die Tage bis ui den Ferien Immer warten wir auf das Eine, Große, das unser Leben reicher und tiefer machen soll Liebe, Glück. Wir warten auf die grotze, beglückende Ueber- Mung, auf das mitreißende Erlebnis. Wir werden älter. Viele Träume sind begraben, manches Wunschbild verblaßt, aber wir warten immer noch. Eine Stimme in uns singt und klingt ahnungsvolle Me­lodie... Und wir? Wir warten. Das Schlimme aber ist, daß wir die Erwartung nicht mehr im Sinne kluger Lebenskunst führen können. Diese schnellebige Zeit hat uns so viel verlernen lassen. Wer kann heute noch warten, stille sein, schweigen, allein sein, aus der Einsamkeit Werte schöpfen? Nur wenige. Und wie notwen­dig sind diese Gaben, wie wichtig die Ruhe, die aus diesen Worten atmet. Hineinge- lisfen in die Vielfalt des täglichen Ge­schehens, gestoßen von Lärm und Geräusch, gepackt vom zerrenden Draußen, vermögen wir nicht mehr, an uns selbst jene Genüge zu finden, die uns innerlich sammelt, uns aus unserer Tiefe ausfüllt.

Wer zu warten versteht, hat dem Ner- vösen, Hastenden gegenüber viel voraus. Ihn quält nicht das krampfhafte Wollen, bas verzerrte Zwingen-Wollen, ihm weist eine stille Gewißheit, eine ruhige Ver- tMènssülle den Weg zum Sieg. Der Mrte-Künstler spielt gleichsam auf seiner

Muhr die Melodie des Glücks.Es wird u_______

^n kommen!" Richtig, zwingen läßt sich herbstlich, aber gemahnen noch daran, daß «Amgn muß nur offenen Sinnes upp^ie Sonne nicht mehr die starke Wärme- «en Herzens es auf sich zukommen Wirkung hat wie vor einigen Wochen.

iWètwen, und an einem schönen Tage Das Tragen von Blusen und Tuniken V alles in schönster Ordnung. ' ' ' ' ~

Man verstehe richtig: jeder stehe an fei:

W Platz, erfülle seine Aufgabe, quäle sich aber nicht in krampfhaftem Willen, das Glück zu zwingen. Sich Zeit nehmen, abwarten, bis sich die Dinge erfüllt haben, das ist der Schlüssel, das Muß des War­tens zur Kunst zu adeln, dem Glück affenen Händen entgegenzugehen, »er ruhig zu atmen weiß, kommt Schnellauf des Lebens ans Ziel.

mit Nur im

Vom Allwerden

»Alt werden steht in Gottes Gunst;

Jung bleiben, das ist Lebenskunst.«

Macht Arbeit alt?

Eine medizinische Zeitschrift beantwortet Frage mit einem glattenNein!" Ee- M das Gegenteil ist richtig. Es bleibt allerdings Voraussetzung, daß man sich mehr auflädt, als man wirklich zu bewältigen vermag, denn eine dauernde «rperliche Ueberlastung lätzt sich auf län- p Zeit nicht ungestraft hinnehmen. Mn Sport zu vorzeitigem Altwerden fragen? Der Sport ist unbestritten verjüngend, freilich aber nur dann, M er sich üon einem schädlichen Mitz- fernhält. Da jede Rekordleistung Ueberanstrengung der Nerven ai! der Körperkraft führt, muh, wenn der & Mißbrauch ausartet, ein gesund- Schaden befürchtet werden, ein U?Mn, der natürlich auch ein vorzeitiges Mr Folge haben müßte. Der Mut, d?I^ler in dem Augenblick zu sein, ein?, Sittiche Gefahren drohen, muß ^° juchte Tugend werden, als vernünftig betriebenem Sport Lor- iu holen.

^rde^ ^" rum ^fuunft im Esten ist nur zu häufig ^deutend mit einem früheren Alt- Der Mensch mit normalem Kör- hat dem Fettsüchtigen ein Er- ber sm voraus, am besten aber daran ist ihn *Men- Er darf im allgemeinen, wenn die o, schwere Krankheiten, wie etwa einer ^"^.âbttEulose, heimsuchen, mit Nen m M reichlichen Lebensdauer rech- Menei Alkohol und Nikotin gilt die Lelwn'?»?in vernünftiger Gebrauch dem abträglich ist. Wer sich von ^gkeit fernhält, ist, rein medizinisch

gesehen, kaum schlechter daran als der­jenige, der dem Alkohol und Nikotin über­haupt entsagt.

Im allgemeinen ist festzustellen, daß beim männlichen Geschlecht das Altwerden rascher nach Vollendung des vierten Lebensjahrzehntes fortschreitet, daß hin­gegen beim weiblichen Geschlecht die größere Wahrscheinlichkeit, zu altern, mehr vor als hinter dem vierzigsten Lebensjahre zu suchen ist.

Selbstsüchtig »der selbstlos?

Die Selbstlosigkeit ist die bessere Hälfte der Selbstsucht." Mit diesen Worten wäre eigentlich die ewige Streitfrage, ob es selbstlose Güte bei den Menschen gibt, oder ob jede ihrer Handlungen demJchzen- trum" entspringt, aus der Welt gebracht. Es unterliegt keinem Zweifel, daß alles, was wir tun und lassen, irgendwie mit demIch" verbunden ist und ihm wohl­tun will. Aber es ist ein gewaltiger Un­terschied, ob wir bei der kleinlichen Selbst­sucht stehen bleiben und unser Leben so zurechtzimmern, daß wir, ohne Rücksicht auf das Wohlbefinden unsrer Mitmenschen, nur in der Befriedigung unserer Person, in dem Erreichen von Reichtum und Wohl­leben den erstrebenswerten Jdealzustand sehen, oder ob wir über uns hinauswachsen und das Ganze, das All, mit hineinneh­men. Es läßt sich sehr wohl miteinander verbinden, die Empfindungen und das

IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIM Blusen und Tuniken

Der Höhepunkt des Sommers ist um einige Längen überschritten. Wir denken daran, unsere Kleidung der veränderten Witterung etwas anzupassen, obwohl wir uns noch kräftig wehren, uns der Herbst- mode zuzuwenden. Bluse und Tunika schaffen für kühlere Tage den richtigen

Uebergang. Stoffe und Farben sind nicht

hat den Vorzug, daß meist nur ein Rock vonnöten ist, um die Kleidung vielgestal­

tig zu verändern. Bedingung ist, daß der Rock aus einfarbigem Stoff besteht und schlicht gearbeitet ist.

Zur Erklärung unserer Abbildungen diene:

Das Tunika-Kleid ganz links besteht aus einem schwarzen Wollrock, zu dem aus lich­ter Farbe man kann hierzu ein Braut­kleid oder ein winterliches Gesellschaftskleid verwenden eine ganz lange Tunika ge­tragen wird. Sie ist seitlich geschlosten, hat ein einseitiges Revers, aus dem ein entgegengesetztes Plistee herausgearbeitet

Leben seiner Nächsten so wichtig zu nehmen wie sich selbst, ohne sich dabei zu schaden. Sicher hat ein Mensch, der vom engen Ich" befreit ist, das schönere Leben, und sein gelegentlicher Verzicht und seine Opfer machen sich reichlich bezahlt.

Betrachten wir einmal die Auswirkung: Wir wissen, daß jedes Geschehen Kreise um sich zieht, daß nichts in sich abgeschlossen ist, sondern Anfang von unendlichen Mög­lichkeiten, Verbindungen, Gefühlen, Glück und Unglück werden kann, und daß wir selbst es sind, die Gutes oder Böses in die Welt tragen und Schicksal werden für die andern. Wirklich schlecht ist selten ein Mensch wen sollte das Ziel nicht locken, Freude zu schaffen und Glück zu bewirken?

vlumenschmuck

Blumen im Raum.

Ein Raum mit geschmackvoll verteilten Blumen in schönen Gefäßen, die den Wuchs und den Adel der Blüte voll zur Geltung kommen lassen, hat einen eigenartigen Zauber. Er spricht von Wesen, die in die­sem Raum leben und verrät uns eine ganze Menge von, ihren Ansichten, ihren Idealen und Gefühlen. Jede Frau sollte lernen, mit Blumen umzugehen. Zumin­dest sollte sie für jede Blüte das geeignete Gefäß kennen. Sie muß wissen, daß eine einzelne Blüte ein hohes schlankes Glas und ein Blütenzweig einen dickbauchigen

ist. Tiefe seitliche Falten geben ihm die Weite. Der in der unteren Hälfte geschlitzte Aermel soll es sommerlicher und weniger streng gestalten. Zum gleichen Rock kann man eine schwarze Tunika aus Crepe Satin mit glänzender oder auch matter Abseite tragen. Das ist Eeschmacksache oder aber auch Zwecksache. Geschmückter wirkt natür­lich die glänzende Seide. Die Tunika hat in Kniehöhe noch einen ausgeschnittenen, ganz leicht glockigen Volant. In der Taille ist sie leicht gerafft und verzichtet auf einen Gürtel. Auch der Halsabschluß zeigt eine Raffung und gestaltet das Kleid dadurch ungemein graziös. Die Aermel sind nur ein wenig über den Ellbogen geschnitten und erweitern sich stark. Man füttert sie mit lichter Seide.

Die Blusen haben die Tendenz, nur we­nig vom Hals freizulassen. Nur die Ab­bildung links zeigt einen herzförmigen Ausschnitt, der aber durch den nach hinten hochstehenden Kragen etwas verwischt wird. Nebenan sehen wir eine Bluse, die an die obere Hälfte von Russenkittel erinnert. Sie ist reich mit Handarbeiten geziert. Die

kurzen raglanartigen Aermelchen nehmen ihr jede Strenge. Rechts sehen wir eine Bluse, wie sie ältere Damen bevorzugen. Ein kleines helles Westchen macht sie som­merlich und freundlich. Die Bluse in der Mitte unten ist für schlanke Frauen. Das breite plissierte Jabot wirkt sehr vornehm und geschmackvoll ist aber nur für hochge­reckte Gestalten kleidsam.

Krug braucht, der oben eine kleine Oeff« nung hat, dah Wiesen- und Feldblumen am schönsten sind, wenn sie locker in Ton- und Steinkrügen stehen, daß Rosen und Nelken weiße Vasen wünschen, da jede Farbe ihrer Schönheit schadet.

Blumen auf den Tisch.

Das einladende Aussehen der gedeckten Tafel ist nicht nur von einem tadellosen Tischtuch und einem geschmackvollen Ge­schirr abhängig. Die Aufstellung der Glä­ser und die Anordnung der Teller und Bestecke werden von Richtlinien bestimmt, die die Gesellschaft festgesetzt hat. Im Tafelschmuck allein kann die Wirtin ihren eigenen Geschmack und ihren Sinn für eine ansprechende Auflockerung der strengen Ordnung zeigen. Blumen, lebende Blüten und Ranken gehören auf den Tisch. Jede Jahreszeit schenkt uns eine Fülle von blühenden Gewächsen, aus denen man nur auszuwählen hat.

In blauen Gläsern stehen auf dem Tisch rosa Heckenrosen und blühende Winden legen sich schmal und zart über den Tisch. Ein bunter Strauß von Wiesenblumen und feingliedrigen Gräsern sieht bei kleiner Geburtstagsfeier lustig aus dem Napf­kuchen heraus, und zu der verfeinerten, etwas müden Atmosphäre des Teetisches stimmen die rötlichen Ranken vom wilden Wein und eine Schale voll gelber Rosen.

Das ist es: nichts vermag die Bedeutung der Stunde und die Eigenart des gedeckten Tisches so auszudrücken wie die Blume. Sie bringt mit ihren leuchtenden oder zarten Farben, mit ihren gefälligen oder bizarren Formen Leben in das Bild und ist immer erfreulich anzusehen. Sie schmückt den ganzen Raum und grüßt je­den, der ins Zimmer tritt, ein erfreulicher Ausdruck eines heiteren, schönheitssinnigen Geistes. " F. K.

Me lange besteht Ansteckungs­gefahr bei MberAhmung?

Mitteilungen in der Tagespresse ist zu entnehmen, daß die jüngsten Fälle von Kinderlähmung da und dort zu einer über­stiegenen Besorgnis, namentlich wegen der Ansteckungsmöglichkeiten, Veranlagung ge­geben hatten. So werden Fälle bekannt, da Eltern ihren Sprößlingen den Verkehr mit anderen, früher einmal lähmungs­kranken Kindern sogar dann untersagten, wenn diese Krankheiten schon sechs oder gar schon volle neun (!) Jahre zurücklagen. Nach jahrzehntelangen Beobachtungen in deutschen Kliniken, Beobachtungen, die sich auf einen Zeitraum bis zu 40 Jahren erstrecken, darf gesagt werden, daß fyäHe von Ansteckungen in den Kliniken bisher auch nicht ein einziges Mal vorgekommen sind. Diese jahrzehntealte klinische Erfah­rung will aber noch viel mehr bedeuten, denn man muß hinzufügen, daß die An­steckung sogar unterblieb, wiewohl man früher in den Kliniken die kranken Kin­der von den gesunden überhaupt nicht ab­zusondern gewohnt war. Nicht in einem einzigen Falle ist, trotz der unterbliebenen Absonderung, eine Uebertragung der Krankheit auf das Pflegepersonal oder auf die Patienten erfolgt. In der ärztlichen Geschichte sind zwar einige wenige Fälle von Infektion bekannt. Diese Fälle sind bis auf den heutigen Tag außergewöhn­liche Ausnahmen geblieben. Aber selbst hier ist es immer nur bei ganz frischen Fällen von Kinderlähmung zur Infektion gekommen. Die Uebertragung erfolgte immer nur in den ersten Tagen der Krank­heit. Man darf ohne weiteres den Catz aufstellen, daß die Weiterübertragung der Krankheit von Kind zu Kind ohnehin schon sehr gering ist. Wer sich jedoch von allen Bedenken und Sorgen freimachen will, dem wird anzuempfehlen sein, trotz­dem das kranke Kind etwa drei bis vier Wochen lang von den gesunden fernzu­halten. Ueber diesen Zeitpunkt hinaus ist eine Weiterverbreitung aber ganz sicherlich völlig ausgeschlossen.

Um Einmachgläser vor dem Zerspringen zu schützen, genügt die Anwendung eines ganz einfachen Mittels. Man muß sich nur zuvor davon über­zeugen, datz die Gläser einwandfrei sind. Man taucht ein Tuch in heißes Wasser, stellt die Gläser darauf und hüllt sie von allen Seiten damit ein.

Hölzerne Kochlöffel, die beim Einkochen von Obst dunkel geworden^sind, legt man etwa eine Woche in kaltes Soda­wasser, das man ein bis zwei mal erneuert. Sie erhalten dadurch wieder ihre weiße Farbe.

Helle F i l z h L t e, wie sie gern von Frauen und jungen Mädchen getragen wer­den, kann man mühelos säubern, wenn man sie mit weißem Sandpapier abreibt. Man muß aber eine Sorte, die sehr fein ist, wählen.